Beiträge von Ouimet

    Wobei es bei Rappi vor allem die Annerkennung ist und weniger der effektive Erfolg.

    ZSC letzter Titel 2018, Rappi letzter Titel mit dem Cupsieg auch 2018. Aber ja bringt jetzt auch nichts mehr das rauf und runter zu diskutieren. Die Fronten hier drin sind klar verteilt. die einem auf dem Forum wünschen SL ins Pfefferland und andere hier sehen in ihm den besten Sportchef der Welt.

    Simon Graf bleibt Fanboy… wird aber wohl so kommen, also eine weitere Saison durchwursteln. Finde die Analyse vom Blick viel besser.

    Analyse zum ZSC-Debakel - Warum jetzt ein Köpferollen falsch wäre

    Analyse zum ZSC-Debakel – Warum jetzt ein Köpferollen falsch wäre
    Das schnelle Ausscheiden im Halbfinal gegen Biel zeigte den ZSC Lions ihre Limiten schonungslos auf. Doch mit Aktionismus ist niemandem gedient.
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    Warum jetzt ein Köpferollen falsch wäre

    Das schnelle Ausscheiden im Halbfinal gegen Biel zeigte den ZSC Lions ihre Limiten schonungslos auf. Doch mit Aktionismus ist niemandem gedient.

    Vor dem Playoff-Start schrieb diese Zeitung: «Für die ZSC Lions ist nur der Titel gut genug.» Nun sind sie im Halbfinal gegen Biel sang- und klanglos mit 0:4 ausgeschieden. Es gibt nichts schönzureden: Sie haben versagt. Sie waren den Seeländern auf allen Positionen unterlegen, auch an der Bande. Marc Crawford wurde von Antti Törmänen gnadenlos ausgecoacht, fand gegen das Bieler Tempo- und Kombinationshockey kein Rezept. Und schon gar nicht gegen das Bieler Powerplay. Er konnte seinen Spielern keine Lösungen bieten, diese wirkten zusehends ratloser.

    Doch der klare Ausgang der Serie hatte durchaus seine Logik. Die Bieler sind ein gefestigtes Team, holten sich im Verlaufe der Qualifikation die nötige Sicherheit. Törmänen hat im Seeland etwas aufgebaut, befindet sich beim EHC Biel in seiner vierten ganzen Saison. Nun konnte die Mannschaft erstmals auch im Playoff ihr Potenzial umsetzen. Die ZSC Lions hingegen blicken auf einen turbulenten Winter mit einem Trainer- und Stilwechsel von Rikard Grönborg zu Marc Crawford zurück, in dem sie ihre Identität nie fanden.

    In der Vergangenheit war es ihnen mehrmals gelungen, nach einer durchzogenen Qualifikation im Playoff aufzudrehen und sogar noch Meister zu werden. Doch das kann nicht immer gut gehen. Die Frage ist nun, welche Schlüsse man aus dieser sportlich enttäuschenden Saison zieht. Es geht nicht darum, jemanden für den Misserfolg abzustrafen. Sondern darum, möglichst schnell zum Erfolg und zu einer stringenten Philosophie zu finden.

    Um Trainer Crawford fair beurteilen zu können, muss man ihn eine ganze Saison mit der Mannschaft arbeiten lassen.

    Crawford hat die Mannschaft bisher nicht weitergebracht und machte gegen Biel keine gute Figur. Doch um ihn fair beurteilen zu können, muss man ihn eine ganze Saison mit der Mannschaft arbeiten lassen. In seiner ersten Zürcher Zeit von 2012 bis 2016 verpasste er den ZSC Lions eine ansehnliche Spielkultur, gewann er mit ihnen dreimal die Regular Season und 2014 den Titel. Es ist nun an ihm, zu beweisen, dass er mit der Zeit gegangen ist, taktisch wie auch punkto Führungskultur. Nächste Saison gibt es keine Ausreden mehr.

    Anzurechnen ist ihm, dass er sich im Gegensatz zu seinem Vorgänger wieder um junge Spieler kümmerte. Crawford scheute sich nicht davor, Junioren in der ersten Mannschaft ins kalte Wasser zu werfen. Nur so kommen sie weiter. Das ist auch ein wichtiges Signal in einer Organisation, die so viel in den Nachwuchs investiert. Das Ziel müsste sein, jedes Jahr zwei, drei Junge in der National League einzubauen. Unter Grönborg war der Weg nach oben versperrt. Der Schwede foutierte sich um die eigenen Jungen. Dass sich das die ZSC-Führung so lange bieten liess, ist erstaunlich.

    Womit wir bei Sportchef Sven Leuenberger wären. Seit 2017 bei den ZSC Lions, steht er mit nur einem Titel da: In seinem ersten Jahr stürmten die Zürcher nach dem Trainerwechsel von Hans Wallson zu Hans Kossmann zum Triumph. 2022 verspielten sie eine 3:0-Führung im Final. Dieser Titel fehlt. Der Anspruch der ZSC Lions muss sein, alle drei, vier Jahre Meister zu werden. Dazu haben sie die nötigen finanziellen Ressourcen und mit der Swiss-Life-Arena nun auch die Infrastruktur.

    Leuenberger lotste in den vergangenen Jahren immer wieder Topspieler nach Zürich wie Sven Andrighetto, Denis Malgin, Dean Kukan oder Simon Hrubec, um nur einige zu nennen. Auch, natürlich, dank des nötigen Kleingelds. Eine weniger glückliche Hand hatte er bei den Trainern. Serge Aubin reüssierte in Zürich nicht, wurde in Deutschland dann aber gleich zweimal Meister. Grönborg entpuppte sich als Mogelpackung. Das definitive Urteil über Crawford steht noch aus.

    Am einfachsten wäre es, den Schuldigen im Sportchef zu suchen. Aber es gibt gute Gründe, an ihm festzuhalten. Leuenberger ist ein Fachmann mit einem breiten Netzwerk. Und der Sportchef hat in dieser Organisation auch nicht immer freie Hand. Zudem haben die Zürcher mit dem Trainerwechsel von Grönborg zu Crawford bereits eine neue Richtung eingeschlagen – diesen Weg müssen sie nun weiterverfolgen. Was passiert, wenn man ständig den Trainer und den Sportchef wechselt, zeigt das Beispiel des SC Bern, der in den letzten Jahren von einer Enttäuschung zur anderen stolpert.

    Die ZSC Lions sind im Playoff kläglich gescheitert, doch nun gilt es, kühlen Kopf zu bewahren.

    - «Wir präsentierten uns wie Junioren»

    ZSC-Captain Geering – «Wir präsentierten uns wie Junioren»
    Die ZSC Lions scheitern im Playoff-Halbfinal am EHC Biel mit 0:4. Keiner sucht nach dem bitteren Out nach Ausreden. Patrick Geering spricht gar von Naivität.
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    «Wir präsentierten uns wie Junioren»

    Die ZSC Lions scheitern im Playoff-Halbfinal am EHC Biel mit 0:4. Keiner sucht nach dem bitteren Out nach Ausreden. Patrick Geering spricht gar von Naivität.

    Um 22.15 Uhr herrschte bei einem Grossteil der 12’000 Fans in der Swiss-Life-Arena blankes Entsetzen. Toni Rajala war es, der mit einem Schuss ins verlassene Zürcher Gehäuse zum 3:5 das Schicksal der ZSC Lions besiegelte. Sie scheitern ohne einen einzigen Erfolg im Halbfinal an Biel und warten seit nunmehr fünf Jahren auf einen weiteren Meistertitel. Nicht nur auf den Tribünen flossen Tränen. Auf der Spielerbank hatten selbst Garrett Roe und Justin Azevedo feuchte Augen, nahmen sich in den Arm. Andere starrten ins Leere. Trainer Marc Crawford wiederum gab sich staatsmännisch und zeigte auch in der Niederlage Grösse.

    «Natürlich sind wir sehr enttäuscht», sagte der 62-Jährige, um dann sogleich auf den erneut an Krebs erkrankten Biel-Trainer Antti Törmänen zu sprechen zu kommen. «Ich habe grossen Respekt vor ihm und seiner Arbeit. Wir alle in der Organisation der ZSC Lions fühlen mit Antti und wünschen ihm und seiner Familie nur das Beste.» Auf dem Eis habe letztlich das Tempo den Unterschied ausgemacht. «Biel ist ein sehr schnelles Team, das viel Druck auf die Verteidiger ausüben kann», so Crawford. «Damit bekundeten wir Mühe. Zudem haben wir viele Chancen verpasst, im Boxplay den Puck zu klären und aus der Zone zu bringen.»

    Dabei hatte alles so gut begonnen: Zum ersten Mal überhaupt ging der ZSC in diesem Halbfinal in Führung. 2:0 stand es nach zehn Minuten, 3:1 bei Spielhälfte. Trotzdem gab man den Vorteil leichtfertig preis, handelte sich unnötige Strafen ein und kassierte zwei Tore in Unterzahl, ehe Viktor Lööv acht Minuten vor Schluss das Game-Winning-Tor erzielte. «Ein 3:1 musst du einfach über die Runden bringen», hielt Captain Patrick Geering fest. «Wenn dir das nicht gelingt, hast du es verdient, so dazustehen, wie ich jetzt dastehe.» Man habe sich mehr vorgenommen. Doch: «Biel war kaltschnäuziger, hatte die ganze Serie über immer eine Antwort bereit. Wir hingegen präsentierten uns mit all diesen Boxplaytoren wie Junioren. Dieses 0:4 tut weh.»

    Nicht beim Trainer suchen

    13 Überzahlgelegenheiten bekamen die Seeländer in diesen vier Partien zugesprochen. Und schlugen ganze sechs Mal zu. «Biel trat mit sehr viel Selbstvertrauen auf», konstatierte Geering. «Das Verrückte an der ganzen Geschichte ist, dass wir jene Härte, die uns im Viertelfinal gegen Davos ausgezeichnet hatte, komplett vermissen liessen. Das Zusammenspiel stimmte nicht. Spielten wir die Scheibe tief, kamen wir drei Schritte zu spät. Versuchten wir etwas zu kreieren, tappten wir wieder in die Falle. Und auf Fortschritte folgten zwei Rückschritte.» Geering denkt ans dritte Duell: «Wir warfen im zweiten Drittel alles rein, doch Biel zog mit fünf Toren davon. Wir waren sehr naiv.»

    Nach dem Trainerwechsel im vergangenen Dezember von Rikard Grönborg zu Crawford meinte Geering in dieser Zeitung: «Wir wollen für unsere Leistungen verantwortlich gemacht werden. Wir wollen, dass es uns gesagt wird, wenn wir einen Mist zusammenspielen. Und dass es Konsequenzen hat.» Doch nun steht der ZSC schlechter da, als vor einem Jahr, als man es unter dem Schweden immerhin bis in den Final geschafft hatte. Darauf angesprochen, sagt der Captain. «Es war ein Entscheid der Chefetage. So kurz nach Spielschluss kann man sagen, dass es offensichtlich nicht aufgegangen war. Aber es wäre am falschen Ort gesucht.»

    Heute beginnt der ZSC mit der Aufarbeitung der Saison. Was es braucht, um endlich wieder Meister zu werden, weiss Geering schon jetzt: «Wir müssen in allen Belangen besser werden.»

    Gratulation an Biel! Well done!!

    In der Sommerpause diskutieren sollte man meines erachtens:

    MC, immerhin mit ihm als Trainer sind wir 0:4 Niederlagen gegen Berner Teams in den Playoffs bereits gewohnt. Schade hat man den dritten Rang verspielt, geile Champions League auswärts Reisen wären immerhin eine Genugtung gewesen für diese Playoffs…

    Und so nebenbei:

    Simon Graf die Propaganda gegen RG war im Nachhinein unangebracht, er hat mit diesem Team das beste herausgeholt

    Ach ja und Rappi spielt zu 50% wieder CHL. Vielleicht wäre Steinmann doch eine Option zu SL…. Das Upside ist grösser als das Downside… (kein Titel in 6 Jahren ist jetzt auch keine Erfolgsgeschichte)

    Wieviele Patronen gibt es noch für SL?

    Oder sind in unserer Wohlfüloase in Altstetten jetzt alle happy. Eigenes Stadion, Stadionauslastung top und he, Lausanne und Lugano dümpeln ja mit einem ähnlichen Budget auch seit Jahren in der Liga rum, alles gut, wir sehen uns wieder ab September, schöni Ferie uns allen.

    So wie ich den ZSC kenne werden wir aber wohl mit SL und MC weiter machen und dümpeln… anstatt auszumisten… weil eben, Saisonkarten, Stadionauslastung, alles super, alle happy

    Zeitenwende im Sportclub - Nach 119 Jahren: Bei GC-Ruderern sind neu Frauen willkommen

    Zeitenwende im Sportclub – Nach 119 Jahren: Bei GC-Ruderern sind nun auch Frauen willkommen
    Die letzte Männerbastion im Zürcher Sport ist gefallen. Mit deutlichem Mehr hat die Rudersektion des Grasshopper Club beschlossen, Frauen aufzunehmen.
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    Nach 119 Jahren: Bei GC-Ruderern sind neu Frauen willkommen

    Die letzte Männerbastion im Zürcher Sport ist gefallen. Mit deutlichem Mehr hat die Rudersektion des Grasshopper Club beschlossen, Frauen aufzunehmen.

    Die Rudersektion der Grasshopper besteht seit 1904. Und genau so lange hielt sie an einer Tradition fest, die zuletzt immer antiquierter erschien: Die GC-Ruderer waren ein reiner Männerclub. Damit waren sie die Letzten ihrer Art. Das Bundesamt für Sport gab 2019 gegenüber der NZZ an, dass das wohl der einzige Sportverein im Land sei, der Frauen die Mitgliedschaft explizit verweigere.

    Das ändert sich jetzt: Am 9. März hat die 119. Sektionsversammlung im Bootshaus am Mythenquai den historischen Entscheid gefällt, künftig auch weibliche Mitglieder aufzunehmen. Eine deutliche Mehrheit folgte damit einem Antrag des Vorstands, den auch die Aktiven unterstützt haben, wie Präsident Tobias Fankhauser sagt.

    Der Abstimmung ging eine lebhafte Diskussion voraus, wie aus dem Umfeld des Vereins zu erfahren ist: Demnach waren die Gegner der Statutenänderung in Sorge, dass das nötige Geld und Trainingspersonal fehlen, um den zusätzlichen Leistungssportbetrieb für Frauen zu betreiben. Die Mehrzahl der zahlreichen Anwesenden war dagegen der Meinung, dass Frauen im Rudersport längst dazugehören und GC diese «als fokussierter Leistungssportclub» ebenfalls integrieren sollte. Die Sektion verspricht sich zudem eine Bereicherung fürs Clubleben und freut sich jetzt schon auf «erste Schweizer Meisterinnen in den Farben des GC».

    Vor der entscheidenden Abstimmung über die Frauenfrage hat der Verein das Thema mehrmals in grösseren Hearings diskutiert. Zudem gab es einen konkreten Umsetzungsplan. Präsident Fankhauser vermutet, dass das alles geholfen hat, um diesmal Zweifel bei der Basis «zu reduzieren oder gar zu eliminieren».

    Frühere Anläufe, die Männerbastion zu schleifen, waren gescheitert.

    Frühere Anläufe, die Männerbastion am Mythenquai zu schleifen, waren gescheitert. 1997 war der Entscheid sehr knapp, 2003 gingen die Befürworter einer Öffnung unter – vor allem auch, weil die Jungen dagegen waren. Als die Neue Zürcher Zeitung 2019 gross über die umstrittene Tradition berichtete und die Frage stellte «Darf man sich als Sportklub heute noch weigern, Frauen aufzunehmen?», beschäftigte der Herrenclub gar die Zürcher Politik.

    Die NZZ erzählte den Fall der Steuerfrau Ruth Wood, die nach zwei Jahren harten Trainings mit dem GC-Achter an den Schweizer Meisterschaften 2017 Gold geholt hatte, aber im Club selbst immer aussen vor blieb und sich danach ausgebeutet fühlte. «Ausbeutung maskiert als Tradition. Ich fühlte mich diskriminiert», sagte sie damals der Zeitung.

    Stadtrat stärkte Ruderern den Rücken

    Die SP-Gemeinderätinnen Natascha Wey und Anjushka Früh wollten darauf vom Zürcher Stadtrat wissen, wie er zur Frauenfrage steht, und reichten eine Anfrage ein. Die Verbindung des Ruderclubs zur Stadt: Das Clubhaus am Mythenquai steht auf städtischem Grund, zudem erhält GC jedes Jahr über 10’000 Franken von der öffentlichen Hand für die Jugendförderung.

    Zur Enttäuschung der Politikerinnen stärkte die Stadtregierung 2020 den GC-Ruderern den Rücken. Diese hatten argumentiert, eine Frauenabteilung hätte einen massiven Mehraufwand zur Folge: zusätzliche Boote, separate Garderoben. Dafür fehlten die Ressourcen, so der Verein. «Die Begründung der GC-Rudersektion erscheint nachvollziehbar und plausibel», fand der Stadtrat . Dass der Verein nun bald Frauen offensteht, ist für Anjushka Früh ein «erfreulicher und überfälliger Entscheid»: «Jetzt hoffe ich, dass die Frauen finanziell und infrastruktuell gleichgestellt sein werden.»

    Im Herbst 2024 für GC an den Start

    Die nötigen Einrichtungen und Trainingsressourcen bereitzustellen, sei nach wie vor eine grosse Hürde für GC, sagt Präsident Tobias Fankhauser. Wann genau alles stehe, sei noch unklar. «Wir hoffen aber, im Herbst 2024 erste junge Ruderinnen an Regatten starten lassen zu können.»

    Vorderhand lässt sich allerdings auf dem elektronischen Anmeldeformular für Neumitglieder bei Geschlecht weiterhin nur «Herr» anwählen.

    Die ZSC Lions stehen vor dem Lichterlöschen, der Trainer Marc Crawford sagt: «Den Elefanten kannst du nur Biss für Biss essen»

    ZSC Lions: Es droht eine Schmach wie zuletzt 2016 gegen Bern
    Die ZSC Lions liegen in der Play-off-Halbfinalserie gegen Biel mit 0:3-Siegen zurück und starren dem Abgrund entgegen. Der Coach Marc Crawford bemüht Metaphern…
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    Die ZSC Lions stehen vor dem Lichterlöschen, der Trainer Marc Crawford sagt: «Den Elefanten kannst du nur Biss für Biss essen»

    Die ZSC Lions liegen in der Play-off-Halbfinalserie gegen Biel mit 0:3-Siegen zurück und starren dem Abgrund entgegen. Der Coach Marc Crawford bemüht Metaphern – und sieht seine riskanten Personalmassnahmen wirkungslos verpuffen.

    1988 hat die Trainerkarriere von Marc Crawford in Milwaukee begonnen. Der Kanadier ist durch fünf verschiedene Ligen getingelt, hat grosse Erfolge gefeiert und den Stanley-Cup gewonnen. Aber einen 0:3-Rückstand in einer Play-off-Serie hat er noch nie gedreht. Am Montagabend steht Crawford, 62, in der Bieler Tissot-Arena und sagt: «Einen Elefanten kannst Du nur Biss für Biss essen.»

    Das Play-off ist die Zeit der Metaphern, Crawfords Bonmot ist eine schöne Abwechslung vom drögen Standardsatz, es gelte jetzt «Spiel für Spiel» zu nehmen, den Spieler und Funktionäre Jahr für Jahr in einem lähmende Langeweile auslösenden Singsang herunterbeten. Vielleicht hat ihn das Play-off-Motto des Klubs inspiriert: «Time to hunt» heisst es, Zeit für die Jagd, der ZSC hat es auf allerhand Kleidungsstücke drucken lassen. Und ist für den eigentlichen Aussenseiter Biel bisher trotzdem leichte Beute. Eine einzige Niederlage trennt den ZSC noch vom Saisonende, es könnte bereits am Mittwoch Tatsache werden.

    Es droht das erste 0:4 im Play-off seit 2016 – damals bedeutete es das Aus für den Trainer Marc Crawford

    Wohl ist dem Team schmerzlich bewusst, dass es möglich ist, eine 3:0-Führung zu verspielen – das Malheur passierte dem ZSC vor Jahresfrist im Final gegen Zug, aber in der Geschichte des Schweizer Eishockeys ist eine solche Wende erst fünf Mal vorgekommen. Und noch nie gelang sie den Zürchern. Es spricht wenig dafür, dass sich das in dieser Serie ändern wird; für den ZSC geht es zunächst darum, das Gesicht zu wahren. Schon 2021 verabschiedeten sich die Lions ohne Sieg aus dem Halbfinal, gegen Genf/Servette hiess es in einer pandemiebedingt verkürzt geführten Serie am Ende 0:3. Die letzte 0:4-Ohrfeige im Play-off datiert von 2015/16. Damals hiess der Gegner im Viertelfinal Bern und der ZSC-Coach Marc Crawford. Wenige Stunden nach der finalen Niederlage in Bern war der Coach seinen Job los.

    Das wird dieses Mal nicht geschehen, auch wenn die Bilanz des Trainers mit 15 Siegen aus 30 Partien bisher ausgesprochen mittelmässig ist und er noch nicht hat nachweisen können, dass es der richtige Entscheid war, ihn zurückzuholen. Aber der erst Ende Dezember eingesetzte Coach ist bis 2025 gebunden. Das ZSC-Management zeigte sich bei der Vertragsgestaltung auffallend generös, er hat entsprechend nichts zu befürchten.

    Und es ist auch nicht sein Fehler, dass in der ZSC-Offensive derzeit so viel im Argen liegt. Im Gewand des Topskorers lief am Montag der Abwehrchef Dean Kukan auf, was alles über den gegenwärtigen Zustand des ZSC-Angriffs aussagt. Der Ausfall von Denis Hollenstein, der sich im Viertelfinal gegen Davos verletzte und für den Rest der Saison ausfällt, trifft den Klub härter als ihm lieb sein kann.

    Denn der nominell eigentlich beste Stürmer Sven Andrighetto befindet sich meilenweit von jener beneidenswerten Verfassung entfernt, mit welcher in seiner ersten ZSC-Saison vor zwei Jahren die Liga in Staunen versetzte. Simon Bodenmann, inzwischen 35, hat seit seiner Vertragsverlängerung von Anfang Februar in 15 Spielen noch zwei Treffer erzielt. Der wuchtige Willy Riedi hat nach einem spektakulären Saisonstart in den letzten 40 Spielen vier Tore erzielt und kein einziges vorbereitet. Die Dritt- und Viertliniencenter Justin Sigrist und Reto Schäppi stagnieren seit längerem und sind offensiv keine Faktoren. Am augenfälligsten aber ist die Formkrise der Ausländer, die in ihrer Quersumme momentan eine bittere Enttäuschung darstellen. Der Sportchef Sven Leuenberger hatte bei der Selektion dieser Spieler auch schon mehr Fortune.

    Crawford riskierte am Montag viel, er setzte die Angreifer Justin Azevedo und Lucas Wallmark auf die Tribüne. Azevedo ist mit fünf Punkten aus sieben Partien noch immer der produktivste ZSC-Profi in diesem Play-off; Wallmark, 28, ist schwedischer Nationalspieler und hat über 200 NHL-Partien bestritten. Er steht in Zürich bis 2025 unter Vertrag. Seine Verbannung war ein starkes Signal, zumal ihm de facto Jarno Kärki vorgezogen wurde, ein finnischer Angreifer, der den ganzen Winter über für das Farmteam GCK Lions gespielt hat und dessen letzter Ernstkampf einen Monat zurücklag. Kärki sei ein «grosser, starker Spieler», der für das Powerplay vorgesehen gewesen sei, erklärte Crawford. Der ZSC spielte am Montag kein einziges Mal in Überzahl. Crawford wies wortreich darauf hin, dass er mit der Regelauslegung der Schiedsrichter nicht in allen Fällen übereinstimmte.

    Der EHC Biel in der Offensive mit mehr Qualität als der ZSC

    Die überraschende Nomination Kärkis hatte auch diesen Effekt: Dass man zum Schluss kommen konnte, dass Biel auf dem Papier in der Offensive besser besetzt ist. Es dürfte keine zwei Meinungen darüber geben, dass Biels dritte Linie mit dem Trio Hischier/Künzle/Cunti über mehr Qualität verfügt als jene des ZSC mit Riedi/Schäppi/Baechler. Mike Künzle und Luca Cunti, das sind verlorene Söhne des ZSC, beide sind Zürcher und wurden in der Heimat schon Meister. Cunti, 33, spielte unter Crawford in Zürich einst das beste Hockey seiner Karriere und schaffte es ins Schweizer WM- und Olympiakader. Heute stürmt er für ein Team, das weniger Geld ausgibt als der ZSC. In der Qualifikation aber trotzdem 24 Tore mehr geschossen hat. Und dem mit dem ehemaligen Liga-Topskorer Damien Brunner in den ersten drei Partien einer der wichtigsten Stürmer fehlte. Brunner, 37, könnte am Mittwoch in Zürich sein Comeback geben.

    Nach zwei torlosen Partien gelangen dem ZSC immerhin drei Treffer, einen davon erzielte der nach längerer Absenz reaktivierte Amerikaner Garrett Roe, aber sie waren nicht mehr als Resultatkosmetik. Der ZSC lag nie in Führung, er wurde von einem spielfreudigen, emotionalisierten Gegner phasenweise zerzaust.

    Ein männlicher Elefant wiegt um die 6000 Kilo, das bedeutet zwischen 3000 und 3500 Kilo an verwertbarem Fleisch, wie das Internet weiss. Niemand sagt, man solle einen Elefanten töten und essen, auch Marc Crawford nicht, bitte einmal durchatmen, es gibt keinen Grund, Peta einzuschalten. Aber das Sprachbild ist schon stimmig: Man benötigt viel Zeit, um drei Tonnen an Lebensmitteln einzunehmen. Der ZSC muss hoffen, dass seine Frist nicht schon am Mittwoch verstreicht.

    Let‘s face it.

    Grönborg hat den höheren Punkteschnitt, Rang 3 plus mögliche CHL Teilnahme.

    Sportlich wurden wir seit der Entlassung schwächer. Und deshalb sollten wir beim Sportverantwortlichen also dem Sportchef die Konsequenzen ziehen. Die Trainerentlassung brachte nichts. Und jetzt müssen wir uns dank SL noch 2 Jahre mit MC abmühen.

    Genau deshalb reicht es nicht ganz. Nur, wo ist Ursache? Coach, Spieler und SC austauschen löst es auch nicht, pröbeln und darauf auf Besserung hoffen ist wenig erfolgsversprechend. Vielleicht ist es die Winner Mentalität die etwas verschwunden ist, die braucht es um die letzte und schwierigste Meile zu überwinden! Für mich stellt sich die Frage, wer es vorlebt (Kultur)?

    Dazu braucht es die Spielertypen. Und somit sind wir schon wieder bei SL….

    0:3 im Halbfinal - Die ZSC Lions taumeln dem Saisonende entgegen

    0:3 im Halbfinal – Die ZSC Lions taumeln dem Saisonende entgegen
    Erstmals schiessen die Zürcher Tore, doch sie sind beim 3:5 chancenlos. Sie werden von den spielerisch überlegenen Bielern vorgeführt. Am Mittwoch droht das…
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    Die ZSC Lions taumeln dem Saisonende entgegen

    Erstmals schiessen die Zürcher Tore, doch sie sind beim 3:5 chancenlos. Sie werden von den spielerisch überlegenen Bielern vorgeführt. Am Mittwoch droht das Lichterlöschen.

    In der Tissot-Arena brachen zur zweiten Pause alle Dämme: «Meischter, Schwiizer Meischter», skandierten die Bieler Fans und feierten überschwänglich ihre U-17, die am Wochenende den Titel geholt hatte. Das passte zur Stimmung nach einem Drittel, in dem die erste Mannschaft die einst so stolzen ZSC Lions nach allen Regeln der Kunst vorgeführt hatten. Fünf Tore erzielten die Seeländer in 20 diesen Minuten, eines schöner als das andere.

    So wunderbar dieser Abend für die Bieler war, die mit dem 5:3-Sieg in der Serie auf 3:0 stellten und sich vier Finalpucks verschafften, so bitter war er für die Zürcher. Sie waren mit dem Vorsatz angereist, mit viel Kampf und hartem Körperspiel die Bieler aus dem Konzept zu bringen. Doch diese spielten ganz ruhig weiter und bedankten sich bei den Zürchern für ihre Strafen mit zwei Powerplay-Toren. Das 1:0 und das 3:1 in Überzahl waren wegweisend, danach verloren die Gäste den Kopf.

    Den ZSC Lions werden in diesem Halbfinal ihre Limiten schonungslos aufgedeckt. Sie wirken bieder, oft träge und zusehends verzweifelt. Spielerisch liegen Welten zwischen den Bielern und ihnen. Die Seeländer treten auf wie eine eingespielte Mannschaft, derweil man bei den Zürchern das Gefühl hat, sie wären eben erst zusammengekommen und müssten sich erst noch kennen lernen. Es rächt sich nun, dass sie in der Qualifikation nie zu Konstanz gefunden haben.

    Als Verzweiflungsmassnahme für Spiel 3 strich Marc Crawford den Zürcher Playoff-Topskorer Azevedo und den blassen Schweden Wallmark aus dem Kader und nominierte stattdessen Roe und Kärki. Doch diese beiden konnten nicht die gewünschte Wende bringen. Was, mit Verlaub, auch etwas zu viel verlangt gewesen wäre von ihnen. Roe ist nur noch ein Schatten seiner besten Tage, Kärki absolvierte die Saison in der Swiss League und hatte seit mehreren Wochen kein Spiel mehr bestritten.

    Im ersten Drittel sah es für die ZSC Lions gar nicht so schlecht aus. Sie boten den Bielern mit ihrem Körpereinsatz Paroli und kamen zu zwei exzellenten Chancen: Doch Leone (8.) scheiterte alleine vor Säteri und Kukan (19.) mit seinem Direktschuss. Die Zürcher mussten sich bis zur 31. Minute gedulden, bis sie nach über 150 Minuten in dieser Serie erstmals ein Tor bejubeln durften. Doch als Chris Baltisberger traf, lagen sie bereits 0:2 zurück.

    Von der 37. bis zur 40. Minute fielen die Zürcher, die innert 188 Sekunden drei Tore kassierten, richtiggehend auseinander und 2:5 zurück. In den letzten 20 Minuten verabschiedeten sie sich immerhin anständig und kamen durch Roe (55.) noch zu einem Tor.

    Dass ein 0:3 in einer Serie noch nicht die Entscheidung bedeuten muss, wissen die Zürcher gut: Einen solchen Vorsprung verspielten sie ja im letztjährigen Final gegen Zug. Doch waren die Zuger damals in den ersten drei Partien ebenbürtig gewesen, kann man das von den Zürchern nicht behaupten.

    Übrigens triumphierten nicht nur die Bieler bei den Junioren, sondern auch die Zürcher: Die U-20 wurde am Weekend Meister. Vielleicht gibt es ja einen Silberstreifen am Horizont.