Zitat von ZüriBueb
Bis jetzt isch die Leischtig unterirdisch. Wännd die güne oder eifach e chli tschüttele in Luzern? Nöd zum zueluege.
die 1. halbzeit: wahrscheinlich die schlechtesten 45 bzw. 50 minuten des fcz im jahre 2013. avi rikan ist definitiv noch nicht angekommen beim fcz. weder defensiv noch offensiv hat er einfluss aufs spiel. ich hoffe seine anlaufzeit wird kürzer, als es diejenige von pedro henrique war.
aus der heutigen nzz am sonntag:
Er will nicht mehr davonlaufen
Amine Chermiti ist wie Yassine Chikhaoui ein Topverdiener des FC Zürich. Will er über 2014 hinaus bleiben, muss er Lohneinbussen zustimmen. Von Peter B. Birrer
Es ist heiss auf der Allmend Brunau, der FC Zürich hat das Training beendet. Der bald 26-jährige Tunesier Amine Chermiti schlägt vor, sich in der prallen Sonne hinzusetzen. Man einigt sich auf einen Schattenplatz. Chermiti nennt den FC Zürich eine «Familie» und ist guter Dinge: «Ich habe hier seit 2010 gute wie schlechte Zeiten erlebt.» Der schlimmste Moment sei derjenige «mit Rolf» gewesen. 2012 habe wenig gestimmt, «wir hatten Kommunikationsstörungen». Chermiti meint den früheren FCZ-Trainer Rolf Fringer.
Auch den besten FCZ-Moment findet der Tunesier schnell. Wiederum dehnt er ihn auf Monate aus - «die Zeit mit Urs Meier». Also: Die Zeit jetzt, 2013: «Ich war vorher in der Krise gewesen und konnte danach zeigen, dass ich Fussball spielen kann.» So einfach wird manchmal die Welt gezeichnet. 2012 stand Chermiti bisweilen so desinteressiert auf dem Rasen, dass man dachte, er möchte am liebsten aufhören und aus dem Stadion laufen. Vergangenheit. Nun gerät der Trainer ins übertriebene Schwärmen, und Marco Bernet, der Chef Technik, sagt: «Chermiti ist sehr wertvoll geworden und voll angekommen.»
Bei so viel Support müsste der FCZ den Tunesier sofort über 2014 hinaus anbinden. Er müsste, kann aber nicht. Chermiti ist mit um die 500 000 Schweizer Franken Jahreslohn Topverdiener. Rechnet man die Vollkosten und das Geld hinzu, das er und seine Entourage 2010 bei der Vertragsunterschrift zusätzlich einheimsten, schnellt allerdings sein Lohn hoch. Das kann und will sich der FCZ nicht mehr leisten, weil er sonst mit den Parolen des unbedingten Abspeckens unglaubwürdig würde.
Bleibt der Stürmer in Zürich, muss er Einbussen in Kauf nehmen. «Ich will bleiben, das Salär ist nicht das Problem», sagt er. Indirekt willigt er zu einer Lohnreduktion ein. Er hat sich mit dem FCZ-Präsidenten Ancillo Canepa getroffen, offenbar ohne Agent. Auch Canepa wolle, dass er bleibe, behauptet Chermiti. Weil Canepa nur mit ausgewählten Medien spricht, sagt Bernet stellvertretend: «Chermiti muss in unsere Lohnstruktur passen, damit wir verlängern können.» Vielleicht schwirren dem Fussballer Dinge durch den Kopf, die über den Lohn hinausgehen. Vielleicht ist es aber so, dass Chermiti genug Geld auf dem Konto hat.
2008 war der Nordafrikaner 21-jährig. Er galt als hoffnungsvoller Bundesliga-Transfer, als ihn Hertha Berlin und der Trainer Lucien Favre schnappten. Der FCZ bot chancenlos mit. Bundesliga heisst: Transfervolumen sowie Vertrag in mehrfacher Millionenhöhe. Doch in Berlin endete die Reise für Chermiti im Unglück, via Saudiarabien kam er 2010 doch noch zum FC Zürich. Der Verein war damals beduselt von der Champions League 2009, hatte anderes im Sinn als Sparrunden und wollte die tunesische Fraktion um Yassine Chikhaoui stärken. Dieser war ein Heiligtum, dazu ein Transfer-Versprechen und hat neben seinem fürstlichen Lohn periodische Zahlungen zugut, die keine Versicherung übernimmt und die sich als Treueprämie begründen: «Je länger du in Zürich bleibst, desto mehr erhältst du.» Als Chermiti dazustiess, wurde auch er vergoldet.
Chikhaoui und Chermiti, die beide aus der Region Sousse stammen, sind privat befreundet. Zurzeit fügt der unpässliche und in Tunesien weilende Chikhaoui seiner Vita als verletzter Fussballer abermals ein rätselhaftes Kapitel bei. «Er kommt zurück», sagt Chermiti. Aber der eine Weg ist weniger mit dem anderen verknüpft als auch schon. «Jeder hat sein Schicksal, seine Zukunft. Manchmal muss man an sich selber denken», philosophiert Chermiti. Der Muslim steht auf und wird von einer Journalistin zum Gespräch über den Fastenmonat Ramadan erwartet. Der Ramadan hat Halbzeit. Das Fasten sei für einen Fussballer nicht einfach, aber man müsse dem mental widerstehen - «das gibt Kraft». Alles werde «im Kopf» entschieden.
Einigen im FCZ dienen die Aussagen ihres Angestellten zum Umgang mit dem Ramadan als Beleg für den Reifeprozess. Chermiti, das teure Ärgernis? Nein, Chermiti, der schnelle, technisch begabte und vielleicht bald nicht mehr so teure Führungsspieler. Vielleicht.