Zitat von Rangersfan
Das ist eigentlich ganz das nordamerikanische Modell bei dem man vom ersten Tag an interne Scrimmages hat.
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Das grosse Familientreffen in Oerlikon
Florian A. Lehmann
Die ZSC Lions haben das Eistraining aufgenommen – mit Meistermacher Marc Crawford und vielen Talenten aus der Organisation, aber ohne Captain Mathias Seger.
Man darf es als Treffen der grossen Löwen-Familie bezeichnen: Die ZSC Lions bitten in der Kebo neben dem Hallenstadion zum ersten gemeinsamen Eistraining. Mit dabei sind nicht nur die Schweizer Meister, sondern auch junge Spieler des NLB-Teams GCK Lions, des Erstligisten Dübendorf sowie der Elite-A-Junioren. Die Zürcher EishockeyOrganisation führt erstmals auf diese Art ein einwöchiges Camp durch. «Das gibt einen frischen Wind in unsere Vorbereitung. Die etablierten Spieler spüren so einen gewissen Druck von unten», erklärt ZSC-Trainer Marc Crawford. «Die Jungen wiederum erhalten so das Gefühl, dass sie gar nicht so weit weg von dem Schritt in die höchste Klasse sind.»
Alle sind an diesem Montagvormittag erschienen, auch der eben verpflichtete Verteidiger Derek Smith (Calgary Flames). Ronalds Kenins, der in Bälde sein Glück bei den Vancouver Canucks versucht, trainiert ebenso mit. Prominenter Abwesender ist Captain Mathias Seger (36), dem man nach der WM in Minsk ein längeres Timeout gegönnt hat. Dafür muss der Rekordnationalspieler länger im Kraftraum schwitzen, ehe er Ende nächster Woche aufs Eis darf.
Anders verhält es sich mit Jonas Siegenthaler (17): Der talentierte Verteidiger verletzte sich mit dem U-20-Nationalteam in Arosa am Knie und fällt drei Wochen aus.
Crawford: «Es war knapp»
Das Gesicht des ZSC hat sich wenig verändert. Neben Kenins haben die talentierten Goalies Tim Wolf (Lakers) und Melvin Nyffeler (Fribourg) sowie Verteidiger Cédric Hächler (Lakers) die Lions verlassen. Luca Boltshauser (21), ein ehemaliger Junior der Lions-Organisation mit Erfahrung aus Schweden, wird die Rolle hinter Lukas Flüeler übernehmen. Doppelbürger Smith (Ka/USA) soll Steve McCarthy ersetzen, dessen Zukunft noch ungewiss ist. Die ZSC-Verantwortlichen hoffen ausserdem, dass ein Talent vom NLB-Farmteam den Sprung in die NLA schafft. «Sven Senteler hat uns im letzten Winter angenehm überrascht. Vielleicht gelingt das in dieser Saison einem anderen Jungen», hofft Crawford.
Dass der 53-Jährige in Oerlikon das Training leitet, ist nicht selbstverständlich. Beinahe hätte der Schweizer Meister im Juni seinen Personalchef verloren. Florida, Pittsburgh und Vancouver zeigten mehr als nur Interesse am ZSC-Trainer. «Ich hatte auch Job-Interviews. Es war knapp», erzählt Crawford. «Aber ich wusste auch, dass ich schon eine ausgezeichnete Stelle in Zürich hatte. Das nahm mir den Druck bei den Verhandlungen», sagt er und schmunzelt. Zumindest einen Winter lang wird Crawford den Meister noch führen. Für Sportchef Edgar Salis eine frohe Kunde und ein Aufschnaufen zugleich.
Noch mehr Partien
Mit der Champions Hockey League und der Renaissance des Schweizer Cups müssen die Lions noch mehr Spiele bewältigen. Crawford sieht das als eine neue Herausforderung: «Wir sind auch in diesen Wettbewerben ambitiös. Aber wir sind punkto Personalmanagement noch mehr gefordert.» Unter dem Aspekt ist auch die grosse Talentschau der Lions in dieser Woche einzustufen.
© Tages Anzeiger