Beiträge von virus

    Gastroprofis gegen Talentproduzenten
    Der Playoff-Final SCB gegen ZSC ist das Duell der beiden mächtigsten NLA-Clubs – und ihrer grossen Gegensätze
    VON SILVAN SCHWEIZER

    ZÜRICH Es mutet kurios an, dass sich Bern und ZSC Lions angesichts ihres Potenzials erst jetzt zum ersten Mal in einem PlayoffFinal duellieren: Der eine Grossclub stammt aus dem Politzentrum der Schweiz, der andere weiss den stärksten Wirtschaftsraum hinter sich. Die beiden haben am meisten Nationalspieler im Kader, die grössten Stadien und die produktivsten Nachwuchsabteilungen.

    Doch stets schwächelte in der Vergangenheit einer der beiden, erst jetzt begegnen sie sich auf dem Eis auf höchster Ebene. Abseits davon sind aber die Unterschiede gross geblieben: Während der SCB zum zehnten Mal in Folge den europaweit höchsten Zuschauerschnitt (15 779) aufweisen konnte, strömen die Zürcher erst jetzt richtig ins Hallenstadion. «Wir haben teilweise bis zu 600 Events an einem Tag in Zürich. Das ist ein beinharter Verdrängungswettbewerb», sagt ZSCCEO Peter Zahner. «Bei uns ist der Veranstaltungskalender halt nicht so dick wie ein Telefonbuch», frohlockt derweil Kollege Marc Lüthi aus Bern.

    Vergessen ist bei den ZSC-Fans mittlerweile so manch trister Abend im Herbst. «In Zürich kann es schnell gehen – vom Pfeifkonzert zum Beifall», weiss Radio-24Reporter Walter Scheibli, der den Verein seit 1980 begleitet. «In Bern ist man da loyaler», sagt Radiokollege Albi Saner von Capital FM, der auch schon seit 25 Jahren kommentiert. «Auch wenn ein Käse zusammengespielt wird, die Kritik hält sich im Rahmen.»

    Der drittgrösste Beizer auf dem Platz Bern

    Der SCB geniesst in Bern eine Vormachtstellung. «Er ist Teil der Gesprächskultur. Und ein Ort, um sich zu treffen», sagt Saner. Sein Herzstück im Stadion ist die Steilwandrampe, die auch nach dem Umbau zur PostfinanceArena 2009 belassen wurde. Aber sonst hat sich einiges getan, seit Lüthi vor 14 Jahren eingestiegen ist. Er hat das Catering professionalisiert, inzwischen ist der SCB mit 16 Restaurants sowie einem Jahresumsatz von über 45 Millionen Franken der drittgrösste Beizer auf dem Platz Bern. Soeben hat er über 850 Lohnausweise verschickt. Das Erfolgsrezept kennt jedoch nicht einmal Lüthi selbst genau: «Es ist wohl einfach ehrliche Arbeit – von denen auf dem Eis bis zu den Serviceleuten in unseren Gastrobetrieben.»

    Was der SCB hat, strebt auch der ZSC an: Geld mit der Verpflegung seiner Fans zu verdienen. Doch im Hallenstadion ist das nicht möglich. Das grösste Zürcher Plus bleibt die Nachwuchsarbeit. Das einzigartige Netzwerk umfasst fast 900 Junioren, die sich auf die Teams von ZSC, GCK Lions, Dübendorf und Urdorf verteilen. Vor kurzem holten die Elitejunioren der Kategorien A und B erneut den Titel. «Nach den Abgängen von Talenten wie Genoni und Berra haben wir uns gesagt: Das darf nicht mehr passieren», sagt CEO Zahner. «In den letzten vier Jahren haben wir deshalb begonnen, immer mehr eigene Spieler in die erste Mannschaft einzubauen.» Derzeit sind es elf, welche die Lions selbst ausgebildet haben. Die Gastroprofis gegen die grössten Talentproduzenten heisst also das Duell. Aber auch: die verschlafenen Berner gegen die vorlauten Zürcher, ginge es nach den Klischees. «Walliser, Bündner und Basler kommen in unserer Gunst sicher vorher», bestätigt der Berner Radiomann Saner. «Die Zürcher kommen uns ein bisschen grosskotzig daher.» Und SCBBoss Lüthi sagt: «Man kann es vergleichen mit der Beziehung zwischen Schweizern und Deutschen. Eigentlich haben wir sie gerne, aber sie sind halt ein bisschen grösser, auch wirtschaftlich, und weniger gehemmt.»

    ZSC-Mann Zahner vermutet, dass das Duell dennoch weniger emotional wird als etwa früher gegen Lugano: «Wir sind uns in der Deutschschweiz von der Mentalität her ähnlicher.» Auch Reporter Scheibli glaubt nicht, dass die Stimmung jemals wieder so überbordend wird wie 1992, als der ZSC sensationell das «Grande Lugano» aus dem Playoff warf: «Sogar GC-Goalie Martin Brunner tanzte und feierte damals, wie er es bei einem eigenen Meistertitel danach nie mehr tat.»

    Bern und Zürich: Der Fussball darbt, das Eishockey floriert

    Und was meint die Politik zum Aufeinandertreffen der Mächtigen? «Beide Städte sind ja fussballerisch nicht gerade im Hoch. Gut, dass jetzt das Eishockey Abhilfe schafft», sagt Berns Stadtpräsident Alexander Tschäppät. Er erwartet eine enge Serie, eine, die «fägt»: «Die Fans werden fanatisch sein, aber auf eine gute Art und Weise.» Der Zürcher Stadtrat Gerold Lauber versucht Druck wegzunehmen, wenn er sagt: «Der ZSC darf, muss aber nach seinen Erfolgen in der Champions League nicht Meister werden.» Da zeigt sich Tschäppät schon bestimmter: «Unserem Selbstvertrauen täte es schon noch gut, wenn wir jetzt dieses Titelchen holen würden.»

    © SonntagsZeitung 01.04.2012

    Zitat von zsc79

    Wäre doch mal schön, wenn auch W. Frey von den Fans im 3. Rang gewürdigt und gefeiert würden und zudem eine Choreo dazu gezeigt würde, oder ?!


    Klar, solangs Fangruppierige git, wo das "Lions" partout nöd wend akzeptiere und bi jedem Shirt, Fahne, Flyer usw. nur s'alte Logo benutzed oder uf Flyer für Carfahrte so en Satz druf schribed: "Bemerkung: Lions-Artikel sind im Fancar nicht erwünscht." chasch das wohl vergässe.

    Witzig aber irgendwie, dass wohl en Grossteil (oder sogar d'Mehrheit?) vo dene Lüüt vor 1997 wohl gar nanig oft amene ZSC (ohni Lions) Match gsi sind.

    Nach em Meischtertitel im 2008 hani dä Walter Frey gfräged, öb ich sini Medaille därf ha für es Föteli, er hät mer sie tatsächlich gäh, hät aber vorher no gfräged "Aber scho en richtige ZSC Lions Fan oder?". Schlussändlich han ich sie um dä Hals gha und han mit ihm dänn für es Föteli posiert. Debi hani, vergliche mit sinere Leischtig, en Scheiss gmacht für die Medaille oder dä Meischtertitel.
    Sicher ganz en flotte Typ dä Walti Frey.

    Zitat von virus

    was will mer da scho säge, ich han kei ahnig wie dä scb schpilt i dene playoffs. han aber gseh, wie dä Z würklich churze prozäss gmacht hät mit davos und zug. beidi sind nie würklich und wänn, dänn nur wenig, e gfahr gsi imene schpil und so diszipliniert wie sich all Z schpiler immer verhalte händ, isch ja fascht scho gfürchig.

    ich gseh nur die beide seriie und die säged:
    zsc:
    0:4
    0:4

    scb:
    1:4
    1:4

    usserdem hät sichs bi davos und zug um dä 1. und 2. platzierti ghandlet. na ja, mir werdets gseh.

    Zitat von Larry

    ZSC Lions Anfrage in Kloten für die Spiele 2 und 6

    (sg.)


    Die ZSC Lions haben gestern in Kloten eine Anfrage deponiert, ob die Kolping-Arena am 3. und 12. April verfügbar wäre. An diesen Daten würden die Finalspiele 2 und 6 ausgetragen, wenn der Start der Serie auf Samstag vorgezogen würde. «Aber natürlich wollen wir unbedingt verhindern, im Exil zu spielen», betont CEO Peter Zahner. «Denn dann würde für uns der Final zu einer verlustreichen Angelegenheit.» Für Spiel 6 im Halbfinal, das nicht nötig wurde, mussten die Zürcher Vorleistungen im Wert von rund 50 000 Franken erbringen. Mit dem SCB hat Zahner noch keinen Kontakt aufgenommen. «Solange die Serie gegen Fribourg läuft, herrscht Funkstille. Das gebietet der Respekt.»

    Powered by© Tages Anzeiger


    genau... und dänn, 10 minute nach abpfiff isch doch scho alles klärt. :)

    Zitat von Blackstar

    Warum sollten sie kulant sein. Wäre für Sie kein Nachteil in Kloten, da auch für uns kein rechtes Heimspiel. Ich wäre mir das nicht sooo sicher, dass die Berner einlenken.


    Wieso kein rechtes Heimspiel? Was ist deine Definition von Heimspiel im Eishockey?
    Ich persönlich zweifle an der positiven Wirkung einer Garderobe...