Mir ist klar, man wird nie alle halten und integrieren können. Und es gibt auch nicht den einen Weg, der für alle jungen Spieler der goldene Weg ist. Aber ich fände ein wenig Selbstkritik oder Verbesserungswillen durchaus gut für unseren Club, wenn man sich die Integration von Nachwuchsspielern die letzten 5-10 Jahre anschaut. Nur schulternzuckend zu sagen, können wir halt nichts machen, ist mir zu einfach für einen grossen, professionellen Club wie dem ZSC.
Joa, der Z-Nachwuchsabteilung indirekt vorzuwerfen, sie sei zu wenig selbstkritisch oder verbesserungswillig, finde ich etwas überzogen..
Letztlich geht es darum, wo ein Spieler die besten Entwicklungsmöglichkeiten hat. Wie du selbst richtig erwähnt hast, gibt es in den schwedischen Juniorenligen deutlich mehr Top-Talente und entsprechend ist das Niveau in der Breite der Liga auch höher. Und besser wird man nun mal auch, indem man regelmässig mit und gegen bessere Spieler spielt.
Selbst wenn all diese Talente beim Zett bleiben würden, hätten sie zwar etwas stärkere Mitspieler. Am grundsätzlich tieferen Niveau der Schweizer Juniorenliga und der Gegner würde das aber wenig ändern. Für gewisse Talente ist der Schritt nach Schweden deshalb schlicht sinnvoller.
Das bedeutet aber nicht, dass der Z-Nachwuchs etwas falsch macht. Im Gegenteil: Dass viele dieser Spieler später zum Zett zurückkehren, spricht für die Qualität der Ausbildung und vor allem für die Bindung/Identifikation zum Verein.
Hingegen bei absoluten Ausnahmetalenten, wie sie nur alle paar Jahre vorkommen, kann der direkte Schritt ins Erwachsenen- bzw. Profihockey - wie aktuell bei Dedial oder Neuenschwander in Biel - sinnvoller sein als ein Wechsel nach Schweden, sofern sie mit 15 oder 16 spielerisch und körperlich bereits so weit sind..
Und der Grund, weshalb der schwedische Nachwuchs insgesamt stärker ist als unserer, dazu habe ich meine Sicht bereits im WM-Fred dargelegt (S 28/37, 31. Mai).