Noch ein Einblick beim EHC Biel und zu Ihrer Ausländersituation:
Der neue EHCB-Import im Portrait
Die Schnelligkeit und sein defensives Gewissen sind seine grossen Stärken
Der EHC Biel hat eine tolle erste Saisonhälfte abgeliefert und steht derzeit auf dem zweiten Platz der National League. Die Seeländer haben sich Anfang Dezember mit Riley Sheahan verstärkt. Diese Ergänzung ergibt durchaus Sinn.
Die Seeländer haben mit Harri Säteri einen ausländischen Schlussmann im Kader. Jedes Mal, wenn der Finne nicht im Einsatz stand, spielten die Bieler also nur mit fünf statt sechs Import-Spielern. Mit der Verpflichtung von Riley Sheahan veränderte sich diese Situation.
In den ersten beiden Partien klappte dieser Plan allerdings nur bedingt. Bei der 1:3-Niederlage in Langnau starteten die Seeländer zwar mit sechs Import-Spielern, mussten aber ab der 27. Minute auf Harri Säteri verzichten. Am darauffolgenden Tag beim Heimsieg gegen den HC Ajoie fehlte neben Alexander Yakovenko und Harri Säteri auch noch Viktor Lööv. Wir werden sehen, ob sich die beiden Verteidiger bis zum Heimspiel gegen den HC Davos erholt haben. Säteri muss allerdings noch bis Ende Jahr pausieren. Riley Sheahan wird also in den nächsten drei Spielen sicherlich zum Einsatz kommen.
Der Stürmer ist in der kanadischen Provinz Ontario zur Welt gekommen und machte da auch seine ersten Schritte im Eishockey. Auf die Saison 2009/10 hin wechselte Sheahan in die NCAA zu der University of Notre Dame. Das Trikot der "Fighting Irish" trug er während drei Jahren. Er wusste mit seinen Leistungen zu überzeugen und wurde im Sommer 2010 im NHL-Entry-Darft an 21. Stelle von den Detroit Red Wings gezogen.
Die ansehnliche NHL-Karriere in sieben verschiedenen Teams
Nachdem seine letzte Saison in der NCAA zu Ende war, kam Sheahan bereits zum ersten Einsatz in der NHL. Wer aber einen steilen Aufstieg erwartete, lag falsch. Der Kanadier musste sich durch die Mühlen der AHL kämpfen, bevor er in der Saison 2013/14 regelmässig Eiszeit in der NHL erhielt. Damals kam er auf 42 Spiele, neun Tore und 15 Assists.
Ab der Saison 2014/15 gehörte Riley Sheahan dann fix zum Team der Detroit Red Wings und daran änderte sich auch bis zur Spielzeit 2017/18 nichts. Dann folgte die Zeit der Trades und Clubwechsel. Zwischen 2017 und 2022 spielte Sheahan für die Deroit Red Wings, die Pittsburgh Penguins, die Florida Panthers, die Edmonton Oilers, die Buffalo Sabres und die Seattle Kraken. Er erzielte übrigens das erste Franchise-Tor der Seattle Kraken.
Alles in allem kann Sheahan auf eine tolle NHL-Karriere zurückblicken. Er kam in 670 Spielen zum Einsatz und sammelte 201 Scorerpunkte. Hauptsächlich wurde er in defensiv ausgerichteten Linien eingesetzt, weshalb sich seine Anzahl Scorerpunkte durchaus ansehen lässt.
Ein NHL-Star erzählte Sheahan nur Gutes über Biel
In Edmonton spielte er auch mit dem Bieler Captain Gaëtan Haas zusammen: "Über Gaëtan kann ich beispielsweise nur Gutes sagen, er ist wirklich ein guter Typ und Spieler. Dass er hier spielt und der Captain des Teams ist, hat mich sicher auch dazu bewogen, in Biel zu unterschreiben", wurde Sheahan zuletzt in einem Interview auf ehcb.ch zitiert.
Der Bieler Captain war aber nicht der einzige Spieler, der ihn zu einem Wechsel nach Biel bewogen hat. Auch Patrick Kane kennt Sheahan gut, weil er im Sommer oft mit dem Top-Spieler der Chicago Blackhawks trainiert. "Mir war gar nicht bewusst, dass er während des Lockouts (2012/13) in Biel gespielt hat. Als ich mich dann mit dem Wechsel nach Biel beschäftigt habe, bin ich auf ihn zugegangen. Er hat nur Gutes über den Club und die Stadt gesagt. Biel sei sehr familienfreundlich, was natürlich für uns mit unserem kleinen Sohn sehr wichtig war. Er hatte offensichtlich richtig Spass, hier Eishockey zu spielen", erklärte Sheahan im gleichen Interview.
Was darf der EHC Biel von Riley Sheahan erwarten?
Wie bereits erwähnt, spielte der 31-jährige Kanadier in der NHL oft in Linien, die eher defensiv ausgerichtet waren. Die zweifelsohne vorhandenen Defensivqualitäten von Riley Sheahan sind auch im Seeland gefragt. In den ersten beiden Spielen für die Bieler war der Stürmer Center der vierten Linie um Luca Hischier und Etienne Froidevaux. Insgesamt stand er etwas mehr als 29 Minuten auf dem Eis, davon schon fast sieben Minuten in Unterzahl.
Neben den Defensiv-Fähigkeiten stechen bei Sheahan die Schnelligkeit und die gute Passqualität heraus. Er konnte sich in den ersten beiden Spielen die eine oder andere Chance kreieren, doch ihm fehlte noch etwas das Abschlussglück. Weiter gewann er die Mehrzahl der Bullys, was EHCB-Coach Antti Törmänen auch freuen dürfte, gehören die Bieler doch in der Face-off-Statistik meist nicht zu den besten Teams.
Der EHCB darf also einen defensiv starken Stürmer erwarten, der auch ab und zu etwas zur Offensive beitragen wird.
01:49
Video So schwärmt Nati-Trainer Fischer von Hughes
Aus Sport-Clip vom 14.12.2022.