Canepa: Bezahlen – und sparen
Von Peter Bühler, Zürich
Der FCZ-Präsident hält über die Hälfte des Aktienkapitals. Der Club weist für 2012 einen Millionenverlust aus.
Zu Beginn der gestrigen Generalversammlung der FCZ AG war Ancillo Canepa bestens aufgelegt. In launigen Worten liess der Präsident die erfolgreiche Rückrunde der 1. Mannschaft aufleben: Er erwähnte stolz den Aufstieg vom 9. Platz nach der Vorrunde auf den 4. Schlussrang; er betonte, dass 12 Spieler mitgeholfen hatten, die im FCZ gross geworden sind; und er vergass nicht, den «kompletten Trainer» Urs Meier zu loben. Canepas Fazit zur bemerkenswerten Steigerung war durchaus auch als Seitenhieb gegen Meiers Vorgänger Rolf Fringer zu verstehen: «Gleiche Spieler – neue Mannschaft.»
Weniger Freude herrschte beim Präsidenten und den 176 erschienenen Aktionären und Vereinsmitgliedern bei der Präsentation der Jahresrechnung 2012. Bei einem Gesamtumsatz von 27,4 Millionen Franken wies der Club nach Abschreibungen von 5,2 Millionen einen Verlust von 1,1 Millionen aus. Er wäre sehr viel höher ausgefallen, wenn nicht Sanierungsbeträge in der Höhe von 8,9 Millionen geleistet worden wären – in erster Linie durch Canepa, ist anzunehmen. Und entlastend auf das Ergebnis wirkten zudem die Transfererträge vorab aus den Verkäufen der Spieler Rodriguez, Mehmedi und Nikci, die den FCZ alle im letzten Jahr verliessen.
Canepa 55 Prozent, Hotz 16
Nach der letzten im Mai abgeschlossenen Kapitalerhöhung beträgt das Aktienkapital 5,4 Mio. Franken. Die Beteiligungsverhältnisse am Club sehen nun so aus: Canepa hält 55 Prozent des Aktienkapitals, der frühere Präsident Sven Hotz besitzt 16 Prozent, der Businessclub 13 Prozent, ein weiterer bedeutender Shareholder ist der 50er-Club mit 7 Prozent.
Der FCZ braucht weiter frisches Geld, um seine Liquidität zu sichern. Gestern wurde von der GV nicht nur Michael Agoras, CEO Adecco Schweiz, neu in den Verwaltungsrat gewählt, es wurde auch die nächste Kapitalerhöhung in der Höhe von 2,7 Mio. Franken genehmigt. Das gesamte Aktienkapital wird auf 8,1 Mio. erhöht. Auch bei der Zeichnung der neuen Papiere dürfte Canepa gefordert sein.
Wer zahlt, befiehlt. Diese Regel gilt auch im FCZ. Canepa hat es satt, jedes Defizit auszugleichen – entsprechend hat er dem Verein einen Sparkurs auferlegt. Das Budget wird um 20 Prozent auf rund 16 Mio. gekürzt. Dabei kommt es dem Club gelegen, dass die Verträge der Grossverdiener Magnin und Béda ausgelaufen sind, und die zu YB gezogenen Trainer Gämperle und Hänzi durch die kostengünstigere interne Variante mit Massimo Rizzo und Marco Bernet ersetzt werden.
