Beiträge von Larry

    Niederlage nach Shootout

    Kurz vor Schluss wirft der ZSC den Sieg weg

    Vier Minuten vor Ende 3:2 geführt, am Ende 3:4 nach Penaltyschiessen verloren. Die Lions verpassen in Freiburg den Schritt aus dem Tief.

    Kristian Kapp
    Kristian Kapp (TA)

    Im Spiel traf er noch, im Penaltyschiessen hat er soeben verschossen: Chris Baltisberger und der ZSC-Frust.


    Im Spiel traf er noch, im Penaltyschiessen hat er soeben verschossen: Chris Baltisberger und der ZSC-Frust. Foto: Urs Lindt (Freshfocus)

    Die ZSC Lions waren auf gutem Weg, einen Schritt aus dem Tief zu tätigen. Mit einem für sie so untypischen Sieg für einen möglichen Wendepunkt in dieser bislang so mässigen Saison zu sorgen. Sie führten vier Minuten vor Schluss 3:2, als Verteidiger Yannick Weber als hinterster Zürcher den Puck verlor und Daniel Brodin für Gottéron zum dritten Mal ausglich. Die Freiburger gewannen das torreiche Penaltyschiessen, für die Lions blieb somit nur ein Punkt statt deren drei.


    Als Trost blieb nur der Fakt, lange Zeit die richtige Antwort auf das Spiel in Davos gegeben zu haben. Dort waren die Zürcher nach der 1:4-Niederlage noch konsterniert und ratlos gewesen. Auf die schnellen Gegenstösse der Bündner fanden die Lions keine Mittel, und Captain Patrick Geering stellte bei der Analyse auch leicht entnervt eine Gegenfrage: «Wann haben wir eigentlich zuletzt hässliche, reingewürgte Tore geschossen? Weil die zählen ja auch …» In Geerings Sarkasmus waren viele unausgesprochene Botschaften drin. Eine ist das ewige Thema bei den Zürchern: Man ist zu verspielt und will nur schöne Tore schiessen.

    Und dann gab es nun in Freiburg nach wenigen Sekunden eine Antwort, gleich von Geering selbst. 49 Sekunden waren erst gespielt, und da hatte der Verteidiger den ZSC 1:0 in Führung geschossen. Es war so richtig schön hässlich. Marcus Krüger hatte John Quenneville im Slot freigespielt, auf seinen geblockten Schoss reagierte Geering am schnellsten und tat dabei das Geforderte: Er würgte den Puck ins Tor.

    Mit Kampf ins Spiel zurückgefunden

    Das war ein Beginn, wie man ihn sich von den Lions erhofft hatte. Der Start war generell gut, der Wille zu einem Aufbäumen ersichtlich, der Kampfgeist tadellos. Und auch den Test kurz danach bestanden die Zürcher. Sie kassierten zwar bald den Ausgleich, weil Justin Azevedo im Backchecking inkonsequent agierte, gleich drei Chancen verpasste, den Gegenstoss der vierten Gottéron-Linie zu unterbinden. Diese Formation der Freiburger hat es in sich, Rossi/Walser/Jörg bilden die wohl beste 4. Linie der NL. Aus ZSC-Optik war der Gegentreffer dennoch ein Rückfall in alte, unsägliche Muster.

    Aber eben: Es folgte kein Auseinanderfallen der Zürcher. Sie kämpften sich mit zwei guten Boxplays ins Spiel zurück. Als Chris Baltisberger nach der zweiten Strafe von der Strafbank zurückkehrte, schoss er acht Sekunden später das 2:1. Erneut war es, wie von Geering gefordert: Baltisberger setzte nach, würgte einen Abpraller ins Tornetz. Turbulenzen vor dem ZSC-Tor: Goalie Ludovic Waeber und Verteidiger Patrick Geering vereiteln diese Chance von Gottérons David Desharnais.


    Turbulenzen vor dem ZSC-Tor: Goalie Ludovic Waeber und Verteidiger Patrick Geering vereiteln diese Chance von Gottérons David Desharnais. Foto: Peter Klaunzer (Keystone)

    Das Spiel gegen Gottéron liess sich nicht mit jenem in Davos vergleichen, die Freiburger sind kein klassisches schnelles Konterteam wie der HCD, das kam den Lions eher entgegen. Man konnte zwar immer noch grundsätzlich bemängeln, wie selten die Zürcher selbst zu schnellen Gegenstössen kommen und fast ausschliesslich den sicheren Spielaufbau bevorzugen. Aber in der Offensivzone glänzten die Zürcher weiterhin mit bis dato unbekannten Tugenden. Auf das unglückliche 2:2 (Eigentor Phil Baltisberger) folgte umgehend Christian Martis 3:2. Wo die Zürcher normalerweise einen weiteren Pass für einen perfekten Abschluss suchen, drückte Marti einfach mal ab und traf – ein weiteres untypisches ZSC-Tor.

    Im Schlussdrittel verteidigten die Zürcher lange Zeit geschickt, kamen auch zu Konterchancen und waren auf Siegkurs. Bis Webers Patzer kam, der alles wieder über den Haufen warf. Nun braucht es erneut eine Reaktion. Bereits am Dienstag, wieder gegen Gottéron, diesmal im Hallenstadion.

    Ratlose Lions

    Das muss der letzte Weckruf sein für den ZSC

    In Davos kommen die Zürcher beim 1:4 unter die Räder wie noch nie in dieser Saison. So droht der freie Fall. Am Montag bietet sich bereits die nächste Chance.

    Kristian Kapp
    Kristian Kapp

    Zürcher Ratlosigkeit und Enttäuschung: Dario Trutmann, Lionel Marchand, Enzo Guebey, Reto Schäppi, Chris Baltisberger und Denis Hollenstein (von links) nach dem 1:4 in Davos.


    Zürcher Ratlosigkeit und Enttäuschung: Dario Trutmann, Lionel Marchand, Enzo Guebey, Reto Schäppi, Chris Baltisberger und Denis Hollenstein (von links) nach dem 1:4 in Davos. Foto: Jürgen Staiger (Keystone)

    Es herrschte Ratlosigkeit bei den ZSC Lions nach dem Spiel in Davos. Ein 1:4 tönt im ersten Moment ja nicht ganz so schlimm. Erst recht nicht beim heimstärksten Team der Liga, das zu Hause in 12 Spielen 31 Punkte holte und bei 47 geschossenen Treffern erst 17 kassierte. Aber die Zürcher wussten: Sie waren mit diesem 1:4 gar nicht so schlecht bedient. Ihrem Torhüter Ludovic Waeber gelang ein grosses Spiel, er vereitelte schon im Startdrittel vier Davoser Solo-Chancen, darunter einen Penalty Enzo Corvis. «Wenn nach einem 1:4 dein Goalie zu Recht als bester Spieler ausgezeichnet wird, heisst das viel», sagte Captain Patrick Geering.

    Noch nie waren die Zürcher einem Gegner derart unterlegen gewesen in dieser Saison. Da gab es kürzlich zwar dieses 1:6 in Bern. «Das war auch eine Scheiss-Niederlage, aber ein anderes Spiel», sagte Geering. Beim SCB hatte der ZSC sehr stark angefangen, liess sich dann von einem Gegner, dem fast alles gelang und der fast jede Torchance nutzte, frustrieren. In Davos war nichts davon zu sehen, von der ersten Minute an kam der ZSC unter die Räder, Waeber war der einzige Grund, dass sich die Lions irgendwie mit einem 0:0 in die erste Pause retten konnten. Nein, er könne sich nicht an so einen inferioren Beginn seiner Mannschaft erinnern, sagte Geering. Und: «Ohne die Leistung von Ludo hätten wir einige Tore mehr kassiert.»

    Im Kollektiv untergegangen

    Zweierlei irritierte aus Zürcher Sicht besonders. Die ZSC Lions wurden vom Spiel des HC Davos nicht überrascht. Es ist allgemein bekannt und auch durch die Analytics belegt, dass die Bündner die mit Abstand beste Kontermannschaft der Liga sind. Schnell wie kein anderes Team schwärmen sie nach gegnerischen Puckverlusten in die Offensive aus. Exakt dies wurde vom Zürcher Coaching Staff vor dem Spiel thematisiert, «genau auf das haben wir uns auch eingestellt», sagte Mittelstürmer Reto Schäppi. Doch dann kreierte Davos Chance um Chance nach schnellen Gegenstössen und erzielte all seine drei 5-gegen-5-Treffer nach Kontern.

    Und das war das zweite Irritierende: Der ZSC ging im Kollektiv unter, es war nicht das Problem einer inferioren Linie, sondern ein grundsätzliches. Das Zürcher System kam jenem des HCD besonders entgegen. Wie sehr die Bündner ihr Spiel den Lions aufzwangen, zeigt auch eine irrwitzige Statistik aus den Analytics: Addierte man nach dem Expected-Goals-Modell alle Torgefahr nach Kontern, dann gingen 93 Prozent dieser Torgefahr vom HCD aus – ein Zürcher Umschaltspiel mit Chancen fand also gar nicht erst statt. Davos enteilt dem ZSC: Patrick Geering verfolgt Andres Ambühl.


    Davos enteilt dem ZSC: Patrick Geering verfolgt Andres Ambühl. Foto: Martin Meienberger (Freshfocus)



    Geering fasste das so zusammen: «Die Davoser spielten sehr gut, das muss man auch festhalten. Sie hatten uns 60 Minuten im Griff. Wir haben schlicht zu wenig gemacht.» Dass ein Heimteam mit derart viel Tempo und Energie loslegt, könne ja vorkommen. Aber das sei keine Ausrede für den Zürcher Auftritt: «Wir müssen Wege finden, um auch solche Spiele irgendwie zu überleben.» So wurden bei HCD - ZSC Torchancen kreiert: Für 93,3 Prozent aller Chancen nach Kontern (Off the Rush) sorgte Davos, für 60,8 Prozent aller Chancen nach erfolgreichem Forechecking war ebenfalls der HCD zuständig. Nur bei Chancen nach Druckphasen (Offensive Zone Sustained Possession) hatte der ZSC mit 54 Prozent aller solchen Torgefahren ein leichtes Plus.


    So wurden bei HCD - ZSC Torchancen kreiert: Für 93,3 Prozent aller Chancen nach Kontern (Off the Rush) sorgte Davos, für 60,8 Prozent aller Chancen nach erfolgreichem Forechecking war ebenfalls der HCD zuständig. Nur bei Chancen nach Druckphasen (Offensive Zone Sustained Possession) hatte der ZSC mit 54 Prozent aller solchen Torgefahren ein leichtes Plus. Grafik: 49ing

    Mildernde Umstände gab es für die Lions wegen ihrer personellen Situation. Mit Garrett Roe, Justin Azevedo und John Quenneville fehlten gleich drei Import-Stürmer. Weder Geering noch Schäppi wollten aber davon hören. Geering: «Wenn du die beiden Aufstellungen anschaust, war es immer noch ausgeglichen.» Schäppi: «Natürlich merkst du das. Aber wir waren immer noch gut genug besetzt, um zumindest dagegenhalten zu können. In der Champions League gelang uns bei Rögle ein sehr guter Match mit noch mehr Ausfällen.»

    WEITER NACH DER WERBUNG

    Nun kommt zweimal Fribourg-Gottéron

    Wie diese Niederlage zustande kam, kombiniert mit dem ständigen Auf und Ab in dieser Saison, das auch durch die 12:11 Sieg-Niederlage-Bilanz nach 23 Spielen dokumentiert wird: All das muss für die Lions eine wirklich letzte Warnung sein, dass es so nicht geht. Dass so auch Rang 6 und die direkte Qualifikation fürs Playoff in Gefahr sind. Dass solche Leistungen und Resultate irgendwann Konsequenzen haben müssen. Einfacher wird es nicht, es geht Schlag auf Schlag: Am Montag reisen die Zürcher nach Freiburg zum zweitbesten Heimteam der Liga, am Dienstag kommt es zur Revanche im Hallenstadion.

    Die Quali ist für den Fan doch Brot & Butter, die Playoffs das Dessert. Der Fan der an jedes Heimspiel geht will Siege und attraktives Hockey, ansonsten kann er ja zu Hause bleiben und die Saisonkarte sich irgendwann auch sparen.

    Die Hoffnung dass es dann in den PO's passt haben alle Teams/Fans, aber am Ende gucken bis auf ein Team alle in die Röhre!

    Wir vernichten massiv Kohle mit diesem Scheiss Hockey denn Einzeltickets werden kaum noch verkauft. Die Anzahl Saisonkarten ist rückläufig und diejenigen die eine haben bleiben zu Hause.

    Wie schon mal gesagt: Müssen sie halt nächste Saison Freikarten im Shoppi Spreitenbach verteilen um die Halle zu füllen....

    Kann mir evtl. jemand von den "Amis" (Larry/Rangersfan) erklären warum die Übertragung von CBS keine 1st Down Line einblendet? Ist das in den Staaten auch so? Nehme an RAN übernimmt ja das TV Bild 1-1. Ich glaube bei den Fox Sports Übertragungen hats die jeweils. Sowohl auch Line of Scrimmage, Field Goal Target Line, etc.

    Falls jemand den Game Pass hat: ist die dort zu sehen? Dann würde ich mir wohl mal einen leisten.

    Bei Fox hatte es definitiv eine, und ich denke bei jedem Sender, muss mich dies mal achten. Würde aber fast wetten es hat IMMER eine! Dito Line of Scrimmage und FGTL.

    wurde nochmals eng nach dem Kickoff retunrn, Fournette mit 4 TD 😳

    Die TV Schnurris hier quasseln das ganze Spiel über RB Taylor von den Colts aber RB Fournette von den Bucs erläuft 4 TD's und ist auch sonst in jeder Statistik heute besser als Taylor! Ganz grosses Spiel! :geil:

    ich sehe den fcz aber nach wie vor bestenfalls in einer ähnlichen rolle, wie sie san galle vor 2 jahren spielte. die konnten yb bis fast ende saison ärgern, bis ihnen dann die luft ausging.

    Denke für Ebay ist es gelaufen, der Trainer war ein Griff ins Klo. Wir werden vermutlich Basel zum Titel verhelfen falls die Cabral nicht abgeben. Aber Platz 2 wäre ja auch gut!:mrgreen:

    Rikard Grönborg kommt mit den ZSC Lions einfach nicht vom Fleck – allmählich gerät sein Karriere-Masterplan ins Wanken

    Bald ist die Hälfte der Qualifikation gespielt, doch das prominent besetzte Zürcher Team produziert weiterhin nur Mittelmass. Zwar wirkt der Trainer nicht überfordert, aber er bietet Angriffsflächen in zweierlei Hinsicht, die für ihn ohne baldige Trendwende gefährlich werden dürften.

    Ulrich Pickel (NZZ)


    Am Sonntag vor einer Woche: Rikard Grönborg verliert die Fassung und gestikuliert in Richtung John Fusts.

    Am Sonntag vor einer Woche: Rikard Grönborg verliert die Fassung und gestikuliert in Richtung John Fusts.

    Claudio Thoma / Freshfocus

    Es sind keine Bilder, wie er sie sich wünscht. Am Sonntag vor einer Woche legte sich Rikard Grönborg, der Trainer der ZSC Lions, mit dem Kontrahenten aus Lausanne an. Er, der Schweden zweimal zum Weltmeistertitel gecoacht hat, geriet in Rage wegen John Fust, der im internationalen Eishockey fast ein Niemand ist. Es ging um ein nicht geahndetes Foul des Lausanne-Captains Mark Barberio an Garrett Roe, der sich einen Kieferbruch zuzog. Und ebenso ging es um die Vorgeschichte aus dem letztjährigen Viertelfinal, der ebenfalls hässliche Züge getragen hatte.

    Viel hat sich angestaut. Grönborg bereut sein Verhalten nicht, er sagt: «Ein Spieler ist wie ein Familienmitglied. Wenn einer angegriffen wird, wehre ich mich.» Doch die Bilder des tobenden Schweden mit US-Pass zeigten nicht bloss den Beschützerinstinkt eines Trainers, sondern vielmehr: Hier ist jemand in den Niederungen des Alltags gelandet. Und dieser Jemand kämpft um seine Position.

    Der Nachwuchs bleibt auf der Strecke

    Bald ist die Hälfte der Qualifikation gespielt, und es wäre vermessen zu behaupten, irgendjemand sei glücklich in Zürich. Das Starensemble will und will nicht in Fahrt kommen, Spielkultur und Unterhaltungswert sind höchst bescheiden. Der renommierte Coach findet keine Lösung, um das Potenzial seines Teams zur Entfaltung zu bringen.

    Die Suche nach den Ursachen ist komplexer als in früheren Fällen. Grönborg ist kein abgehobener System-Prediger wie einst Hans Wallson. Und ein Chaos wie bei Arno Del Curtos Gastspiel im Frühling 2019 herrscht auch nicht. Grönborg ist nicht grundsätzlich überfordert. Auch gibt es keine Anzeichen, dass das Verhältnis zwischen Trainer und Spielern nicht intakt ist. Er ist nicht der grosse Alleinschuldige – und bietet dennoch Angriffsflächen.

    Grönborg wurde als Ausbildner angekündigt, aber auch in seiner dritten Saison ist seine Nachwuchsförderung rudimentär – und fragwürdig. Beim letzten Auswärtsspiel in Lugano etwa war der 19-jährige Verteidiger Noah Meier aufgeboten, weil Yannick Weber verletzt ausfiel. Grönborg aber liess mit fünf Verteidigern durchspielen, Meier bekam keinen einzigen Einsatz. Und wenn der 22-jährige Enzo Guebey einen Fehler macht, muss er mit Konsequenzen rechnen, während sich Maxim Noreau Fehlpässe leisten kann, ohne dass dies seine Präsenzzeit auf dem Eis schmälert.

    Die mangelnde Förderung der Jungen, auf welche der ZSC stolz ist, spiegelt sich in einem auffallenden Wesenszug des Trainers: Er hat eine Aversion gegen alles, was nach Risiko aussehen könnte. Der 53-Jährige ist in seinem Personalmanagement sehr konservativ. Lieber geht er auf Nummer sicher, was bedeutet: Die Routiniers geniessen stets Vorrang. Sie können sich unangefochten fühlen. Doch die gewünschte Dynamik wird dadurch auch nicht freigesetzt. Der ZSC wirkt schablonenhaft und durchschaubar, keine der vier Linien sticht hervor.

    Zu nett mit den Spielern?

    Als langjähriger Nationaltrainer ist es Grönborg gewohnt, dass er bei den Spielern sehr viel voraussetzen darf. Das Ausrasten nach dem Lausanne-Spiel täuscht: Er ist kein Peitschenknaller, der die Zügel straff in den Händen hält. Mittels Kommunikation will er die Spieler überzeugen, anders als die autoritären Vorgänger Bob Hartley und Marc Crawford bezieht er das Team in die Problemlösungen ein. Lief etwas schief, grätschten die Kanadier sofort dazwischen. Grönborgs gutes Zureden allein aber stösst an Grenzen. Die Lions sind nicht auf der Flughöhe des mit Weltstars gespickten schwedischen Nationalteams. Gut möglich, dass Grönborgs Verständnis der eigenen Rolle zu wenig auf den ZSC zugeschnitten ist und er den Löwen zu viel zutraut, was diese überfordert.

    Grönborg hat das Ziel, als dritter europäischer Coach nach Ivan Hlinka und Alpo Suhonen eine Mannschaft in der National Hockey League (NHL) zu betreuen. Die ZSC Lions sind sein erstes professionelles Klubteam. Ein Titelgewinn würde sich gut machen im Lebenslauf – aber der NHL-Masterplan gerät zunehmend in Gefahr, je länger Grönborg die Erwartungen nicht erfüllt.

    Auch die ZSC Lions haben einen Masterplan: Sie haben das Team aufgerüstet, um möglichst gute Laune im Hinblick auf den Umzug in die neue Arena in Altstetten zu erzeugen. Aber mit jeder Niederlage nähert sich die Stimmung mehr dem Gefrierpunkt. Die Folge: zunehmende Nervosität; in der Klubführung, im Team und beim Trainer – Mittelmass ist im ZSC-Kosmos unerträglich.

    Jetzt geht es Schlag auf Schlag

    Grönborg weiss, dass er angezählt ist. Am letzten Freitag verwies er noch darauf, dass nicht alles so schlecht laufe: «Wir haben in den letzten 8 Spielen 16 Punkte gewonnen.» Am Samstag kam der nächste Rückschlag: 1:4 in Davos. Nun geht es mit 7 Spielen in den nächsten zwei Wochen Schlag auf Schlag. Dringender denn je braucht Grönborg eine klare Trendwende. Sonst ist sein Masterplan bald Makulatur.

    20'000 werden es nie sein. YB bringt auswärts weniger Leute als Basel und zudem soll es sogar noch schneien ab Freitag. Hoffe auf 13'000 - 14'000.

    Wir waren beide zu tief, aber Du hast gewonnen! Ich staune, und das bei dem Wetter. Ich staune auch über den FCZ und bin geneigt zu sagen "Bye bye Ebay!" :mrgreen:

    Der Trainer ist verantwortlich das er mit dem ihm zur Verfügung gestellten Material das Optimum herausholt. Hansi Flick war bei den Bayern auch nicht immer glücklich was ihm der Brazzo da hingestellt hat aber er wusste wie der Hase läuft. Und so läuft es Weltweit! Grönborg krieg es nicht auf die Reihe, er muss gehen!

    Natürlich kommt auch SL unter Druck, nur gibt es auch dort Regeln, er kann sich noch das eine oder andere erlauben. Wallson wurde ihm aufs Auge gedrückt, das hatte noch Salis zu verantworten. SL verpflichtete Kossmann und wurde Meister. Dann verpflichtete er Aubin und musste wohl auf Druck von Zahner (Vermutung) ADC verpflichten, was in die Hose ging. Grönborg hat er verpflichtet, sein Bock! Bitte umgehend korrigieren!

    Der ZSC aber bleibt ein Sorgenkind, das nicht in die Gänge kommen will. Die Frage stellt sich: Wie lange wird sich der Zürcher Trainer angesichts des enttäuschenden Saisonverlaufs noch halten können? (U. Pickel/NZZ)