Beiträge von Larry

    Und die Strafe für den/die Täter sind einfach nur lächerlich.

    DAS muss mehr Konsequenzen haben und könnte doch bei einer Ligasitzung auch gemeinsam beschlossen werden.

    Ich als Blum würde vor Zivilgericht gehen falls er die Karriere abbrechen muss. Hat Favre auch gemacht gegen Chapuisat (Vater). Hat auch McKim gemacht gegen "Killer" Miller, hat auch Recht bekommen in der Schweiz. Miller wurde dann noch in den USA verklagt von der Versicherung von McKim und musste 1,6 Millionen bezahlen.

    The Philadelphia Flyers have relieved head coach Alain Vigneault and assistant coach Michel Therrien of their duties.

    The Vancouver Canucks have relieved head coach Travis Green of his duties and will name Bruce Boudreau the new head coach.

    The Vancouver Canucks have relieved General Manager Jim Benning and Assistant GM John Weisbrod of their duties.

    Stan Smyl has been named Interim General Manager and Ryan Johnson has been named Interim Assistant GM.

    The Montreal Canadiens have relieved General Manager Marc Bergevin of his duties and named Jeff Gorton the clubs new Vice President of Hockey Operations.

    Geht etwas!:winke:

    Eric Blum vom SC Bern

    Er hat nicht einfach nur Kopfweh

    Ein Kindergeburtstag? Für einen Match ins Stadion? All das kann zu viel sein für den Nationalspieler. Wie die Symptome einer Gehirnerschütterung seinen Alltag einschränken.

    Kristian Kapp
    Kristian Kapp (TA)

    Vor dem Jahr der Ungewissheit: Eric Blum beim Vorsaison-Shooting 2021/22.


    Vor dem Jahr der Ungewissheit: Eric Blum beim Vorsaison-Shooting 2021/22. Foto: Christian Pfander

    Rund zehn Monate sind es nun, dass Eric Blum kein Eishockey mehr spielt. Zehn Monate, seit er einen Check gegen den Kopf kassierte, hart auf dem Eis aufschlug. Die Symptome seiner Gehirnerschütterung schränken seinen Alltag ein, auch was seinen sportlichen Weg zurück betrifft: Dieser besteht derzeit bloss aus der Therapie, die ist monoton, fünfmal die Woche, inklusive optokinetischem Training, bei dem vor dem Bildschirm visuelle Reize verarbeitet werden.


    Er mag zwar derzeit kein Spieler mehr sein, doch etwas ist geblieben: Blum, der Verteidiger des SC Bern, durchlebt emotionale Schwankungen, die er als Spieler kennen lernte. Aus dem Spiel auf dem Eis ist das Spiel des Lebens geworden. Es gibt die Hochs und Tiefs wie nach Siegen und Niederlagen. Es gibt die abrupten Wechsel wie vom einen Shift mit guten Aktionen zum nächsten mit verschuldetem Gegentor. Und es gibt auch Niederlagenserien, die ihn zur Analyse und Neujustierung der Strategie zwingen.

    Endlich wieder ein Konzert – und erst noch ohne Symptome «überlebt»

    Zum Gespräch erscheint ein gut gelaunter Eric Blum. Unter dem Hut, seinem Markenzeichen neben dem Eisfeld, blitzt ein Lächeln auf. Er hält sofort fest: «Mir geht es gut. Ich habe eine schöne Familie und grundsätzlich immer noch ein schönes Leben. Ich schaue vorwärts, so bin ich. Ich suche in allem das Positive.»

    Das sind die Siege im Alltag. Wenn er mit seinem 2-jährigen Sohn spielen kann, generell viel Zeit mit ihm und seiner Ehefrau Danica verbringt. Oder wenn Blum, der Gitarrist, für den Musik einen höheren Stellenwert hat als Sport, im Oktober seit einer gefühlten Ewigkeit wieder ein Konzert besuchen konnte: Patent Ochsner mit seinem guten Freund Büne Huber. «Unplugged», also akustisch und nicht ganz so laut und intensiv wie ein reguläres Rockkonzert, aber nicht minder schön für Blum: «Wir hatten Sitzplätze, ich hatte trotz ‹Unplugged› Ohropax dabei. Ich habe es gut ‹überlebt›, ohne Symptome.» Das bislang letzte Spiel, das bislang letzte Tor: Eric Blum feiert mit seinen Berner Teamkollegen Colin Gerber, Jeremi Gerber und Vincent Praplan (von links) am 14. Februar 2021 seinen Treffer zum 1:0 gegen Davos – im selben Spiel kassierte er den folgenschweren Check gegen den Kopf.


    Das bislang letzte Spiel, das bislang letzte Tor: Eric Blum feiert mit seinen Berner Teamkollegen Colin Gerber, Jeremi Gerber und Vincent Praplan (von links) am 14. Februar 2021 seinen Treffer zum 1:0 gegen Davos – im selben Spiel kassierte er den folgenschweren Check gegen den Kopf. Foto: Peter Klaunzer (Keystone)

    Das war nicht selbstverständlich. Eishockeyspiele auf der Tribüne schaut sich Blum nach wie vor nicht an. Er fürchtet, von all den Reizen, die da auf ihn wirken würden, überfordert zu werden. Er verfolgt darum die Heimspiele im Stadion, aber in der Garderobe am Bildschirm. Die Auswärtsspiele schaut er sich zu Hause an am TV und verblüfft damit sein Umfeld wie auch sich selbst: «Ich habe früher nie Eishockey oder Sportsendungen geschaut, weil mich das nicht interessierte. Doch jetzt habe ich das Bedürfnis und bin wie ein Fan, der sich über Banales nervt.»

    Und das sind die Momente, wenn er sich zwischen Extremen bewegt: Wenn beim Herumtollen mit dem Söhnchen sich schon bald der Kopf bemerkbar macht und die Symptome signalisieren: Das geht noch nicht! Kürzlich wollte Blum mit dem Zweijährigen auf dem Trampolin herumhüpfen, das Auf und Ab setzte ihm zu sehr zu. Noch vor ein paar Wochen veränderten solche Zwischenfälle auch Blums Laune. Dann wurden ungewollt die Geliebten zu Geplagten. «Es liegt nicht in meinem Naturell, gereizt zu sein», sagt Blum. «Ich will nicht so sein.» Das Paar arbeitete deshalb eine neue Form der Kommunikation aus, damit in solchen Momenten für beide klar ist: «Ich nehme mich nun kurz raus, ziehe mich total zurück.»


    Interviews wie dieses sind Blum wichtig: «Nicht allen ist bewusst, was Gehirnerschütterungen bedeuten. Das Kopfweh ist nur ein Aspekt. Auch der Einfluss aufs Umfeld muss thematisiert werden, genauso wie die eigene psychische Stabilität, die in Schieflage geraten kann.» Diese schlechten Momente mit der Familie waren für Blum auch ein Zeichen: «Ich bin nicht auf dem richtigen Weg, ich muss eine bessere Balance finden mit Therapie und Alltag.»

    Auch darum nahm er kürzlich ein mit dem SCB vereinbartes Time-out: vier Wochen ohne Therapie, ohne Gang in die Eishalle, ohne Zwänge. Er verbrachte den Grossteil mit der Familie, verreiste aber auch eine Woche, um alleine zu sein. Weil er das Alleinsein immer schon gerne hatte und auch suchte. «Bevor ich eine Familie hatte, verreiste ich zwischen den Saisons immer weit weg», erzählt Blum. «Drei Wochen Kolumbien, mit dem Rucksack durch Vietnam, oder nach Marokko.» Mit Hut und Gitarre – Eric Blum, der Musiker: Ein Auftritt in der Wash Bar in Bern im Juni 2017.


    Mit Hut und Gitarre – Eric Blum, der Musiker: Ein Auftritt in der Wash Bar in Bern im Juni 2017. Foto: Remo Nägeli

    Alleinsein ist auch in Blums jetziger Situation wichtig, kann auch hilfreich sein, um in Ruhe nachdenken zu können. Es ist aber auch die Zeit, wenn die schlechten Gedanken kommen, die Fragen, die Zweifel. Er lasse auch diese zu, weil auch sie wichtig seien, sagt Blum.

    Ein Comeback ist weit weg – und vielleicht auch nicht mehr möglich

    Zuletzt dachte er auch darüber nach, dass seit dem Sommer die Symptome nicht besser, sondern schlechter geworden sind. Und dass das einen wohl simplen Grund hat: «Nach dem Unfall hatte ich mich zwei Monate zurückgezogen. Und wegen Corona war mein Leben danach generell ruhiger geworden.» Doch als die Regeln gelockert wurden, ging auch Blum unter die Leute, traf Freunde, war am Kindergeburtstag seines Patenkindes – und bekam Kopfweh: Die herumrennenden Kinder, das Geschrei, all das war zu viel. Er merkte: «Ich kann noch weniger machen, als ich meinte. Das war einerseits eine spannende, aber auch eine ernüchternde Erkenntnis.»

    Und darum ist derzeit an ein Comeback nicht zu denken. Im Sommer dachte Blum noch, es könnte für Anfang Saison reichen – ein Irrtum. Er hat darum keine sportlichen Ziele mehr, keine Timeline. Er will sich nicht unter Druck setzen, auch wenn sein Vertrag im Sommer ausläuft. Wenn es diese Saison nicht mehr reiche, dann vielleicht nächste. Und sonst halt überhaupt nicht mehr.

    «Ich muss nichts mehr beweisen», sagt Blum. Er ist 35, war mit dem SCB drei Mal Meister, gewann 2013 WM-Silber, nahm an Olympia teil. Natürlich würde er gerne nochmals vor Fans spielen: «Ich werde als Musiker kaum je ein grosser Rockstar, der vor so vielen Leuten spielt», scherzt Blum. Entscheidend sei für ihn nun aber etwas anderes, sagt er: die Symptome nicht mehr zu haben, erst dann komme der nächste Schritt. Und: «Ich habe nun die innere Ruhe, um komplett auf meine Gesundheit zu hören. Die wird mir sagen, in welche Richtung es geht.»

    Bin auch kein Superfan von ihm, ABER er ist der Spielertyp der uns fehlt. Kann dem Gegner unter die Haut gehen, haben wir ja selbst gesehen. Schönspieler haben wir genug und genau so ein Typ wurde ja vehement gefordert!

    Sehe ich auch so.


    INTERVIEW

    Der ZSC-Sportchef Sven Leuenberger sagt: «Schauspieler überleben im Eishockey-Business nicht lange»

    Die erste Hälfte der Qualifikation war für die ZSC Lions ernüchternd. Doch Leuenberger glaubt an die Lernfähigkeit von Team und Trainer.

    Daniel Germann (NZZ)


    Sven Leuenberger bleibt zuversichtlich, der Sportchef der ZSC Lions verlässt sich auf die zuletzt positive Formkurve der Zürcher.

    Sven Leuenberger bleibt zuversichtlich, der Sportchef der ZSC Lions verlässt sich auf die zuletzt positive Formkurve der Zürcher.

    Patrick B. Kraemer / Keystone

    Die ZSC Lions haben in der vergangenen Woche drei von vier Spielen gewonnen. Trotzdem dürfte Platz 6 bei Qualifikationshälfte kaum den Erwartungen entsprechen.

    Der Rang ist immer ein Spiegel der Leistungen. Grundsätzlich ist unser Ziel, die Regular Season unter den besten vier abzuschliessen. Erfahrungsgemäss müssen wir zwei Drittel der möglichen Punkte gewinnen, um das zu erreichen. Wir teilen die Saison in Abschnitte von jeweils zehn Spielen ein. Die ersten zehn Partien waren gut, die zweiten zehn nicht. Wir fielen dort in ein Loch. Zuletzt aber zeigte unsere Formkurve wieder aufwärts.

    Trotzdem können Sie mit der bisherigen Saison kaum zufrieden sein.

    Wir hatten eine Phase, in der wir nicht gut auftraten. Wenn ich die sogenannten Advanced Stats anschaue, die ein Spiegel der Spielweise sind, haben wir zu wenig aus unseren Möglichkeiten herausgeholt. In der Kategorie der zu erwartenden und erhaltenen Tore sind wir die Nummer 2 in der Liga. Trotzdem haben gleich fünf Teams, die vor uns liegen, öfter getroffen als wir. Mit anderen Worten: Wir machen zu wenig aus unseren Chancen. Und doch haben wir eine Basis, auf der wir aufbauen können.

    Was macht Sie da so zuversichtlich?

    Wir verhielten uns in den letzten Partien auf dem Eis wieder besser. Wir haben Führungen verteidigt und Rückstände aufgeholt. Besonders gefallen hat mir, wie wir am vergangenen Dienstag im Heimspiel gegen Fribourg-Gottéron auch im Rückstand die Ruhe bewahrt haben. Das war nicht immer so. Es gab Partien, in denen einzelne Spieler die Wende im Alleingang erzwingen wollten. Das geht selten gut. Die kommende Woche mit den Auswärtsspielen in Rapperswil-Jona, Genf und Lausanne wird zeigen, wie viel wir aus diesen Fehlern gelernt haben.

    Sie haben mit den Transfers von Denis Malgin und Yannick Weber noch einmal in die Mannschaft investiert. Sie spielen als eines von wenigen Teams mit fünf Ausländern. Man erwartet von den ZSC Lions, dass sie mit diesem Kader die Liga dominieren.

    Diese Erwartung ist überzogen. Vergessen Sie nicht: Im vergangenen Frühjahr sind zwei andere Teams im Play-off-Final gestanden. Die Liga ist enorm ausgeglichen. Für mich war immer klar, dass wir nicht einfach so zum Titel durchlaufen werden. Auch die Teams, die vor uns liegen, hatten schwächere Phasen. Doch unter dem Strich waren sie bisher konstanter als wir.

    Zuletzt wurde auch Kritik am Trainer Rikard Grönborg laut. Sind auch Sie von seiner Arbeit enttäuscht?

    Enttäuscht ist das falsche Wort. Wir nehmen uns am Ende der Saison jeweils zwei Tage Zeit, um uns und unseren Kurs zu hinterfragen. Wir haben in der letzten Saison zu viele Punkte gegen Teams wie die SCL Tigers oder Ambri-Piotta abgegeben. Das haben wir korrigiert. Wenn wir den Topteams in einer Hinsicht hinterherhinken, dann ist es im sogenannten Transition Game, dem Umschalten von der Defensive in die Offensive. Die besten Teams in dieser Hinsicht wie Davos, Fribourg oder Rapperswil-Jona schiessen aus solchen Situationen pro Match statistisch 1,3 Tore. Wir kommen auf gut eines. Daran müssen wir arbeiten.

    Grönborg arbeitet zum ersten Mal als Klubtrainer auf höchster Ebene. Hat er den Schritt vom National- zum Klubtrainer noch nicht geschafft?

    Ich sehe weniger ein Problem im Wechsel von einer Nationalmannschaft zu einem Klubteam als in der neuen Kultur. Vielleicht hat er sich noch nicht ganz an die Mentalität hier gewöhnt. Die Schweizer Eishockeyspieler funktionieren anders als jene in Nordamerika oder Skandinavien. Jeder Trainer braucht Zeit, sich darauf einzustellen. Mal zu ruhig, mal zu emotional: Rikard Grönborg gibt an der Bande der ZSC Lions zu reden.

    Mal zu ruhig, mal zu emotional: Rikard Grönborg gibt an der Bande der ZSC Lions zu reden.

    Peter Klaunzer / Keystone

    In welcher Hinsicht funktionieren die Schweizer anders?

    Die Kanadier oder Schweden suchen in einem System die Details selber und lösen sie auch. Wir Schweizer wachsen in einer Umgebung auf, in der wir mit Informationen gefüttert werden, die wir dann umsetzen. Wir wollen viel stärker geführt werden. Das fängt bereits in der Schule an und zieht sich durch das ganze Leben. Schweizer Spieler wollen, dass man mit ihnen spricht und die Ideen erklärt. Grönborg setzt stark auf die Eigenverantwortung.

    Der ehemalige Topspieler Martin Plüss bemängelte im Schweizer Fernsehen, Grönborg hadere nach strittigen Szenen zu lange, statt so schnell wie möglich wieder den Kontakt zur Mannschaft zu suchen und ihr zu signalisieren: «Ich habe alles im Griff, wir werden dieses Spiel gewinnen.»

    Mag sein. Ich erwarte auch in dieser Hinsicht etwas mehr Eigenverantwortung. Wenn es einem Spieler nicht läuft, dann höre ich immer wieder: «Ich brauche mehr Eiszeit, ich muss regelmässiger spielen.» Bringt in Nordamerika oder Skandinavien einer seine Leistung nicht, dann wird er aussortiert und durch einen anderen ersetzt. Doch wir haben zu wenig Tiefe, zu wenig gute Spieler, als dass wir uns ebenso verhalten könnten. Unsere Spieler sind es nicht gewohnt, mit diesem Druck umzugehen. Sie erwarten, dass man ihnen Hindernisse aus dem Weg räumt. Ich nehme mich da gar nicht aus. Ich war als Spieler genauso.

    Trotzdem: Grönborgs Verhalten an der Bande war jüngst alles andere als vorbildlich. Er ist wiederholt mit Ausbrüchen aufgefallen.

    Ihm wurde auch schon vorgeworfen, er sei zu ruhig. Nun, da er sich äussert und wehrt, ist es auch wieder nicht gut. Aus meiner Erfahrung ist vor allem wichtig, dass ein Trainer an der Bande sich selber bleibt. Schauspieler überleben im Eishockey-Business nicht lange.

    Das heisst, Sie sind nach wie vor überzeugt, dass Rikard Grönborg der richtige Trainer für die ZSC Lions ist?

    Zu hundert Prozent. Es gibt genügend Hinweise darauf. Wie gesagt: Der Saisonstart war gut. Wir haben danach vorübergehend unsere Struktur verlassen und wurden dafür bestraft. Der eine oder andere Spieler mag mit seiner eigenen Ausbeute nicht zufrieden gewesen sein, hat deshalb die Linie möglicherweise verlassen und vermehrt den eigenen Erfolg gesucht. Grönborg hat korrigierend eingegriffen, und ich sehe erste Erfolge daraus.

    Die Trainerdiskussionen wiederholen sich in Zürich. Grönborg ist der fünfte Trainer nach Hans Wallson, Hans Kossmann, Serge Aubin und Arno Del Curto, den Sie seit 2017 bei den Lions erleben. Gibt es den richtigen Trainer für dieses Team überhaupt?

    Im Sport ist es relativ einfach: Der richtige Trainer ist jener, der am häufigsten gewinnt. Die, die am meisten geklatscht haben, als wir den Vertrag mit Rikard Grönborg vorzeitig verlängert haben, sind heute jene, die ihn am lautesten kritisieren.

    Das ist Zürich.

    Mag sein. Wir sind in der Unterhaltungsbranche. Die Stadt Zürich hat ein riesiges Angebot. Deshalb ist es für uns vielleicht noch etwas schwieriger, die Leute auf Dauer zufriedenzustellen und bei der Stange zu halten. Es reicht nicht zu gewinnen; wir müssen spektakulär gewinnen. Doch der Mechanismus ist anderswo ähnlich. Kari Jalonen eilte in Bern von Erfolg zu Erfolg. Doch das genügte nicht. Irgendwann tauchte die Meinung auf, seine Art, spielen zu lassen, sei langweilig. Das war der Anfang von seinem Ende beim SCB.

    Bob Hartley und Marc Crawford waren starke Persönlichkeiten, die das Team eng führten. Mit ihnen hatten die ZSC Lions dauerhaft Erfolg. Brauchen sie einen Peitschenknaller an der Bande?

    Bob Hartley stand vor Weihnachten kurz vor der Entlassung, ehe sein Team in Genf einen Match spät noch wendete. Im Frühling wurden die Lions dann Meister. Ich habe in meiner Karriere zuerst als Spieler, dann als Sportchef viele Trainer erlebt. Die erfolgreichsten von ihnen waren immer jene, die von ihrer Linie überzeugt waren und an dieser festhielten. Marc Crawford behauptete 2016 selbst nach der 0:4-Niederlage im Viertelfinal gegen den SCB noch, seine Strategie sei die richtige gewesen.

    Grönborgs Vertrag läuft bis ins Frühjahr 2023. Trotzdem liebäugelt er immer wieder mit einem Wechsel in die NHL.

    Er hat eine Ausstiegsklausel, von der er bis zum 31. Dezember Gebrauch machen muss. Andernfalls werden wir ihn nicht ziehen lassen. Das weiss er, und unter anderen Vorzeichen hätten wir seinen Vertrag auch nicht verlängert. Bis jetzt habe ich keine Signale dafür, dass er sich verändern will.

    Sie haben in Ihrem ersten Job als Sportchef in den späten 2000er Jahren beim SCB eine ähnliche Serie der Erfolglosigkeit erlebt wie nun in Zürich. Gibt es Parallelen?

    Vielleicht die, dass es Zeit braucht, eine Erfolgskultur aufzubauen. Wir hatten auch damals in Bern nicht von Anfang an nur Siegertypen im Team. Gewinnen lernen ist ein Prozess. Man kann den beschleunigen, in dem man Spieler mit der richtigen DNA ins Team holt. Ich schaue bei meinen Transfers immer auch darauf, was für eine Mentalität ein Spieler mitbringt. Je talentierter er ist, desto schwieriger wird es in der Regel für einen Trainer, ihn von seinen Ideen zu überzeugen. Deshalb sind Niederlagen manchmal fast wertvoller als Siege – allerdings nur dann, wenn man die richtigen Schlüsse aus ihnen zieht.

    Im kommenden Herbst ziehen die ZSC Lions in das neue Stadion in Altstetten um. Wie sehr erhöht das den Druck, bereits jetzt erfolgreich zu sein?

    Der Umzug ist ein Riesenschritt, der uns auf und neben dem Eis neue Möglichkeiten eröffnet. Die Vorfreude ist gross und mag uns von Zeit zu Zeit ablenken. Von zusätzlichem Druck aber würde ich nicht sprechen.

    Hab mich kurz geärgert. Aber klare Sache. Habe die Playoff Tickets gebucht, im Moment wäre es ein Heimspiel gegen Washington, vor ihrer Niederlage waren es noch die 49ers. Kann noch einiges ändern. Bin noch gespannt auf Pats@Bills.

    Zur Zukunft von Rikard Grönborg

    «Ich will nicht nur mein Salär abholen, und niemand ist happy»

    Der schwedische ZSC-Coach könnte bis zum 31. Dezember seine Ausstiegsklausel ziehen, sonst verlängert sich sein Vertrag bis 2023. Er sagt, was ihm durch den Kopf geht.

    Simon Graf
    Simon Graf (TA)

    Bleibt er? Bleibt er nicht? Rikard Grönborg muss sich bis zum 31. Dezember entscheiden.


    Bleibt er? Bleibt er nicht? Rikard Grönborg muss sich bis zum 31. Dezember entscheiden. Foto: Patrick Straub (freshfocus)

    Der gedrängte Spielplan lässt den ZSC Lions dieser Tage kaum Zeit, um durchzuatmen. Der 3:2-Overtimesieg in Ambri vom Samstag war das vierte Spiel innert sechs Tagen, nächste Woche folgen drei weitere Partien, alle in der Fremde: am Dienstag das Wiederholungsspiel in Rapperswil-Jona, am Donnerstag und Freitag gastieren die Zürcher in Genf und Lausanne. Ihre Tendenz war zuletzt wieder positiv, mit drei Siegen in Serie, davon zweimal in der Überzeit.


    Irgendwo in den Hinterköpfen schwebt aber eine wegweisende Entscheidung für den Club: Headcoach Rikard Grönborg könnte bis zum 31. Dezember seine NHL-Ausstiegsklausel ziehen, sonst würde sich sein Vertrag um eine weitere Saison bis 2023 verlängern. Dies vereinbarten Grönborg und Sportchef Sven Leuenberger im Sommer 2020 nach der ersten, überzeugenden Saison unter dem Schweden, die die Lions auf Rang 1 abschlossen, ehe das Playoff wegen der Corona-Pandemie abgesagt wurde. Leuenberger baute diese Klausel ein, um nicht im Sommer plötzlich ohne Coach dazustehen.

    Es ist kein Geheimnis, dass die Begeisterung über Grönborg seitdem merklich abgenommen hat. Die vergangene Saison war eine verlorene, und nach Toptransfers (Malgin, Weber, Azevedo, Quenneville) als Titelfavorit in diesen Winter gestartet, sind die ZSC Lions bisher vieles schuldig geblieben. Dass Grönborg in den nächsten drei Wochen die Zusicherung eines NHL-Jobs für nächste Saison bekommt, ist unrealistisch. Aber darum geht es auch gar nicht. Er könnte seine Klausel auch ohne eine solche Vereinbarung ziehen – und seine Karriere nächste Saison ausserhalb der NHL fortsetzen.

    Die Frage ist also: Sieht er sich, obschon in den letzten eineinhalb Jahren vieles nicht wunschgemäss lief, auch mittelfristig in Zürich? Die Klausel ist einseitig, der Ball, pardon Puck, liegt also beim 53-Jährigen. Er habe sich noch nicht definitiv entschieden, sagt Grönborg. Er wolle zuerst mit den Clubverantwortlichen reden, wie sie seine Arbeit beurteilten. Also primär mit Sportchef Sven Leuenberger.


    «Ich will sichergehen, dass der Club das Gefühl hat, dass ich meinen Job mache», sagt Grönborg. «Dass das, was ich tue, das ist, was erwartet wird. Dass man bei den ZSC Lions mit der Entwicklung zufrieden ist. Ich will nicht nur einfach mein Salär abholen, und niemand ist happy mit mir. Ich will sichergehen, dass die ZSC Lions finden, dass ich ihr Mann bin. Ich würde mich gerne mit dem Management zusammensetzen und darüber diskutieren. Momentan ist aber der Spielplan zu gedrängt.»

    Diese Diskussion dürfte in der Woche ab dem 13. Dezember stattfinden, wenn die Liga wegen des Heimturniers des Nationalteams in Visp pausiert. Aber was sagt Leuenberger zu Grönborgs Vorstoss? Ist er zufrieden mit dem Coach? Der Sportchef scheint etwas überrascht über die Worte des Schweden: «Für mich ist nach wie vor klar, dass Grönborg das Sagen hat in dieser Sache. Er hat eine Ausstiegsklausel, nicht wir. Wenn er sich unsicher ist, ist es sicher das Beste, wenn wir darüber reden. Aber das mache ich sicher nicht via Medien.»

    Ein taktisches Manöver?

    Fragt sich, ob Grönborgs Worte ein taktisches Manöver sind, oder ob er tatsächlich seine Klausel ziehen würde, falls die ZSC Lions das wünschen würden. Grönborg hat seine Karriere akribisch aufgebaut, Zürich war vorgesehen als der Zwischenschritt auf seinem Weg in die NHL. Bei den ZSC Lions sollte der zweifache Weltmeistertrainer Schwedens beweisen, dass er auch auf höchster Clubebene reüssieren kann. Ob ihm das gelingt, ist noch nicht abschliessend zu beurteilen.

    Klar ist: Nicht erfüllt hat sich die Hoffnung, dass Grönborg ein Ausbildner ist, der die Jungen weiterbringt. Er coacht sehr erfolgsorientiert, setzt kompromisslos auf seine Topleute, lässt Junge kaum spielen. Das lässt sich mit der Philosophie der ZSC Lions nicht gut vereinbaren. Gleichzeitig wird in Zürich aber auch Erfolg erwartet.

    Vermisst der Schwede vom Club denn den nötigen Support? Er verneint: «Ich habe bisher nur Unterstützung gespürt. Ich bin sehr happy hier, meine Familie auch. Ich arbeite sehr hart, um täglich zum Erfolg dieser Organisation beizutragen. Ich liebe die ZSC Lions, die Fans, die Stadt. Gleichzeitig will ich sichergehen, dass ich immer noch willkommen bin.»

    Ein flammendes Statement für ihn dürfte Grönborg momentan kaum erhalten. Es würde aber überraschen, sollte er die Ausstiegsklausel ziehen. Damit würde er nicht nur seine Zukunft aufs Spiel setzen, sondern als «Auslaufsmodell» auch seine Autorität beim Team untergraben. Und so enttäuschend die Saison bisher war, die ZSC Lions können immer noch Meister werden.

    Mit unserem Kader / Ansprüchen ist nur Platz 1 oder 2 gut genug. Platz 4 das absolute Minimum.

    Alles darunter ist eigentlich nicht akzeptabel.

    Ich erwarte schon das man im Minimum noch Platz 4 schafft.

    Rappi Favorit.

    Nach Verlustpunkten sind wir an Biel und Rappi schon vorbei, ist aber eben so eine Sache mit den Verlustpunkten......

    Wird sicher ganz schwierig in Rappi, danach weiter Auswärts Genf, Lausanne, Davos....ist ja fast wie ein Road Trip in der NHL!

    Ob man den 2 Punkte Schnitt halten kann?

    Zur gleichen Zeit lief Panthers vs Blues, Kids Day in Süd Florida.

    Immer noch ohne Barkov und Duclair lag man immer im Rückstand, ganz entgegen dem Spielverlauf.

    Aber wie immer: Never give up! Ausgleich, OT und Sieg nach Penaltys! Comeback Cats strike again!

    Weiterhin die #1 in der NHL!:geil:

    Die Zwischenbilanz dieser Woche lautet: drei Spiele, sechs Punkte. Das lässt sich sehen. Doch dies wird den Lions nicht viel nützen, sollten sie am Samstag in Ambri nicht auch gewinnen. Sie brauchen von jetzt an mindestes zwei Punkte pro Partie, sonst bleiben sie im Tabellen-Mittelfeld stecken. (pic.)

    Pickel von der NZZ hat es auch gemerkt: Wir brauchen 2 Punkte pro Spiel bis Ende Saison sonst bleiben wir wo wir sind. Man kann auch in Ambri verlieren, muss dann aber die nächsten zwei Spiele gewinnen etc. pp.

    Ambitioniert, aber möglich. Bis Ende Jahr stehen noch 7 Spiele auf dem Programm.

    Resultat passt, Leistung ok mit Raum nach oben. Von Biel kommt wenig bis nichts.

    Gute Aktion der Kurve zum 23. Todestag der #23.

    Vor dem Spiel wurde Flüeler angekündigt, aber es spielt Waeber!? War da etwas während dem Warm Up?

    Werde reinschauen. Wir haben Halbzeit und sind hinter den Erwartungen. Ab jetzt müssen im Schnitt 2 Punkte pro Spiel geholt werden, es muss nach oben gehen. Diese 2 (besser 3) Punkte erwarte ich heute.

    Was auch noch steht, was Zaugg vermutet:

    Finanziert wird dieses Hockey-Unternehmen, das dieses Jahr seinen 100. Geburtstag feiert, nicht nur von der Wirtschaft des Kantons Graubünden und seinen treuen Fans. Sondern mehr noch von Persönlichkeiten mit abgeschlossener Vermögensbildung aus dem Raum Zürich, einer der reichsten Gegenden der Welt.

    Und hier hat HCD-Obmann Gaudenz Domenig ein Beziehungsnetz, dichter und weitreichender als das Wurzelwerk eines tausendjährigen Eichenbaumes. Er hat wohl recht, wenn er sagt, man habe keinen Aktionär, der mit einer Einlage von 14 Millionen helfen könne. Aber Gaudenz Domenig wird mehr als 14 Aktionäre finden, die in der Not mit einer Million helfen können.

    Wenn er sich da nur nicht täuscht....