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    4:2-Sieg gegen ServetteDer ZSC macht mit dem Meister kurzen Prozess

    Nach 12 Minuten und zwei Toren von Derek Grant ist das Spiel bereits entschieden. Am Ende feiern die Lions den fünften Erfolg in Serie.

    Angelo Rocchinotti

    Publiziert: 02.12.2023, 23:09


    Erst 12 Minuten sind gespielt: Denis Malgin, Sven Andrighetto, Patrick Geering und Rudolfs Balcers feiern den dritten Zürcher Treffer.

    Erst 12 Minuten sind gespielt: Denis Malgin, Sven Andrighetto, Patrick Geering und Rudolfs Balcers feiern den dritten Zürcher Treffer.

    Foto: Martin Meienberger (Freshfocus)

    Da nehmen die Genfer die 300 Kilometer nach Zürich unter die Räder, sitzen vier Stunden lang im Bus, nur um sich dann vom Gegner vorführen zu lassen. Nach knapp 12 Minuten ist die Partie im Prinzip bereits gelaufen. Trainer Jan Cadieux steht der Frust ins Gesicht geschrieben. Der 43-Jährige gibt ein paar Kraftausdrücke von sich und ersetzt dann den unglücklich agierenden Robert Mayer durch Gauthier Descloux.

    0:3 liegt der Meister zu diesem Zeitpunkt bereits zurück. Der Nationaltorhüter, der schon am Freitag bei der 0:2-Niederlage gegen die SCL Tigers keine gute Figur abgab, muss drei der sieben Zürcher Schüsse passieren lassen. Beim zweiten Gegentreffer verspekuliert sich der 34-Jährige. Nachdem Teamkollege Tim Berni an der gegnerischen blauen Linie im Duell mit Vinzenz Rohrer die Scheibe verliert, verlässt Mayer sein Gehäuse, stürmt Rohrer entgegen und grätscht den Puck weg. Doch dieser landet bei Derek Grant, der die Scheibe nur noch im leeren Tor unterbringen muss.

    Der Meister findet nicht aus der Krise

    An Mayer alleine liegt es freilich nicht. Zu harmlos und fehlerhaft agieren die Genfer. Grant, der zum fünften Mal in Folge skort, ist auch für das 1:0 besorgt. Rohrer glänzt abermals als Vorbereiter. Klasse, wie sich der Österreicher mit Schweizer Lizenz an der Bande gegen den Genfer Topskorer Sami Vatanen durchzusetzen vermag.

    ZSC Lions – Servette 4:2 (3:0, 1:0, 0:2)

    Zuschauer: 10’861

    Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen die ZSC Lions. 5-mal 2 Minuten gegen Servette.

    Tore: 3. Grant (Rohrer, Ustinkov) 1:0. 10. Grant (Rohrer) 2:0. 12. Balcers (Malgin) 3:0. 29. Malgin (Kukan / Ausschlüsse Jacquemet, Völlmin) 4:0. 57. Hartikainen (Ausschluss Lammikko) 4.1. 59. Rod (Vatanen, Berni) 4:2.

    ZSC Lions: Hrubec; Weber, Lehtonen; Kukan, Geering; Trutmann, Marti; Ustinkov; Frödén, Lammikko, Hollenstein; Andrighetto, Malgin, Balcers; Rohrer, Grant, Zehnder; Sigrist, Baechler, Riedi; Schäppi.

    Bemerkungen: ZSC Lions ohne Harrington (verletzt), Phil Baltisberger, Chris Baltisberger und Bodenmann (alle überzählig).

    Spannung kommt in der Swiss-Life-Arena nicht mehr auf. Die Zürcher erhöhen im zweiten Abschnitt in doppelter Überzahl auf 4:0. Erst dreieinhalb Minuten vor Schluss muss sich ZSC-Keeper Simon Hrubec ein erstes Mal geschlagen geben. Doch Teemu Hartikainen mag seinen Treffer nicht einmal mehr bejubeln. Am Ende gewinnen die Zürcher 4:2. Es ist der fünfte Erfolg en suite für die Equipe von Marc Crawford. Ganz anders Servette:

    Noch im Frühjahr schafften die Grenats Historisches, feierten im Playoff-Final gegen Biel ihren ersten Meistertitel in der 118-jährigen Clubgeschichte. Das Team ist weitgehend zusammengeblieben. Von den Leistungsträgern haben einzig Henrik Tömmernes und Linus Omark die Mannschaft verlassen. Während Genf in der Champions Hockey League brilliert und sich vorige Woche für die Viertelfinals qualifizieren konnte, findet das Team in der Meisterschaft den Tritt weiterhin nicht.

    «Zahner prägte den Sport, wie kein anderer»

    Die Niederlage in Altstetten ist die vierte in Folge. In der Tabelle belegt die Truppe von Jan Cadieux, der zu den drei Nominierten für die Auszeichnung als Trainer des Jahres bei den Sports Awards gehört, bloss den 10. Rang.

    Für den Leader ZSC ist es ein rundum gelungener Abend. Vor dem Spiel wird dem Geschäftsführer Peter Zahner von Regierungspräsident und Sportminister Mario Fehr der Sportpreis des Kantons Zürich überreicht. «Keiner hat den Eishockeysport in der Region Zürich und der Schweiz über so viele Jahre geprägt wie Peter Zahner», so Fehr in seiner Laudatio.

    Regierungspräsident und Sportminister Mario Fehr überreicht ZSC-CEO Peter Zahner einen Scheck über 20’000 Franken. Der Betrag kommt dem Nachwuchs der Lions zugute.

    Regierungspräsident und Sportminister Mario Fehr überreicht ZSC-CEO Peter Zahner einen Scheck über 20’000 Franken. Der Betrag kommt dem Nachwuchs der Lions zugute.

    Herrlich, entweder genial gut oder genial gut erfunden. Nein echt, grossartig! :rofl:

    Nicht rentabel... uff...

    "Doch die Zürcher tun sich als Hallenbetreiber schwer, genügend andere grössere Events in die Swiss-Life-Arena zu locken. Zudem haben sie noch nicht alle Büroflächen vermietet." Hätte nicht gedacht, dass man darauf angewiesen ist um rentabel zu werden.

    Vielleicht kann man ja bei der Kosumation noch was rausholen, ist ja derzeit recht günstig umsomehr angesichts des tollen Angebots im Stadion. :shock:

    Preisgekrönter ZSC-StrategeNach einer 30-sekündigen Liftfahrt wusste er: Es kommt gut

    Peter Zahner schaffte es mit diplomatischem Geschick, die Swiss-Life-Arena durchzuboxen. Nun erhält der ZSC-CEO den Zürcher Sportpreis. Doch den 62-Jährigen plagen neue Sorgen.

    Simon Graf

    Simon Graf

    Publiziert heute um 16:00 Uhr


    Den Löwen im Nacken: Peter Zahner in der Swiss-Life-Arena.

    Den Löwen im Nacken: Peter Zahner in der Swiss-Life-Arena.

    Foto: Sabina Bobst

    In Zürich werden Aargauer gerne belächelt. Doch es brauchte einen Aargauer, damit in der Limmatstadt endlich ein grosses Stadionprojekt realisiert werden konnte: Peter Zahner, in Aarau aufgewachsen beim Stadion Brügglifeld und der Kunsteisbahn. «In der Provinz», wie er selber sagt.

    Schon als kleiner Junge schielte Zahner nach Zürich. Im Fussball war er FCZ- oder GC-Fan, je nachdem, wer gerade das schönere Leibchen hatte. Im Eishockey verfolgte er die grossen Clubs und den Spengler-Cup aus der Ferne. Dass er dereinst eine solche Karriere im Schweizer Eishockey machen würde, hätte er sich nie erträumen lassen, sagt der 62-Jährige beim Gespräch in seinem Büro im fünften Stock der Arena. Durch ein Bullauge kann er aufs Eis herabschauen. Es trainieren gerade Eiskunstläuferinnen.

    20’000 Franken Preissumme – für den Nachwuchs

    Durch eine glückliche Fügung des Schicksals wurde er einst mit 27 Trainer der Elite-Junioren des EHC Kloten in der damals besten Nachwuchsorganisation des Landes. Später wirkte er 15 Jahre als Verbandsdirektor und dirigierte das Schweizer Eishockey mit Nationalcoach Ralph Krueger nach vorne, seit dem 1. Dezember 2007 ist er Geschäftsführer der ZSC Lions. Die Realisierung der Swiss-Life-Arena ist sein wohl grösster Erfolg. Am Samstag wird er mit dem «Sportpreis des Kantons Zürich» gewürdigt. Die Preissumme von 20’000 Franken kommt dem ZSC-Nachwuchs zugute.

    Ein Prunkstück: Am 18. Oktober 2022 eröffneten die ZSC Lions die Swiss-Life-Arena mit dem Spiel gegen Fribourg.

    Ein Prunkstück: Am 18. Oktober 2022 eröffneten die ZSC Lions die Swiss-Life-Arena mit dem Spiel gegen Fribourg.

    Foto: Ennio Leanza (Keystone)

    «In Zürich gelte ich als Aargauer, im Aargau als Zürcher», sagte Zahner einmal schmunzelnd gegenüber der «Aargauer Zeitung». Er fühle sich aber immer noch als Aargauer und erfülle auch ein Klischee: «Der Aargauer ist sicher nicht laut, vor allem nicht im Vergleich zu den Zürchern.» Auch er sei kein Polterer, sondern meist eher zurückhaltend. Was ein anderes Aargauer Klischee betrifft: Weisse Socken trägt er nicht oder höchstens beim Sport.

    Zitat

    «Ich war in keiner Partei und in keiner Zunft. Dass ich aus dem Aargau stammte, war ein Vorteil.»

    Peter Zahner

    Bei den ZSC Lions merkte Zahner schnell, dass es kein Nachteil war, dass er von aussen kam. Im Gegenteil. Als er 2010 die Nachwuchsabteilungen von ZSC und GC zusammenführte, war er für beide Seiten unverdächtig. Und im 14-monatigen politischen Prozess im Hinblick auf die Stadionabstimmung im Zürcher Gemeinderat vom 15. Juni 2016, in dem er sich mit über 80 Gemeinderätinnen und Gemeinderäten traf, liess er sich politisch nicht verorten. «Ich war in keiner Partei und kam nicht aus einer Zürcher Szene, war nicht in einer Zunft. Dass ich aus dem Aargau stammte, war ein Vorteil.»

    Zahner war als Missionar in Sachen Stadion unterwegs und traf während Monaten praktisch täglich eine Politikerin oder einen Politiker. Manchmal sogar zwei oder drei an einem Tag. «Ich lernte die Stadt Zürich besser kennen, entdeckte Restaurants, die ich nicht gekannt hatte, oder Säle. Ich führte auch viele Gespräche in Serviceclubs wie dem Rotary Club, dem Kiwanis oder dem Lions Club.»

    Weiss Zahner nach all diesen Debatten, wer in Zürich das Sagen hat? Er überlegt kurz. «Auf die Schnelle würde ich sagen: Nein. Aber ich erhielt spannende Einblicke in die Zürcher Politik. Die Linke hat hier ja traditionell die Macht, die Bürgerlichen sind in der Minderheit. Davor hatte ich Respekt. Ich verbrachte die meiste Zeit nicht mit den Befürwortern, sondern mit den Kritikern. Es ging mir nicht primär darum, sie umzustimmen. Sondern darum, ihnen unser Projekt glaubwürdig darzulegen, damit sie nicht zu viel Opposition machten und so andere negativ beeinflussten.»

    Der AL-Mann, der ihn beeindruckte

    Eine Begegnung ist ihm besonders geblieben: jene mit Niklaus Scherr, dem Strategen der Alternativen Liste und bis 2017 im Zürcher Gemeinderat. Zahner erzählt: «Mich warnten alle vor Scherr, aber schon im ersten Gespräch imponierte er mir. Ich dachte: Der ist blitzgescheit. Er tat meine Argumente nicht einfach ab, sondern ging darauf ein.»

    Er wisse noch, wie er mit Scherr im Hochhaus Werd für ein Meeting mit der Finanzkommission im Lift in den 17. Stock hochgefahren sei. «Diese 30 Sekunden waren für mich ein Schlüsselerlebnis. Scherr sagte zu mir: ‹Herr Zahner, Sie machen das gut. Wir werden dagegen stimmen, aber das Stadion kommt durch. Unser Auftrag ist es, kritische Fragen zu stellen, und Sie müssen die richtigen Antworten geben.›»

    Danach sei er völlig entspannt gewesen, sagt Zahner. «Da wusste ich: Unsere Kritiker respektieren uns. So wie wir sie auch. Ich glaube, das war der Schlüssel zum Erfolg: Wir sind immer anständig mit den Politikern umgegangen und haben nicht einfach nur gefordert.» Sein Gefühl täuschte ihn nicht. Mit 93 Ja- zu 19 Nein-Stimmen nahm der Gemeinderat das Projekt an. Im September 2016 sagte auch das Zürcher Stimmvolk Ja.

    Fast 15 Jahre musste er aufs Stadion warten: Peter Zahner vor der Swiss-Life-Arena.

    Fast 15 Jahre musste er aufs Stadion warten: Peter Zahner vor der Swiss-Life-Arena.

    Foto: Sabina Bobst

    Für Zahner war das Projekt für das Stadion ein lang gehegtes. Kurz nachdem er seinen Job bei den ZSC Lions angetreten hatte, skizzierte er bereits auf einer A4-Seite die Eckdaten für ein eigenes Stadion: wie viel Fläche es brauchen würde, welche Zuschauerkapazität anzustreben sei, wie viele Garderoben vonnöten wären, wie gross der Business-Club werden sollte. 2010 wurde dann in Altstetten der geeignete Standort gefunden. Die Stadt stellte den ZSC Lions das Land im Baurecht zur Verfügung.

    Präsident Walter Frey legte Zahner schon früh ans Herz, dass ein eigenes Stadion Priorität habe. Bei ihrem ersten Treffen im August 2007 redeten sie indes während ihres über zweistündigen Gesprächs nie über Eishockey. «Herr Frey fragte mich über alles Mögliche», erinnert sich Zahner. «Über Politik, Wirtschaft, Autos, das Militär, das Weltgeschehen. Erst im Nachhinein begriff ich, wieso. Er wollte wissen: Wer sitzt mir da gegenüber? Was hat er für eine Weltanschauung? Hat er eine eigene Meinung?» Nach dem zweiten Gespräch hatten sie sich geeinigt.

    «Ich hatte Frey zuvor nur aus den Medien gekannt», sagt Zahner. «Als erfolgreichen Unternehmer und als Politiker. Als wir uns unterhielten, merkte ich schnell: Was er mit den ZSC Lions gemacht hat, angefangen mit der Fusion mit GC 1997, hat Substanz. Das ist alles durchdacht. Es war etwas am Entstehen, am Gedeihen.»

    Zahner war mit seiner akribischen, hartnäckigen, zuweilen pedantischen Art und seinem diplomatischen Geschick der Richtige, um diese Organisation weiterzuentwickeln. Aber auch er musste sich in seiner Rolle bei den ZSC Lions zuerst finden. In seiner dritten Saison stürmte er einmal nach einem kläglich verlorenen Spiel gegen Ambri in die Kabine und tobte. Danach habe er gemerkt: «Das war nicht gut. Das ist nicht die Aufgabe des CEO.» Seitdem ist er nach Spielen nie mehr emotionalisiert in die Garderobe geeilt.

    Noch keine schwarzen Zahlen

    Trotz des neuen Stadions: Den ZSC Lions gehen die Herausforderungen nicht aus. Das Ziel, in Altstetten schwarze Zahlen zu schreiben, ist noch nicht erreicht. Der Zuschaueraufmarsch und die Erträge aus dem Catering übertreffen zwar die Erwartungen. Doch die Zürcher tun sich als Hallenbetreiber schwer, genügend andere grössere Events in die Swiss-Life-Arena zu locken. Zudem haben sie noch nicht alle Büroflächen vermietet.

    Zitat

    «Corona hat grosse Auswirkungen. Viele Büros stehen leer. Auch die Eventlandschaft hat sich stark verändert.»

    Peter Zahner

    «Corona hat auf vielen Ebenen grosse Auswirkungen», sagt Zahner. «In Zürich stehen viele Büros leer, weil viel mehr Leute im Homeoffice arbeiten. Auch die Eventlandschaft hat sich stark verändert.» Die Restriktionen, die die ZSC Lions 2015 eingingen, um das Hallenstadion nicht zu konkurrenzieren, binden sie zurück. Konzerte sind nicht erlaubt. Sportfremde Events bedürfen einer Sonderbewilligung. Kürzlich tagte immerhin der Kongress der Jungunternehmer in der Swiss-Life-Arena, weil das Hallenstadion besetzt war.

    Wer Zahner kennt, der weiss, dass er darauf hinarbeiten wird, die Einschränkungen für die Arena aufzuweichen, um sie profitabel zu machen. Er sagt: «Seit 2015 hat sich die Welt fundamental verändert. Und es wäre doch schade, wenn man eine topmoderne, CO₂-neutrale Arena nicht auslasten könnte. Wir riskieren sonst, dass Zürich noch mehr Events verloren gehen.»

    Tritt er 2026 ab? Nein!

    Der 62-Jährige ist voller Tatendrang, doch im Januar 2026 hat er sein Pensionsalter erreicht. Wird er dann abtreten? «Diese Frage musste ja kommen», sagt er kopfschüttelnd. Natürlich hat er sich darauf vorbereitet: «Wir haben intern schon besprochen, dass ich weiterarbeiten werde. In welcher Form, müssen wir noch definieren.»

    Mit dem 65. Geburtstag aufzuhören, ist für Zahner nur schon deshalb nicht denkbar, weil im Mai 2026 mit der Eishockey-WM der bis dahin grösste Event in der Swiss-Life-Arena steigen wird. Da darf der Geburtshelfer nicht fehlen.

    Was ich nicht begreife, von jedem Team reisen doch eigene Securities mit und stehen im Block. Wieso nicht einen vor (oder noch besser in) der Toilette postieren? Das wäre für 90% sicher schon genug Abschreckung.

    War nie viel an Auswärtsspielen dabei, kann mich aber noch gut an ein paar Spiele in Davos in der (guten) alte Zeiten erinnern, als unsere Security sich vor dem Spiel mit den potentiellen Krawallmachern warm-gesoffen und später gemeinsam Blödsinn angezettelt haben... Das war mehr ein "Team" als Aufpasser und Bösewichte. Weiss nicht ob das System eigener Security was bringt. Weiss aber auch nicht wie es heute ist.

    Die ZSC Lions tun nicht, was ihr Coach von ihnen fordert

    Der Wiedereinstieg nach der Pause ist den Zürchern komplett missglückt. Sie sind beim 0:3 in Davos chancenlos. Marc Crawford ärgert sich über den fehlenden Kampfgeist.


    Simon Graf

    Publiziert heute um 19:08 Uhr

    Ein Anblick des Grauens: ZSC-Coach Marc Crawford gefiel der Auftritt seines Teams gar nicht.

    Foto: Jürgen Staiger (Keystone)

    Es gab im September und im Oktober Spiele, in denen die ZSC Lions ihre Gegner mit ihrem Tempohockey überforderten. Alles passte bei ihnen zusammen und sah so leicht aus. Diese Leichtigkeit ist seit einiger Zeit weg. Und auch die Nationalteam-Pause hat den Zürchern nicht geholfen, neuen Schwung aufzunehmen. Im Gegenteil. In ihrer ersten Partie seit 15 Tagen wurden sie in Davos von A bis Z dominiert. Mit dem 0:3 waren sie sogar noch gut bedient. Die 6547 Zuschauer im ausverkauften Davoser Eisstadion erlebten Einbahn-Eishockey.

    ZSC-Coach Marc Crawford ist keiner, der die Dinge schönredet. Das tat er auch diesmal nicht. «Die Davoser waren in allen Bereichen besser als wir», konstatierte er. «Im Sturm, in der Verteidigung, im Tor. Kompliment an die Davoser für ihre engagierte Leistung. Was mir bei uns gar nicht gefiel: Wir haben nicht hart genug gekämpft. Wenn du in dieser Liga auswärts gewinnen willst, musst du härter arbeiten als der Gegner. Das taten wir nicht. Und das müssen wir ändern. Wir hatten vor dem Spiel darüber gesprochen, aber wir setzten es nicht um. Das geht auf mich. Ich muss dafür sorgen, dass die Jungs bereit sind.»

    Davos - ZSC Lions 3:0 (0:0, 1:0, 2:0)

    6547 Zuschauer (ausverkauft). – Tore: 22. Nussbaumer (Rasmussen, Fora) 1:0. 42. Ambühl (Fora, Rasmussen) 2:0. 59. (58:15) Stransky (ins leere Tor) 3:0. – Strafen: 2 Minuten gegen Davos, 3-mal 2 Minuten gegen die ZSC Lions.

    ZSC Lions: Hrubec; Kukan, Geering; Trutmann, Marti; Weber; Lehtonen; Ustinkov; Andrighetto, Malgin, Hollenstein; Frödén, Lammikko, Zehnder; Chris Baltisberger, Grant, Balcert; Bodenmann, Sigrist, Schäppi; Riedi.

    Bemerkungen: Davos ohne Frehner (gesperrt), Knak (krank) und Schneeberger (verletzt), ZSC Lions ohne Rohrer, Harrington (verletzt) und Phil Baltisberger (überzählig). – 24. Tor von Nordström aberkannt (wegen Goalie-Behinderung). – Die ZSC Lions von 58:05 bis 58:15 ohne Torhüter.

    Man darf davon ausgehen, dass Crawford in den nächsten Tagen deutliche Worte finden wird. Für die ZSC Lions war es die dritte Niederlage in Serie, nachdem sie vor der Pause schon Kloten (2:4) und Lausanne (2:3 nach Penaltys) unterlegen gewesen waren. Und es ist ja nicht so, dass die Davoser aktuell auf einer Erfolgswelle reiten. Die Bündner hatten zuvor ihre letzten drei Partien verloren, am Samstagabend in Lugano 4:6. Trotz wenig Erholungszeit waren sie den Zürchern auch läuferisch überlegen. Und zwar bis zum Schluss.

    Dass die ZSC Lions relativ lange auf Punkte hoffen durften, hatten sie Goalie Hrubec zu verdanken, der manch spektakuläre Parade zeigte. Doch in der 42. Minute leistete sich auch der Tscheche einmal einen Fehler, er liess sich von Ambühl zum 0:2 backhand durch die Beine bezwingen, nachdem Trutmann der Puck über den Stock gesprungen war. Und angesichts des bescheidenen Zürcher Widerstands war die Partie damit gelaufen. Am nächsten waren sie einem Tor beim Lattenschuss Lehtonens (36.) gekommen.

    Auch die Idee, die Linie mit Malgin, Andrighetto und Hollenstein wieder zu vereinen, die im Playoff 2022 brilliert hatte, zahlte sich nicht aus. Die Zürcher schafften es kaum je, mit Tempo durch die Mittelzone zu kommen. Was auch zurückzuführen war auf taktisch exzellent eingestellte Davoser.

    Weiter geht es für die ZSC Lions erst am Freitag, auswärts gegen die SCL Tigers. Anschauungsmaterial, was besser zu machen ist, haben sie in Davos ausreichend produziert.

    Klopp wurde 2 Mal Meister mit Dortmund und Mou hat die Champions League mit Porto gewonnen! Schon ganz "andere" Kaliber diese Teams.

    Porto vor 20 Jahren, da war die Fussballwelt noch eine ganz andere. Du vergleichst hier Äpfel mit Birnen und Nüssen und Pilzen... und ja, es ist eben so, dass Deine Aussage, Pep hätte bei Bayern aus dem Vollen schöpfen können so nicht stimmt.


    Aber easy. :bussi:

    Wobei ich Guardiola nicht in der gleichen Kategorie wie die anderen beiden Trainer sehe. Klar, Titelmässig wird er sie wohl beide übertrumpfen.
    Aber Mou und Kloppo haben mit vergleichsweise kleineren Teams und Budgets riesige Erfolge gefeiert. Guardiola konnte jedoch immer aus dem
    vollen Schöpfen. Sei es Barca, Bayern oder ManCity.

    Es ist nun nicht so, dass der arme Klopp in Pool und auch Mou bei ManU nicht auch riesiege Transfersummen rausgehauen hätten. Klar, bei City wurde meist noch etwas mehr geklotzt. Und gerade bei Bayern musste Pep weit hinten anstehen was Transferbudgets angeht. War wohl auch mit ein Grund, dass er zu City ging.

    Würde mich schon mal wunder nehmen, wie weit ein Guardiola mit Union Berlin kommen würde.

    Aber der Herr ist sich eh zu fein für so etwas ;)

    Vermutlich sehr weit. Aber ob Urs Fischer es bei einem Top Klub so weit bringen würde wie die Pep, Tuchel oder Klopp, das wage ich sehr zu bezweifeln.

    Wieso soll nur die Hälfte übrig bleiben?

    Da es hiess fast 2 Mio. gehe ich mal von 450'000 pro Jahr aus. Nach Abzug aller Sozialbeiträge sind das noch ca. 390'000. Wenn er in Genf wohnt hat er nach Steuern noch ca. 215'000, wohnt er steuergünstiger sinds noch ca. 250'000.