Beiträge von Larry

    "Der FC Zürich wird somit mit mindestens fünf Punkten Vorsprung ins neue Jahr gehen. In einer ähnlich starken Position überwinterte der Klub letztmals vor 15 Jahren auf dem Weg zu seinem vorletzten Meistertitel. Sechs oder mehr Siege waren dem FCZ letztmals vor mehr als zehn Jahren geglückt."

    Was mich noch mehr wundert als der FCZ auf Platz 1 ist die Schwäche von YB und Basel! Falls die so weiter wursteln kann es tatsächlich was werden mit dem Titel!

    Marc Lüthi im Interview

    «Die nächste Florence werde ich als Assistentin einstellen»

    Der CEO des SC Bern lässt im Gespräch tief blicken. Er spricht über Sorgen und Kritik und sagt erstmals, weshalb die Anstellung von Sportchefin Florence Schelling ein Fehler war.

    Marco OppligerMarco Keller
    Marco Keller, Marco Oppliger (TA)

    Innerhalb von einer Woche sind dem SCB Einnahmen von rund einer halben Million Franken entgangen. Marc Lüthi sagt: «Da sprechen wir über existenzielle Dinge.»


    Innerhalb von einer Woche sind dem SCB Einnahmen von rund einer halben Million Franken entgangen. Marc Lüthi sagt: «Da sprechen wir über existenzielle Dinge.» Foto: Raphael Moser

    Was wünscht sich der CEO des SC Bern zu Weihnachten?

    Wenig Viren, viel Vernunft und eine gescheite Politik im Bundeshaus.

    Der Bundesrat hat am Freitag die Corona-Massnahmen verschärft. Nun darf im Stadion ab Montag nur noch im Sitzen konsumiert werden. Welche Konsequenzen erwarten Sie?

    Ich kann nicht sagen, ob die Leute noch kommen werden oder allenfalls daheim bleiben. Ich lasse mich am Montag überraschen. Wir setzen um, was der Bundesrat beschlossen hat.


    Sind Sie zufrieden mit der gegenwärtigen sportlichen Situation?

    Betrachtet man unsere Mannschaft, sind wir ungefähr dort, wo wir hingehören. Das heisst für mich: Läuft es super, Rang 4, läuft es nicht optimal, Rang 10. Natürlich macht mir die sportliche Situation manchmal Sorgen, aber das ganze Drumherum noch viel mehr.

    Wie meinen Sie das?

    In den letzten sieben Tagen hatten wir in unserer Gastronomie Absagen von Weihnachtsessen in der Höhe von rund einer halben Million Franken. Und wir müssen befürchten, dass wir unsere Zuschauerinnen und Zuschauer nicht mehr verpflegen können. Da sprechen wir über existenzielle Dinge, die einen mehr beschäftigen als ein Punkt mehr oder weniger.


    Im Sommer sagten Sie zum Verlust von 1,5 Millionen Franken: «Es ist ein Chlapf, den wir vertragen können.» Wie präsentiert sich die Lage mittlerweile?

    Der Verlust für dieses Jahr wird sich auf zwischen 2 und 2,5 Millionen belaufen. Und nächstes Jahr wird es wohl nochmals dasselbe sein. Die Lage ist noch nicht existenziell, aber wenn es so weitergeht, wird sie es für all die Clubs, die wie wir nicht von Mäzenen alimentiert werden. Nur können wir nicht voll auf der Bremse bleiben, sonst sind wir irgendwann nicht mehr kompetitiv.

    Sie müssen abwägen zwischen sportlichem Erfolg und finanziellem Überleben des SCB ...

    … Die Zuschauerinnen und Zuschauer haben den Anspruch, eine konkurrenzfähige Mannschaft spielen zu sehen. Und wir werden nächste Saison sicher eine bessere Mannschaft haben. Das hat finanzielle Konsequenzen. Klar haben wir uns in den letzten 20 Jahren etwas angespart. Doch irgendwann sind die Reserven aufgebraucht, dann müssen wir wieder in die Gewinnschwelle kommen. 1998 machte der SCB beinahe Konkurs, das wollen wir nicht noch einmal erleben. Die Finanzen haben oberste Priorität. Denn: Wenn wir kein Geld mehr haben, gibt es alles andere auch nicht mehr.


    Die Konkurrenz aus Lausanne, Lugano, Zug oder Zürich ist Bern finanziell enteilt. Ist der SCB unter diesen Voraussetzungen noch ein Topclub, so wie es seinem Selbstverständnis entspricht?

    Ja, das ist unser Anspruch, dafür kämpfen wir jeden Tag. Wir werden sicher unsere finanziellen Möglichkeiten einschränken müssen, was bedingt, dass wir besser als anderswo arbeiten und Dinge früher erkennen müssen. Wir haben noch immer vier Nationalspieler, nächstes Jahr kommen zwei weitere dazu (Joel Vermin und Romain Loeffel, die Red.). Und wir haben mit Chris DiDomenico einen Ausländer für die Rampe verpflichtet, einen, der mit Emotionen spielt.

    Aber das Bild des grossen SCB hat in den letzten zwei Jahren Risse erhalten. Einverstanden?

    Zug und Zürich sind im Moment das Mass aller Dinge.

    Sie wollen aber schon noch um den Titel mitspielen?

    Klar wollen wir das, aber die Chancen dafür sind nicht mehr so hoch, wie sie es vor zehn Jahren waren.


    Haben Sie Dinge gemacht, die sie im Nachhinein als Fehler bezeichnen würden?

    Endlos! Aber wenn man Fehler macht, muss man den Mut haben, sie zu korrigieren. Die Verpflichtung eines Billigst-Trainers, das war ein Fehler. In der Retrospektive war auch die Verpflichtung von Florence Schelling ein Fehler. Nicht weil sie eine Frau ist. Sondern weil sie zu jung war, zu wenig Erfahrung hatte und in einer Zeit bei uns war, in der es wahrscheinlich am schwierigsten war, diesen Job zu machen.

    Mit Schellings Verpflichtung kam der SCB weltweit in die Schlagzeilen, er erhielt viel Goodwill. Wahrscheinlich hat der Club aber noch mehr Goodwill verloren, als man sich von ihr trennte.

    Ja, aber wenn es nicht geht, muss man die Reissleine ziehen. Im Interesse des Unternehmens und nicht im Interesse der Öffentlichkeit. Die Hauptgründe waren wirklich, dass sie jung und unerfahren war. Ob Frau oder nicht Frau, spielt gar keine Rolle. Als ich sie anstellte, war mir das so etwas von egal. Sie ist hervorragend ausgebildet, hatte eine sehr erfolgreiche Karriere, hat sehr grosse Ahnung vom Eishockey. Das waren meine Beweggründe. Ich hätte nie gedacht, dass dies ein derartiges Echo geben würde.

    Gender-Diskussionen sind allgegenwärtig, haben Sie das wirklich nicht kommen sehen?

    Das ist doch bireweich. Wo leben wir denn? Im 21. Jahrhundert. Ich bin mit einer Unternehmerin verheiratet, sie ist in vielen Bereichen besser als ich. Wir führen nie Geschlechterdiskussionen. Meine Frau befürwortet es nicht, wenn Quotenfrauen gefordert werden, sie sagt: Der oder die Bessere soll gewinnen. Noch einmal: In sehr vielen Bereichen war Florence unschuldig. Es war unser Fehler. Wir haben die Auswirkungen von Covid unterschätzt und auch die Folgen unserer Sparmassnahmen. Und mich hat die Trennung aufgeregt, weil ich Florence an sich sehr mochte.

    Welche Lehren ziehen Sie daraus?

    Die nächste Florence werde ich als Assistentin einstellen, sie kann sich dann, wie jeder Mann auch, nach oben arbeiten.

    Sie sprechen häufig von «wir». Dabei heisst es doch immer: Marc Lüthi, «der Sonnenkönig von Bern».

    Träumen Sie weiter! Einen solchen Laden kannst du nicht als One-Man-Show führen. Du brauchst ein Topteam mit Leuten, die dir auch einmal sagen: Das machen wir jetzt nicht so. Ich will Leute um mich haben, die kritisieren, die aber auch bereit sind, einmal einen Entscheid zu akzeptieren.

    Und auf die hören Sie?

    Klar kommt es alle Schaltjahre vor, dass ich dann sage: Doch, wir machen es jetzt genau so. Weil ich mittlerweile wohl am meisten Erfahrung habe. Aber 95 Prozent unserer Entscheide treffen wir demokratisch und fast einstimmig. Gehe ich mit einem Antrag zum Verwaltungsrat, ist dieser durchdacht.


    Sie stehen vor allem hin, wenn es nicht läuft. Mit einem Sonnenkönig hat das nicht viel zu tun.

    Ich bin der Regenkönig. (lacht) Wenn wir Meister werden und alles rundläuft, dann braucht es mich nicht. Mich braucht es, wenn man vorne hinstehen und unpopuläre Entscheide treffen muss.

    Mit Sportdirektor Raeto Raffainer haben Sie sich einen Sparringspartner ins Boot geholt. Er arbeitet nun fast ein Jahr für den SCB, wie sind Sie mit seiner Arbeit zufrieden?

    Er leistet sehr gute Arbeit. Er bringt Ruhe hinein, hat den Gesamtüberblick. Er weiss, was er will, und er hat klare Strukturen vorgegeben.

    Was hat er verändert?

    Es ist jetzt einfach wieder eine Führung da. Rolf Bachmann (Leiter Kommerz beim SCB, die Red.) hatte gar nicht mehr die Zeit dafür. Auf der einen Seite musste er 400 Business-Partnerschaften betreuen, auf der anderen Seite hatte er Florence, die mit der Situation überfordert war. Bei Raffainer weiss vom Nachwuchschef bis zum Sportchef jeder: So läuft es. Er nimmt einmal pro Woche alle zusammen, dann gibt es klare Vorgaben.

    Er sagte, es brauche drei Jahre, bis der SCB wieder ein Topclub sei. Das Problem ist, dass die Geduld der Fans nach mageren Jahren allmählich aufgebraucht ist.

    Die drei Jahre sind bald rum. (lacht) Er ist vorsichtig, das ist normal. Bis wir wieder top, top, top sind, braucht es wahrscheinlich zwei, drei Jahre. Wenn ich aber unser Team von nächster Saison anschaue, kann das Pre-Playoff nicht unser Ziel sein.

    Sondern?

    Mehr sage ich dazu nicht.

    Im Oktober äusserten die Fans in der Tiefgarage ihren Unmut, später kamen sogar einige in die Garderobe, um mit dem Team zu sprechen. Was löste das bei Ihnen aus?

    Es kann immer passieren, dass man verliert – das ist Sport. Was nicht geht: dass die Leute das Gefühl haben, das Team kämpfe nicht. Genau das haben die Fans gesagt. Seither hat die Mannschaft in den meisten Spielen gekämpft, wenn auch nicht immer gleich gut.


    Also hat die Standpauke der Fans etwas genützt?

    Ja. Weil es manchmal nichts mehr nützt, wenn der Trainer fünfmal das Gleiche sagt. Es ist doch so: Wir spielen für die Zuschauerinnen und Zuschauer, letztlich ist das Unterhaltung für sie. Also sollen sie auch etwas sagen dürfen – anständig. Und von demjenigen, der in der Tiefgarage die Rede hielt, war ich tief beeindruckt.

    Wären Sie als Fan auch in die Tiefgarage gegangen?

    Wahrscheinlich schon.

    Sie sind in den letzten Jahren oft und teilweise hart kritisiert worden. Ist Ihre Teflonschicht so dick, wie sie teilweise wirkt?

    Ist es Kritik, die nicht fundiert ist, geht es beim einen Ohr rein und beim anderen wieder raus. Ist sie hingegen fundiert, kann es passieren, dass ich in den Spiegel schaue und mich frage: Ist etwas dran oder nicht? Grundsätzlich interessiert mich Medienkritik nicht. Ich war selber lange genug Medienschaffender, um zu wissen, dass nichts älter ist als die Zeitung von gestern. Wenn ich zum Schluss komme, dass etwas dran ist, sage ich: Das müssen wir korrigieren. Sehr oft ist aber nichts dran, weil die Journalisten nicht alles wissen.

    Können Sie gut mit Kritik umgehen?

    Eigentlich kann ich mit Kritik sehr gut umgehen, man muss sie aushalten können. Wenn man nicht abhebt, wenn es heisst: «der Kaiser von Bern», dann darf man auch nicht traurig sein, wenn geschrieben wird: Der Fisch stinkt vom Kopf her. Nur von meiner Tochter und von meiner Frau habe ich Kritik nicht gern, weil ich dann weiss, dass etwas dran ist.

    Nicht nur ... als Brillenträger ist eine Maske an einem Hockey-Match eine echte Einschränkung.

    Erstens. Zweitens: Wenn die Lions Bar wieder ins Wasser fällt kommt keiner meiner Kumpels. Nur Hockey, sonst nichts. Besser als nichts für die einen, zu wenig für andere. Die Halle wird sich noch mehr leeren.

    Der Vater des Höhenflugs

    Weshalb die FCZ-Spieler diesen Breitenreiter so mögen

    Als Spieler hat er geraucht, als Trainer treibt André Breitenreiter den FC Zürich nach ganz oben. Er zeigt der Liga, was ein guter Trainer ist – und doch gibt es ein grosses Fragezeichen.

    Christian Zürcher
    Christian Zürcher (TA)

    FCZ-Trainer André Breitenreiter hat mit dem FCZ eine Erfolgsserie gestartet: 37 Punkte und 40 Tore aus 17 Spielen – kein Club steht besser da.


    FCZ-Trainer André Breitenreiter hat mit dem FCZ eine Erfolgsserie gestartet: 37 Punkte und 40 Tore aus 17 Spielen – kein Club steht besser da. Foto: Boris Müller

    Alles geht. Alles ist leicht. Der Zauber des Anfangs flirrt durch das FCZ-Land. Heiterkeit und Glück, überall. Doch einer macht da nicht mit. Er ist der Vater dieses Zustands: André Breitenreiter.

    Der Deutsche sitzt an einem verregneten Tag im Odeon, in dieser legendären Bar in Zürich, einst Heimat von Avantgardisten, von Leuten, die radikal die Normen verändern wollten. Der 48-Jährige erzählt von seinem Fussball, der an guten Tagen radikal vertikal ausfällt. Ohne Zögern, ohne Zweifel, immer nach vorne.


    Natürlich, er ist stolz, glücklich, erleichtert. Alles, was Leute in der Fussballbranche in guten Momenten über ihr Befinden sagen. Die Euphorie des Höhenflugs will er zwar nicht bremsen, doch seinen Anteil daran bemessen, das mag er auch nicht. Und noch weniger hält er davon, vorauszusagen, wohin das alles noch führen könnte. Bloss nicht übermütig werden. Es wäre ähnlich vermessen, wie das Zürcher Wetter im Mai zu prognostizieren. Viel schlimmer: Es könnte den fragilen Zauber stören.

    Von Trübsal zum besten Fussball der Liga

    André Breitenreiter ist in diesen Tagen Stolz und Zier des FC Zürich. Der Deutsche kam im Juni und wirkte wie ein Rundumelixier. Nach Saisons der Abstiegsangst, nach Jahren der Trübsal, steht der Verein wieder ganz oben in der Tabelle. Und das nicht zufällig. Der FCZ spielt den besten Fussball der Liga. Kampfeslust treibt ihn an. Offensivgeist hebt ihn aus der Masse. Unerschrocken geht der FCZ seinen Weg. Was hat Breitenreiter bloss gemacht?

    «Wir haben einen richtig guten Teamspirit. Und wir haben einen Plan, Fussball zu spielen. Diesen verfolgen wir konsequent», sagt Breitenreiter. Das klingt eher banal, doch es gibt einen Moment, der ziemlich gut zeigt, was er damit meinen könnte. Die FCZ-Spieler tanzen im November in Genf nach ihrem Sieg vor den vielen mitgereisten Fans. Als sie in die Kabine zurückkehren, sehen sie am anderen Ende des Spielfelds, wie die Genfer Spieler sich bei ihren zornigen Anhängern rechtfertigen müssen. Zwei Zürcher Spieler gehen darauf zu Breitenreiter und sagen: «Hast gesehen, Trainer?» Sie erzählen ihm, wie sie in den vergangenen drei Jahren immer wieder in der gleichen Situation waren. Sie verloren, waren schlecht gelaunt und mussten sich bei noch schlechter gelaunten Fans erklären. Sie seien so froh, dass das endlich einmal anders sei.

    Die Szene erzählt von der Demut der Spieler, der Dankbarkeit auch. Und sie zeigt fast schon beiläufig die Gabe Breitenreiters, ihnen zu zeigen, wie man erfolgreich Fussball spielt. Der FCZ gewinnt. Wer es im Fussball schafft, diese beiden Dinge zu kombinieren, Demut und Erfolg, baut Verheissungsvolles. Eine Maschine, die auch nach ein paar Siegen nicht nachlässt. Es ist wie beim Emporkömmling, der der Armut entflieht. Er will nie wieder zurück. Um keinen Preis. Ist André Breitenreiter ein Animator der guten Laune? «Nein, das bin ich nicht. Sicher nicht.»


    Ist André Breitenreiter ein Animator der guten Laune? «Nein, das bin ich nicht. Sicher nicht.» Foto: Anna-Tia Buss

    Breitenreiter war in seinem Spielerleben Stürmer, längst nicht so professionell wie seine Spieler heute. Er hat geraucht und eher genügsam trainiert, doch aus dieser Zeit stammt seine Idee von Fussball. Immer nach vorne, mit möglichst wenig Ballkontakten. Er hat seine Trainer beobachtet und aufgesogen, was wirkt – und was nicht. Und er hat in all seinen Profijahren ein Gespür bekommen, wie die Kabine funktioniert.

    Als er nach dem YB-Sieg seinen Spielern per Videobotschaft zwei Tage frei gab, tollten diese herum wie junge Labradore. Breitenreiter hatte in diesem Moment etwas von einem Animator der guten Laune. Er widerspricht. «Nein, das bin ich nicht. Sicher nicht.» Der gute Spirit komme aus der Mannschaft. Er versucht darauf beim Cappuccino zu ergründen, ob dieser gute Teamgeist vom Siegen kommt oder das Siegen vom guten Teamgeist. Am Ende schliesst er, dass man das so genau nicht sagen könne.

    Doch die Siege ganz zu Beginn der Saison hätten sicherlich geholfen und den Spielern gezeigt, dass das gar nicht so schlecht sei, was er jeden Tag erzähle. Die Folge: 37 Punkte und 40 Tore aus 17 Spielen, ein immenses Selbstvertrauen – kein Club steht besser da.

    Der Mann ist leicht zu verstehen und schwer misszuverstehen.

    Das hat mit Breitenreiter zu tun, ohne Zweifel. Der Mann ist leicht zu verstehen und schwer misszuverstehen. Das klingt sehr selbstverständlich, ist es aber mit Blick auf seine Vorgänger überhaupt nicht. Bei Ludovic Magnin und seinen emotionalen Ausbrüchen wusste man nie so recht, ob das nun kalkulierte Impulse für die Mannschaft waren oder persönliche Aussetzer. Und bei Massimo Rizzo fragte man sich: Kann er nicht emotionaler sein – oder will er nicht?

    Breitenreiter ist klar und direkt. Das beginnt mit der Sprache und endet mit dem Spielstil. Wenn man davon ausgeht, dass sich das Wesen des Trainers auf die Mannschaft überträgt, dann veränderte sich das Spiel von erratisch (Magnin) über risikoscheu (Rizzo) zu geradlinig.

    Hitzfelds Formel für einen guten Trainer

    Der Aufstieg des FCZ ist faszinierend wie überraschend, und er wirft wieder einmal die Frage auf, was einen guten Trainer ausmacht.

    Ottmar Hitzfeld war einer der erfolgreichsten Fussballbetreuer auf diesem Planeten, er beantwortete die Frage kürzlich dem Fussballmagazin «Zwölf» ganz pragmatisch: «Er muss mehr gewinnen als verlieren.» Hitzfeld hat schon recht. Wer hier das richtige Verhältnis schafft, lebt mit einer informellen Jobgarantie. Der ehemalige Schweizer Nationaltrainer ging dann noch etwas ins Detail, ebenfalls wichtig sind: «Authentizität. Geduld. Und die Menschenführung, vor allem das.» Er meinte die Gabe, 25 Spielern das Gefühl zu geben, dass sie alle gebraucht würden.

    Breitenreiter sagt von sich, dass er authentisch sei. Natürlich, alles andere wäre ja auch rufschädigend. Doch das Wort fällt in seinem Umfeld in einer Regelmässigkeit, die seinen Worten Glaubwürdigkeit schenkt. Breitenreiter hat zudem beim FCZ gezeigt, dass er angeschlagene Spieler nicht forciert, so wichtig sie auf dem Papier auch scheinen. Er gibt ihnen Zeit, genauso wie er sich nach familiären Tiefschlägen Zeit nahm, bis er wieder in den Fussball zurückkehrte. Breitenreiter erzählt, wie er in diesen siegreichen Tagen vor allem mit jenen spricht, die wenig spielen. Und wenn man sieht, wie sich die Spieler auf der Ersatzbank über Treffer ihrer direkten Konkurrenten im Team freuen, dann trifft er offensichtlich den Ton.

    In aller Kürze zusammengefasst: Breitenreiter gewinnt viel, ist authentisch, geduldig und empathisch. Dieser Breitenreiter scheint nach hitzfeldschen Kriterien ein ziemlich guter Trainer zu sein.

    Ein grosses Fragezeichen

    Und doch ist da die eine grosse Unbekannte. Wie wirkt der Deutsche, wenn es einmal nicht mehr so gut läuft? Wenn plötzlich knappe Spiele verloren gehen? Wenn statt Selbstvertrauen Zweifel in den Köpfen seiner Spieler wohnen?

    In Zürich kennt man diese Phase noch nicht. Breitenreiters Profitrainerkarriere bei den Clubs Paderborn, Hannover und Schalke ist gezeichnet von fulminanten Starts und weniger guten Phasen danach. Wie stark also nutzt er sich ab? Die Frage macht ihm keine Freude. Breitenreiter sagt, dass man die Stationen nicht mit Zürich vergleichen könne. Er war nach seinen Erfolgen konfrontiert mit überzogenen Erwartungen der Vereinsleitungen. Auf Schalke gab es zudem stete mediale Unruhe. Und bei Hannover verlor er in der zweiten Saison nach dem Aufstieg die besten Spieler, dazu verweigerten die Fans wegen der Clubführung ein Jahr lang die Unterstützung. Ganz anders beim FCZ: Hier gehe es nur um Fussball, hier könne man in Ruhe arbeiten und Spieler besser machen.

    Tatsächlich stehen unter Breitenreiter viele im Club besser da. Nicht nur Spieler wie der bereits abgeschriebene Assan Ceesay, wie der lange fehleranfällige Mirlind Kryeziu, wie der vor einem halben Jahr noch mit sich selbst kämpfende Blerim Dzemaili.

    Auch Präsident Ancillo Canepa macht eine gute Figur: 12 Trainer hat er seit 2007 ins Amt berufen und wieder hinauskomplimentiert. Und regelmässig wurde die Frage aufgeworfen, ob jede Ernennung einem klaren Masterplan folgt. Mit Breitenreiter sind diese Fragen verschwunden, Canepa wirkt souveräner, Erfolg macht gelassen.

    Vielleicht kann er auch einfach darauf vertrauen, dass es dieser Breitenreiter schon richtig macht und es seine Expertise nicht braucht. Wobei das bereits neue Probleme birgt. Breitenreiter ist ein Kind der Bundesliga. Und wenn einer so gut ist, wollen ihn andere auch.

    aber es ist sehr wohl praktikabel ALLE mit entsprechendem 2g zertifikat ohne maske reinzulassen!

    Weltweit werden wieder 70% Geimpfte die alles machen was verlangt wird von 30% Impfverweigern welchen wir das alles zu verdanken haben am Nasenring durch die Arena gezogen. Gestern mussten die Montreal Canadiens vor leerer Halle spielen....:spinneli::facepalm:

    2G + Maske + Konsumation nur im Sitzen

    Die Clubs der National League und Swiss League haben einstimmig entschieden, ihr Schutzkonzept für die Zuschauerinnen und Zuschauer per sofort auf das 2G-Zertfikat (Impf- oder Genesungszertifikat) anzupassen. Inzwischen hat auch der Bundesrat die Corona-Massnahmen verschärft, sodass ab Montag, 20. Dezember, zusätzlich zu 2G in Innenräumen eine Maske getragen werden muss und nur im Sitzen konsumiert werden darf!

    Für den Stadionbesuch ist deshalb für alle Personen ab 16 Jahren ein gültiges 2G-COVID-Zertifikat des Bundes mit QR-Code erforderlich.

    Der Stadioneinlass erfolgt in drei Schritten. Wir empfehlen unseren Fans, genügend Zeit für die Einlasskontrollen einzurechnen! Türöffnung um 18:00 Uhr resp. an Sonntagsspielen 14:00 Uhr:

    Schritt 1 – jeder Fan ab 16 zeigt sein 2G-COVID-Zertifikat mit QR-Code (App oder Papierform) und einen amtlichen Ausweis (zum Beispiel ID, Pass, Führerschein). Zertifikat und Ausweis bitte bereithalten! Ohne 2G-COVID-Zertifikat und Ausweis wird der Einlass ins Stadion verwehrt. Impfbestätigungen, Impfbüchlein und Testnachweise werden nicht akzeptiert. Der amtliche Ausweis gilt auch für unter 16-Jährige! *

    Schritt 2 – Searching (verbotene Gegenstände)

    Schritt 3 – jeder Fan zeigt seine Saisonkarte / sein Einzelticket für das Spiel. Danach erfolgt der Einlass ins Stadion.

    Datenschutz: Die 2G-COVID-Zertifikat-Kontrolle findet separat von der Ticketkontrolle statt. Die Daten werden somit nirgends gespeichert oder weiterverwendet!

    * Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren benötigen gemäss behördlichen Vorgaben kein 2G-COVID-Zertifikat. Eine Alterskontrolle kann jederzeit durchgeführt werden, deshalb gilt auch für Jugendliche, einen Ausweis mitzubringen!

    Diese Schutzmassnahmen erlauben uns, den Spielbetrieb weiterzuführen und unseren Fans ein sicheres Eishockeyspiel ohne Platzbeschränkungen zu ermöglichen.

    Herzlichen Dank für die Kooperation und bis bald im Hallenstadion!

    -------------------------------------

    Vollschuss!:spinneli:

    Von 2G+ ohne Maske steht nix!

    In Deutschland war die Begeisterung schon immer gross. Als es noch die NFL Europe gab kamen bei Frankfurt Galaxy im Schnitt 33'000!

    Hier wird die NFL sicher so manches Abo für die Spiele verkaufen können.

    Offensiv werden seine (vielen!) Punkte fehlen. Es ist auch aktuell mit 21 Punkten Top! Die muss dann erst mal jemand anders machen. Defensiv hatte er vor allem diese Saison seine Aussetzer. Wir werden also eher wieder einen Blueliner brauchen als einen defensiven Defensivverteidiger, sonst wird es vor allem im PP dann schwierig.

    wird darüber auch in Amerika gesprochen oder ist das „nur“ in Deutschland Thema?

    Ja die Bucs haben es auf ihrem FB Kanal gemeldet, mit einem Gruss von Tom Brady. Ich hoffe einfach sie geben kein Heimspiel ab für eines in Deutschland, ein Auswärtsspiel ist mir egal. Da die Spiele jeweils im September/Oktober statt finden könnte ich ev. sogar teilnehmen.

    Heute wieder Live gegen die LA Kings.

    Oder auch nicht:

    Verseucht auf dem Road Trip:

    The players include Ryan Lomberg (who already missed Tuesday’s loss to Ottawa due to Covid concerns), Sam Bennett, Carter Verhaeghe, Radko Gudas and Brandon Montour.

    So, the Panthers will be missing, at the very least, two of their top forwards and two top defensemen not to mention the high-energy play of Lomberg. If Florida was to receive another positive test or two on Thursday, the NHL would probably have no choice but to postpone the game.

    Noch was: Ich denke die NHL wird schon bald bekannt geben das man auf Olympia in China verzichten wird. Das Covid Regime der Chinesen mit bis zu drei Wochen Quarantäne vor einer Ausreise werden die sich nicht bieten lassen.

    Wie ein Statistik-Nerd und Stephen Curry Basketball für immer veränderten

    NBA-Star Stephen Curry ist der neue Rekordhalter im 3-Punkte-Werfen. Der wohl beste Shooter aller Zeiten personifiziert einen Trend, der mit einem Statistik-Nerd begann – und von dem einige befürchten, dem Basketball nachhaltig zu schaden.

    https://www.watson.ch/sport/analyse/…er-veraenderten

    Mein Hockey Buddy hier hat über 20 Jahre für das NBA Team Indiana Pacers gearbeitet. Er sagte grade am Montag in einer Runde er schaue sich diesen Scheissdreck nicht mehr an, und mit dieser Meinung ist er nicht alleine. Interessant das nun dieser Artikel kommt, scheint also was dran zu sein!

    Die Ducks mit einem weiteren Sieg, unglaublich wie sich diese Mannschaft gegenüber der Vorsaison gesteigert hat.

    Die einen sind besser, die anderen (Isles, Montreal) schlechter. Heute wieder Live gegen die LA Kings. Ex ZSC Spieler Dustin Brown ist unterdessen 37 und spielt immer noch (Vertrag läuft aus), hat inkl. PO's über 1300 Spiele auf dem Buckel und 2x den Stanley Cup gewonnen.

    ....einer Partie, die viel Intensität bringt, die zwischendurch sogar wie ein richtiges Spitzenspiel aussieht. Das aber in Zürich auch den Eindruck erwecken kann, dass gegen diese beiden Widersacher ein Meistertitel kein Ding der Unmöglichkeit sein muss. (TA)

    To be continued!

    Auf die paar Wochen bis zum 31. Dezember kommt's jetzt auch nicht mehr an, da würde ich in jedem Fall abwarten, dass Grönborg von sich aus geht, falls an den Gerüchten mehr dran sein sollte. Sonst läuft man Gefahr, dass der Lohn weiter gezahlt werden muss. Etwa wenn Grönborg - mit dem ZSC-Lohn im Rücken - auf die Idee käme, sich nach dem Stress in Zürich noch eine Auszeit zu gönnen, und die neue Stelle erst auf die neue Saison hin anzutreten.

    Klar, so wie sich die Dinge nun entwickelt haben muss man zwingend bis zum 31.12. warten ob Gröni geht oder nicht. Bis dann sind auch noch drei Spiele. Geht es aber weiter abwärts und Gröni bleibt ist man wieder gleich weit.

    ich erst recht nicht, vor allem nicht im eishockey! aber jemand muss doch schauen, dass es larry nicht zu wohl wird unter den palmen floridas und seinen blutdruck ab und zu in wallung bringen! :rofl:

    :mrgreen:schaffst Du nicht!8)da ich Dich kenne!:bier:heute wirds 28 Grad8)morgen wieder Panthers Game...the struggle is real!:twisted::suff:

    «Die Fussball-Legende der Woche»: Lawinen von Toren und «Hitler»-Beleidigungen von einem Sitten-Profi: 1987 bereicherte der Weltstar Karl-Heinz Rummenigge im Servette FC die NLA

    Ende der 1980er Jahre herrscht im Schweizer Fussball Goldgräberstimmung. So kommt es, dass auch der deutsche Superstar Karl-Heinz Rummenigge in der NLA für Servette spielt.

    Nicola Berger (NZZ)


    Ein Weltstar auf Schweizer Plätzen: Karl-Heinz Rummenigge im Juni 1989 in Bellinzona vor seinem letzten Spiel für Servette.

    Ein Weltstar auf Schweizer Plätzen: Karl-Heinz Rummenigge im Juni 1989 in Bellinzona vor seinem letzten Spiel für Servette.

    Angelo Guarino / Keystone

    Am 24. September 1987 landet in Genf-Cointrin ein silberner Learjet aus Mailand, eine Privatmaschine. Der Trubel ist gross, es drängen sich Zeitungsleute, Kamerapersonal und Fans. Karl-Heinz Rummenigge entsteigt dem Flugzeug und wird ins Büro des Servette-Präsidenten Carlo Lavizzari chauffiert, um dort seinen Vertrag zu unterschreiben, der den Transfer von Inter Mailand nach Genf besiegelt.

    Rummenigge ist 32 und ein Mann von Renommee: zweifacher Ballon-d’Or-Sieger, deutscher Nationalspieler, Europameister. Sein Transfer ist eine kleine Sensation. Der danach recht eilig eingestellten Ringier-Wochenzeitung «Blick für die Frau» gegenüber begründet er den Wechsel so: «Die Schweiz ist für Ausländer sehr interessant geworden, viel interessanter als zum Beispiel die Bundesliga. In der Schweiz spielen Leute wie Stielike, Paulo Cesar, Sinval, Eriksen – um nur ein paar Namen zu nennen. In Deutschland gibt es Pfaff, aber dann fängt bei mir schon das Grübeln an.»

    Der Rummenigge-Transfer war das Opus magnum des Immobilienhändlers und späteren Nationalliga-Präsidenten Carlo Lavizzari, eines Mannes, der mit einem der stattlichsten Schnäuze in die hiesige Fussballgeschichte eingegangen ist.

    Im Schweizer Fussball herrschte Mitte der 1980er Jahre eine gewisse Goldgräberstimmung, gerade war Trikotwerbung erlaubt worden, und es gab in vielen Städten Männerrunden, die kostspielige Transfers ermöglichten. Ein Jahr vor der Rummenigge-Verpflichtung hatte Lavizzari sich stark um Michel Platini bemüht, der Wechsel scheiterte erst in letzter Minute. Carlo Lavizzari bemühte sich zunächst um die Dienste von Michel Platini, bei Karl-Heinz Rummenigge hatte der damalige Servette-Präsident dann Erfolg.

    Carlo Lavizzari bemühte sich zunächst um die Dienste von Michel Platini, bei Karl-Heinz Rummenigge hatte der damalige Servette-Präsident dann Erfolg.

    Salvatore Di Nolfi / Keystone

    Rummenigge wollte werden wie Franco Baresi

    Der heute unüberwindbare finanzielle Graben zu den Topligen war damals marginal, das änderte sich erst mit der zügellosen Kommerzialisierung des Fussballs, den Schiffsladungen an TV-Geld und der gnadenlosen Kapitalisierung der europäischen Wettbewerbe – welche Rummenigge als Funktionär bei Bayern München über die Jahre ohne Rücksicht vorantrieb.

    Für Servette debütierte Rummenigge im Cup, bei Châtel-St-Denis, auf dem Acker des Stade du Lussy, vor 4000 Zuschauern – und beweist im eleganten Placette-Dress schnell, dass er noch nicht aufs Altenteil gehört. In 56 Partien gelingen ihm 35 Tore, im zweiten Jahr wird er Torschützenkönig und «Fussballer des Jahres». Und das, obwohl er die Saison als Libero beginnt und sagt, er wolle werden wie Franco Baresi, der beinharte italienische Abräumer.

    Dem «Blick» diktiert er auch nach einem 1:5 in Sitten noch im Brustton der Überzeugung: «Ich bleibe Libero. Die neue Aufgabe macht mir wahnsinnig Spass.» Der Trainer Jean-Claude Donzé jedoch kam doch zur Räson und stellte Rummenigge wieder als Stürmer auf. Der Deutsche traf so zuverlässig, dass Servette die Saison auf Platz 2 beendete.

    Er trifft wie selbstverständlich, bei Bayern, Inter und auch bei Servette: Karl-Heinz Rummenigge.

    Youtube

    Rummenigges Rencontre mit Renquin

    Die Duelle mit dem Erzrivalen FC Sion waren auch sonst nicht immer angenehme Rencontres für Rummenigge. Nach einem Duell auf der Charmilles klagt er öffentlich, sein Gegenspieler, der belgische Internationale Michel Renquin, habe ihn als «Hitler» beschimpft. «Er schrie mir das fünf Mal ins Ohr. Seit dem EM-Final von 1980, bei dem wir Belgien 2:1 schlugen, mag mich Renquin offensichtlich nicht besonders.»

    Am 14. Juni 1989 tritt Rummenigge zurück, bei seinem Abschiedsspiel gegen Bellinzona trifft er wie selbstverständlich – und ihm wird mit einer Ovation gehuldigt. «Ich nehme gerne Abschied, denn ich habe meinen Job in den letzten 15 Jahren total ausgelebt und ausgekostet.»

    Im Frühjahr 1990 versucht Servette die Amour fou in der Stunde der sportlichen Not noch einmal aufflammen zu lassen und bittet Rummenigge um ein Comeback, um in den letzten sechs Spielen den Abstieg zu verhindern. Nach einer Bedenkzeit sagt der Deutsche ab. Und nimmt im Herbst 1991 seine Arbeit bei Bayern München auf.