Beiträge von Larry

    Hmmmm da füehrsch mit 12 Pünkt Vorsprung

    Geht wohl genau um das! Die letzten Jahre war es nie wirklich spannend! 8x Basel, 4x YB und jetzt der FCZ mit Bayern-Vorsprung. Spannung sieht anders aus.

    Aber ist ja noch nicht in trockenen Tüchern. Mein Tipp: Kommt nicht!

    ZSC-Captain Patrick Geering

    Jetzt freut er sich auf die Pfiffe der Freiburger Fans

    Nach dem erknorzten Sieg im Viertelfinal gegen Biel wollen die ZSC Lions im Halbfinal angreifen. Patrick Geering erwartet ein Hockeyfest und sagt, worauf es gegen Gottéron ankommt.

    Simon Graf
    Simon Graf
    Publiziert heute um 15:07 Uhr

    Immer nahe beim Mann: ZSC-Marathonmann Patrick Geering im Zweikampf mit Biels Fabio Hofer.


    Immer nahe beim Mann: ZSC-Marathonmann Patrick Geering im Zweikampf mit Biels Fabio Hofer. Foto: Claudio Thoma (Freshfocus)


    Goalie Jakub Kovar feierte den Halbfinaleinzug am Montagabend mit einem Purzelbaum. Hatten Sie nicht Angst, dass er sich dabei verletzt? Ihn brauchen die ZSC Lions ja noch.


    (lacht) Nein, ich hatte keine Angst. Er hatte in den letzten sieben Spielen einige verrücktere Szenen im Tor, musste sich immer wieder strecken und recken, um uns den Halbfinal-Einzug zu ermöglichen. Sein Purzelbaum kam für uns alle überraschend, es war ein spontaner Ausdruck seiner Freude. Es war schön, diesen Sieg mit den Leuten zu teilen. Das vermisste ich letztes Jahr, als wir gegen Lausanne vor leeren Rängen in den Halbfinal einzogen. Es ist schon etwas ganz anderes, wenn 10’000 im Stadion applaudieren.



    Die ZSC Lions lagen in der Serie gegen Biel 0:2 und 2:3 zurück. Wie haben Sie sie noch gedreht?


    Die ersten zwei Spiele waren nicht wirklich Playoff-Eishockey. Es gab Chancen hüben wie drüben. Wir wussten: Wenn wir bestehen wollen, müssen wir viel solider werden und auch einmal 1:0 gewinnen. Das haben wir getan. Die Steigerung in der Defensive war der Schlüssel. Aber wir haben auch da noch Luft nach oben.


    In Spiel 6 deutete lange nichts mehr auf eine Wende hin, die Bieler führten 1:0 und schienen alles im Griff zu haben. Wie erlebten Sie das?


    Nach 40 Minuten deutete wirklich nicht mehr viel darauf hin. Wir konnten kaum etwas kreieren, glaubten aber noch in jede Sekunde daran. Dann stellten wir unser Spiel um, checkten mit zwei statt einem Stürmer vor und schnürten die Bieler ein. Letztlich war es das schnelle Umschaltspiel, das uns die entscheidenden Tore brachte. Auch in Spiel 7. Daran müssen wir anknüpfen.

    Zitat
    «Kovar ist hier, um etwas zu erreichen. Das sieht man in jeder Sekunde.»


    Haben Sie schon einmal eine solch starke Goalieleistung erlebt wie von Jakub Kovar nach Spiel 3 in der Biel-Serie?


    Er ist hier, um etwas zu erreichen. Das sieht man in jeder Sekunde. Er ist total fokussiert und sehr kommunikativ mit uns Feldspielern. Er sagt genau, was er möchte und was wir besser machen sollen. Der Purzelbaum des Goalies: So feierten die ZSC Lions den Halbfinaleinzug.


    Der Purzelbaum des Goalies: So feierten die ZSC Lions den Halbfinaleinzug. Foto: Walter Bieri (Keystone)


    Die ZSC Lions gewannen zum siebten Mal in Folge ein Spiel 7. Ist das zur Gewohnheit geworden?


    So würde ich das nicht sagen. Es waren auch diesmal nur Kleinigkeiten, die entschieden. Aber ich bin stolz, haben wir es als Team wieder geschafft.


    Wie ausgiebig wurde am Montagabend gefeiert? Oder waren alle so erschöpt, dass nur noch jeder ins Bett wollte?


    Ich spiele Eishockey, um zusammen Erlebnisse zu teilen, Erfolge zu haben. Das war ein kleiner Schritt, aber ein wichtiger. Da darf man schon zusammen mit einem Bier anstossen. Wir sassen noch kurz in der Garderobe und genossen es. Ich bin froh, haben wir nun eine kurze Pause nach sieben nervenaufreibenden Spielen. Die haben sicher auch unseren Fans viele Nerven gekostet.


    Sie sind der Marathonmann der ZSC Lions, hatten jeden zweiten Tag 25 Minuten Eiszeit. Wie fühlen sich Ihre Beine an?


    Gut. Ich fühle mich fit, habe keine Probleme. Ich bin es gewöhnt, viel Eiszeit zu haben. Jetzt freue ich mich darauf, was kommt: Zwei volle Hallen, in denen Eishockey zelebriert wird. Mit unseren Fans im Rücken oder den pfeifenden in Freiburg.


    Apropos Fans: Sie müssen ein Fan des Musikers Hans Zimmer sein.


    Ja, ich finde ihn gut, war auch schon einmal an einem seiner Konzerte. Wieso?


    Weil Ihre Viertelfinalserie gegen Biel wegen der Konzerte von Hans Zimmer im Hallenstadion um zwei Tage vorgezogen wurde, was Ihnen nun zwei zusätzliche Ruhetage verschafft.


    (lacht) Ja, die können wir gut gebrauchen. Als Rapperswil 3:0 führte gegen Davos, hatte ich schon Bedenken, der Start der Halbfinals könnte vorgezogen werden. Wie letztes Jahr, als wir Lausanne geschlagen hatten und es plötzlich hiess: Am Sonntag um 16 Uhr geht es weiter. Den Dienstag haben wir nun ganz frei, das geniesse ich.


    Wieso schafften es die ZSC Lions gegen Biel nicht, so richtig in Schwung zu kommen?


    Man muss auch die Bieler loben. Sie wurden unglaublich gut eingestellt auf uns. Wir hatten nicht immer die passende Antwort, sind nie richtig in den Flow gekommen.

    Zitat
    «Vielleicht können wir jetzt befreiter aufspielen. Aber eine gewisse Anspannung braucht es schon.»


    Könnte der Druck nun abfallen?


    Dass wir als ZSC Lions den Viertelfinal überstehen müssen, ist eine Tatsache. Wir haben es uns erkrampft, vielleicht können wir jetzt etwas befreiter aufspielen. Aber eine gewisse Anspannung braucht es schon. Wir haben ein Ziel vor Augen: Die erste Serie war hoffentlich nur eine von drei.


    Weiter geht es ab Freitag gegen Fribourg, gegen das die ZSC Lions alle vier Playoff-Serien verloren haben. Im Viertelfinal 2009 (0:4) und im Halbfinal 2013 (1:4) waren Sie dabei. Woran erinnern Sie sich?


    Das zeigt, dass wir etwas gutzumachen haben. 2009 ist sehr weit weg, das war mein erstes Jahr beim ZSC, das habe ich nicht mehr so vor Augen. 2013 stiegen wir übermotiviert in die Serie, wollten es den Freiburgern unbedingt zeigen. Dafür bezahlen wir Lehrgeld. Gottéron ist das Team der Stunde, nebst Zug. In Freiburg sind momentan alle hockeyverrückt, die Tickets waren innert 30 Minuten alle weg. Es wird sicher hart umkämpft werden.


    Was erwarten Sie von den Freiburgern?


    Sie haben ein noch breiter besetztes Kader als Biel. Sie sind auch eine spielerische Mannschaft, läuferisch stark, schalten schnell um. Das spricht für eine interessante Serie. Für uns ist wichtig, dass wir ihre offensive Feuerkraft eindämmen können.

    Zitat
    «Disziplin ist für uns das Schlüsselwort. Wir haben zu oft mit dem Feuer gespielt.»


    Gottéron schoss allein im Viertelfinal gegen Lausanne neun Tore im Powerplay. Ein grosser Unterschied zu Biel, das Mühe hatte in Überzahl.


    Neun Tore im Powerplay? Ja, das ist eindrücklich. Ich schaue nicht auf die anderen Serien, wenn ich selber noch spiele. Disziplin ist für uns das Schlüsselwort. Wir haben im Viertelfinal zu oft mit dem Feuer gespielt. Zum Glück war unser Boxplay so gut. Aber ich möchte nicht zehn Minuten in Unterzahl spielen in der ausverkauften Freiburger Arena. Wir müssen unsere Strafen sicher minimieren.


    Was ist Ihre Prognose? Gibt es nochmals Playoff-Final im Hallenstadion?


    Ich schnürte als kleiner Bub mit sechs erstmals die Schlittschuhe im Hallenstadion, verbinde viele Erinnerungen mit dieser Arena. Wie viele andere im Team auch, viele von uns sind ja in Zürich aufgewachsen. Wir setzen alles daran, dass es nochmals einen Final im Hallenstadion gibt. Das wäre eine schöne Geschichte.

    Uf di ander Siete chamer so eher mal zume Titel cho als Underdog.

    Nein:

    Dieses Playoff wäre definitiv die grösste Änderung. Angedacht ist ein Format, in dem der Erste und der Zweite um den Meistertitel spielen, die acht folgenden Teams um die Teilnahme an den europäischen Wettbewerben. Blieben noch zwei Teams übrig, von denen das schlechter klassierte direkt absteigen würde und das andere zur Barrage antreten müsste. «Die detaillierte Ausgestaltung dieser dritten Phase wird in den kommenden Wochen erfolgen», heisst es in der Mitteilung der Liga. Das neue Format muss zudem noch vom Schweizer Fussballverband (SFV) abgesegnet werden.

    05.04.2022SFL

    Nach diversen Vorgesprächen mit den Klubs hat sich das Komitee der Swiss Football League (SFL) auf einen Modus-Vorschlag zuhanden der ausserordentlichen Generalversammlung vom 20. Mai 2022 geeinigt. Ab 2023/24 sollen 12 Klub in der Credit Suisse Super League spielen und die Saison mit Play-offs abschliessen.

    Wow! :shock:

    Keine Ahnung wie viel 100te Spiele ich schon im Fussball und Eishockey gesehen habe, bei der nicht der bessere gewonnen hat, sondern der, der ein Tor mehr macht.

    Im Playoff, wo es normalerweise, nicht so viele Tore gibt, ist es noch viel wichtiger.

    Siehe auch den Artikel von Zaugg. Der mit der Defence die Meisterschaften gewinnt ist ein ausgelutschter Spruch! Wenn zwei Teams hinten gut sind gewinnt das Team das ein Tor mehr schiesst! Wir sind weiter gekommen wegen Hollenstein (in Biel) und Ghetto/Malgin (gestern). Kovar hat es einfach möglich gemacht.

    AM34 mit seinem siebten Hattrick in der NHL gestern in Tampa. Heute müssen sie bei den Panthers ran, werde zum letzten mal diese Saison vor Ort sein. Immer gut wenn der Gegner einen Abend vorher noch im Einsatz war! :twisted:

    Die Trainer- und Sportchef-Diskussion können wir aber getrostmnach der Saison führen.

    Nein die führen wir jetzt mit den Teams die (wieder) versagt haben! Steinegger (seit 2012) und Törmänen (seit 2017) wursteln schon lange zusammen in Biel ohne irgend etwas zu erreichen! Die von Steinegger zusammengestellte "Mannschaft" reisst nichts, Törmänen kann kein Game 7 gewinnen, konnte er 2012 schon in Bern gegen den ZSC nicht. Trotzdem werden beide in der Presse immer über den grünen Klee gelobt. Es gibt einen Begriff für die zwei: Loser!

    ZSC Lions – wenn teure Stars ihr Geld wirklich wert sind
    Die ZSC Lions gewinnen gegen Biel das 7. Spiel 3:1. Nun beginnt am Freitag in Fribourg der Halbfinal gegen Gottéron. Mit den Zürchern als Favorit.
    www.watson.ch

    Die alles entscheidende Play-off-Partie: Die ZSC Lions müssen endlich zu ihrem Spiel finden – sie können sich nicht länger einfach auf ihren Goalie verlassen

    Die ZSC Lions haben sich in das Entscheidungsspiel gerettet, das am Montagabend in Zürich stattfindet. Doch ihre Leistungen überzeugen weiterhin nicht. Es geht auch um die Zukunft ihres Trainers Rikard Grönborg.

    Daniel Germann (NZZ)


    Meist etwas schneller als die Gegner: der ZSC-Goalie Jakub Kovar.

    Meist etwas schneller als die Gegner: der ZSC-Goalie Jakub Kovar.

    Peter Schneider / Keystone

    Dem legendären amerikanischen College-Football-Coach Paul «Bear» Bryant wird der Satz zugeschrieben: «Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive Meisterschaften.» Die Floskel ist im Mannschaftssport mittlerweile allgegenwärtig. Und sollte sie tatsächlich stimmen, verheisst sie wenig Gutes für die ZSC Lions. Zwei späte Tore innerhalb von 98 Sekunden durch den Offensivkünstler Denis Hollenstein retteten die Zürcher am Samstag beim 3:1-Sieg in Biel vor dem Saisonende und einer weiteren herben Play-off-Enttäuschung.

    Der Trainer Rikard Grönborg musste die Defensive stärken, weil die Lions mit fliegenden Fahnen untergegangen waren

    Den Grundstein zu diesem kaum mehr erwarteten Erfolg legte der Torhüter Jakub Kovar. Der 33-jährige Tscheche ist der einzige Grund, weshalb die ZSC Lions nicht bereits in den Sommerferien sind. In den Spielen 3 und 4 gegen Biel sorgte er mit Shut-outs dafür, dass je ein Tor von Chris Baltisberger und Maxim Noreau reichte, um die Viertelfinalserie auszugleichen. Am Samstag hielt Kovar die Lions in den ersten zwei Dritteln mit 27 Paraden im Spiel.

    Hollenstein hatte in der zweiten Drittelspause im Interview mit «MySports» gesagt, man müsse versuchen, mehr Druck aufs Tor zu entwickeln. Und der Klotener leitete dann mit seinen zwei Treffern die späte Wende ein. Besondere Erwähnung dabei verdiente der geniale Bandenpass von Noreau, der Hollenstein den Weg zum 1:1 öffnete.

    Noreau ist in Zürich oft in der Kritik und muss den Klub am Ende der Saison in Richtung Rapperswil-Jona verlassen. Wie bei seinem letzten Arbeitgeber in Bern provoziert der kanadische Verteidiger mit defensiven Aussetzern immer wieder Kopfschütteln. Gleichzeitig ist er zusammen mit dem praktisch fehlerfrei spielenden Captain Patrick Geering der einzige Zürcher Abwehrspieler, der in der Viertelfinalserie höheren Ansprüchen genügt.

    Der NHL-Veteran Yannick Weber ist wie der von Jokerit Helsinki kurz vor den Play-offs zum Team gestossene Tommi Kivistö bis anhin kaum ein Faktor. Und Christian Marti, immerhin ein potenzieller Nationalspieler, sammelte am Samstag in der Startphase drei Zweiminutenstrafen, ehe er vom Coach Rikard Grönborg nicht mehr eingesetzt wurde. Marti kam auf eine Spielzeit von 3:13 Minuten.

    Grönborg sieht sich genötigt, 3 der 5 Ausländerplätze für einen Torhüter und zwei Verteidiger einzusetzen. Darunter leidet die Offensive, die eigentlich das Prunkstück der Equipe ist. Am Samstag brachte Grönborg den Defensivcenter Marcus Krüger für Garrett Roe ins Team. Der Amerikaner Roe war am Donnerstag mit einem haarsträubenden Fehlpass am Ursprung der Niederlage gestanden.

    Grönborg musste die Defensive stärken, weil die Lions in den ersten beiden Partien in einem wilden Offensivspektakel zweimal mit fliegenden Fahnen untergegangen waren. Dass diese Mannschaft mit begabten Individualisten wie Denis Malgin, Sven Andrighetto, Roe, Justin Azevedo, Hollenstein oder Simon Bodenmann ein Offensivpotenzial besitzt, mit dem sie an einem guten Abend jeden Gegner in die Einzelteile zerlegen kann, ist bekannt.

    Gleichzeitig weiss man, dass die Lions nur schlecht mit Widerstand umgehen können. Genf/Servette hatte sie vor einem Jahr mit einer soliden Defensivleistung im Halbfinal gestoppt. Der Bieler Trainer Antti Törmänen hat nun das taktische Mittel, um sie an der Ausspielung ihrer läuferischen Vorteile zu hindern. Mit der Kontrolle der neutralen Zone verhinderte der EHC Biel am Samstag über vierzig Minuten lang, dass die Zürcher überhaupt ins Spiel fanden.

    Mit etwas mehr Effizienz würden die Bieler bereits im Halbfinal stehen. Das Duell der so ungleichen Trainer geht bis jetzt klar an den Finnen Törmänen. Offiziell hat Grönborg kurz vor Weihnachten zwar auf die Klausel verzichtet, die es ihm am Ende der Saison erlauben würde, aus seinem noch ein Jahr gültigen Vertrag auszusteigen. Doch sollte er mit dem ZSC im siebenten Spiel am Montagabend scheitern, ist es nur schwer vorstellbar, dass er im Herbst mit dem Team von Oerlikon in die neue Arena nach Altstetten umziehen wird.

    Die Bieler sind im Powerplay sehr ineffizient

    Doch noch lebt die Hoffnung. Noch steht mindestens ein Match in jener Arena an, in der der ZSC in den letzten siebzig Jahren zu Hause war. Noch ist möglich, dass die Lions bald ihren zehnten Meistertitel feiern. Doch dazu müssen sie nun sofort die richtige Balance zwischen Offensive und Defensive finden, ohne in Passivität zu verfallen.

    Auch die Bieler haben in der Serie nicht restlos überzeugt. Ungenügend ist vor allem ihr Überzahlspiel; kein Team war in den laufenden Play-offs ineffizienter. Bisher musste Biel fast ein Drittel lang in Überzahl spielen, um einen Treffer zu erzielen. Zum Vergleich: Fribourg-Gottéron nützt jede zweite Strafe aus. Auch das kann Play-off-Serien und Meisterschaften entscheiden.

    Die legendärsten ZSC-Showdowns

    In Lugano randaliert der Mob, in Zürich feiert der Meister

    Es kommt für die ZSC Lions am Montagabend zu einem entscheidenden siebten Viertelfinal-Spiel gegen Biel. Zeit, auf ihre denkwürdigsten Playoff-Showdowns zurückzuschauen.

    Simon Graf
    Simon Graf
    Publiziert heute um 09:42 Uhr

    Mit einem 3:1 in Biel erzwangen die ZSC Lions am Samstag ein Spiel 7, heute im Hallenstadion. Das ist für sie ein gutes Omen: Ihre letzten sechs Entscheidungsspiele haben sie gewonnen, und acht von zwölf. Ein Ranking ihrer spektakulärsten siebten Spiele.


    7 – Viertelfinal 2015: Hollywood!


    Playoff-Emotionen: Marc Crawford brüllt zu Biel-Coach Kevin Schläpfer hinüber, der nimmt es easy. Video: SRF

    Es gab bereits ein Spiel 7 zwischen den ZSC Lions und Biel, und die Emotionen kochten in diesem Viertelfinal 2015 gleich zu Beginn hoch. Legendär ist, wie der Zürcher Coach Marc Crawford sein Gegenüber Kevin Schäpfer in Spiel 1 beschimpft, weil dieser dem ZSC-Schweden Tallinder sagte, er solle nicht so weich spielen. «Hollywood!», zetert Filmliebhaber Crawford, der damit sagen will, Schläpfer sei ein Showman. Der winkt nur ab, was Crawford noch mehr erzürnt. Im Entscheidungsspiel im Hallenstadion sind die erstaunlichen Bieler dann aber chancenlos, die ZSC Lions siegen 5:2.




    6 – Viertelfinal 2007: Drama um Ari Sulander


    Ein seltenes Bild: Der junge Reto Berra im ZSC-Dress, als Ari Sulander ausgefallen war.


    Ein seltenes Bild: Der junge Reto Berra im ZSC-Dress, als Ari Sulander ausgefallen war. Foto: Jürgen Staiger (Keystone/Photopress)

    Die ZSC Lions führen im Viertelfinal 2007 gegen den HC Davos 2:0 und 3:1, doch in der Endphase von Spiel 4 fällt Ari Sulander mit einer Adduktorenverletzung aus. Das erweist sich als fatal. Der junge Reto Berra, der zuvor nur einen Einsatz erhalten hat, muss einspringen. Ohne Sulander treten die Zürcher plötzlich ganz verzagt auf, der HCD erzwingt ein siebtes Spiel. Für dieses versucht Teamarzt Gery Büsser Sulander fitzuspritzen, doch nach dem Warm-up gibt dieser Forfait. Das wundersame Comeback ist geplatzt und Berra der Situation nicht gewachsen, nach zwei frühen Patzern des 20-Jährigen verlieren die Zürcher das entscheidende Spiel 0:3.



    5 – Viertelfinal 2013: Blindenbachers Fäuste

    Ein Schreckmoment: Reto von Arx wird mit Halskrause von den beiden Teamärzten vom Eis geführt.


    Ein Schreckmoment: Reto von Arx wird mit Halskrause von den beiden Teamärzten vom Eis geführt. Foto: Jürgen Staiger (Keystone)

    Eine wüste Szene prägt diese Viertelfinalserie von 2013: Severin Blindenbacher schlägt Reto von Arx in Spiel 4 k. o., nicht bösartig, aber effektiv: Der HCD-Leitwolf prallt aufs Eis, bleibt lange liegen und fällt aus. Die Davoser nützen die Fünfminutenstrafe zu drei Toren, gehen in der Serie 3:1 in Führung. Doch ohne den verletzten von Arx verlieren sie die nächsten zwei Partien. In Spiel 7 kehrt er zurück, bleibt aber ohne Einfluss. Die Zürcher siegen 2:0, und ausgerechnet Andres Ambühl, der Davoser im ZSC-Dress, knickt mit dem zweiten Tor die HCD-Hoffnungen. Diese verlieren in ihrem neunten Spiel 7 erstmals.


    4 – Viertelfinal 1999: Wie gelähmt nach dem Todesfall


    Die traurigste Stunde der ZSC Lions: Dan Hodgson spricht bei der Abdankung von Chad Silver.


    Die traurigste Stunde der ZSC Lions: Dan Hodgson spricht bei der Abdankung von Chad Silver. Foto: Walter Bieri (Keystone)

    Die ZSC Lions sind mit ihrem neuen Topgoalie Ari Sulander erstmals ein Spitzenteam und landen auf Rang 2. Doch ihre Saison wird auch geprägt von einem Schicksalsschlag: Am 3. Dezember 1998 finden sie Chad Silver zu Hause leblos im Bett, gestorben an plötzlichem Herzversagen. Die Mannschaft ist danach nicht mehr die gleiche, auch im Derby-Viertelfinal gegen Kloten tut sie sich schwer. Spiel 7 im Hallenstadion verlieren die ZSC Lions 1:3, sie wirken seltsam apathisch. Matchwinner für Kloten ist der 18-jährige Adrian Wichser mit zwei Toren.


    3 – Final 2018: Und die Zürcher bleiben cool


    Es ist geschafft: Die ZSC Lions feiern in der Resega ihren vorerst letzten Meistertitel.


    Es ist geschafft: Die ZSC Lions feiern in der Resega ihren vorerst letzten Meistertitel. Foto: Gabriele Putzu (Keystone/Ti-Press)

    Als die ZSC Lions auf der Busfahrt zu Spiel 7 nach Lugano die Autobahn verlassen, werden sie von einer Gruppe Lugano-Fans mit ausgestreckten Mittelfingern empfangen. Vor der Halle tobt der Anhang der Bianconeri. «Wir waren richtige Hassobjekte», erinnert sich Chris Baltisberger, der beim Einlaufen Ohropax in die Ohren steckt, weil es so laut ist. Doch die ZSC Lions, die zuvor zwei Meisterpucks verpasst haben, bleiben cool und gewinnen 2:0. Es ist Lukas Flüelers vierter Shutout in einem Spiel 7 – und das passende Ende von Mathias Segers grandioser Karriere.



    2 – Final 2012: Der erstaunliche Meisterschütze


    Mit ihm hatte niemand gerechnet: Steve McCarthy feiert in Bern den Meistertitel 2012.


    Mit ihm hatte niemand gerechnet: Steve McCarthy feiert in Bern den Meistertitel 2012. Foto: Peter Klaunzer (Keystone)

    Als Steve McCarthy im Oktober 2011 zu den ZSC Lions stösst, bekommt er zunächst nur einen Probevertrag. Ein Berner Journalist spottet, er habe in Finnland als einer der langsamsten Verteidiger gegolten. Doch der Kanadier spielt sich mit seiner verlässlichen und unkomplizierten Art ins Herz von Coach Bob Hartley. Aber nicht unbedingt mit Toren. Im Playoff trifft er nur einmal, dafür im perfekten Moment: 2,5 Sekunden vor Schluss von Spiel 7 gegen den SCB zum 2:1. Da die Uhr fast abgelaufen und ein Gegenstoss der Berner nicht mehr möglich gewesen sei, habe er sich für einmal nach vorne gewagt, sagt er. Es lohnte sich. Heute ist McCarthy Assistenzcoach beim NHL-Club Columbus Blue Jackets.


    1 – Final 2001: Guten Morgan


    Da wusste er schon, dass es vorbei ist: Der Meisterschuss von Morgan Samuelsson nach 70:07.


    Da wusste er schon, dass es vorbei ist: Der Meisterschuss von Morgan Samuelsson nach 70:07. Foto: Alessandro Della Valle (Keystone)

    Es ist die spektakulärste Wende in der ZSC-Geschichte: In Lugano ist vor Spiel 5 im Final 2001 schon alles angerichtet für die Meisterparty, die Gästekurve wird mit Tessiner Fans gefüllt. Doch die Bianconeri haben ihre Rechnung ohne Morgen Samuelsson gemacht. Der Schwede, der nach einem Monat endlich wieder spielen darf, ist ein Mann auf einer Mission: In Spiel 5 (6:3) bereitet er im ersten Einsatz das 1:0 vor und schiesst das 3:0, in Spiel 6 (5:1) ist er an zwei weiteren Toren beteiligt, in Spiel 7 schiesst er in der 71. Minute das 2:1-Meistertor. Er wuchtet den Puck bei einem Konter ins Lattenkreuz und sagt später: «Als ich über die rote Linie fuhr, wusste ich, dass ich das Tor machen werde.»

    Die Freude wird dadurch getrübt, dass die Pokalübergabe abgebrochen werden muss, weil Lugano-Ultras das Eis stürmen. Die ZSC-Cracks und Coach Larry Huras flüchten in die Garderobe, es kommt zu wüsten Prügeleien auf dem Eis und in den Kabinengängen. Gefeiert wird dann erst richtig in den Morgenstunden – über 9000 haben im Hallenstadion ausgeharrt und empfangen die Zürcher Meister euphorisch.