Beiträge von Larry

    schon, aber irgendwann ists auch vorbei! 1 1/2 nach dem tod ist das auch sehr, wie soll ich sagen, grenzwertig oder so...

    Sie haben es verpasst! Aber dann kann man auch gleich warten bis sich sein Tod jährt.

    Quarantäne: So wie das in der CH im Moment gehandhabt wird gehen ihnen die Termine todsicher aus!

    Eishockey zu Coronazeiten

    Weiterspielen – für die Hoffnung!

    Das Virus steckt in uns allen drin und trübt die Freude an der schönsten Nebensache der Welt. Doch es kann keine Option sein, sich ihm zu beugen.


    MEINUNG

    Simon Graf (TA)

    Ich konnte den Puckeinwurf kaum erwarten, als ich an jenem Freitagabend Mitte September 2004 auf der Pressetribüne in der Valascia sass. Ambri empfing die ZSC Lions, und meine Vorfreude drängte meinen Jetlag in den Hintergrund. Ich war erst tags zuvor aus den USA zurückgekehrt, nach einer Woche reich an Sport-Highlights: Am Sonntag hatte ich Roger Federer erstmals in Flushing Meadows triumphieren gesehen. Auf der Heimreise berichtete ich am Dienstag noch aus Toronto vom Final des World Cup of ­Hockey, in dem die Kanadier die Finnen 3:2 schlugen.


    Von Toronto nach Ambri

    Rein theoretisch hätte ich wahrscheinlich einen Arbeitskollegen gefunden, der mir die Fahrt nach Ambri abgenommen hätte. Aber es war für mich gar keine Frage, dass ich beim Saisonstart unbedingt vor Ort sein wollte. «Du bist verrückt», sagte ein Freund, der selber sehr sportbegeistert ist.

    16 Jahre später kann ich ­notfalls auch einmal auf einen Matchbesuch verzichten. Natürlich nicht im Playoff, aber im Oktober oder November, wenn die Entscheidung noch nicht gerade bevorsteht. Doch auch nach Tausenden von Spielen, vielen Weltmeisterschaften und Grand-Slam-Turnieren hat der Sport für mich kaum an Faszination eingebüsst. Zumindest bis vor kurzem.

    Schöne Tore, kernige Checks und heroische Aufholjagden berühren mich weniger als sonst.

    Denn in diesen Corona-Zeiten stelle ich fest, dass mich schöne Tore, kernige Checks und heroische Aufholjagden weniger berühren als sonst. Vielleicht, weil man nicht weiss, ob die Meisterschaft wirklich fertiggespielt wird. Wahrscheinlich, weil die Covid-Turbulenzen einen solch grossen Platz einnehmen in meinem Kopf. Das Virus steckt tief in uns drin – auch in jenen, die (noch) nicht damit infiziert wurden. Es trübt unsere Stimmung und den Reiz der schönsten Nebensache der Welt.

    Nicht nur ich scheine es so zu empfinden. Mit rein sportlichen Geschichten können wir aktuell kaum punkten, das zeigt unser Web-Seismograf. Wer gelesen werden will, muss Corona in seine Texte einbauen. Trotzdem ist es gut, läuft der Sport weiter. Irgendwie. In der Hoffnung, dass in einigen Monaten die Zeit kommt, in der er uns wieder richtig fesselt.

    Positiver Wandel in der Super League

    Auf einmal können die Clubs Millionen sparen

    In der Not entdecken die Vereine das kostenbewusste Denken und reduzieren die Ausgaben für neue Verträge um bis zu 51 Prozent – das tut dem Image gut.


    Thomas Schifferle, Christian Zürcher, Samuel Burgener (TA)

    Ein bisschen verdutzt war er schon. Spielerberater Dino Lamberti sass mit einem Clubpräsidenten zusammen, als dieser Papiere hervorholte, jeden einzelnen Budgetposten samt Mindereinnahmen vorrechnete und schliesslich endete: «Den Betrag, den ihr fordert, können wir unmöglich bezahlen.» Corona hat die Clubfinanzen ergriffen, dieser Verein kämpfte um sein Überleben.

    «Was will ich da sagen?», fragte sich Lamberti. Dank seiner Überredungsarbeit akzeptierte der Mandant den tiefer dotierten Vertrag. «Ich glaube an Karma», sagt Lamberti, die gute Tat soll sich einmal auszahlen. Trotzdem handelt er die Möglichkeit aus, bei einer Entspannung der Wirtschaft den Lohn zu erhöhen. Lamberti glaubt nicht nur an Karma, er ist auch Geschäftsmann.

    Vielleicht auch darum ist er ein guter Fiebermesser der Branche. Er hat für Raffael, Gökhan Inler oder Marcel Koller Millionenverträge ausgehandelt, er hat ein grosses Netzwerk aufgebaut und ist seit 25 Jahren im Geschäft. Ein Geschäft, das ihm noch kein schlechtes Jahr beschert habe, sagt er. 2020 ist wohl das erste. Er erkrankte im Mai an Corona und lebt noch immer ohne Geschmackssinn – alles Karton. Corona hat sein Leben verändert. Und es scheint, dass die Seuche auch zu einem Wandel im Fussballgeschäft geführt hat.

    Basel und YB haben sich von Grossverdienern getrennt

    Es wird auf einmal gespart. Die fehlenden Zuschauer in den Stadien und der Mangel an Geld haben die Fussballwelt anders denken gelehrt. Das mag beim grossen Bayern München David Alaba nicht daran hindern, ein Angebot von 17 Millionen Euro pro Saison als fehlende Wertschätzung anzusehen und darum zurückzuweisen. Alabas Hochmut ging um die Welt – wie immer, wenn der Fussball wieder einmal dem Exzess frönt. Mit der Folge, dass der Ruf des Fussballs leidet und sich in kleinen Ländern wie der Schweiz verzerrte Vorstellungen festsetzen. «Die Volksmeinung, der Schweizer Fussballer verdiene zu viel, bringt man wohl wegen Lohnexzessen in grossen Ligen nicht weg», sagt Claudius Schäfer.

    Als CEO der Swiss Football League hat er Einblick in alle Verträge, weil die Clubs sie bei seiner Abteilung offenlegen müssen. Im Mai berechnete die Liga die Durchschnittslöhne der Spieler, in der Super League kam sie auf einen Betrag von 13’800 Franken im Monat, in der Challenge League auf 3800 Franken.

    Inzwischen kennt Schäfer neue Zahlen, erhoben erst in den letzten Tagen. Demnach hat die Mehrheit der 20 Clubs der beiden Profiligen ihre Lohnkosten bei neuen Verträgen «um 19 bis 51 Prozent gesenkt». In Basel gibt es mit Zdravko Kuzmanovic und Marcel Koller zum Beispiel zwei Grossverdiener weniger, Kuzmanovic kam bis zu seinem Rücktritt auf 2,5 Millionen im Jahr, Marcel Koller geschätzt auf 1,5 Millionen. In Bern ist mit Guillaume Hoarau der teuerste Angestellte von der Lohnliste verschwunden, er hatte einen Fixlohn von 1,2 Millionen. Solche Beträge können und wollen sich die beiden Grossclubs nicht mehr leisten. Pajtim Kasami zum Beispiel wollte zwar unbedingt zu YB, am Ende unterschrieb er in Basel – für ein Zehntel von Kuzmanovics Gehalt.


    «Wir erhalten Rückmeldungen, dass fast alle Clubs Druck auf ihre Spieler ausüben», sagt Lucien Valloni, der Präsident der Spielergewerkschaft. «Spieler mit laufenden Verträgen werden um Lohnreduktionen gebeten. Dabei gibt es einige Spieler selbst in der Super League, die einen tieferen Fixlohn haben als eine Angestellte an der Migros-Kasse.»

    Spielervermittler Lamberti setzt höher an als Schäfer und Valloni, er beziffert den Durchschnittslohn in der Super League auf 200’000 bis 300’000 Franken im Jahr, inklusive Prämien und Boni. Der Durchschnittslohn aber werde sinken, ganz klar, findet auch er. Sein Branchenkollege Michel Urscheler erzählt von vier Vereinen, die gute Löhne zahlen würden: Basel, YB, Sion und Zürich. «In allen anderen spielen die meisten für 8000 Franken brutto», sagt er. Hoarau gehört nicht dazu, der 36-Jährige hat sich bei Sion dem Vernehmen nach eine Altersrente von monatlich 20’000 Franken gesichert.

    Im Wallis hatte Präsident Christian Constantin schon im Frühjahr auf die Pandemie reagiert und sich von Grossverdienern wie Doumbia, Djourou und Kouassi getrennt, im Sommer gab er Pajtim Kasami und Ermir Lenjani ab. Dafür holte er Neue wie Dennis Iapichino und Ivan Martic. «Wenn der Markt in seiner Hochblüte ist, muss ich solchen Spielern 20’000 bis 23’000 Franken pro Monat bezahlen», sagt Constantin, «jetzt sind es noch 12’000 bis 15’000.» Seine Lohnkosten hat er innert eines Jahres um ein Viertel gesenkt, das macht rund 4 Millionen.

    Der neue Ton und die Gesundung dank Corona

    Solidarität ist in diesen Zeiten zum Schlagwort geworden. Solidarität steht für Sparen. Wie schwierig ist das für die Spieler? Ein Führungsspieler, seit Jahren beim gleichen Club, er will anonym bleiben, sagt: «Es ist gar nicht so schwierig. Wir müssen nun solidarisch sein, es geht nicht anders. Es ist wie bei dem Restaurant um die Ecke. Es hat weniger Einnahmen, also muss man helfen, damit es nicht kaputtgeht.»

    Das Denken ist nicht bei allen Teamkollegen gleich ausgeprägt. Wohl die Hälfte hat eine Verbundenheit zum Club und sieht es so wie er. Doch es gibt auch solche, die erst seit einem halben Jahr beim Club sind. Oder jene mit Familie und auslaufendem Vertrag. «Diese Spieler sind eher skeptisch, sie muss man ins Boot holen. Das Wichtigste ist, dass man eine Lösung findet, die für alle passt, egal ob Jungprofi oder Routinier.»

    Beim FC Basel hat CEO Roland Heri festgestellt, dass sich durch die Krise der Ton bei Vertragsverhandlungen geändert hat. «Er ist verständnisvoller geworden, auch sachbezogener und freundschaftlicher. Das ist eine gute Entwicklung.» Der FCB hat seine Ausgaben in den vergangenen Monaten um rund 10 Millionen Franken senken können: bei den Löhnen, bei der Infrastruktur, ohne Entlassungen.

    Heri spricht von «nötigen Flurbereinigungen» der Branche, von einer «Gesundung dank Corona». Man könnte es im Fall von Basel aber auch Speck nennen, den er abschnitt. Speck, den der FCB als Schweizer Spitzenverein mit internationaler Ausstrahlung angesetzt hatte. In guten Zeiten nützlich, in schlechten fast schon tödlich. Nun geht es zurück zum Basismodell, obschon der FCB immer noch die Vision hat, junge Spieler mit Gewinn zu verkaufen. Die fixen Übernahmen von Arthur Cabral und Edon Zhegrova kosteten diesen Sommer um die 7 Millionen. «Es braucht die richtige Balance», sagt Heri. Diese Ausgabe konnte sich der Verein nicht zuletzt dank der Verkäufe von Jonas Omlin und Omar Alderete für zusammen 13 Millionen leisten.

    Je länger man mit Heri spricht, umso klarer wird, dass er nicht an eine reine Selbstrettung der Clubs glaubt. Nur Sparen reicht nicht. Es braucht die angebotenen Bundesgelder. Und Heri geht noch einen Schritt weiter, er macht das geschickt, er spricht nicht von A-fonds-perdu-Beträgen, sondern von der Wichtigkeit eines Vereins wie dem FCB für eine Region. Dem Club als Kulturgut. Das sei doch unterstützenswert. «Ich fordere nichts, doch ich möchte diese Diskussion anregen.»

    Bevor sich die Behörden damit befassten, müssten die Clubs transparenter werden. Der Fussball soll keine Blackbox mehr sein, sondern glaubwürdig und offen. So könne Vertrauen wachsen. «Wir müssen uns nun darauf vorbereiten. Die Behörden sollen mehr von uns wissen», sagt Heri. Was genau? Das wisse er noch nicht, die Forderungen der Behörden seien noch unklar. Sicher ist: Der Persönlichkeitsschutz gelte auch für Spieler und ihre Löhne, doch mehr Informationen über die Bandbreite der Gehälter seien zum Beispiel denkbar.

    Granit Xhaka allein verdient mehr als der FC St. Gallen

    Ähnlich wie Heri redet auch Matthias Hüppi in St. Gallen. Der Präsident ist ein Meister und Verfechter der offenen Kommunikation, nach innen wie nach aussen. 8 Millionen Franken betragen die Lohnkosten für die gesamte 1. Mannschaft, inklusive Trainer und Betreuer. Allein Granit Xhaka verdient bei Arsenal schon mehr. Hüppi hat die Politiker nicht gleich mit Detailzahlen beliefert, aber zumindest die Salärstruktur erklärt. Dass die Jungprofis alle den gleichen Grundlohn haben. Dass bei ihnen «keiner verhungert», wie er es sagt, aber auch keiner bis an sein Lebensende ausgesorgt hat, wenn er bei St. Gallen spielt. «Dem Image des Fussballs kann nur helfen, wenn man transparent ist», sagt Hüppi.

    Sein Verein ist solide aufgestellt. 1,75 Millionen betrug der Gewinn in der Saison 2019/20. Die Eigentümer sprachen eine Kapitalerhöhung von 2,5 Millionen. Der Rückhalt durch die Fans ist gross, fast 9000 haben sich trotz der Ungewissheit wegen Corona eine Saisonkarte gekauft. «Ein Darlehen beim Bund wollen wir erst beanspruchen, wenn es nicht mehr anders geht», sagt Hüppi, «wir wollen keine Schulden machen.» Hüppi ist keiner, der Forderungen wie A-fonds-perdu-Gelder stellen will. «Im Normalfall führen sie nie zum Erfolg», sagt er. Und doch ist seine Absicht klar: Er tut alles, um in der Not Verbündete zu haben.

    Bayern München übrigens hat vor ein paar Tagen die Nase voll gehabt von Alaba und seinem Berater, der für sich ein Honorar von 20 Millionen Euro reklamierte. Der Club hat das Angebot an den Spieler zurückgezogen.



    ZSC-Rückkehrer Pius Suter

    Das Coronavirus hinter sich, die NHL im Blick

    Um sich für Chicago warm zu spielen, hilft Topskorer Pius Suter bei den ZSC Lions aus. Eine zeitlich begrenzte Affäre mit Chancen und Risiken.


    Simon Graf (TA)

    Aktuell wird von der NHL ein Saisonstart am 1. Januar 2021 ins Auge gefasst, bereits wird aber auch schon über den 1. Februar spekuliert. «Es gibt sicher eine lange Saison, bis weit in den Sommer», sagt Suter. «Aber das ist mir allemal lieber als ein Sommer wie der letzte.»

    Die Freundin angesteckt

    Das Coronavirus, das derzeit die ganze Welt in Angst versetzt, hat der 24-Jährige schon hinter sich. Vor knapp drei Wochen mussten die GCK Lions wegen zweier Fälle in Quarantäne, einige Tage später meldeten sich auch bei Suter Symptome. Und weil man ja zuvor schon übertragbar ist, steckte er seine Freundin an: «Bis ich merkte, dass ich es habe, war es schon zu spät. Aber der Verlauf war nicht schlimm, es fühlte sich an wie eine Erkältung.»

    Seit vergangenem Montag ist Suter zurück auf dem Eis. Am Freitag absolvierte er sein erstes Teamtraining mit den ZSC Lions, am Samstag gab er sein Comeback beim 3:2-Overtime-Sieg in Lugano im Cup. Nach einem einmonatigen Intermezzo bei den GCK Lions ist er damit wieder dort, wo er hingehört. Dass er zustimmte, zunächst im Farmteam zu spielen, zeigt, wie unprätentiös er ist. Doch als der Ablauf des Einmonatsvertrags näherrückte, signalisierte er ZSC-Sportchef Sven Leuenberger, dass er sich nun in der höchsten Liga für die NHL bereitmachen wolle. In Zürich oder anderswo.

    Die Mini-Lions verloren mit dem Stargast vier von sechs Spielen. Jene, die erwartet hatten, dass er regelmässig mit dem Puck übers ganze Feld stürmen würde, wurden enttäuscht. Suter liess immer wieder seine Klasse aufblitzen, doch mit 5 Punkten war sein Schnitt tiefer als letzte Saison beim ZSC, als er mit 53 Punkten aus 50 Spielen Liga-Topskorer und zum wertvollsten Spieler (MVP) gewählt wurde. «Es war in der Swiss League nicht so einfach, aufs Tor zu kommen», sagt er. «Viele Teams machten die Mitte zu.» Und natürlich kam ihm eine Sonderbehandlung zu.


    So spektakulär einige von Suters Toren im vergangenen Winter waren, er ist kein Mann für Sololäufe. Seine grösste Stärke ist sein Spielverständnis – er riecht förmlich, wo der Puck hinkommt, harmoniert so ideal mit anderen Topspielern. Vergangene Saison vor allem mit dem Amerikaner Garrett Roe. Die Frage ist, wie ihn Coach Rikard Grönborg nun einsetzen wird, da er die ZSC Lions im Verlaufe des Winters wieder verlassen wird. Fürs Erste liess der Schwede seine Toplinie mit Roe, Andrighetto und Chris Baltisberger zusammen.


    Davon, Suter nur dosiert einzusetzen, da er nur auf der Durchreise ist, hält Grönborg aber nichts: «Ich bin froh, ist er zurück. Für wie lange, werden wir herausfinden. Mein Job ist es, aus den Spielern, die ich zur Verfügung habe, ein Team zu bilden, das Spiele gewinnt. Pius hilft uns dabei. Natürlich wird er eine Schlüsselrolle einnehmen.» Und andere verdrängen. Nebenbei bemerkt: Dass Grönborg mit Suter und dem 19-jährigen Erstrundendraft Marco Rossi nun zwei Spieler coacht, die auf dem Weg in die NHL sind, dürfte seinem guten Ruf in Übersee weiter zuträglich sein.

    Zu viele Stars?

    In der Schweiz wurden aber erste kritische Stimmen laut, die warnten, die ZSC Lions hätten nun zu viele Stars. «Ich sehe das als Kompliment für uns», sagt Suter. «Das zeigt, dass viel von uns gehalten wird. Aber wir hatten beim ZSC die letzten Jahre immer vier gute Linien.» Je mehr Konkurrenzkampf, desto besser, findet Grönborg. «Daran wachsen gute Athleten.» Sportchef Sven Leuenberger sagt: «Zu viele Stars? Nein, da habe ich keine Bedenken. Pius hat keine Starallüren. Und Rossi ist ein Junger, der versucht, erstmals in einer Profiliga Fuss zu fassen. Aber viel Talent? Ja, durchaus!»

    Leuenberger wollte ursprünglich nur Spieler im Kader haben, die die ganze Saison bleiben. Nun ist es anders gekommen. Bei Rossi, der bei der ZSC-Organisation einen Ausbildungsvertrag bis 2021 besitzt, habe man als guter Arbeitgeber gar keine Wahl gehabt, als ihn zu nehmen. «Bei Pius wäre es schwer zu erklären gewesen, wenn er für ein anderes NLA-Team gespielt hätte. Und auch er hat ja einen Vertrag bei uns, bis 2023.» Für dessen Kurzzeit-Engagement musste nun eine neue Vereinbarung getroffen werden. «Er spielt zu deutlich günstigeren Bedingungen», sagt Leuenberger, ohne Zahlen zu nennen.

    Das Beispiel SCB

    Die Frage ist, welche Lücke Suter und Rossi hinterlassen werden, wenn sie abreisen. Leuenberger machte eine solche Erfahrung in der Lockout-Saison 2012/13 beim SC Bern, als die NHL-Cracks Mark Streit, Roman Josi und John Tavares Anfang Januar von dannen zogen. «Wenn du mit diesen Leuten erfolgreich bist und Selbstvertrauen aufbauen kannst, kannst du davon zehren», glaubt Leuenberger. Der SCB wurde damals auch ohne seine NHL-Gäste Meister.

    Pius Suter wird also ohne schlechtes Gewissen seine Koffer packen können, wenn es Zeit ist.

    Zum Glück gibt es noch Football am TV! Die Bucs sind unterdessen so gut das sie mehr als mir lieb ist zur Prime Time am Abend spielen. Ich bevorzuge eigentlich 13 Uhr am Sonntag. Jä nu, muss ich halt mehr als nur ein Spiel gucken!:mrgreen:

    Letztes Spiel auf der Pontaise in Lausanne, wohin ich es im Gegensatz zum Hockey als Fan nie geschafft habe. Wenn ich "Pontaise" höre kommen mir immer die Konferenzschaltungen von Radio DRS aus den 70er Jahren in den Sinn, wenn man am Sonntag Nachmittag nichts anderes zu tun hatte als am Radio den FCZ zu verfolgen. Wenn sich Gody Baumberger* aus Lausanne meldete: "Hier auf der Pontaise sind 15 Minuten gespielt.....Kuhn zu Martinelli, Martinelli zu Künzli....."

    Tempi passati!

    * " Seine markante Stimme ist besonders den Radiozuhörern in Erinnerung. Für seine Kommentatorenarbeit "opferte" er stets Freizeit und Ferien. Hauptberuflich arbeitete Baumberger als Direktionsadjunkt bei Coop und später als Direktor des LVZ-Warenhauses St. Annahofs in Zürich." - man muss sich das mal vorstellen! Sämtliche genannten Personen sind bereits verstorben.....

    Weder Live-Ticker no Blue/Teleclub und au uf Sky nöd. Einzig uf Blick werded d‘Goal gfüehrt.

    Komisch. Hockey und doch kei Hockey. Passt irgendwie zu dere komische Ziit...

    Nöd mal de ZSC häd en Live Ticker! Ich han no das HockeyInfo App, so chumi d Goal doch mit über. Aber so macht de Cup gar kein Sinn, werum spieleds überhaupt?

    Das Interesse ist klar da, sieht man an den NFL TV Zahlen.

    Frankfurt Galaxy hatte einen Schnitt von über 30'000 damals.

    Unterschied: Da spielten hauptsächlich Amis, ob die Fans auch kommen wenn bescheidene D spielen.....ich weiss nicht.

    Der Zeitpunkt ist natürlich Scheisse jetzt!

    FCZ-FCB:

    Die Spieler wollten Magnin nicht mehr und sind natürlich darauf bedacht zu beweisen dass es nicht an ihnen lag. Trotzdem: Rizzo weiss was man mit diesem Kader spielen kann und was (noch) nicht, das hat Magnin nie begriffen. LM wollte immer seine Ideen durchstieren die aber praktisch nie aufgegangen sind. Magnin als Ziehsohn von Cillo hinterlässt auch ein weiteres mal den Beweis dass es mit dem Fussballsachverstand von Cillo nicht zum Besten steht, ansonsten hätte er längst einsehen müssen das es so nicht geht.

    Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling aber man sollte den Rizzo machen lassen! Der FCZ macht wieder Spass, unter ML haben viele nur noch auf die nächste Schlappe gewartet.

    was allerdings für ein/dieses weitere(s) experiment spricht: es wurde von canepa weder von langer hand geplant, noch iniziert und schon gar nicht grossmundig verkündet. ist rein aus der not- und nicht aus dem canepschen „fussballsachverststand“ geboren! somit ein weiterer pluspunkt für rizzo!

    Jep! Plus kostengünstig! Ich würde den Mann mal machen lassen!

    Klassiker gegen den FC Basel

    Warum Massimo Rizzo FCZ-Cheftrainer ist? «Ich bin einfach da»

    Der Interimstrainer des FC Zürich will weder von seinen Spielern noch von seinem Präsidenten zu viel fordern. Und ist vielleicht deswegen der Richtige für die aktuelle Situation.


    Florian Raz (TA)

    Es ist die eine Frage, die ihn kurz aus dem Konzept bringt. Wenn der entlassene Cheftrainer Ludovic Magnin beim FC Zürich so etwas wie der Ziehsohn des Präsidentenpaares Canepa war: Wer oder was ist dann Massimo Rizzo? Der 46-Jährige überlegt, lacht kurz. Und sagt dann vier Worte, die mindestens so viel aussagen wie die ganzen 16 Minuten Frage-und-Antwort-Spielchen zuvor: «Ich bin einfach da.» Es sind die paar Sekunden an diesem Mittag in der Saalsporthalle, in denen er nicht wirkt, als übe er für seine bevorstehende Prüfung als Zen-Meister.

    Ja, dieser Massimo Rizzo ist einfach immer da beim FC Zürich. Junior, zweite Mannschaft, Assistenztrainer, Nachwuchstrainer. Und als er im Sommer 2004 als Linksverteidiger mit dem FC Wil den Cup gewinnt, arbeitet er daneben 60 Prozent auf dem Sekretariat des FCZ. Rizzo ist sogar schon länger im Club als die Canepas.

    Und jetzt? Sitzt er also da und ist vorerst einmal für die erste Mannschaft des FC Zürich verantwortlich. Sein Chef Ancillo Canepa hat ihm via TV-Interview «zwei, drei Spiele» gegeben, um sich zu beweisen. Es gibt Beobachter, die glauben, ein Sieg am Mittwoch gegen den FC Basel reiche bereits, um Rizzo eine fixe Anstellung als Cheftrainer zu verschaffen. So sehr sei Canepa auf Siege im Klassiker fixiert.

    Rizzo als Cheftrainer – das ist keine Amour fou

    Der FCZ-Präsident hat sich ja tatsächlich die Fähigkeit erhalten, sich auch nach Jahren im Fussballbusiness noch in Spieler oder Trainer zu vergucken. Er war einst heftig in die Idee verknallt, den früheren Starverteidiger Sami Hyypiä an der Seitenlinie zu haben. Er verliebte sich in das Trainerversprechen, das Ludovic Magnin abgab, lange bevor der ein erstes Spiel als Trainer eines professionellen Männerteams hinter sich hatte.

    Rizzo passt nicht in dieses Muster. Er als Cheftrainer – das ist keine Amour fou. Und vielleicht genau deswegen bringt er das mit, was dieser FCZ im Moment gerade braucht. Rizzo mag nicht darüber reden, was sein Vorgänger Magnin falsch gemacht haben könnte: «Das wäre Ludo gegenüber respektlos.» Aber seine Schlüsse hat er trotzdem gezogen, nachdem er vor einem Monat eine Mannschaft antraf, die zuvor zwölf Wettbewerbsspiele in Serie nicht mehr gewonnen hatte.

    Es birgt wenig Überraschungsmomente, wenn Rizzo schildert, was er festgestellt hat. Nämlich, dass das Team zunächst einmal Hilfe in der Abwehrarbeit gebraucht hat. Aber hat der FCZ zuletzt nicht daran gekrankt, dass er viel zu oft genau das Offensichtliche vernachlässigt hat?

    Es gab Spieler, die dankbar wirkten

    Beim 4:1-Sieg in Vaduz vor eineinhalb Wochen jedenfalls hat Rizzo klargemacht, dass er kein Traumtänzer an der Seitenlinie ist. Ein nüchternes 4-4-2 verordnete er seinen Spielern, eine eher tiefe Abwehrlinie und klare Aufgaben.

    Es gab Spieler, die nach der Partie dankbar wirkten, weil sie sich für einmal auf die Grundlagen des Spiels konzentrieren durften. Rizzo sagt darüber: «Du darfst nicht zu kopflastig trainieren oder kommunizieren.»

    Du – das sagt Rizzo oft, wenn er eigentlich von sich selber spricht. Etwa wenn er gefragt wird, was anders ist im Vergleich zu seinem ersten Auftritt als Interimstrainer des FCZ im Jahr 2015. «Du hast dich weiterentwickelt, menschlich – und als Trainer», sagt er dann.

    Dieses Du wirkt einerseits so, als solle ihm ja nur keine persönliche Frage zu nahe kommen. Und andererseits, als wolle er mit seinen sowieso schon homöopathisch dosierten Aussagen nur ja niemanden erschrecken. Zum Beispiel, wenn er immerhin zugibt: «Dass du irgendwann Ambitionen hast, ist klar.»

    Es ist die einzige Aussage, die darauf schliessen lässt, dass Rizzo das wirklich will: permanent Cheftrainer des FC Zürich zu werden. Vorerst? Ist er einfach da.

    Man sollte Massimo Rizzo nicht unterschätzen – auch wenn ihm das ganz recht wäre

    Massimo Rizzo gibt sich vor dem Spiel des FC Zürich gegen Basel vom Mittwochabend gelassen, was seine Ambitionen als Chefcoach angeht – aber eigentlich ist er bereit. Weggefährten bringen etwas Licht in die Blackbox, die Rizzo als Trainer ist

    Christine Steffen (NZZ)


    Näher kam Massimo Rizzo der grossen Fussballwelt als Spieler nie. 2005 sass er beim Europacup-Spiel des FC Zürich gegen Bröndby auf der Bank, obwohl er nur für die U 21 spielte, wo er auch Co-Trainer war. Dass er nur dort zum Zug kam, war eine Enttäuschung für den Secondo aus Wiedikon, der FCZ war sein Klub, schon immer, und er hatte auf Einsätze in der ersten Mannschaft gehofft. Das Aufgebot hatte er dem Sportchef Fredy Bickel zu verdanken, der den Verteidiger an Lucien Favre vorbei ins Kader schmuggelte. Favre habe zwar nicht eingesehen, warum Rizzo hätte auf die Mannschaftsliste kommen sollen, erzählt Bickel. «Sicher ist sicher», habe er geantwortet, «es schadet ja nicht.»

    Bickel hat Rizzo damals schon geschätzt, er wollte ihm einen besonderen Moment schenken. Nach dem Karrierenende 2010 wurde dieser Assistent des Sportchefs. Rizzo, heute 46, lehnt eine Interviewanfrage ab. Dafür beschreibt Bickel ihn. «Achtung», sagt er, «jetzt kommt eine Lobeshymne.» Gekürzt klingt sie so: Rizzo habe eine hohe Sozialkompetenz, er spüre die Spieler, sei aber auch klar und fordernd. Bickel sagt, der Assistent habe ihm viel geholfen mit seinen Überlegungen zu Spielern und Mannschaft, er sei einer der besten Sparringpartner gewesen, die er je gehabt habe. Und dann kommt noch das Wort, das im Zusammenhang mit Rizzo immer fällt: Loyalität.

    Vielleicht gibt es tatsächlich niemanden, der dem FCZ so treu verbunden ist, seit der Masseur Hermann Burgermeister verabschiedet worden ist. Rizzo war FCZ-Junior, er arbeitete nach dem KV in einem Teilzeitpensum auf der FCZ-Geschäftsstelle – auch dann noch, als er mit Wil und Schaffhausen in der Super League spielte, was zur kuriosen Situation führte, dass er auf dem Feld gegen seinen Arbeitgeber antrat.

    Rizzo war Teammanager, Assistenztrainer und Interimscoach, als Urs Meier gehen musste. Er trainierte die U 21 und war Coach der U 18, als er für Ludovic Magnin einsprang. Kurz: Rizzo war in verschiedenen Funktionen immer irgendwie da, manchmal in Jeans in den leicht muffigen Büros im alten Letzigrund, manchmal in kurzen Hosen auf dem Platz als solider Verteidiger oder an der Seite eines Trainers, der irgendwann ging. Rizzo blieb.

    Vielleicht fragt man sich genau darum, ob er das denn kann: Cheftrainer. Er ist so vielseitig einsetzbar, dass sein Profil verschwimmt. Er kann vieles, aber was kann er richtig? Rizzo tut gegen aussen nichts, um Konturen zu gewinnen. Er ist immer freundlich, aber in seiner Nüchternheit auch unnahbar. Tastet man seine Sätze in Interviews oder Medienkonferenzen nach Originalität ab, ist da nichts, ausser zur Meisterschaft gebrachte Trainerplattitüden. «Es geht nicht um mich, es geht um den FCZ», ist seine Antwort, sobald Fragen nur leicht persönlich werden.

    Obwohl auch er einen grossen Teil seiner Trainerausbildung im FCZ durchlaufen hat, ist die Beziehung zum Präsidentenpaar Canepa nicht emotional aufgeladen wie bei Ludovic Magnin. Der «Ziehsohn» sei Magnin gewesen; was er denn sei, wird Rizzo an der Medienkonferenz vor dem Spiel gegen Basel gefragt. Er zuckt die Schultern. «Ich war einfach schon immer hier», sagt er. Nie würde er sich zu einer Aussage hinreissen lassen, er sei ein Trainer für die grossen Spiele, wie das Magnin bei Stellenantritt getan hat. Aber wofür ist er der Mann?

    Ivan Previtali hat in Wil mit Rizzo gespielt, später kreuzten sich ihre Wege in der 2. Liga beim FC United Zürich; Rizzo trainierte das Team, in dem Previtali die Karriere beendete, schliesslich hospitierte Previtali in seiner Trainerausbildung bei Rizzo in der U 18. Auch er spricht von «Fingerspitzengefühl», von der Fähigkeit des Trainers, die Balance zwischen Seriosität und Spass zu finden. Er zeichnet das Bild eines Coachs, der «Raum für Zwischenmenschliches» lässt, ohne alles zu tolerieren, der kontrolliert und reflektiert ist, aber laut werden kann, wenn einer aus der Reihe tanzt, und der unprofessionelles Verhalten nicht duldet.

    Previtali bringt etwas Licht in die Blackbox, die Rizzo als Trainer ist. Er sagt: «Massimo ist sehr interessiert daran, was andere Trainer machen, sehr interessiert an Trends. Er ist offen für Neues, will sich immer weiterentwickeln.» Seine Charakterisierung deckt sich mit der Einschätzung von Francesco Gabriele, dem Coach der U-18-Nationalmannschaft, Rizzo ist dort sein Assistent. Gabriele sieht in Rizzo einen modernen Trainer, einen akribischen Schaffer, der durch Fachkompetenz besteche, aber auch Nähe zu den Spielern herstelle. Er lasse einen offensiven, konstruktiven Fussball spielen, lege jedoch auch Wert auf ein solidarisches Defensivverhalten.

    Wenn Previtali und Gabriele von stundenlangen Gesprächen mit Rizzo über Fussball erzählen, erscheint ein anderes Bild als jenes des etwas blassen Allzweckfunktionärs. Rizzo wird als notorischer Fussballnerd beschrieben, getrieben von der Idee, sich und sein Team ständig zu verbessern. Wird Rizzo nach seinen Ambitionen befragt, spricht er davon, dass man seine Ausbildungen gemacht habe, dass man sich über die Jahre entwickelt habe. «Man» ist natürlich er; aber lieber versteckt er sich im Unpersönlichen, als sich zu verkaufen.

    Gut möglich, dass Francesco Gabriele recht hat, wenn er sagt: «Massimo besticht nicht durch Lautstärke, sondern durch Kompetenzen. Und auf Dauer wird er sich mit seinen Kompetenzen durchsetzen.» Man sollte Massimo Rizzo nicht unterschätzen. Auch wenn ihm das ganz recht wäre.

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    Mein Senf: Denke er hat eine Chance verdient!