Beiträge von Larry

    Hier noch der ganze Artikel:

    Eishockey ZSC Lions und die Kloten Flyers treffen sich heute unter ganz unterschiedlichen Vorzeichen zum 2. Derby. Von Simon Graf

    Die Ruhe des Meisters, die sich die Flyers wünschen

    Zürcher Eishockeyderbys beziehen ihren Reiz nicht daraus, eine Rarität zu sein. Seit die Qualifikation auf 50 Runden aufgestockt wurde und Lions wie Flyers der gleichen «Gruppe» zugeteilt wurden, treffen sie pro Winter mindestens 6-mal aufeinander. Letzte Saison duellierten sie sich sogar 10-mal. Doch es liegt, seit beide Clubs gleichzeitig hohe Ambitionen haben dürfen, etwas Spezielles in der Luft, wenn sie aufeinandertreffen. Im Frühjahr blickte die Eishockeyschweiz nach Zürich, als sie sich erstmals im Final massen. Doch es war keine Serie, die mitriss, weil die ZSC Lions schlicht zu überlegen waren. Und man kann ihnen nicht vorwerfen, sie hätten den Sieg nicht ausgekostet. Die Flyers mussten manche Stichelei über sich ergehen lassen. (Meister im Schluefweg! :cool: :geil: )

    Seitdem haben sich die Formkurven der beiden Clubs auseinander entwickelt. Die Stadtzürcher sind zu gut, um den Meisterblues anzustimmen. Sie sind an der Spitze dabei, obschon man bei ihnen die richtig guten Auftritte – wie gegen den HCD oder den SCB – bisher an einer Hand abzählen konnte. Die Ruhe, die im Club herrscht, ist gut, solange sie nicht in Lethargie umschlägt. Es war, für die nationale Meisterschaft betrachtet, wohl gar nicht schlecht, dass die ZSC Lions in der Champions League scheiterten und die Spieler so Coach Marc Crawford wieder einmal von seiner lauten, ungemütlichen Seite erlebten.

    Der Meister scheint dieser Tage aber so gefestigt, dass er Verletzungen spielend wegstecken und es sich leisten kann, die nächsten jungen Spieler einzubauen. Siegenthaler tritt in seiner ersten NLA-Saison erstaunlich abgeklärt auf, Malgin verblüfft mit seiner

    Kreativität, Junggoalie Schlegel ist ein weiterer Beweis dafür, wie viele Talente die Organisation auf dieser Position entwickelt. Crawford tut gut daran, den Konkurrenzkampf im Team zuzulassen, aufstrebenden Spielern wie Künzle oder Baltisberger Raum zu geben. Allzu wohlig darf es den Akteuren nicht werden in einem Kampfsport wie Eishockey.

    Die Kloten Flyers haben ganz andere Probleme. Ihr verpatzter Saisonstart könnte sich für sie wie eine lästige Erkältung entwickeln, die man lange mit sich herumschleppt. Der Rückschlag gegen Lausanne nach einer zuletzt positiven Entwicklung zeigt, wie fragil beim Finalisten noch alles ist. Und ein Blick auf die Statistik zeigt, wie schwierig es ist, nach einem langsamen Beginn Fahrt aufzunehmen: In den letzten sechs Jahren waren die Flyers, aktuell auf Rang 10, nach 50 Runden nie besser klassiert als nach 13 Spielen. Immerhin: Sie dürfen nach hinten schielen auf Gottéron, dem es noch schlechter geht. Und wenn die Regel der letzten Jahre, dass immer ein «Grosser» das Playoff verpasst, weiter Bestand hat, dürfte es eher die Freiburger treffen.

    Man darf den Kloten Flyers attestieren, die Krise der ersten Saisonwochen gut gemanagt zu haben. Im Nachhinein könnte man es sogar als weise Voraussicht bezeichnen, dass sie zunächst auf einen vierten Ausländer verzichtet hatten. Denn einen besseren als Peter Mueller, den verlorenen Sohn, der nun reuig zurückgekehrt ist, hätten sie ohnehin nicht gefunden. Nicht nur er, die ganze Mannschaft, hat gegen die ZSC Lions einiges gutzumachen.
    Zürcher Derbys sind zur Massenware geworden – und doch hat jedes seinen eigenen Reiz.

    © Tages Anzeiger

    Zitat von snowcat

    schön wärs, kann mir das aber nicht vorstellen...die basler kriegskasse ist prall gefüllt!

    Ich kann es mir ja auch kaum vorstellen, aber ich träume davon.....


    Eine Naturgewalt namens Etoundi

    Mit zwei Toren und einem Assist entschied der FCZStürmer aus Kamerun das Derby fast im Alleingang.

    David Wiederkehr Zürich

    Wer sehr hoch fliegt, hat manchmal Mühe beim Landen. Franck Etoundi zum Beispiel. Der FCZ-Stürmer ist hoch geflogen im 239. Stadtderby, zwei Tore hat er erzielt und einen herrlichen Assist geleistet. Doch als er nach dem 3:1 acht Minuten vor dem Ende abdrehte, um vor der Südkurve zu jubeln, da baute sich die Werbebande vor ihm auf. Fast wäre er über das Hindernis gestrauchelt.

    Der Kameruner überstand schliesslich aber auch den Jubel unbeschadet und gab sich hinterher zufrieden. Halbwegs zufrieden jedenfalls. In erster Linie freuten ihn die drei Punkte der Mannschaft, sagte er, das Derby zu gewinnen, sei super. Aber die eigene Leistung? Die wollte er nicht überbewertet haben, den beiden Toren zum Trotz. «Ich war schon besser», sagte er. Das Spiel im EuropaLeague-Gruppenspiel gegen Mönchengladbach beispielsweise, das sei ein gutes gewesen. Gegen GC nun hat er sich «nicht wohl und richtig fit gefühlt».

    Die zweite Länderspielreise

    Von seiner zweiten Länderspielreise mit der kamerunischen Nationalmannschaft war er erst am Freitag aus der Heimat nach Zürich zurückgekehrt. Und als das Derby begann, da spürte der 24-Jährige die Müdigkeit, die Rückenschmerzen nach acht Stunden Flug, die Strapazen waren ihm anzumerken. «Am Anfang hat er viele Bälle verloren», tadelte Teamkollege Davide Chiumiento. «Es sah nicht aus, als wäre das sein Spiel.» Zur Pause bat Etoundi seinen Trainer Urs Meier sogar, ihn auszuwechseln.

    Zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits für einen Glanzpunkt in dem erst beschwingten, lange aber ereignislosen Derby gesorgt, als er in der 29. Minute die GC-Führung ausglich. Nicht einfach so, sondern mit einem wunderbar wuchtigen Kopfball, nach einer Flanke von Philippe Koch. «Ein Wahnsinn», staunte auch Chiumiento, «ich habe noch nie einen Spieler gesehen, der so lange in der Luft war.» Für Meier gab es nur ein Wort, um dem Treffer gerecht zu werden: «Weltklasse».

    Der Gegenentwurf zu Chikhaoui

    Seit 2009 spielt der Mann aus Douala in der Schweiz, bei Xamax, Biel und St. Gallen hat er gespielt, ehe ihn der FCZ vor bald 16 Monaten nach Zürich holte. Wegen dessen eher rustikaler, brachialer Art hält Meier ihn für unverzichtbar in seiner Mannschaft, denn nur mit Künstlern gehe es nicht. Etoundi sei unbequem, sagt Meier, «er geht dorthin, wo es wehtut, und sorgt in der Luft für Verdrängung». Und ist so der Gegenentwurf zu Feintechnikern wie Chiumiento oder der gegen GC wirkungslose Captain Yassine Chikhaoui. Kein Wunder, hat sich um den damaligen St. Galler nicht nur der FCZ bemüht. Sondern auch GC. Der Stadtrivale entschied sich letztlich jedoch für Anatole Ngamukol.

    Der Unterschied hätte gestern nicht auffälliger sein können: Ngamukol vergibt völlig freistehend aus wenigen Metern, Etoundi wird zum Matchwinner. In der 74. Minute leitet er mit einem weiteren starken Kopfball das 2:1 ein – er traf zwar die Latte, doch Francisco Rodríguez reagierte auf den Abpraller sofort. Und einen Konter, eingeleitet von Philippe Koch, schloss Etoundi mit einem unwiderstehlichen Schuss zum 3:1 ab. Zum zweiten Mal im FCZ-Dress sind ihm 2 Tore in einem Spiel gelungen.

    Etoundis Entwicklung ist auch Volker Finke nicht verborgen geblieben. Ende August hat ihn der Deutsche erstmals fürs Nationalteam nominiert, vier Partien der afrikanischen Spitzenmannschaft hat er nun wenigstens von der Ersatzbank aus erlebt. Die weiten und anstrengenden Flüge nimmt er gerne in Kauf. Wenn die Müdigkeit dermassen Berge versetzt, erst recht.


    © Tages Anzeiger

    Etoundi :cool:

    Der FCZ macht Spass und ich hoffe dass bei meiner Rückkehr im Mai noch alles offen ist wenn wir den FCB im Letzi empfangen.

    Und ev. muss ich ja dann wieder mal auf den Helvetiaplatz...... :geil:

    Zwei 17-Jährige im Fokus

    Die Zukunft hinter Gittern

    Die beiden Junioren Jonas Siegenthaler und Denis Malgin spielen regelmässig für die ZSC Lions. Sie träumen von der NHL und verfolgen einen Weg, der noch bis vor kurzem als problematisch galt.

    pic. Während die ZSC Lions ohne grössere Probleme die Gegenwart meistern, ist bei ihnen immer auch die Zukunft zu sehen. Am Samstag beim 5:1 in Ambri spielten mit Jonas Siegenthaler und Denis Malgin wieder zwei 17-Jährige aus den Reihen der GCK Lions mit – längst nicht zum ersten Mal. Für Malgin war es der siebente Einsatz, für Siegenthaler der dreizehnte. Der nächste steht bereits heute Montag im Derby gegen Kloten an. Den Teenagern kommt entgegen, dass das Team immer wieder Verletzte hat, so fehlten in den letzten drei Partien drei der fünf Ausländer (Keller, Smith, Tabacek).

    Das Lions-Kader ist zwar auch noch sehr gut besetzt, wenn ein paar Stammspieler fehlen. Aber selbst wenn die Absenzenliste lang ist, setzt der Coach Marc Crawford nicht auf die Konzentration der noch vorhandenen Kräfte, sondern spielt mit sieben Verteidigern und dreizehn Stürmern. Bemerkenswert ist dabei, wie viel Verantwortung er an zwei Spieler überträgt, die gemäss Reglement ihr Gesicht noch hinter einem Gitter verstecken müssen, weil sie den 18. Geburtstag erst vor sich haben.

    Siegenthalers Rolle überrascht weniger, er war von Anfang an eingeplant. Dennoch sagt Crawford: «Ich bin erstaunt, wie weit er schon ist.» Meistens spielt er unauffällig, was für einen Verteidiger grundsätzlich, für einen 17-Jährigen aber besonders als Kompliment zu verstehen ist. Mit seiner Ruhe und den körperlichen Voraussetzungen (99 kg und 1,88 m) zeigt er, dass ihm nicht von ungefähr eine grosse Zukunft vorausgesagt wird. Malgin hat noch körperliche Limiten (74 kg, 1,71 m), aber viel Spielverständnis und Können als Schlittschuhläufer. Ihm tat sich die Türe auf, als Luca Cunti verletzt war und ein Center gebraucht wurde.

    Beiden ist gemeinsam, dass sie die ZSC Lions als ideales Sprungbrett für die NHL betrachten. Auf Lehrjahre als Junioren in Übersee verzichten sie, lieber spielen sie im vertrauten Umfeld auf Profistufe, wie das auch Roman Josi tat, bevor er nach Nashville gezogen ist. Dieser Weg ist kein Nachteil mehr, in den NHL-Klubs hat ein Sinneswandel eingesetzt. Noch vor einigen Jahren galten praktisch nur jene Spieler als aussichtsreiche Kandidaten, die sich zuvor in einer der drei grossen Juniorenligen einen Namen gemacht hatten. Mittlerweile setze sich die Erkenntnis durch, dass der Weg in die NHL genauso gut, wenn nicht fast besser, auch über Lehrjahre in einer höchsten Liga in Europa führen könne, sagt der Zürcher Sportchef Edgar Salis, der regelmässig mit NHL-Verantwortlichen Kontakt hält.

    Wegen Malgin und Siegenthaler geben sich die NHL-Scouts im Hallenstadion förmlich die Türklinke in die Hand. Das wird auch gegen Kloten wieder so sein. Der ganz grosse Auftritt für das Duo beginnt dann Ende Jahr an der U-20-WM in Kanada. Die dortigen Leistungen spielen eine wesentliche Rolle für den NHL-Draft im Juni 2015. (NZZ)

    Diesmal verhindert Stephan eine Zürcher Aufholjagd

    Silvan Schweizer Zug

    Leader ZSC bleibt gegen äusserst disziplinierte Zuger erstmals in dieser Saison torlos und unterliegt 0:4.

    Der frühere EVZ-Coach Doug Shedden pflegte im Fall der ZSC Lions mit einer gewissen Ehrfurcht vom grossen Bruder aus der Stadt zu sprechen. Dem Kanadier war in seiner sechsjährigen Amtszeit gegen diesen Gegner nicht allzu viel Erfolg beschert. Und auch sein Nachfolger Harold Kreis, 2008 noch Meister mit den Zürchern, musste unlängst feststellen, dass diese in diesen Partien immer besonders gewillt zu Werke gehen: Vor vier Wochen verwandelten sie ein frühes 0:4 in ein 6:4 und schraubten ihre Bilanz so auf 15 Siege aus den letzten 16 Duellen.

    Gestern aber blieb die Aufholjagd nach einem weiteren Zuger Ansturm aus. Und nicht nur das: Den ZSC Lions gelang beim 0:4 erstmals in dieser Saison kein Treffer. Das letzte Mal torlos geblieben waren sie im März auf dem Weg zum Titel im Playoff-Halbfinal – bei einem 0:5 gegen Servette. Vielleicht ist es kein Zufall, dass ihnen nun mit Tobias Stephan derselbe Goalie wie damals gegenüberstand. Er hielt erneut bravourös; so vereitelte er im Schlussabschnitt gleich mehrere Chancen nach Zürcher Sololäufen, darunter einen Penalty Cuntis.

    «Stephan machte den Unterschied. Er war mit Abstand der beste Mann auf dem Eis. So einfach ist das», befand ZSCCoach Marc Crawford, der den verpassten Chancen nachtrauerte, aber auch einige Giftpfeile Richtung Schiedsrichter schoss, die den Zürchern sechs kleine Strafen aufbrummten und den Zugern nur eine: «Sie hörten auf das Publikum.»

    Neben Stephan, der seinen dritten Saison-Shutout schaffte, überzeugte allgemein der Abwehrverbund der Zuger. Vorab im Startdrittel machten sie die Räume derart eng, dass der ZSC kaum zu gescheiten Angriffsauslösungen kam. Die Handschrift von Kreis, der schon zuvor mit Mannheim und Düsseldorf in der DEL Teams mit ausgezeichneten Gegentorbilanzen coachte, ist klar ersichtlich. Und für nächste Saison rüsteten die Zuger in diesem Bereich weiter auf: Nach neun Jahren in Biel stösst Emanuel Peter (30) zum EVZ. Das Engagement des Defensivcenters deutet auf den Abgang von Fabian Sutter hin, dessen Vertrag im Sommer ausläuft.

    Cup-Duell in Winterthur

    Ein Lichtblick aus Zürcher Sicht war wie schon beim 4:1 am Sonntag gegen Davos Jungtorhüter Niklas Schlegel. Der 20-Jährige hielt seine Mannschaft lange im Spiel, wobei ihm die spektakulärsten Paraden jeweils kurz vor und nach der ersten Pause gelangen, als Suri beziehungsweise Martschini das offene Tor vor sich hatten, Schlegel aber blitzschnell verschob. Besonders seine Ruhe beeindruckte, zumal die Zuger ihm nach seinen Interventionen gerne besonders naherückten – mit der Absicht, ihn aus der Fassung zu bringen. Trotzdem könnte am Wochenende wieder Lukas Flüeler im Tor stehen. Crawford äusserte jedenfalls leise Hoffnung, dass der an den Adduktoren verletzte Stammgoalie zurückkehren könnte.

    Der Meister, der die Liga trotz der gestrigen Niederlage anführt, erhält bereits am 29. Oktober im Cup-Viertelfinal die Chance, seine Bilanz gegen Zug wieder zu polieren. Weil das Hallenstadion aufgrund von Umbauarbeiten zwischen zwei Events nicht verfügbar ist, findet dieses Aufeinandertreffen an ungewohntem Ort statt: in der Winterthurer Eishalle Deutweg.

    Zug - ZSC Lions 4:0 (1:0, 1:0, 2:0) Bossard Arena. – 6131 Zuschauer. – SR: Mandioni/ Wiegand,Abegglen/Dumoulin. – 15. Grossmann (Earl, Bouchard) 1:0. 40. (39:13) Diem (Holden, Martschini/ Ausschluss Baltisberger) 2:0. 50. Suri (Holden, Martschini) 3:0. 60. (59:59) Herzog 4:0. – Strafen: 1-mal 2 Minuten gegen Zug, 6-mal 2 Minuten gegen die ZSC Lions.
    Zug: Stephan; Andersson, Sondell; Ramholt, Grossmann; Lüthi, Alatalo; Erni; Martschini, Holden, Suri; Christen, Earl, Bouchard; Herzog, Sutter, Bertaggia; Lammer, Diem, Schnyder.
    ZSC Lions: Schlegel; Blindenbacher, Geering; Seger, Bergeron; Stoffel, Siegenthaler; Schnyder; Baltisberger, Cunti, Wick; Shannon, Malgin, Nilsson; Bärtschi, Trachsler, Schäppi; Fritsche, Senteler, Bastl; Zangger.
    Bemerkungen: Zug ohne Blaser, Bürgler, Dünner und Morant (verletzt). ZSC Lions ohne Flüeler, Keller und Tabacek (verletzt) sowie Smith (krank) und Künzle (gesperrt). 36:42 Timeout Zug. 45. Cunti scheitert mit Penalty an Stephan.


    © Tages Anzeiger

    EV Zug - ZSC Lions 4:0

    ZSC tritt kaum in Erscheinung

    Der EV Zug ist nicht mehr so unterhaltsam und spektakulär wie in der Ära Shedden – aber er ist viel besser. Und so verlieren die ZSC Lions, die ihr Potenzial nur in Bruchstücken abrufen, 0:4.

    pic. Zug Noch sind nicht alle Blätter von den Bäumen gefallen, da greifen die taktischen Massnahme des Trainers Harold Kreis bereits bestens. Der EV Zug ist deswegen nicht mehr so unterhaltsam und spektakulär wie in der Ära Shedden – aber er ist viel besser. Dank Disziplin, Geduld und Ruhe hat er sich mit dem neuen Chef zu einem Team entwickelt, das auf dem richtigen Weg ist. Die Zuger orientieren sich in Richtung Spitze und haben dabei am wenigsten Gegentore aller NLA-Teams zugelassen (24 nach 12 Spielen).

    Das 4:0 gegen die Lions war der dritte Shutout der Saison, was im Kontrast zum ersten Duell mit den Zürchern stand, als der EVZ nach einer 4:0-Führung 4:6 verloren hatte. Diesmal stellten Grossmann, Diem, Suri und Sondell mit der Schlusssirene den nie gefährdeten Sieg sicher. Damit endete eine lange Serie der Erfolglosigkeit. Der bis dato letzte Zuger Heimsieg gegen den Meister geht auf den Januar 2011 zurück.

    Auf der anderen Seite war bald zu sehen, dass dies nicht mehr die ZSC Lions waren, denen am Sonntag ein überzeugendes 4:1 gegen den HCD gelungen war. Die Zürcher riefen ihr Potenzial nur in Bruchstücken ab. Symbolhaft war ein von Cunti verschossener Penalty beim Stand von 0:2. Und bezeichnend war, dass der 20-jährige Goalie Niklas Schlegel im zweiten NLA-Spiel der beste Zürcher war. An den Gegentoren war er schuldlos.

    Den Zugern kam die Blässe des Gegners entgegen, was den Sieg jedoch nicht weniger verdient machte. Kreis' Spieler waren bereit, die Chancen zu nutzen. Sie waren initiativer und hungriger. Kurz vor dem Spiel hatte der EVZ darüber einen Namen bekannt gegeben, der ab der nächsten Saison für ihn spielen wird. Emanuel Peter vom EHC Biel ist mit einem Zweijahresvertrag verpflichtet worden. Der 30-Jährige ist ein Center, der auf der Tribüne kaum jemandem auffällt, aber mit seinen ausgeprägten Defensiv-Qualitäten jedes Team solider macht. Das Engagement belegt, dass der mit Kreis eingeschlagene Kurs weiterverfolgt wird.

    Die nächste Begegnung zwischen den beiden Klubs ist der Cup-Achtelfinal am 29. Oktober. Die ZSC Lions führen dieses Heimspiel in Winterthur durch, weil das Hallenstadion belegt ist. In der schmucken Arena am Deutweg fast heimischer fühlen dürften sich aber die Zuger, die dort beim 7:1 gegen den EHC Winterthur in der ersten Cup-Runde gespielt hatten. In der Meisterschaft haben die Zürcher diese Woche nur noch eine Gelegenheit, den schwachen letzten Eindruck zu korrigieren. Am Samstag in Ambri. (NZZ)

    Zitat von Blackstar


    Nerve mich trotzdem über Spiele wie dieses. Und Crawford sichtlich auch.

    Da kannst Du sicher sein!

    Klar nervt es auch mich, aber gehört halt in einer ausgeglichenen Liga dazu.

    Wir hatten letztes Jahr zum gleichen Zeitpunkt 6 Punkte weniger auf dem Konto und Ende Quali 20 (!) Punkte auf den zweiten.

    Sollen es diese Saison 30 Punkte Vorsprung werden?

    Wir werden Spiele verlieren, immer wieder, ist normal!

    Davos bekommt heute auch schon wieder auf die Mütze!

    Keep Calm! :cool:

    Falls Fribourg heute das Zähringer Derby gewinnt wird es in Bern mit dem Theater losgehen!

    Die haben heute gerade mal einen Punkt mehr auf dem Konto als letztes Jahr, dem Playout Jahr!

    Ich würde aber mal Abstand nehmen vom ewigen Trainer Kicken zu Bern und mal im Team aufräumen!

    Bolts händ mal schnäll d Habs 7:1 vernichted! :twisted:

    Chunt guet! :cool:

    Bi de Panthers sind gäge Ottawa grad no 7'311 Schnäuz cho luege....tragisch!

    Ich känn de Plan vom neue Owner nöd, aber Geldvernichtig wirds ja wohl nöd si....

    Tickets rüereds der nah, chasch 6 Spiel ussueche ab 114.- $ für s Packet!

    Ich erinnere mich no a Ziite wo immer volle gsi isch.... :sad:

    ZSC: Entwarnung für Flüeler und Keller

    (phm)

    Wenn die ZSC Lions heute in Zug zum Duell der beiden defensiv besten Teams antreten, hütet erneut Niklas Schlegel ihr Tor. Der 20-Jährige hatte bei seinem NLA-Debüt am Sonntag gegen Davos überzeugt, dürfte aber eher früher als später wieder zu den GCK Lions zurückkehren, weil die Adduktorenverletzung von Meistergoalie Lukas Flüeler nicht so schwer ist wie ursprünglich befürchtet. «Fürs Wochenende reicht es wohl noch nicht», sagte Sportchef Edgar Salis, «aber nächste Woche könnte Flüeler wieder einsatzfähig sein.»

    Ebenfalls weniger gravierend scheint die Blessur von Ryan Keller. Der Kanadier war am Samstag von Luganos Dominik Schlumpf am Knie getroffen worden und fällt wie Flüeler gut zehn Tage aus. «Er hatte Glück im Unglück», so Salis.

    Die einzige Änderung beim Leader gegenüber dem Sieg über Davos dürfte damit den Sturm betreffen, wo Sandro Zangger nach sechs Spielen (drei Skorerpunkte) bei den GCK Lions ins Team zurückkehrt. Er war schon im September bei der ersten Begegnung mit dem EVZ dabei, als die Zürcher nach 14 Minuten 0:4 hinten lagen und noch 6:4 siegten. «Es versteht sich von selbst, dass wir diesmal einen besseren Start brauchen», sagte Trainer Marc Crawford.(TA)

    Ja Du hast es gut!

    Meine Bucs standen wieder mal vor einer Saison, in der es durchaus Hoffnung gegeben hätte in der NFC South.

    Hätte, denn mit 1:5 wird es (einmal mehr) nicht mehr für die PO's reichen! :sad:

    Das Spiel gegen das Pack werde ich mir aber reinziehen! :cool:

    Habe gute Erinnerungen an ein Heimspiel gegen das Pack! :twisted:

    Und mit meiner Enttäuschung bin ich nicht ganz alleine, gell Rangers(und Jets)fan?

    ZSC Lions - Davos 4:1

    Ein Statement des Meisters

    Ulrich Pickel, Zürich

    Das mit Spannung erwartete Prestigeduell geht klar an den Meister. Weil die Zürcher ihre Klasse unter Beweis stellen können, reisst die Davoser Serie von zuvor neun Siegen.

    Man kann den ZSC Lions einiges vorhalten, will man sie mit kritischen Augen betrachten: Manchmal verschenken sie Punkte, weil sie launisch sind, etwas nonchalant oder zu verspielt. Und manchmal wirken sie auch, als ob sie nicht restlos bei der Sache wären. Eines aber kann man ihnen nicht vorwerfen: dass sie den Kopf einziehen, wenn es wirklich drauf ankommt.

    Zum ersten Mal in dieser Saison war dies gestern Sonntag der Fall. Eine Reaktion auf das 1:2 vom Samstag in Lugano war gefragt. Vor allem aber galt es, gegen den HCD ein Zeichen zu setzen, vor vollen Rängen im eigenen Haus. Die Bündner waren als Team der Stunde mit neun Siegen in Folge angereist. Sie mögen nun trotzdem noch das Team sein, das bisher am meisten überzeugt hat; aber die ZSC Lions haben unterstrichen, dass sie der Massstab sind, an dem sich der Rest der Liga messen lassen muss.

    Beim 4:1 gaben sie eine Kostprobe ihrer Klasse ab. Sie konnten jedes Tempo problemlos mitgehen, waren kämpferisch stark, abgeklärter und kaltblütiger. Die Davoser zeigten mit ihrer Aggressivität und Wucht, dass ihr langer Siegeszug nicht von ungefähr gekommen war. Am Ende aber blieb die Erkenntnis, dass der verjüngte HCD noch nicht so weit ist wie die Lions. Zuerst ging Davos voller Selbstvertrauen in den Angriff – zur ersten Pause führten die Lions 3:1. Danach suchte der HCD mit aller Gewalt die Wende – zur zweiten Pause führten die Lions 4:1. Und am Schluss kamen die Bündner überhaupt nicht mehr ins Spiel zurück. Ihre Bemühungen liefen ins Leere, die Lions liessen Gegner und Scheibe laufen und hatten das Geschehen immer im Griff.

    Partie im Retro-Ambiente

    Vielleicht half ihnen dabei das spezielle Ambiente. Die Partie war ein Retro-Spiel. Die Zürcher zeigten ihr modernes Eishockey in einem der Saison 1948/49 nachempfundenen werbefreien Dress. Einmal pro Saison ist jedem NLA-Team erlaubt, aus besonderem Anlass mit speziellem Outfit aufzulaufen. Bei den Lions hiess dieser Anlass «65 Jahre nach dem zweiten Meistertitel». Viel mehr an den Haaren herbeiziehen kann man ein Motto zwar nicht mehr, doch zumindest kann der Marketingabteilung nicht unterstellt werden, sie habe keine Ideen.

    Nicht weniger kreativ als das Marketing war der Trainer der Zürcher. Marc Crawford machte seinem Ruf wieder einmal alle Ehre, nie um eine spezielle Lösung verlegen zu sein. Weil Lukas Flüeler mit muskulären Problemen im Bein fehlte, stellte der Kanadier weder die designierte Nummer 2 oder 3, sondern die Nummer 4, Niklas Schlegel, ins Tor. Schlegel habe unter der Woche für die GCK Lions gespielt und sei deshalb am besten für einen Ernstkampf vorbereitet gewesen, sagte Crawford.

    Der 20-Jährige erfuhr erst Stunden vor dem Match von seinem Glück; er hatte bei seiner NLA-Premiere viel zu tun und half mit seiner Ruhe, dass die Lions trotz Retro-Dress nicht alt aussahen. Weil neben Flüeler auch Ryan Keller (Knie), Jan Tabacek sowie Derek Smith (krank) fehlten, gelang dies mit nur zwei Ausländern im Line-up.

    «Ein grosser Sieg» sei das gewesen, resümierte Crawford zufrieden, aber ohne Euphorie. Im Hinblick auf das nächste Spiel am Dienstag in Zug fügte er noch an: «Respekt bekommt man nur für das, was man auf dem Eis zeigt.» (NZZ)

    Zitat von snowcat


    Gross-Sponsor EWZ zieht sich zurück

    Die ZSC Lions sowie Sport- und Kulturveranstalter müssen neue Geldgeber suchen

    ZSC-Geschäftsführer Peter Zahner reagiert auf die Meldung gelassen: «Wir wissen schon seit längerem von der Neuausrichtung des EWZ. Unser Vertrag läuft per Ende Saison aus, das EWZ will bei uns in reduzierter Form dabeibleiben. Erste Gespräche haben stattgefunden.» Als Hauptsponsor unterstützte das Stromunternehmen die ZSC Lions jährlich mit einem Betrag zwischen 675 000 und 975 000 Franken. Graf bestätigt, dass das EWZ auch künftig mit dem ZSC werben wolle, sein Engagement aber verringere. Der Sponsoringbeitrag dürfte sich in etwa halbieren.(TA)

    Ortstermin Zwischen den Trainerbänken des HC Davos und des ZSC im Hallenstadion

    Tigern, fluchen und taktieren

    Christian Zürcher Zürich

    Die Coachs Del Curto und Crawford gelten als höchst impulsiv – ein Blick über ihre Schultern.

    15.00 Uhr, noch 45 Minuten bis zum Anpfiff. Betreuer karren Ersatzstöcke heran, Davos-Trainer Arno Del Curto schaut seiner Mannschaft beim Einspielen zu, keine Spur aber von Kollege Marc Crawford. Del Curto wird immer wieder zugewinkt, er winkt artig zurück. Insofern nicht überraschend, als er sich als Wahlzürcher bezeichnet – er hat ja auch ein Zürcher Nummernschild an seinem Auto. Noch 15 Minuten: Crawford bleibt noch immer verborgen, Del Curto geht zurück in die Kabine, muss aber etliche Male für Selfies mit Fans stoppen.

    15.45 Uhr, das Spiel beginnt. Rechtzeitig ist auch Crawford aufgetaucht. Mit Anzug, Krawatte und Hemd stellt er den typischen Trainer von heute dar, der Del Curto wiederum nie sein wird. Dieser trägt Jeans, Hemd, darüber einen Pullover.

    Crawford macht einen zurückhaltenden Eindruck, kaut wild auf seinem Kaugummi herum und steht hinter den Spielerbänken. Dann, der erste Angriff, Cunti wird in die Bande gedrückt. Crawford schreckt auf, steigt auf die Spielerbank, schreit lauthals, plötzlich ist die Scheibe drin. Jubel. Crawford dreht ab, keine Regung. Del Curto verschränkt die Arme, schüttelt nur den Kopf. Nach dem Tor kommt der Linesman zu Crawford an die Bande, es geht um die Cunti-Szene. Das FWort fällt immer und immer wieder. «Nicht sehr freundlich, dieser Crawford», murmelt der Fotograf, der nebenan steht.

    Das Tempo der Lions ist von Anfang an hoch, die Angriffe des HC Davos gleichen in den ersten Minuten sportlichen Tischbomben – langsam in der Auslösung, harmlos bei der Schussabgabe. Del Curto tigert herum, fuchtelt mit den Armen, flucht, steht mal an der Bande, dann wieder auf der Bank. Immer wieder gibt er seinen Spielern Ratschläge, sagt «Muesch entgege cho», ruft «Schuss!», schreit «Pass!». Seine emotionale Art ist bekannt, lange galt er als Rebell, der gerne mal explodierte; der Journalisten abkanzelte; der Wortgefechten nicht aus dem Weg ging. Er sei mit dem Alter ruhiger geworden, sagte er kürzlich, er laufe heute auch mal einem Streit davon oder schmunzle nur.

    Zwei, die sich mögen

    Auf der anderen Seite Crawford, auch er bekannt für seinen inneren Furor, der ab und zu in Form von Tiraden den Weg zu seinen Spielern findet. Man stelle sich die beiden im hypothetischen Zwiegespräch vor: Sie reden über allgemeine Lebensinhalte wie Angriffsauslösung, Umschaltspiel oder Hybrid Icing, trinken eine Flasche Beaujolais, plötzlich explodiert Crawford, doch der «neue» Del Curto schmunzelt nur. Unvorstellbar.

    In der Realität mögen sich die beiden. Crawford spricht nach dem Spiel heiser, doch in den höchsten Tönen vom Engadiner: «Arnos Mannschaft spielt einen Stil Eishockey, der mir sehr gefällt.» Del Curto wiederum mag Crawfords laute Art auf der Bank: «Klar, bekomme ich diese mit. Es sollten viel mehr Trainer so sein.»

    Noch im ersten Drittel schiesst Davos den Ausgleich, die Trainer zeigen keine Reaktion. Das gleiche Bild, als wenig später der ZSC innert kürzester Zeit zwei Tore schiesst. Wobei: Bei jedem Torerfolg seines Teams nimmt Crawford zwei Münzen aus seiner Hosentasche heraus und reibt diese aneinander. Darauf angesprochen, fühlt sich dieser ein bisschen ertappt. Ein Einfränkler und ein Zehner seien es gewesen. «Ich war mir gar nicht bewusst, dass ich so was mache.»

    Neues Drittel, neuer Kaugummi bei Crawford. Davos drückt, der ZSC schiesst das vierte Tor. Del Curtos Blick ist voller Resignation, doch er motiviert weiter: «Chömed ets!» Crawfords Wortmeldungen beschränken sich zumeist auf ein «Come on» oder «Let’s go Boys!» – es sei denn, er hadert mit dem Schiedsrichter, dann wird er kreativer. Das Drittel ist vorbei, die Spieler verschwinden in den Katakomben. Einzig Del Curto bleibt zurück, minutenlang sitzt er auf der Bank, greift sich ans Kinn, schaut ins Nichts.

    Im dritten Drittel plätschert das Spiel dahin, noch immer tobt Crawford zuweilen wie ein Berserker. Del Curto dagegen wurde merklich ruhiger, seine Spannung ist einem «Komm mir nicht nahe»-Blick gewichen.

    © Tages Anzeiger