Schubiger
Erinnerungen mit Konfettiregen
Schubiger mochte sie nicht, diese Pokalübergaben. Das hatte nichts damit zu tun, dass er selbst in diesem elenden Jahr nichts zu feiern hatte. Das hatte nur damit zu tun, dass er diese organisierte Fröhlichkeit nicht sehen wollte. Diese Händedrückende-Krawattenfunktionäre-Fröhlichkeit. Diese Wirstehen-jetzt-auf-ein-Sponsoren-Podestund-jubeln-für-die-Fotografen-Fröhlichkeit. Und am allerschlimmsten, für Schubiger so schlimm, dass er sich dagegen sofort ein Sondergesetz wünschte: diese Papierschnitzel-Kanonen-Spritz-in-dieLuft-Fröhlichkeit.
Sie erinnerte Schubiger in jedem Frühsommer wieder an einen Fasnachtstag in seiner Kindheit. Und an diesen Fasnachtstag erinnerte er sich ungefähr so gerne wie an Titelgewinne des FC Basel. Im letzten Augenblick liess er sich damals von Mutter und Vater Schubiger verkleiden. Es war eine Notlösung, er ging als alte Hexe mit Rock. Und hinten unter den Rock liess er sich für den optischen Gewinn ein Kissen stecken. Schubiger musste ausgesehen haben wie eine sehr unglücklich proportionierte Ente. Und er gewann damit keinen von den erträumten Preisen auf dem Gabentisch, er gewann nur das Lachen eines dicken Mannes vom Strassenrand, der ihm zweimal an den kissenweichen Hintern tätschelte. Nie hatte Schubiger ein Wienerli schlechter geschmeckt als nach dem Umzug.
Von was auch immer der Erfinder der Papierschnitzel-Schleuder-Kanonen Fan war – und es konnten nur Klubs wie Manchester United sein – er wünschte diesem Mann und seinen Mannschaften ewige Derby-Niederlagen. Und David James im Tor. Oder Guatelli. Und Kyrgiakos in der Verteidigung. Oder Magnin. Und Ngog im Sturm. Oder Pouga. Oder Akhalaia. Und: Canepa als Präsident.