Komme zurück auf die Kritik von Uli Pickel und streiche heraus wo es auch m.E. beim ZSC mangelt! Der ZSC ist eine Stadion-Bau-AG geworden die nebenbei noch ein bisschen Hockey spielt! Geht gar nicht!
Die ungenügende Qualifikation als Bumerang
Die Lions leisteten sich mehr als ein paar Ausrutscher, sie dümpelten ziemlich lust- und freudlos vor sich hin, so summierten sich zum Beispiel je drei Niederlagen gegen Langnau und Ambri. Der einzige Höhepunkt dieser Monate bleibt das Spektakel in Zug Ende Januar, als die Zürcher dreimal mit vier Toren in Rückstand lagen und noch 7:6 gewannen.
Jene Sternstunde blieb ein einsames Versprechen. Immer wieder zeigte die Mannschaft einen Mangel an Dynamik, Motivation und Leistungsbereitschaft. Die schon aus früheren Jahren bekannte Antriebslosigkeit kam wieder angeschlichen, im letzten Jahr noch glaubte man dieses Problem überwunden zu haben.
Die Verantwortlichen tun gut daran, den fehlenden Effort in der Garderobe wieder vermehrt ins Bewusstsein zu rücken. Gezielte Blutauffrischungen helfen, die auslaufenden Verträge von Roman Wick, Fredrik Pettersson und Ryan Lasch können hierfür genutzt werden. Die Kontrakte der Ausländer Garrett Roe, Marcus Krüger und Maxim Noreau laufen weiter. Hier besteht auch kein Handlungsbedarf.
Das Problem im Tor
Aber Flüeler als Ersatzmann ist ein Problem. In einer teuren Mannschaft ist er einer der teureren Spieler. Was in den letzten Monaten im Zürcher Tor geschah, kann der Klub nur schon deshalb nicht einfach hinnehmen. Designierte Schlüsselspieler, die sich dem Konkurrenzkampf und dem Leistungsprinzip faktisch entziehen und einfach abtauchen, können die Zürcher ungeachtet früherer Verdienste nicht dulden, wollen sie als Spitzenklub glaubwürdig bleiben. Der ZSC konnte in dieser Saison stets auf einen guten Goalie zurückgreifen. Wer aber Meister werden will, braucht einen herausragenden Schlussmann.
Das Stadion, die Politik – und der Sport?
Die Verantwortung für die nur mässige Saison liegt auch bei der Klubführung. Die ZSC Lions haben sich dem Erfolg verschrieben mit dem Bekenntnis, für ihn zu tun, was immer nötig ist. Dieses Bekenntnis wurde auch schon konsequenter ausgelebt. Mit dem Amerikaner Ryan Lasch verpflichteten die Zürcher einen zusätzlichen Ausländer, er sprang primär für den Langzeitverletzten Fredrik Pettersson ein. Als sich weitere Lücken auftaten, griff der Klub bei den GCK Lions zu. So kamen der Finne Teemu Rautiainen und der Kanadier Ryan Hayes ins Hallenstadion.
Unter anderen Umständen hätten die Zürcher nach weitaus grösseren Kalibern Ausschau gehalten. Aber aus Rücksicht auf politische Befindlichkeiten wurden sie nicht aktiv. In Pandemiezeiten mit staatlicher Unterstützung wollten sie nicht als rücksichtslose, unsolidarische Lohntreiber Angriffsfläche bieten. Das ist verständlich, zeugt aber auch von etwas wenig Selbstbewusstsein. Wer den Erfolg sucht, muss mit Neid und Missgunst rechnen und dies auch aushalten können, ob nun eine Pandemie herrscht oder nicht. Die politisch motivierte Zurückhaltung auf dem Transfermarkt hat auf jeden Fall sportliche Substanz gekostet.
Und schliesslich: Die ZSC Lions sind als KMU schon seit einer Weile ziemlich am Anschlag. Der Bau der 169-Millionen-Arena in Altstetten, in der ab Herbst 2022 gespielt werden wird, beansprucht intern sehr viele Ressourcen. So viele, dass der CEO Peter Zahner schon im Frühling 2019 nach dem Verpassen der Play-offs einräumen musste, der Klub müsse sich wieder stärker um den Sport kümmern.
In diesem Jahr kam die Pandemie als weiteres Hindernis hinzu. Vor lauter Businessplänen, Bauetappen und Bundesgeldern ist das Kerngeschäft nun erneut nicht an erster Stelle gestanden. Das darf den ZSC Lions im Hinblick auf die nächste Saison nicht noch einmal passieren. Müsste man ihnen für die abgelaufene Spielzeit eine Zeugnisnote verteilen, hätten sie eine Vier verdient. Genügend. Mehr nicht.