Zitat von Mushu
vom gedanken an einen permanenten spitzenclub fcz muss man sich wohl definitiv verabschieden, ein temporärer ausreisser nach oben liegt sicher dann und wann drin, mehr aber nicht (mehr).
nzz vo hüt:
«Nicht nervös werden»
Der FC Zürich nach der Cup-Niederlage gegen GC
fcl. · Es ist vielleicht die schwierigste Aufgabe im Fussball: den Kurs zu halten, wenn Zweifel aufkommen, ob die Fahrtrichtung stimmt. Marco Bernet, der Technische Direktor des FC Zürich, ist sich bewusst, dass nach vier Niederlagen in Serie und besonders nach dem verlorenen Cup-Halbfinal gegen GC «Unruhe entsteht und Fragen gestellt werden». Bernet aber sagt: «Die Logik bestimmt, dass wir den eingeschlagenen Weg weitergehen.» Das bedeutet: nur noch wenige Transfers, verstärkte Nachwuchsarbeit, Vernunftdenken.
«Wir dürfen jetzt nicht nervös werden und zurückkrebsen. Das lehrt uns schon die Erfahrung mit dem Trainer Urs Fischer. Seine Entlassung vor einem Jahr hat nichts gebracht, sie war unnötig. Wir dürfen nicht den gleichen Fehler nochmals begehen», sagt Bernet. Schon damals hatte der FC Zürich versucht, mit dem früheren Nachwuchstrainer Fischer eine Spiel-Philosophie zu entwickeln, die sich an der Academy orientiert, der Jugendabteilung des FCZ. Als der Erfolg ausblieb, wurden Konzept und Fischer fallengelassen.
Den Trainer Urs Meier soll nicht das gleiche Schicksal treffen. Seit seiner Anstellung ist geschehen, was im Fussball oft geschieht: Der Trainerwechsel hat das Team für einige Zeit stimuliert, aber zur Konstanz hat es nicht gefunden. Der «Meier-Effekt» ist abgeflaut; allerdings hat der FCZ zuletzt nur gegen Mannschaften verloren, die vor ihm klassiert sind: St. Gallen, Basel und GC.
Rückschläge gehören für Bernet zum Entwicklungsprozess, «entscheidend ist, wo der FCZ in zwei, drei Jahren steht». Entscheidend ist aber auch, wie sich die Finanzsituation im Verein entwickelt. Bernet sagt: «Der FC Zürich befindet sich in einem Sparprozess. Inwieweit die sportliche Abteilung betroffen ist, ist noch unklar. Es soll aber nicht auf Kosten des sportlichen Erfolgs gespart werden, also nicht bei den Trainern oder den Spielern. Klar ist, dass wir ein gesundes Budget erstellen müssen.»
Was aber ist ein gesundes Budget? Offenbar soll es nochmals um mehrere Millionen Franken reduziert werden. Bernet möchte sich zu konkreten Zahlen nicht äussern, sagt aber: «Wir wollen ein Budget, das uns überleben lässt - eines, das uns nicht zum Verhängnis wird, wenn wir nicht im Europacup sind.» Der FCZ könnte das internationale Geschäft in dieser Saison weiterhin über den fünften Meisterschaftsrang erreichen, aber die Klubpolitik soll nicht darauf ausgerichtet werden.