Zitat von Larry
Glaube zudem nicht dass die Kurve Einsicht zeigen wird, rechne eher mit Konfrontation, bis zum bitteren Ende!
so wirds wohl kommen...siehe artikel aus nzz am sonntag heute:
Am Tiefpunkt
Die Fans distanzieren sich von Petarden, aber nicht von Fackeln. Von Christine Steffen
Noch nie in seiner fünfjährigen Amtszeit hatte man Ancillo Canepa so erschüttert gesehen. Bereits vor fünf Wochen, als das Derby nach Fackelwürfen von FCZ-Anhängern abgebrochen worden war, hatte sich der FCZ-Präsident am Tiefpunkt gewähnt. Als am Donnerstag in Rom eine Petarde in der Hand eines FCZ-Fans explodierte und diesem drei Finger abriss, realisierte er, dass es noch tiefer gehen konnte.
Der Zorn Canepas richtet sich gegen die Fans, von denen er sich «verarscht» fühlt. Ein Vertreter der Südkurve, der anonym bleiben möchte, versteht, dass der Präsident bodenlos enttäuscht ist. Die Verantwortung für das Abbrennen von Fackeln und Petarden in Rom liege aber nicht bei ihnen, sie hätten darauf verzichtet, um dem Verein keinen grossen finanziellen Schaden zuzufügen. Verantwortlich sei eine Gruppe, die nicht mehr Teil der organisierten Fans in der Kurve sei. Eine direkte Verbindung vom verletzten FCZ-Anhänger zu dieser Gruppe bestehe jedoch nicht. Die Gruppierung K4 war 2008 nach gewalttätigen Auftritten aus der Südkurve ausgeschlossen worden. Im Letzigrund hält sie sich heute im Sektor neben der Südkurve auf und fällt regelmässig durch Zünden von Petarden auf. In der Südkurve sind Petarden - im Gegensatz zu Fackeln - unerwünscht. Im Flyer, der jeweils an den Spielen verteilt wird, steht am 11. Mai: «Bitte unterlasst das Ablassen von Knallern, die Verletzungsgefahr ist nicht unerheblich! Nicht nur für die Stewards, sondern auch die FCZler selber!» Auch wenn die Südkurve für den Unfall in Rom nicht verantwortlich ist, kann sie sich von den Vorgängen der letzten Wochen nicht distanzieren. Der Fackelwerfer vom Derby kam aus der Kurve. Das lässt Zweifel aufkommen, ob die von den Fans propagierte Selbstregulierung funktioniert. «Es ist nicht so, dass sie gar nicht funktioniert, aber darüber gesprochen wird nur, wenn sie nicht greift», sagt der Südkurvenvertreter. Man könne bei 3000 Leuten nicht verlangen, dass sie über alle die Kontrolle hätten. Schwer wiegt, dass jemand, der eine kriminelle Tat begangen hat, Unterschlupf findet in der Kurve. Da sich diese als Einheit sieht, ist Verrat ausgeschlossen. «Wir reden ihnen ins Gewissen. Was sie machen, müssen sie selber entscheiden», sagt der Vertreter der Südkurve.
Obwohl den Fans ein eiskalter Wind entgegenbläst, halten sie daran fest, dass sie Fackeln abbrennen wollen. Der Südkurvensprecher räumt ein, dass die Pyro-Diskussion eine Dimension erreicht habe, in der man nicht klein beigeben wolle. Ihn ärgert, dass bei Ereignissen im Zusammenhang mit Fans übertrieben werde. So auch in Rom, wo es weder eine Massenpanik noch 30 Verletzte gegeben habe, wie in den Medien kolportiert worden sei. In seinem Zorn sprach FCZ-Präsident Canepa am Freitag von einem Krieg gegen den FCZ und den Fussball. Alle müssten sich wohl wieder einmal daran erinnern, dass es eigentlich um ein Spiel gehe, sagt der Fansprecher. Er findet, es müsse sich etwas ändern. Die Fans wünschen sich, dass sie in einem bestimmten Sektor Fackeln zünden dürfen, wie es früher möglich gewesen sei.
Die letzten Wochen haben nicht dazu beigetragen, dass man ihren Wünschen Gehör schenkt.