Alles anzeigenTrennung vollzogen: Die National League kapselt sich von Swiss Ice Hockey ab
Die Klubs der National League gründen eine eigene AG. Für den Verband Swiss Ice Hockey wird die Abspaltung finanzielle Konsequenzen haben.
Daniel Germann (NZZ)
Vor Wochen wurde der Schritt angekündigt, nun ist er vollzogen: Die Eishockey-National-League trennt sich vom Verband. Per 16. Juli ist im Handelsregister die National League AG eingetragen worden. Das Aktienkapital beträgt 120000 Franken und wird zu gleichen Teilen von den zwölf aktuellen National-League-Klubs gehalten. Als Präsident des Verwaltungsrats ist Matthias Berner eingetragen. Der ehemalige CEO des EHC Kloten war im Frühjahr aus dem VR des Verbandes zurückgetreten.
Unter dem Zweck ist im Handelsregister aufgeführt: «Die Gesellschaft bezweckt die Förderung und Entwicklung des auf höchster Ebene professionell ausgeübten Eishockey-Sports in der Schweiz. Sie ist Mitglied der Swiss Ice Hockey Federation (SIHF).» Damit verhindert die Liga den Bruch mit dem Verband und verhindert eine offene Konfrontation, wie ihn die Deutsche Eishockey-Liga bei ihrer Gründung Anfang der 1990er Jahre mit dem deutschen Eishockey-Bund eingegangen ist.
Trotzdem ist die AG-Gründung für die Liga ein wichtiger Schritt in die Unabhängigkeit. Sie beendet die Strukturreform des ehemaligen Verbandspräsidenten Philippe Gaydoul und schafft den rechtlichen Spielraum der Liga zu tiefgreifenden Reformen, die im Raum stehen. Angedacht sind nicht nur die Einführung einer Lohnluxussteuer und die Erhöhung oder vollständige Aufhebung der Ausländerbeschränkung, sondern auch die Abschaffung des Auf- und Abstiegs nach rein sportlichen Kriterien. Diese Themen diskutieren die zwölf Klubs am kommenden Donnerstag und Freitag an einer Klausur.
Die formaljuristische Trennung der Liga vom Verband hat aber auch für Swiss Ice Hockey einschneidende Konsequenzen. Künftig wird der Verband die Testspiele der Nationalmannschaft selber und nicht mehr im Paket mit den Meisterschaftspartien ausschreiben müssen. Weil die Rechte der WM-Partien bei der Agentur Infront liegen, dürfte der Verband massive Einnahmeeinbussen gewärtigen. Derzeit partizipiert er mit 6,7 Millionen Franken am laufenden TV-Vertrag.
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Mein Senf: Find ich gut!
Mein Senf: Bin (noch?) nicht begeistert. Da will ich zuerst sehen, was die Liga dann aus ihrer gewonnen "Freiheit" macht.
Bei Vielem kann ich lobend nicken, bei der Aufhebung der Ausländerbeschränkung würde bei mir der Spass aber aufhören.