Kloten: Bircher steht auch mit seiner Firmengruppe am Abgrund
Von Mario Stäuble
Bei den Kloten Flyers ist inzwischen klar, wie gross das Loch in der Kasse ist. Nun zeigt sich: Jürg Bircher, der zurückgetretene Präsident, der mit seiner Strategie den finanziellen Niedergang des Clubs zu verantworten hatte, kämpft auch mit seiner eigenen Immobilien-Gruppe ums Überleben. Wie ehemalige Geschäftspartner Birchers bestätigen, wurde zu Beginn letzter Woche die Bilanz der Jube Holding AG – das Dach seiner Firmengruppe – beim Konkursrichter in Bremgarten deponiert. Der Konkurs wurde allerdings bislang noch nicht eröffnet. Bircher ist mit seinem Immobilien-Konglomerat, das gemäss seinen eigenen Angaben früher pro Jahr rund 100 Millionen Umsatz machte, seit Jahren in Schwierigkeiten. Das kostspielige Engagement bei den Kloten Flyers, das er mit seinen eigenen Geschäften vermischte, liess die Gesellschaften ausbluten; zudem ist Bircher in millionenschwere Rechtsstreite verwickelt, und es laufen Betreibungen, ebenfalls in Millionenhöhe.
Gemäss dem Zürcher Rechtsanwalt und Konkursspezialisten Franco Lorandi bedeutet das Deponieren der Bilanz in den allermeisten Fällen, dass die betroffene Gesellschaft früher oder später untergeht. Es gebe im Wesentlichen drei Szenarien: Entweder eröffne der Richter sogleich den Konkurs; dann werde die Gesellschaft liquidiert. Oder das Unternehmen erhalte eine Nachlassstundung – so könne die Gesellschaft noch eine Zeit lang weiter arbeiten, «aber in 99 Prozent der Fälle geht sie am Ende ebenfalls unter». Die dritte Möglichkeit: ein Konkursaufschub. In diesem Fall müsse das marode Unternehmen innert kürzester Zeit einen Sanierungsplan ausarbeiten und erhalte danach ein Zeitfenster, meist zwischen 6 und 12 Monaten, um die Gesellschaft wieder auf die Beine zu bringen. «Dies ist in der Deutschschweiz aber höchst selten», sagt Lorandi.
Es ist aber genau der Weg, den die Kloten Flyers vor dem Konkursrichter in Bülach beschritten haben. Mehreren Quellen zufolge soll Bircher nun diesen Aufschub ebenfalls erhalten haben – eine letzte Chance, um sein einstiges Imperium zu retten. Jürg Bircher selbst wollte gegenüber dem «Tages-Anzeiger» keine Auskunft geben; auch sein Treuhänder lehnte mit Blick auf das «laufende Verfahren» eine Stellungnahme ab.
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