Bin hier gleicher Meinung, an der Basis hat es zu wenig "gute" Trainer und in extrem vielen Vereinen natürlich die "Vetternwirtschaft" nicht zu unterschätzen.
Ich bin da bei Thomi, wir holen für unsere Verhältnisse eigentlich sehr viel heraus, aber klar, es geht immer besser.
Das frühe Aus an der Eishockey-WM hat seine Gründe
Um die Zukunft zu sichern, sollte man an der Basis noch qualifiziertere Trainer einsetzen
Die Eishockey-Weltmeisterschaft der U20-Junioren ist für die Schweiz seit längerem vorbei, bereits im Viertelfinale war für die Schweiz Endstation. Was muss man in Zukunft ändern, damit man die Junioren "besser" machen kann? Wir haben Eishockey-Experte Thomas Roost auf dieses Thema angesprochen.
Zu wenig Qualität auf und neben dem Eis
Im Viertelfinale gegen Kanada zu scheitern, ist an sich kein Problem. Doch der Weg dahin offenbarte so einiges. In der Gruppenphase konnte Schweizer U20-Nationalmannschaft nur ein Spiel gewinnen, gegen Österreich ging man mit 3:2 als Sieger vom Eis. "Ich bin enttäuscht, denn ich habe geglaubt, dass unsere fast komplette U20-Auswahl kompetitiv sein wird", meinte Thomas Roost. Er begründet seine Antwort mit den fehlenden Top-Spielern bei den Gegnern. Die deutsche Auswahl musste auf ihre sechs besten Spieler verzichten und auch bei den Österreichern fehlten zwei wichtige Akteure im Kader.
Der Eishockey-Experte hätte erwartet, dass die Schweiz diese Partien mehr oder weniger sicher nach Hause bringt. "Weit gefehlt: Gegen Deutschland haben wir (die Schweiz) verdient verloren und gegen Österreich waren wir (die Schweiz) nur minimal besser." An dieser Junioren-WM wurde den Verantwortlichen von Swiss Ice Hockey vor Augen geführt, dass bei der U20-Mannschaft zu wenig Qualität auf dem Eis stand. Wo kann man nun ansetzen, um sie besser zu machen? Simon Knak, Dario Allenspach, Joshua Fahrni, Attilio Biasca und Fabian Ritzmann waren die auffälligsten Spieler an der WM und konnte überzeugen. Ausser Biasca sind das alles Spieler, die auch in der National League bereits ihre Einsatzminuten sammeln durften.
Müssen die National-League-Teams ihren Nachwuchs früher in den Profibetrieb nehmen?
"Nein, das glaube ich nicht", so Roost, "Bei Kanada und den USA spielen auch fast alles Talente, die noch rein gar keine Profi-Liga-Erfahrung haben." Es fehle an der individuellen Qualität der Spieler. Vielmehr sollte man an der Basis einige Verbesserungen vornehmen. "Ca. 80 % unserer Junioren werden von nur beschränkt qualifizierten Trainern ausgebildet", meinte Thomas Roost. Er möchte diese Trainer auf keinen Fall schlecht Reden und betonte, dass er grössten Respekt vor diesen Trainern hat, welche mit unglaublichem Aufwand die Junioren betreuen. Doch gleich weil sie so einen grossen Einsatz leisten und zu wenig Ertrag herausspringt, sollten die Kids von den Besten der Besten aus- und weitergebildet werden.
Fokus auf den Puck-Skills
Bei den jüngsten Junioren sollte man gemäss dem NHL-Scout vermehrt den Fokus auf die Puck-Skills legen. Scheibenkontrolle, Moves, Dekes, Puckmanagement, Pass und Schussqualität. Auch das Eishockeyspielen auf engstem Raum mit wenig Zeit soll bereits in jungen Jahren trainiert werden. Zum Schluss sollen die Ausbildner die Priorität nicht auf dem Resultat haben, sondern darauf, jeden Spieler individuell besser zu machen und qualitativ zu stärken.
Nach dieser Weltmeisterschaft steht bereits wieder die nächste vor der Tür. Ende Dezember findet die WM 2023 statt. Das Ausscheiden im Viertelfinale soll nichts für die nächsten World Juniors bedeuten. "Unsere beste Linie an dieser U20-WM mit Knak, Allenspach und Fahrni wird im Dezember nicht mehr teilnehmen können und ich befürchte, dass wir damit im Dezember eventuell noch ein wenig schwächer besetzt sein werden", meinte Roost.