Beiträge von Ouimet

    Anna Kilponen zu den ZSC Frauen

    Die 28-jährige Finnin Anna Kilponen stösst aus der amerikanischen PHF-Liga bzw. von den Metropolitan Riveters zu den Löwinnen. Davor lauteten ihre Stationen: KRS Vanke Rays (CHN), Ilves (FIN), Linköping (SWE) und Quinnipac (USA). Ebenso war sie während 8 Jahren im Programm der Nationalmannschaft, unter anderem auch 2014 bei Olympia in Sochi.

    Verteidigerin Anna Kilponen zu den ZSC Lions Frauen
    Die 28-jährige Finnin Anna Kilponen stösst aus der amerikanischen PHF-Liga bzw. von den Metropolitan Riveters zu den Löwinnen. Davor lauteten ihre Stationen:…
    www.zsclions.ch

    Wieder ein Sonderbericht «FCZ»: Ancillo Canepa lässt den Klub von einem externen Berater durchleuchten

    Ancillo Canepa lässt den FCZ durchleuchten und engagiert noch keinen Sportchef
    Der Sportchef Marinko Jurendic verlässt den FC Zürich Mitte Juli. Der Präsident Canepa begegnet der Vakanz gelassen – zwei andere Themen bringen ihn mehr aus…
    www.nzz.ch

    Als der FC Zürich im Oktober 2016 Peter Knäbel engagierte, hatte der Klub mit dem Abstieg in die Challenge League den Tiefpunkt in der Präsidentschaft von Ancillo Canepa erreicht. Knäbel, heute Sportvorstand des FC Schalke, inspizierte damals die Nachwuchsabteilung der Zürcher und lieferte einen Bericht ab.

    Die letzte Saison verlief zwar etwas weniger traumatisch für den Verein. Der achte Rang nach der rauschhaften Meistersaison war jedoch eine herbe Enttäuschung, der Absturz unter dem Trainer Franco Foda war sogar für einen Klub, der sich immer wieder grosse emotionale Ausschläge leistet, erstaunlich. Nun stösst wieder jemand von aussen zum Klub, um interne Prozesse zu durchleuchten.

    Henriksen übernimmt Aufgaben des Sportchefs

    Laut Ancillo Canepa, der zum Trainingsauftakt auf dem Heerenschürli entspannt Auskunft gibt, wird der externe Berater im Bereich Transfers, bei der Entwicklung junger Spieler und im Talentmanagement die Prozesse und Abläufe analysieren. Er sagt: «Wir haben sehr viele gute Konzepte, aber wir haben auch Luft nach oben. Jetzt wollen wir den nächsten Schritt machen.»

    Wer dieser Berater ist, will der Präsident nicht sagen, den häufig genannten Namen Fredy Bickel kommentiert er nicht. Bickel war von 2005 bis 2012 Sportchef im FCZ. In seine Zeit fallen drei Meistertitel, die Qualifikation für die Champions League und ein Cup-Sieg. Die Canepas und er kennen und schätzen sich.

    Erst wenn der Bericht des Beraters vorliegt, soll das Profil des neuen Sportchefs definiert werden. Marinko Jurendic, der wie der Nachwuchsverantwortliche Heinz Moser zum FC Augsburg wechselt, steht dem Klub noch bis und mit dem Trainingslager zur Verfügung, das am 8. Juli beginnt. Beim ersten Meisterschaftsspiel, am 23. Juli daheim gegen den Aufsteiger Yverdon, wird der FCZ wohl ohne Sportchef dastehen.

    Von einer Änderung in der Philosophie des Vereins will Canepa nichts wissen – nur eine Saison wie die letzte will er nicht mehr erleben. Er sagt: «Die Funktion des Sportchefs ist sehr wichtig, sie hat eine grosse Hebelwirkung, da wollen wir wirklich die richtigen Entscheide treffen.» Darum werde auch kurzfristig niemand gesucht und eingestellt – obwohl ihn täglich viele Anfragen erreichten. Spätestens am 1. Oktober soll der neue Sportchef sein Amt antreten. Einen Teil der Aufgaben übernehme bis dahin der Trainer Bo Henriksen. Die temporäre Doppelbelastung ist realistisch, weil der FCZ nicht im Europacup engagiert ist.

    Viele Arbeiten bei der Zusammenstellung des Teams sind laut dem Präsidenten bereits gemacht, das Kader stehe in seinen Grundzügen, einzelne weitere Zuzüge und Abgänge seien nicht ausgeschlossen. Eine grosse Lücke hinterlässt Blerim Dzemaili, mit ihm hat die Mannschaft einen unerbittlichen Anführer verloren und der Verein eine Identifikationsfigur. In der Verantwortung stünden nun Jüngere wie Bledian Krasniqi, sagt Canepa.

    Ein Spieler, der Leaderqualitäten und ein gutes Standing im Klub hat, ist Admir Mehmedi. Der 32-Jährige, der von 2006 bis 2012 bei den Zürchern engagiert war, hat kürzlich seinen Vertrag mit dem türkischen Klub Antalyaspor aufgelöst. Zwischen ihm und den Zürchern soll es seit längerem Gespräche geben, offiziell bestätigen will der Präsident diese nicht.

    Ebenfalls ein Routinier ist der Verteidiger Fabio Daprelà, der vom FC Lugano kommt. Dass er vereinzelt wegen seiner GC-Vergangenheit von FCZ-Anhängern angefeindet wurde, reisst den Präsidenten kurz aus der Entspannung. «Ein Bullshit» sei das, «das können Sie schreiben.» Wenn einer, der die Grasshoppers mit 17 verlassen habe, noch heute als Feindbild gelte, grenze das an Debilität.

    Nur ein Thema bringt Canepa noch mehr in Wallung. Dass es in Zürich zu einer weiteren Abstimmung über das Stadionprojekt kommen könnte, lässt seinen Adrenalinspiegel kurz steigen. Canepa sagt, er bedaure, dass das Demokratieverständnis nicht bei allen Leuten gleich entwickelt sei. Weitere Ausführungen spart er sich.

    Erste Saison mit neuem Modus

    In den vergangenen Jahren wurde dem FCZ oft eine zu forsche Ansage vorgeworfen. Ausser im Meisterjahr hinkte er den eigenen Ansprüchen häufig hinterher und liess am Saisonende regelmässig eine enttäuschte Anhängerschaft zurück. In diesen Tagen kommuniziert der Präsident fast schon überraschend defensiv. Es scheint, als würde die vergangene Saison nachwirken.

    Canepa sagt, der FCZ wolle einen guten Start hinlegen, sich im Mittelfeld positionieren und dann schauen, wo es hingehe. Offiziell verkünden könne er nur eines: «Unser Ziel ist mindestens der sechste Platz.» Diesen müssen die Zürcher nach 33 Runden erreicht haben. Dannzumal, im März, wird mit dem neuen Modus der Cut gemacht. Die sechs Klubs der oberen Tabellenhälfte spielen um die Meisterschaft, die sechs anderen gegen den Abstieg.

    «Schreiben Sie in der nächsten Saison freundlich über den FCZ», sagt Ancillo Canepa, bevor er sich zum Interview mit dem Fernsehen verabschiedet. Er klingt beinahe bescheiden.


    br/>FCZ-Präsident im Interview - Dritte Hardturm-Abstimmung? Das jagt Canepa das Adrenalin in die Höhe

    FCZ-Präsident im Interview – Dritte Hardturm-Abstimmung? Das jagt Canepa das Adrenalin in die Höhe
    Zum Trainingsstart beantwortet Ancillo Canepa Fragen: Beim Hardturmstadion droht neues Ungemach, der Sportchef geht, der Vertrag des Topskorers läuft bald aus,…
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    Dritte Hardturm-Abstimmung? Das jagt Canepa das Adrenalin in die Höhe

    Zum Trainingsstart beantwortet Ancillo Canepa Fragen: Beim Hardturmstadion droht neues Ungemach, der Sportchef geht, der Vertrag des Topskorers läuft bald aus, und Admir Mehmedi ist auf dem Markt.

    Das Feld ist rappelvoll mit Spielern. Und doch fehlen beim ersten Mannschaftstraining des FCZ einige Profis. Sie sind nach Nationalteameinsätzen noch in den Ferien wie Stürmer Aiyegun Tosin, noch nicht ganz fit wie der von Lugano gekommene Verteidiger Fabio Daprelà oder an der U-21-EM wie der neu verpflichtete Israeli Arad Bar. In den ersten Minuten der Einheit sitzt dafür Präsident Ancillo Canepa am Platzrand, stopft sich eine Pfeife und beantwortet Fragen einer Handvoll Journalistinnen und Journalisten.

    Ancillo Canepa, die NZZ berichtete darüber, dass eine dritte Stadionabstimmung droht. Mit der sogenannten Uferschutzinitiative soll offensichtlich der Neubau des Hardturmstadions verhindert werden. Was denken Sie darüber?

    Der Adrenalinspiegel steigt kurzfristig an, sinkt aber auch wieder. Ich habe mich langsam damit abgefunden, dass das Demokratieverständnis nicht bei allen Leuten gleich ausgeprägt ist. In diesem neu gebildeten Initiativkomitee sitzen mehrheitlich alte Stadiongegner. Es ist für mich eine Schweinerei, dass einige Leute demokratische Beschlüsse willkürlich aushebeln können. Mehr möchte ich dazu nicht sagen.

    Sorgen müsste Ihnen auch bereiten, dass FCZ-Sportchef Marinko Jurendic per 1. August zum FC Augsburg in die Bundesliga wechselt. Das sind nicht die besten Voraussetzungen für die Abwicklung von Transfers. Wie funktioniert die Kaderplanung?

    Wir sind schon relativ weit mit unseren Vorbereitungen, einiges ist aber auch noch pendent. Wir arbeiteten schon bisher als Team – und das wird weiterhin so sein. Jurendic wird nun noch bis zum Trainingslager bei uns sein (das Team reist am 8. Juli nach Österreich). Wir haben uns aber schon jetzt neu organisiert.

    Wie?

    Trainer Bo Henriksen wird einen Teil der Sportchef-Aufgaben übernehmen. Wir sind uns bewusst, dass das eine riesige Belastung ist, aber kurzfristig ist das machbar. Ausserdem nehmen wir nach Jurendics Wechselwunsch die Chance wahr, mit einem externen Berater unsere Strukturen und Prozesse im Bereich Transfers und Talententwicklung anzuschauen (neben Jurendic wechselt auch der bisherige Leiter Entwicklung/Ausbildung Heinz Moser zu Augsburg, die Red.). Sobald diese Analyse vorliegt, werden wir auch das Profil des neuen Sportchefs definieren. Spätestens am 1. Oktober wollen wir die Position dann wieder besetzt haben.

    Könnte der gerade zurückgetretene Blerim Dzemaili für eine Rolle infrage kommen?

    Im Moment führen wir mit ihm keine Gespräche, das ist so vereinbart. Er möchte einige Monate Ferien machen, Abstand gewinnen vom Fussballgeschäft.

    Was soll sich beim FCZ aufgrund der externen Beraterarbeit denn verändern?

    An unserer Philosophie, mit jungen Spielern zu arbeiten und ihnen eine Chance in der 1. Mannschaft zu geben, wird sich nichts ändern. Aber es ist wie überall: Es gibt Luft nach oben. Es geht um eine Optimierung.

    Wer ist der Berater?

    Dazu möchte ich nichts sagen.

    Wie sehen die sportlichen Ziele aus – einfach nicht mehr eine so schlimme Saison erleben wie zuletzt?

    Mit Sicherheit. Etwas wird für uns einfacher sein als vor einem Jahr: Wir haben die Belastung mit dem Europacup nicht mehr und können uns auf die Meisterschaft und den Schweizer Cup konzentrieren. Ich hoffe, dass wir von Beginn weg den richtigen Fokus haben, in der Liga einen guten Start hinlegen und uns bald von den hinteren Tabellenrängen absetzen können.

    Der Modus ist neu. Es braucht nach drei Runden und insgesamt 33 Partien mindestens Rang 6, um in der letzten Phase der Meisterschaft gegen die weiteren Spitzenteams um die vorderen Plätze mitspielen zu können.

    Das ist richtig. Mindestens der 6. Platz ist auch unser Ziel.

    Gibt es Positionen, auf denen das Team noch verstärkt werden muss?

    Ich gehe nicht auf einzelne Positionen ein. Das Kader steht weitgehend, doch sicherlich werden wir punktuell weitere Anpassungen vornehmen. Wir werden uns verstärken, und vielleicht gibt es auch Spieler, die uns verlassen möchten.

    Der Winterthurer und frühere FCZler Admir Mehmedi könnte von Antalyaspor in die Schweiz zurückkehren. Lassen Sie zu, dass er zum FC Winterthur wechselt statt zum FCZ?

    Noch einmal: Ich möchte nicht über einzelne Namen oder Positionen spekulieren.

    In einem Jahr laufen einige Verträge aus, etwa von Marchesano, Guerrero, Boranijasevic, aber vermutlich ist keiner wichtiger als derjenige von Aiyegun Tosin. Tosin war in der vergangenen Saison FCZ-Topskorer mit 12 Treffern in 27 Einsätzen.

    Das ist ein pendentes Dossier. Es gibt drei Varianten: Tosin verlängert und bleibt längerfristig hier; wir können ihn noch in diesem Sommer verkaufen; oder er geht im nächsten Sommer ablösefrei.

    Ihre Lieblingsvariante wäre?

    Dass er verlängert, klar. Tosin kann den Unterschied ausmachen.

    Zweite Wahl wäre ein Verkauf in diesem Sommer.

    Logisch. Es wäre die letzte Möglichkeit für einen Verkauf mit gutem Ertrag.

    Donis Avdijaj ist zurück. Der Stürmer hatte bei Bo Henriksen keine Chance und spielte deshalb in den vergangenen Monaten leihweise für Hartberg in der obersten österreichischen Liga, wo er in 16 Spielen 7 Tore erzielte. Erhält er jetzt eine wirkliche Chance?

    Wir haben ihn nicht einfach so zurückgeholt. Er hat Potenzial, er kann Tore erzielen. Auch beim Fussball geht es um Menschen. Mit dem einen Trainer funktioniert die Zusammenarbeit, mit dem anderen klappt es weniger gut. Nun bietet sich ihm bei uns eine neue Möglichkeit.

    Mit Fabio Daprelà hat der FCZ einen 32-jährigen Innenverteidiger verpflichtet, der bei GC gross geworden ist. Das haben Sie sich bestimmt schon oft anhören müssen …

    … jetzt hören Sie mir auf! So ein Blödsinn. Daprelà wechselte mit 18 von GC zu West Ham nach England, und danach spielte er in Italien und bei Lugano. Zu sagen, der habe einmal für GC gespielt und deshalb hätten wir ein Problem – das grenzt für mich an Debilität. Es braucht einfach einen Mindestrespekt allen gegenüber!

    Aber ich könnte wetten, wenn der ZSC die beide vorgeschlagenen Spieler holen würde (nur als Beispiel), dass das Politgeschrei riesig wäre.

    bei Spuhler gibts ja auch kein Geschrei mit seinen Weissrussland Geschäften und bei Dörig gabs keinen Aufschrei das er beim Blackfacing Sketch Anlass vom Sächsilüüte dabei war. Wir sind ja nicht Ambri oder der FC Winti mit einer linken Kurve.

    Das werden die kaum Schweizweit durchbringen können…

    Regierung: «Kein Platz für Fangewalt im Sport»
    Die Ausschreitungen rund um das Spiel des FC Luzern und des FC St.Gallen 1879 sind für die Regierung des Kantons St.Gallen nicht tolerierbar. Sie wird deshalb…
    www.sg.ch


    Sie wird deshalb auf allen politischen Ebenen darauf hinwirken, dass personalisierte Tickets in Schweizer Fussball- und Eishockeystadien Pflicht werden und es keine Stehplätze mehr gibt. Auch die Vereine selbst müssen erkennen: Es ist Zeit für griffigere Massnahmen.

    - Pflicht zu personalisierten Tickets: Besucherinnen und Besucher von Super-League-Fussballspielen und National-League-Eishockeyspielen sollen Tickets nur noch online mit Personenangaben kaufen können.

    - Sitzplatzpflicht: Bei Super-League-Fussballspielen und National-League-Eishockeyspielen soll es nur noch Sitzplätze im Stadion geben.


    Und genau dazu passt ja auch das die Die Rudersektion der Grasshoppers erst seit März 2023 Frauen aufnimmt… Hier ein Bericht von 2019… gc like und so…

    Darf man sich als Sportklub heute noch weigern, Frauen aufzunehmen? Die Ruderer von GC tun es.

    Rudern: GC verweigert Frauen die Mitgliedschaft. Darf man das?
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    Die Rudersektion der Grasshoppers gibt es seit 1904. Seit 115 Jahren weigert sich der Klub, Frauen als Mitglieder zuzulassen. Laut dem Bundesamt für Sport ist GC der wohl einzige Sportklub der Schweiz, der Frauen die Mitgliedschaft verweigert.

    Der Unternehmer Dieter Bührle war Mitglied bei den GC-Ruderern und natürlich Walter Schöller, einst Besitzer des Hardturmstadions, der «Mister GC». Seit Jahrzehnten werden im Bootshaus junge Männer sozialisiert und lernen, sich GC-like zu benehmen. Wenn man eine Regatta gewinnt, zieht man sich einen Blazer und eine Krawatte an. Früher gab es junge Männer, die antworteten «Yes, Sir», wenn sie der Präsident ermahnte, im Militär auch ja weiterzumachen.

    Liechtensteins Eishockeyspieler reiten eine Monsterwelle des Erfolgs – mit einem Trainer, der Surfbrett-Bauer werden wollte

    Keine Halle, aber grosse Träume: Liechtensteiner Eishockeyspieler auf einer Monsterwelle
    Die Nationalmannschaft des Fürstentums verblüfft an einem internationalen Turnier in Bratislava; sie besiegt Portugal 21:0. Das Team hat einen Captain, der…
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    Liechtensteins Eishockeyspieler reiten eine Monsterwelle des Erfolgs – mit einem Trainer, der Surfbrett-Bauer werden wollte

    Die Nationalmannschaft des Fürstentums verblüfft an einem internationalen Turnier in Bratislava; sie besiegt Portugal 21:0. Das Team hat einen Captain, der bald 50 wird und unter Ralph Krueger spielte – aber keine Eishalle im eigenen Land.

    Als das Abenteuer morgens um 6 Uhr beginnt, schlägt der Verbandspräsident die Hände über dem Kopf zusammen. Jetzt habe er tatsächlich die Blätter mit dem Text der Nationalhymne vergessen. Jason Joss und Patrick Bucher lachen. Und einer von ihnen sagt, das sei überhaupt kein Problem. Sie müssten die Hymne nicht üben, sie könnten sie auswendig.

    Joss und Bucher leben seit der Geburt in der Schweiz. Doch nun sind sie für ein anderes Land unterwegs. Sie machen sich auf, um für das Fürstentum Liechtenstein ihr erstes Eishockey-Länderspiel zu bestreiten. Dafür sind sie um 3 Uhr 30 in der Nacht in Wallisellen aufgestanden. Und gemeinsam nach Ruggell gefahren, in die nördlichste Gemeinde Liechtensteins, wo sich die Nationalmannschaft besammelt, mit der sie erst zwei Trainings absolvieren konnten.

    Von da geht es weiter mit dem Car, in acht Stunden nach Bratislava, auf der Fahrt wird munter gejasst. In der slowakischen Hauptstadt trägt der Internationale Eishockeyverband ein Turnier aus für einige seiner kleinsten Föderationen. Development Cup nennt sich der Anlass, der sich an Länder richtet, die nicht Vollmitglied sind, weil sie über kein einziges überdachtes Eisfeld verfügen. Deshalb sind sie nicht zu offiziellen WM-Spielen zugelassen. Neben Liechtenstein sind am Cup Irland, Portugal, Argentinien und Kolumbien dabei.

    Lange gab es nur einen Trost: dass ein Liechtensteiner Trikot in der Hall of Fame hängt

    Jason Joss, von Beruf Business-Partner bei der Zürcher Kantonalbank, müsste in diesen Tagen eigentlich im WK sein. Aber er hat bei der Schweizer Armee ein Gesuch auf Verschiebung gestellt – es wurde genehmigt. Patrick Bucher ist Notar-Stellvertreter. Wie die anderen Liechtensteiner Spieler haben sie von ihrem Arbeitgeber eine Woche Ferien bezogen. Den Grossteil der Reisekosten tragen sie selber, da im Fürstentum die finanziellen Mittel für diesen Sport knapp sind.

    Eishockey ist für Joss und Bucher ein Hobby; sie spielen normalerweise für den EHC Wallisellen, eines der stärksten Teams in der 2. Liga, der fünfthöchsten Schweizer Spielklasse. Auf die Liechtensteiner Nationalmannschaft wurden sie im letzten Herbst aufmerksam, als in der «Sonntags-Zeitung» ein Artikel erschien mit der Schlagzeile: «Liechtenstein sucht den Nationalspieler!»

    Es hiess quasi, wer als Liechtensteiner Lust auf diese Auswahl habe, könne sich beim Verband melden. Im Land gebe es gerade einmal einen Eishockeyklub, den EHC Vaduz-Schellenberg, und dieser mache im benachbarten Vorarlberg in einer «Feierabendbier-Liga» mit – eine Formulierung, die im Fürstentum für Verärgerung sorgte. Jener Klub trägt seine Heimspiele in Grüsch im Prättigau aus und misst sich mit Gegnern, die so lustige Namen tragen wie Walter Buaba. Aber andere Liechtensteiner spielen regelmässig auf höherem Niveau.

    Obwohl alles etwas exotisch klang, meldeten sich Joss und Bucher beim Verband. Ihre Mütter haben Wurzeln in Liechtenstein und gingen in Wallisellen zusammen in den Kindergarten. Die Söhne wurden vom Verband zu einer Art Casting eingeladen – und merkten schnell, dass es die Liechtensteiner ernst meinen. «Mit ‹Cool Runnings› hat es jedenfalls nichts zu tun, was wir machen», sagt Patrick Bucher, in Anspielung auf den spassigen Kinoklassiker über die jamaicanischen Bobfahrer.

    Es ist kein Vergleich zum Jahr 2003, als die Liechtensteiner Eishockey-Nationalmannschaft erstmals in Erscheinung trat. Damals ging sie in einem Testmatch gegen eine Feldkircher Juniorenauswahl 0:25 unter. Und verlor ihr erstes Länderspiel gegen Luxemburg in der Patinoire de Kockelscheuer 1:7, ihr Goalie bekam 75 Schüsse aufs Tor. Als einziger Trost blieb: Das Trikot von Lukas Grubenmann, dem Schützen des Ehrentreffers, wurde in die berühmte Hall of Fame in Toronto aufgenommen. Die Anstrengungen rund um das Nationalteam waren danach für fast zwei Jahrzehnte praktisch eingestellt.

    Und jetzt das: Als die Liechtensteiner in der vergangenen Woche zum Development Cup antreten, feiern sie im Startspiel gegen Portugal einen 21:0-Sieg. Wie ist solch ein Fortschritt möglich?

    Sicher, den Liechtensteinern hat geholfen, dass sie ein paar Teammitglieder aufbieten durften, die (noch) nicht im Besitz des Passes des Fürstentums sind. Der Weltverband erlaubt auf dieser Stufe solche Ausnahmen, sofern der Nachweis eines starken Bezugs zum Land erbracht wird. So gab es Spieler, die geltend machen konnten, dass sie mit einer Liechtensteinerin verheiratet sind und schon länger im Land leben.

    Anders wäre es für den Kleinstaat schwierig geworden, eine kompetitive Mannschaft nach Bratislava zu entsenden. Er hat nur 40 lizenzierte Eishockeyspieler und verfolgt eine restriktive Einbürgerungspolitik. Zurzeit verfügt Liechtenstein nicht einmal über ein Spital mit einer eigenen Geburtenabteilung. Die Entwicklungshilfe ist Programm am Development Cup. Die Teams aus Südamerika etwa griffen auf Spieler zurück, die aus dem Inlinehockey stammen. Sie hatten jedoch auch solche im Kader, die auf Eisflächen in Nordamerika ausgebildet worden sind.

    Liechtenstein hat es geschafft, eine schlagkräftige, professionell auftretende Einheit zusammenzustellen. Aus abgeklärten Routiniers. Und motivierten Jungspunden, wie dem Topskorer Mauro Neurauter, engagiert beim HC Prättigau-Herrschaft in der 1. Liga.

    Es gelang den Liechtensteinern sogar, ehemalige Profispieler zu reaktivieren, den Captain Christian Walch etwa, bald 50, aber mit einer athletischen Konstitution, als sei er halb so alt. Er hatte Anfang der neunziger Jahre unter dem späteren Schweizer Nationalcoach Ralph Krueger bei der VEU Feldkirch gespielt. Beruflich ist er als Organisationscoach in St. Galler Kantonsspitälern tätig.

    Der Trainer war Torschützenkönig in Australien – dann blieb er in Arosa hängen

    Der grösste Coup der Liechtensteiner war die Verpflichtung des Trainers Herbert Schädler, von allen nur Herbie genannt. Ein kerniger Bayer mit Wohnsitz in Arosa, der sich in der Schweiz einen Namen gemacht hat als Ausbildner, unter anderem als Instruktor in Eishockey-Camps.

    Schädler, 54 Jahre alt, hat eine dieser Biografien, wie man sie wohl haben muss, damit man sich auf ein Abenteuer wie Liechtenstein einlässt. Er war Profispieler bei den Star Bulls Rosenheim. Und wenn in Mitteleuropa die Meisterschaften jeweils zu Ende waren, flog er mit seiner Eishockeyausrüstung in die südliche Hemisphäre, wo gerade der Winter Einzug hielt und die dortigen Ligen ihre Saison starteten – irgendein Klub war immer froh um Verstärkung.

    Schädler sagt, es sei seine Methode gewesen, um mit Einheimischen in Kontakt zu kommen. Einmal habe er einen Präsidenten gehabt, der eine Villa am See und ein Motorboot besessen habe. Am Tag hätten sie Lobster gefangen, am Abend Eishockey gespielt. In Diensten der Perth Wildcats sei er sogar einmal australischer Torschützenkönig geworden. Doch nach dem dritten Kreuzbandriss beendete Schädler die Karriere als Spieler im Alter von 26 Jahren.

    Eines war er sich eigentlich gewiss: dass er nie Trainer werden will. Er hatte ein abgeschlossenes Studium in Kunststofftechnik – und im Sinn, Surfbretter zu bauen. Nur: Der Zufall wollte es, dass die Star Bulls Rosenheim einen Nachwuchschef suchten. Und Schädler hatte in dieser Funktion solch grossen Erfolg, dass er bald die Sporthochschule Köln besuchte.

    Der Anfang als Profitrainer war allerdings hart. Schädler übernahm ein Team, das plötzlich kein Geld mehr hatte, und so stand er kurz vor dem Saisonstart ohne Job da. Da trat an einer Sportmesse ein Agent an ihn heran und fragte, ob er sich auch vorstellen könne, in Arosa den dortigen Schweizer Drittligisten zu trainieren. Schädler sagte zu und dachte, er werde vielleicht ein, zwei Saisons in Arosa bleiben – unterdessen sind daraus 20 Jahre geworden.

    Heute coacht Schädler zwar nicht mehr den EHC Arosa. Aber nach der Arbeit im Unterland fährt er die 360 Kurven in den hintersten Zipfel des Schanfigg jeweils zurück. «Im Winter bin ich gerne auf den Ski. Auf dem Sessellift kommen mir die besten Ideen», erklärt Schädler, der einen Teint hat, der den besungenen Skilehrer «Gigi von Arosa» vor Neid erblassen liesse. Doch warum Liechtenstein?

    Schädler sagt: «Ohne Halle ist es schwierig, eine Eishockeykultur aufzubauen»

    Es ist auch eine Familienangelegenheit. Schädler begann, sich für seinen Stammbaum zu interessieren. Und fand heraus, dass vor Jahrhunderten ein paar seiner Vorfahren in Liechtenstein gelebt hatten, unter ihnen hohe Geistliche. Schädler ist im Fürstentum ein verbreitetes Geschlecht. Da seine Ahnen freie Walser gewesen seien, seien sie jedoch eines Tages weitergezogen und in Bayern gelandet.

    Als sich während der Corona-Pandemie ein Engagement für die chinesische Nationalmannschaft in Luft auflöste, kamen die Brüder Julian und Justin Bernard auf ihn zu, die als grösste Zukunftshoffnungen des Liechtensteiner Eishockeys gelten. Und fragten ihn, ob er bereit wäre, ihnen auf dem kleinen Open-Air-Eisfeld im Berggebiet von Malbun Skating-Skills-Training zu erteilen – der Kontakt ins Fürstentum war geknüpft.

    Die Mutter der Brüder ist heute die Managerin des Nationalteams. Nur sie und der Verbandspräsident administrieren die Liechtensteiner Eishockeybewegung. Die beiden sind ehrenamtlich tätig und müssen mit wenig Budget auskommen – aber am schwersten wiegt das Fehlen der Eishalle.

    Immer wieder sind Bauprojekte gescheitert, auch am politischen Willen. Der Trainer Schädler sagt: «Ohne Halle ist es schwierig, eine Eishockeykultur aufzubauen.» Seine Spieler mussten auch schon einem Reporter aus dem Land erklären, dass ihre Sportart mit einem Puck ausgeübt werde und nicht mit einem Ball.

    Es ist eine Problematik, die die Mannschaften am Development Cup verbindet. Irlands Team muss sogar nach Nordirland, will es in einer Eishalle trainieren – eine brisante Sache angesichts der Spannungen zwischen den beiden Territorien.

    Goethe-Zitate, Chuck-Norris-Witze und eine Fürstenkrone aus Stoff

    Die Gelegenheit scheint günstig für ein neues Bauprojekt in Liechtenstein, denn in angrenzenden Regionen drohte in letzter Zeit gleich mehreren Eishallen die Schliessung. Doch die Energiekrise spielt den Befürwortern nicht in die Karten. Und das Klischee, das Geld müsse in diesem reichen Land auf den Bäumen wachsen, ist aufs Eishockey bezogen definitiv unzutreffend. Der Trainer Schädler arbeitet für eine kleine Spesenentschädigung.

    Doch Schädler scheint sich daran nicht allzu sehr zu stören. Er sagt in Bratislava, er bekomme in diesem Job Emotionen und feuchte Augen, das sei unbezahlbar, davon zehre er in 30 Jahren noch. In der Nähe einer Eisfläche ist er in seinem Element. Die Spieler sagen, die Leidenschaft für den Sport sei bei ihm in jeder Sekunde zu spüren. Und zusammen verfolgen sie einen Traum: dass sie dereinst an einer richtigen WM teilnehmen dürfen und in die Top 50 der Weltrangliste vorstossen. Schädler sagt: «Das ist für uns der Leuchtturm, den wir in der Ferne sehen.»

    Der Trainer arbeitet gerne mit symbolhaften Bildern. In der Kabine hat er eine Fürstenkrone aus Stoff dabei und sagt: «Hier, im Slot, da haben wir unser Schloss zu verteidigen!» Er benutzt Goethe-Zitate – und streut Chuck-Norris-Witze ein, um aus seinem Team eine Widerstandskraft zu kitzeln, wie sie der Schauspieler kultiviert hat. Schädler wirft in die Runde: «Chuck Norris isst keinen Honig. Er kaut Bienen.» Am Spind eines Spielers hängt ein Abbild dieses Actionhelden.

    Und immer wieder scheint sich Schädler an die Zeit zurückzubesinnen, als er Surfbrett-Bauer werden wollte. Er sagt zu den Spielern: «Wenn wir im Match von einer Welle fliegen, kommt die nächste bestimmt, und diese müssen wir erwischen. Wir brauchen eine Big-Wave-Mentalität.»

    Dann kommt in Bratislava der Tag, an dem das vorentscheidende Duell um den Turniersieg ansteht, zwischen Liechtenstein, 40 000 Einwohner, und Argentinien, 46 Millionen Einwohner. Lange sieht es schlecht aus für die Liechtensteiner. Nach 47 Minuten liegen sie 1:5 zurück, die Partie scheint verloren. Die Argentinier spielen so hart, dass sie ein Liechtensteiner Fan mit Stieren vergleicht.

    Doch dann folgt eine spektakuläre Aufholjagd. Und 96 Sekunden vor Schluss ereignet sich das nicht mehr für möglich Gehaltene: Der Walliseller Jason Joss setzt zum Solo an und erzielt das Siegtor zum 6:5. Sein Trainer sagt später: «Da hat Jason eine Monsterwelle erwischt.»

    Im Sport ist Liechtenstein häufig der Underdog, diesmal ist es anders. 27:5 lautet das Gesamtskore aus den Duellen mit Argentinien und Portugal – wenn das Lionel Messi und Cristiano Ronaldo wüssten!

    Selten hat besser gepasst, dass Grossbritannien und Liechtenstein verwandte Nationalhymnen haben

    Das Ende ist dann fast schon kitschig. Als am Samstagnachmittag die Liechtensteiner ohne Punktverlust als Turniersieger feststehen, ertönt in der Eishalle die nahezu identische Melodie wie bei einem Weltereignis, das zeitgleich mehr als tausend Kilometer entfernt stattfindet. Die Klänge, die in Bratislava aus den Boxen scheppern, gemahnen an «God Save the King», den Soundtrack zur Krönung von König Charles III. in London. Selten hat besser gepasst, dass Grossbritannien und Liechtenstein verwandte Nationalhymnen haben.

    Die Lippen der Liechtensteiner bewegen sich etwas spärlich. Und so kommen die vergessenen Blätter mit dem Hymnentext noch einmal zur Sprache. Patrick Bucher, der andere Walliseller, lacht und sagt, wenn sein Team in dieser Woche irgendwo Luft nach oben gehabt habe, dann beim Singen – nicht ohne zu betonen: «Den Text könnten wir aber schon auswendig.»


    Atemlos in Oerlikon: Das Hallenstadion kämpft sich nach Corona zurück – doch jetzt droht ein Konflikt mit dem ZSC

    Hallenstadion Zürich: Ärger wegen ZSC-Konkurrenz
    Eigentlich dürfen im neuen ZSC-Tempel in Altstetten keine Konzerte veranstaltet werden, wie es sie im Hallenstadion gibt. Der Eishockeyklub bewirbt seine Arena…
    www.nzz.ch

    Atemlos in Oerlikon: Das Hallenstadion kämpft sich nach Corona zurück – doch jetzt droht ein Konflikt mit dem ZSC

    Eigentlich dürfen im neuen ZSC-Tempel in Altstetten keine Konzerte veranstaltet werden, wie es sie im Hallenstadion gibt. Der Eishockeyklub bewirbt seine Arena dennoch «für kulturelle Anlässe aller Art».

    Das Zürcher Hallenstadion ist die Nummer eins unter den Schweizer Event-Locations. Der frühere amerikanische Präsident Barack Obama war gerade da, der Sänger Peter Gabriel kommt im Juni, der Schlagerstar Helene Fischer im September. Der 1939 eröffnete Kessel in Oerlikon fasst bis zu 15 000 Personen.

    Doch jetzt wird der Platzhirsch von einem Nebenbuhler bedroht. Im Westen der Stadt Zürich ist im letzten Oktober die Swiss-Life-Arena in Betrieb gegangen. Das ist die neue Heimstätte des Zürcher Eishockey-Traditionsvereins ZSC Lions.

    Der ZSC hatte während mehr als siebzig Jahren im Hallenstadion gespielt und dort in guten Jahren etwa 300 000 Zuschauer angelockt. Diese fehlen der Halle nun. Das aber ist nicht das einzige Problem.

    Die Swiss-Life-Arena ist nicht nur eine Hockeyhalle, sondern, genau wie das Hallenstadion, auch für Grossveranstaltungen buchbar, etwa für Generalversammlungen oder für Comedy-Shows. Sie bietet bis zu 12 000 Plätze, ist also nur wenig kleiner als das Hallenstadion.

    Ist ein Musical ein öffentliches Konzert oder nicht?

    Zwei grosse Hallen, nur gut fünf Kilometer voneinander entfernt, das ist auch für den grössten Agglomerationsraum der Schweiz zu viel. Die Verantwortlichen bei der Stadt Zürich, auf deren Land die Swiss-Life-Arena steht, hatten dies vorhergesehen und den Bau der neuen Stätte bloss unter Auflagen bewilligt.

    Für das Hallenstadion wurde eine Schutzklausel im Baurechtsvertrag der Swiss-Life-Arena eingefügt: Im ZSC-Tempel dürfen Veranstaltungen, die nichts mit Sport zu tun haben, nur dann stattfinden, wenn das Hallenstadion an dem gewünschten Datum nicht zur Verfügung steht oder es sich nicht eignet.

    Gleich ganz ausgeschlossen sind «öffentliche Konzertveranstaltungen, öffentliche kommerzielle Party- und Clubveranstaltungen und Ähnliches». Barack Obama könnte also nach Altstetten wechseln, wenn das Hallenstadion schon gebucht ist, Helene Fischer nicht.

    Dass es solche Einschränkungen gibt, hängt die Swiss-Life-Arena nicht an die grosse Glocke. Die Verantwortlichen bewerben die Halle auf ihrer Website als «geeignet für kulturelle Veranstaltungen aller Art». In einer Dokumentation für mögliche Nutzungen sprechen sie unter anderem von Musicals.

    Dies stösst bei den Chefs des Hallenstadions sauer auf. «Nichts gegen Konkurrenz», sagt Balz Hösly, der Verwaltungsratspräsident der AG Hallenstadion. «Aber dann müssen die Spiesse gleich lang sein.» Für die ihr im Baurechtsvertrag auferlegten Einschränkungen werde die Swiss-Life-Arena von der Stadt nämlich sehr grosszügig entschädigt.

    Tatsächlich hat die Stimmbevölkerung der Stadt Zürich 2016 beschlossen, der Arena jährlich bis zu 2 Millionen Franken an die Betriebskosten zu bezahlen. Weiter hat die Stadt ein Darlehen von 120 Millionen Franken gewährt.

    Für das 28 000 Quadratmeter grosse Grundstück, auf dem die Arena steht, muss der ZSC einen Baurechtszins von 36 000 Franken pro Jahr bezahlen. Das ist eine vergleichsweise kleine Summe: Das Hallenstadion überweist der Stadt nicht ganz 300 000 Franken pro Jahr für ihr Grundstück.

    Beiträge an die Betriebskosten erhält die AG Hallenstadion nicht. Einzig während Corona kamen ihr Stadt und Kanton Zürich entgegen: Ein Zins für Darlehen wurde gesenkt, und der Baurechtszins wurde ihr für zwei Jahre erlassen. Stadt und Kanton sind beide auch Aktionäre, wobei der Anteil der Stadt Zürich mit rund 39 Prozent gut sechsmal so hoch ist wie jener des Kantons.

    «Musicals gehen auch mit Schlittschuhen»

    Beim ZSC sieht man darin, die Arena als Musical-Standort zu bewerben, keinen Verstoss gegen die Auflagen. «Ein Musical enthält immer auch schauspielerische Elemente und kann auch auf Schlittschuhen stattfinden», sagt Bruno Vollmer. Er ist Chief Operating Officer (COO) der ZSC Lions AG. Eine Aufführung sei erlaubt, sofern das Hallenstadion nicht verfügbar sei.

    Die Stadt Zürich meint, das sei von Fall zu Fall zu entscheiden. «Veranstaltungen wie zum Beispiel ein Musical muss man im Einzelfall mit allen Beteiligten anschauen und je nach Inhalt und Ausrichtung abwägen. Sie sind im Baurechtsvertrag nicht im Detail geregelt und somit auslegebedürftig», sagt Claudia Naegeli, die Sprecherin des Finanzdepartements der Stadt Zürich.

    Als Konkurrentin zum Hallenstadion etabliert hat sich die Swiss-Life-Arena in den wenigen Monaten seit der Eröffnung noch nicht. Dafür war die Zeit zu kurz.

    Abgesehen von den Hockeyspielen fand einzig die Generalversammlung des Versicherungskonzerns, nach welchem die Halle benannt ist, in Altstetten statt – früher trafen sich die Swiss-Life-Aktionäre jeweils im Hallenstadion. Mit anderen, sportnahen Anlässen sei man in Verhandlung, sagt der COO Bruno Vollmer.

    Obama kündigte Auftritt erst acht Wochen vorher an

    Klar ist, dass das Hallenstadion schon ohne neue Konkurrenz aus Altstetten gefordert war und ist. Wegen des Angriffskriegs gegen die Ukraine hätten sich letztes Jahr die Stromkosten verzehnfacht, sagt Philipp Musshafen, der Direktor des Hallenstadions.

    Das Jahr 2022 konnte dennoch deutlich besser als budgetiert abgeschlossen werden. «Wir dachten, dass die Corona-Restriktionen frühestens Mitte Mai gelockert würden, doch bereits im Februar konnten wir wieder loslegen», sagt Musshafen. Die Covid-Zeit sei zudem auch eine Art «aufgezwungenes Effizienzprogramm» gewesen, ergänzt Balz Hösly. «Wir mussten jeden Franken zweimal umdrehen.»

    Darüber hinaus hätten sich auch die Vorlaufzeiten stark verkürzt. «Früher erhielten wir die Anfragen 12 bis 24 Monate vor dem Anlass», sagt Musshafen, «jetzt sind es manchmal nur drei Monate.» Oder noch weniger: Bei Barack Obama seien es bloss acht Wochen gewesen.

    Corona hatte und hat noch einen anderen indirekten Effekt: Anlässe, die wegen der Pandemie abgesagt werden mussten, werden nun laufend nachgeholt. Elton John etwa hätte eigentlich im Oktober 2021 auftreten sollen und kommt jetzt im Sommer.

    Céline Dion wurde um fast vier Jahre verschoben

    Der Auftritt der kanadischen Sängerin Céline Dion wurde sogar um fast vier Jahre verschoben, vom Juni 2020 auf den März 2024 – dies allerdings nicht nur wegen Corona, sondern auch, weil die Künstlerin erkrankte.

    Diese verschobenen Auftritte helfen dem Hallenstadion, die durch den ZSC-Auszug wegfallenden Termine über eine längere Zeit als ursprünglich geplant zu kompensieren – der Klub hatte rund 30 Spiele pro Jahr im Hallenstadion.

    Dass der ZSC nicht mehr in Oerlikon spielt, hat noch einen weiteren Vorteil: mehr Flexibilität bei der Terminplanung. Helene Fischer spielt im September in einer Woche gleich an fünf Abenden, im Oktober tritt der Cirque du Soleil an fünf Tagen hintereinander auf. «Das wäre mit den ZSC-Spielen kaum möglich gewesen», sagt Philipp Musshafen.

    Bis das Hallenstadion wieder so ausgelastet ist wie früher, dürfte es allerdings noch eine Weile dauern. Für 2023 gehen die Verantwortlichen von rund 100 Veranstaltungstagen aus, das sind etwa so viele, wie 2019 ohne ZSC erreicht wurden.

    «Müssten wir uns dafür eine Schulnote erteilen, würde ich von einer 4,75 bis 5 sprechen», sagt Musshafen. Bis 2025 dann sollen auch die weggefallenen Eishockeyspiele vollständig kompensiert werden können.


    «Maulhelden» oder Medaillengewinner? Die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft steht an der WM vor einer Zäsur

    Eishockey-WM: Sind die Schweizer tatsächlich «Maulhelden»?
    Die Schweizer brauchen an der Weltmeisterschaft in Riga und Tampere ein Erfolgserlebnis. Denn die Erinnerungen an die Silbermedaille von 2018 verblassen. Da…
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    «Maulhelden» oder Medaillengewinner? Die Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft steht an der WM vor einer Zäsur

    Die Schweizer brauchen an der Weltmeisterschaft in Riga und Tampere ein Erfolgserlebnis. Denn die Erinnerungen an die Silbermedaille von 2018 verblassen. Da trifft es sich gut, dass die Kavallerie aus der NHL bald eintreffen dürfte.

    Die lettische Hauptstadt Riga wird gerade von der Abendsonne geküsst, als Patrick Fischer am Donnerstagabend einen erstaunlichen Satz sagt: «Ich weiss, dass das alles nicht mehr ewig dauert, also geniesse ich es einfach.» Die Tonalität hörte sich auffallend ähnlich an wie im Herbst. Damals hatte der Trainer der Schweizer Eishockey-Nationalmannschaft der NZZ gesagt: «Irgendwann müssen wir den Durchbruch schaffen. Sonst muss es ein anderer Coach versuchen.»

    Wenn sein Team am Samstagmittag auf Slowenien trifft, beginnt für Fischer, 47, seine siebente WM als Nationaltrainer. Die Radioreporter stellen ihm vor dem Turnier ein paar dieser servilen Allerweltsfragen, bei denen man die Antwort immer schon kennt: «Wie fühlen Sie sich? Wie ist die Stimmung in der Mannschaft?», solche Dinge. Der Trainer muss erst noch geboren werden, der vor einem Startspiel sagt, es gehe ihm bescheiden, und unter den Spielern sei eine Meuterei vermutlich nicht mehr abzuwenden.

    Fischer sagt, er fühle sich «relaxt» – doch jeder Coach hat ein Ablaufdatum. Im Nationalteam endete ja 2010 nach dreizehn Jahren sogar die Ära von Ralph Krueger, obwohl das lange undenkbar schien. Fischers Vertrag läuft bis 2024, und eigentlich ist eine Ablösung dieses Trainers vor der Heim-WM 2026 in Freiburg und Zürich kaum vorstellbar. Es gibt im Verband Swiss Ice Hockey keine Figur, die auch nur ansatzweise das Ansehen Fischers geniesst.

    Aber, und das ist die andere Wahrheit: Den Coach hat in letzter Zeit das Glück verlassen. Seit dem Gewinn der WM-Silbermedaille von Kopenhagen sind fünf Jahre vergangen. Die Hürde Viertelfinal übersprangen die Schweizer seither nie mehr, weder an einer WM noch an den Olympischen Spielen.

    Timo Meier kommt nicht, weil er einen Vertrag unterschreiben wird, der ihm mehr als acht Millionen Dollar pro Jahr einbringt

    Oft fehlte wenig: 2019 trennten die Schweizer gegen Kanada nur 0,4 Sekunden vom Sieg. 2021 mussten sie erleben, wie Deutschland gegen sie 43 Sekunden vor Schluss das Skore egalisierte und im Penaltyschiessen siegte. Und vor einem Jahr scheiterten sie mit 0:3 an einer mittelmässigen Auswahl der USA, nach einer famosen Vorrunde mit sieben Siegen. Als Erklärung wurde damals vorgebracht, dass die Hälfte der Mannschaft krank habe spielen müssen. Aber das minderte die Enttäuschung nur bedingt.

    Fischer formuliert stets ambitionierte Ziele. Auch jetzt in Riga redet er selbstbewusst vom Weltmeistertitel, er sagt: «Wir wollen ans Finalwochenende nach Tampere. Das ist das, was zählt, darauf richten wir alles aus.» Die Forschheit des Trainers hat sich gelohnt, sie hat über die Jahre etwas ausgelöst und alte Denkmuster aufgebrochen; punkto Auftreten und Selbstbewusstsein ist die Schweizer Auswahl im Vergleich zur Prä-Fischer-Ära kaum wiederzuerkennen.

    Und doch: Irgendwann müssen den Worten Taten folgen, sonst verlieren die Parolen ihre Glaubwürdigkeit. CH Media nannte die Nationalspieler im letzten Jahr in schneidender Unversöhnlichkeit «Maulhelden».

    Fischer wäre als Trainer der Erste, der reagieren würde, sollte ein Spieler die vom Coach bestimmten Vorgaben in acht Versuchen nur ein einziges Mal erfüllen; er würde ihn einfach nicht mehr berücksichtigen, so funktioniert das Leistungsprinzip. Und Fischers Aussagen lassen ein Bewusstsein dafür erkennen, dass auch er sich diesem nicht für immer entziehen kann. Auch wenn der Nationalmannschafts-Direktor Lars Weibel, einst Fischers Teamkollege im EV Zug und heute zumindest pro forma dessen Vorgesetzter, ein glühender Verehrer des Trainers ist.

    2022 nannte er ihn «den Trainer schlechthin», jetzt sagt Weibel: «Er führt diese Nationalmannschaft exakt so, wie man sie führen muss.» Und Weibel lässt die Statistik sprechen: «Die Schweiz hat in ihrer Geschichte drei Silbermedaillen geholt. Fischer war zwei Mal dabei. Einmal als Chef-, einmal als Assistenztrainer.» 2013 in Stockholm war Fischer ein Assistent von Sean Simpson gewesen.

    Die Chancen sind intakt, dass Fischer seine – gemessen an den eigenen Ansprüchen – zuletzt etwas enttäuschende Bilanz am nun beginnenden Turnier aufpolieren kann. Allein schon wegen des Umstands, dass mit dem Kriegstreiber Russland die Nummer 3 der Weltrangliste erneut ausgeschlossen ist. Und die Schweiz als Weltnummer 7 damit auf dem Papier weiter in Richtung Spitze rückt.

    Zurzeit kann Fischer bereits auf vier NHL-Kräfte zurückgreifen: auf die Verteidiger Janis Moser (Arizona Coyotes) und Tim Berni (Columbus Blue Jackets) sowie auf die Stürmer Denis Malgin (Colorado Avalanche) und Nino Niederreiter (Winnipeg Jets). Beim rekonvaleszenten Weltklassestürmer Kevin Fiala (Los Angeles Kings) entscheidet sich bis an diesem Sonntag, ob er von seinem Arbeitgeber die Freigabe erhält.

    Zudem steht die Addition des bei den New Jersey Devils beschäftigten Trios Nico Hischier, Akira Schmid und Jonas Siegenthaler bevor. Ihr Klub ist in der Nacht auf Freitag in der zweiten Play-off-Runde an den Carolina Hurricanes gescheitert.



    Da habt ihr ja eure Auswärtsfahrten, Schwenningen, Salzburg/Helsinki, München,

    Genau, Zell am See und Schwenningen ist natürlich dasselbe wie Oslo, Berlin, Helsinki oder London 🤣🤪 aber ja ist das Bier von SL und MC, mit RG waren wir ja dritter bis zur Entlassung (die mich stark an diejenige beim FC Bayern erinnert, sprich resultatmässig gab es keinen Vortschritt).