Ausstiegsklausel verstreicht ungenutzt: Rikard Grönborg bleibt Trainer der ZSC Lions
Bis um Mitternacht an Silvester hätte Rikard Grönborg aus seinem Vertrag bei den ZSC Lions aussteigen können. Der Schwede liess die Option nicht überraschend ungenutzt – er hätte damit nur seine Position geschwächt.
Nicola Berger (NZZ)
Weiter im feinen ZSC-Zwirn: Rikard Grönborg.
Walter Bieri / KEYSTONE
Rikard Grönborg hatte sich in den letzten Wochen jeder erdenklichen verbalen Verrenkung bedient, um der Frage auszuweichen, ob er seine Ausstiegsklausel per 31. Dezember denn nun aktivieren werde. Er sei heute ZSC-Trainer und möge diese Stadt, sagte der Schwede etwa nach dem erdauerten 3:2-Sieg nach Verlängerung gegen die SCL Tigers kurz vor Weihnachten, dem finalen Auftritt im Jahr 2021. Alles andere sei «Spekulation», sein Lieblingswort in den letzten Monaten. Davon hatte es in den vergangenen Wochen tatsächlich reichlich gegeben. Verschiedene Medien brachten ihn mit Engagements in der KHL und NHL in Verbindung. Und Grönborg, 53, selbst kokettierte immer wieder mit beruflichen Möglichkeiten in Nordamerika. Selbst seine Vorgesetzten waren bis zuletzt nicht darüber informiert, ob der Trainer sich verabschiedet.
Doch konkret war offenbar nichts, weshalb der Coach seine Vertragsoption ungenutzt verstreichen liess. Sie war ohnehin auf einen rätselhaften Zeitpunkt gesetzt: Hätte er sie nun aktiviert, wäre sein letztes Vertragsjahr, 2022/23, ungültig geworden. Er jedoch bis zum Ende der laufenden Saison weiter in Zürich im Wort gestanden. Aus der Sicht von Grönborg und dessen Agenten ergab es wenig Sinn, diesen Pfad zu beschreiten - es sei denn, anderswo hätte die wohlige Sicherheit eines üppig dotierten Mehrjahresvertrags gewartet.
Es ist nicht auszuschliessen, dass sich das im Sommer ändert und Grönborg dann um die Freigabe ersucht. Nach seinen ersten, wechselhaften zweieinhalb Jahren in Zürich muss es nicht sein, dass der ZSC sich einer Veränderung kategorisch entgegenstellt.
Vorerst aber bleibt Grönborg im ZSC – und noch immer ist es ja möglich, dass die Zürcher ihre bisher unbefriedigende Saison retten. Das Lazarett lichtet sich, unter anderem steht der amerikanische Stürmer Garrett Roe vor dem Comeback. Für den ZSC geht es ab Sonntag mit dem Heimspiel gegen Gottéron darum, den sanften Aufwärtstrend von zuletzt drei Siegen in Serie zu bestätigen. Vielleicht ist es da zuträglich, dass die Trainerdiskussion fürs Erste erstickt ist.

