Beiträge von Larry

    Die ZSC Lions erinnern an den SCB der 2000er Jahre

    Die Spieler in Zürich scheinen sich ganz gut mit der Mittelmässigkeit arrangiert zu haben. Dabei verfügen die ZSC Lions über das Talent, das Geld und das Know-how, um eine Meister-Dynastie ähnlich jener des SCB zu etablieren. Und so auch wieder Titel zu gewinnen.

    Daniel Germann (NZZ)

    Wer im vergangenen September auf einen Play-off-Final zwischen dem EV Zug und Genf/Servette gewettet hätte, dürfte heute einen erklecklichen Gewinn einstreichen. Die Zuger gehörten bereits vor dem Saisonstart zum engsten Favoritenkreis, doch mit Servette hat zumindest in der Deutschschweiz niemand gerechnet. Der Lausanne HC, Fribourg-Gottéron, der EHC Biel, der HC Lugano und vor allem die ZSC Lions starteten mit weit grösserem Kredit in die Meisterschaft.

    Doch letztlich bestätigten die vergangenen Monate eine alte Redewendung, die mehr als nur eine Floskel ist: Meisterschaften gewinnt nicht das Team mit den besten Individualisten, sondern jenes, in dem sich die Spieler auf dem Eis am besten ergänzen. Das gilt in besonderem Mass für die ZSC Lions. Auf der Suche nach Erklärungen für das enttäuschende Saisonende wird in Zürich gerne auf die lange Liste der Verletzten verwiesen. Doch bereits Ende Februar, als diese Liste noch weit kürzer war, unterlagen die Lions im Cup-Final dem taumelnden SC Bern 2:5.

    Gemessen am finanziellen Aufwand, den die Lions betreiben, sind die Resultate bestenfalls mittelmässig. Der letzte Meistertitel 2018, den sie sich notabene als Siebente der Qualifikation sicherten, ist ein Ausreisser inmitten enttäuschender Resultate. 2016: im Viertelfinal als Qualifikationssieger 0:4 am SCB gescheitert. 2017: als Zweiter im Viertelfinal an Lugano gescheitert. 2019: als Meister die Play-offs verpasst. Vor einem Jahr verhinderte das Coronavirus, dass die Lions nach der erfolgreichen Qualifikation den Tatbeweis antreten konnten, aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben.

    Aus der Distanz wird man den Eindruck nicht los, dass sich die Spieler in Zürich ganz gut mit der Mittelmässigkeit arrangiert haben. Man trägt den Löwen mit Stolz auf der Brust. Doch daneben gibt man sich gerne weltoffen und urban. Man weiss, dass das Leben nicht nur aus Eishockey besteht. Lukas Flüeler wurde zur unfreiwilligen Symbolfigur dafür. Der dreifache Meister-Goalie wurde in dieser Saison von Ludovic Waeber als Nummer 1 im Tor verdrängt und gab sich klaglos in seine neue Rolle als gut bezahlter Zuschauer mit bester Sicht aufs Eis. Von ihm war kein Wort und schon gar keine Tat des Grolls zu vernehmen.

    Spieler wie er mögen dem Klima in einem Team zuträglich sein; leistungssteigernd aber wirken sie nicht. In der Serie gegen Genf/Servette lehnte sich von den potenziellen Leistungsträgern vor allem Sven Andrighetto sichtbar und entschlossen gegen das drohende Saisonende auf. Andere wie Ryan Lasch, Denis Hollenstein oder Simon Bodenmann beugten sich der Genfer Übermacht oder dem, was sie dafür hielten.

    Die ZSC Lions erinnern an den SC Bern in der zweiten Hälfte der 2000er Jahre. Auch der SCB versammelte damals eine Gruppe hochtalentierter Individualisten wie Christian Dubé, Sébastien Bordeleau, André Rötheli oder Patrik Bärtschi, die mit Leichtigkeit durch die Qualifikation tanzten, in vier Jahren aber auch dreimal als Qualifikationssieger im Viertelfinal scheiterten. Daraus zog der damalige Sportchef die Konsequenzen und fügte der begabten Mannschaft ein paar nicht ganz so begabte, dafür umso aufsässigere Ingredienzen wie Jean-Pierre Vigier, Brett McLean oder Tristan Scherwey bei. Und siehe da: Plötzlich begann der SCB auch in den Play-offs zu gewinnen. Es folgten zehn Jahre mit fünf Titeln.

    Der damalige Berner Sportchef hiess Sven Leuenberger und arbeitet heute in derselben Position für die ZSC Lions. Leuenbergers Fachkompetenz und seine Entschlossenheit stehen ausser Frage. Er scheute sich in Bern nicht, seinen herausragenden Individualisten Christian Dubé aus einem laufenden Vertrag heraus an den grössten Rivalen Fribourg-Gottéron abzugeben. Der Entscheid sorgte in der Stadt für einigen Wirbel. Doch wie die Geschichte zeigt, schadete der mutige Entscheid der Berner Leistungskultur nicht.

    In Bern hatte Leuenbergers Team damals eine falsche Hierarchie. In Zürich ist seit dem Abgang von Mathias Seger keine mehr ersichtlich. In einer Liga wie der National League, die immer ausgeglichener und kompetitiver wird, ist das Fehlen einer solchen Ordnung ein Handicap, das in engen Spielen über Sieg und Niederlage entscheidet. Die ZSC Lions verfügen über das Talent, das Geld und das Know-how, um eine Meister-Dynastie ähnlich jener des SCB zu etablieren. Nun brauchen sie noch den einen oder anderen unbequemen Spieler. Dann würden wahrscheinlich auch wieder Titel folgen.

    Eishockey-Schiedsrichter

    Nehmen Fehlentscheide der Refs immer mehr zu?

    Die Entwicklung des Eishockeys macht die Arbeit der Schiedsrichter immer schwieriger. Trotz und auch wegen technisch immer besserer Hilfsmittel.


    Kristian Kapp (TA)

    Die Schiedsrichter werden immer schlechter. Davon sind viele Eishockeyfans (aber auch nicht wenige Spieler und Trainer) überzeugt. Falsche oder zumindest fragwürdige Entscheide können sie mit Videobildern belegen: ein Haken, das nicht gepfiffen wurde. Eine mit «Check gegen den Kopf» geahndete Charge, bei der der erste Kontakt aber an die Brust oder die Schulter ging. Und so weiter. Dafür, dass der «Schiri» sowieso gegen den eigenen Club oder grundsätzlich für den verhassten Rivalen pfeift, lassen sich ebenso «Beweise» finden. Das war schon vor dem Zeitalter der Verschwörungstheorien im weltweiten Netz kein Problem.


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    Mit dieser Art von «Kritik» zu leben, gehört in die Lernphase eines jeden Schiedsrichters. Damit könne er auch umgehen, sagt Andreas Fischer, der Schweizer Chef der Eishockey-Schiedsrichter, früher selber Referee und Spieler. Problematisch werde die Diskussion erst, wenn solche Art der emotionalisierten Kritik von den Clubs komme, zum Beispiel unmittelbar nach Spielen. Das Gespräch mit Andreas Fischer zu diesem Artikel fand im Rahmen des Eisbrecher-Podcasts statt. Das ganze Gespräch kann hier gehört werden.

    Doch damit ist es nicht getan. Es hilft Fischer und seinen Schiedsrichtern zudem nur wenig, dass dies weder bloss ein Schweizer oder europäisches Problem ist, sondern auch die Referees in der NHL, die in allem das Prädikat «weltbeste» für sich reklamiert, immer häufiger die Kritik hören, immer schlechter zu werden, immer mehr Fehlentscheide zu treffen. Und es ist auch keine sportartenspezifische Angelegenheit: Die Unparteiischen der NBA und erst recht NFL, die ihre Spiele gar von sieben Schiedsrichtern leiten lässt, hören dasselbe Mantra der Fans.

    Herausfordernder als andere Teamsportarten

    Es ist dabei für die Referees im Eishockey ungleich herausfordernder als für ihre Kollegen im Basketball oder American Football: Sie müssen ihre Entscheide im mit Abstand schnellsten Teamsport auf rutschiger Oberfläche schlittschuhlaufend treffen. Und sie müssen im Gegensatz zu den Refs in anderen Sportarten nicht bloss zwischen «Foul» und «nicht Foul» entscheiden, sondern die Foulspiel-Entscheide gemäss eines komplexeren, sich jährlich ändernden Regelbuches exakt definieren: Es gibt rund 40 Vergehen, die sie erkennen, benennen und je nachdem mit einer 2-, 5-, 10-, 20- oder 25-Minuten-Strafe sanktionieren sollten.



    Und in kaum einem anderen Sport befinden sich die auf Papier klar definierten einzelnen Regeln derart häufig im Graubereich wie im Eishockey. «Im Tennis gibt es den Linienentscheid, schwarz und weiss: out oder nicht out», nennt Fischer einen zugegeben extremen Vergleich zu einer anderen Sportart. Ganz unrecht hat er dennoch nicht. Weil im Eishockey gängige geahndete Vergehen wie zum Beispiel «Haken», «Halten», «Crosscheck» oder «Behinderung» in einem Spiel fast so häufig Interpretationsfrage wie zweifelsfrei klar sind. Dennoch stellt Fischer auch diese Gegenfrage: «Macht nicht auch dieser Aspekt unseren Sport so faszinierend und attraktiv?»


    Tempo und UHD-Bilder – Fluch und Segen

    Das Tempo im Eishockey steigt stetig, weil die Athleten immer besser trainiert sind und mit immer besserer Ausrüstung spielen. Zudem zielten die sich im steten Wandel befindenden Regeln zuletzt regelmässig darauf, die Verlangsamung des Spiels durch die verteidigende Mannschaft zu erschweren. Gegentendenzen sind da keine zu erkennen. «Im Gegenteil», sagt Fischer. Und das erschwert die Arbeit der Schiedsrichter, macht sie noch anfälliger für Fehlentscheide. Je schneller das Spiel, desto häufiger Situationen, bei denen der Blick des Refs auf die entscheidende Szene kurz von einem vorbeibrausenden dritten Spieler verdeckt wird oder seine Neupositionierung auf dem Eis für den optimalen Blick den Bruchteil einer Sekunde zu spät erfolgt.

    Das immer besser und schärfer werdende Bildmaterial ist zwar einerseits ein Segen bei den vielen Video-Replays, die sich die Schiedsrichter in einem Spiel nach strittigen Torzzenen noch einmal anschauen dürfen. Sie sind aber auch ein Fluch, weil damit für den TV-Konsumenten vor seinem Ultra-HD-Bildschirm all die kleinen Fehlentscheide bei den für die Refs nicht überprüfbaren Haken oder Halten in der Super-Slowmotion nun sichtbar werden – diese blieben in den guten alten Zeiten mit den Röhrenfernsehern zumeist unbemerkt.

    Dass beispielsweise in der Schweiz auf Mysports die Zuschauer bei Video-Replays mithören können, wie die beiden Head-Schiedsrichter die Szene gemeinsam beurteilen, ist für den Konsumenten eine tolle Sache. Bei den Refs stiess dies zunächst aber auch auf Widerstand, wie Fischer gesteht. Weil dabei nicht selten genau dieser Graubereich im Eishockey aufgedeckt wird: Nicht immer sind die beiden Schiedsrichter bei ihren Diskussionen von Anfang an einer Meinung, müssen aber einen gemeinsamen Entscheid treffen und kommunizieren. Der emotionalisierte Fan hört mit, und genau solche Fälle können «Verschwörungstheorien» befeuern, oder wie es Fischer mit einer Frage beschreibt: «Wie reagiert der Fan, wenn so ein Entscheid gegen sein Team gefällt wird?» Volume 90%

    Man kann darum fast schon so weit gehen: Der Anspruch an eine nur schon ansatzweise fehlerfreie Schiedsrichterleistung ist im Eishockey mittlerweile fast illusorisch geworden, in der polemischen Kritik an den Referees steckt also ein Fünkchen Wahrheit. Es sind aber nicht die Unparteiischen, die schlechter geworden sind. Es sind die Umstände rund um den Fortschritt des Spiels, die die klare Beurteilung durch die Refs in vielen Szenen fast verunmöglicht haben, sowie die Technologie, die sie immer häufiger bei Fehlern entlarvt. Wie geht ein Schiedsrichter mit dieser Herausforderung um, unmöglich fehlerfrei bleiben zu können?

    «Die Schiedsrichter gehen aufs Eis, um ein Spiel fair und sicher zu leiten, mit einem Regelbuch, das befolgt werden muss», sagt Fischer. Spieler, Trainer und Zuschauer müssten aber verstehen, dass Schiedsrichter genauso wie ein Verteidiger oder ein Stürmer Szenen falsch beurteilen können: «Ohne Fehler würde jedes Spiel 0:0 enden.» Und er plädiert für ein Umdenken aus Sicht der Clubs: «Auch einmal sagen, dass man nicht wegen vier falschen Schiedsrichterentscheiden verloren hat, sondern weil der Stürmer viermal das Tor nicht traf. Wir alle sind Menschen, die Fehler machen.»



    Mehr bewegen statt stillstehend beobachten

    Wie werden aber Schiedsrichter geschult? Bloss zu akzeptieren, dass Fehler passieren werden, viele Fehler, kann trotz allem keine Option sein. Und allein dadurch, dass man verpasste oder falsche Pfiffe dem Ref danach am Bildschirm zeigt, wird seine Leistung im nächsten Spiel nicht besser. Das Regelverständnis der Schiedsrichter sei bereits unter seinem Vorgänger Brent Reiber massiv verbessert worden, sagt Fischer: «Regeltechnische Fehler kommen so gut wie nie vor.»



    Darum setzt er beim Spielverständnis und dem Schlittschuhlaufen an, an Bereichen, die zuvor eher vernachlässigt worden seien. Die Spielart der Teams habe sich verändert, sagt Fischer und zieht einen Vergleich mit den Schiedsrichtern der Spitzenligen NHL, KHL und jenen in Schweden und Finnland, wie diese auf das «neue» Spiel reagiert hätten: «Die modernen Schiedsrichter dort sind viel mehr in Bewegung und stehen nicht mehr wie vor 10 bis 15 Jahren vermehrt am Spielfeldrand, von wo aus sie alles überblickten.» Doch was immer man auch verbessert, man landet wieder an diesem einen Punkt. Das komplette Eliminieren der Fehler sei illusorisch, sagt Fischer: «Diese Diskussion wird es auch in 30 Jahren noch geben.»

    Ich habe mir genau dieselbe Frage gestellt als ich Leuenberger's Interview gelesen habe! Suter ist der First Line Center und viertbester Scorer der Blackhawks. Er wird ganz sicher nicht zurueckkommen.

    Denke das ist eher so gemeint das SL mit allen ex ZSC Spielern in Kontakt bleibt. Jeder weiss wie schnell es geht und man ist in der NHL wieder weg vom Fenster!

    Interview mit Sven Leuenberger

    «Wir mussten alles schlucken, damit es weitergeht»

    ZSC-Sportchef Sven Leuenberger erklärt das 0:3 gegen Servette, resümiert die schwierige Coronasaison und kündigt an, nächsten Winter mit fünf Ausländern anzugreifen.


    Simon Graf (TA)

    Sie sagten am Donnerstagabend nach dem Playoff-Ausscheiden, Sie würden dem Team für die Saison eine 4–5 geben. Welche Note geben Sie Coach Rikard Grönborg und sich selber?

    Wir sitzen alle im gleichen Boot. Daher wohl auch eine 4–5. Die Frage ist: Was benotest du? Die Leistung war besser als das Resultat. Wir kamen aus einer Lausanne-Serie, die pickelhart war, fast schon brutal. Wir mussten Federn lassen. Einige Spieler konnten gar nicht mehr spielen, andere nur noch mit Spritzen. Und unsere Spieler mit der grössten Wasserverdrängung waren verletzt. Das hat uns gegen Servette geschadet. Als Sportchef muss ich primär die Leistung anschauen.


    Und die war gut?

    Sicher nicht so viel schlechter als letztes Jahr, wie nun alle meinen. Damals hatten wir in der Regular Season einen Punkteschnitt von 1,82 gehabt, jetzt einen von 1,73. Damals jubelten uns alle hoch, jetzt heisst es, wir müssten alles überdenken.

    Nach einem 0:3 im Halbfinal sind aber schon kritische Töne angebracht. Wie kann es sein, dass eine solch erfahrene Mannschaft und ihr zweifacher Weltmeistertrainer so ratlos sind?

    Ratlos ist das falsche Wort. Wir hatten keine Durchschlagskraft mehr. Das hat nichts mit Ratlosigkeit zu tun. Wir probierten einiges, auch bei den Powerplay-Auslösungen, aber wir kamen einfach nicht in den Slot gegen ein top organisiertes Genf.

    Trotz Ausfällen und Müdigkeit: Vors gegnerische Tor hätten sich die Spieler ja trotzdem wagen können.

    Wenn Krüger, Pedretti und Chris Baltisberger ausfallen, unsere drei besten Leute vor dem Tor, merkt man das schon. Wir brauchten einen Maurer, hatten aber einen Elektriker. Oder konkret: Wir brauchten einen Brecher, hatten aber keinen mehr. Nimm bei Servette Winnik und Fehr weg, dann sieht diese Mannschaft auch ganz anders aus. Genf war in dieser Serie klar besser, keine Frage. Aber ich lasse nicht gelten, wir seien ideenlos gewesen.

    Was würden Sie als Sportchef im Nachhinein anders machen?

    In einer normalen Saison hätten wir vor dem Playoff sicher nochmals einen Ausländer geholt. Aber aufgrund der Corona-Situation verzichteten wir darauf. Man kann nicht den Spielern Lohnprozente abziehen, die Saisonabonnenten fragen, ob sie auf ihr Geld verzichten, nicht genau wissen, was wir vom Bund bekommen, und dann nochmals einen Ausländer engagieren. Es war ein Vernunftsentscheid, den wir alle mittrugen, vom Präsidenten bis zum Trainer.


    Die Mannschaft wurde von einigen wenigen Leadern getragen, dahinter gab es viel Mittelmass. Wie erklären Sie sich das?

    Wir hatten einige, die ihre Leistung nicht brachten. Auch solche mit grossen Namen. Eine Handvoll Spieler hatte eine gute Saison, dazu zeigten einige Newcomer, dass sie auf dem richtigen Weg sind. Der Rest war durchschnittlich. Das stimmt schon.

    Mehr als die Hälfte des Teams. Wie kann das sein?

    Es gab unterschiedliche Gründe. Das Coronavirus, Verletzungen. Woran es bei jedem genau lag, müssen wir in den Einzelgesprächen noch erörtern.

    Am Donnerstag spät kritisierten Sie Goalie Lukas Flüeler hart. Sein Vertrag läuft noch eine Saison. Erfüllt er ihn?

    Ich sagte, wir hätten kein Goalieduo der Top 4 gehabt. Aber ich rede nicht über einzelne Leistungen, bevor ich persönlich mit den Spielern darüber gesprochen habe.

    Hätten Sie sich nicht mehr erhofft von Grönborg, was die Integration von Jungen betrifft?

    Wir haben eine Leistungskultur. Sollen wir einen Jungen einem Älteren vorziehen, obschon er schlechter ist? Wir gaben Simic anfangs eine Chance, Riedi kam ins Team, Prassl spielte eine gute Rolle, Sigrist entwickelt sich. Vielleicht hätten wir Noah Meier früher raufholen können, aber dafür hatte er viel Eiszeit im Farmteam. Bei Luca Capaul kamen Verletzungen und Corona-Pausen dazwischen. Aber wir haben momentan auch nicht die Topshots bei den Jungen, die wir früher hatten.

    Fast die Hälfte des Teams ist über 30. Müssten Sie nicht langsam den Umbruch einleiten?

    Ich finde die Altersstruktur nicht schlecht, aber dass wir in den nächsten Jahren jünger werden müssen, sehe ich genau gleich. Dass wir ein Loch haben würden bei den Jungen, sagte mir Edgar Salis schon vor vier Jahren voraus. Jetzt stecken wir drin. In den Jahrgängen 2003 bis 2005 haben wir viele gute Spieler. Die U-17 wurde ja Schweizer Meister. Aber diese Jungen kannst du noch nicht in die National League hochnehmen. Deshalb müssen wir auch Spieler extern holen.

    Aufstrebende Spieler wie Berns André Heim, der zu Ambri wechselt.

    Mit ihm habe ich auch gesprochen, aber was hätte ich ihm anbieten sollen? Sigrist hat sich zu einem hervorragenden Drittliniencenter entwickelt. Was hätte ich Heim sagen sollen? Dass er bei uns Erst- oder Zweitliniencenter spielt? Das ist nicht realistisch. In Zürich kannst du nicht zwei, drei Jahre eine Mannschaft aufbauen. Das akzeptiert das Volk nicht. Wir müssen Erfolg haben. Es ist ein Spagat.

    Was ist mit Pius Suter? Bleibt er in Nordamerika?

    Ich habe gerade mit seinem Agenten geredet. Wenn er retourkommt, haben wir einen Topstürmer. Sonst dürften wir nochmals mit fünf Ausländern spielen. Und das würden wir auch tun. Wenn wir nicht einen anderen Schweizer Topstürmer holen könnten.

    Wie Denis Malgin?

    Der ist aktuell in Toronto. Aber ja, mit ihm bin ich auch in Kontakt. Er ist ja ein eigener Junior von uns.

    Was geht Ihnen durch den Kopf, wenn Sie sehen, wie stark Henrik Tömmernes aufspielt?

    Er ist in diesem Jahr der beste Verteidiger der Liga. Aus meiner Sicht war das letzte Saison Maxim Noreau.

    Welche Rolle spielt das geplante Financial Fairplay bei der Zusammenstellung des Teams?

    Das ist momentan auf Eis gelegt. Ob es kommt oder nicht, und in welcher Form, ist noch offen. Einschneidender ist die ganze Covid-Situation. Auch da ist noch vieles unklar, was die Bundesgelder betrifft. Momentan plane ich mit einem Budget, das eine Million Franken tiefer ist als in dieser Saison.


    Inklusive des fünften Ausländers oder Pius Suter?

    Ja.

    Peter Popovic wurde geholt als neuer Assistent von Rikard Grönborg, aber nur für ein Jahr. Wie lange planen Sie mit Grönborg?

    Er ist sicher das nächste Jahr dabei. Dann könnte er seine Ausstiegsklausel für die NHL ziehen. Wenn nicht, ziehen wir mit ihm ins neue Stadion ein.

    Ist Ihr Auftrag, mit einem Topteam 2022 in die neue Halle einzuziehen?

    Der ZSC will immer ein Topteam haben. Wir hatten auch immer ein Topteam, seit ich hier bin. Aber es muss alles stimmen für den Titel. Ich sah noch nie eine Meistermannschaft, bei der sieben oder acht Stammspieler verletzt auf der Tribüne sassen.

    Die Corona-Saison ist für die ZSC Lions vorbei. Sind Sie auch ein bisschen erleichtert?

    Erleichtert ist das falsche Wort. Ich kann das Wort Corona nicht mehr hören. Es war für mich in 35 Jahren im Eishockey die erste Saison, in der das Hauptaugenmerk nicht dem Sport galt. Es ging primär darum: Können die Clubs überleben? Wie verlieren wir am wenigsten Geld? Wir mussten vieles akzeptieren, was wir sonst nie akzeptiert hätten. In einer normalen Saison hätten die Sportchefs gegen einen solchen Spielplan protestiert. Aber wir mussten alles schlucken, damit es weitergeht. Keiner wird sagen: Es war eine schöne Saison. Auch nicht die, die Meister werden.

    Wie startet die nächste Saison im Herbst? Wieder mit Zuschauern?

    Ich hoffe schwer, dass sich die Prognosen des Bundes bewahrheiten und wir wieder vor 10’000 Leuten spielen können. Mit den Impfungen, die dann durch sind.

    Und wer wird Meister?

    Servette machte mir einen sehr starken Eindruck gegen uns. Aber ich würde trotzdem auf Zug tippen, obschon ich bisher nicht viel vom EVZ gesehen habe in diesem Playoff.

    Im Interview mit Pickel bestreitet Zahner zwar dass man die sportlichen Ambitionen runterschraubt, erwaehnt jedoch das Wort Vernunft in fast jedem Satz.

    Das Interview bzw. Zahner ist Sackschwach! Darum habe ich es auch nicht eingestellt! Ausreden über Ausreden, wie ein Politiker....!

    Mögliches Karriereende

    Einmal Winken vor 20 Fans – wars das, Roman Wick?

    Nach dem Ausscheiden gegen Servette verabschiedete sich der Stürmer zusätzlich alleine von den ZSC-Fans. Ob es trotzdem eine «zweite letzte Saison» gibt, liess er weiter offen.


    Kristian Kapp (TA)

    Eigentlich wollte er nicht. Doch dann drängte ihn zuerst Garrett Roe, danach gestikulierten weitere Teamkollegen: Doch, du gehst jetzt da hin! Und so machte Roman Wick, nachdem sich die Mannschaft im Kollektiv verabschiedet hatte, halt doch noch eine klitzekleine eigene Ehrenrunde vor den paar Dutzend ZSC-Fans, die am letzten Spiel der Saison ins Hallenstadion durften und nach dem Spiel nach unten in die Nähe des Eisfelds gekommen waren. Es war nichts Triumphales, ein kleiner Bogen, ein kurzes Winken, ein verschmitztes Lächeln, leiser Applaus, das war’s schon. Ging da eine grosse Karriere nach 748 NLA-Spielen in 16 Jahren wirklich derart simpel zu Ende?

    Dann, als Wick nach vielen Minuten aus der Garderobe zurückkam für Interviews, beantwortete er eine Frage, bevor überhaupt irgendeine hätte gestellt werden können: «Sorry, ich kann noch nicht viel sagen.» Die Frage, die er meinte, war klar: Geht es vielleicht doch noch weiter? Wick hatte nach seinem auf Ende dieser Saison angekündigten Rücktritt schon vor Monaten plötzlich wieder eine Hintertüre offen gelassen und dabei wohl früh an so ein Szenario wie in dieser Donnerstagnacht gedacht – kombiniert mit der Frage an sich: Soll es wirklich so enden?

    Wicks Botschaft ans Team

    «Das ist traurig und nicht das erste Mal nach letztem Jahr», sagte Patrick Geering. Er meinte nicht nur Wicks mögliches Karrierenende, sondern auch jene Verabschiedungen von anderen ZSC-Teamkollegen, die bereits letzte Saison wegen Corona ohne mit Fans gefülltem Stadion erfolgt waren. Bei Wick wäre es besonders bitter, sagte der ZSC-Captain: «Roman lebt vom Publikum, er spielt fürs Publikum.»

    Am Donnerstagmorgen, vor dem Warm-up fürs dritte Spiel gegen Servette, war Wick vor die Mannschaft getreten mit einer Botschaft: «Ich plane nicht mit meinem letzten Spiel heute Abend!» Es hätte ein simpler, aber doch so willkommener Boost sein können für die Mannschaft, die schon in den ersten beiden Spielen von Servettes nüchternem und defensiv fast perfektem Spiel zermürbt worden war. Und Geering versicherte, dass sich die Mannschaft die Worte zu Herzen genommen hatte: «Wir wollten alles tun, damit es nicht sein letztes Spiel wird.»

    Doch dann folgte nicht mehr als Teil 3 dieser für die Zürcher so frustrierenden Serie, die im Schlussdrittel ihren Tiefpunkt fand: Mit 1:2 in Rückstand liegend, griff der ZSC zwar permanent an, schien gefühlte zwanzig Minuten lang in Puckbesitz, kam aber dennoch kaum zu einer guten Chance – er brachte kaum Pucks aufs Genfer Tor. Als Wick mit der Torschussstatistik vom letzten Drittel konfrontiert wurde, meinte der Stürmer, sich verhört zu haben, und fragte ungläubig nach: «Wie viel? 3:3?»

    Ja, Daniele Manzato musste im Genfer Tor im Schlussdrittel nur drei Pucks stoppen, die Genfer versorgten dafür zwei ihrer drei Schüsse im Tor: Mathieu Vouillamoz traf vier Minuten vor Schluss bei einem seltenen Konter zum 3:1, Tanner Richard krönte seinen Abend mit dem 4:1 ins leere Tor. Zuvor hatte er in zwei ZSC-Powerplays Schuss um Schuss geblockt – der Center personifiziert Servettes für die Gegner mühsames Eishockey.

    Das Gefühl: Bloss wie ein Spiel, das verloren ging

    Es war in der Linie des Shakehands nach dem Spiel dann auch Richard, der Wick besonders herzte, als würde er bereits den Hut vor dessen langer Karriere ziehen. Wick wehrte sich gegen diese Darstellung. Nein, zu sehr sei er mit den Gedanken im Spiel gewesen, er habe noch nicht einmal das Saisonende richtig realisiert, es fühle sich auch Minuten danach immer noch bloss an wie ein Spiel, das verloren gegangen sei.

    Geschweige denn wie das Karrierenende. Rücktritt? Nie habe er daran gedacht, sagte Wick: Weder dann, als die letzten Sekunden verrannen, noch nach der Sirene. Er brauche nun etwas Abstand, erst danach wird er sich mit Sportchef Sven Leuenberger zusammensetzen und besprechen, ob es eine weitere letzte Saison gibt. Wick machte nach diesem Spiel aber den Eindruck, dass er mit einem derart zermürbenden Spiel wie diesem 1:4 gegen Servette in einem fast leeren Hallenstadion nicht aufhören könnte. Dass so ein trister Schluss mit einem kurzen Winken Richtung 20 Fans es nicht sein könne. Wobei, und hier fand er kurz ein Lächeln wieder: «Das war irgendwie doch cool.»

    Komme zurück auf die Kritik von Uli Pickel und streiche heraus wo es auch m.E. beim ZSC mangelt! Der ZSC ist eine Stadion-Bau-AG geworden die nebenbei noch ein bisschen Hockey spielt! Geht gar nicht!

    Die ungenügende Qualifikation als Bumerang

    Die Lions leisteten sich mehr als ein paar Ausrutscher, sie dümpelten ziemlich lust- und freudlos vor sich hin, so summierten sich zum Beispiel je drei Niederlagen gegen Langnau und Ambri. Der einzige Höhepunkt dieser Monate bleibt das Spektakel in Zug Ende Januar, als die Zürcher dreimal mit vier Toren in Rückstand lagen und noch 7:6 gewannen.

    Jene Sternstunde blieb ein einsames Versprechen. Immer wieder zeigte die Mannschaft einen Mangel an Dynamik, Motivation und Leistungsbereitschaft. Die schon aus früheren Jahren bekannte Antriebslosigkeit kam wieder angeschlichen, im letzten Jahr noch glaubte man dieses Problem überwunden zu haben.

    Die Verantwortlichen tun gut daran, den fehlenden Effort in der Garderobe wieder vermehrt ins Bewusstsein zu rücken. Gezielte Blutauffrischungen helfen, die auslaufenden Verträge von Roman Wick, Fredrik Pettersson und Ryan Lasch können hierfür genutzt werden. Die Kontrakte der Ausländer Garrett Roe, Marcus Krüger und Maxim Noreau laufen weiter. Hier besteht auch kein Handlungsbedarf.

    Das Problem im Tor

    Aber Flüeler als Ersatzmann ist ein Problem. In einer teuren Mannschaft ist er einer der teureren Spieler. Was in den letzten Monaten im Zürcher Tor geschah, kann der Klub nur schon deshalb nicht einfach hinnehmen. Designierte Schlüsselspieler, die sich dem Konkurrenzkampf und dem Leistungsprinzip faktisch entziehen und einfach abtauchen, können die Zürcher ungeachtet früherer Verdienste nicht dulden, wollen sie als Spitzenklub glaubwürdig bleiben. Der ZSC konnte in dieser Saison stets auf einen guten Goalie zurückgreifen. Wer aber Meister werden will, braucht einen herausragenden Schlussmann.

    Das Stadion, die Politik – und der Sport?

    Die Verantwortung für die nur mässige Saison liegt auch bei der Klubführung. Die ZSC Lions haben sich dem Erfolg verschrieben mit dem Bekenntnis, für ihn zu tun, was immer nötig ist. Dieses Bekenntnis wurde auch schon konsequenter ausgelebt. Mit dem Amerikaner Ryan Lasch verpflichteten die Zürcher einen zusätzlichen Ausländer, er sprang primär für den Langzeitverletzten Fredrik Pettersson ein. Als sich weitere Lücken auftaten, griff der Klub bei den GCK Lions zu. So kamen der Finne Teemu Rautiainen und der Kanadier Ryan Hayes ins Hallenstadion.

    Unter anderen Umständen hätten die Zürcher nach weitaus grösseren Kalibern Ausschau gehalten. Aber aus Rücksicht auf politische Befindlichkeiten wurden sie nicht aktiv. In Pandemiezeiten mit staatlicher Unterstützung wollten sie nicht als rücksichtslose, unsolidarische Lohntreiber Angriffsfläche bieten. Das ist verständlich, zeugt aber auch von etwas wenig Selbstbewusstsein. Wer den Erfolg sucht, muss mit Neid und Missgunst rechnen und dies auch aushalten können, ob nun eine Pandemie herrscht oder nicht. Die politisch motivierte Zurückhaltung auf dem Transfermarkt hat auf jeden Fall sportliche Substanz gekostet.

    Und schliesslich: Die ZSC Lions sind als KMU schon seit einer Weile ziemlich am Anschlag. Der Bau der 169-Millionen-Arena in Altstetten, in der ab Herbst 2022 gespielt werden wird, beansprucht intern sehr viele Ressourcen. So viele, dass der CEO Peter Zahner schon im Frühling 2019 nach dem Verpassen der Play-offs einräumen musste, der Klub müsse sich wieder stärker um den Sport kümmern.

    In diesem Jahr kam die Pandemie als weiteres Hindernis hinzu. Vor lauter Businessplänen, Bauetappen und Bundesgeldern ist das Kerngeschäft nun erneut nicht an erster Stelle gestanden. Das darf den ZSC Lions im Hinblick auf die nächste Saison nicht noch einmal passieren. Müsste man ihnen für die abgelaufene Spielzeit eine Zeugnisnote verteilen, hätten sie eine Vier verdient. Genügend. Mehr nicht.

    Kiel mit 3 Spielen weniger: das würde mich überraschen, wenn es für den HSV reichen würde!
    fände es schade, da ich lieber HSV als Kiel in der BuLi hätte.
    Aber zeigt schon, dass man in der 2. Liga verhältnismässig auch „klotzen“ muss, um schnell und sicher aufzusteigen. Zudem müsste auch in der Führungsetage ein wenig Ruhe herrschen...

    Sehe das auch so. Und man muss aufpassen (S04...) das man nicht grad durchsinkt und dann in der 3. Liga dümpelt wie ex Meister 1. FCK oder 1860 München und andere Clubs die mal 1. BuLi gespielt haben!

    PS: Scheiss Jetlag.....

    Schliesslich wird auch 2022 der Swiss-League-Meister direkt aufsteigen, so er denn die nötigen Voraussetzungen erfüllt. Es ist auf absehbare Zeit wohl die letzte Chance für den EHC Kloten, in die National League zu kommen, die sich mit 14 Teams in eine geschlossene Liga verwandeln könnte.

    Also nochmals Gratis Aufstieg.....aber vielleicht steht dann Olten, Visp oder so im Weg.......

    ich habe immer wieder ins spiel reingezappt. und ich bin fürchterlich erschrocken! wären da nicht die fehlenden zuschauer und die modernen spieler ausrüstungen gewesen, ich hätte auf eine aufzeichung eines spiel aus dem jahre 1988 getippt. da erstaunt es nicht, dass im b sackstarche ausländer im a höchstens ergänzungsspieler sind.

    Ja ist bestenfalls ECHL Niveau! Von dort kommen auch die Ausländer.....

    Nein, so einfach ist es dann doch nicht! Grönborg verbindet das Beste aus zwei Welten, aber reine Schweden werden nie begreifen das Schweizer keine Schweden sind und zu 90% daran scheitern.

    Noch ein Wort Zu Hartley, dem ungeliebten Kanadier: Nach der NHL, der NLA und div. anderen Ligen hat er nun auch in der KHL den Pott gewonnen! Obwohl doch viele Spieler (Hiller, Ghetto, etc.) ihn so gar nicht mögen.....!? Irgendetwas macht er richtig, obwohl ich auch nicht sein grösster Fan bin (ZüriBueb schon!:)) Gibt es eigentlich noch einen Russen der dort ein Team zum Erfolg führen kann? :nixwiss: