Beiträge von Larry

    Weder Live-Ticker no Blue/Teleclub und au uf Sky nöd. Einzig uf Blick werded d‘Goal gfüehrt.

    Komisch. Hockey und doch kei Hockey. Passt irgendwie zu dere komische Ziit...

    Nöd mal de ZSC häd en Live Ticker! Ich han no das HockeyInfo App, so chumi d Goal doch mit über. Aber so macht de Cup gar kein Sinn, werum spieleds überhaupt?

    Das Interesse ist klar da, sieht man an den NFL TV Zahlen.

    Frankfurt Galaxy hatte einen Schnitt von über 30'000 damals.

    Unterschied: Da spielten hauptsächlich Amis, ob die Fans auch kommen wenn bescheidene D spielen.....ich weiss nicht.

    Der Zeitpunkt ist natürlich Scheisse jetzt!

    FCZ-FCB:

    Die Spieler wollten Magnin nicht mehr und sind natürlich darauf bedacht zu beweisen dass es nicht an ihnen lag. Trotzdem: Rizzo weiss was man mit diesem Kader spielen kann und was (noch) nicht, das hat Magnin nie begriffen. LM wollte immer seine Ideen durchstieren die aber praktisch nie aufgegangen sind. Magnin als Ziehsohn von Cillo hinterlässt auch ein weiteres mal den Beweis dass es mit dem Fussballsachverstand von Cillo nicht zum Besten steht, ansonsten hätte er längst einsehen müssen das es so nicht geht.

    Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling aber man sollte den Rizzo machen lassen! Der FCZ macht wieder Spass, unter ML haben viele nur noch auf die nächste Schlappe gewartet.

    was allerdings für ein/dieses weitere(s) experiment spricht: es wurde von canepa weder von langer hand geplant, noch iniziert und schon gar nicht grossmundig verkündet. ist rein aus der not- und nicht aus dem canepschen „fussballsachverststand“ geboren! somit ein weiterer pluspunkt für rizzo!

    Jep! Plus kostengünstig! Ich würde den Mann mal machen lassen!

    Klassiker gegen den FC Basel

    Warum Massimo Rizzo FCZ-Cheftrainer ist? «Ich bin einfach da»

    Der Interimstrainer des FC Zürich will weder von seinen Spielern noch von seinem Präsidenten zu viel fordern. Und ist vielleicht deswegen der Richtige für die aktuelle Situation.


    Florian Raz (TA)

    Es ist die eine Frage, die ihn kurz aus dem Konzept bringt. Wenn der entlassene Cheftrainer Ludovic Magnin beim FC Zürich so etwas wie der Ziehsohn des Präsidentenpaares Canepa war: Wer oder was ist dann Massimo Rizzo? Der 46-Jährige überlegt, lacht kurz. Und sagt dann vier Worte, die mindestens so viel aussagen wie die ganzen 16 Minuten Frage-und-Antwort-Spielchen zuvor: «Ich bin einfach da.» Es sind die paar Sekunden an diesem Mittag in der Saalsporthalle, in denen er nicht wirkt, als übe er für seine bevorstehende Prüfung als Zen-Meister.

    Ja, dieser Massimo Rizzo ist einfach immer da beim FC Zürich. Junior, zweite Mannschaft, Assistenztrainer, Nachwuchstrainer. Und als er im Sommer 2004 als Linksverteidiger mit dem FC Wil den Cup gewinnt, arbeitet er daneben 60 Prozent auf dem Sekretariat des FCZ. Rizzo ist sogar schon länger im Club als die Canepas.

    Und jetzt? Sitzt er also da und ist vorerst einmal für die erste Mannschaft des FC Zürich verantwortlich. Sein Chef Ancillo Canepa hat ihm via TV-Interview «zwei, drei Spiele» gegeben, um sich zu beweisen. Es gibt Beobachter, die glauben, ein Sieg am Mittwoch gegen den FC Basel reiche bereits, um Rizzo eine fixe Anstellung als Cheftrainer zu verschaffen. So sehr sei Canepa auf Siege im Klassiker fixiert.

    Rizzo als Cheftrainer – das ist keine Amour fou

    Der FCZ-Präsident hat sich ja tatsächlich die Fähigkeit erhalten, sich auch nach Jahren im Fussballbusiness noch in Spieler oder Trainer zu vergucken. Er war einst heftig in die Idee verknallt, den früheren Starverteidiger Sami Hyypiä an der Seitenlinie zu haben. Er verliebte sich in das Trainerversprechen, das Ludovic Magnin abgab, lange bevor der ein erstes Spiel als Trainer eines professionellen Männerteams hinter sich hatte.

    Rizzo passt nicht in dieses Muster. Er als Cheftrainer – das ist keine Amour fou. Und vielleicht genau deswegen bringt er das mit, was dieser FCZ im Moment gerade braucht. Rizzo mag nicht darüber reden, was sein Vorgänger Magnin falsch gemacht haben könnte: «Das wäre Ludo gegenüber respektlos.» Aber seine Schlüsse hat er trotzdem gezogen, nachdem er vor einem Monat eine Mannschaft antraf, die zuvor zwölf Wettbewerbsspiele in Serie nicht mehr gewonnen hatte.

    Es birgt wenig Überraschungsmomente, wenn Rizzo schildert, was er festgestellt hat. Nämlich, dass das Team zunächst einmal Hilfe in der Abwehrarbeit gebraucht hat. Aber hat der FCZ zuletzt nicht daran gekrankt, dass er viel zu oft genau das Offensichtliche vernachlässigt hat?

    Es gab Spieler, die dankbar wirkten

    Beim 4:1-Sieg in Vaduz vor eineinhalb Wochen jedenfalls hat Rizzo klargemacht, dass er kein Traumtänzer an der Seitenlinie ist. Ein nüchternes 4-4-2 verordnete er seinen Spielern, eine eher tiefe Abwehrlinie und klare Aufgaben.

    Es gab Spieler, die nach der Partie dankbar wirkten, weil sie sich für einmal auf die Grundlagen des Spiels konzentrieren durften. Rizzo sagt darüber: «Du darfst nicht zu kopflastig trainieren oder kommunizieren.»

    Du – das sagt Rizzo oft, wenn er eigentlich von sich selber spricht. Etwa wenn er gefragt wird, was anders ist im Vergleich zu seinem ersten Auftritt als Interimstrainer des FCZ im Jahr 2015. «Du hast dich weiterentwickelt, menschlich – und als Trainer», sagt er dann.

    Dieses Du wirkt einerseits so, als solle ihm ja nur keine persönliche Frage zu nahe kommen. Und andererseits, als wolle er mit seinen sowieso schon homöopathisch dosierten Aussagen nur ja niemanden erschrecken. Zum Beispiel, wenn er immerhin zugibt: «Dass du irgendwann Ambitionen hast, ist klar.»

    Es ist die einzige Aussage, die darauf schliessen lässt, dass Rizzo das wirklich will: permanent Cheftrainer des FC Zürich zu werden. Vorerst? Ist er einfach da.

    Man sollte Massimo Rizzo nicht unterschätzen – auch wenn ihm das ganz recht wäre

    Massimo Rizzo gibt sich vor dem Spiel des FC Zürich gegen Basel vom Mittwochabend gelassen, was seine Ambitionen als Chefcoach angeht – aber eigentlich ist er bereit. Weggefährten bringen etwas Licht in die Blackbox, die Rizzo als Trainer ist

    Christine Steffen (NZZ)


    Näher kam Massimo Rizzo der grossen Fussballwelt als Spieler nie. 2005 sass er beim Europacup-Spiel des FC Zürich gegen Bröndby auf der Bank, obwohl er nur für die U 21 spielte, wo er auch Co-Trainer war. Dass er nur dort zum Zug kam, war eine Enttäuschung für den Secondo aus Wiedikon, der FCZ war sein Klub, schon immer, und er hatte auf Einsätze in der ersten Mannschaft gehofft. Das Aufgebot hatte er dem Sportchef Fredy Bickel zu verdanken, der den Verteidiger an Lucien Favre vorbei ins Kader schmuggelte. Favre habe zwar nicht eingesehen, warum Rizzo hätte auf die Mannschaftsliste kommen sollen, erzählt Bickel. «Sicher ist sicher», habe er geantwortet, «es schadet ja nicht.»

    Bickel hat Rizzo damals schon geschätzt, er wollte ihm einen besonderen Moment schenken. Nach dem Karrierenende 2010 wurde dieser Assistent des Sportchefs. Rizzo, heute 46, lehnt eine Interviewanfrage ab. Dafür beschreibt Bickel ihn. «Achtung», sagt er, «jetzt kommt eine Lobeshymne.» Gekürzt klingt sie so: Rizzo habe eine hohe Sozialkompetenz, er spüre die Spieler, sei aber auch klar und fordernd. Bickel sagt, der Assistent habe ihm viel geholfen mit seinen Überlegungen zu Spielern und Mannschaft, er sei einer der besten Sparringpartner gewesen, die er je gehabt habe. Und dann kommt noch das Wort, das im Zusammenhang mit Rizzo immer fällt: Loyalität.

    Vielleicht gibt es tatsächlich niemanden, der dem FCZ so treu verbunden ist, seit der Masseur Hermann Burgermeister verabschiedet worden ist. Rizzo war FCZ-Junior, er arbeitete nach dem KV in einem Teilzeitpensum auf der FCZ-Geschäftsstelle – auch dann noch, als er mit Wil und Schaffhausen in der Super League spielte, was zur kuriosen Situation führte, dass er auf dem Feld gegen seinen Arbeitgeber antrat.

    Rizzo war Teammanager, Assistenztrainer und Interimscoach, als Urs Meier gehen musste. Er trainierte die U 21 und war Coach der U 18, als er für Ludovic Magnin einsprang. Kurz: Rizzo war in verschiedenen Funktionen immer irgendwie da, manchmal in Jeans in den leicht muffigen Büros im alten Letzigrund, manchmal in kurzen Hosen auf dem Platz als solider Verteidiger oder an der Seite eines Trainers, der irgendwann ging. Rizzo blieb.

    Vielleicht fragt man sich genau darum, ob er das denn kann: Cheftrainer. Er ist so vielseitig einsetzbar, dass sein Profil verschwimmt. Er kann vieles, aber was kann er richtig? Rizzo tut gegen aussen nichts, um Konturen zu gewinnen. Er ist immer freundlich, aber in seiner Nüchternheit auch unnahbar. Tastet man seine Sätze in Interviews oder Medienkonferenzen nach Originalität ab, ist da nichts, ausser zur Meisterschaft gebrachte Trainerplattitüden. «Es geht nicht um mich, es geht um den FCZ», ist seine Antwort, sobald Fragen nur leicht persönlich werden.

    Obwohl auch er einen grossen Teil seiner Trainerausbildung im FCZ durchlaufen hat, ist die Beziehung zum Präsidentenpaar Canepa nicht emotional aufgeladen wie bei Ludovic Magnin. Der «Ziehsohn» sei Magnin gewesen; was er denn sei, wird Rizzo an der Medienkonferenz vor dem Spiel gegen Basel gefragt. Er zuckt die Schultern. «Ich war einfach schon immer hier», sagt er. Nie würde er sich zu einer Aussage hinreissen lassen, er sei ein Trainer für die grossen Spiele, wie das Magnin bei Stellenantritt getan hat. Aber wofür ist er der Mann?

    Ivan Previtali hat in Wil mit Rizzo gespielt, später kreuzten sich ihre Wege in der 2. Liga beim FC United Zürich; Rizzo trainierte das Team, in dem Previtali die Karriere beendete, schliesslich hospitierte Previtali in seiner Trainerausbildung bei Rizzo in der U 18. Auch er spricht von «Fingerspitzengefühl», von der Fähigkeit des Trainers, die Balance zwischen Seriosität und Spass zu finden. Er zeichnet das Bild eines Coachs, der «Raum für Zwischenmenschliches» lässt, ohne alles zu tolerieren, der kontrolliert und reflektiert ist, aber laut werden kann, wenn einer aus der Reihe tanzt, und der unprofessionelles Verhalten nicht duldet.

    Previtali bringt etwas Licht in die Blackbox, die Rizzo als Trainer ist. Er sagt: «Massimo ist sehr interessiert daran, was andere Trainer machen, sehr interessiert an Trends. Er ist offen für Neues, will sich immer weiterentwickeln.» Seine Charakterisierung deckt sich mit der Einschätzung von Francesco Gabriele, dem Coach der U-18-Nationalmannschaft, Rizzo ist dort sein Assistent. Gabriele sieht in Rizzo einen modernen Trainer, einen akribischen Schaffer, der durch Fachkompetenz besteche, aber auch Nähe zu den Spielern herstelle. Er lasse einen offensiven, konstruktiven Fussball spielen, lege jedoch auch Wert auf ein solidarisches Defensivverhalten.

    Wenn Previtali und Gabriele von stundenlangen Gesprächen mit Rizzo über Fussball erzählen, erscheint ein anderes Bild als jenes des etwas blassen Allzweckfunktionärs. Rizzo wird als notorischer Fussballnerd beschrieben, getrieben von der Idee, sich und sein Team ständig zu verbessern. Wird Rizzo nach seinen Ambitionen befragt, spricht er davon, dass man seine Ausbildungen gemacht habe, dass man sich über die Jahre entwickelt habe. «Man» ist natürlich er; aber lieber versteckt er sich im Unpersönlichen, als sich zu verkaufen.

    Gut möglich, dass Francesco Gabriele recht hat, wenn er sagt: «Massimo besticht nicht durch Lautstärke, sondern durch Kompetenzen. Und auf Dauer wird er sich mit seinen Kompetenzen durchsetzen.» Man sollte Massimo Rizzo nicht unterschätzen. Auch wenn ihm das ganz recht wäre.

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    Mein Senf: Denke er hat eine Chance verdient!

    KOMMENTAR

    Jedem Fussballer in leeren Schweizer Stadien muss klar werden, dass Lohnverzichte unausweichlich sind

    Weil die geringen Fernseheinnahmen den Fussball in der Schweiz nicht am Leben erhalten können, sind in Zeiten fehlender Ticketeinnahmen andere Instrumente gefragt. Das Eishockey ist dabei einen Schritt weiter als der Fussball – und transparenter.

    Peter B. Birrer (NZZ)

    Der Bundesligist hat gute Argumente zur Hand. Oder auch der Fussballer, der Champions League spielt. Sie treten zwar neuerdings in leeren Arenen auf und können sich nur noch dem Fernsehpublikum präsentieren. Aber wenn in der Corona-Krise der Lohn zum Thema wird, dürfen sie auch beharrlich bleiben. Erstens arbeiten sie. Und zweitens wird der Bundesliga- und der Champions-League-Zirkus zu grossen Teilen über die TV-Vermarktung finanziert. Das real anwesende Publikum fehlt zwar als Lärm- und Farbenkulisse, ist aber sonst sekundär.

    Anders in der Schweiz. Da fliesst spärliches TV-Geld, zudem sind 2020/21 für 90 Prozent der obersten Fussballliga Europacup-Einnahmen Fremdwort. Die Ausnahme ist YB. Weil darüber hinaus wegen Corona Ticketerlöse fehlen, reduzieren sich die verbliebenen Einnahmequellen auf Transfers und Mäzene. Deshalb müsste das Gebot der Stunde sein: Gladiatoren, die nicht vor Publikum spielen, haben Einbussen in Kauf zu nehmen. Der ökonomische Hebel ist so einfach, weil in der Schweiz durchschnittlich ein Drittel der Einnahmen über die Zuschauer generiert wird. Das bricht weg.

    Dennoch sind die Signale aus den Fussballklubs in Bezug auf temporäre Lohnverzichte zurückhaltend und immer noch weitgehend intransparent – gerade im Vergleich zum Eishockey. Das steht mit der Tatsache in Verbindung, dass die Eishockey-Saison 2019/20 abgebrochen wurde, während die Fussball-Saison mit Ach und Krach über die Runden kam. Die Hockey-Sektion von Genf/Servette veröffentlichte im Juli ein Communiqué, wonach die Spieler in der Saison 2020/21 auf Lohn verzichten. Dem Vernehmen nach auf rund 20 Prozent, was etwa dem entspricht, was andere Eishockey-Klubs kommunizieren. In der Organisation des SC Bern treffen die 20 Prozent auf jene Angestellte zu, die mehr als 100 000 Franken pro Jahr verdienen. Unter dieser Grenze sind es deren 10 Prozent. Sowohl Abstufung als auch Transparenz sind bemerkenswert. Damit kann der Klub nur punkten, unabhängig von Stimmen, die den «Krisen-Beitrag» des Personals als zu gering einstufen.

    In der Genfer Fussballabteilung sind Verhandlungen mit den Spielern abermals gescheitert. Es sei «kompliziert und schwierig», sagt ein Insider, aber man wolle alle ins Boot holen. Wird weitergespielt, wird ein Verzicht von 10 bis 15 Prozent angestrebt. Stoppt die Meisterschaft, soll der Richtwert bei 20 bis 25 Prozent liegen. Der Fall Genf ist exemplarisch für die Fussballszene. Sie tut sich schwer mit dem Thema Lohneinbusse, was auch damit zusammenhängt, dass Fussballer kulturell und sozial aus sehr unterschiedlichen Schichten stammen, zum Teil auch von wirtschaftlich schwächeren Kontinenten, wo mehrere Familienmitglieder von einem Arbeitnehmer abhängen. Die westlich geprägten Eishockey-Teams sind ebenfalls heterogen, aber deren Bandbreite ist kleiner.

    Unter steigendem Corona-Druck kommen auch die Fussballklubs unter Zugzwang. Immerhin nennt Roland Heri, der Geschäftsführer des FC Basel, neuerdings konkrete Zahlen. Der Klub kann offenbar die Lohnsumme, die im vergangenen Jahr 50 Millionen Franken betrug, um nicht weniger als 20 Prozent senken. Generell mühen sich die Klubs in Verhandlungen ab, die nicht zuletzt von Spieleragenten beeinflusst werden. Trotzdem lässt Matthias Hüppi, der Präsident des FC St. Gallen, schon fast euphorisch verlauten, wie gut der Verein damit «gefahren» sei – «wer mehr verdient, verzichtet auf mehr, wer weniger verdient, verzichtet auf weniger». Was das auch immer in Prozenten heisst.

    Transparenz ist wenig vorhanden, was den Verdacht füttert, die Vereine hätten etwas zu verbergen. Der FC Luzern ringt sich zur Aussage durch, dass die Spieler schon vor Monaten einen partiellen Lohnverzicht angeboten hätten. Auch in Bern bei YB gab’s Lohnverzichte, aber Transparenz sei «nicht notwendig», heisst es in der Chefetage. Dem ist beizupflichten, solange nicht nach A-fonds-perdu-Beiträgen geschrien wird. Sonst muss mehr Offenheit her, unabhängig davon, ob Fussballerlöhne im Vergleich zu anderen Branchen als zu hoch oder als normal erachtet werden. Die Klubs sind Meister darin, ihre Löhne mit Raffinement kleinzureden. Doch wie viel ein Fussballer auch immer verdient, Fixlohn, Prämien und Vergütungen wie Wohnung, Auto oder Steuern inklusive: Ihm muss glasklar sein, dass sich die ökonomische Problematik verschärft, je länger er in leere Stadien einläuft. Das Fernsehen rettet ihn hierzulande nicht.

    Corona-Massnahmen im Eishockey

    Bei vielen Spielern herrschen Ratlosigkeit und Wut

    Noch ist es ein Tabuthema bei den Clubs: Doch die Eishockeyaner dürften kaum um deutlich grössere Lohnverzichte herumkommen, als sie teilweise schon zugesagt haben.


    Kristian Kapp (TA)

    Corona sorgt nicht bloss für Quarantänen und Spielplanchaos. Am Mittwoch entschied der Bundesrat, dass die Spiele nun ohne Zuschauer stattfinden werden, was auch bei den teils immer noch laufenden Verhandlungen über Lohnkürzungen für neue Ausgangslagen sorgt. «Es ist eine schwierige Situation.» Diesen Satz sagt Jonas Hiller im Gespräch immer wieder. Der frühere Goalie ist Präsident der Swiss Ice Hockey Players’ Union. Die Vereinigung der Spieler ist keine Gewerkschaft und hat keine Entscheidungsgewalt. Es ist schon ein Erfolg auf dem Weg zu mehr Bedeutung, dass sie bei Meetings der Sportchefs vertreten ist und Anträge stellen darf.

    Die Ausgangslage ist klar. Ohne Zuschauer wird die Saison unter den bisherigen Bedingungen nicht fertig gespielt werden können. Da werden die je 75 Millionen Franken Darlehen mit Rangrücktritt für 2020 und 2021, die vom Bund gesprochen werden dürften, zwar helfen, aber nicht reichen. Diese Zahlen habe man errechnet unter der Annahme, wie zu Saisonbeginn mit zu zwei Dritteln gefüllten Hallen spielen zu können, sagt Denis Vaucher, CEO der National League, im «Eisbrecher», dem Eishockey-Podcast dieser Zeitung.

    Gespräche mit Spielern aus diversen Teams, geführt unter Zusicherung von Anonymität, zeigen: Sie, die teilweise schon rund 15 Prozent Lohnverzicht zugesagt haben, fürchten, dass diese Zugeständnisse bei weitem nicht reichen könnten, ohne dass erste Clubs zahlungsunfähig werden. «Man wird wohl neu verhandeln», sagt auch Hiller.

    Eine wahre Einigkeit ist fast unmöglich. Selbst von Clubs vorgeschlagene ligaweite Massnahmen kommen seit Monaten nicht mehr durch. Alle haben ihre eigenen Finanzierungsmodelle und Lohnbudgets, wollen sich nicht reinreden lassen. Doch die neue Situation bringt mit sich, dass es im Sinne der Spieler sein könnte, über den eigenen Tellerrand zu blicken und geschlossen einen Schritt auf die Clubs zuzugehen.

    Die Solidarität unter den Spielern wird zwar betont. Doch einer sagt auch: «Sollte es um einheitliche Kürzungen gehen, wird es schwierig, einen Konsens zu finden, da alle in einer anderen Phase ihrer Karriere sind.»

    Achtung: Ein utopischer Vorschlag

    Es könnte in der Theorie einfach sein: Alle, die mehr verdienen als die knapp 120’000 Franken (80 Prozent des Limits von 148’000), die es maximal unter Kurzarbeit gäbe, könnten einwilligen, exakt für diesen Lohn die Saison fertig zu spielen. Zusammen mit dem Darlehen des Bundes würde dies den Clubs eine gute Chance bieten, ohne Zuschauer durch die Saison zu kommen. «Man könnte darüber nachdenken. Aber es wären kaum alle einverstanden», sagt ein Spieler. «Schon bei der ersten Welle, als es um 15 Prozent ging, war nicht nur Verständnis da», sagt ein anderer, fügt aber auch hinzu: «Es kann sein, dass wir nun hart auf dem Boden der Realität landen. Wir fühlten uns stets geschützt, lebten in unserer Blase.»

    Die Idee dürfte dennoch Utopie bleiben, sie würde ja einen Verzicht von rund 80 Prozent bedeuten bei Grossverdienern. Einer davon sagt dennoch: «Der Aufschrei wäre gross bei so radikalen Lösungen. Aber wir werden uns auch fragen müssen: Was sind die Alternativen?»


    Es wäre blauäugig, anzunehmen, dass bald wieder vor Zuschauern gespielt wird. Und weder Clubs noch Spieler können sich auf noch grössere Darlehen verlassen. Ausserhalb des «Planeten Eishockey» herrscht kein Verständnis für Forderungen. Bei den meisten Leuten sorgen schon Löhne um die 200’000 Franken für Kopfschütteln. «Ich weiss, wir werden als geldgierig dargestellt», sagt ein Spieler und fragt: «Würden Sie Nein sagen, wenn man Ihnen 500’000 Franken anbietet?» Derselbe sagt aber auch dies: «Es ist ein hausgemachtes Problem der Clubs. Mein Lohn ist doch ein Witz. Warum haben sich die Clubs nicht schon lange per Gentleman’s Agreement geeinigt, dass sie keinem mehr als 300’000 Franken zahlen? Glauben Sie nicht, die allermeisten von uns würden auch für 200’000 spielen?»

    Die aggressiven Lausanner

    Viele stören sich auch an Clubs, die trotz Krise Neuzuzüge holten. Das Beispiel Lausanne fällt oft, die Westschweizer waren zuletzt aggressiv auf dem Transfermarkt. Es ist auch vom Unmut innerhalb ihres Teams zu hören, wenn gleichzeitig von den Spielern auf unzimperliche Art und Weise Lohnverzichte von rund 20 Prozent gefordert würden. Die Verhandlungen nur schon über diesen ersten Verzicht sind ins Stocken geraten, Lausannes Spieler lassen sich mittlerweile durch einen Anwalt vertreten. Wie soll bei so verhärteten Fronten eine Einigung erreicht werden, falls nun noch grössere Verzichte vonnöten wären?

    Es gibt auch andere Beispiele: «Ich kenne ihre Situation», sagt ein Spieler. «Mein Club ging mit uns ganz anders vor, viel transparenter und zielorientierter.» Aus Davos zum Beispiel hört man, dass bei den Diskussionen auf jeden Spieler und seine Situation einzeln eingegangen werde. Auch aus Bern sind positivere Feedbacks zu vernehmen.


    Es ist schwierig, die Diskussion von den Löhnen wegzusteuern. Einer versucht es so: «Wir riskieren bei jedem Spiel unsere Gesundheit, das sollte entsprechend entlohnt werden.» Auch Hiller hakt hier ein: «Der Weg des Spitzensportlers ist nicht so simpel, er beinhaltet sehr viel Verzicht und Risiko. Die Karriere ist zudem viel kürzer als eine in der Privatwirtschaft. Wenn ich nicht mehr Sportler bin, habe ich nicht automatisch einen Job in einer anderen Branche.» Um die hierzulande kleinere Anerkennung für Spitzensportler zu erhöhen, schlägt er das vor: «In den Schulen muss man auch Spitzensport als Karriere präsentieren und jenen, die nicht diesen Weg wählen, aufzeigen, dass dahinter viel mehr steckt, als man meint.»

    All dies ist indes Zukunftsmusik, die in der aktuellen Diskussion nicht hilft. Ein Spieler sagt, er lande am Ende immer wieder bei dieser Frage: «Bist du bereit, jetzt deutlich zu verzichten, damit du auch in Zukunft deinen coolen Job hast? Oder willst du dein Geld jetzt und bist dafür vielleicht bald ohne Job in einem generell schwierigen Arbeitsmarkt? Das muss sich jeder fragen.»

    Eishockey: Pius Suter wieder bei den ZSC Lions

    Der letztjährige Topskorer der National League ist wieder zurück in Zürich. Pius Suter, der bislang auf Leihbasis in der Swiss Legaue bei den GCK Lions spielte, wechselt innerhalb der Organisation eine Liga höher zum ZSC. Dies bestätigen die Chicago Blackhawks, bei denen der Schweizer Stürmer für die Saison 2020/21 einen Zweiweg-Vertrag unterschrieben hat. Suter soll sich bis zum Trainingscamp des NHL-Teams bei den ZSC Lions mit Spielen bereit für die Saison in Nordamerika machen. Die ZSC Lions selber haben den Wechsel innerhalb ihrer Organisation noch nicht bestätigt. (kk)

    Dabei müsste das TV-Interesse doch steigen, wenn man die Spiele nicht live sehen kann!?

    Das schon, aber Angebot und Nachfrage (nicht der Zuschauer!) regeln den Preis. Da es scheinbar keinen Bieterkampf gibt dürfte das Ganze günstig zu erwerben sein! Ich meine im Hockey hat sich UPC sowas von in die Nesseln gesetzt damals, das dürfte ein abschreckendes Beispiel sein! In der CH verdienst du damit nix, also kannst du auch nix zahlen! Die Schweizer Fussball- und Hockey Clubs müssen mit den Kosten (Löhnen) runter, alles andere klappt nicht.

    Die Filme behält man wie so vieles aus früheren Zeiten, am besten einfach in guter Erinnerung und schaut sie nicht nochmals an ;)

    Hätte ich doch den Vierteiler "Die Schatzinsel" mit Michael Ande nie gekauft.....vor allem nie (mehr) geschaut....!