Beiträge von Fulehung

    Das ist Jammern auf ganz hohem Niveau... Ich bin fast täglich mit dem ÖV unterwegs, unter der Woche in den Stosszeiten zum Arbeiten, am Wochenende zu Freizeitgründen, oftmals mit Anschlüssen im 3-5 Minutenbereich. Vielleicht alle 2-3 Wochen verpasse ich mal einen Anschluss, aber der nächste Zug / Bus kommt bereits 15-30 Minuten später etc.

    Das ÖV-Netz ist heute schon sehr stark ausgelastet, zum Beispiel auch auf der Achse Altstetten-HB oder Zürich-Bern insgesamt. Da kannst du nicht einfach mal ein paar Entlastungszüge einflechten, weil sonst der Regelbetrieb gestört wird. Zudem braucht es auch verfügbares Rollmaterial. Ich denke, man wurde auch etwas überrascht von der grossen Euphorie die auf die Fanzone übergeschwappt ist.

    Ganz ehrlich, mir ist lieber wenn das ÖV-Netz im üblichen Betrieb engmaschig ist und läuft "wie es Örgeli", und nicht nur während einem Grossanlass zuverlässig funktioniert wie bspw. in der Region Mailand. Mich nimmt Wunder, wie das dann nächstes Jahr in Deutschland ist... Ein guter Kollege von mir hat etwa 10 Spiele während der Fussball-EM 2024 besucht und war mit dem ÖV unterwegs. Verspätungen von oft über einer Stunde, kurzfristig ausgefallene Zügen waren an der Tagesordnung.

    Nach Deutschland fährt man mit Auto oder Car. Habe das bei der Euro 2024 auch so gemacht. In Düsseldorf hat es beim Fussballstadion 15’000 Parkplätze. Ich würde daher bei der WM 2027 Park and Ride empfehlen. Übrigens sind auch bei der aktuellen WM viele meiner Kollegen mit dem Auto nach Fribourg, weil es dort rund ums Stadion hunderte Gratisparkplätze plus auch Parkhäuser hat. Schweizer Städte wie Zürich, die so etwas nicht anbieten können, müssen eine ÖV-Lösung finden. Dünnt halt den Alltags-ÖV für zwei Wochen aus, wenn es anders nicht funktioniert. Machen die SBB und andere Verkehrsbetriebe bei Baustellen und Personalmangel auch regelmässig. Wie gesagt: Diese Ansprüche habe ich für Olympische Spiele und nicht für jedes Einzelsportart-Turnier.

    Nach Euro08, Euro2025 und WM2026 muss ich echt sagen: Schweiz kann Grossevents! Stimmung gut bis sehr gut, Euphorie, viele Fans aus Gastländern.

    Gerne mehr davon.

    Euro 2008 habe ich keine Tickets erhalten, weil tausende Tickets an UBS-Angestellte und deren Kunden gingen. Die Public Viewing waren aber wirklich cool.

    Euro2025: In den Stadien war alles bestens organisiert. An einem Public Viewing war ich nicht.
    Ich bin mit meiner Frau vor Schweiz-Spanien in Altstetten in einen überfüllten Extrazug rein und musste recht viel Geld für zwei Klassenwechsel abdrücken für die Strecke Altstetten-Bern, weil die 1. Klasse nicht deklassiert wurde. Bei den Rückreisen hatten Kollegen und auch ich Probleme, weil die SBB angekündigte Bahnhöfe nicht bediente – offenbar, weil in den entsprechenden Postleitzahlen gemäss Statistik zu wenige Tickets verkauft worden waren. Dabei wurde ignoriert, dass Tickets oft von anderswo wohnenden Personen für Mitreisende gekauft wurden. Unser Zug hielt in Altstetten wohl nur wegen eines Rotlichtsignals, worauf wir die Notentriegelung betätigten, um aussteigen zu können. Kollegen hingegen konnten in Sursee nicht aussteigen und strandeten schliesslich in Luzern.

    WM2026: In den Stadien war alles bestens organisiert. An einem Public Viewing war ich nicht.
    Ich habe aber wegen dem Chaos am Bahnhof Altstetten nach der ersten WM-Woche aufgehört mit meinen Besuchen. Meine Frau hat durchgehalten und mir dann auch erklärt, dass in der zweiten WM-Woche endlich pro Abend mindestens zwei Entlastungszüge Richtung HB eingesetzt worden sind.

    Ich stelle vor allem nach den letzten 2 Jahren etwas überrascht fest, dass die Schweiz die grössten Schwachpunkte beim ÖV hat. Hier muss sie sich klar steigern, wenn sie Olympische Spiele durchführen will. Italien hat in Mailand und in den anderen Austragungsorten viel mehr Geld für den ÖV ausgegeben als die Schweiz 2025 und 2026 bei den kleineren Turnieren.

    noch was zur „feier“ auf dem helvetiaplatz: in meinen augen ein totaler blödsinn! wäre die schweiz als aussenseiter zur wm angetreten und gestern zum ersten mal in einem finale gestanden, könnte ich es nachvollziehen. aber so? wäre man weltmeister geworden, wäre der helvetiaplatz sicher auch gut gefüllt gewesen. aber jetzt könnte es zuschauermässig doch ziemlich peinlich enden…

    Die Silber-Feier ist im Volkhaus, war von Anfang an so kommuniziert:
    "Um 17:30 Uhr findet auf dem Helvetiaplatz (bei Gold) oder im Volkshaus (bei Silber) in Zürich eine Medaillenfeier statt."

    Interessant finde ich die Kommunikation der Polizei heute zur Situation am Bahnhof Altstetten:
    "Einzig bei den Personallenkungsmassnahmen brauchte es regelmässig Anpassungen, weil der Platz im Fan-Dorf beim Stadion und am Bahnhof Altstetten begrenzt war. Mit dem eigentlichen Fan-Dorf hatte die Polizei nichts zu tun – dieses war Sache der Veranstalter."
    Ja eben, am Sicherheitskonzept wurde bis am Schluss herumgeschraubt, so dass am Schluss wirklich jeder nur noch Bahnhof verstanden hat. Um meinen Blutdruck zu schonen, ging am Samstagnachmittag meine Frau ans WM-Halbfinale und ich ging in die Provinz zum Fussball. Immerhin konnte ich dort einen Pokal feiern :hockey:

    Kleiner Stimmungsbericht aus ÖV-Sicht:
    Am Mittwochnachmittag vor Tschechien-Italien hatte der Zug Zürich-Fribourg schon am HB einen Defekt. Nach langem Tüfteln des Zugpersonals fiel die Verbindung ersatzlos aus, viele Fans waren deshalb wie ich erst wenige Minuten vor Anpfiff beim Stadion. Gab trotz nur 4000 Zuschauern ziemlich lange Warteschlangen bei der Eingangskontrolle.
    Am Mittwochnachmittag nach Tschechien-Italien war die S-Bahn nach Bern pünktlich. Kurz nachdem der Zug das Gebiet verlassen hatte, in dem man mit dem WM-Tickets gratis zugfahren kann (keine Ahnung, ob die Grenze in Düdingen oder Flamatt ist) gab es eine Billettkontrolle und das Zugpersonal büsste tschechische Fans.
    Am Donnerstagabend nach Dänemark-Slowakei hatte der Zug Fribourg-Zürich 20 Minuten Verspätung. In den Käffern (sorry Olten und Aarau) warteten die Anschlüsse, in Zürich natürlich nicht.
    Mein Kollege aus dem Berner Oberland ist Volunteer in Zürich. Am Dienstagabend ist er nach Ungarn-Grossbritannien in Zürich nach zwei Dritteln raus aus dem Stadion, um zu einer einigermassen guten Zeit Zuhause zu sein. Der Zug Zürich-Bern wurde in Burgdorf gestoppt. Er war dann schliessend um 3.20 Uhr Zuhause in Spiez.
    Hinzu kommen das tägliche Gedränge am Bahnhof Altstetten, wobei die Wartezeit vor der Bahnhofunterführung gemäss SBB-App nach Schweiz-Grossbritanien um Mitternacht nur 20 Minuten betragen hat. Keine Ahnung, ob die S-Bahnen deswegen später abfahren. Wohl eher nicht.

    Also wirklich eine gute Figur gibt der Schweizer ÖV an diesem Turnier nicht ab. Vielleicht hätte man doch etwas mehr investieren sollen. An den Olympischen Spielen in Mailand gab es viele Extrabusse und eine Betriebsverlängerung bis 2 Uhr. Die Zürcher Verkehrsbetriebe dagegen verlängern lieber am Pfingstsonntag den Betrieb stundenlang für die Partygänger, als unter der Woche irgendein Zusatzangebot für die Eishockeyfans anzubieten.

    Die kleine Unterführung war zwischen dem Finnland-Spiel und dem Schweiz-Spiel noch offen, wurde aber am Abend völlig verriegelt. Bei der grossen Unterführung gab es mobile Absperrgitter, wo die Fans höchstens zu dritt oder viert nebeneinander durchgelassen wurden. Aber kurz vor 23 Uhr wurde dort zugemacht mit der Begründung, das Perron für den Extrazug sei voll. Das war notabene gemäss SBB-App ein Zug mit 8 Waggons. Wie die Sicherheitsleute auf die Idee gekommen sind, dass die weit über 1000 blockierten Leute alle nur dort hinein wollten, ist mir ein Rätsel. Vor allem ja sicher nicht jene, die nur am Public Viewing waren.

    Wer hat eigentlich das ÖV-Konzept ausgetüftelt? Zug-, Tram/Bus- und Carfahrer mussten alle durchs gleiche Strässchen, wo die Cars aus der Westschweiz parkiert waren. Fühlte sich teilweise an wie ein Meisterumzug von Gottéron.
    Keine Infoschilder. Keine Extratrams. Keine Durchsagen, dass das Tram 51 zum HB fährt. Wäre noch so wichtig, da die Nummer kein Auswärtiger kennt, da sie erst an Weihnachten eingeführt worden ist. Durchsagen nur zum Extrazug und das nur Deutsch. Durchgänge zu den 10 ÖV-Linien auf der Südseite des Bahnhofs vergittert. Resultat: 30 Minuten lang waren alle Fans in einem Riesengedränge eingekesselt.
    Gastfreundlich fand ich übrigens auch die Einblendung auf dem Stadionwürfel, dass der Extrazug nicht später abfahren würde bei einem Penaltyschiessen. Als ob man es in diesem Gedränge in 10-15 Minuten vom Sitzplatz zum Zugperron schafft.
    Also wo parkiert man nun am besten beim Stadion?

    :rofl::rofl::rofl::rofl::rofl::rofl::rofl::rofl::sensa:

    Mittlerweile ist mein Puls wieder ruhiger. Auch wenn ich immer noch kein Tsüri habe 😉
    Also auf vielfachen Wunsch. Ich war ja nicht am Match. Meine Frau sass auf unserem Platz. Wiederholt wurde ihre Reihe mit Papierflieger beworfen. Und ja, diese Dinger irritieren beim Matchschauen und können im dümmsten Fall auch Schnittwunden bei Fans und Unfälle bei Spielern auf dem Eis verursachen. Schliesslich konnte meine Frau einen Papierflieger fassen, zerdrückte ihn und rief dem Buben (ohne Fluchwörter) zu, dass er bitte aufhören soll. Worauf plötzlich seine Mutter neben meiner Frau stand und sie anmotzte. Ich gebe zu, dass ich selber gelassener reagiert hätte und kommentarlos einen vollen Bierbecher in die Gegenrichtung geworfen hätte. Wurfgeschoss gegen Wurfgeschoss.

    Ich bin gerne Choleriker. Und versifft war ich doch auch schon. Aber wenn von meinen über 50 Kontakten in Altstetten, Albisrieden und Grünau genau 3 bis heute Freitag diese Wahlzeitung erhalten haben, möchte ich wirklich vor allem verstehen. Betrug? Totale Unfähigkeit?
    Kollege hat jetzt ein erstes Mail erhalten. Der Zeitungsverträger habe für die «flächendeckende Verteilung jedoch deutlich mehr Zeit als die Post benötigt». Eh ist das ein Berner Zeitungsverträger, der entspannt davon ausgeht, dass Zürich wie Bern erst am 29. März wählt?

    So wirklich erreichbar sind die Leute für Personen, deren Auftrag sie nicht ausgeführt haben, eben nicht. Ich suche einen direkten Kontakt. Am besten zu einer Person, welche in die Verteilung der Wahlzeitung involviert war. Gerne auch per PN oder am Samstag im Stadion.

    Kennt jemand Leute vom Kollektiv von Tsüri? Meine Familie ist seit dem Umzug nach Zürich noch nie so abgezockt worden wie von diesen Jungs. Bei Leuten, die am 8. März kandidieren, 540 Franken einsacken und dann die Wahlzeitung falsch oder gar nicht verteilen. 72 Stunden vor der Wahl ist unser Briefkasten immer noch leer.

    Heute haben wir uns den Spass erlaubt, im Restaurant Zett ein Fondue zu essen. Das vorreservierte Fondue war ja gut. Aber sämtliche vier zusätzlichen Bestellungen gingen bei der Servierdame schief von Startgetränk bis Dessert und dann motzt sie uns noch an, als wir kein Trinkgeld geben. "Ihr wart wohl mit mir nicht so zufrieden?" Eh Nein, weil selbst die Jungs aus Trier waren heute cleverer und treffsicherer als diese Dame vom Restaurant Zett :oldie:

    Gab kürzlich einen Zeitungsbericht, dass allein von den Abos 45 nach Zürich verkauft wurden. Wie soll da gross Stimmung vor den 2 Schlussminuten aufkommen? Aber im Stadion, in dem man auf den Sitzplätzen frei zirkulieren kann auch rauf und runter hat es wirklich alle 5 Meter einen Bierstand. Teilweise auch versteckt in den Ecken. Finde es um Welten besser als zum Beispiel im Letzi, um ein anders Stadion mit regelmässig 9000 Zuschauen zu nennen. Dass der ZSC im Catering den Meistertitel verdient hätte jedes Jahr sollte nicht der Gradmesser sein.
    Ach ja: Ich sass direkt über Berra im 2. Drittel. Das 1:3 war von blossem Auge zu sehen. Fehlentscheid.

    Wieso schlapp gemacht?

    Wänn da nur es paar je 50 Franke zahled, chasch das ja no ewig laufe lah

    Ich habe kürzlich eine Rettungsaktion für ein Internetarchiv bei einem anderen Super League-Klub leiten dürfen wegen meinem Ruf als reicher Zürcher. 7700 Franken ohne 1 Tag Betriebskosten gedeckt zu haben. Ein Hoch auf alle, die sich so was antun.

    Ich bin leider kein Grossverdiener, sorry.
    Dieser verdammte Spengler Cup… ja, der löst bei mir tatsächlich Emotionen aus. Für einen Sitzplatz im Champions League-Finalspiel habe ich in Zürich 60 gezahlt und in Mailand zahle ich 80 für einen Sitzplatz beim Olympia-Fight Kanada-Tschechien. Derweil werden bei diesem Halli-Galli-Turnier in Davos für Sitzplätze dreistellige Beträge verlangt. Und solch ein Hochpreisprodukt soll für echte Eishockeyidentität stehen? Für mich steht der Spengler Cup für alles, was das Eishockey nicht werden sollte.