Beiträge von snowcat

    du bisch wie de frei, du bisch wie de frei, du bisch wie de frei...

    jawoll: am shakiri sin sprung über d'bande nach em goal und em andere basler arsch wo vor de südkurve de max gmacht hät, isch bi mier die einzig emotion gsi hüt namittag. wänn dänn kurve no ruhig blibt - wie hüt di erschte 10 minute - und gäschtefans scho gar nöd ersch uftauched wills es paar polizischte am bahnhof gseh händ, ja dänn isch es fcz spiel scho fasch so langwilig und emotionslos wie en bsuech i de halle bimene zsc spiel! also quasi höchststraf!

    was isch nume mit em fcz los? wo isch de biss vo letscht saison anecho? so öppis vo harmlos! spielerisch gsehts ja fasewis ganz guet us. aber i strafrumnöchi hät das ganze öppe so viel biss wie en tote hund! d'basler händ hüt nume müesse es goal mache und susch eifach einigermasse diszipliniert umestah. hät scho glanged für de sieg!

    eso chunt mer natürli nüme drum ume trainerdiskussion zfüehre, au im vorstand...obwohl m.e. e bluetufrischig im team langed wür...:nixwiss:

    gruess roli c.

    Zitat von Caro

    also am weekend ischs glaub immer guet gloffe, und vil wo i de hardau trainieret sind det glaub au stammgäscht gsi... isch ja hützutag au no chli öppis wert, wännt die einte verein für dich chasch gwünne.

    ich bin di letschte 2 jahr oft det dure gfahre, aber ussert a de match täg isch es immer fürchterlich leer gsi... :nixwiss:

    gruess roli c.

    Zitat von Joey_88

    Phuuuu sieht schonmal nicht nach einem Invaliden aus...Wer kennt den? Hab noch nie was von ihm gehört oder gelesen..

    hät jahrgang 1981, isch sowieso vill z'jung!

    gruess roli c.

    Zitat von Larry

    Ich habe es kommen sehen: Es wird absolut nichts gemacht, und der nächste Vorfall ist nur eine Frage der Zeit. In dem Sinne hoffe ich auf drakonische Strafen für die Clubs, sprich, Geisterspiele ohne Ende!

    wer mit solch peinlichen "argumenten" diskutiert, muss sich wirklich nicht wundern, wenn ihm der eierkopf pausenlos auf den füssen rumtrampt! wärst du jetzt auf dem fussballplatz würdest du so was von im offside stehen... :gruebel:


    Zitat von Larry

    Habe fertig, das war mein letztes Posting in diesem Fred.

    schade, ich chifle gerne mit dir! :fight:

    gruess roli c.

    inhaltlich ein guter auftritt von canepa im club auf sf1, ein noch besserer von känzig! canepa sehr emotional, aber das ist durchaus verständlich. känzig, auch das verständlich, natürlich viel sachlicher. der tenor von beiden ist aber klar: knallharte verfolgung und eine ebenso knallharte bestrafung der rechtsbrecher. aber keine unüberlegten schnellschüsse und vor allem keine kriminalisierung der 99 prozent gewaltfreien zuschauer.

    das problem in der schweiz, verglichen mit england und deutschland: in der schweiz gelten fussballspiele als private veranstaltungen, die deutschen und engländer sehen das anders. alleine in deutschland bezahlt der staat pro saison 100 millionen an sicherheitskosten. polizeigrenadiere sind in den stadien präsent und können fehlbare sehr schnell orten und abführen. nur schon die stadionpräsenz der polizei wirkt ziemlich präventiv.

    känzigs votum, warum sich die clubs in der schweiz gegen vieles sträuben, klingt einleuchtend: sämtliche dieser englischen und/oder deutschen massnahmen müssten in der schweiz die clubs finanzieren. das sind enorme kosten, die den sicheren tod des profifussballs in der schweiz bedeuten. und wer schafft sich schon selber seinen arbeitsplatz ab?

    wie überall, gibt es auch hier die einfache, nur schwarz und weiss sehende svp welt nicht. die angelegenheit ist wesentlich komplexer als sie auf den ersten blick scheint. darum gibt es auch keine einfachen patentrezepte. und wollen wir die englische und/oder deutsche sicherheitskultur übernehmen, ist das schlicht nicht bezahlbar. ausser der staat übernimmt den grössten teil der kosten. das geht aber nur in ländern in denen fussball gelebt wird. aber nicht bei uns.

    gruess roli c.

    Zitat von Larry

    Sag doch mal, wann und wo die Kurve Leute davon abgehalten hat, Krawall zu machen.

    :roll:

    Mir ist es egal, was nun passiert, nein, scheissegal!

    Aber eines ist klar: Die Politik wird Leuten wie Canepa was aufs Auge drücken müssen, sonst geht gar nichts!

    nein, die politik wird leuten wie den krawallmachern aufs auge drücke müssen! oder behauptest du allen ernstes, dass canepa die ursache der gewalt ist?

    gruess roli c.

    Zitat von Champs-de-Mars


    Damit kann ich leben. Ich würde auch nicht wollen, dass wegen diesem Ereignis der ganze Schweizer Fussball und seine Fans in Frage gestellt werden. Bin nachwievor der Meinung, dass man viel mehr gegen die fehlbaren Fans vorgehen sollte. Also nicht die Pyrozünder etc. sondern diejenigen, welche sich während dem Fussballmatch prügeln, in andere Sektoren eindringen, Pyros als Wurfgegestand verwenden oder meinen es sei lustig, wenn man 2m neben einem Securitytypen eine Knallpetarde explodieren lässt. Wenn man da rigoros eingreifft, löst man wahrscheinlich die meisten Probleme.

    :applaus:

    gruess roli c.

    Zitat von Iceman

    Grundsätzlich spricht nichts dagegen. Fraglich ist höchstens, ob die Sache im heutigen Ausmass finanzierbar ist. Ob sich in der Ära "nach Walter Frey" ein neuer Mäzen findet, der Geld in vergleichbarer Höhe spendet? Ansonsten müsste der ZSC - auch mit der neuen Halle - schon beachtliche Kunststücke in Bezug auf Vermarktung, Merchandising, Catering etc. vollbringen. Und die neue Halle müsste Walter Frey dem ZSC quasi schenken, damit keine Miet-, oder Zins + Amortisationskosten anfallen. Als SCB-Fan sehe ich , was dort alles aufgeführt werden muss, um finanziell das heutige Niveau halten zu können. Ein Farmteam und eine (noch) grössere Nachwuchsabteilung wären für den SCB heute gar nicht bezahlbar.

    der weg dahin, dürfte mit dem heutigen budget zu machen sein. wenn dann der mäzen tatsächlich aussteigt, hängt wirklich alles von der neuen halle ab.

    aber ziemlich entscheidend: es ändert nichts an der schon bestehenden situation. die organsisation kann auch beim heutigen – sportlichen - gewurstel, nicht ohne mäzen oder neue halle überleben.

    dann doch lieber in schönheit sterben!

    gruess roli c.

    Zitat von Larry

    Der einzige Club, der das erfolgreich praktiziert ist der FC Barcelona.

    Die Latte hängt hoch, aber das müsste das Beispiel sein!

    endlich, larry...! :applaus:

    die lions organisation hätte jetzt schon (fast) alle vorausetzungen um ein erfolgreicher vorzeigeclub zu werden:

    - farmteam
    - grösste juniorenabteilung der schweiz
    - mäzen
    - und in der neuen, reinen eishockeyhalle, ein zuschauerpotential von gegen 10'000 zuschauern pro spiel

    was jetzt noch fehlt ist die umsetzung einer sportlichen vision. eis tiki taki oder so...umsetzung parallel zum stadionneubau!

    was spricht dagegen?

    gruess roli c.

    Zitat von Mitsch 2006

    dass ist richtig, nur:
    dann müsste das nati b team wie auch der zsc das selbe system spielen wie bei den junioren. weiter musst du auch die trainer danach auswählen. da beginnt eben schon die krux: trainer atala und trainer hartley sind welten auseinander mit ihrer philosopie und soviel ich weiss, spielt die juniorenorganisation wieder was anderes wie die zwei aktivteams.

    du kannst es krux nennen, ich nenne es herausforderung. und zwar die herausforderung mit einer durchdachten sportlichen strategie - natürlich über jahre hinweg, sowas geht nicht in 3 monaten - etwas aufzubauen.

    ich sehe im zsc wirklich niemanden, der eine (sportliche) vision hat. jemanden der mit der begeisterung etwas aufbauen will. jemanden der den ganzen club mitreisst. ich sehe nur budgetverwalter und troubleshooter. ob sie nun zahner oder salis heissen. zahner attestiere ich immerhin noch die vision eines eigenen stadions. ich denke, da macht er still und leise im hintergrund einen guten job. aber salis ist für mich kein sportchef, sondern bestenfalls der assistent von frey/zahner und einfach für den sportlichen bereich zuständig. ohne wirkliche kompetenzen. in einer früheren phase war er mal das bindeglied zwischen geschäftsleitung und mannschaft. dabei ist es eigentlich bis heute geblieben, ausser dass er jetzt ab und zu mal einen transfer tätigen darf.

    ich finde es einfach extrem schade, dass niemand das potential dieses clubs ausschöpft bzw. ausschöpfen will: hervorragende juniorenabteilung, das ganze zuschauerpotential, aber auch die finanziellen mittel von walti. die letzten jahre war die ganze organisation nur noch eine emotionslose und sportlich erfolglose geldvernichtungsmaschine.

    sorry, aber das ist perlen vor die säue geworfen!

    gruess roli c.

    au nöd schlecht, interview mit de karin keller-sutter i de hütige nzz am sunntig...

    gruess roli c.

    «Ich stelle eine gewisse Dekadenz fest»

    NZZ am Sonntag: Wie erklären Sie sich die wiederkehrenden Gewalttätigkeiten an Fussballspielen?
    Karin Keller-Sutter: Es ist schwierig, das zu erklären. Diese Menschen randalieren ohne Grund. Ich stelle bei ihnen eine gewisse Dekadenz, eine Wohlstandsverwahrlosung und eine Sinnentleertheit fest. Für sie ist Gewalt eine Freizeitbeschäftigung, ja ein eigentlicher Sport. Im Übrigen richten sie ihre Gewalt gezielt gegen Polizisten, Sportfunktionäre und Politiker. Auch ich erhalte seit Jahren Drohungen und Beschimpfungen, namentlich übers Internet. Das ist sehr beklemmend.

    Wer trägt die Verantwortung dafür?
    Verantwortung tragen natürlich diejenigen, die diese Gewalt anwenden. Man muss aber schon auch sagen: An Fussballspielen sind in den letzten Jahren rechtsfreie Räume entstanden, in denen alles erlaubt scheint.

    Der Fussballverband und die Fussballklubs wollen alles - nur keine Massnahmen, die Fans verärgern und Geld kosten. Teilen Sie diesen Eindruck?
    Ja. Verband und Vereine schrecken noch immer davor zurück, sich mit gewalttätigen Fans anzulegen. Deshalb wehrt sich die Liga ja auch mit allen Mitteln gegen die sogenannten Kombitickets, also gegen die kombinierten Tickets für Anreise und Match, welche die Überwachung der Fans massiv erleichtern würden. Die Polizei hat in den letzten Jahren sehr viel in die Sicherheit von Fussballspielen investiert. Jetzt geht es darum, dass Verband und Klubs auch mitziehen.

    Den Kantonen ist diesen Sommer der Kragen geplatzt: Sie wollen eine Verschärfung des sogenannten Hooligan-Konkordats. Das ist ein Alleingang.
    Man kann es so sehen. Man kann es aber auch anders sehen, nämlich so: Man hat jetzt jahrelang geredet, und man hat jahrelang Erfahrungen mit gewalttätigen Fussballfans gemacht - sehr schlechte Erfahrungen. Jetzt ist es an der Zeit, dass die Kantone aktiv werden.

    Was versprechen Sie sich vom verschärften Konkordat, namentlich von der Bewilligungspflicht für Spiele und den damit verbundenen Auflagen von Kantonen und Städten für Klubs?
    Ziel ist es, die Sicherheit an Fussballspielen gewährleisten zu können - und zwar mit möglichst wenig Polizei. Anders gesagt: Mit dem verschärften Konkordat werden die Klubs mehr in die Pflicht genommen und die Steuerzahler entlastet. Ich bin aber überzeugt, dass mittelfristig auch die Sicherheitskosten der Klubs sinken.

    Sie gelten als Vertreterin der Repression gegen Gewalt an Fussballspielen. Es geht aber nicht ohne Prävention, oder?
    Nein, Prävention braucht es auch. Der Kanton St. Gallen unterstützt zum Beispiel ein Präventionsprojekt des Eishockeyklubs Rapperswil-Jona Lakers. Prävention kann gerade bei jüngeren Fans etwas bewirken. Aber bei vielen gewalttätigen Fussballfans bewirkt Prävention rein gar nichts mehr. Interview: Lukas Häuptli

    nach all dene müehsame hooligan gschichte, wieder mal öppis erfreulichs us de filmwelt:

    bin hüt namittag "The Guard" go luege.

    bitterböse irische humor! herrlichi dialög, weltklassesprüch und en sensationelle brendan gleeson. no besser als im film "Brügge sehen...und sterben?". bi phasewis fasch vom hocker gheit vor lache!

    für mich es filmhighlight vo de letschte jahr! für filmfreaks ein absolutes muss!

    gruess roli

    Zitat von vancouver


    Aber etwas könnte man schon kopieren;
    Weniger Geld in Duchschnittliche CH Spieler investieren (bsp. S.Bühler) und dafür mehr Junge
    von GC integrieren. Das eingesparte Geld in bessere Ausländer investieren.

    absolut richtig!

    und wämer vorher no bestimmt, welli art hockey das mer spille will, dänn holt mer natürlich hauptsächlich usländer, wo i das spielsystem passed und zuekunft no vor sich händ oder mindeschtens zmitzt i dere stönd. bi de schwizer transfer das selbe.

    gruess roli c.

    Zitat von Larry

    AdC ist ein Ausnahmefall, den man nicht (kaum) kopieren kann.

    mer mues au nöd de adc als person oder sis spielsystem kopiere.

    aber e vision zha vo öppisem, die vision klar formuliere, bedingigs- und kompromislos dra glaube und dänn während jahre die sach umsetze, das dörf mer ruhig kopiere! dem seit mer strategie, larry... :winke:

    das chan die erschte 2-3 jahr härt si, wird aber nachher zum erfolgsmodell. und schlechters hockey als die letschte 3 jahr chunt mer i dene 2-3 jahr garantiert nöd vorgsetzt über.

    gruess roli c.

    i de hütige nzz am sunntig häts au no artikel dine mit es paar interessante asätz.

    gruess roli c.

    Biedermann und die Ultras

    An der Gewalt in den Fussballstadien sind nicht nur ein paar wenige schuld, sondern auch die vielen stillen Sympathisanten, sagt ein Experte. Von David Signer

    Randalierer und Hooligans sind nicht einfach Einzeltäter. Sie können ihre Gewalttaten nur begehen in einem Umfeld von Sympathisanten oder zumindest von Leuten, die die Übergriffe tolerieren. Das gilt für die Krawalle vom letzten Wochenende im Zürcher Letzigrund ebenso wie für die Ausschreitungen kurz zuvor am Bellevue und am Central oder für die Gewaltausbrüche des schwarzen Blocks an den 1.-Mai-Kundgebungen.

    Die Fussballvereine haben ein ambivalentes Verhältnis zu den Ultras, den «Hardcore-Fans»: Sie brauchen sie als Stimmungsmacher im Stadion, zugleich wissen sie, dass ihre Begeisterung in Radau umschlagen kann. «Die Ultras werden gehätschelt», sagt Gunter A. Pilz, Professor an der Universität Hannover und Experte für Sport und Gewalt. «Sie bekommen im Stadion mehr Privilegien als VIP.»

    Diese Nachsicht räche sich jetzt. Es sei heuchlerisch, wenn sich die Besucher der Fankurven nun als Opfer ausgäben im Sinne von: «Wir sind alle friedlich, aber leider gibt es da eine gewaltbereite Minderheit, die jedoch nichts mit uns zu tun hat.» Denn genau die Mehrheit dieser Fans hat es bisher verpasst, sich deutlich von den fanatischen Ultras zu distanzieren - wobei die Grenze zwischen Fanatisch und Unfanatisch sowieso fliessend ist.

    Es dürfte nicht allzu schwierig sein, den harten Kern der paar Dutzend Fussballrowdies zu identifizieren; zweifellos sind sie in der Szene bekannt. Aber der Wille fehlt. Sie schwimmen wie Fische im Wasser der Sympathisanten und Mitläufer, können sich in der Fanmasse verstecken. «Die Ultras schaffen eine Atmosphäre, in der Zusammenhalt zu den obersten Werten zählt», so Pilz. Knallpetarden in die gegnerische Fankurve zu werfen oder die Fahnen der Gegner zu erbeuten, sei eine Art territoriale Eroberung im Krieg von «wir» gegen «sie».

    Wer sich gegen die Einigkeit stelle, indem er Randalierer denunziere, gelte als Verräter, nicht nur bei den Tätern, sondern auch im weiteren Umfeld. Interveniere die Polizei, schweisse das die Anhänger eines Klubs oft erst recht zusammen. Auch die Nichtbeteiligten stehen dann unter Druck, Solidarität zu demonstrieren, so Pilz. Ganz nach dem Motto «Wer nicht für mich ist, ist gegen mich». Die Position des Aussenstehenden oder Gemässigten existiert für diese Extrem-Fans nicht.

    Klassische Repression hält Professor Pilz für wenig hilfreich. Was sich hingegen bewährt hat, sind polizeiliche Konfliktvermittler in Zivil, die mitten in der Fankurve, dabei sind. Zeichnet sich eine Eskalation ab, machen sie die Teilnehmer unmissverständlich darauf aufmerksam, dass die Übergriffe beendet werden müssen, andernfalls werde die Polizei in zwei Minuten hart durchgreifen. Die Methode wirkt, insbesondere, weil sich in diesem Moment die Unbeteiligten meist klar von den Extremisten distanzieren. Im Nachhinein kann dann auch niemand die Schuld auf andere abschieben, behaupten, man sei überrumpelt worden oder die Intervention sei unverhältnismässig gewesen. Man war gewarnt.

    Die Schweiz, so Pilz, befinde sich heute in Sachen Fussballgewalt dort, wo Deutschland und andere europäische Länder, die das Problem heute mehr oder weniger im Griff haben, vor einigen Jahren gestanden hätten. Deren Erfahrungen hätten gezeigt, dass man an die Ultras nicht immer mehr Konzessionen machen dürfe, ohne im Gegenzug auch etwas zu verlangen. «Vielerorts herrscht die Ansicht vor, man müsse ihnen einfach alles geben, dann seien sie ruhig», meint Gunter A. Pilz. Das Gegenteil sei wahr: Gibt man ihnen den kleinen Finger, wollen sie die ganze Hand. Und habe man - zum Beispiel Stehplätze - erst einmal gegeben, sei es schwierig, dann noch etwas zu verlangen oder wieder einen Schritt zurück zu machen.

    «Es ist ein Tausch. Wollen sie Stehplätze in der Fankurve, dann müssen sie sich mitverantwortlich zeigen, wenn es um Ausschreitungen geht. Und die Vereine sollten nicht nur jeweils im Nachhinein reagieren, sondern aktiv vorausgehen. «Das passierte bisher nicht», meint Pilz. Denn die Klubs fürchten sich davor, ihre begeistertsten Unterstützer zu vergraulen. Sie befinden sich in einem Loyalitätskonflikt. In der Gratwanderung zwischen Ermahnungen und Verharmlosung riskieren sie, erpressbar zu werden. Nicht selten üben die Ultras massiven Druck nicht nur auf die «gemässigten» Fans, sondern auch auf die Klubs aus. Die Fans werden zur Geisel einer aggressiven Minderheit. Sie lassen sich allerdings - als Mitläufer, als tolerierende Schweiger, als Gaffer - auch dazu machen.

    Es wäre einfach, wenn die Polizei ein paar Rädelsführer isolieren, identifizieren und verhaften könnte. Aber offenbar ist es nicht so einfach. Weil es eine Fan(un)kultur gibt, die erst den Nährboden bildet für die giftigen Gewächse, die zuletzt das ganze System Fussball in Mitleidenschaft ziehen.