Beiträge von Ouimet

    Ultras in Italien – Die fünfte Mafia
    In den Kurven italienischer Fussballstadien herrschen Ultras. Die Vereine lassen sich erpressen. Der Mord an einem Mailänder Ultraboss zeigt die Brutalität im…
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    Die fünfte Mafia

    In den Kurven italienischer Fussballstadien herrschen Ultras. Die Vereine lassen sich erpressen. Der Mord an einem Mailänder Ultraboss zeigt die Brutalität im Kampf um Geld, Drogen und Macht.

    In der Curva Nord, der Fankurve von Inter Mailand im Stadion Giuseppe Meazza, nannten sie ihn «Zio», Onkel. Als wäre Vittorio Boiocchi, 69 Jahre alt, weisser Stoppelbart, ein vertrauter Verwandter. Okay, er hatte in seinem Leben Probleme mit der Justiz, doch Zeit im Gefängnis gilt in diesem Ambiente als Auszeichnung, das gehört in jedes respektable Curriculum eines Bosses der Ultras.

    Bei Boiocchi waren es allerdings 26 Jahre hinter Gittern. Sein Strafregister liest sich wie das Inhaltsverzeichnis des Strafgesetzbuchs: internationaler Drogenhandel, Bildung einer kriminellen Organisation, Waffenbesitz, Diebstahl, Entführung, Erpressung. Bis 2018 sass er im Gefängnis, dann, kaum war er draussen, holte er sich die Herrschaft in der Curva zurück.

    Vor zehn Tagen, an einem Samstagabend kurz vor 20 Uhr, ist der «Onkel» ermordet worden. Vor seinem Wohnhaus in Figino, westliche Peripherie. Die Killer waren zu zweit, so viel ist bekannt. Sie kamen mit dem Motorrad, gaben fünf Schüsse aus nächster Nähe ab, die Helme behielten sie natürlich auf. Dann fuhren sie wieder weg, ohne sich zu beeilen. Ein professioneller Abrechnungsmord, wie aus dem Handbuch der Unterwelt. Wahrscheinlich wäre die Geschichte in den Vermischten Meldungen der Zeitungen untergegangen, Sektion «Schwarze Chronik». Wenn es dabei geblieben wäre.

    Nur ein paar Kilometer entfernt, im Stadtteil San Siro, liefen sich die Spieler gerade warm für die Begegnung Inter gegen Sampdoria, Serie A. Das Meazza war schon wieder voll, 75’000 Zuschauer, die Freude am Stadionbesuch ist seit der Pandemie grösser geworden. Die Nachricht von Boiocchis Tod machte schnell die Runde. Nun traf sich das Direktorium aller Ultras, gruppenübergreifend, für einen Gipfel.

    Alle Fahnen wurden eingerollt, die Chöre verstummten. Kurz nach Beginn des Spiels beschlossen sie dann, dass dem ermordeten «Zio», Chef der «Boys San», eine Hommage gebührte, ein letztes Geleit sozusagen, eine hübsche Geste. Noch vor der Pause und für den Rest des Spiels sollte die Kurve geleert werden. Ganz und gar. So, dass nur noch die grünen Sitze des zweiten Rings zu sehen sein würden.

    Nicht alle Fans waren damit einverstanden. In der Kurve sassen und standen auch Familien, manche waren von weit her angereist. Doch sie hatten keine Wahl, sie wurden genötigt dazu, das Stadion zu verlassen. In den Medien erzählten einige von ihnen, dass junge Ultras ihnen gedroht hätten. «Verlasst das Stadion, sonst schneiden wir euch die Kehle durch», soll einer von denen gesagt haben.

    Es sollen auch Väter geschlagen worden sein, vor ihren Kindern. Mit Namen wollte niemand in die Zeitung, die Furcht war zu gross. Die staatlichen Ermittler haben nun angeboten, sich anonyme Aussagen anzuhören: Sie brauchen Augenzeugenberichte, die sie auf die Bilder der Stadionkameras legen können. Es wird ja alles so gefilmt, dass man auch von den Lippen lesen kann. Kampfzone Stadion.

    Die Empörung verpufft schnell

    Und so debattiert Italien wieder einmal über seine kriminellen, zumeist neofaschistischen, denkwürdig mächtigen und dennoch ständig verharmlosten Ultras. Politik, Medien, prominente Fans: Alle sind jetzt mal für eine Weile empört, auch das ist ein Klassiker. Es dauert nie lange, dann verpufft die Empörung wieder. Der neue Sportminister des Landes, Andrea Abodi, sprach von einem «inakzeptablen Vorfall». Beppe Severgnini, ein berühmter Journalist und Autor mehrerer Bücher über Inter, schreibt von einer «Schande», die ihn als Fan tief im Inneren treffe.

    Der Verein selbst brauchte zwei volle Tage, um die richtigen Worte zu finden, fand sie dann aber doch nicht. Das Communiqué von Inter blieb generisch, auch ein bisschen duckmäuserisch. Man sei gegen Gewalt, immer. Klar. Man will es sich aber auch auf keinen Fall verscherzen mit der organisierten Anhängerschaft, man fürchtet deren Macht.

    Das Nachrichtenmagazin «L’Espresso» nennt die Ultras im Land nach dem jüngsten Vorfall «Quinta Mafia», fünfte Mafia, als passte die in eine Aufzählung mit der sizilianischen Cosa Nostra, der kalabrischen ’Ndrangheta, der kampanischen Camorra und der apulischen Quarta Mafia. Das mag eine Überzeichnung sein. Doch sinngemäss passt die Analogie ziemlich gut.

    Erpressung, Einschüchterung, Gewalt

    Die Ultras arbeiten mit ähnlichen Methoden wie das organisierte Verbrechen: Erpressung, Einschüchterung, Gewalt, Kontrolle des Territoriums. Ihr Herrschaftsgebiet sind die Stadien und die unmittelbare Umgebung, da entscheiden sie, was geht und was nicht, wann und wie gesungen wird, wessen gedacht wird, wer Brötchen verkaufen darf und wer gefälschte Fanartikel.

    Es gibt auch Kurvenbosse, die sind direkte Geschäftspartner von Mafiaclans im Süden des Landes. Boiocchi war sehr eng mit den Iamontes, einem Drogenkartell aus Melito di Porto Salvo, Provinz Reggio Calabria. Sie sollen das Business mit den Parkplätzen rund ums Meazza untereinander aufgeteilt haben. Die Ultras verwalten einen Teil davon gegen die Versicherung, dass den parkierten Wagen nichts passiert, oder anders: dass sie, die Parkwächter, ihnen nichts antun. Eine Art Schutzgeld, die Sizilianer nennen es Pizzo.

    Fussballspiele, Konzerte, Grossveranstaltungen – was auch immer gegeben wird in der Arena, die Ultras kassieren mit. Das Geschäft ist ihnen viel wichtiger als der Fussball, auch wichtiger als die Rivalität unter den Fans, die ist meist nur Fassade. Boiocchi arbeitete jahrelang mit seinem Gegenpart von der AC Milan zusammen. Der heisst Luca Lucci und wurde landesweit bekannt, weil er sich einmal mit dem amtierenden Vizepremier Italiens, Matteo Salvini, getroffen hat. Der war damals Innenminister. Es gibt Fotos der Begegnung. Salvini ist ein leidenschaftlicher Anhänger von Milan, er weiss also, wer Lucci ist, jeder Milanista kennt den Capo der Curva Sud. Vor einem Jahr wurde Lucci wegen Drogenhandels verhaftet.

    Da fliesst alles zusammen, und alle wissen Bescheid. Nur mangelt es am politischen Willen, die Kräfte des Staates, der Polizei und der Vereine im Kampf gegen die fünfte Mafia zu bündeln.

    Boiocchi sagte einmal in einem abgehörten Telefongespräch, er mache 80’000 Euro im Monat allein mit dem Geschäft rund ums Stadion, abgesehen von den Drogen. Dazu gehörte seine persönliche Quote an den rund 2000 Tickets pro Spiel, die die Ultras dem Verein abgerungen haben, gratis, um sie auf dem Schwarzmarkt teuer zu verkaufen.

    Das ist natürlich kein Einzelfall. Alle grossen Kurven versuchen, sich einen Teil des Ticketgeschäfts zu sichern, dazu Subventionen des Vereins für Auswärtsspiele, Gratisreisen, Eintrittskarten. Den meisten gelingt das auch. Und wenn es harzt, machen sie so viel Krawall, bis die Vereine sich beugen.

    Druck erzeugen mit rassistischen Chören

    Zu einem denkwürdigen Vorfall kam es vor ein paar Jahren bei Juventus Turin. Der Verein hatte immer gedacht, dass er sich mit dem Bau einer eigenen Arena, des Juventus Stadiums, die Macht über die Spielstätte zurückholen könne. Die ganze Dynamik wollte die Besitzerfamilie Agnelli umkehren, ihr die Wurzel ziehen. Doch die Ultras taten sich zusammen, um ihr Erpressungspotenzial zu erhöhen. Die alten «Drughi», die mitgliederstärkste Organisation, alliierten sich mit den «Viking», den «Tradizione» und dem «Nucleo 1985». Um den Verein unter Druck zu setzen, stimmten sie auch mal rassistische Chöre gegen Spieler von Gastmannschaften an. Das trug Juve hohe Geldbussen ein, auch Stadionsperren. Das Image litt.

    Irgendwann wurde es Juve zu viel. In einem einzigartigen Vorgang zeigte der Verein seine eigenen Ultras an. 2019 führte die Polizei eine Operation durch, die sie «Last Banner» nannte. Zwölf Ultrachefs wurden verhaftet. Italien erfuhr nun, dass die «Drughi» mit der ’Ndrangheta verbandelt sind. Das Stadion, erzählte ein Kronzeuge, wurde als Drogenumschlagplatz genutzt.

    Auch im römischen Olympiastadion sehen sich die Ultras als Herren einer Zona franca, einer Freizone zur eigenen Verfügung. In beiden Kurven: der Curva Nord von Lazio und der Curva Sud der AS Roma. Die Stewards in ihren grellgelben Jacken schauen dem Treiben jeweils aus gesicherter Distanz zu, wer kann es ihnen verdenken. Sie sind nur Komparsen, schlecht bezahlte obendrein

    Richtig berühmt wurde der langjährige Boss über die Nordkurve, Fabrizio Piscitelli. Sie nannten ihn «Diabolik», wie die Figur aus einem Cartoon. Auf dem Höhepunkt seiner Macht, als Chef der gefürchteten «Irriducibili», Lazios härtesten Ultras, war er mal nahe dran, den Verein mit einer Seilschaft zu übernehmen. Es schien damals niemanden sonderlich zu interessieren, warum er so viel Geld besass und sich einen so teuren Lebensstandard leisten konnte, er war nun mal ein charismatischer Anführer.

    Der Verein ging dann stattdessen an den Reinigungsunternehmer Claudio Lotito, dem er bis heute gehört. Mit immer neuen Forderungen machten Piscitellis Leute Lotito das Leben zur Hölle, auch am offiziellen Merchandising der Lazio wollten die Ultras mitverdienen. Lotito wehrte sich mutig, er bezahlte dafür mit einem ständigen Personenschutz.

    Vor drei Jahren, er war 53, hat ein Killer im Outfit eines Joggers Piscitelli in einem Park getötet. Er sass auf einer Bank, der Mörder schoss ihm in den Kopf. Der Boss der Ultras hatte sich an der Seite der Camorra zu einem wichtigen Drogenboss in der Stadt entwickelt. Offenbar überzog er aber seine Ansprüche, die richtige Mafia kann da sehr rabiat reagieren. In der Curva Nord wird «Diabolik» seitdem mit gigantischen Fahnen gehuldigt, als wäre er ein Heiliger.

    Natürlich war und ist das eine Tragödie. Aber Argentinien ist ein Fussball Land dass die Stadien auch nach der WM noch benutzte. Die Stadien in Katar in einem 2 Millionen Staat werden nach der WM kaum mehr benötigt.

    Keine Grossveranstaltung sollte in einem Land stattfinden, in denen Grundrechte eine Sicherheitsgarantie erfordern.

    Katar ist offen Antisemitisch. Erstaunlich ist, dass bei der gesamten Palette von Kritik an Katar ein Punkt fehlt: dass das Emirat zu den wichtigsten Finanziers der Hamas gehört, die die Menschen im Gazastreifen terrorisiert und Israel unablässig mit Raketen beschiesst.

    Zu Tognoni er arbeitete jahrelang für die Fifa und daher für mich nicht glaubwürdig. Ist wie ein Chodorkowski der als ehemaliger Oligarch jetzt gegen Russland tritt.

    Ach ja und zu guter Letzt: https://www.t-online.de/sport/fussball…obbyarbeit.html

    Visp könnte mit Lonza im Rücken def ein Nati A Budget stemmen. Langenthal wohl kaum und Olten will nicht. Danach kommt nichts mehr…. Für die Zuschauer hat die Nati B keinen Reiz mehr. Ein freiwilliger Rückzug von Ajoie oder Kloten wird irgendwann nicht unwahrscheinlich da die Nati A zuviel Geld verschlingt.

    Grundsätzlich ist es mir egal wer Trainer wird. Einfach solche Spiel Verweigerungen wie im CHL Auswärtsspiel in Polen oder dem ersten Meisterschaftsspiel gegen Rappi will ich nicht mehr sehen egal wer Trainer ist.

    Füdliturnier ohne grosses Interesse, siehe Zuschauerzahlen.

    CHF 750`000.- für den Sieger sind einfach nur lächerlich! Ausser Prestige und etas Abwechslung zum Ligaaltag, ist da jetzt aber garnichts zu holen.

    Ausserdem müsste man schon im Oktember in guter Form sein, obwohl man in einer Saison einen Steigerungslauf anstrebt. C`mon...

    Es zählt ab Februar / März und sicher nicht schon im Oktember!

    Bis Dezanuar ist man Idealerweise auf einem sicheren Playoff Kurs.

    Warum macht mann dann:

    a) überhaupt mit

    b) wollte der HCD das gewinnen und hat sich der EVZ das Gewinnen der CHL als Saisonziel angegeben?

    c) zahlt der ZSC den Gewinn der CHL weiterhin als Klubhöhepunkt auf?

    Mein Urteil hängt nicht nur von der Quali und Playoffs ab. In der CHL haben wir seit Jahren nichts mehr gerissen und sind u.a. gegen Wien (….) rausgeflogen. Und die Teams in Finnland, Schweden, Norwegen, Slowakei, Tschechien, England, Deutschland, Polen, Wales, Nordirland, Frankreich, Ungarn, Österreich haben kleinere Budgets als die Teams in der NLA. Davos kam mal ins Halbfinal, ansonsten hat da aber kein CH Team in den letzten 10 Jahren was gerissen.

    Als Sportchef, dessen berufliche Laufbahn ziemlich

    stark mit dem Erfolg des Coaches zusammenhängt, gehst du bei einem CH Trainer einfach ein grösseres Risiko ein. .

    Gemessen am Erfolg unserer Coaches sowohl mit Sportchef Leuenberger wie auch Salis dürften dann ja beide Sportchefs schon längst nicht mehr bei uns sein.

    war schon in etlichen stadien dieser welt. fussball und eishockey, becherhalter gibts nirgends.

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    Doch im Hallenstadion :)

    Aber ist jetzt auch nichts was ich vermisse. Was mehr nervt Bier wurde halt 20% teurer von der 5dl im Hasta jetzt zu 4dl in der SLA.

    Wo gibt es eigentlich mit der Saisonkarte Rabatt bei der Gastro? Nur im 1930?

    In Oerlikon hat es sich nach dem Spiel besser verteilt, es hatte dort im/in Stadion Nähe div Bars für ZSC Fans wie Cheyenne, Sip‘s Pub, Cooper‘s und die Lions Bar. Jetzt sind halt alle nach dem Spiel im 1930 darum ist das auch so überfüllt.

    Für 4000 Schnäuz......

    Hurra hurra, das ganze Dorf ist da :P

    zB Schützengarten beliefert ja auch den FCSG und die haben mehr Zuschauer als wir… denke nicht das es die Kapazitäten sind sondern der Preis. Man hat mit Heineken einfach die grösste / beste Marge.

    Immerhin haben sie mit Chopfab ein lokales Schweizer Bier. So von wegen das ginge nicht bei uns…