Zitat von Draft
übrigens: Isch de Match nöd übertreit worde, dass kei Kommentär zu dem Spiel nahzläse sind?
da no en (fach-)kommentar, nzz am sunntig, (bemerkig über de zürcher ahang findi no cool):
Noch sechsmal schlafen, dann ist Play-off
Die ZSC Lions gewinnen in Langnau nach dem Penaltyschiessen 4:3
Selten ist die Überlänge der Qualifikation derart offensichtlich wie in den letzten Runden. Es warten Spieler und Fans.
Daniel Germann, Langnau i. E.
Die Stadionsprecherin der SCL Tigers fasste am Rande des letzten Qualifikationsspiels in der Ilfis-Halle gegen die ZSC Lions die Gedanken in Worte, welche die Spieler auf dem Eis und das Publikum auf den Tribünen umtreiben: Sie informierte in den beiden Drittelspausen eingehend und umfassend über die Aktivitäten, die in Langnau für die bevorstehenden Play-offs geplant sind. Mittlerweile hat auch der letzte Emmentaler begriffen, dass in diesem Frühling auch die Tigers erstmals zum erlauchten Kreis der acht Titelaspiranten gehören. Die Vorfreude ist greifbar. Der Geschäftsführer Ruedi Zesiger versucht mit innovativen Ideen die Spielerprämien zu refinanzieren, mit denen im Emmental niemand gerechnet hat und die deshalb in keinem Etat vorgesehen sind. Für 100 Franken konnte jedermann seinen Namen auf den Play-off-Dresses verewigen lassen. Die Aktion, sagt Zesiger, sei ein voller Erfolg. Konkrete Zahlen folgen.
Langnau, so viel ist klar, ist im Play-off-Fieber. Ob der Gegner ab nächsten Samstag nun Bern oder doch eher Zug heisst, ist weiterhin ungeklärt und im Prinzip auch nebensächlich. Die Ilfis-Halle wird so oder so ausverkauft sein. Entsprechend wenig vermögen die letzten Qualifikationsrunden die Seelen noch zu erwärmen. Das Spiel gegen die ZSC Lions hatte ausschliesslich Vollzugscharakter und war gemessen daran mit 5417 Zuschauer noch überraschend gut besetzt. Dazu beigetragen hat auch der Zürcher Anhang, der offensichtlich standfester ist als das Team auf dem Eis. Das Transparent «50 Spiele sind 6 zu viel», das in einem raren Konsens zum gemeinsamen Mantra der Fans in allen Nationalliga-A-Stadien geworden ist, begleitete die Lions-Fans bis ins Emmental. Nie war es aktueller als in diesen Tagen.
So müssen mangels Spannung Nebenschauplätze zur Belebung von Spannung und Interesse herhalten: Etwa das erste Duell zwischen Vater und Sohn Gustafsson, die sich bis zum gestrigen Abend noch nie in einem Spiel gegenübergestanden haben. Oder die Spekulation über die Verletzung von Mathias Seger, die den Nationalverteidiger schon im ersten Drittel zur Aufgabe zwang. «Nicht schlimm», sagte Seger und wollte partout nicht preisgeben, welcher Art die Blessur ist. Auch das gehört zur (Vor-)Play-off-Zeit.
Ach ja: Die Lions gewannen den unterhaltsamen Match, der allerdings von zahllosen Fehlern geprägt war, nach einem 3:3 nach 65 Minuten im Penaltyschiessen. Gustafsson junior scheiterte mit seinem Penalty unter anderen und verdarb damit die Dramaturgie des Abends. Wirklich gekümmert hat es aber wohl weder ihn noch den treuen Langnauer Anhang, der sein Team trotzdem feierte. Noch sechsmal schlafen, dann ist Play-off. Endlich.