117 Spiele stehen in der Regular Season aus
Ein Blick aufs Restprogramm freut die SCRJ Lakers und die ZSC Lions
Nachdem in der National League seit der Festtagspause der Spielbetrieb bis auf wenige Ausnahmen komplett still stand, soll es nun endlich wieder zur Sache gehen. Mittlerweile geht es Schritt für Schritt in Richtung entscheidende Qualifikationsphase. Wir blicken bereits jetzt ein erstes Mal voraus aufs Restprogramm.
117 Spiele to go
Fünf Partien wurden in der National League seit dem Jahreswechsel ausgetragen, ursprünglich wären natürlich deutlich mehr geplant gewesen. Die Corona-Fälle haben sich schon vor den Weihnachten gehäuft, nach dem Jahreswechsel sass zwischenzeitlich die Mehrheit der Clubs in Corona-Quarantäne. Mittlerweile kehren immer mehr Mannschaften zurück aufs Eis und so steht ganz viel National-League-Action in den nächsten Tagen bevor. Von Dienstag bis Dienstag wird an allen Tagen mit Ausnahme des Donnerstags gespielt. 22 Matches stehen zumindest aktuell auf dem Programm, zudem sind es weiterhin 13 Spiele, die noch neu angesetzt werden sollen.
Schon vor den Olympischen Spielen stehen in der National League die ersten Vorentscheidungen im Kampf um die Playoff-Ränge an. In den kommenden Wochen wird sich zeigen, ob die bisherigen Tendenzen bestehen bleiben oder ob sich nochmals ein Umsturz in der Tabelle abzeichnen wird. 117 Partien stehen in der diesjährigen Qualifikation noch aus, doch derzeit scheint nicht ganz sicher, ob überhaupt alle Partien ausgetragen werden können. Die Tabelle wurde deshalb bereits vorgängig nach dem System «Points per games played» sortiert. Kann der Spielbetrieb in den kommenden Tagen aber wie geplant wieder hochgefahren werden, dürfte es gelingen noch alle ausstehenden Partien auszutragen.
Das Überraschungsteam mit sehr guten Karten
Für die folgende Tabelle sind wir davon ausgegangen, dass alle noch ausstehenden 117 Partien ausgetragen werden. Es wurde der durchschnittliche Tabellenrang der noch ausstehenden Gegner ausgerechnet. Je höher der Wert ist, desto einfacher gestaltet sich zumindest auf dem Papier das Restprogramm.
| Teams | Rang | ausstehende
Spiele | Ø-Rang der Gegner |
| SC Rapperswil-Jona Lakers | 3 | 17 | 8.24 |
| EV Zug | 2 | 20 | 7.45 |
| HC Fribourg-Gottéron | 1 | 18 | 7.39 |
| SC Bern | 9 | 19 | 7.32 |
| Lausanne HC | 8 | 19 | 7.32 |
| Genève-Servette HC | 10 | 19 | 7.26 |
| SCL Tigers | 12 | 17 | 6.94 |
| ZSC Lions | 6 | 17 | 6.82 |
| HC Davos | 5 | 18 | 6.78 |
| EHC Biel-Bienne | 4 | 17 | 6.53 |
| HC Ajoie | 13 | 18 | 6.44 |
| HC Lugano | 7 | 18 | 6.33 |
| HC Ambri-Piotta | 11 | 17 | 5.76 |
Erfreuliches ergibt diese Analyse für die bisherige Überraschungsmannschaft aus Rapperswil-Jona. Die Lakers müssen beispielsweise nicht mehr gegen Meister Zug antreten und haben so bei noch 17 ausstehenden Spielen das vermeintlich einfachste Schlussprogramm. Dahinter folgen die beiden Spitzenteams aus Zug und Fribourg. Ein deutlich schwierigeres Programm bis zu den Playoffs steht den restlichen drei Teams aus der oberen Tabellenhälfte bevor. Durchschnittlich 1.71 Ränge besser klassiert sind die Gegner des EHC Biel im Vergleich zu den SCRJ Lakers. Ähnlich sieht es für die ZSC Lions und den HC Davos aus.
Die Einführung des Punktequotienten stellt für die vorderen Teams bekanntlich einen Vorteil dar, sollte die Regular Season nicht komplett zu Ende gespielt werden. Doch selbst wenn die restlichen Runden ausgetragen werden, spricht zumindest vieles dafür, dass die SC Rapperswil-Jona Lakers sich überraschend einen direkten Playoff-Startplatz sichern.
Sind die Ränge bereits bezogen?
Von den vier Teams auf den derzeitigen Pre-Playoff-Rängen sticht der HC Lugano heraus. Die Bianconeri haben das zweitschwierigste Restprogramm der Liga. Unter anderem müssen die Luganesi noch drei Mal gegen den Meister aus Zug antreten. Das dürfte eine Aufholjagd des Siebten weiter erschweren, was eine gute Nachricht für die ZSC Lions ist. Sehr ähnlich gestaltet sich das Restprogramm für Bern, Genève-Servette und Lausanne. Will eines dieser Teams aber noch die direkte Qualifikation zu den Playoffs schaffen, müssten sie mit einem nur ein wenig leichteren Schlussprogramm zumindest noch die Lions abfangen. Für den Zett, der als derzeitiger Sechste der grösste Wackelkandidat in der oberen Hälfte ist, spricht zusätzlich, dass sie gegen das eben genannte Trio nur noch je eine Partie austragen muss.
Dann wären da noch die Kellerteams, die zumindest noch die Ambitionen haben, ihre Saison dank einer Teilnahme an den Pre-Playoffs zu verlängern. Im Mittelfeld des Schwierigkeitsgrads des Restprogramms liegt der Spielplan der SCL Tigers, die aber doch schon einen beträchtlichen Rückstand aufweisen. Letzteres gilt auch für Aufsteiger Ajoie. Die realistischste Chance noch über den unteren Strich zu klettern hätte der HC Ambri-Piotta, doch auf die Biancoblù wartet das schwierigste Restprogramm der gesamten Liga.
So lässt sich abschliessend festhalten, dass der Blick aufs Restprogramm selbst zu einem so frühen Zeitpunkt darauf hindeutet, dass ein ganz grosser Umbruch in der Tabelle selbst dann ausbleibt, wenn noch alle 117 ausstehenden Partien gespielt werden. Noch unwahrscheinlich wird eine mögliche Verschiebung an beiden Strichen, sollten einige Partien am Ende gar abgesagt werden. Doch ganz so einfach ist es dann doch nicht, am Ende liegt die Wahrheit auf dem Eis und man darf durchaus gespannt sein auf die kommenden Wochen und Monate.