Beiträge von snowcat

    zrugg an start, mä fanged eimal meh vo vorne ah... :facepalm:

    interessant übrigens, dass der betroffene chreis 5 ja gesagt hat!

    der fcz hat immerhin seit jahrzehnten seine heimat und spielt auch schon seit jehrzehnten in einem leichtathletik stadion. zumindest vom emotionalen standpunkt her ist dieses nein für den fcz weit weniger bitter als für niederhasli. vielleicht gibt es die investorengruppe um gcn-peter ja wirklich und die stadt zürich kommt trotzdem zu einem günstigen baukastenstadion. obwohl ich mir nicht vorstellen kann, dass private ein stadion ohne mantelnutzung bauen. private investieren logischerweise nur, wenn rendite garantiert ist.

    vielleicht wäre es wieder an der zeit, dass bisher mit abstand beste projekt wieder zu forcieren. ökologisch, ökonomisch und überhaupt und sowieso gibts nichts besseres als das duplexstadion.

    Zitat von fäbe

    ach sbornaja,

    1. Die Fahne isch praktisch bi jedem heimspiel dete
    2. paok-fans hät die fahne überhaupt nöd gstört
    3. s symbol uf de fahne isch nöd verbote
    4. welli 10000 grieche werded momentan underdrückt?
    5. was zeiged grieche die ganz ziit für symbol? (stichwort merkel)
    6. lueg mal was die letscht wuche in essen, dortmund und GE passiert isch (alles nrw)


    so isches!

    zu punkt 6: schinbar wird vor wahle in dütschland oder i de schwiz vor abstimmige (marsch vo de fcz fans zum letzi und nachher de absolut unnötig polizeiisatz zum s'verschärfte hooligankonkordat namal z'propagiere) polizeiwillkür gegeüber fuessballfans zum neue pr-instrument vo politiker...e truurigi entwicklig wo vor allem die fo(ö)rderet wo nie imene stadion sind! sind schinbar halt d'mehrheit vo de wähler.

    Zitat von Reto

    Findi no schwierig zum beurteile. OK, de Chopfball Sekunde vor Schluss, het au guet chöne de Siegträffer si und es paar schöni Pässli hät er au gschpillt. Meh chamer aber wohl nöd erwarte, nach sinere Vorgschicht. OK. Häsch au au nur "rächt guet" gschriebe. Meh isch es au würklich nöd gsi, aber villicht chan er sis Potenzial ja mal no usschöpfe in Zuekunft.


    uffallend isch jedefalls gsi, dass de fcz genau dänn is spiel gfunde hät, wo er igwechslet worde isch. vorher chönt sg au 1:0 oder 2:0 in füehrig gah.

    Zitat von Sbornaja

    Was mich so grauehaft nerft, isch eifach dass jede muss ufs Bluet 'provoziere' und sich soo ufspiele.


    womit wir wieder beim punkt wären, warum dieser fred überhaupt existiert...aber nach deutschem polizeigesetz hätte die polizei die gcn fans einfach niedergeprügelt damals im letzi!

    ..."Nach unserem Polizeigesetz haben wir gegen den Zweckverursacher vorzugehen"...

    Zitat von Sbornaja

    FC Bayern - FC Züri Champions League irgend wenn im August 2011.
    Spezialeinheit chunt in Block ine und zieht 2!! (ich schriebs mal us: ZWEI) Kiffer mit eme Tschointli use.
    Das i jedere Halbzit 1-2mal.
    Aber klar mer hät bim Igang Warn-Flugblätter übercho und isch zuesätzlich dur Capo`s gwarnt worde, dass es so chan usecho.


    da kann man als rechtfertigunng immerhin noch anfügen, dass kiffen nun mal illegal ist, auch bzw. vor allem im freistaat bayern, und auch jeder die konsequenzen kennt. das flugblatt wurde mir übrigens bereits auf einer autobahnraststättte in die hand gedrückt. es wusste wirklich JEDER bescheid. von daher kann man einen polizeieinsatz noch rechtfertigen und war sicher nicht willkür. etwas was man vom einsatz letzte woche auf schalke nicht behaupten kann.

    Zitat von larlf

    lol, ich glaube er schmeisst sich grad sälber use; es sei denn, er hät es magegschwür (vo wo/wem au immer).
    vo dene 5mio wirsch chum 1 cent zrugg becho, usser d'iv zahlt ihn us... aber immerhin händ ihr ja au bi sim lohn chöne spare, isch ja wahrsch. au zum gröschte teil vo de versicherig finanziert worde.


    extra für dich: de chick hät geschter gege st. galle wieder gspillt. und dänn no recht guet... :razz:

    Zitat von rouge+jaune-1939

    ha ig ou dänkt! es isch e froog vor zyt. we luegsch was in schalke passiert isch die wuche...


    das war wahrscheinlich eine der willkürlichsten polizeiaktionen in einem rechtsstaat aller zeiten!

    der gästeblock fühlte sich durch eine mazedonische fahne derart provoziert, dass die griechischen fans drohten die nordkurve zu stürmen, wenn die fahne nicht augenblicklich entfernt werde! darauf hin wurde die nordkurve auch tatsächlich gestürmt, aber von der polizei...


    us de hütige "schweiz am sonntag":

    Spaniens Warten auf den Rekordtransfer

    Real Madrid will Gareth Bale für 100 Millionen Euro verpflichten, während der spansiche Profifussball Milliardenschulden hat.

    Von Markus Brütsch Real Madrid und Barcelona sind die umsatzstärksten Klubs der Welt. Ansonsten sind die spanischen Vereine finanziell aber schwer angezählt.

    Die teuersten Spieler sind im Normalfall die billigsten.» Sagt Florentino Pérez. Immer dann, wenn er wieder einmal in der Kritik steht, weil er eine gigantische Summe in einen neuen Superstar investiert. Wie die 94 Millionen Euro, die der Präsident von Real Madrid vor vier Jahren als Ablösesumme für Cristiano Ronaldo an Manchester United überwiesen hat. Oder die 73,5 Millionen für Zidane an Juventus. Oder die 65 Millionen für Kaka an Milan.

    Auch in diesen Wochen herrscht Aufregung um die Königlichen. 100 Millionen Euro will Pérez aufwerfen, um Gareth Bale nach Madrid zu holen. Den Offensivspieler von Tottenham Hotspur, der in der vergangenen Saison in allen Wettbewerben 26 Tore schoss und zum besten Spieler der Premier League gekürt wurde. Schon am 1. August hatte die spanische Sportzeitung «AS» vermeldet, der Transfer des 24-Jährigen sei so gut wie perfekt. Doch das Seilziehen zwischen Pérez und Tottenhams Präsident Daniel Levy zieht sich hin. «Unverkäuflich»!, melden die Verantwortlichen um Levy und Manager André Villas-Boas aus London, um wenig später von der Nachricht überholt zu werden, die Spurs seien vielleicht doch einverstanden, wenn Real 90 Millionen Euro zahle und dazu Portugals Nationalspieler Fabio Coentrão an die White Hart Lane schicke.

    Bale selbst ist derzeit unpässlich, mal ist von einer Gesässmuskel-, mal von einer Fussverletzung die Rede. Fakt ist, dass der Linksfüsser, der bei einem Wochengehalt von deutlich über 100 000 Franken bei Tottenham bis 2016 unter Vertrag steht, sein Aufbautraining nur widerwillig in London betreibt. Und bloss darauf wartet, bis Pokerspieler Levy alle Möglichkeiten der Preistreiberei ausgereizt hat und ihn schliesslich doch in die spanische Hauptstadt ziehen lässt. Im Kreis der walisischen Nationalmannschaft soll Bale gesagt haben, er werde nie mehr im Tottenham-Shirt zu sehen sein.

    Die teuersten Spieler sind die billigsten. Als Pérez 2009 Cristiano Ronaldo zu Real holte, wurde dessen Trikot zu einem Stückpreis von 94 Euro allein in den ersten sieben Monaten 1,2 Millionen Mal verkauft. Was einem Umsatz von 112,8 Millionen Euro entspricht. Selbst wenn Madrid seinem besten Spieler ein Salär von mehr als 12 Millionen Euro pro Jahr zahlt, rechnet sich laut Pérez eine solche Investition.

    Die Madrilenen, die sich unter dem 66-jährigen Unternehmer 2001 mit dem Verkauf ihres Trainingsgeländes für 480 Millionen Euro an die Stadt saniert hatten, sind mit 633 Millionen mittlerweile zum umsatzstärksten Fussballverein vor Barcelona und Manchester United aufgestiegen. Zwar drücken Schulden von 600 Millionen Euro, doch handelt es sich dabei um langfristige Darlehen. Und weil Real über ein Eigenkapital von 275 Millionen Euro und TV-Einnahmen allein aus der Liga von 160 Millionen Euro verfügt, schrillen selbst bei Wirtschaftsprofessor José Maria Gay de Liébana keine Alarmglocken. Auch, weil bei Real die Personalkosten mit 233 Millionen weniger als 70 Prozent der Einnahmen ausmachen. Gemäss Gay de Liébana die Schwelle, die nicht zu überschreiten ist.

    Für den grossen Rest der Liga sieht der Professor der Universität Barcelona allerdings schwarz. Als er im Juni seine sechste Jahresstudie zum spanischen Profifussball präsentierte, unterstellte er dessen Verantwortlichen «Weltfremdheit», weil diese die Personalkosten seit Beginn der Wirtschaftskrise von 826 Millionen Euro auf 1055 Millionen ansteigen liessen. «Unser Fussball stirbt an Missmanagement und wird platzen wie die Immobilienblase», sagte Gay de Liébana. Und nannte mit dem FC Malaga das krasseste Negativbeispiel. Die Andalusier haben für jeden eingenommenen Euro 2,2 Euro an die Spieler weitergegeben. Mit der Konsequenz, dass sie von der Uefa in dieser Saison vom Europacup ausgeschlossen wurden und die Sperre auch vom Internationalen Sportgerichtshof bestätigt wurde. Ein Hoffnungsschimmer vielleicht, dass sich das Reglement «Financial Fairplay» (die Einnahmen müssen die Ausgaben ausgleichen) des Kontinentalverbandes doch nicht bloss als Papiertiger erweist.

    Zwar ist die Primera Division die einzige der fünf grossen Ligen, die mit 144,12 Millionen Euro in diesem Transfersommer im Plus liegt (die Premier League mit 353,228 Millionen im Minus), doch insgesamt sind die erste und zweite Liga Spaniens mit 3,5 Milliarden Euro (der FC Valencia als Beispiel mit 276 Millionen) verschuldet; mit 677 Millionen beim Staat. «Dem Fussball ist die Wirtschaftskrise und die wirkliche Situation fremd», sagt Gay de Liébana.

    An solche Worte denken die Fans allerdings nicht, wenn an diesem Wochenende wieder die Kugel rollt. Und die seit vielen Jahren immer gleiche Frage im Raum steht: Wer wird Meister? Real Madrid oder Barcelona?

    Zitat von Larry


    nein, absolut nötig! vor allem wenn die aarauer kommen. gefürchtet auf der ganzen welt...sonst frag doch mal alle experten, welche schon seit jahrzehnten in keinem stadion mehr waren!

    ob folgendes jemals veranstaltet wird? aus einer antwort im googiblog:

    Noch in diesem Jahrzehnt werden 5000 Basler zu Fuss, zu Schiff und mit der Swiss nach Zürich reisen und auf der Haupttribüne des Letzigrunds Platz nehmen. Anschliessend kommen Gratiszeitungen, Boulevard-Politiker und Internet-Kommentatoren zu Vernunft. Oder auch nicht.

    Zitat von Champs-de-Mars

    Soviel zum Thema "Verankerung in der Stadt Zürich"

    http://blog.tagesanzeiger.ch/steilpass/inde…n-fussballbars/


    bei dieser aufzählung muss ich schon noch eine kleine, aber nicht unwesentliche, ergänzung anbringen:

    die bar zucchero, eine meiner 4 stammläden im kreis 4, ist neben der beschriebenen bayern bar auch eine fcz bar. der bruder von metin güner, mete güner, ist absoluter fcz fan (neben galatasaray...). diese zwei wechseln sich im service auch ab. darum hängen neben dem bayern wimpel auch fcz wimpel an der wand.

    am tag serviert übrigens die mutter der beiden, welche fussballmässig vollkommen neutral ist.

    Zitat von ZüriBueb

    Vielleicht ist Urs Meier nicht nur ein guter Trainer sondern sogar der richtige Mann dafür, diese Mentalität dem Verein einzuimpfen?


    seit lucien favre hat mich kein trainer beim fcz derart überzeugt wie urs meier! ausgerechnet ein hopper...in diesem falle betrachten wir das aber als verjährt! :floet:

    p.s. ein spiel und man ist vom "fussball emotionalen tief" nur noch 3 punkte hinter dem 2. tabellenplatz...

    lassen wir mal die ersten 6 minuten beiseite…

    die restliche spielzeit: engagiert verteidigt. starke mannschaftsleistung. koch und nef heute sichere werte, pedro wie schon die ganze saison sehr stark und rikan zeigte heute erstmals im fcz dress was für ein potential er hat. er wird uns noch viel freude bereiten, hoffentlich ist er nur leicht verletzt!

    ich bleibe bei meiner optimistischen einschätzung der letzten tage: es fehlt nicht viel! :nick:

    nzz vo hüt:

    e schlaui ussag vom dosé zum thema fusion: Bei Fusionen gibt eins und eins nicht zwei, sondern weniger. Man muss das anders anschauen: Wir sind zwei Klubs, die etwas darstellen. Der Fussball würde verarmen, gäbe es nur noch einen Zürcher Klub. Man würde die Liga schwächen.

    zum gliche thema de canepa: Natürlich kann man das wirtschaftlich so sehen, doch wir sprechen hier nicht einfach von zwei Unternehmen, sondern von zwei Kulturen, Geschichten, Fangemeinden.

    «Wir machen nicht einfach die hohle Hand»

    Während sich andere Städte über ihre neuen Fussballstadien freuen, stösst in Zürich auch der jüngste Anlauf auf wachsenden Widerstand. Mehrere Parteien haben sich gegen das 216-Millionen-Projekt ausgesprochen, das Stimmvolk entscheidet im September. Jetzt gehen die beiden Zürcher Vereine in die Offensive. Das sei eine gute Investition in die Kultur des Fussballs, sagen Ancillo Canepa (FCZ) und André Dosé (GC). Interview: René Donzé und Peter B. Birrer

    NZZ am Sonntag: Herr Canepa, Herr Dosé, wie halten Sie es mit der Politik?
    Ancillo Canepa: Ich habe unterschiedliche Erfahrungen gemacht. Positive und weniger positive. Manchmal wurden mündliche Versprechungen gemacht und nicht eingehalten.

    Haben Sie Lust an der Politik?
    Canepa: Wenn man dynamisch ist und etwas bewegen will, stösst man rasch an seine Geduldsgrenzen.

    Warum schmunzeln Sie, Herr Dosé?
    André Dosé: Ich kenne die Politik gut aus meiner Zeit bei der Crossair und der Swiss. Die Politik muss man akzeptieren, wie sie ist, vor allem die Entscheidungswege. Man kann nicht schnell umsetzen. Es gilt manchmal zwei oder drei Kurven mehr zu nehmen. Das braucht Gelassenheit.

    Canepa: Es gibt einige wenige Dinge, von denen auch ich etwas verstehe. Dann ärgert es mich, wie teilweise polemisch argumentiert wird. Da kommt mein Adrenalin in Bewegung.

    Woran denken Sie?
    Canepa: Wenn ich höre, wie einige jetzige oder ehemalige Politiker über das Stadion sprechen, habe ich schon Zweifel an deren Glaubwürdigkeit.

    Im Zürcher Gemeinderat fiel der Entscheid zugunsten des neuen Stadions aus, nun haben die Grünen Stimmfreigabe beschlossen, Grünliberale und auch die FDP sagen Nein. Fühlen Sie sich im Stich gelassen?
    Canepa: Ich bin parteipolitisch neutral und denke sachorientiert, ich bin aber enttäuscht, dass überhaupt eine Partei dagegen sein kann.

    Dosé: Als liberal denkender Mensch hat mich das Nein der FDP sehr erstaunt und enttäuscht. Ich habe Mühe mit der Politik, wenn sie in Populismus ausartet.

    Die Abstimmung über das verschärfte Hooligan-Konkordat mit rund 80 Prozent Ja in der Stadt weist auf eine skeptische Stimmung in der Bevölkerung hin. Sie als Klubs haben es verpasst, ein klares Signal auszusenden.
    Canepa: Ich habe schon x-mal gesagt, dass ich dafür bin, dass man Einzeltäter knallhart anfasst. Aber ich bin gegen Sippenhaftung.

    Dosé: Erstens sind wir nicht für Politik zuständig, und zweitens mussten wir zuerst abwarten und schauen, wie die Politik das Konkordat umsetzen will. So wie es nun der Kanton Zürich macht, ist es ganz in Ordnung.

    Man wird das Gefühl nicht los, die Klubs seien ihren Fankurven hörig.
    Canepa: Weil es offenbar niemanden interessiert, was wir alles machen, um die Situation in den Griff zu bekommen. Wir haben Stadionverbote ausgesprochen, Leute eingeklagt . . .

    Dosé: Und wir haben Tausende von Fans, die sich korrekt verhalten. Ihnen wäre es in den falschen Hals gekommen, wenn wir uns für das Konkordat eingesetzt hätten. Sie hätten sich vor den Kopf gestossen gefühlt. Darum mussten wir differenziert vorgehen.

    Sie müssen den Spagat machen zwischen der Öffentlichkeit und dem harten Kern der Fans.
    Canepa: Wir sind gelegentlich in einer Sandwich-Situation, das stimmt.

    Das könnte Ihnen zum Verhängnis werden. Viele verstehen nicht, warum extra für Fans teure Rampen geplant sind.
    Dosé: Weil es die Sicherheit erhöht und Kosten langfristig reduziert.

    Zürichs Ex-Polizeichef Philipp Hotzenköcherle sprach von jährlichen Mehrkosten von einer Million.
    Dosé: Das stimmt einfach nicht. Über alles gesehen braucht es weniger Polizei fürs neue Stadion. Die Anfahrtswege sind besser, und die Trennung der Fangruppen wird einfacher.

    Warum soll die Stadt 216 Millionen Franken für ein Stadion ausgeben, wo es doch in fast allen Städten mit einer privaten Finanzierung geklappt hat?
    Dosé: Es ist nicht unser Fehler. Das private Projekt der CS mit der Mantelnutzung wurde zuerst durch Rekurse blockiert, dann fallengelassen. Danach hat die Stadt das Projekt aufgesetzt und gesagt: Wir bauen das. Das war nicht unsere Forderung. Ich finde es legitim, dass die Stadt das Stadion bauen will. Wir erhalten es auch nicht gratis, sondern bezahlen Miete.

    Die Miete deckt die Betriebs- und Kapitalkosten bei weitem nicht.
    Canepa: Das behaupten Sie.

    Budgetiert ist ein Defizit von jährlich 8,3 Millionen. Das bezahlt die Stadt.
    Dosé: Das ist eine Defizitgarantie. Vielleicht muss die Stadt gar nicht so viel bezahlen. Das Betriebskonzept ist noch nicht fertig ausgearbeitet.

    Canepa: Wenn dank dem neuen Stadion auch die Zuschauerzahlen erhöht werden, steigen die Einnahmen. Wir werden zum Beispiel endlich etwas mit dem Catering verdienen.

    Der Steuerzahler hat ein Anrecht darauf zu wissen, wie viel ihn das Stadion später kosten wird.
    Canepa: Die Stadt hat sehr konservativ gerechnet. In allen neuen Stadien kommen mehr Besucher.

    Nehmen wir an, dass sie um die Hälfte steigen: statt der derzeit 10 000 beim FCZ und der 7000 bei GC. Wäre das Stadion dann kostendeckend?
    Canepa: Aus heutiger Sicht ja. Wenn wir 15 000 im Schnitt haben, steigen die Einnahmen wesentlich.

    Und dann bezahlen Sie mehr Miete?
    Canepa: Das sind Details, die man noch genauer anschauen muss. Wir wollen jedenfalls eine marktgerechte Miete zahlen.

    Das Stade de Genève macht seit Jahren Millionendefizite. Es wurde teilweise von der öffentlichen Hand bezahlt - und betrieben. Das ist ein Sündenfall.
    Dosé: Das ist mit Zürich nicht zu vergleichen. Das Stade de Genève wurde wegen der Euro 2008 gebaut. Servette war für mehrere Jahre in der Challenge League. Zürich hat zwei Super-League-Klubs.

    Canepa: Nehmen Sie doch andere Beispiele, nehmen Sie St. Gallen, Luzern, Basel, Bern, wo die Zuschauerzahlen stark gestiegen sind.

    Aber das sind privat finanzierte Stadien. Dort haben die Städte mit dem Risiko des Unterhalts nichts zu tun. Null. Zürich ist ein Sonderfall.
    Dosé: Es ist ein Sonderfall geworden, wir hätten es lieber gehabt, wenn das private Stadion damals privat erstellt worden wäre. Aber es kam nicht.

    Warum beteiligen Sie sich nicht mehr an der Investition? Das wäre ein Zückerchen mehr für die Bevölkerung.
    Dosé: Wir haben gar nicht die Mittel dazu, das wäre bei einer privaten Lösung nicht anders gewesen. Aber wir bezahlen Miete, und beide Klubs werden zusammen etwa 3 bis 5 Millionen Franken Kapital für die Betriebsgesellschaft aufbringen müssen. Dies ist sehr wohl eine grosse Beteiligung.

    Canepa: Und vergessen Sie nicht, dass ein paar Privatpersonen wesentliche Mittel in den Fussball investieren. Wir machen nicht einfach die hohle Hand.

    Sie und Ihre Frau Heliane sind die wichtigsten FCZ-Geldgeber und subventionieren privat indirekt auch das Stadion, Herr Canepa.
    Canepa: Das kann man so sagen.

    Weshalb tun Sie das?
    Canepa: Weil der FCZ eine bedeutende Institution ist und weil Fussball Kultur ist, gesellschaftlich relevant.

    Warum ist Fussball Kultur?
    Canepa: Überlegen Sie einfach einmal, was wäre, wenn es die beiden Klubs nicht mehr gäbe. Worüber würden die Leute am Montag diskutieren?

    Vielleicht über das Wetter. Nur weil man über etwas spricht, ist es noch lange nicht Kultur.
    Canepa: Es ist ja nicht einfach ein Gesprächsthema, sondern es ist der grösste gemeinsame Nenner, den wir haben. Man kann mit allen Leuten in allen Gesellschaftsschichten darüber reden, und Fussball wirkt verbindend.

    Über eine Oper können Sie nur mit einer Minderheit diskutieren.
    Canepa: Fussball ist eben Kultur, weil sich viele Leute aus allen Schichten dafür interessieren. Kulturkriterien dürfen nicht allein durch die sogenannt intellektuellen Eliten definiert werden.

    Dosé: Es ist das verbindende Element über Generationen und Nationen. Es umarmen sich Junioren auf dem Feld, deren Länder früher im Krieg waren. Es gibt kaum eine andere Veranstaltung, an der so viele Kulturen zusammen kommen und sich gemeinsam freuen. Oder ärgern.

    Fussball ist doch viel eher Kommerz.
    Canepa: Was heisst das schon wieder? Arbeitet etwa ein Opernsänger gratis? Wir müssen Löhne bezahlen! Haben Sie das Gefühl, dass da bei uns oder GC jemand das grosse Geld macht und grosse Gewinne herausholt?

    Dosé: Auch ein Theater muss zwischendurch Stücke bringen, die gut laufen, um Geld zu generieren. Genauso brauchen wir gute Spiele auf hohem Niveau, um den Fussballbetrieb finanzieren zu können.

    Canepa: Es kann nicht sein, dass einfach ein paar Einzelpersonen dauernd irgendwie Geld in die Vereine pumpen sollen und alle glauben, das sei normal und gehe immer weiter so.

    Herr Canepa, Sie wirken ziemlich enerviert. Warum?
    Canepa: Diese unterschwelligen Vorwürfe gehen mir auf die Nerven!

    Welche Vorwürfe?
    Canepa:Es tönt immer die Frage mit: Warum soll man für ein Stadion für Millionäre in kurzen Hosen so viel Geld ausgeben? Die sollen das doch selber zahlen, geht uns nichts an. Doch das ist falsch. Erstens haben wir keine hochbezahlten Millionäre. Zweitens stört mich, dass all das, was wir im gesellschaftlichen und sozialen Bereich leisten, wenig Anerkennung findet. Unser Fussball hat Sogwirkung auf alle Amateurklubs, auf den Nachwuchs. Und dann kommt ein früherer Stadtpräsident [Elmar Ledergerber, Red.] und sagt, es braucht kein Stadion. Da soll ich mich nicht aufregen?

    Dosé: Mir macht noch etwas anderes Sorgen: Wir sind in diesem Land kaum mehr fähig, grosse Projekte umzusetzen. Wir zerfleddern und zerfleischen alles.

    Vermissen Sie Grosszügigkeit?
    Dosé: Ich vermisse eine Offenheit, eine Weltoffenheit, eine geistige Offenheit. Und den Mut zum Risiko, etwas zu realisieren.

    Zürich soll den Hardturm finanzieren und hat bereits den Letzigrund gebaut. Die gesamten Investitionen belaufen sich auf rund 350 Millionen Franken. Das ist eine gesalzene Rechnung.
    Dosé: Der Letzigrund wurde als Leichtathletikstadion konzipiert und erst später für den Fussball angepasst. Aber es ist kein Fussballstadion, die Zuschauer sind zu weit weg vom Spielfeld. Die Infrastruktur für das Catering fehlt. Schauen Sie, ich will nicht Kultur gegen Sport ausspielen, aber die Kultur erhält riesige Beträge für Theater, Kunsthaus, Opernhaus. Wieso soll die Stadt nicht auch in den Sport investieren?

    Und wie erklären Sie dem Stimmbürger, dass der Letzigrund nach dem Auszug der Fussballklubs praktisch leersteht?
    Canepa: Das ist doch falsch. Das ist das Trainingszentrum des Leichtathletikklubs, es finden dort Meetings und Konzerte statt.

    Zum Trainieren braucht es kein Stadion.
    Canepa: Das war ein strategischer Entscheid der Stadt: Ein Leichtathletik- und ein Fussballstadion zu bauen. Wir spielen heute nur dort, weil wegen der Euro und der Einsprachen gehandelt werden musste. Wir können doch nicht ewig weiter improvisieren.

    Beide Klubs wirken klamm. Müssten Sie sich nicht zusammentun?
    Dosé: Und dann würden Sie sagen: Das ist ja wahnsinnig, jetzt baut die Stadt ein Stadion nur für einen Klub?

    Canepa: Natürlich kann man das wirtschaftlich so sehen, doch wir sprechen hier nicht einfach von zwei Unternehmen, sondern von zwei Kulturen, Geschichten, Fangemeinden.

    Was sagt der Kopf in dieser Frage?
    Dosé: Bei Fusionen gibt eins und eins nicht zwei, sondern weniger. Man muss das anders anschauen: Wir sind zwei Klubs, die etwas darstellen. Der Fussball würde verarmen, gäbe es nur noch einen Zürcher Klub. Man würde die Liga schwächen.

    Canepa: Warum fragt niemand, ob Inter und AC Milan fusionieren, oder Bayern München und 1860 München?

    Dort hat der Fussball eine ganz andere wirtschaftliche Potenz.
    Dosé: Viele Leute finanzieren aus reinen Emotionen unsere Klubs. Vielleicht würden sie an einem neuen Gebilde das Interesse verlieren, man muss die Rechnung ganz machen. Es ist nicht so, dass man bei einem Zusammenschluss doppelt so stark würde. Man kann Zürich auch nicht mit Basel vergleichen. Was dort im Fussball geht, ist in der Schweiz einmalig.

    Canepa: Und ohne Gigi Oeri wäre der FC Basel nicht dort, wo er heute ist. Sie hat mehr als einmal grosse Defizite gedeckt. Dann kam der Erfolg - und das grosse Geld.

    Wie bedrohlich wäre ein Nein der Stimmbürger zum neuen Stadion am 22. September?
    Dosé: Das wäre bedrohlich. Man müsste neue Lösungen suchen. Wie sie aussehen, ist offen. Es wäre aber ein Jammer und würde uns nochmals um mindestens 10 Jahre zurückwerfen.

    Zitat von Mushu

    Nein; dein Optimismus kann ich derzeit nicht teilen. Es fehlt zuviel!


    schon letztes jahr in der vorrunde sagte ich, dass die mannschaft einiges an potential hat. die rückrunde hat es dann bestätigt. natürlich, in der vorrunde spielte der fcz unter und in der rückrunde dann über wert. daher war der 4. schlussrang genau derjenige, der dem potential entsprach. dieser 4. platz entspricht auch diese saison dem potential. daher mein optimismus.

    übrigens: ich glaube nicht, das man teixeria zum teufel jagte, sondern dass er ein angebot bekam und man das - zwecks budgetentlastung - dankend annahm. aber besserung wird mit ihm 100% eintreten. und auch nef wird sich noch markant steigern. schneller wird er zwar nicht mehr, aber er wird sich mit dem team finden und die stellungssfehler minimieren. und sobald er nicht mehr nur noch mit sich selber zu tun hat, kann er auch ein (abwehr) leader werden.

    Zitat von Reto

    Gaht nöd um Hooligans, Ultras oder so öppis, aber es zeiged mal, wie hützutags i de Schwiiz mit Lüüt umgange wird, wo mal chli über d'Schträng schlönd. Ich will's nöd verharmlose und behaupte nöd, dass so Lüüt mich, wänni mit de Familie würd im Flüüger hocke, villicht nöd au würdet nerve, aber wämmer d'Kommentär liest, würd mer meine, es seged foif krassi Terrorischte mit Schprängschtoffgürtel um de Buuch i dem Flüüger gsässe:

    http://www.blick.ch/news/schweiz/z…-id2400368.html

    Chli wie's de Fuessballfans im Schtadion villicht mängisch ergaht.

    P.S. Und dänn gaht's no um den Flug nach Palma. Ha ha. Ich hett glaub au scho müesse verhaftet werde i mine junge Jahre. Wie d'Ziite sich doch änderet. Da ine triibed sich ja au paar ume, wo uf allne mögliche Lischtene wäred jetzt, wänn sie jetzt no jung wäred ;o)


    ui ja, sägs nöd!

    erinnert mich daran, wie wir zu viert - war im jahre 1989 - nach zypern geflogen sind. party ohne ende bereits am flughafen, so weiter im flugzeug, war wirklich sauglatt (zumindest für uns... :razz:). jedenfalls schlenderten wir ein paar tage später durch ayia napa richtung apéro als plötzlich ein etwa 5-jähriger junge auf uns zeigte und laut rief: " du papi, das sind doch die us em flugzüüg...!"

    zum glück war eine der stewardessen meine damalige freundin. brachte uns natürlich heimvorteil und einen gewissen bonus... :suff:

    fact ist, dass der fcz genau gleich spielt wie in der überragenden rückrunde letzte saison. kein grottenkick wie unter fringer (ausnahme: 1.hz in luzern). fact ist aber auch, dass der fcz dieses jahr brutale aussetzer in der verteidigung hat und teilweise fürchterlich ineffizient und naiv auftritt. das dokumentieren die letzten 4 verlorenen spiele - vor allem die beiden tschechen matches - bei denen der fcz (viel) besser oder dem gegner mindestens ebenbürtig war.

    zum goalie: unschuldig an allen 4 niederlagen. wie schon mal erwähnt: er gewinnt keine spiele für den fcz, aber er verliert auch keine für seinen verein. leoni wäre jedenfalls kein valabler ersatz. für eine sichtbare steigerung müsste schon ein mann vom kaliber eines sommers oder bürkis kommen. aber dieses geld ist nicht vorhanden.

    die verteidigung gestern: die tschechen sahen im strafraum/nähe fünfer keine 2 bälle im ganzen spiel. die 2 tschechentore waren dementsprechend beides distanzschüsse.

    verteidigung generell: nef durfte/musste bei yb gehen, weil forte ihn nicht in der innenverteidigung spielen lassen wollte. die ersten spiele geben forte recht, da gehört nef definitiv auch nicht hin! nef nach rechts, benito nach links und gymcity/texeira in die innenverteidigung und schon wird das ganze um welten stabiler. aber texeira ist nun mal noch verletzt!

    allgemein: das bindeglied zwischen verteidigung und offensive, der zentrale mittelfeldspieler, fehlt halt immer noch. in der rückrunde konnte gajic diese position einigermassen besetzen, im moment aber niemand. und der israeli wird diese rolle kaum je spielen können. seine genauen fähigkeiten habe ich noch nicht entdeckt, aber der zentrale mittelfeldspielder ist es jedenfalls nicht.

    die mannschaft und vor allem der trainer haben genug charakter um die saison noch (rechtzeitig) in eine andere bahn zu lenken. es fehlt nur wenig…

    Zitat von snowcat

    us de hütige "schweiz am sonntag". sicher die beste methode will man die nächsten 15 jahre in zürich vor durchschnittlich 3400 zuschauern spielen...

    Spuhler will GC-FCZ-Fusion

    Mit Peter Spuhler und Rolf Dörig plädieren zwei schwergewichtige Wirtschaftsvertreter für ein Zusammengehen der beiden Fussballklubs.Von Benjamin Weinmann, Beat Schmid und Peter Burkhardt

    Zitat von Mushu

    Da würde ich dagegen halten. Hätte bereits im 1. Jahr min. 7'500 im Schnitt; dann - mit ein bisschen Erfolg - jahrlich 2'500-5'000 mehr pro Jahr (zürich ist extrem empfänglich für Erfolg und Hype) nach höchstens 5 Jahre gäbe es - mit ein bissche Erfolg - min. 20'000 im Schnitt. Und wenn Geld und Manpower zusammengelegt wird, wird in der CH der Erfolg kommen - fast automatisch.


    das folgende szenario wäre x-mal wahrscheinlicher als dein vorhergesagter hype mushu...(dabei handelt es sich in salzburg nicht mal um eine fusion!):

    ...Doch die Stimmung fehlte, das Publikum änderte sich, und die Spiele wurden durch merkwürdige Aktionen als Event zelebriert...

    ...Zwar wird Red Bull Salzburg in der zweiten Saison nach dem Umbruch Meister. Seine Liebe jedoch war erkaltet, erzählt Windischbauer, dem Verein fehlte die Seele...


    der ganze artikel aus der nzz:

    Zwei Fussballwelten in Salzburg

    Die unverkäufliche Seele

    Seit acht Jahren finanziert Red Bull seinen Salzburger Fussballverein, bis anhin mit begrenztem Erfolg. Abseits des Scheinwerferlichts kämpft ein Fanprojekt um den Sprung der alten Austria in den Profifussball. Es sind zwei Welten des Fussballs.

    Meret Baumann, Salzburg NZZ

    Das Flutlicht erlischt, und stattdessen blitzen bunte Scheinwerfer über den Rasen und die Tribünen der Red-Bull-Arena. Ohrenbetäubend hallen die üblichen Fussball-Songs aus den Lautsprechern und erzeugen ausgelassene Partystimmung, von der sich die Spieler von Red Bull Salzburg gerne anstecken lassen. Das Publikum feiert sie zu Recht – gleich 5:1 gewinnt die Mannschaft das Schlagerspiel der zweiten Bundesliga-Runde gegen den Meister Austria Wien und wird damit ihrer Favoritenrolle gerecht. Denn diese nimmt der Verein zu Beginn jeder Saison ein, seit der Getränkehersteller Red Bull ihn mit seinen Millionen unterstützt und zum Liga-Krösus gemacht hat. Das Budget der Salzburger beträgt mit rund 40 Millionen Euro knapp das Dreifache desjenigen des Titelverteidigers.

    Verein als Marketingvehikel
    David Rettenbacher steht an diesem Abend nicht hinter dem Goal im Stadion, für dessen Errichtung er einst gekämpft hatte. Er war sieben Jahre alt, als ihn sein Vater erstmals an ein Spiel mitnahm. Es war das Jahr 1988, und Austria Salzburg steigt Ende Saison wieder in die Bundesliga auf. David wird ein glühender Anhänger des Vereins, besucht Heim- und Auswärtsspiele und steht später als Mitglied einer Ultra-Fangruppierung in der Kurve. Er erlebt den Höhenflug der Austria, die 1994 im Uefa-Cup-Final gegen Inter Mailand spielt und drei Mal Meister wird. Salzburg ist das Mass aller Dinge in Österreichs Fussball, stets begleitet von einer heissblütigen Anhängerschaft. Doch bald geht es wirtschaftlich und sportlich bergab. Unzählige Male leidet David noch mit, aber niemals so wie am 18. September 2005. Auch damals ist Austria Wien zu Gast, für den harten Kern der Fans spielt der Fussball jedoch längst eine Nebenrolle. In Erinnerung an den 72. Geburtstag der 1933 gegründeten Austria verlassen etwa 1500 Fans in der 72. Minute das Stadion – viele für immer.

    Es ist der schlimmste Moment einer emotionalen Achterbahnfahrt, die David in den Wochen zuvor erlebt. Als bekannt wird, dass mit Red Bull ein finanzstarkes Unternehmen aus der Region als Hauptsponsor der vom Konkurs bedrohten Austria in den Fussball einsteigt, ist die Euphorie zunächst gross. Doch der Produzent von Energy-Drinks, der bisher nur in der Formel 1 und Extremsportarten in Erscheinung getreten ist, will den Verein nicht nur unterstützen. Er soll zu einem Marketingvehikel werden und den Fussball neu definieren. Dass damit die Namensänderung in Red Bull Salzburg verbunden ist, ist für die Fans hinnehmbar. Dies ist in Österreichs Liga seit Jahren Alltag. Der ÖFB untersagt zudem, dass als neues Gründungsdatum 2005 den Anfang einer neuen Ära kennzeichnet. Dafür müsste Salzburg in der tiefsten Liga beginnen. Das traditionelle Violett jedoch muss dem Rot-Weiss des Unternehmens ebenso weichen wie das alte Vereinswappen dessen Logo.

    Der «Farbenstreit»
    Es ist dieser «Farbenstreit», der zum Bruch mit den Fans führt. Wochenlang führen sie Gespräche mit der neuen Vereinsführung, sammeln Tausende von Unterschriften, und es kommt europaweit zu Solidaritätsaktionen – auch in Schweizer Stadien. Das letzte Angebot Red Bulls aber ist für die Fans ein Hohn: ein violettes Ausrüsterlogo und violette Stulpen für den Goalie. Das ist nicht mehr ihr Verein, und Red Bull legt keinen Wert auf diese Fans. Das Unternehmen will den Fussball für neue Zielgruppen attraktiv machen, dafür trenne man sich von den «Krawallbrüdern», heisst es. Den in Fanklubs organisierten Anhängern wird nahegelegt, das Stadion künftig zu meiden.

    Diese Aufforderung hätte es nicht mehr gebraucht. Längst steht der Entschluss der Fans fest, Austria Salzburg neu zu gründen und in der tiefsten Liga anzutreten. Walter Windischbauer, der den Klub heute präsidiert, hatte seit Mitte der siebziger Jahre jedes Heimspiel der Austria besucht und tat dies auch in den ersten beiden Jahren nach dem Führungswechsel 2005. Die rot-weissen Trikots hielt er zu Beginn für ein Missverständnis der Marketing-Abteilung von Red Bull, das korrigiert werde. Doch die Stimmung fehlte, das Publikum änderte sich, und die Spiele wurden durch merkwürdige Aktionen als Event zelebriert. So wurden etwa die ersten Matches von zwei stadtbekannten Radiomoderatoren live im Stadion kommentiert, bis die Schiedsrichter dies untersagten. Zwar wird Red Bull Salzburg in der zweiten Saison nach dem Umbruch Meister. Seine Liebe jedoch war erkaltet, erzählt Windischbauer, dem Verein fehlte die Seele.

    Nicht ohne Stolz trägt er heute den violetten Austria-Pin am Revers. Der Klub hatte einen chaotischen Start. Am Anfang bildeten die besten Fussballer aus der alten Austria-Fan-Kurve die Mannschaft und die Capos den Vorstand. Mit den Regeln müssen sie sich erst vertraut machen. Erst am allerletzten Abend der Frist wird etwa eine notdürftige Spielerliste bei der Liga eingereicht. David erfährt erst drei Jahre später, dass auch er für die Mannschaft gemeldet war. Doch das Fanprojekt wird zum Erfolg. Vier Mal in Serie gewinnt die neue, alte Austria den Meistertitel in der jeweiligen Liga und spielt mittlerweile in der dritten Leistungsklasse. Zunächst finanziert aus Spendengeldern, Sammelaktionen und den Mitgliederbeiträgen, fliesst heute sogar mehr Geld von Sponsoren in die Vereinskasse als durch den Ticketverkauf.

    Die Austria kann auf durchschnittlich 1500 Fans zählen, was für die Regionalliga ein sensationeller Wert ist, wie Windischbauer betont. Üblich sind sonst ein paar Dutzend Zuschauer. Das überforderte die Kapazitäten vieler Vereine, und es kam auch zu Zwischenfällen, wie der Präsident einräumt. In den letzten Jahren sei es aber gelungen, das auch durch eine von Red Bull beeinflusste mediale Negativkampagne getrübte Image zu verbessern. Besonders stolz ist man auf das enge Verhältnis von Vereinsführung und Fans. David Rettenbacher etwa hilft überall dort aus, wo er gerade gebraucht wird, was auch einmal das Nachfüllen von WC-Rollen bedeuten kann.

    Das Ziel der Austria ist die Rückkehr in den bezahlten Fussball. Sportlich verpasste man den Aufstieg in die zweite Liga nur knapp – und scheiterte ausgerechnet am FC Liefering, dem Farmteam von Red Bull Salzburg. Inzwischen erfüllt der Klub auch viele der Auflagen für die Erteilung der Profilizenz wie fernsehtaugliches Flutlicht und computerisiertes Ticketing. Dennoch versprüht das Stadion, das im Wesentlichen aus einer grossen Tribüne vor der Kulisse der nahe gelegenen Salzburger Berge und einiger Einfamilienhäuser besteht, den Charme eines Provinzklubs. Nur wenige Kilometer von der Red-Bull-Arena entfernt feiert an diesem Abend zwei Stunden vor den Rivalen auch die Austria einen souveränen Sieg, trotz rekordhohen Temperaturen angefeuert von einem euphorischen Publikum. Mindestens die Hälfte der Tribüne nehmen hier die eingefleischten Fans ein, die meisten von ihnen gehören noch zu jenen, die einst bei der «alten» Austria in der Kurve standen.

    Red Bull Salzburgs Anhängerschaft ist volatiler. In der letzten Saison musste der Verein einen Zuschauerschwund von fast 20 Prozent hinnehmen, im Durchschnitt waren es pro Spiel 8000. Ist das Team erfolgreich, besuchen wie gegen Austria Wien 12 000 Personen das Stadion. Doch gegen einen unattraktiven Gegner oder nach einer Niederlagenserie sind es auch einmal nur 3000. Zu einem in der Stadt verankerten Herzensklub ist Red Bull Salzburg noch nicht geworden, der Jubel kippt hier rasch in Häme. «Wir müssen um jeden Fan kämpfen», sagt der Spieler Kevin Kampl dazu.

    Fokus Champions League . . .
    Lange hatte der Verein auch nichts dafür getan, um bei den Anhängern für grössere Identifikation zu sorgen. Teure Trainer und Spieler kamen und gingen. Doch inzwischen ist ein Umdenken erkennbar. Gegen Austria Wien standen vier Spieler aus dem eigenen Nachwuchs auf dem Feld, und der Trainer Roger Schmidt durfte seinen Job behalten, obwohl letzte Saison mit Rang 2 in der Meisterschaft, dem Cup-Out gegen den Drittligisten Pasching und vor allem der blamablen Niederlage gegen die Luxemburger Amateure aus Düdelingen in der Qualifikation zur Champions League alle Ziele verfehlt wurden.

    Nicht geändert haben sich allerdings die Ansprüche der Klubführung. Die vier seit 2005 gewonnenen Meistertitel reichen dem Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz nicht, sein deklariertes Ziel ist die Champions League. Daran ist der Verein, den Mateschitz einst innert Jahren unter den zehn besten Teams Europas sehen wollte, trotz enormem finanziellem Aufwand bisher jedes Mal gescheitert; so auch dieses Jahr. Die Erwartungen seien viel zu hoch gewesen, sagt Gerhard Öhlinger, der den Klub für die «Salzburger Nachrichten» beobachtet. Doch auch die Unstimmigkeiten zu Beginn der Red-Bull-Ära spielten eine Rolle. Mateschitz habe keine Erfahrung im Fussball gehabt und unterschätzt, welche Bedeutung die Tradition eines Vereins für die Identifikation von Spielern und Staff habe.

    . . . und Leipzig
    Das mag auch damit zu tun haben, dass das eigentliche Interesse des Red-Bull-Chefs eher bei der Formel 1 zu liegen scheint. Das Projekt Fussball will er aber noch nicht begraben, im Gegenteil. Auch da die Verdienstmöglichkeiten und die grenzüberschreitende Publizität im österreichischen Fussball beschränkt sind, setzt Red Bull vermehrt auf die deutsche Bundesliga. Das Unternehmen finanziert den Verein RB Leipzig, der sich offiziell Rasenballsport nennt, da die Bundesliga Namen zu Werbezwecken verbietet. Leipzig ist in die dritte Bundesliga aufgestiegen, erklärtes Ziel ist mittelfristig die erste Spielklasse. Öhlinger ist überzeugt, dass dieser Klub früher oder später der Mittelpunkt des Fussballprojekts von Red Bull sein wird und Salzburg dann als Ausbildungsverein dienen könnte.

    Auch dann wäre Red Bull Salzburg in der österreichischen Bundesliga, in der inzwischen von reichen Mäzenen unterstützte Dorfvereine und einige mit Geldsorgen kämpfende Traditionsklubs zahlenmässig dominieren, wohl noch das Team, das es zu schlagen gilt. Windischbauer hofft, dass irgendwann auch die Austria zu den Herausforderern zählen wird und es zu einem klassischen Derby kommt. Was das heissen könnte, hat das Spiel der Austria gegen den FC Liefering im Mai in der Red-Bull-Arena gezeigt. 10 000 Zuschauer verfolgten diesen Regionalliga-Match, eine grosse Mehrheit Fans von Austria Salzburg. Das zeigt Windischbauer, welches Potenzial das Projekt hat, das aus der Not seiner treusten Fans entstanden ist.

    Dietrich Mateschitz sagte jüngst in einem Interview mit einer deutschen Zeitung, Tradition sei kein Verdienst, alt würden die Dinge von allein. Er gibt jeweils auch zu verstehen, es gebe Vereine mit einer Zukunft und Vereine mit einer Vergangenheit. Das mag auf Red Bull Salzburg zutreffen. Die Austria, so scheint es, hat beides.


    was mir gegen yb - neben der schlechten defensiv leistung natürlich - vor allem auffiel, war das ewige lamentieren mit dem schiri. klar war er schlecht, klar war er im zweifelsfalle eher für yb. aber das sollte, nein MUSS, einem profi scheissegal sein! so verliert man komplett die konzentration und hat innerlich bereits einen schuldigen für die niederlage gefunden und somit die niederlage schon während dem spiel akzeptiert. das kann nicht funktionieren!