Beiträge von Larry

    Ein perfekter ZSC-Nachmittag für den Jubilar

    Zum 80. Geburtstag von Radiolegende Walter Scheibli gab es ein 4:1 gegen Biel. Aber noch ist bei den Lions vieles nicht meisterlich.

    Von Silvan Schweizer, Zürich

    Der Mann in Gelb lachte herzhaft, lauschte zufrieden den Gratulationen. Immer wieder erhob er sich, streckte die Arme in die Luft und winkte ins Rund – so, wie er das immer tut, wenn die Zürcher Fans seinen Namen skandieren. Und in den Pausen plauderte er gewohnt leidenschaftlich in die Mikrofone. Walter Scheibli konnte seinen 80. Geburtstag unbeschwert geniessen. Sein ZSC machte der Radiolegende, dessen markante Stimme den Club seit 30 Jahren begleitet, das perfekte Geschenk: ein stilvolles Retrotrikot aus seiner ersten Saison 1982/83 mit allen Unterschriften und der Nummer 80 auf dem Rücken – eines, wie es die Spieler an diesem Nachmittag zu seinen Ehren trugen. Vor allem aber schenkten sie ihm einen 4:1-Heimsieg gegen Biel.

    Und sie kontrollierten Spiel und Gegner schon so früh so klar, dass nach den Danksagungen vor dem ersten Bully auch während der Partie dem Publikum genügend Zeit für Huldigungen an Scheibli blieb. Die Lions erhöhten nach dem 2:1 zur ersten Pause im Mittelabschnitt innert 24 Sekunden auf 4:1. Von da an waren weder sie noch die Bieler gewillt, allzu viele Kräfte zu investieren. «Es war nicht viel, dass man heute nicht hätte mögen können», bilanzierte Coach Marc Crawford deshalb nach einem ungefährdeten Erfolg.

    Der Kanadier sah «eine der besten Leistungen» in seiner noch jungen Amtszeit. Vor allem defensiv waren die Zürcher tatsächlich stabiler und konzentrierter als noch zuletzt gegen Fribourg (3:4 n. P.) und Servette (2:4), sie halfen Goalie Flüeler mit unzähligen blockierten Schüssen. Und im Angriff kreierten sie selbst genügend Chancen für einen noch höheren Sieg. «Es gibt sicher einige, die frustriert sind, weil sie keine Tore erzielen. Aber ich bin sicher, dass jeder Spieler etwas Positives für sich aus diesem Match ziehen kann», sagte Crawford.

    Seger bereits mit dem 5. Tor

    Nach zwölf Partien haben die ZSC Lions gegen alle NLA-Teams mindestens einmal gespielt; nur mit den Lakers gab es bereits zwei Duelle. Die Titelverteidiger befinden sich als Fünfte im Pulk jener fünf Mannschaften, die sich um Platz 2 hinter dem unangefochtenen Leader Servette streiten. Sie haben schon mehrmals angedeutet, dass vor allem in der Offensive gar noch mehr Talent und Potenzial da sind als in der letztjährigen Meistersaison. Abgesehen vom 4:0 in Rapperswil konnten sie bisher aber noch keines der Spitzenteams bezwingen.

    Noch ist das Leistungsgefälle innerhalb des Teams zu stark, um auch in jenen Partien dominant auftreten zu können. Auf der einen Seite der Formskala sind die selbstbewussten Verteidiger Geering und vor allem Captain Seger, der gestern bereits sein fünftes Tor erzielte. Auch Wick setzte zuletzt an der Seite Cuntis wieder vermehrt Akzente. Und Monnet sammelte schon mehr als doppelt so viele Skorerpunkte (9) wie zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr.

    Brulés Nuller im Abschluss

    Dafür haben die Ausländer noch nicht den Einfluss, der von ihnen zu erwarten ist. «Ein paar von ihnen bekundeten zu Beginn Mühe, ein paar sind auf dem grösseren Feld noch am Lernen», sagt Crawford vorsichtig. Verteidiger Lashoff etwa zeigt sich in seinem Stellungsspiel oft unbeholfen und eingeschränkt in seiner Angriffsauslösung. Tambellini ist noch längst nicht der Antreiber aus dem Playoff. Und Brulé, als Torjäger verpflichtet, scheint immer mehr an sich zu verzweifeln – gegen Biel verpasste er seinen ersten Treffer sogar, als er das offene Tor vor sich hatte. Weil Shannon zuletzt drei Partien wegen Adduktorenproblemen verpasste, sucht Crawford auch weiter nach den besten Linienkombinationen. Der Auftritt gegen Biel gab ihm zumindest die Gewissheit, dass er «auf dem richtigen Weg» sei. Der nächste Test folgt morgen im Derby gegen Kloten. Auch dann mit der Unterstützung des Manns in Gelb.

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    Viele Leute, schöne Leibchen, und es macht Spass Leuten wie Cunti, Wick oder T-Bo zuzuschauen. :cool:

    Wenn man sich noch vorstellt dass ein Tyler Seguin bei uns spielen würde.....

    Wenn man das Spiel am DI gegen Kloten gewinnt, wovon ich ausgehe, ist der Z wieder auf Platz 2.

    Unsere "Probleme" (natürlich ist längst nicht alles top!) möchten die anderen Teams haben!

    Bye-bye, Olé-Olé-Bar

    Von Peter Aeschlimann

    Die Olé-Olé-Bar ist zu. Rita Guyer kann aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr für ihre Gäste da sein. Sie und ihre Geschwister führten das legendäre Lokal an der Langstrasse über 46 Jahre.

    Der Kreis 4 verändert sich. 2016, wenn die Europaallee bei der Unterführung an die Langstrasse angedockt hat, werden hier neue, siebenstöckige Häuser in die Höhe ragen. Altes verschwindet, doch dass es so schnell gehen würde, hat niemand gedacht. Fast unbemerkt hat sich vor rund zwei Wochen eine Institution aus dem Quartier verabschiedet: die Olé-Olé-Bar. Die grünen Läden des Lokals sind heruntergelassen, an der verschlossenen Tür hängt ein Zettel: «Liebe Gäste, aus gesundheitlichen Gründen haben wir geschlossen. Danke für euer Verständnis – Walti.»

    Walter Fischer hat nie die Öffentlichkeit gesucht. Seit 1972 ist er Gerant der Bar. Seine Schwester Rita Guyer (78) stand seit 1966 hinter der Theke, zusammen mit Helen und Paula, zwei weiteren Geschwistern. Dem «Magazin» des «Tages-Anzeigers» sagte er 2004: «Das Schöne an unserer Bar ist, dass hier jeder in Frieden sein Bierchen trinken kann.» Und viel mehr gebe es eigentlich gar nicht zu sagen. Auch gestern Nachmittag mochte Walti am Telefon nicht in Nostalgie schwelgen: «Wir haben stets friedlich gearbeitet, mehr wollten wir gar nie.» Nun sei aber Rita erkrankt, und deshalb schliesse man – «definitiv». Rita habe die Olé-Olé-Bar mit ihren Ideen und ihrem Wesen geprägt. «Wir möchten und können die Bar nicht mehr weiterführen.» Der Entscheid sei ihnen nicht leichtgefallen, «da wir viele liebe Gäste hatten, die wir seit Jahrzehnten kennen und schätzen – auch über mehrere Generationen hinweg.»

    Im Kreis 4 geht damit nicht nur eine Ära zu Ende, sondern ein weiteres Traditionslokal verloren. Eines, das bis vor rund zweieinhalb Jahren noch 365 Tage pro Jahr geöffnet hatte. Ferien machte Rita Guyer nie. Auf ihr Privatleben angesprochen, sagte sie einmal: «Die Bar ist meine Stube.» Sie nannte die meisten ihrer Gäste beim Vornamen, und alle waren stets willkommen. Die Rocker mit den langen angegrauten Haaren ebenso wie die geschniegelten Banker im Anzug. Die Euphorisierten wie die Einsamen. Und alle tranken sie Hürlimann aus der Flasche und kamen bald ins Gespräch. Dieses drehte sich um Meistertitel und Liebeskummer, um die neue Metallica-Platte und den harten Winter.

    Oder eben um die Einrichtung, die zum Kultstatus der Schenke beitrug. Da waren die unzähligen Wecker an der Decke, die alle miteinander losgingen, wenn nach einem weiteren Abend in diesem Kokon der Warmherzigkeit die letzte Runde anstand. Unter der Woche war das zuletzt um Mitternacht, an den Wochenenden um 2 Uhr. Zu den Uhrwerken gesellten sich Nachttöpfe, Giesskannen, Musikinstrumente, Teddybären, Schilder mit träfen oder auch mal plumpen Sprüchen. Postkarten von überall aus der Welt und exotische Mitbringsel von Stammgästen, die alle irgendwo ihren Platz in der Bar fanden – auch wenn Rita darob manchmal fast verzweifelt ist. Sie wolle eben niemanden beleidigen, es gebe Leute, die schon seit vierzig Jahren hier einkehrten.

    «Friedensinsel im Quartier»

    Einer, der immer wieder zu Gast war, ist «Seidenkönig» Andi Stutz. «Ja, dä Andi mit sine schöne Öigeli!», habe ihn Rita stets begrüsst, erinnert er sich. Die Nachricht von der Schliessung der Olé-OléBar mache ihn traurig. Wenn der erfolgreiche Unternehmer Presseleute aus dem Ausland zu Besuch hatte, führte er sie oft in diese «Friedensinsel im Quartier». Fernsehteams aus Deutschland, Singapur und sogar Japan hätten die Bar nur zu gerne gefilmt. «Aber Rita blieb immer streng.» Jeder sei willkommen gewesen, aber für Publizität hätten allein die Gäste sorgen dürfen. «Die Olé-OléBar war weltweit einmalig, und zwar schon Jahrzehnte bevor die Szene im Kreis 4 verkehrte», sagt Andi Stutz.

    Ebenfalls Stammgast war Rolf Vieli, der ehemalige «Mister Langstrasse». «Es war ein Ort, wo man reden konnte», sagt er. Und schon nach zwei bis drei Besuchen habe man sich als Familienmitglied gefühlt. Im Unterschied zum Strauss, einer anderen Beiz an der Langstrasse, war die Stimmung in der Olé-Olé-Bar behaglicher, weniger rau. Menschen, die nur trinken wollten, mieden das Lokal. In seiner Zeit als Stadtammann und Betreibungsbeamter habe er immer ins Lokal gehen können und sei dort «einfach nur der Rolf Vieli» gewesen. Einzig in den 70er-Jahren habe es eine kurze Phase gegeben, in der manchmal die Stimmung kurzfristig etwas gekippt sei, wenn Mitglieder der Hells Angels die Bar in Beschlag genommen hätten. Die OléOlé-Bar habe über Generationen das Bild der Langstrasse geprägt, sagt Rolf Vieli. Und auch wenn man dieses heute manchmal glorifiziere: «Bei dem Lokal hats gestimmt.»

    Betroffen macht die Schliessung auch Tom Rist vom Helsinki im Kreis 5 und dem Bundeshaus zu Wiedikon, einen Wirt der neueren Generation. «Wie die Geschwister den Betrieb unaufgeregt und mit Inbrunst geführt haben, das war schon Weltklasse.» Dieses Engagement sei selten geworden. «Viele Gastronomen könnten sich ein Stück davon abschneiden.» In Rists Helsinki gibts eine der letzten Jukeboxen in Zürich. Eine weitere verstummt jetzt in der Olé-OléBar. Das neue Album von ZZ Top war die letzte CD, die Walti einschob. «La Futura» heisst sie.

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    :sad:

    Kolumne Werner Schweizer

    Ovationen für einen Reporter

    Es ist ein Jubeljahr für die Organisation der ZSC Lions. Im letzten Frühling galt es, das Jubiläum des gloriosen Triumphs gegen Lugano von 1992 zu würdigen. Es folgte der Meistertitel. Vor zwei Wochen verabschiedete sich Ari Sulander in grossem Rahmen. Am kommenden Sonntag steht das Spiel gegen den EHC Biel ganz im Zeichen des 80. Geburtstages von Walter Scheibli. Danach wird auch die GC-Eishockeysektion so alt wie die Stimme des ZSC.

    Zu Ehren von Walter Scheibli treten die ZSC-Spieler in Retroshirts aus der Saison 1982/83 auf, als die unendliche Reportage ihres bekanntesten Begleiters auf Radio 24 begann. Das Merchandising bringt zu diesem Anlass Shirts mit dem Aufdruck des jubelnden Jubilars in den Verkauf. Scheibli wird in seinem kanariengelben Pullover auftreten, die Huldigungen von den Rängen so strahlend entgegennehmen wie in den vergangenen 30 Jahren. Und am Ende des Nachmittags auf ein Happy End hoffen, das etwa so tönen könnte oder sollte: «ZSC föif. Biel null.»

    Vor der Einführung des Teletextes, vor dem Live-Fernsehen, vor dem Internet machte sich der Anhänger sein erstes Bild von einem Spiel oder einem Rennen durch das Radio. Die Schweiz wartete auf die Einschaltungen von Sepp Renggli oder Jean-Pierre Gerwig. Die eishockeyverrückten Kanadier auf Foster Hewitt, der den Satz prägte: «He shoots, he scores.» Und die Zürcher nach Roger Schawinskis Erfindung des Lokalradios auf «öise» Walter mit seinem ZSC.

    Er ist ein Urzürcher, nur zwei Saisons jünger als der ZSC. Er wuchs im Milchbuck-Quartier etwa in der Mitte zwischen dem Hallenstadion und dem Dolder auf, wo alles begann. Sein Vater Walter war Oberturner im TV Oberstrass gewesen. Scheibli verschlug es beruflich auch ins Welschland. In Genf schaffte er es als Fussballtorhüter bis in die Nationalliga. Heute lebt er mit Frau Margrit wieder in seinem angestammten Zürcher Revier.

    Scheibli wurde zur Kultfigur des Clubs, der in den 80er-Jahren mehr schlecht als recht über die Runden kam. Er war mitfeiernd, mitleidend, immer mitfiebernd. Parteiisch, aber nie fanatisch. Sein Platz im alten Hallenstadion war eine Bank neben dem Abgang in die Katakomben, wo auch der ehemalige Direktor Sepp Voegeli die Spiele zu beobachten pflegte. Wenn die Sicht vernebelt war und es niemanden auf den Stühlen hielt, stellte sich Scheibli auf sein Pult und erzählte weiter vom Sturm und Drang des ZSC, der manchmal so schnell verflog.

    Zu den Auswärtsspielen fuhr er anfänglich im Mannschaftscar mit. Dann fanden sich verschiedene Chauffeure für den Reporter. Der frühere Präsident Fredy Duttweiler steuerte ihn im Lamborghini (Edit: Es war ein Ferrari) in die Ajoie oder in den Wilden Westen der Nationalliga B. Unvergessen bleibt auch der letzte Aufstieg 1989, der das Ende des Liftdaseins für den Club und Scheibli bedeutete. Oder: die Serie gegen Lugano, die viele eingefleischte ZSCFans über alles stellen. Seit diesen Abenden ist Arno Del Curto der bevorzugte Interviewpartner Scheiblis. Schliesslich der Zusammenschluss des ZSC mit dem finanzstarken B-Club GC 1997. Scheibli hatte gemischte Gefühle, fand sich aber mit der Situation ab und wehrte sich mit andern erfolgreich gegen den vorgesehenen Namen der

    Konstruktion, Zürich Lions. Bis heute sind die ZSC Lions für ihn und Radio 24 «de Zett-Äss-Cee» geblieben. Der ZSC wurde zum Erfolgsmodell und sammelte Titel. Scheibli fand seinen Platz in der neuen Halle. Die Einschaltungen sind in jüngster Vergangenheit spärlicher geworden. Die Neuen Medien sind eine starke Konkurrenz. Was sich nicht geändert hat: Bis heute ist er wohl weltweit der einzige Reporter geblieben, der von den Rängen Ovationen erhält – «Waaalter Scheibli».

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    Zitat von DEGShanahan


    Und was den Radioreporter angeht, da muss ich jetzt mal nachfragen. Der hat jetzt nichts mit dem Stadionsprecher aus den 80igern/90igern zu tun oder ? Der Name von damals ist mir jetzt nicht geläufig.

    Walter Scheibli war nicht Stadionsprecher, Du meinst wohl den legendären Charly Schlott.

    Aber Scheibli hat eine Zeit lang beim Einmarsch der Spieler deren Namen runtergelesen, so quasi der Vorläufer von Benny.

    Schubiger

    Sidney Crosby zum ZSC!

    Schubiger hatte den ganzen verregneten Nachmittag im Büro vergeblich darauf gewartet, dass ein Österreicher durch die Schallmauer springen würde. Er hatte währenddessen in unzähligen ebenso vergeblichen Anläufen den Rekord von viereinhalb Umdrehungen mit einem Schwung auf dem Bürostuhl nicht brechen können. Und er hatte bei seinen verzweifelten Versuchen, sich von dem ganzen Unvermögen abzulenken, gelesen, dass Schweizer Penisse im Durchschnitt zwar 0,19 Zentimeter länger waren als österreichische, aber 0,12 Zentimeter kürzer als deutsche. Schubiger brauchte dringend ein Erfolgserlebnis, als er das Büro verliess und zum Hallenstadion aufbrach.

    Drei Stunden später sass er noch deprimierter im Tram nach Hause. Es tat ihm nicht sehr weh, dass der ZSC gegen Fribourg verloren hatte. Aber Schubiger fühlte sich irgendwie ausgeschlossen. Und er wusste auch wovon: Während sich die Fans in allen anderen Stadien an Lockout-Stars erfreuten, hatte er ein ganz normales Spiel zweier ganz normaler NLA-Teams gesehen. Das Schlimmste daran war, dass der ZSC, wie Fribourg, sich sogar dafür rühmte, ihm diese exotischen Tiere vorzuenthalten. Das hatte angeblich etwas mit Teamchemie und Kostenvernunft zu tun. Schubiger schaute durchs Tramfenster auf die vielen Autos, die er sich nicht leisten könnte, selbst wenn er die Schubigers eine Saison lang auf Wasser und Brot setzen würde. Er wusste wenig über Chemie und über Vernunft. Aber er wusste, wer Walter Frey ist. Und er wusste, wo man diese Autos kaufen konnte.

    Schubiger hatte schon Weltstars wie Krutow, Nolan oder Nylander im ZSCTrikot gesehen, und er hatte sie trotz ihrer Fehler geliebt. Warum, fragte er sich, kam nun keine Lichtgestalt ins Hallenstadion, da sie verfügbar wäre, bevor sie verglüht, ergraut oder übergewichtig ist? Und wenn Malkin für Magnitogorsk spielte, das Schubiger in bester Erinnerung als zweitbeste Mannschaft Europas hatte, dann gab es doch nur eine logische Konsequenz: Der ZSC musste den Grössten haben. Sidney Crosby gehörte ins Hallenstadion! Bitte. Jetzt. Sofort. Schubiger würde ihm auch das Trambillett bezahlen.

    schubiger@tagesanzeiger.ch

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    Zitat von Joey_88

    Man kamn mit dem Saisonstart im grossen und ganzen zufrieden sein! einziges Manko meiner Meinung ist die Chancenauswertung! Man vergiebt extrem viele Hochkaräter...Wer sie vorne nicht macht, kriegt sie dann eben hinten...

    Ist so.

    Unterhaltungsfaktor nach wie vor gross, Zuschauerzahlen steigend.

    Im zweiten und dritten Drittel sogar wieder mal Anflüge von Stimmung wie zu guten alten Zeiten! :cool:

    Tippe auf eine (fast) volle Halle am Sonntag mit schööönen Leibchen. :cool:

    Zitat von Rangersfan


    Im Moment sieht es ueberhaupt nicht gut aus, die Fronten sind sehr verhaertet. Es kann sich natuerlich jeden Tag aendern, aber zur Zeit glauben einige Experten dass die ganze Saison futsch ist.

    Sieht im Moment so aus, aber es ist noch nicht mal November, und sie könnten die Saison im Januar noch starten.

    Darauf hoffe ich, das wäre dann auch der Supergau für alle Teams die auf Lockout Spieler setzen.

    Und falls die Saison wirklich ausfällt wird auch der Z noch den einen oder anderen verpflichten.

    Ich sehe das Ganze relativ entspannt und freue mich daran, was Leute wie Spezza auf Schweizer Eis zeigen. :cool:

    Edit: Welcome Henrik Zetterberg! :shock:

    Ein enttäuschendes 1:1 und Drmic als Sündenbock

    Von David Wiederkehr, Zürich

    FCZ-Trainer Rolf Fringer knöpfte sich nach dem Unentschieden gegen YB seinen jungen Stürmer vor. Es werde Zeit, dass man ihn zurück auf den Boden hole.

    Mit aller Absicht waren die Worte gewählt, ungefragt brachen sie aus ihm heraus, und Zweifel wollte Rolf Fringer erst gar nicht aufkommen lassen. Darum wohl wiederholte der FCZ-Trainer seine Kritik nach dem 1:1 gegen YB noch vor den Kameras der verschiedensten Onlineportale. Sodass sicher war, dass sie ankommt. Wobei der Ausdruck Kritik verharmlost. Es war eine Massregelung der groben Sorte, und gemeint war Stürmer Josip Drmic. Fringer tadelte: «Ihm hat das Aufgebot für das Nationalteam gar nicht gutgetan. Er stagniert seit Wochen, und es wird Zeit, dass man ihn zurück auf den Boden holt.» Und das habe er hiermit getan. So fand Fringer also im 20-jährigen Stürmer den Sündenbock für das enttäuschende 1:1 gegen die Berner. Man könne, fand der Trainer, auch einmal einen Zweikampf gewinnen oder einen Freistoss herausholen oder sonst wie für Entlastung sorgen, wenn es der Mannschaft schon nicht laufe. «Aber von Josip kam nichts», sagte er. Immerhin 73 Minuten dauerte es, bis Fringer seinen Stürmer austauschte. Fraglich, ob dieser beim kommenden FCZ-Einsatz in knapp zwei Wochen in Lausanne bereits wieder das Vertrauen des Trainers geniesst. Dann wird zudem Neuzugang Adis Jahovic erstmals spielberechtigt sein.

    «Treten an Ort»

    Zum dritten Mal in Folge schaffte es der FC Zürich nicht, ein Heimspiel zu gewinnen – immerhin traf und punktete er erstmals nach zwei Niederlagen ohne Treffer. Und nach dem Unentschieden war die Gefühlslage bei beiden Mannschaften vergleichbar. «Wir müssten solche Spiele auch einmal siegreich zu Ende bringen», sagte der Zürcher Mario Gavranovic, YB-Trainer Martin Rueda fasste knapp zusammen: «Das war Treten an Ort.» Beiden Teams hätte am Ende mit etwas Glück dennoch gar das späte Siegtor gelingen können.

    Dabei hatten die Zürcher die Partie lange gut unter Kontrolle. Gavranovic und Burim Kukeli verpassten zwar die frühe Führung, in der 30. Minute traf aber schliesslich Marco Schönbächler mit einem Schuss aus 18 Metern. Während bei den Bernern gar nichts zusammenpasste, wirkten die Zürcher vor gut 10 000 Zuschauern stilsicher, selbst wenn die ganz grossen Möglichkeiten ausblieben. Der starke Pedro Henrique verpasste kurz nach der Pause das 2:0, als er knapp am Tor vorbeischoss.

    Danach war die Partie wie verwandelt und plötzlich YB die bestimmende Mannschaft. Auf einmal rannte der FCZ seinerseits Ball und Gegner hinterher. «Keine Ahnung, warum wir nicht mehr ins Spiel gefunden haben», sagte Oliver Buff ratlos. Die Berner Haris Tabakovic, Moreno Costanzo, Elsad Zverotic und Raphaël Nuzzolo hatten gute Chancen zum Ausgleich, und doch musste sich YB bis zur 75. Minute gedulden, ehe das 1:1 fiel. Und zwar auf Penalty: Nach einem langen Ball auf den nimmermüden Gonzalo Zarate beging FCZ-Verteidiger Jorge Teixeira ein Notbremsefoul und wurde vom Platz gestellt – ein richtiger Entscheid und bereits die dritte direkte Rote Karte für den FCZ in dieser Saison. Costanzo verwertete den Elfmeter. Gerade Zarate habe den Unterschied ausgemacht, kommentierte Trainer Fringer: «Ihn hatten wir nie im Griff.»

    Grosschance von Gavranovic

    Viel fehlte nicht, und die Zürcher wären trotz Unterzahl und ungünstigem Spielverlauf noch zum Sieg gekommen. Doch als in der 79. Minute Gavranovic aus zwei, drei Metern frei zum Schuss kam, da reagierte YB-Goalie Marco Wölfli grandios – und Schönbächlers Nachschuss schlug Scott Sutter reaktionsschnell von der Linie. Gavranovic gab sich reuig; «dieses Tor muss ich einfach machen», sagte er. Das war der Ansatz, der Fringer gefallen musste. Er forderte, gerade mit Verweis auf den gescholtenen Josip Drmic: «Wir müssen selbstkritischer sein.»

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    NHL-Herbst Die prominenten Gäste haben in der NLA ihre Konstanz noch nicht gefunden. Von Silvan Schweizer

    Lockout-Spieler – zwischen zugkräftig und gelangweilt

    Vor zwei Wochen brachen sie wie Blitz und Donner, wie ein wuchtiges Herbstgewitter über die Schweizer Eishockeyliga herein: Joe Thornton und Rick Nash, die beiden kanadischen Ausnahmestürmer, führten Davos zu einem 9:2 über RapperswilJona. Es war der imposante Startschuss zu den Gastspielen der NHL-Stars.

    Der Abend erweckte den Eindruck, dass die Prominenz selbst mit Jetlag und Trainingsrückstand alles in Grund und Boden spielen würde. Er schürte Erwartungen, die etwa Mark Streit bei seiner Ankunft in Bern vorsichtig zu dämpfen versuchte. Er habe kein einziges Vorbereitungsspiel absolviert. Da sei es illusorisch zu glauben, dass seine Form nur schon bei 90 Prozent stünde, sagte der Verteidiger.

    17 NHL-Spieler haben sich seither einem NLA-Club angeschlossen, um hier den Lockout zu überbrücken und bereit zu sein, falls es in Nordamerika doch noch losgeht. Mittlerweile ist nach den pompösen Spielerpräsentationen in der Liga so etwas wie Normalität eingekehrt. Das hat nicht zuletzt mit den Stars zu tun, die noch lange nicht so dominant auftreten, wie sich das nach jenem HCD-Auftritt angekündigt hatte.

    Die Davoser stehen mit nur drei Siegen auf Platz 10. Thornton fand ohne seinen inzwischen verletzten Partner Nash für seine Pässe keinen kaltschnäuzigen Abnehmer mehr. Beim kriselnden Ambri wartet Max Pacioretty derweil seit seinem Treffer beim Debüt auf weitere Punkte. Umgekehrt musste Leader Servette die Klasse von Logan Couture glücklicherweise noch nie in Anspruch nehmen, oft wirkt er auf dem Eis gelangweilt. Die Inkonstanz der Lockout-Spieler zeigt sich nicht nur von Match zu Match, sondern manchmal gar innert weniger Sekunden. Streit konnte zuletzt in einem Moment das Berner Powerplay mit seiner gewohnten Ruhe und Übersicht dirigieren, um im nächsten Augenblick einen haarsträubenden Fehlpass zu spielen.

    Die Verpflichtung von NHL-Gästen bringt eine nicht unproblematische Findungsphase mit sich. Für den Spieler selbst, der sich an die grösseren Eisfelder und die viel dezentere Manndeckung gewöhnen muss. Vor allem aber für den Club, der seinen Star irgendwo im System unterbringen und teils gar alles umstellen muss. Er trägt Nervosität in die Kabine, weil schliesslich nicht jeder Schweizer schon so hautnah NHL-Flair miterlebt hat. Und er kann Ärger mit sich bringen, weil andere wegen ihm plötzlich zurückstecken müssen. Beim SCB war zuletzt Christoph Bertschy, der 18-jährige Aufsteiger, überzählig. Martin Höhener floh mangels Eiszeit bereits nach Ambri. Und bei Kloten halbierte sich die Anzahl Einsätze von Jungcenter Samuel Walser.

    Die Flyers selbst dürfen sich jedoch als Gewinner des Lockout sehen. Ihr Zuzug Brooks Laich ist gleich zu einer der wertvollsten Figuren im Team geworden. Bereits in Washington als Schwerstarbeiter bekannt, fällt er nun mit schnörkellosem, ernsthaftem Spiel auf. Und dem EVZ hat die Rückkehr von Rafael Diaz und Damien Brunner nach einem verpatzten Saisonstart Auftrieb gegeben – das Duo punktete in fast jeder Partie. Dass die beiden von den NHL-Schweizern den Tritt als Erste wieder gefunden haben, erstaunt indes nicht: Sie waren die Letzten, die nach Übersee ausgezogen waren.

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    Balanceakt mit Stargast

    Jason Spezza hat bei den Lakers vieles durcheinandergebracht – und doch ist das Team blendend gestartet.

    Von Philipp Muschg

    Etwas ist gleich im zweiten Jahr unter Harry Rogenmoser: Wie im Herbst 2011 bestritten die Lakers ihr zehntes Saisonspiel zu Hause gegen den HC Lugano. Doch hier enden die Parallelen bereits. Damals verlor das Team des Trainerneulings 3:5, lag auf dem letzten Tabellenplatz und hatte den zweitschlechtesten Angriff der Liga. Am Samstag dagegen siegten die Lakers 4:1, rückten auf den dritten Rang vor, haben mehr Tore erzielt als jede andere Mannschaft. Und dann verfügen sie mit Jason Spezza auch noch über einen der besten Stürmer der Welt. Gegen die Tessiner bereitete er die Tore eins und zwei vor, das 3:1 und das 4:1 erzielte er selber.

    Es waren die ersten Saisonpunkte des prominenten Kanadiers, der als viertbester Skorer der NHL in die Schweiz gekommen, bis zum Samstag aber kaum in Erscheinung getreten war. «Die Umstellung ist riesig», begründet der 29-Jährige seine Startschwierigkeiten, «das Eisfeld ist grösser, die Laufwege anders, das Spiel findet viel mehr in die Breite statt.» Er sagt es mit einem Lächeln, die Erleichterung nach seinem Gala-Auftritt ist ihm anzusehen. Und dann dürfe man auch nicht vergessen, dass er im Gegensatz zu seinen Rapperswiler Teamkollegen keine Saisonvorbereitung absolviert habe.

    Der eingerahmte Puck

    Dass Spezza, der ohnehin nicht zu den Schnellsten zählt, konditionell Verbesserungspotenzial hat, weiss er selbst am besten. Auf eigenen Wunsch absolvierte er mit Rogenmoser Sonderschichten, der Wille, sich in der neuen Umgebung einzufügen, ist so unübersehbar wie seine Tempolimiten, seine überragende Stocktechnik und seine verblüffende Übersicht. Es war kein Zufall, dass Spezza seine Tore im Powerplay erzielte. «Wenn man ihn zum Schuss kommen lässt, gibt es nicht mehr viel zu halten», sagt Andreas Camenzind. Der Verteidiger sicherte sich nach dem 3:1 den Puck und übergab ihn seinem berühmten Mitspieler. «Den lasse ich einrahmen», versprach der Kanadier.

    So gross die Freude über Spezza ist: Er sorgte am Obersee auch für «Turbulenzen», wie sich Rogenmoser ausdrückt. Dem Trainer schweben zwei spielerisch orientierte Linien vor und zwei, die dem Gegner mit ihrer Aufsässigkeit das Leben schwer machen. «Eigentlich hatte ich meine Linien beim Saisonstart», so Rogenmoser, der als Sportchef am grossen Transfer massgeblich beteiligt war, «dann brachte Spezza einiges aus dem Gleichgewicht.» Auf einmal bestand ein Überangebot an Centern, und die Suche nach der richtigen Sturmkomposition wurde zur vordringlichen Aufgabe. «Spezza wird dann richtig gut, wenn seine Stärken mit dem anderen, aufsässigen Element ausbalanciert werden können», weiss der Trainer. Gegen Lugano gelang das ausgezeichnet.

    Überhaupt ist der Blick zurück für die Lakers erfreulich. Rogenmoser teilt die Saison in Blöcke à zehn Spiele ein, für jeden gibt es eine Punktvorgabe. Wie hoch die ist, will er nicht sagen. Aber dass sie im ersten Fünftel der Qualifikation übertroffen wurde, bestätigt er.

    Vom Playout zum Spitzenkampf

    Bei der heutigen Teambesprechung wird die Zielvorgabe für den nächsten Zehnerblock ausgegeben. «Ich erwarte Kontinuität», verrät Rogenmoser nur. Schon morgen wird das neue Rapperswiler Gleichgewicht der nächsten Prüfung unterzogen: Servette heisst der Gegner, der Saisondominator, offensiv das zweitbeste Team. Vor sieben Monaten standen sich die beiden Mannschaft im Playout gegenüber, nun ist die Affiche ein Spitzenkampf. Nicht nur am Obersee sind neue Zeiten angebrochen.

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    Zitat von gringo

    Ich säge nur: ZSC ... Au wänn's weh ta hät - isches s'einzig richtig gsi!

    Chan mer so nöd vergliiche!

    GC Fussball isch Rekordmeister, FCZ isch 12fache Meister, beid händ es Stammpublikum.

    GC Hockey häd nach zig Jahr ide 1. und 2. Liga (!) kei Fans meh gha.

    Wo de Frey de Ufstiig mit GC x mal verpasst häd, und de ZSC wieder mal kei Gäld gha häd, häd er halt de Club au no übernoh.

    Aber es git beid Clubs no, und beid spieled immer no dört wos gsi sind.

    Im Fuessball würd so öppis nöd gah, mer müesst öppis wie "Züri United" mache, aber ich han wenig bis kei Lust uf das.

    Zum Glück gibt es noch Sven Hotz!

    Der wird einer Fusion NIE zustimmen!

    Aber sein Leben wird nicht ewig dauern....

    Ich bin klar gegen eine Fusion, aber wenn ich mir das vorstelle dann nur so:

    Das neue Team heisst z.B. "Zürich United" und spielt in rot.

    Jegliche Erinnerung an FCZ und GC muss verschwinden.

    Ich nehme aber an, dass dann aber auch die Südkurve und die Hopperskurve verschwinden wird und auf der Tribüne nur noch ein paar "vernünftige" Leute hocken werden......

    Die kühlen Rechner (mit dem Messer am Hals) beim FCZ vergessen die Emotionen!

    Und noch etwas: Der FCZ kommt im denkbar ungünstigsten Moment, als klammer Bittsteller.

    No Deal! :warnix:

    Canepa stärkt seine Macht

    Der FCZ-Präsident und sein Vorgänger Sven Hotz halten nach der Kapitalerhöhung die Aktienmehrheit am Club. Das stützt auch den kritisierten Sportchef Fredy Bickel.

    Von Peter Bühler

    Am Dienstagabend las Fredy Bickel im Kaufleuten an der Vernissage zum Buch «Bin gleich zurück. Komisches aus dem Leben von Beat Schlatter» aus einem Kapitel vor, das der Zürcher Kabarettist über den FCZ verfasst und ihm gewidmet hat. Tags darauf nahm er in der Innenstadt an einem Podiumsgespräch zum Thema Unternehmungsführung teil, zu der eine renommierte Wirtschaftszeitschrift eingeladen hatte. Die Abwechslung tat dem Sportchef gut, der Alltag ist für ihn derzeit nicht immer leicht. Die von anonymen Kritikern vor zehn Tagen in der NZZ gemachten Vorhaltungen, er sei ausgebrannt und seine Transferbilanz sei katastrophal, haben ihm zugesetzt. Bickel sagt: «Mit mir kann jeder reden, mir kann doch jeder persönlich ins Gesicht sagen, was er von mir hält.»

    Am Sonntag legte der Boulevard nach. Der «SonntagsBlick» titelte: «FCZ vor Revolution: Canepa vor Rücktritt – Bickel vor Rauswurf». Dass diese Story von Leuten im FCZ-Umfeld sowie sogar aus dem inneren Zirkel des Vereins befeuert war, welche die Führung destabilisieren wollen, scheint inzwischen klar. Bickel mag sich dazu nicht äussern, weil er nicht weiter Öl ins Feuer giessen will. Er sagt nur: «Ich bleibe ruhig, arbeite weiter und mache meinen Job nach bestem Wissen und Gewissen.»

    Das Problem mit dem Saisonziel

    Dass über seine Person diskutiert wird, nachdem er nicht bei allen Transfers eine glückliche Hand gehabt hat (Magnin, Ramazotti), kann Bickel akzeptieren – selbst wenn dabei vergessen werden sollte, dass ihm in jüngster Zeit ziemlich enge finanzielle Grenzen gesetzt waren. Gleichzeitig ist sich der Sportchef sicher, in den letzten Monaten gemeinsam mit dem Präsidenten sportlich die Weichen in die richtige Richtung gestellt zu haben. Er ist von der Qualität der rundum erneuerten Mannschaft und des neuen Trainers Rolf Fringer überzeugt, er denkt, es sei nur eine Frage der Zeit, bis sich positivere Ergebnisse einstellen werden.

    Gerade Bickel und Fringer waren es ja gewesen, die zu Saisonbeginn vor zu hohen Zielsetzungen gewarnt hatten. Die Qualifikation für die Europa League, gleichbedeutend mit dem vierten Rang in der Meisterschaft, sollte es trotzdem sein. Die Realität sieht anders aus: Der FCZ ist Achter, der Rückstand auf den Vierten Basel beträgt schon acht Punkte. Diese sportliche Situation passt nicht zum Selbstverständnis eines Grossclubs, für den viele inner- und ausserhalb des Clubs den FCZ trotz reduzierten Budgets auf rund 20 Millionen Franken noch immer halten. Und: Misserfolge führen immer zu Kritik, das ist logisch.

    Die Vorbehalte gegen Bickel

    Zu denken geben muss der Führung allerdings, wenn die Kritik von Leuten geäussert wird, welche Medien dafür nutzen, gleichzeitig aber anonym bleiben wollen – was dann im Endeffekt zu Formulierungen führt wie «Hinter vorgehaltener Hand wird Bickel vorgeworfen …» oder «Gerüchten zufolge soll Bickel ...»

    Bickel war in seinen neun Jahren beim FCZ zwar an drei Meisterschaften und einem Cupsieg beteiligt, der letzte Titel aber geht auf das Jahr 2009 zurück. Er spürt sehr wohl, dass seine Position bei einflussreichen und zahlungskräftigen Mitgliedern des Verwaltungsrats wie Gregor Greber, Hans Ziegler oder George Tzionas nicht mehr unbestritten ist. Sie werfen ihm vor, seine Transfers aus dem Bauch heraus, mitunter ein wenig chaotisch und nicht nach einem strikten Businessplan zu tätigen; vor allem aber haben sie ihm nicht verziehen, dass er als Angestellter des Vereins die vom Verwaltungsrat im letzten März einstimmig beschlossene Entlassung von Trainer Urs Fischer öffentlich nicht mitgetragen hat. Sie hielten Bickels Verhalten für illoyal – gemäss dem Sprichwort: «Beiss nicht in die Hand, die dich füttert.»

    Bickel war jahrelang einer der erfolgreichsten Sportchefs im Schweizer Fussball. Mit den Misserfolgen ist er angreifbar geworden, genauso Präsident Ancillo Canepa. Doch zur vom Boulevardblatt angekündigten Revolution kommt es nicht. Bickel hat den festen Willen, seinen bis 2014 laufenden Vertrag beim FCZ zu erfüllen, und Canepa erklärt: «Ein Rauswurf von Bickel ist absolut kein Thema.» Er hält seine schützende Hand über den Sportchef – und denkt selber nicht im Entferntesten daran zurückzutreten. Die Wahl des FCZ-Präsidenten findet im Dreijahresrhythmus statt, das nächste Mal im kommenden Mai. «Ich mache sicher weiter», sagt Canepa, «es gibt beim FCZ noch viel zu tun.»

    An seinem Willen hat auch die immer wiederkehrende Kritik nicht geändert, er sei mit den Millioneneinnahmen aus der Champions League zu wenig sorgsam umgegangen, habe sie, statt ins Kerngeschäft Fussball und in die Profimannschaft zu investieren, in einem aufgeblähten Mitarbeiterapparat, im FCZMuseum, einer aufwendigen FCZ-Chronik und im FCZ-TV verbraten. Er sieht das schlicht anders.

    Die Solidarität von Hotz

    Um seine Wiederwahl wird er kaum fürchten müssen, auch wenn Vizepräsident Greber hartnäckig Ambitionen auf das höchste Amt nachgesagt werden. Greber selbst erklärt, er sei grundsätzlich ein ambitionierter Typ: «Aber es steht nicht auf meiner Agenda, ob und allenfalls wann ich überhaupt FCZ-Präsident werden möchte.» Canepa findet gut, wenn sich einer wie Greber mit Herzblut für den Club einsetzt. Nur: Nach der im Moment laufenden Kapitalerhöhung von 1,4 auf 4,2 Millionen Franken, mit der einerseits die Liquidität garantiert und anderseits die Kapitalbasis gestärkt werden soll, dürfte über ein Drittel des Aktienkapitals in Canepas Händen sein, und er damit grösster Aktionär. Weil sich auch der frühere Präsident Sven Hotz bereit erklärt hat, in grösserem Umfang Aktien zu zeichnen, werden er und Canepa zusammen die Aktienmehrheit haben. Hotz, heute Ehrenpräsident, sagt: «Ich habe Canepa zu meinem Nachfolger vorgeschlagen, also bin ich mit ihm auch in schwierigeren Zeiten solidarisch. Und den FCZ lasse ich ohnehin nie im Stich.»

    Canepas Blick auf 2017

    Canepas Fernziel ist es, dereinst mit dem FCZ ins neue Stadion auf dem HardturmAreal einzuziehen. 2017 soll die Arena bezugsbereit sein. «Vielleicht bin ich ja in fünf Jahren noch immer Präsident», sagt er. Kurzfristig hofft er, die Finanzen im Lot zu halten und wenn immer möglich am Jahresende schwarze Zahlen auszuweisen. Das könnte möglich werden, weil der Clubanteil der Transfererlöse aus den lukrativen Spielerverkäufen im Jahr 2012 (Rodriguez, Mehmedi, Djuric, Alphonse, Margairaz, Nikci) in die laufende Rechnungsperiode fliesst.

    Der Präsident ist um Gelassenheit bemüht. Er betont, dass der achtköpfige Verwaltungsrat sehr gut zusammenarbeite, er sich nicht vorstellen könne, dass Informationen aus der Führung nach aussen getragen worden seien. Er sagt: «Es ziehen alle am gleichen Strick.» Aber auch in die gleiche Richtung?

    Klar ist: Die Zusammensetzung des VR mit vielen Fachleuten aus der Wirtschafts- und Finanzbranche, die nicht alle über fussballspezifische Fachkompetenz verfügen, birgt Gefahren und Konfliktpotenzial. Und: Zur Ruhe werden der FCZ und seine Führung erst kommen, wenn die Mannschaft wieder gewinnt.

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    Eine kleine Zürcher Revanche an Thornton

    Die ZSC Lions feierten mit dem 2:1 gegen Davos ihren vierten Sieg in Serie – und kontrollierten dabei den NHL-Spielmacher.

    Von Simon Graf, Zürich


    Als Joe Thornton und Rick Nash bei ihrem NLA-Debüt mit einem 9:2 über die Lakers die Liga erschütterten und höchste Erwartungen an die Lockout-Gäste schürten, dachten sie vielleicht, es gehe in diesem Takt weiter. Doch seitdem hat der HCD in vier Spielen gerade noch sechs Tore erzielt und zuletzt dreimal verloren. Doch Thornton wirkte nach dem 1:2 im Hallenstadion nicht besorgt, zeigte sich wie gewohnt strahlend. Auf die Frage eines Zürcher Reporters, ob er langsam nervös werde, lachte er nur und fragte zurück: «Und sie? Sind sie nervös?» Wer wie Thornton gewöhnt ist, einen ganzen NHL-Verein auf seinen Schultern zu tragen (seit er im Winter 2005/06 zu den San Jose Sharks transferiert wurde), sind diese ein Topteam, lässt sich so schnell nicht beunruhigen.

    Eine leichte Unruhe durchströmte allerdings ZSC-Trainer Marc Crawford, als Thornton in der Schlussminute den Puck auf seinem Stock hatte. «Ich habe schon oft erlebt, dass etwas Gutes für sein Team passierte, wenn er den Puck führte», erzählte Crawford, der in der NHL bei Los Angeles und Dallas oft gegen diesen gecoacht hatte. Thornton spielte zurück zu Schneeberger, der schoss direkt, doch Seger blockte den Puck. Und wenig später stand der vierte Zürcher Sieg in Serie fest.

    Segers Solo zum Siegtor

    Crawford lobte seinen Captain für jene Szene überschwänglich, er hätte aber auch noch eine andere erwähnen können: Wie Seger in der 23. Minute durch die Davoser Abwehr spazierte und zum 2:1 ins Lattenkreuz traf. Es war das Highlight und das Siegtor an diesem kämpferisch betonten Abend gewesen. Der ZSCErfolg ging in Ordnung, und er wurde von den über 9000 Zuschauern besonders gefeiert, weil er gegen die Davoser zustande gekommen war. Und gegen Thornton, die dominierende Figur des Finals 2005, den die Zürcher verloren.

    Der 33-Jährige stach diesmal nicht heraus wie gewohnt, so dass der Medienchef des Internationalen Eishockeyverbands nach zwei Dritteln sogar tweetete, er sei «unsichtbar». Das war ein etwas zu hartes Urteil, zumal Thornton erstmals beim HCD auf seiner gewohnten Centerposition spielte und sich mit seinen jungen Flügeln Sciaroni und Steinmann erst noch finden muss. Er spielte immerhin einige sehenswerte Pässe und dürfte, wenn am Samstag Nash zurückkehrt, wohl auch wieder punkten.

    Die Davoser werden, wenn Nash, Sykora und Forster wieder fit sind, bald wieder nach oben klettern. Thornton, der bei seinem letzten Schweizer Gastspiel wenig angetan gewesen war vom Zürcher «Stadiönli», lobte übrigens das Hallenstadion. Es sei schön geworden und nicht zu vergleichen mit der Arena, «in der etwa 50 Leute Platz fanden». Nach fünf Heimspielen können sich die ZSC Lions in dieser Saison über einen guten Besuch freuen, mit einem Schnitt von 8456 Zuschauern liegen sie bislang klar über jenem des Vorjahrs (7589). Der Spielplan beschert ihnen im Oktober aber noch sechs weitere Auftritte auf eigenem Eis – und diese Ballung von Heimspielen wird ihren treuen Anhang auf die Probe stellen.

    Keine Spur von Meisterblues

    Zuerst haben sie aber einmal eine Woche Pause. Die sei wohlverdient, fand Crawford, der gut gelaunt war angesichts der jüngsten Erfolgsserie. Noch läuft nicht alles wie geplant, gestern war das Powerplay ein Schwachpunkt, und die neuen Nordamerikaner Lashoff und Brulé haben noch nicht überzeugt. Doch die Mannschaft demonstriert eine beeindruckende Breite über vier Linien. Und Flüeler hat mit dem Selbstvertrauen eines Meistergoalies zuletzt in vier Spielen nur vier Tore zugelassen. Von einem Meisterblues ist bei den Zürchern jedenfalls nichts zu spüren.

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    Mein Senf:

    Wieder beste Unterhaltung im gut gefüllten Hallenstadion! :cool:

    Dürfte eine gefreute Saison für die ZSC Fans werden!

    Ortstermin Am Abschiedsspiel für Ari Sulander im Hallenstadion

    Letzter Auftritt für «The Wall»

    Von Werner Schweizer, Zürich

    Fast 8000 Zuschauer verabschiedeten GoalieLegende Ari Sulander von den ZSC Lions. Seine 31 hängt nun unter dem Hallendach.

    Im Hallenstadion wurde am Samstag zum letzten Mal «The Wall» (Die Wand) aufgeführt, nicht von Pink Floyd, sondern von Ari Sulander. Die Anhänger des Clubs rollten vor dem Abschiedsspiel des finnischen Torhüters von den ZSC Lions ein fast 60 Meter langes Transparent mit einer Backsteinmauer aus, darüber prangte ein Bild von Sulo Superman. Diese Choreografie war nur ein Stein in der liebevoll und professionell gestalteten Gala, die im Zeichen des 43-jährigen Meistergoalies stand.

    Es folgte der Match der Sulo All Stars, die der Finne aus ehemaligen Teamkollegen wie Andreas Zehnder ausgewählt hatte, gegen die Swiss Legends. Eine ganze Reihe von grossen Namen des Schweizer Eishockeys erwies Sulander die Ehre. Die meisten von ihnen sind heute als Trainer, Sportchefs und Agenten tätig. Renato Tosio deutete an, dass er einst im SCB-Tor eine ähnlich stabile Wand wie der Gefeierte gewesen war. Dass die All Stars bei grosszügiger Arbitrierung der Altschiedsrichter Vögtlin und Marti locker 7:2 gewannen, war keine Überraschung. Immerhin wirkten bei den Zürchern zwei aktuelle Nationalligaspieler der GCK Lions mit, der langjährige Weggefährte Claudio Micheli (42) und Sohn Santtu Sulander (19), der im Gegensatz zum Vater einen breiten Zürcher Dialekt spricht. Sulander entlockte das zweite Gegentor durch Manuele Celio gar ein Schmunzeln. Solches war in den 14 Jahren der Zürcher Karriere beim Ehrgeizigen undenkbar gewesen. Die Klotener Fraktion um Felix Hollenstein hatte den Kasten Sulanders wie so oft in früheren Zeiten intensiv, aber fast erfolglos bestürmt.

    Der wichtigste Transfer

    Dann hatte «The Wall» den letzten Puck gehalten. Die Mauer ist wie viele vor ihr Geschichte. Sulander wurde mit Ovationen und Sprechchören der gegen 8000 Zuschauer an diesem Nachmittag überhäuft. Nach der Ehrenrunde erhielt er die ZSC-Ehrennadel. Die offizielle Ehrung fand vor dem abendlichen Match der ZSC Lions gegen Ambri statt. TASportredaktor Simon Graf, der die Karriere journalistisch begleitet hatte, hielt die Laudatio. Dann wurde das Banner mit der Nummer 31 und einem Porträt des Finnen als erstes unters Hallendach gezogen. Das zeigt, wie bedeutend die Leistungen Sulanders für den Club waren. Darauf wiesen am Samstag auch die Kollegen und ehemaligen Gegner hin. Für Simon Schenk, der den finnischen Weltmeister 1998 nach einer missratenen ersten Saison der Lions verpflichtet hatte, war es der wichtigste Transfer überhaupt.

    Sulander gab der Mannschaft mit seiner Klasse, Sicherheit und unerschütterlichen Ruhe erst die Stabilität für ein Spitzenteam. Auf der DVD mit den Meilensteinen der Erfolge, die der Club in den Verkauf bringt, kann sich der ZSC-Fan noch mal oder wiederholt die zuweilen fast unmöglichen Paraden zum Beispiel im siebten Finalspiel in Lugano 2001 zu Gemüte führen. Die abgewehrten Penaltys im sechsten Finalspiel vor dem Meistertitel 2008 gegen Servette. Die überragende Performance im Final der einmaligen Champions Hockey League 2009 gegen Magnitogorsk, damals allerdings im Exil der Diners Club Arena. Sulander war wahrscheinlich auch der Beste seines Fachs mit dem Stock. Vor zehn Jahren schoss er als bisher einziger A-Goalie beim 6:4 in Ambri ein Tor.

    Stiller Geniesser

    Er war ein Mann der Tat und nicht des Wortes, fasste Micheli zusammen. Die Zurückhaltung prägte den Wortkargen. Bei den ZSC Lions vollendete er seine Mauer.

    Der Fondue-Liebhaber hatte für seinen Abschied die finnische Freundin und Freunde aus der ersten Heimat, dazu die ZSC-Kollegen und Legenden eingeladen. Man tafelte im Backstage-Restaurant der Arena, die der Goalie bei Dienstantritt vor 14 Jahren noch als rauchiges Stadion mit Holzbänken und eingebauter Rennbahn erlebt hatte. Er wiederholte am Ende der Feier, was er schon im Laufe des Tages gesagt hatte: Die ZSC Lions waren ein wichtiger Abschnitt in seinem Leben, an den er sich immer gerne erinnern wird. Jeder Überschwang ist ihm fremd geblieben.

    Sulander lebt heute wieder in Helsinki und lässt sich zum Goalietrainer ausbilden.

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    FC Zürich Die anhaltende Sieglosigkeit erzeugt Spannungen rund um den Verein. Von Ueli Kägi

    Die gestreute Unruhe

    (Mitarbeit: ths.)


    Der FCZ hatte das 0:1 gegen GC und das 0:2 gegen St. Gallen. Nun erkämpfte er sich bei Sion ein 2:2. Der Punkt allerdings genügt nicht, um die Spannung zu lösen, die den Club derzeit plagt.

    Am Mittwoch letzter Woche stellte die NZZ die Arbeit von Fredy Bickel infrage und stellte fest, der Sportchef sei im Umfeld «so umstritten wie noch nie zuvor». Es kamen in der Geschichte Kritiker zu Wort, die den Sportchef als «ausgebrannt» bezeichneten und seine Transferbilanz «katastrophal» nannten.

    Diese Kritiker wurden angelockt von der Erfolglosigkeit, sie treten ohne Namen auf, als Heckenschützen quasi, und sie spielen auch im «SonntagsBlick» von gestern ihre Rolle in einem Artikel mit der Schlagzeile: «Canepa vor Rücktritt. Bickel vor Rauswurf.» Im Text heisst es, Bickel werde wohl zum Abschied gedrängt oder gehe von sich aus. Gerüchten zufolge habe er sich bereits mit Luzerner Verantwortlichen getroffen, GC sei ebenfalls eine Option. Daneben werde auch die Leistung Canepas von FCZ-Verwaltungsräten kritisch hinterfragt.

    «Diese Geschichte entbehrt jeder Grundlage!», ruft Ancillo Canepa ins Telefon. Und: «Weder denke ich an einen Rücktritt, noch ist ein Rauswurf von Fredy Bickel geplant.» Es herrsche Ruhe. «Im Fussball ist es gelegentlich so, dass die Resultate nicht stimmen. Der Bau eines neuen Teams geht manchmal schneller, manchmal weniger schnell – wie jetzt bei uns.»

    Es ist gerade diese Erfolglosigkeit, mit welcher der FCZ das Spielfeld für Spekulationen bietet. Seit neun Jahren ist Fredy Bickel Sportchef des FCZ. Er will sich «der Kritik stellen», sagt aber auch: «Wir dürfen nicht vergessen, wie viele Erfolge wir in der Vergangenheit gefeiert haben.» Er glaubt, dass die Clubführung gerade seit dem im Winter eingeleiteten Neubeginn gut gearbeitet habe, spricht vom Sparkurs und glaubt trotzdem an die Möglichkeiten des Vereins. Zu den Zuzügen steht er «100 Prozent». In der Mannschaft sieht er «unheimliches Potenzial», nur Zeit brauche sie eben. Vehement bestreitet Bickel, jüngst mit Luzern oder GC gesprochen zu haben: «Mein Verein ist der FCZ. Ich will hier weitermachen.»

    Bickel fragt sich, ob die Artikel orchestriert sind und wer im FCZUmfeld ein Interesse haben könnte, Stimmung gegen die Vereinsführung zu machen. Antworten hat er bislang nicht gefunden. Auf die Spekulation, dass es der frühere Verwaltungsrat und im Zwist mit Canepa ausgeschiedene René Strittmatter sein könnte, wie manche im Clubumfeld glauben, mag er nicht eingehen.

    Acht Personen sitzen im FCZ-Verwaltungsrat. Neben Canepa sind Gregor Greber (er soll Präsidiumsambitionen hegen) und Finanzspezialist Hans Ziegler die starken Figuren. Canepa, der gemäss interner Absprache als Einziger aus dem VR öffentlich reden soll, hält es für ausgeschlossen, «dass irgendwelche Informationen von der Führung nach aussen drangen». Sie alle würden die gleichen Interessen verfolgen.

    Allerdings zeigt die Vergangenheit, dass in der VR-Zusammensetzung Konfliktpotential steckt. Als der FCZ Trainer Fischer entliess, tat er das gegen Bickels Willen und auf Druck von Greber und Ziegler. Jetzt hat der Club wieder Unruhe. Vielleicht gar eine hausgemachte. Und sie wird nicht kleiner werden, wenn nicht bald die dauerhafte Wende zu besseren Resultaten gelingt.

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