Bonus wäre dann endlich keine CHL im 23/24.
also d uswärtsreise i de CHL sind ja jewils s beschte vo de ganze Saison! Viel spannender als zum 20 Mal uf Langnau, Biel oder Bern
Bonus wäre dann endlich keine CHL im 23/24.
also d uswärtsreise i de CHL sind ja jewils s beschte vo de ganze Saison! Viel spannender als zum 20 Mal uf Langnau, Biel oder Bern
Nach ihrem Karriereende wurden Andri Stoffel (2014/15, 13 Saisons) und Severin Blindenbacher (2020/21, 14 Saisons) offiziell verabschiedet. Mit den Möglichkeiten, die wir jetzt in der Swiss Life Arena besitzen, möchten wir dem Duo eine Ehre erweisen: Auch diese beiden verdienstvollen Spieler werden mit einem Banner unters Dach gezogen und in den Kreis zusammen mit Mathias Seger, Ari Sulander und Lukas Flüeler aufgenommen. Die Zeremonie findet am kommenden Donnerstag, 2. März, anlässlich des Heimspiels gegen den HC Davos statt. Wir bitten alle Matchbesucherinnen und Matchbesucher, bereits um 19:30 Uhr auf ihren Plätzen zu sein. Danke!
Falls Crawford nicht gegen Zug will kann man ja das gegen Davos so steuern….
kannst übernehmen blackstar, für 30 kisten!
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Schon verwunderlich das da von der Goldküste, vom alten Geld der Privatbanken. den Zünftern oder dem Züriberg keiner zugreift - GC gilt ja immer noch als Nobelclub und wird wohl noch eine Weile Rekordmeister bleiben.
Immerhin als aussenstehender war mir der Chinese sympathischer als der Ami Schwurbler Rietiker.
Neue Ambitionen am Ende der Welt: Der EHC Arosa drängt mit verrückten Ideen zurück ins Profi-Eishockey
Damals war mal als Gründungsmitglied auch automatisch jedes Jahr dabei nicht?
Nicht mehr….
Bin gespannt auf heute - Rang 3 und CHL (ja sofern Biel oder Genf Meister werden) interessierte Crawford beim letzten Gastspiel nie. Der Kampf um Rang 4 entscheidet sich gegen Davos. Von daher bei uns gehts um nichts mehr bei Zug aber um sehr viel
Welch eine Ironie der Geschichte: SCB-Präsident Marc Lüthi ist der Vater der neuen Ausländerregelung (sechs statt nur vier).
Nun ist der SCB ein Opfer dieser neuen Ausländerregelung. Sechs ausländische Spieler können ein Team prägen und tragen. Das ist einer der zentralen Gründe für die Ausgeglichenheit der Liga. Der SCB hat einen einzigen überdurchschnittlichen Ausländer (Chris DiDomenico). So schlimm wie diese Saison war es beim SC Bern um das ausländische Personal seit der Abstiegssaison 1981/92 nie mehr bestellt.
Realistisch ist es auch Platz 4 oder 5. Der Zug nach weiter vorne ist abgefahren. Ich könnte aber auch gut mit einem Viertelfinal gegen den HCD leben - PO gegen die ist auch schon eine Weile her.
rang 3 wäre gut da a) die wahrscheinlichkeit an der chl teilzunehmen grösser ist und b) dann crawford tabellarisch immerhin mit rg gleichzieht. crawford hat den zsc ja als 3. übernommen… aber bei dem schlussprogramm von rappi wird rang 3 eher nicht wahrscheinlich. also dann wahrscheinlich davos zum saisonauftakt
Schlussprogramm Rapperswil
Lausanne a
Kloten a
Ambri h
Mit Blick auf den Totomat wäre ein Sieg heute für Rang 3 seeeehr wichtig…
3,2,1 bis der erste kommt „aber die haben ja keinen Titel geholt, die sind auch nicht besser wie wir“.
Doch, den Cup 🤪🤪
Bei den Frauen sind die ZSC Lions der Konkurrenz Jahrzehnte voraus
Ganz im Gegensatz zur nationalen Konkurrenz investieren die Zürcher schon lange ins Frauenhockey. Nun dürfen die Ladys fürs Playoff sogar auf die grösste Bühne.
Der SCB wird Bomo Thun in seine Organisation integrieren, Davos die Thurgau Indien Ladies übernehmen, und der EVZ investiert wie kein anderer Verein je zuvor. Erst vor 15 Jahren lösten die Zentralschweizer ihr Frauenteam auf, waren nicht einmal bereit, für die fehlenden Kosten von 9500 Franken für eine Reise an den Europacup-Final nach Stockholm aufzukommen. Um Geld zu generieren, zogen die Spielerinnen für einen Erotikkalender blank. Nun wird der Club ab nächster Saison wieder eine Equipe stellen.
Daniela Diaz, die langjährige ZSC- und Nationalteam-Verantwortliche, wird als Trainerin fungieren. Mit der Verpflichtung von Lara Stalder gelang ihr ein erster Coup. Die Zuger, die in der zweithöchsten Liga starten werden, wollen ihren Akteurinnen ein Halbprofitum ermöglichen, sie zu 40 Prozent entlöhnen. Bis in sechs Jahren sollen 2000 Zuschauende den Spielen beiwohnen. Zum Vergleich: Knapp 130 Fans besuchen im Schnitt die Spiele der ZSC Lions und des HC Lugano. Es sind jene Clubs, die das grösste Interesse wecken.
Der EVZ erntet mit seinen Plänen auch Kritik. Den Sport fördern und in den Nachwuchs investieren? Gerne. Doch bitte den anderen Vereinen keine Spielerinnen ausspannen, lautet der Tenor. Bei den Lions trägt Angelika Weber seit 15 Jahren die Gesamtleitung der Frauen. Sie sagt: «Grundsätzlich ist jeder Grossclub, der sich für das Fraueneishockey interessiert und es ernsthaft betreiben möchte, herzlich willkommen. Es kann dem Sport helfen.» Das Wort «ernsthaft» hebt sie hervor.
Während man sich andernorts dem Thema Frauenhockey erst jetzt widmet, feierte der ZSC am Sonntag anlässlich des 9:2-Erfolgs gegen Ambri im Sportzentrum Heuried sein 40-jähriges Bestehen. Alles, was im Club Rang und Namen hat, war vor Ort, wurde von den ZSC-Verwaltungsräten Walter Frey, Rolf Dörig und Peter Zahner geehrt.
Gegründet wurde das Frauenteam einst unter dem Namen ZSC Astena, einer Abkürzung der beiden Vornamen der Gründerinnen Astrid Marti und Elena Philipp. Angelika Weber war von allem Anfang an dabei. Während 20 Jahren stand die Bankangestellte selbst auf dem Eis. Zu einer Zeit noch, als sie gemeinsam mit ihren Kolleginnen bestenfalls geduldet war. Es kam vor, dass Weber mit ihrer Tasche im Training erschien und es hiess, die Einheit finde nicht statt. Eine Begründung gab es nicht. «Die ersten Ausrüstungen beschränkten sich auf Einheitsgrössen», erzählt die gebürtige Wallisellerin schmunzelnd. «Ich erinnere mich an ein Spiel in Davos. Die Gegnerinnen trugen zwar einen Oberkörperschutz, jedoch keine Hockeyhosen. Zum vereinbarten Rückspiel kam es nicht mehr. Das Team hatte sich aufgelöst.»
Spielerinnen können nicht entlöhnt werden
Seither hat sich viel getan. Beim ZSC gehörte Ernst Meier zu den grossen Förderern des Frauenhockeys. Der Ehrenpräsident pochte nach dem Zusammenschluss mit GC im Jahr 1997 darauf, dass sich der Club vermehrt auch um das weibliche Geschlecht kümmert, liess dies sogar vertraglich festhalten. «Seit Peter Zahner 2007 zum ZSC stiess, konnten wir uns Schritt für Schritt weiter verbessern», hält Weber fest.
Heute betreiben die Lions mit insgesamt 160 Spielerinnen nicht nur die grösste Frauenorganisation der Schweiz, sie sind mit sieben Meistertiteln und zehn Cupsiegen auch das erfolgreichste Team der letzten Jahre. Doch von einem Halbprofitum ist der Club weit entfernt. Zwar müssen die Spielerinnen für den Transport nicht mehr selbst aufkommen und erhalten einen finanziellen Zustupf an die Materialkosten, doch Weber sagt: «Um sie so zu entschädigen, dass ihr Aufwand vollständig gedeckt ist, benötigen wir mehr Geld. Und damit wir mehr Geld generieren können, braucht es das Interesse, mehr Öffentlichkeit und den Druck der Geldgeber.»
Einen Effekt erhofft sich Weber durch den Einstieg der Postfinance als Haupt- und Namensrechtspartnerin der Liga. Das Engagement soll auch mit Forderungen nach mehr Aufmerksamkeit verknüpft sein. «Es wäre wichtig, den nächsten Schritt zu schaffen. Mein Ziel ist es, die Spielerinnen dereinst so zu bezahlen, dass sie ihren Job auf 80 Prozent reduzieren können.»
Für die 28-jährige Isabel Waidacher, die vor zwei Jahren gemeinsam mit ihren Schwestern Nina (30) und Monika (32) nach sechs Meistertiteln mit dem ZSC zurückgetreten ist und heute in einem Architekturbüro tätig ist, wäre eine Pensumsreduktion kaum infrage gekommen. Sie sagt: «Wir spielten zur besten Zeit, konnten studieren, einer geregelten Arbeit nachgehen und durften trotzdem an Weltmeisterschaften und bei Olympischen Spielen teilnehmen. Ich habe das genossen.» Dass sie kein Geld verdiente, stört die Aroserin nicht.
Sportlich läuft es den Lions auch in dieser Saison. Das Team von Angela Frautschi hat die Qualifikation dank 21 Siegen in 24 Partien gewonnen und trifft nun am Samstag (17 Uhr) zum Playoff-Auftakt auf Thurgau. Die Spielerinnen ziehen dafür bis Saisonende in die Swiss-Life-Arena um, werden eine Kabine beziehen und auch die Trainings in Altstetten abhalten.
Wird sicher abgewartet.
Wobei ich mal gelesen habe, dass dies nun für SL die letzte Patrone sei, und die muss sitzen.
Ein 2 Jahres Vertrag inkl Assistent kostet wohl bei jetziger Auflösung gegen eine Million - da wartet man sicher bis Weihnachten 23 ab.
Genau: jeder SC, jeder Trainer der nicht Meister wird ist ein Looser
Wieso holen wir nicht deren Sportchef… bei denen funktionierts sowohl mit einem schwedischem Trainer sowie auch Nachwuchs einzubinden….
In den letzten Tagen mögen die Lakers teilweise geschwächelt haben, doch das grosse Bild zerstört das nicht. Vor gut einer Woche schnupperte das Team noch am zweiten Rang, schon nur eine Top-6-Position ist für Rapperswil-Jona ein grosser Erfolg. Denn auch wenn es keine offizielle Lohnrangliste im Schweizer Eishockey gibt: Wer die Lakers ins unterste Viertel der Liga platziert, liegt kaum falsch. Dennoch könnten die St. Galler ihre letzte Saison mit Platz 4 nun nicht nur bestätigen, sondern sogar übertreffen.
Eine oft erzählte Schnellversion: Rapperswil holt die Jungen, die anderswo keine guten Chancen bekommen, und hat Erfolg damit. Es ist wahr, dass in den letzten drei Jahren diverse solche Spieler zu den Lakers wechselten. Und es stimmt auch, dass sie in der Regel echte Chancen bekommen. Dennoch greift das als «Masterplan» zu kurz, zudem ist der wohl wichtigste Einzelspieler der Lakers mit dem 37-jährigen Stürmer Roman Cervenka auch ihr ältester. Doch zu ihm später.
«Kenne deine Spieler!» Stefan Hedlund, seit zwei Jahren Cheftrainer in Rapperswil, klopft auf den Tisch, betont jede Silbe. Das ist für ihn einer der Schlüssel und die Antwort auf viele Fragen rund um den Erfolg der Lakers. Hedlund (47) ist der vielleicht ungewöhnlichste Trainer der Liga. Erstmals ist er alleiniger Headcoach auf höchster Stufe, auch wenn er betont, wie viel der Arbeit er mit den Assistenten teilt und wie sehr er auch Spieler in Entscheidungsprozesse einbezieht. Das ist die schwedische Schule, Hedlund war einst bei Skelleftea einer von gar drei Co-Coaches, nicht immer funktioniert sie in der Schweiz reibungslos.
Auch Hedlund erlebte diese Momente: Unsichere Reaktionen der Spieler, weil er sogleich Fragen stellte und Antworten wollte – weil nur so könne er sie kennen lernen, einbeziehen. «Ich merkte, dass in der Schweiz die Spieler sich das kanadische Leadership gewohnt sind: Es wird dir gesagt, was du zu tun hast», sagt Hedlund. Er lässt dennoch nicht locker, geht die Extrameile, um das Vertrauen der Spieler zu gewinnen. Das heisst: Reden, reden, reden. Hedlund nützt jeden freien Moment dazu, und seien es bloss fünfminütige Gespräche: vor und nach dem Training, bei gemeinsamen Spaziergängen, im Teambus.
Er will alles wissen: Privates, Sportliches, Ziele. Bekundet ein Spieler Mühe, sich zu öffnen, macht der Trainer den ersten Schritt: «Ich zeige, dass ich auch verletzlich und ein Mensch mit Fehlern bin.» Es sei ein altes Klischee, dass alle Spieler gleich behandelt werden müssten, sagt Hedlund. «Ich behandle keinen gleich. Ansonsten wäre gar kein Erfolg möglich.» Er notiert jedes Gespräch in einem Dossier. Er nennt es das «lebendige Dokument», da die Assistenztrainer ebenso Zugriff haben und angehalten sind, auch ihre Gespräche mit den Spielern zu notieren und die Inhalte stetig zu erweitern.
Hedlund ist ausgebildeter Sportlehrer, er arbeitete so bereits in seinem früheren Beruf. Er tut es nun, um sich an alles Besprochene zu erinnern oder die Spieler später an besprochene persönliche Ziele erinnern zu können. Die wichtigsten Gespräche seien jene vor der Saison im August, rund 30 Zusatzstunden investiert er in diese. Ein grosser Aufwand, sagt er, «aber ich sehe keinen anderen Weg. Das gehört für mich zum Coaching.»
Zitat«Tun es alle gleich, gewinnen immer die Teams mit den grossen Portemonnaies.»
Stefan Hedlund, Headcoach Rapperswil-Jona Lakers
Anders zu sein als die anderen, auch das ist ein Rapperswiler Erfolgsschlüssel für Hedlund. Gezwungenermassen: «Tun es alle gleich, gewinnen immer die Teams mit den grossen Portemonnaies.» Was ist bei den Lakers sonst noch anders? Er erwähnt die Mannschaft und die Schweizer Spieler, von denen es hierzulande oft heisst, dass sie verwöhnt seien: «Habe ich bei uns aber nie so erlebt. Wir haben eine hohe Arbeitsethik.»
Er erwähnt die Ausgangslage beim vergleichsweise kleinen Club, bei dem die Ansprüche des Umfelds bescheidener sind als in Zug oder Zürich: «In unserem Team ist es einfacher, eine gute Rolle zu finden, bei uns kann man sich gut entwickeln.»
Und er erwähnt die Arbeit seines Sportchefs Janick Steinmann: «Er investiert doppelt so viel Zeit ins Scouting als andere, er spricht mit einer Unmenge von Leuten: Materialwarte, ehemalige Mitspieler und Trainer, Masseure.»
Steinmann ist eine weitere Schlüsselfigur im Lakers-Universum. Als erst 32-Jähriger trat er den Job 2019 an. Der ehemalige Stürmer musste die Karriere wegen Gehirnerschütterungen früh beenden. Geprägt für die neue Arbeit hat ihn bereits sein Wechsel 2010 nach Davos zu Arno Del Curto. Dort erfuhr er erstmals richtig, was es heisst, wenn ein Team die Philosophie vom Spiel mit vier Linien durchzieht und was es für Spieler in den hinteren Formationen bedeutet, auch wichtige Rollen zu haben. Ein Ziel bei den Lakers ist darum, dass Ende Saison im Schnitt keiner unter 10 oder über 20 Minuten Eiszeit hat.
Zitat«Junge Spieler musst du auch weiterentwickeln – mit klaren Zielen.»
Janick Steinmann, Sportchef Rapperswil-Jona Lakers
Als Trainer Hedlund Anfang Saison nach ein paar Wochen die beiden ausbalancierten, aber wenig erfolgreichen Powerplay-Linien umstellte und die besten Kräfte in der ersten Formation vereinte, freuten zwar auch Steinmann die vermehrten Tore, er suchte aber dennoch das Gespräch mit dem Schweden, weil für ihn im grossen Bild Ausgeglichenheit auf allen Ebenen Sinn macht.
Die schwedische Schule, insbesondere jene des Ausbildungsteams Skelleftea, hat es Steinmann ebenso angetan. Er lotste Hedlund 2021 zu den Lakers, dieser sollte ein wichtiger Teil der Clubvision werden. Härtere und längere Trainings auf allen Ebenen wurden bereits im Sommer schrittweise eingeführt, genauso wie klar definierte Tagesstrukturen für die Spieler. «All dies ist wichtiger als Resultate einzelner Partien», sagt Steinmann. «Junge Spieler musst du auch weiterentwickeln – mit klaren Zielen.»
Dazu gehören Krafttrainings unmittelbar nach den Heimspielen. Oder die Trainingssteuerung mithilfe von Kinexon, einem Programm, das via Chips in der Spielerausrüstung Belastung und Leistung misst. Die Lakers setzen als erstes Schweizer Team auf dieses in Nordamerika bereits etablierte digitale System. Es kann durchaus sein, dass nicht allen Spielern solche Methoden passen. «Darum sind wir vor Verpflichtungen sehr ehrlich mit den Spielern, teilen unsere Erwartungshaltung klar mit», sagt Steinmann. Absagen provoziert er damit kaum, Rapperswil-Jona entwickelt sich immer mehr zur Wunschdestination für junge Spieler, um die NL-Karriere zu lancieren.
Auch der Sportchef will und muss anders funktionieren. Die Agenten bieten ihre besten Spieler, gerade die ausländischen, in der Regel zunächst Grossclubs an. Die Offerten, die bei den kleinen landen, haben nicht selten einen Haken. Steinmann muss also den Spiess umdrehen und in jeder europäischen Liga Dutzende potenzielle Spieler beobachten, unter denen sich dann hoffentlich ein von der Konkurrenz übersehener Diamant findet.
Pontus Aberg, der während der Saison als Ersatz für den verletzten Nicklas Jensen kam, ist so ein Fall. Zwar mit guter AHL-Vergangenheit, stagnierte der Schwede letztes Jahr. Bei den Lakers bildet er nun seit Ende Dezember mit Andrew Rowe und Cervenka eines der aktuell besten Sturmtrio der Liga, bis vor einer Woche war es sogar die Nummer 1.
Die Lakers betrieben einen grossen Aufwand, bis sie von Aberg überzeugt waren. «Wir analysierten jene früheren Saisons, in denen es ihm gut lief, wie 2019 bei den Toronto Marlies», erzählt Hedlund. «Also erkundigen wir uns bei involvierten Leuten, zum Beispiel über die Art des Leaderships des damaligen Trainers. Nun versuchen wir, für Pontus eine ähnliche Umgebung zu kreieren.»
Dann ist da Cervenka, der geniale Stürmer und Liga-Topskorer, der sein bestes Hockey der Karriere spielt. Auf dessen Entwicklung in Rapperswil ist Hedlund stolz. Der Tscheche ist sein Beispiel, dass die Hochleistungskultur im Team funktioniere. Cervenka ist ein Künstler und dennoch ein Leader, an dem sich die Jungen orientieren.
Die Hochleistungskultur funktioniert in einem Team erst dann richtig, wenn es die Spieler selbst sind, die den Kollegen den Weg weisen, falls diese die vom Trainer definierten Standards nicht befolgen. Schüsse blocken, Backchecking, Wechseldisziplin, Einsatz im Kraftraum – es sind grosse wie kleine Dinge. Cervenka ist ein wichtiger Teil dessen, sagt Hedlund: «Wenn neue Spieler sehen, was einer wie Roman mit 37 auch im Training leistet, dann wissen sie: Hier wird hart gearbeitet.»
Die Lakers müssen alles aus ihren Möglichkeiten herausholen, um ihr hohes Level zu halten. Denn sie kämpfen mit weiteren, teilweise hausgemachten Nachteilen. Erst seit dieser Saison haben sie wieder ein Team in der höchsten U-20-Meisterschaft, ohne dieses liefen ihnen jahrelang die besten U-17-Talente davon – in kaum einer anderen NL-Mannschaft sind darum so wenige eigene Junioren zu finden. Und sobald die SCL Tigers ihre geplante Trainingshalle erstellt haben, werden die Lakers der einzige NL-Club mit nur einer Eisfläche sein. Frühestens 2025 erhofft sich Steinmann da eine Verbesserung.
Und, das spürt der Sportchef bereits jetzt, wenn das Team zwei-, dreimal hintereinander verliert: Die Erwartungshaltung der Fans steigt, überraschende Erfolge werden schnell als selbstverständlich angesehen. «Im Normalfall sind wir weiterhin ein Team, das um die Top-10 kämpfen muss», sagt Steinmann. «Wir müssen also weiter hart arbeiten, es gibt keine Geheimnisse bezüglich unseres Erfolgs.»
Keine? Stimmt nicht ganz. Über explizit eine Sache will Trainer Hedlund nicht im Detail sprechen. An seiner Methode, mit Analytics zu arbeiten, hat er acht Jahre lang getüftelt. Er analysierte viele Teams und versuchte herauszufinden, welche Zahlen bei den Erfolgreichen herausstechen. Er entwickelte dabei ein eigenes System, das eine Mischung aus bereits vorhandenen Advanced Stats und eigenen Arten von Statistiken ist. 15 Kategorien von Zahlen hat Hedlund so für sich zusammengestellt. Und weil es eine derart grosse und zeitintensive Arbeit gewesen sei, ist für ihn klar: «Ich sage nicht, um welche 15 es sich handelt.»
Was auch einem simplen Statistiker auffällt: Die Lakers schiessen selten aufs gegnerische Tor, sind da nur die Nummer 12 der Liga. Ihre Schusseffizienz hingegen ist die beste, zudem hat nur Leader Genf mehr Tore erzielt als Rapperswil-Jona.
Was Hedlund verrät: «Unsere Zahlen wären für andere Teams nicht relevant, da sie ganz auf unser Spiel abgestimmt sind – und wir spielen ein anderes Eishockey.» Es geht vor allem darum, wie die Lakers zu ihren Torchancen kommen und welche Art Torchancen sie dem Gegner am ehesten zugestehen wollen. Es ist auffällig, wie sehr die Lakers darauf aus sind, die Schüsse im Slot zu suchen und weniger gute Abschlusspositionen gar nicht erst wahrzunehmen. Seine Zahlen sind Hedlund wichtiger als das Resultat, nach dem 9:0 gegen Langnau zum Beispiel kritisierte er das Team auch, weil die 15 Statistiken eben nicht gut waren, das hohe Resultat nicht dem Gezeigten entsprach.
Zitat«Die Jungen bringen Enthusiasmus, sie fordern die Älteren heraus – das macht eine Mannschaft dynamisch.»
Stefan Hedlund, Headcoach Rapperswil-Jona Lakers
Für diese zeitintensive Statistikarbeit ist Hedlund alleine verantwortlich: Einerseits, weil auch sie eine Ressourcenfrage sei. «Andererseits aber auch, weil ich sie mag.» Hedlund, der Hockey-Freak: Drei seiner vier Kinder spielen Eishockey, der Sport ist in der Familie ständig präsent, in der Freizeit schaut der Schwede zudem regelmässig NHL- und SHL-Partien.
Da die Lakers ihre Kraft aus den finanziellen Nachteilen schöpfen, diese stetig betonen, bleibt noch eine Frage an Hedlund: Wie würde er bei einem Team mit grossem Budget arbeiten? «Fast gleich», sagt der Schwede. Das zusätzliche Geld würde er fast ausschliesslich in die ausländischen Spieler investieren. «Ich würde aber nichts an unserer Teamstruktur und der Anzahl der Jungen ändern.» Es seien nämlich die Jungen, die Enthusiasmus ins Team brächten, sie seien es, die die älteren Spieler herausforderten: «Und das macht eine Mannschaft dynamisch.»
Während sich Teile der Aroser Anhängerschaft auf ein mögliches Swiss-League-Abenteuer freut, müssen sich die Churer Fans wohl auf eine längere Zeit in der MyHockey-League einstellen.
Aroser und Churer Eishockeyfans haben intensive Tage hinter sich. Viel wurde darüber spekuliert, welchen Weg in die Zukunft die beiden Bündner Klubs einschlagen werden. Seit gestern Abend ist klar: Arosa hält an seinem Aufstiegsgesuch festund will im kommenden Jahr in der zweithöchsten Schweizer Liga spielen. Am Dienstag gab derweil Kantonsrivale EHC Chur bekannt, sein Aufstiegsgesuch in die umstrittene Swiss League zurückzuziehen.
Gründe für den Churer Rückzug gibt es viele, denn wie die Swiss League im kommenden Jahr aussehen wird, ist höchst ungewiss. Wie viele Teams spielen in der nächsten Saison in der zweithöchsten Liga? Welcher Modus wird angewandt? Wie viele Ausländer dürfen dabei sein? Fragen, die bis heute nicht geklärt sind. «Wir wollen keine zu hohen Risiken eingehen und den Verein und dessen Zukunft nicht gefährden», heisst es darum auf der Churer Homepage.
Ganz anders scheint dies der EHC Arosa zu sehen. Der sechsköpfige Verwaltungsrat liess verlauten: «Dem Klub ist es gelungen, zahlreiche Personen und Unternehmungen zu gewinnen, die damit die Vorwärtsstrategie mittragen.» Ebenfalls in den Überlegungen mitgespielt hätten gemäss einer Medienmitteilung der sportliche Erfolg, der Neubau der Swiss League (unter anderem gibt es im nächsten Frühling keinen Absteiger) und die neuen Perspektiven, die durch den Aufstieg entstehen.
Unterschiedliche Reaktionen der Fans Die Reaktionen der Fans auf die Entscheide der Klubs fallen unterschiedlich aus. In Chur sind einige Anhänger froh, die sportlichen Ambitionen nicht mit finanziellen Höhenflügen zu riskieren. Ohne potente Sponsoren und Geldgeber sehen sie einen Aufstieg als unrealistisches Ziel. Auch die momentan noch unklaren Bedingungen der Swiss League scheint die Fans zu verunsichern, wie in diversen Kommentaren anlässlich der Veröffentlichung der Churer Medienmitteilung zu lesen ist. So stellt ein Fan auf Facebook fest: «Genau die richtige Entscheidung, nicht die zarte Pflanze kaputt machen, die man aufgebaut hat. Endlich gibt es Leute in unserem Verein, die nachhaltig denken» Aber es gibt auch kritische Stimmen aus dem Fanlager. Einige Fans äusserten online ihr bedauern über den Pragmatismus ihres Klubs, der Traum von einem möglichen Aufstieg und dem Anknüpfen an vergangene erfolgreiche Tage scheint für sie geplatzt. Auch die Verantwortlichen der Swiss League bekommen in den Foren und Kommentarspalten ihr Fett weg. Misswirtschaft in vielen Belangen und fehlendes Engagement gehören zu den gängigsten Vorwürfen gegenüber Verband und Klubführung.
Die Aroser Fans kommentierten hingegen den Entscheid zum potentiellen Aufstieg etwas positiver. Die Aroser Medienmitteilung, in der versichert wird, dass «zahlreiche Personen und Unternehmungen für die finanzielle Unterstützung gewonnen zu haben, die damit die Vorwärtsstrategie mittragen», gibt einem Teil der Fans Sicherheit. Andere meinen hingegen, dass die Klubführung mit diesen Aussagen den Mund doch etwas zu voll genommen hat. Sie sorgen sich, dass der Verein mit seinen Ambitionen seine Zukunft aufs Spiel setzt. Die Swiss League sei aus ihrer Sicht noch nicht «bezugsbereit.» Bei einem weiteren Teil der Anhängerschaft herrscht Euphorie und Aufbruchstimmung, sie scheinen sich nach den erfolgreichen Zeiten des ehemaligen Schweizer Serienmeisters zu sehnen. «Bravo für diesen mutigen Entscheid» lautet eine Reaktion, ein anderer Fan sieht den Verein gar schon vor dem baldigen Aufstieg in die National League. So unterschiedlich sich die Klubs im Aufstiegsrennen in die Swiss League positioniert haben, so unterschiedlich fallen auch die Reaktionen der Anhängerschaft auf die Entscheidungen ihrer jeweiligen Klubs aus.
Die ZSC Lions taumeln dem Playoff entgegen
Ohne den gesperrten Trainer Marc Crawford verlieren die Zürcher auch gegen Rapperswil. Der Kanadier zieht die Lions zudem in eine Diskussion, von der niemand Teil sein will.
Fünf Spiele noch bestreiten die ZSC Lions, bevor es losgeht mit Playoff-Hockey. Zuletzt taumelten die Zürcher der entscheidenden Phase mehr schlecht als recht entgegen. Die Resultate waren seit der sechs Spiele langen Niederlagenserie zwar nicht mehr nur schlecht (5:4 Siege), aber auch nicht wirklich gut.
Zudem war je länger, desto weniger die Energie zu spüren, die nach dem Trainerwechsel Ende Jahr der neue Übungsleiter Marc Crawford versucht hatte, ins Spiel zu implementieren. Selbst an erfolgreichen Abenden erinnerte der ZSC teilweise an das berechnende Resultatteam, das er unter Vorgänger Rikard Grönborg oft war und das auch trotz Siegen langweilen konnte.
Nach mittlerweile 17 Spielen unter Crawford hat Grönborg immer noch den klar besseren Punkteschnitt (1,87 zu 1,24), darum dürfen zumindest zwei Fragen in den Raum geworfen werden: Machte es der Schwede gar nicht so schlecht, wie es nun im Nachhinein häufig dargestellt wird? Und kann das Team nur im Optimalfall dem Ruf von der dominanten Equipe gerecht werden?
Denn seit den Ausfällen der besten Schweizer Stürmer Sven Andrighetto und Denis Hollenstein sind jeweils gleich sieben der zwölf Angreifer in der Aufstellung keine offensiven Spielertypen, die Jahr für Jahr für mindestens einen halben Skorerpunkt pro Partie gut sind. Unter den Schweizern findet sich diesbezüglich nur noch Simon Bodenmann.
Es geistert auch der Vorwurf eines Ausländerproblems herum. Geht es bloss um Spektakel, kann man ihm vielleicht zustimmen. Geht es um die Qualität, ist er unangebracht: Simon Hrubec ist ein Top-Goalie, Mikko Lehtonen ein hervorragender Allround-Verteidiger, Juho Lammikko der wohl beste Slot-Wühler der Liga. Die Klasse Alexandre Texiers lässt sich genauso wenig anzweifeln wie jene des smarten Zweiweg-Stürmers Lucas Wallmark – nicht wenige andere Clubs beneiden den ZSC um den Schweden.
Dennoch bleibt eben dieser Eindruck: Der ZSC watschelt Richtung Playoff und scheint noch nicht bereit für grosse Aufgaben. Es bleibt ihm vorerst die Hoffnung, dass sich die Geschichte von 2018 wiederholt: Trainerwechsel mit einem Kanadier für einen Schweden (Hans Kossmann statt Hans Wallson), Leistungsabfall, wundersame Auferstehung im Playoff, Meistertitel mit kämpferischem Spiel.
Was für die ZSC Lions die Baustelle vergrössert, ist die Wortwahl Crawfords.
Bloss hat der ZSC derzeit viele Baustellen, sogar an der Bande. Crawford durfte am Samstag gegen Rapperswil nicht coachen, er sass eine vorsorgliche Sperre wegen Schiedsrichterbeleidigung ab. Kommen weitere dazu, könnten sich Crawford und der ZSC nicht beschweren. Der Kanadier überschritt am vergangenen Mittwoch im Spiel gegen Biel die Grenze von Trash Talk, die im Eishockey vergleichsweise leger definiert ist. Es müsste mit dem bald folgenden definitiven Urteil nebst sehr hoher Busse ein klares Zeichen Richtung der Refs gesetzt werden, um nicht deren Autorität massiv zu untergraben.
Was für die ZSC Lions die Baustelle vergrössert, ist die Wortwahl Crawfords. Da sie als homophobe Verunglimpfung verstanden werden kann, hat der Kanadier eine Grundsatzdiskussion angestossen. Diese deckt ganz dem Zeitgeist entsprechend von der totalen Verharmlosung der Old-School-Fraktion bis hin zu sofortigen Entlassungsfantasien der modernen Puritaner beide Extreme ab.
Und sie wirft medial bis nach Nordamerika Wellen und zieht die Lions entsprechend in eine Diskussion, von der niemand Teil sein will. Der Grund für das Interesse in Übersee: Der heute 62-jährige Kanadier operierte vor vielen Jahren als NHL-Jungtrainer mit aus heutiger Sicht auch extremen Methoden, die damals zwar nicht unüblich waren, mittlerweile aber glücklicherweise untolerierbar geworden sind.
Crawford äusserte sich bei der Rückkehr nach Zürich zu den alten Geschichten und gab sich geläutert. Er ist aber dennoch ein wenig wie «Jekyll und Hyde» geblieben. Wer den Kanadier abseits der Bande erlebt, kann sich kaum vorstellen, dass es auch den tobenden Crawford gibt. Kaum ein anderer der vielen nordamerikanischen Cheftrainer, die in der Schweiz arbeiteten, war und ist ein derart angenehmer und vielseitig interessierter Gesprächspartner. Umso mehr irritieren Ausbrüche und Entgleisungen an der Bande wie letzten Mittwoch.
Sie zeigen auch, welchem Druck sich Crawford beim ZSC ausgesetzt fühlt. Wie viele seiner Vorgänger scheint auch er zu spüren, dass er den sehr hohen Anforderungen nicht gerecht werden könnte. Angesichts seiner Tirade rückte in den Hintergrund, dass Crawford einen Grossteil des Mittwoch-Spiels angespannt und hadernd war und damit Richtung Team ungewollt auch eine Negativität ausstrahlte.
Ob Crawford das richtige Mass im Coaching bis zum Playoff wiederfindet? Die Antwort auf diese Frage und die Länge der Verletztenliste werden Hauptfaktoren sein, ob der ZSC sein Ziel vom Titel erreichen kann. Viel Zeit bleibt nicht: Nach der Niederlage gegen die Lakers bangt er sogar um die direkte Playoff-Qualifikation.
Aber gibt‘s irgendeine Kategorie, in der Grönbörg besser war als Crawford in seinen 4 Jahren?
Nach mittlerweile 17 Spielen unter Crawford hat Grönborg immer noch den klar besseren Punkteschnitt (1,87 zu 1,24).