Beiträge von Mushu

    ABO+ Samstag 23. November 2019 13:33

    «Ich hatte immer das Gefühl: Irgendetwas ist kaputt»

    Interview Marco Schönbächler hat zu alter Stärke zurückgefunden und steht für den jüngsten Aufschwung des FC Zürich.

    Vorhang auf für einen Routinier: Marco Schönbächler.
    vonPeter M. Birrer und Thomas Schifferle

    Marco Schönbächler ist in Form. Beim 4:2 des FCZ gegen Sion ist er an drei Toren beteiligt, zwei Wochen zuvor gelang ihm beim 3:2 gegen Basel ein Treffer.

    Wenn man Ihnen derzeit zuschaut, könnte man meinen, es handle sich um den Marco Schönbächler der jungen Jahre.
    Das ist schön zu hören. Ab und zu fühle ich mich wie damals, als ich 20 war. Dann gibt es Tage, an denen ich mir älter vorkomme, weil mir alles wehtut. Aber grundsätzlich läuft es mir wieder gut. Ich habe ein paar Spiele in Folge bestritten und bin dadurch in einen Flow gekommen.

    Was brauchte es, um wieder regelmässig spielen zu können?
    Arbeit. Und Vertrauen: in die eigenen Fähigkeiten, aber auch in den Körper.

    Sie fielen zweimal verletzungsbedingt sehr lange aus und drohten vergessen zu gehen.
    Es gab Spieler beim FCZ, über die sicher mehr geredet wurde. Die Journalisten vergassen mich vielleicht, aber das störte mich überhaupt nicht. Für die Kollegen und Fans war ich nie weg. Ich wurde auf der Strasse häufig angesprochen und aufgemuntert.

    Nahm einige Hürden: Marco Schönbächler. (Bild: Keystone/Ennio Leanza)

    Gab es Momente, in denen Sie an einen Rücktritt dachten?
    Nein, nie.

    Was trieb Sie an?
    Meine Liebe zum Fussball. Das ist meine Leidenschaft. Aber ich muss auch zugeben: Es gab vor allem während des ersten längeren Ausfalls schwierige Phasen. Weil lange unklar war, worum es sich handelt. Beim Kreuzbandriss, wie ich ihn später erlitt, war planbar, wann ich das Comeback geben würde. Bei der ersten ­Verletzung liess sich keine Prognose machen. Manchmal pausierte ich eine Woche, die Schmerzen waren verflogen. Aber kaum war ich auf dem Platz, waren sie wieder da. Ich hatte immer das Gefühl: Irgendetwas ist kaputt.

    Was war denn kaputt?
    Ein Arzt in London fand heraus, dass das Schambeinband gerissen war. Ich wusste gar nicht, dass es das gibt.

    Aber dank der Diagnose verstanden Sie, warum Sie dauernd Probleme gehabt hatten?
    Genau. Was er sagte, machte durchwegs Sinn – auch wenn er Englisch sprach und ich das zur Hälfte nicht verstand (lacht).

    Dafür wissen Sie nun sicher, was «Schambein» in Englisch heisst.
    «Pubic bone». Bevor ich nach England flog, setzte ich mich ein bisschen mit der Materie und einigen Begriffen auseinander, damit ich mich mit dem Arzt unterhalten konnte. Als ich die Diagnose endlich hatte, ging es ziemlich schnell. Ich reiste eine Woche später wieder nach London, einen Tag nach der Operation durfte ich nach Hause.

    Ohne Krücken?
    Genau. Ich musste sogar noch rennen, um rechtzeitig das Flugzeug zu erreichen.

    Was machten die Verletzungen mit Ihnen?
    Nicht sehr viel. Ich würde nicht sagen, dass ich vorsichtiger geworden bin, aber ich achte mehr auf die Regeneration. Ich gehe noch bewusster mit mir um.

    Wenn Sie darüber reden, zieht Sie das nicht runter?
    Nein. Die Verletzungen gehören dazu. Wenn ich mich in unserer Mannschaft umschaue: Da haben viele Spieler schon einmal das Knie operiert.

    Wie ist es am Morgen nach dem Aufstehen? Horchen Sie als Erstes in Ihren Körper?
    Ich stehe auf, mache die ersten paar Schritte, gehe in die Küche, bereite das Frühstück vor. Und irgendwann ist der Körper geölt, dann geht es wieder.

    Hadern Sie nicht, dass Sie gleich Jahre kaum gespielt haben?
    Im Nachhinein ist es natürlich schade. Die Verletzungen kamen zu sehr dummen Zeitpunkten.

    Sehr dumm, weil ein Transfer ins Ausland möglich gewesen wäre...
    … oder weil ich gut in Form war, weil ich in die Nationalmannschaft gekommen war, solche Sachen halt. Sicher gab es Momente, in denen ich allein daheim war und es mir weniger gut ging. Und ich mich fragte: Wieso wieder ich? Aber ich konnte es nicht ändern und schaffte es vorwärtszuschauen. Es bringt doch nichts, schlechte Laune zu haben.

    Wer und was hilft in einer solchen Zeit?
    Man muss sich selber helfen, man muss die Motivation selbst finden. Man hat nicht immer Leute um sich herum, die einen antreiben. Ich bin auch nicht der Typ, der andere Leute mit seinen Wehwehs und Bobos belasten will. Ich bin eher jemand, der etwas in sich hineinfrisst.

    Was ist vom 17-jährigen Marco Schönbächler übrig geblieben?
    Natürlich bin ich erwachsener geworden, ich habe eine andere Rolle, ich bin nicht mehr der Junge, der machen kann, was er will, ohne dass gleich etwas Grösseres daraus wird. Ich habe eine Vorbildfunktion. Ich habe nicht mehr so viele Flausen im Kopf und auch nicht mehr diese Frisuren, über die früher viel geschrieben wurde. Aber die Unbeschwertheit, die habe ich behalten. Auf und neben dem Platz.

    Würden Sie auch mit 30 noch «Schönbi» aufs Leibchen schreiben, wie Sie das einmal machten?
    Wieso nicht? Ich habe immer Freude, wenn jemand mit einem solchen Leibchen kommt und eine Unterschrift will. Klar gab es ein paar kritische Stimmen, aber es war ja nur ein Spass. Und als «Schönbi» auf dem Leibchen stand und es nicht lief, bekam ich das zu hören …

    … und Sie hatten den Stempel.
    Genau. Und es hiess auch, ich würde vor allem auf die Frisur schauen … Aber es hatte doch jeder mal einen speziellen Haarschnitt. Ich kam leicht dazu, weil meine Schwester Coiffeuse ist.

    Sie sagten einmal, dass Sie zur Bequemlichkeit neigen.
    Bequemlichkeit? Wenn es gut läuft, ist man schnell einmal zufrieden. Und das Gefühl kommt auf, dass vieles von allein geht. Bei mir war das so. Irgendwann bin ich «uf d Schnurre gheit» und habe gemerkt, dass es doch nicht so einfach ist, wie ich meinte. Ich spielte nicht mehr und musste Gas geben, damit es wieder aufwärtsging.

    Haben Sie wegen Ihrer Rückschläge eine grössere Karriere verpasst?
    Es wäre wahrscheinlich ein Transfer ins Ausland möglich gewesen. Aber ja, vielleicht ist es auch Bestimmung gewesen, dass ich so lange beim FCZ bin.

    Mönchengladbach war 2014 ein ernsthaftes Thema für Sie, Hertha Berlin war es auch einmal, und im Sommer 2018 wollte Urs Fischer Sie zu Union Berlin holen. Wenn Sieheute die Bundesliga schauen, ­denken Sie dann nicht: Da könnte ich sein?
    Klar, habe ich die Gedanken: Es wäre schon cool gewesen … Die ersten zwei Angebote waren zu früh, ich fühlte mich noch nicht bereit, und ich wollte mich auch zuerst bei Zürich richtig durchsetzen. Ich bin auch einer, der etwas Angst hat vor Neuem. Und es gab schon damals Beispiele von Spielern, die zu früh ins Ausland gingen, wieder zurückkehrten und bei schlechteren Clubs landeten. Das schreckte mich ab. Aber ich blieb auch immer gerne in Zürich – in der Stadt, in der ich aufgewachsen bin.

    Was ist denn der FCZ für Sie?
    Das ist der Club, der mir die Möglichkeit gab, Profi zu werden. Ich bin schon so lange hier – seit ich 12 bin. Früher schaute ich die Trainings der 1. Mannschaft und wusste immer: Da will ich hin. Es ist einfach ein geiler Club.

    Würden Sie in der Südkurve stehen, wenn Sie selbst nicht spielen würden?
    Wahrscheinlich nicht mehr, ich wäre aus dem Alter raus. Ich würde auf der Osttribüne sitzen, weil ich den Match objektiver anschauen möchte. In der Kurve sieht man wenig vom Spiel.

    Und als Zuschauer würden Sie gerne einem Marco Schönbächler zuschauen?
    Ich möchte Schönbächler immer spielen sehen. (lacht)

    Was gefällt Ihnen an Ihrem Spiel?
    Dass ich mich immer nach vorne orientiere. Wenn ich den Ball habe: immer nach vorne. Selbst unter Bedrängnis spiele ich nicht gerne zurück.

    Beenden Sie beim FCZ Ihre ­Karriere?
    Ich werde bald 30, der Vertrag läuft danach noch ein Jahr. Dann bin ich 31. Es hängt davon ab, wie mein nächster Vertrag beim FCZ aussieht.

    Welchen Vertrag würden Sie sich denn geben?
    Fünf Jahre, guter Lohn …

    … eine Stammplatzgarantie?
    Das sowieso, weil ja alle Leute mich spielen sehen wollen. Und einen Anschlussvertrag beim FCZ würde ich mir auch gleich geben. (lacht laut)

    Als der Offensivspieler zum Interview erscheint, streicht er sich mit der Hand über die kurz geschnittenen Haare und sagt: «Wenn ich gewusst hätte, dass ich fotografiert werde, wäre ich vorher zum Coiffeur gegangen.» Und später, als er über Kritik an der Mannschaft redet, sagt er: «Die Journalisten schreiben ab und zu einen Mist zusammen. Und wir spielen ab und zu einen Mist zusammen.» Dann lacht er.

    Schönbächler, der am 11. Januar 30 wird, ist FCZler durch und durch. Er kam als Junior von Urdorf, debütierte 2006/07 unter Lucien Favre in der ersten Mannschaft und ist 2019 immer noch da. Allerdings hat er eine lange Geschichte mit Verletzungen: Zwischen März 2015 und Februar 2019 fiel er insgesamt fast drei Jahre aus.

    Zitat von Sevi

    Laut Tagi Print von heute wird Blindenbacher ebenfalls noch eine Saison anhängen und seinen Vertrag um ein Jahr verlängern. Damit steht unsere Verteidigung für nächste Saison mehr oder weniger...

    Zuviele; zulang?
    Eine Rücktrittswelle vor sich hinschieben und dann grosse Löcher nicht stopfen können ...

    Zitat von Larry

    Wenn ich sehe das einem Dave Sutter der nicht genügt 300k in den Arsch geschoben werde muss ich mir an den Kopf greifen! Just my two cents!

    Tja; und da kämen dann die hochgelobten Mehrfach-Schweizermeister-Sportchefs ins Spiel, deren Erfolge überhaupt nichts mit der finanziellen Potenz und der damit verbundenen "Wilderei" in der heimische Liga zu tun haben ...

    Zitat von Larry

    Mal die Rückrunde abwarten. Stehen wir immer noch auf Platz 4 kann der schreiende Hampelmann an der Seite von mir aus bleiben. Stürzen sie wieder ab in der Rückrunde wie letzte Saison muss man Magnin wieder in Frage stellen.


    Egal, wie es kommt. Ich hab das Rumpelstilzchen gesehen, und was ich gesehen habe, genügt mir.

    Ich will ab nächstem Sommer einen "echten Trainer"! "Projekte" sollte man irgendwann zum Ende bringen ...

    Zitat von Champs-de-Mars

    3. Sieg in Serie, wer hätte das dem FCZ vor ein paar Wochen noch zugetraut mit Lüdo als Trainer. Ich nicht.... Bin drum auch nicht sicher, ob diese Siege wegen oder trotz LM zustande gekommen sind. Wie auch immer, es macht wieder vermehrt Spass dem FCZ zuzusehen. Das Restprogramm bis Weihnachten beinhaltet "machbare" Gegner (Luzern, Xx, Servette und SG), da sollte also noch der eine oder andere Punkt drin liegen, damit wir zumindest mit dem Abstieg und der Barrage nichts mehr zu tun haben bis Ende Saison.

    Stelle mir die Fragen auch und kann das "Sicherungs-Argument/Hoffnung" teilen.

    Zitat von snowcat


    nein!:rofl:

    bring nicht mein weltbild durcheinander, in diesem hat mushu äusserst selten recht, wenns um sport geht! :mrgreen:


    Ouww; schtahsch aber uf dünnem Iis; oder was isch jetzt morn Abig scho wider ...

    Nur die dümmsten Kälber, wählen ihren Metzger selber.

    ABO+ Samstag 28. September 2019 09:57
    Wie soll das bloss gut kommen, FCZ?
    Analyse Ludovic Magnin sollte beim FC Zürich eigentlich jeden Spieler besser machen, bisher ist das Gegenteil der Fall. Der Trainer ist in seinem Amt sehr gefährdet.

    Analyse von Thomas Schifferle
    Heute, 09:57
    Wer den FCZ beim 0:4 am Mittwoch in Basel sah, konnte eines leicht vergessen: dass er sich als Spitzenclub versteht.

    Acht Runden ist die Saison in der Super League alt, erst ein knappes Viertel, aber es ist allemal genug, um im Fall dieses FCZ zu einem Urteil zu kommen: Er ist alles, nur kein Spitzenclub. Vielmehr drängt eines in den Vordergrund: Wie soll das bloss noch gut kommen – mit diesem Trainer, mit diesen Spielern!

    Der Trainer heisst Ludovic Magnin, vorgestellt am 21. Februar 2018 schon fast als Heilsbringer, obschon er auf Super-League-Niveau ein Neuling war. «Es ist ein Glück, dass wir in Magnin einen Trainer mit sehr grossem Potenzial bei uns haben», verkündete Präsident Ancillo Canepa und breitete seinen Schutzmantel um ­Magnin aus.

    Und heute? Heute ist der Blick auf den FCZ trostlos.

    Canepa hat seither mehr als nur einen Treueschwur auf Magnin geleistet. Dass er das überhaupt tun musste, sagt viel über die Entwicklung des FCZ unter dem Jungtrainer aus. Oder genauer: über die fehlende Entwicklung. Ein Fortschritt ist beim FCZ nicht zu erkennen. Dabei klingt noch immer in den Ohren, was Canepa bei der Präsentation von Magnin ebenfalls in die Runde warf: «Er soll jeden Einzelnen weiterentwickeln.»

    So versteckte er die Kritik an Uli Forte, der genau das zuvor nicht geschafft haben soll. Canepa war und ist beseelt von der Vorstellung, aus der Ausbildung junger Spieler die Identität für den Club abzuleiten. Magnin erachtete er als perfekt für diese Rolle.

    Zum einen gibt es die Zahlen, so ernüchternd wie unwiderlegbar: Seit dem fulminanten 5:2 in Luzern Anfang November hat der FCZ noch 8 von 31 Spielen in der Liga gewonnen. Zum anderen gibt es die Optik. Die ist manchmal subjektiv, ja. Aber die Auftritte des FCZ sind unter Magnin mitunter haarsträubend schlecht wie nun wieder in Basel. Sie stehen für die kollektiven und individuellen Defizite.

    Die Mannschaft fällt immer wieder beim kleinsten Windstoss auseinander. Es ist nur die logische Folge fehlender Grundlagen, fehlender nachhaltiger Arbeit.

    Magnin kriegt es nicht hin, der Mannschaft ein Gesicht und Gerüst zu geben. Es ist kein Plan erkennbar, was sie zu tun hat, wenn es einmal schlecht läuft. Darum fällt sie immer wieder beim kleinsten Windstoss auseinander. Es ist nur die logische Folge fehlender Grundlagen, fehlender nachhaltiger Arbeit. Wirkliche Spitzenmannschaften sind da anders gepolt. Aber wer bloss hat im Zusammenhang mit dem FCZ von Spitze geredet?

    Im Sommer schwärmten Canepa und Sportchef Thomas Bickel von den neuen Spielern, von Nathan, Willie Britto, Denis Popovic, Mimoun Mahi und Blaz Kramer. Sie deckten sie mit Lob ein und sagten: «Es sind keine zufälligen Transfers.» Wer das sagt, hat ein Problem, wenn er zwei, drei Monate später schon wieder den Stab über sie bricht. Canepa gibt ungern zu, sich zusammen mit Bickel bei der Auswahl des Personals verrannt zu haben. Eine Entlassung Magnins würde aber die Meinung verstärken, dass sich die Führung auch in dieser Personalie getäuscht hat. Das hilft dem Trainer im Moment. Noch.

    Magnin hilft hingegen nicht, wenn die Chefs zur gegenteiligen Erkenntnis gelangen. Wenn sie denken, dass Nathan ein Abwehrchef ist, Britto eine Trouvaille als Rechtsverteidiger, Popovic die bessere Wahl als ein Abräumer vom Typ Gattuso, Mahi ein neuer Chikhaoui und Kramer eine Wucht als Stürmer. Dann können sie nur zu einem Schluss kommen: dass ihr Trainer nicht fähig ist, aus den Spielern das herauszuholen, was in ihnen steckt.

    Die Lage mag verzwickt sein, aber sie ist trotzdem klar. Canepa und Bickel haben sich bei den Transfers verkalkuliert. Nathan: körperlich ungenügend. Britto: spielerisch und taktisch völlig überfordert. Popovic: sollte die Mannschaft auf dem Platz ordnen, ein verkappter Spielmacher sein auf der Position der Nummer 6 – er taugt einfach nicht dazu. Mahi: Ist dann gut, wenn es dem Team gut geht, aber er ist kein Reisser und schon gar kein Leader.

    Und Kramer: Wie hat Bickel bloss sagen können, wenn man Kramer bekommen könne, müsse man ihn auch holen? Dem Slowenen, von Wolfsburg II gekommen, verspringt jeder Ball. So gibt er ein trauriges Bild ab und macht es sich selbst am schwersten, eines Tages ein Tor zu erzielen.

    Im tiefsten Inneren müssen auch Canepa und Bickel all das erkannt haben. Sonst hätten sie sich Ende August kaum gezwungen gefühlt, gleich drei neue Spieler zu holen: Pa Modou, im Sommer im Letzi­grund noch aussortiert, Vasilije Janjicic und Aiyegun Tosin, für jede Reihe einen.

    Pa Modou war die besondere Figur beim Sieg im Cup in Wil; in Basel muss er zuschauen, wie Charabadse defensiv erneut überfordert ist. Der 20-jährige Janjicic darf spielen, obschon er überhaupt nicht austrainiert wirkt. Und Tosin, am Sonntag gegen Thun Schütze eines herrlichen Tores, sitzt anstelle von Kramer auf der Ersatzbank.

    Magnin will nicht mehr der Vulkan sein, will zeigen, dass er sich gebessert hat. Nur macht ihn das nicht zum besseren Trainer.

    In der verzwickten Lage ist aber noch eines klar: Magnin hat den Hauptauftrag bisher nicht erfüllt. Unter ihm ist kein Spieler besser geworden, schon gar nicht so, dass mit ihm eines Tages bei einem Transfer Geld zu verdienen wäre. Am Mittwoch wird Magnin gefragt: «Was sagen Sie dazu, dass Kevin Bua für sein Foul an Simon Sohm nicht Rot gesehen hat?» Er sagt: «Ich will das nicht weiter kommentieren. Ich will zeigen, dass ich mich entwickelt habe.»

    Er will nicht mehr der sein, der ständig ausbricht wie ein Vulkan. Es ist schön für ihn, wenn er das schafft. Nur macht ihn das längst nicht zum besseren Trainer. Das ist er erst, wenn seine Abwehr kein Sieb mehr ist, das Mittelfeld kreativ und der Angriff nicht der harmloseste der Liga – wenn seine Mannschaft endlich eine Mannschaft ist, nicht nur zehn, sondern neunzig Minuten lang, nicht nur einmal, sondern x-mal.

    Die Frage ist nun, wie lange Canepa seiner Nibelungentreue zu Magnin folgen will. Wie lange er das Gefühl hat, dass mit diesem Trainer doch noch alles gut kommt. Er hat das Problem vieler Präsidenten: Wann ist der richtige Zeitpunkt zum Handeln gekommen?

    Canepa hat schon oft gehandelt, manchmal zu seltsamen Zeitpunkten. Bernard Challandes entliess er vier Monate nach der Teilnahme an der Champions League, Urs Fischer entgegen dem Rat des damaligen Sportchefs, Rolf Fringer nach bloss einem halben Jahr sowie im Streit und Urs Meier nach vier Spielen in einer neuen Saison. Sami Hyypiä dagegen durfte trotz aller Warnungen so lange wursteln, bis es zu spät war, um den Abstieg zu vermeiden. Forte wiederum taugte auf einmal nicht mehr, obschon er den Cup gewonnen und die Mannschaft ein halbes Jahr nach dem Aufstieg sicher auf Platz 3 gehalten hatte.

    Nach dem 0:4 in Basel sagt Canepa im «Blick»: «Das war eine Blamage. So darf man als Profimannschaft nicht auf-t­reten.» Magnin sollte sich das gut merken, bevor der FCZ am Sonntag in Genf gegen Servette auf den Platz geht.

    Zitat von Larry

    Nur anhaltender Misserfolg könnte ihn wohl zermürben.

    Wie würdest du das zeitlich einengen? Für mein Empfinden hätten wir in den letzten 3-5 Jahren sxhon so etwas wie "anhaltender Misserfolg". Bin irgendwie nicht bereit das CL-Jahr als "Erfolgsjahr" abzubuchen ...

    Zitat von snowcat


    ich hätte auch lieber ein 16‘000-er stadion, dann hätten wir im schnitt >15‘900 zuschauer, aber was will man machen...:nixwiss:


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    Es wurden Investitionen a la Basel/YB gewünscht/etwartet mit einrm neuen Stadion. Basel hat einen Zuschauerschnitt von 25'000 - 29'000 Zuschauer; YB 26'000.

    Wollte nur sagen, dass das in Zürich nicht so einfach wäre ...

    Zitat von snowcat

    bis das neue stadion steht, sind die canepas geschichte. und falls - wider erwarten - nicht, wird er investieren müssen. mit einem neuen stadion mache ich mir keine sorgen, da weiss auch der zwerg, dass er dann investieren muss.

    und falls nicht, mit einem neuen stadion wird es potente nachfolger geben, welche ihr geld noch so gerne in den fcz „investieren“.


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    Bei 18'000 Plätzen? Das verträgt keinen Erfolg a la YB & Basel. So kleinkariert gibt es kein return of invest ...

    Da wird auch nie jemand a la Basel/YB investieren. ...


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    Zitat von snowcat


    penalty verschüsse? eidütig d‘handschrift vom ludofigg! :rofl:


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    Ludo, der kommt gut. Dem geb ich mindestens bis Weihnachten eine Chance. Und dann frage ich mich, ob er echte Stürmer hatte. Und wenn nicht, kann er nichts dafür. Dann bekommt er weitere Chancen! Ludo!! Der ist geil; der kommt gut!! Wirklich!! Es liegt an den Spielern; nicht an ihm!!!
    Glaub mir!!!

    (Ironie off; falls mich jemand missversteht ...)

    Zitat von ZüriBueb

    Wänn er guet wär, wär er in luzern anderscht ad Sach und het meh usegholt. Für en guete Trainer isch luzern en klub, wod immer chasch unter die erschte 5 cho. Det isch einiges meh a engagement vorhande als bim FCZ.

    In dütschland muss er tatsächlich sache richtig gmacht ha. Mängmal passts au grad guet und us eim Erfolg ergit sich de nächscht. Aber Anderlecht isch eis guets Jahr gsi und nachher isch er katastrophal id saison gstartet.

    Bitte nöd de Weiler.

    Magnin muss weg!

    Weiler ist der einzig Verfügbare; den ich als Nachfolger sehen würde. Oder Arsen Wenger würde doch gerne wieder ...

    Befürchte aber, dass es der Assi wird. Der kommt ja aus der Bundesliga und steht schon auf der Lohnliste.

    Fünf Gründe, warum die Situation um den FCZ dramatischer ist, als Magnin glaubt
    12.8.2019 - 17:37, Jan Arnet


    FCZ-Trainer Ludovic Magnin glaubt noch an die Wende.
    Bild: Keystone
    Nach vier Spielen steht der FC Zürich immer noch am Tabellenende und wartet weiter auf den ersten Saisonsieg. Trainer Ludovic Magnin bleibt auch nach dem 2:2 gegen Xamax locker. Das kann gefährlich werden.

    «Das ist Fussball – unglaublich», sagt Ludovic Magnin am Sonntag nach dem Spiel seines FCZ gegen Xamax. Es muss ihm wie in einem schlechten Film vorgekommen sein, denn die Parallelen zur 1:3-Pleite in der Vorwoche in Sion waren erschreckend. Wie im Wallis spielten die Zürcher mehr als 20 Minuten in Überzahl, verschossen einen Penalty und ärgerten sich danach grün und blau. Nach Assan Ceesays Tor in der 77. Minute schien der erste Saisonsieg endlich perfekt, doch Gaetan Karlen rettete den Neuenburgern mit einem Fallrückzieher in der 94. Minute doch noch einen Punkt.


    «Fussballerisch ist es okay, jetzt müssen wir uns nur noch für unseren grossen Aufwand belohnen», sagt Magnin nach dem 2:2 gegen Xamax im Teleclub-Interview. Der FCZ-Coach glaubt weiter an seine Mannschaft und bewahrt Ruhe, was in erster Linie als positiv aufzunehmen ist. Aber Vorsicht: Dass dieser Schuss nach hinten losgehen kann, hat man letzte Saison ausgerechnet beim Stadtrivalen GC gesehen.

    «Bluewin» nennt fünf Gründe, warum die Situation für den FCZ und speziell für Magnin dramatischer ist, als der Coach glauben mag.

    1. Magnin bleibt locker – ist er zu optimistisch?

    Zwei Punkte aus vier Spielen – das ist einfach zu wenig. Trotzdem lobt Magnin seine Mannschaft auch nach dem Xamax-Spiel, obwohl sie es zum zweiten Mal in Folge trotz langer Überzahl nicht schafft, das Spiel zu gewinnen. «Es fehlt uns einfach der erste Sieg, um eine Serie zu starten», sagt Magnin. Diese Es-kommt-schon-alles-gut-Worte benutzte letzte Saison schon Ex-GC-Trainer Thorsten Fink, als er im Februar sagte: «Wir steigen nicht ab». Zwei Wochen später wurde Fink entlassen – und am Ende stieg GC eben doch ab.

    Magnin: „Es tut weh, aber es geht weiter“
    Der FC Zürich kann auch zuhause gegen Xamax nicht gewinnen und wartet weiter auf den ersten Saionsieg. Trainer Ludovic Magnin sieht dennoch nicht alles schlecht und hofft auch das nötige Quäntchen Glück.

    2. Canepa ist unberechenbar

    Die Worte «Wir steigen nicht ab» wiederholte auch FCZ-Präsident Ancillo Canepa im Frühjahr 2016 praktisch jede Woche, als die Zürcher immer weiter in den Tabellenkeller rutschten. Nach dem 33. Spieltag war es dann soweit: Der FCZ war Letzter. Erst dann – also drei Spiele vor Saisonende – reagierte Canepa und entliess Trainer Sami Hyypiä. Nachdem er dessen Vorgänger Urs Meier schon nach dem dritten Spieltag in die Wüste geschickt hatte.

    Und Hyppiäs Nachfolger Uli Forte? Der wurde trotz direktem Wiederaufstieg und Tabellenplatz 3 in der Folgesaison im Februar 2018 entlassen. Seither ist Magnin Cheftrainer – und der musste letzte Saison lange um den Klassenerhalt bangen. Trotzdem durfte er seinen Job behalten. Was uns das alles sagt? Canepa ist wie eine tickende Zeitbombe. Noch scheint er hinter seinem Trainer zu stehen, doch sein Vertrauen in Magnin dürfte auch schon grösser gewesen sein.

    3. Der FCZ befindet sich in der Negativspirale

    Wie schwer es ist, aus einer Negativspirale rauszukommen, müsste der FC Zürich eigentlich selber ganz gut wissen. In der Saison 2015/16 holten die Stadtzürcher nämlich aus den ersten 15 Spielen nur einen einzigen Sieg. Sie blieben während elf aufeinanderfolgenden Spielen sieglos und gegen Ende der Saison noch einmal während neun Partien in Folge ohne Vollerfolg. GC brachte letzte Saison sogar das Kunststück fertig, kein einziges Spiel in der Rückrunde zu gewinnen. Vor allem fürs Selbstvertrauen wäre ein Sieg am Mittwoch gegen St. Gallen immens wichtig für den FCZ.


    Hängende Köpfe beim FCZ – die Zürcher brauchen dringend ein Erfolgserlebnis.
    Bild: Keystone
    4. Die «einfachen» Gegner hat der FCZ schon hinter sich

    Noch einmal der Vergleich mit GC: Die Hoppers hatten letzte Saison zu diesem Zeitpunkt noch weniger Zähler auf dem Konto als der FCZ (1 Punkt). Allerdings musste GC in den ersten vier Spielen gegen den späteren Meister, den Vizemeister und den Drittplatzierten ran. Der Stadtklub hat bis zum Ende des ersten Saisonviertels das auf dem Papier schwierige Programm erst noch vor sich: YB, Basel, Thun und Servette – gegen vier der aktuell ersten fünf in der Tabelle hat der FCZ noch gar nicht gespielt.

    5. Duell gegen St. Gallen ist schon ein Schicksalsspiel

    Vor dem Xamax-Spiel hat Magnin gesagt, dass er in den Heimspielen gegen Xamax und St. Gallen vier Punkte holen will. Da gegen die Neuenburger nur einer heraussprang, muss gegen den FCSG eigentlich schon fast zwingend ein Sieg her, weil sonst nicht nur die Tabellen-Lage noch ungemütlicher wird, sondern dann womöglich auch Magnin selbst daran zu zweifeln beginnt, dass das mit der gewünschten Siegesserie noch etwas wird. Kann ihn denn zumindest die Statistik gegen St. Gallen positiv stimmen? Nicht wirklich. In der letzten Saison holte der FCZ gegen die Espen aus vier Spielen nur zwei Punkte.