gegen st. gallen hatte man die 3 punkte schon vor dem spiel im sack. schliesslich spielten die bisher eine katastrophale rückrunde im gegensatz zum fcz. da konnte man das verteidigen getrost vernachlässigen und ein wenig chügelen mit den st. gallern. was ja in der 1. halbzeit auch ganz gut gelang. darum konnte man - ohne risiko - zusätzlich noch abbauen in der 2. halbzeit...das ergebnis ist bekannt!
aber lieber gestern dieser weckruf, als erst nächsten samstag oder gar am 17. april!
nzz vo hüt:
Konsequenter und effizienter
Der FC St. Gallen überrascht den aufstrebenden FCZ mit einem 3:1-Sieg
Im Letzigrund nähert sich nicht der FCZ den Europacup-Rängen an. Vielmehr festigt der FC St. Gallen Platz 3.
Hansjörg Schifferli, Zürich
Der FCZ begann durchaus mit dem Selbstverständnis einer Mannschaft, die in diesem Jahr noch keines von sieben Pflichtspielen verloren hatte, die deshalb statt eines so gemeinen Zieles wie des Klassenerhalts das deutlich gehobenere eines Europacup-Platzes vor Augen haben konnte. Am Ende aber hatte mit dem FC St. Gallen jenes Team gewonnen, das in der Rückrunde erst sieben statt - wie der FCZ - 16 Punkte gewonnen hatte, das aber auf Dauer des Spiels vielleicht erstmals in diesem Jahr seiner Klassierung gerecht wurde. Und die ist immerhin Platz 3.
Während der FCZ allmählich nachliess, offensiv in einen Trott verfiel, mit dem sich nicht mehr viel erzwingen liess, legten die St. Galler zuerst mit einer defensiv sehr disziplinierten und weitgehend fehlerfreien Leistung die Basis zu einem Punktgewinn. Sie wären wohl auch schon mit einem Remis zufrieden gewesen - anders als die Zürcher. Und so boten sich dem FCSG Mitte zweite Halbzeit die Chancen, gar noch mehr zu erreichen gegen Zürcher, die zu sehr an die Offensive dachten und darob «wiederholt die Ordnung in der Defensive verloren», wie ihr Trainer Urs Meier hinterher sagte.
Einen ersten defensiven Patzer des FCZ, vor allem von Philippe Koch, nutzte Sébastien Wüthrich zum 0:1; und wenig später erlaubte das kollektive Zögern im Zürcher Abwehrzentrum Oscar Scarione, sich den Ball zum 0:2 zurechtzulegen. Die Gegenwehr der Zürcher führte noch zum 1:2, hätte mit etwas Glück - oder mehr Qualität von Jahovic bei einem Kopfball aus bester Position - gar den Ausgleich bringen können. Doch eine St. Galler Aktion war auch die letzte zwingende des ganzen Spiels, ein perfekter Konter über Etoundi, den soeben eingewechselten Lenjani zu Scarione. Der Argentinier wurde so zum Matchwinner des FCSG gegen den FCZ - wie schon beim 2:0 ebenfalls dank Toren in der zweiten Halbzeit im Herbst.
Meier anerkannte nach seiner ersten Niederlage als FCZ-Chef, «dass dieses Resultat den Leistungen der beiden Mannschaften entspricht, denn St. Gallen zeigte, warum es in der Tabelle so weit oben steht.» Meier, auch als Verlierer zurückhaltend und souverän, wusste, dass zuletzt das eine oder andere Spiel für seine Mannschaft gelaufen, dass also auch einmal das Gegenteil zu akzeptieren war. Natürlich hätte seine Mannschaft offensiv mehr bringen müssen als in dieser Besetzung mit den Flügelspielern Chiumiento und Schönbächler, die kaum zu sehen waren, oder Ersatzstürmer Jahovic, der sich kaum durchsetzen konnte. Ohne die Abwehrfehler, die sich in der zweiten Hälfte einschlichen, hätte es wenigstens zu einem Remis gereicht.
«Wir waren hinten, aber auch vorne zu wenig konsequent», sagte Meier noch. Daniel Tarone, der den gesperrten Cheftrainer Jeff Saibene auf der St. Galler Bank vertrat, sah «die Effizienz im Abschluss» als entscheidenden Punkt. Klar war: Die St. Galler nutzten ihre wenigen Möglichkeiten in der Tat konsequent und liessen defensiv so wenig zu, dass am Ende vom Auftritt eines Tabellendritten, also eines Spitzenteams, zu reden war.