Beiträge von Larry

    Zitat von ZueriSide


    Ich denke, dass was uns fehlt um oben mitzuhalten, ist die Geduld für den Eintritt einer gewissen Kontinuität.

    Das ist ganz sicher so!

    Ich war nicht besonders Begeistert, als Salis als Sportchef vorgestellt wurde.

    Ein Anfänger!

    Allerdings gibt es praktisch keine fertigen, guten Sportchefs auf dem Markt.

    Also muss halt Salis seine Stifti bei uns machen, hoffen wir, dass es sich auszahlt.

    Was gar nicht geht und was Gott sei Dank auch nicht passieren wird:

    Nicht schon wieder den Misserfolg dem Trainer anlasten!

    Genau HIER braucht es Kontinuität, und das wissen sie unterdessen auch beim Z!

    Zitat von Ali Bengali


    Der ZSC & vor allem Hartley hat genügend andere Probleme, zum Beispiel: Wie werden wir die ohne Konzept eingekaufte Gurkentruppe los.

    :applaus:

    Hartley muss mit dem Müll arbeiten, der ihm zur Verfügung steht, und der spielt seit drei Jahren Scheisse, egal wer an der Bande steht, egal ob er das CH Hockey (was ist das?) kennt oder nicht.

    Aber was reg ich mich auf: Besser in Zukunft weder den Live Ticker konsultieren noch hier rein schauen!

    :blosswech:

    Tiefpunkt ohne Vorwarnung

    Die ZSC Lions zeigen sich beim 0:4 gegen ein dezimiertes Lugano weit von der Playoff-Form entfernt.

    Von Simon Graf, Zürich

    Wer während der Pause vergessen hatte, wie freudlos die Auftritte der ZSC Lions in diesem Winter oft waren, der wurde gestern beim 0:4 gegen Lugano wieder daran erinnert. Es war erstaunlich, dass von den 7359 Zuschauern kaum einer vorzeitig das Stadion verliess. Und dass nach der Schlusssirene nur vereinzelte Pfiffe zu hören waren. Die Zürcher hätten gegen die Bianconeri, die sie zuvor dreimal geschlagen hatten, Fahrt aufnehmen können und die Hoffnung schüren, dass im Playoff vielleicht doch etwas möglich ist. Doch ihre Leistung war eine spielerische Bankrotterklärung. Sie waren den Tessinern, die ohne den erkrankten Nummelin und mit nur drei Ausländern antraten, in allen Belangen unterlegen.

    Er wolle es kurz machen, sagte der konsternierte Bob Hartley danach. «Wir haben auf der ganzen Linie enttäuscht. Mehr gibt es nicht zu sagen.» So einfach liessen ihn die Journalisten dann aber nicht gehen. Ob die Spieler vielleicht den Druck bräuchten, in den Kampf um die Playoff-Plätze involviert zu sein, fragte ein Reporter. Hartley schüttelte nur seinen Kopf. Wer jetzt, da es aufs Playoff zugehe, nicht motiviert sei, der habe den Beruf verfehlt, sagte der Kanadier. Und er brachte das Beispiel vom Pöstler, der jeden Vormittag auf der Vespa in einer gelben Uniform bei seinem Haus auftauche und die Briefe bringe. «Er hat keinen Druck, muss höchstens aufpassen, dass er nicht vom Hund gebissen wird. Aber er hat auch nicht 7000, die ihm zujubeln, wenn er seine Arbeit gut macht.»

    Auch Captain Seger war ratlos

    Was Hartley sagen wollte: Wie eine solch uninspirierte Leistung vor recht gut besetzten Rängen zustande kommen kann, ist ihm ein Rätsel. Die Antwort könne, fügte er an, nur von den Spielern kommen. Doch auch Captain Seger wusste keine Erklärung. «Wir hatten gerade mal 20 Torschüsse, davon nur noch 4 nach dem 0:2», rechnete er vor. «Offensiv waren wir inexistent. Und in der Mittelzone haben wir alle Zweikämpfe verloren. Entweder hat Lugano unheimlich clever gespielt. Oder wir waren einfach nicht da. Vielleicht waren einige in ihren Gedanken schon in Playoff-Träumen versunken. Heute waren wir 22 Einzelkämpfer, keiner hat den anderen unterstützt.»

    Bedrohlich ist die Tabellensituation dank der vier Siege vor der Pause noch nicht. Der Vorsprung auf Biel beträgt sechs, auf Servette noch vier Punkte. Doch das Restprogramm mit Spielen gegen die Top 3 sowie gegen die Lakers und zum Abschluss gegen Servette ist schwierig. Mit Auftritten wie diesmal holen die Zürcher nicht mehr viele Punkte. Und selbst wenn sie trotz eines schwachen Finish ins Playoff kommen, so wäre das eine schlechte Vorbereitung auf den Viertelfinal. In den verbleibenden fünf Partien geht es darum, sich in Form zu spielen. Doch gegen Lugano funktionierte keine Linie mehr. Und es ist ein Rätsel, wieso Kolnik nicht langsam Spielpraxis erhält. «Ich habe Vertrauen in die Trainer, dass sie ihn richtig aufbauen», sagt Sportchef Salis.

    Ambühl war noch der Beste, das Powerplay dagegen wie gewohnt miserabel, ebenso die Schussqualität. Und als Hartley im Schlussabschnitt die Linien durcheinander wirbelte, verflüchtigten sich die letzten spielerischen Ansätze. Im Finish verhöhnte Lugano-Coach Larry Huras den Gegner noch, indem er ein Timeout nahm. Hartley fand es nicht lustig – für ihn passte es zu einem komplett unerfreulichen Abend.

    ZSC Lions – Lugano 0:4 (0:1, 0:1, 0:2) Hallenstadion. – 7359 Zuschauer. – SR: Massy/ Rochette, Mauron/Tscherrig. – Tore: 14. Romy (Sannitz, Bednar) 0:1. 34. Romy (Bednar, Domenichelli/ Ausschluss Schnyder) 0:2. 51. (50:46) Sannitz (Schlumpf, Romy) 0:3. 52. (51:24) Steiner (Murray, McLean) 0:4. – Strafen: 6-mal 2 Minuten gegen die ZSC Lions, 7-mal 2 Minuten gegen Lugano.
    ZSC Lions: Flüeler (ab 52. Sulander); Murphy, Seger; Gobbi, Geering; Stoffel, Schnyder; Down, Pittis, Monnet; Bärtschi, Ambühl, Tambellini; Kenins, Cunti, Schommer; Bastl, Schäppi, Bühler.
    Lugano: Conz; Vauclair, Ulmer; Hendry, Kienzle; Blatter, Nodari; Schlumpf, Profico; Bednar, Romy, Sannitz; Murray, McLean, Steiner; Simion, Conne, Jörg; Kostner, Kamber, Domenichelli.
    Bemerkungen: ZSC ohne Kolnik (überz.), McCarthy, Blindenbacher, Camperchioli, Breitbach (verletzt), Lugano ohne Nummelin, Burki (krank), Hirschi, Rintanen, Reuille,Niedermayer (verl.).– 58:51Timeout Lugano.
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    Mein Senf:
    Ich kann begreifen dass die, die im Stadion waren, hier Dampf ablassen.
    Was ich nicht verstehe:
    Warum wird die "Mannschaft", die nun seit drei Jahren Scheisse spielt von der Kritik ausgenommen?
    Warum soll (wieder!) nur der Trainer schuld sein?
    Warum darf man einen "Torhüter" nicht auswechseln, der drei Tore kläglich auf seine Abpraller bekommt?

    Zitat von larlf


    aber das häts au scho vor 20-30 jahr geh, dass sie die vo de (kantonal-)uswahle händ welle zu sich hole, das isch nüt neus...

    Mit em Underschied dass damals nur GC das gmacht häd, die andere händ pennt!

    GC häd es Scouting gha wo alli andere nöd mal gwüsst händ dass es das git.

    Aber au dört sinds halt ih- und überholt worde....

    Zitat von Larry


    «Wir haben das Recht, zwei PlayoffTermine auszukaufen», erklärt Felix Frei, der Direktor des Hallenstadions. «Davon haben wir hier Gebrauch gemacht.

    Solche Vertragsdetails sind unakzeptabel! :warnix:

    Zitat von Brave New World


    Pffff. Celtic hat in Schottland nix verloren :mrgreen: :nick:

    Meinst Du die Rangers?

    Celtic Fans sind Iren, Rangers Fans sind Englandfrendlich, was Schotten nicht sind.

    Mit Schottland haben beide Clubs wenig bis nichts am Hut.

    PS: Die Schotten wollen sich ja 2014 aus dem Vereinigten Königreich (endlich) verabschieden....

    Zitat von Vladi19

    The same procedure as (almost) every year... :roll:

    Im Nachhineine ein Wunder dass wir 2000 und 2001 alle Daten zur Verfügung hatten.....damals hätte man gut sagen können "die kommen ja sowieso nicht weiter", mit DER Vergangenheit....

    Die neue Halle MUSS kommen!

    Zu viel Erfolg beschert den ZSC Lions ein Terminproblem :roll:

    Von Simon Graf

    Das Hallenstadion wäre bei einem 6. Halbfinalspiel besetzt. Zuerst muss der ZSC, der heute Lugano empfängt, aber das Playoff sichern.

    Mit dem Heimspiel gegen Lugano beginnt für die ZSC Lions heute der Endspurt der Qualifikation mit 6 Partien innert 12 Tagen. Das erklärte Ziel ist, noch auf Rang 6 hochzukommen. Mehr ist nur noch mathematisch möglich. Die Zürcher würden im Playoff, das mit einem Sieg über die Tessiner praktisch gesichert wäre, zum dritten Mal in Folge als Auswärtsteam starten. Und das heisst, dass für sie, wenn sie da erfolgreich spielen, ein Terminkonflikt entstünde: Im Halbfinal würde ihnen in Spiel 6, im dritten Heimspiel am Donnerstag, dem 29. März, das Hallenstadion nicht zur Verfügung stehen. Dies wegen der Generalversammlung der Zürich-Versicherung.

    «Wir haben das Recht, zwei PlayoffTermine auszukaufen», erklärt Felix Frei, der Direktor des Hallenstadions. «Davon haben wir hier Gebrauch gemacht. Falls die ZSC Lions so weit kämen, müssten wir mit der Liga und dem Gegner eine Lösung suchen.» Es ist ein ähnliches Szenario wie im Final 2008, als die Zürcher für den Termin des ersten Heimspiels gegen Servette keine freie Halle hatten – weil dort die Zürich-Versicherung tagte. Die Serie wurde um drei Tage vorgezogen, womit der ZSC um seine Verschnaufpause nach einem intensiven Halbfinal gegen Davos gebracht wurde und die ersten zwei Finalspiele verlor.

    Und was wäre diesmal die Lösung? Noch gibt es keine. «Wir haben uns darauf geeinigt, dass wir dann schauen, wenn es so weit kommen sollte», sagt Frei. Für Bruno Vollmer, beim ZSC Leiter des Spielbetriebs, ist klar: «Es gäbe eine Feuerwehrübung. Das Spiel anderswo auszutragen, wäre problematisch. Falls wir so erfolgreich wären, wäre das Hallenstadion ausverkauft. Und eine solche Kapazität hätten wir nirgendwo. In Kloten oder Rapperswil würden wir nicht viel mehr als unsere 6000 Saisonkartenbesitzer unterbringen.» Zudem wäre es kurzfristig nicht möglich, die Eiswerbung anzupassen.

    Spielplangestalter Willy Vögtlin hält fest: «Wir müssten eine Lösung finden, bei der dem allfälligen Gegner kein Nachteil entstünde.» Eine Idee wäre, das sechste und siebte Halbfinalspiel auf Samstag und Sonntag zu verschieben. Aber würde der Gegner dem zustimmen? Im ungünstigsten Fall müssten die ZSC Lions ihr Heimrecht abtreten. Problematisch könnte es für sie auch im Final werden, falls dessen Beginn wegen kurzer Halbfinals vorgezogen würde. Für Vollmer zeigen diese möglichen Terminkonflikte, wie schwer es ist, in der Mehrzweckhalle die Interessen des Betreibers und des ZSC zu vereinbaren. Er folgert: «Wenn wir ein eigenes Stadion hätten, würde auch das Hallenstadion profitieren.»

    Frei stimmt dem zwar nicht zu, aber er sagt: «Wir sind zuversichtlich, dass wir den Auszug des ZSC kompensieren könnten. Auch wenn wir dazu noch keinen festen Businessplan haben.» Wenn die 21 Playoff-Termine im März und im April wegfielen, hätte er in der GV-Saison freie Hand. Zudem könnte er ohne das periodische Eishockey mehr Veranstaltungsblöcke einplanen. Bei Konzerten sieht er indes kaum mehr Steigerungspotenzial. Ob und wann die ZSC Lions ausziehen, ist aber ohnehin ungewiss. Fürs Erste gilt es, gemeinsam die Herausforderung Playoff zu meistern.

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    Bircher hat lange die Hoffnung gehabt, die Budgets in der NLA würden sinken.

    Dem ist aber nicht so, im Gegenteil!

    Wie ich gelesen habe (*) entwickeln sich die Budgets im Gegenteil in Richtung 20 Mio, bzw. gewisse Clubs geben das bereits aus!

    Hier dürfte der Grund zu finden sein, warum Bircher nach nur drei Jahren bereits hinschmeisst.

    Er macht zwar kein "nach mir die Sintflut", aber er macht ein "ab heute könnt ihr zahlen".

    * : Edit: gefunden:

    Ein 12,5-Millionen-Budget als Herausforderung
    Klar ist: Den Flyers kann es nur guttun, dass sich mit Fetscherin künftig jemand zu 100 Prozent – und ohne anderen Job – um sie kümmert. Eine andere Frage ist jedoch die: Kann Kloten mit einem Budget von 12,5 Millionen Franken, das der neuen Führungscrew auch in Zukunft vorschwebt, ein Spitzenteam bleiben? Zweifel daran sind erlaubt. Der Trend sieht nämlich vor, dass die Spitzenteams ihre Budgets auf gegen 20 Millionen erhöhen – oder es bereits getan haben. Es wird schon eine Herausforderung, das Budget mit der Mannschaft der nächsten Saison einzuhalten. Wenn Patrick von Gunten zurückkehrt, umso mehr. Der Plan der Flyers sieht vor, in diesem Fall nur mit drei Ausländern zu spielen. Das alles kommt einem irgendwie bekannt vor – wirklich durchgezogen haben die Zürcher eine solche Absicht noch nie.
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    Zitat von snowcat


    scho, aber ich glaube halt nach wie vor, dass wänn's würkli matthäus am letschte isch für d'heugümper, dass eine oder mehreri us em alte zürcher geldadel uftauchet und de verein rettet.

    Glaub ich au! :nick:

    Ich habe mir heute wieder mal ein NHL Live (am TV) reingezogen:

    Florida Panthers@NY Islanders

    Die Panthers mit guten PO Aussichten vs. die Isles mit "unserem" Mark Streit und Nino Niederreiter, das war doch ein Grund!

    Ich also am TV (Gysin?) und der wohl einigen von Euch bekannte "Frischi" von GCK im Stadion.

    Peng, 1:0 Islanders! Mit dem ersten Schuss gleich das erste Tor.

    Doch das wars auch schon für die Islanders.

    Die Panthers, die nicht nur einen guten Lauf haben sondern die ganze Saison sehr solid spielen, liessen sich nicht aus der Ruhe bringen, zogen ihr Ding durch und landeten einen ungefährdeten 1:4 Sieg on the road.

    Streit hatte mit 22:57 wieder am meisten Eiszeit von allen Spielern, musste aber (wieder) eine -1 einstecken.

    Der Reporter der Panthers nannte ihn abwechselnd "offensive Defenceplayer", "super offensive Defenceplayer" oder "swiss born defenceplayer".

    Er viel auf wenn die Isles mal im Angriff waren, was selten der Falle war, oder eben im PP.

    Nichts neues auf der Insel.

    Der Name Niederreiter (8:57 Eiszeit) viel ein oder zwei mal, gesehen habe ich nichts.

    Tavares (20:27) viel am meisten auf.

    Die Panthers haben nun 4 Punkte auf die Caps (danke Rangers!), und es sieht sehr, sehr gut aus für Playoffs in Sunrise nach langen 10 Jahren.

    Let's go Panthers!

    Der FCZ kann nun ohne Druck aufspielen, was das Ganze sicher sehr erleichtert.

    Die Nagelprobe kommt dann nächste Saison, wenn Canepa wieder seine Ziele definiert und der Druck wieder steigt.

    Der ganze Stolz von Oma Frieda

    Mark Streit ist bei den New York Islanders in die Rolle eines geachteten NHL-Captains und Mentors gewachsen

    VON SILVAN SCHWEIZER

    UNIONDALE Es ist ein rauer Nachmittag draussen vor den Toren New York Citys. Im Bauch des alten Nassau Coliseum schauen sich die Spieler der Islanders eine Stunde lang Videos von krachenden Checks an – harte korrekte und dumpfe böswillige. Brendan Shanahan, der einstige NHL-Star und nun Einzelrichter, ist zu Besuch und hält einen Vortrag. Mark Streit, der Captain, verlässt den Anschauungsunterricht wie gewohnt als Letzter und berichtet danach: «Das war wichtig. Man muss die Spieler mit solchen Szenen konfrontieren, muss sie schulen. Denn es gibt welche, die unverbesserlich sind.»

    Das Thema Checks und Verletzungen löst bei Streit immer noch ein Gefühl der Ohnmacht aus. Die komplette vergangene Saison verpasste der 34-jährige Berner wegen einer komplizierten Schulterverletzung. Er hatte sie in der Vorbereitung bei einem unglücklichen Zusammenprall mit einem Teamkollegen erlitten.

    Wie einer, der nach einem Jahr Pause am Lauberhorn fährt

    Der Wiedereinstieg sei danach eine grosse Herausforderung gewesen, erzählt der Verteidiger. «Ich war ja auch ein Jahr weg gewesen vom ganzen Mannschaftsleben. Und auf dem Eis musste ich wie von neuem beginnen, mein Timing wieder finden.» Er überlegt kurz und findet dann einen passenden Vergleich: «Wenn einer ein Jahr nicht mehr Ski fährt und danach am Lauberhornrennen mitmacht, wird er wohl auch nicht gleich gewinnen.»

    Streit wirkte deshalb in diesem Winter lange nicht so selbstsicher am Puck wie zuvor, er konnte auch nicht mehr an seine frühere Punktequote anknüpfen. «Ich beging Fehler, die für mich unerklärlich waren», sagt der Berner. Er fing sich eine der schwächsten Plus-Minus-Bilanzen der NHL ein (–20). «Das passt mir natürlich nicht, aber ich kenne die Gründe», sagt Streit. Er sei wohl bereits zehnmal auf dem Eis gestanden, als sein Team einen Treffer ins verlassene Tor kassierte.

    Es benötigte den Motor Streits, der langsam warm lief, und die Brillanz des besten Stürmers, des erst 21-jährigen John Tavares, dass sich auch die Mannschaft steigerte. Mittlerweile haben die Islanders nur noch acht Punkte Rückstand auf einen PlayoffPlatz. «Seit zwei Monaten spielen wir besser. Wir haben dazugelernt, wir sind cleverer geworden», sagt Streit. Seit der AllstarPause fühlt er sich wie der Alte. Gestern entschied er die Partie gegen Los Angeles mit einem herrlichen Tor. Mit 31 Punkten ist er unter den Verteidigern bereits die Nummer 10 der Liga.

    Es hatte auch seine Zeit gebraucht, bis Streit mit seiner Rolle als Captain zurechtkam. Ein Meilenstein, ja eine Riesenehre sei es gewesen, in einem geschichtsträchtigen Klub wie den Islanders dieses Amt übernehmen zu dürfen. Aber eben auch ein Findungsprozess. Denn was für ein Anführer wollte er sein? «Es gibt jene, die das Herz eher auf der Zunge tragen. Und jene, die eher ruhig sind», erklärt er. Er trage beide Komponenten in sich. Auch er kann mal laut werden. Aber er verliert nicht mehr so rasch die Nerven wie damals als 25-jähriger Captain bei den ZSC Lions. Da haute er im Ärger schon mal einen kleinen Materialwagen kaputt, der ihm im Weg stand.

    «Ich kann nicht nur mit der Peitsche knallen, sonst nehmen mich die Jungs nicht mehr ernst», sagt Streit nun. «Ich muss viel reden, spüren, was das Team braucht. Wenn es einmal nicht so gut läuft, versuche ich, die Jungs anzufeuern, die richtigen Worte zu finden.» Er hat rasch gemerkt, dass alles einfacher wird, wenn er selbst besser spielt: «Wenn ich alles gebe und eine gute Leistung abliefere, sehen das die anderen. Und es ermutigt sie.» Streit braucht diesen Antrieb, besser zu werden, er hat ihn seine Karriere lang begleitet: «Ich bin einer, der gefordert werden muss. Das hält einen ehrlich.»

    Seine Art kommt an, Starstürmer Tavares jedenfalls hat nur die besten Worte für den Schweizer übrig: «Er ist eine grosse Persönlichkeit – wie er die Menschen behandelt, seine Generosität. Wenn er etwas sagt, legst du deine Sachen weg und hörst zu. Du weisst, es kommt etwas Wichtiges, denn es kommt von Herzen.»

    Tavares und Streit sind die beiden Spieler, welche bei den Islanders die meisten Interviews geben müssen. «Zu mir kommen die Journalisten aber vor allem, wenn wir verlieren», sagt Streit. «Da musste ich lernen, wenn ich nach einem Match wirklich sauer war, mein Temperament im Zaum zu halten.» Zu seinen weiteren Aufgaben als Captain gehörte zum Beispiel, den internen Bussenkatalog abzusegnen. Er organisierte die Räumlichkeiten und die Verpflegung für die Superbowl-Party des Teams und sammelte Geld für Weihnachtsgeschenke an die Betreuer.

    Streit geniesst die neue Verantwortung. Und er hat unlängst erfahren, was für eine Grösse er in ganz Nordamerika geworden ist: Die Spielergewerkschaft fragte ihn an, ob er als einer von 30 Profis an den Verhandlungen mit der Liga um den neuen Gesamtarbeitsvertrag (CBA) teilnehmen wolle. «Die Vorgänge interessieren mich sehr», sagt Streit. «Aber ich muss mir noch überlegen, welche terminlichen Verpflichtungen ich damit eingehen würde.»

    Er selbst spielt um den nächsten Vertrag, seinen letzten grossen. Nächste Saison läuft sein Kontrakt aus, der ihm in fünf Jahren rund 20,5 Millionen Dollar eingebracht haben wird. Die Drohungen von einem möglichen Lockout hält er für Panikmacherei: «Das Business läuft gut, unser Sport ist populär. Ich habe das Gefühl, dass wir eine Lösung finden werden.» Allerdings muss auch er eingestehen: «Wir Spieler haben das letzte Mal schon so viel aufgegeben, wir haben einer Lohnobergrenze zugestimmt, haben 24 Prozent bei den Salären gekürzt. Es wäre unklug, wenn man das noch mehr ausreizen wollte.»

    Freundschaft zu Niederreiter – trotz 15 Jahren Unterschied

    Seine Erfahrungen zum CBA gibt Streit auch an Teamkollege Nino Niederreiter weiter: «Ich sagte ihm: ‹Du musst dich damit auseinandersetzen, es geht da auch um deine Zukunft. Es ist wichtig, dass du dir eine Meinung bildest und die Abläufe verstehst.›» Streit ist zum Mentor für den 19-jährigen Churer geworden. Auch eine gute Freundschaft ist trotz des Altersunterschieds entstanden, die beiden haben gar für kurze Zeit zusammengewohnt. «Unsere Eltern haben sich kennen und schätzen gelernt», sagt Streit. «Und wenn wir gerade keine Freunde oder Familie zu Besuch haben, unternehmen wir gemeinsam etwas.»

    Den erstaunlichsten Gast empfing Streit erst vor kurzem: Seine 96-jährige Grossmutter Frieda kam extra für zwei Partien aus dem bernischen Jaberg angereist. «Sie musste zuerst einen Pass anfertigen lassen, da sie seit über 30 Jahren nicht mehr im Ausland war. Und in den USA sowieso noch nie», sagt Streit. Der NHLStar führte sie durch die Stadt, zeigte ihr den Times Square und den Central Park. Und am Abend, als sie auf dem grossen Videowürfel im Stadion vorgestellt wurde, sei sie unglaublich stolz auf ihren Enkel gewesen. «Sie hat immer gesagt: ‹Mark es ist jetzt Zeit für dich, heimzukehren›», erzählt Streit. «Doch nachdem sie hier gewesen war, meinte sie: ‹Ich begreife, dass du bleiben willst. Du hast es so schön.›»

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