Kann mir nicht vorstellen, dass sich ein halbwegs intelligenter Spieler keine "Gedanken" über den Klub, den Kader und die Lohnstruktur macht. Das "Problem" dürfte eher sein, dass Spieler - und auch Zuschauer und wohl auch die Liga - nicht in jedem Fall Anhaltspunkte haben, wie es um die Finanzkraft von designierten Gönnern steht. Bei Kloten bzw. Bircher musste man annehmen, dass der Typ offenbar Kohle ohne Ende hat, um angesichts der Einnahmemöglichkeiten von Kloten eine derartige Truppe finanzieren zu können. Keine Ahnung, ob zur "Jube-Holding" (...oder wie das Ding heisst...) irgendwelche Zahlen publiziert werden, aufgrund derer man sich beruhigt hätte zurücklehnen können.
In Lugano gehe ich einfach mal davon aus, dass die Mantegazzas Kohle ohne Ende haben, und den HC Lugano als Liebhaberei betreiben. Irgendwelche Fakten habe ich nicht, sondern ich plappere einfach das nach, was man seit dem Einstieg von Geo "der grüne Pullover" Mantegazza so erzählt.
Zum geduldigen Gönner des ZSC, Walter Frey, gibt's folgendes aus Google: "Das Unternehmen befindet sich vollständig im Privatbesitz der Gründerfamilie und veröffentlicht nur sehr beschränkt Geschäftszahlen. Im Jahr 2006 beschäftigte die Gruppe laut Angaben der Handelszeitung 2'495 Mitarbeiter und erwirtschaftete einen Umsatz von 2,186 Milliarden Schweizer Franken" .
Die Annahme, dass sich W. Frey die paar Milliönchen pro Jahr für den ZSC + die GCK-Lions leisten kann, ist somit nicht aus der Luft gegriffen.
Beim SCB werden die Zahlen publiziert, die Unsicherheit besteht darin, wie sich der "Nebenerwerb" aus dem Gastro- u. Eventgeschäft entwickelt. Gäbe es da einen Einbruch in der Ertragslage, müsste der Aufwand für den Hockey-Teil umgehend gesenkt werden. Hingegen gibt es keine Gönner, deren geschäftliche Probleme zur Existenzfrage beim Klub führen könnten.
Ambri – Sawiri und ein paar andere Gönner
Fribourg – halbstaatliche Betriebe (Group E + Kantonalbank)
Zug – weiss nicht
Aber eben, wohl nur die wenigsten Spieler und Fans beschäftigen sich ernsthaft mit diesem Thema. Einerseits fehlen die Infos, andererseits eben auch das Interesse.
Was die Liga angeht, so müssen die sich aber schon eher Gedanken machen. Natürlich kann die Liga nicht Revisoren und Controller beschäftigen, sondern muss sich auf eingereichte Budgets und Revisionsberichte verlassen. Dies natürlich auch nicht blindlings, die Kontrolle dürfte aber kaum über eine Plausibilisierung der Zahlen hinausgehen. Wie das Budget 2011/12 im Falle von Kloten ausgesehen hat, wäre interessant. Für die Erkenntnis, dass die Truppe von Kloten vom Aufwand her mit dem ZSC oder dem SCB vergleichbar ist, braucht man weder ein Trainerdiplom noch akademische Weihen. Die Frage ist, mit was für Phantasieerträgen in Kloten gerechnet worden ist. Denn um in einer Saison 7 Mio. "hinderdsi" zu machen, braucht's mehr als ein etwas zu frühes Ausscheiden aus den PO's.
Unverständlich ist ebenfalls, dass – wie im Fall Kloten – Steuern und Sozialabgaben über Jahre hinweg nicht bezahlt sind. Hier hätte die Begleichung solcher Ausstände schon vor geraumer Zeit als Bedingung für eine Lizenzerteilung gelten müssen. Evtl. müsste inskünftig eine detaillierte Aufstellung der Kreditoren eingefordert werden, um solche leuchtend rot blinkende Warnlampen zu erkennen.
Kommt noch dazu, dass die EHC Kloten AG die legale Möglichkeit einer eingeschränkten Revision gewählt hat. Wenn der Verband schon derart unbedarft agiert im Zahlenfriedhof, so müsste mindestens sichergestellt sein, dass nicht auch noch die Revision im abgekürzten Verfahren durchgeführt wird. Na ja, im nachhinein ist man immer klüger, aber hier kommen schon ein paar Sächelchen zusammen, welche nicht nur bei Kloten selber für (zu späte) Konsternation sorgen, sondern auch grosse Fragezeichen betreffend der Fachkompetenz der zuständigen Liga-Instanzen hinterlässt.