Beiträge von snowcat


    Österreich lockert die Corona-Massnahmen. Ab dem 14. April sollen alle Geschäfte, die kleiner sind als 400 Quadratmeter, die Türen öffnen. Dazu gehören auch Bau- und Gartenmärkte. Coiffeure öffnen am 1. Mai. Hotels und Restaurants sollen dann stufenweise ab Mitte Mai wieder geöffnet werden.
    :applaus: :applaus: :applaus: :applaus: :applaus: :applaus: :applaus: :applaus: :applaus: :applaus: :applaus: :applaus: :applaus: :applaus: :applaus:


    das einzig richtige, angesichts der zahlen sowieso! guckst du, was man so an tagen an denen man nicht oder nur reduziert arbeitet, im netz alles zusammenträgt bzw. zusammentragen kann:

    zuerst: ja, mit dem virus ist nicht zu spassen. es war auch richtig, die erste zeit den virus kontrolliert durch die schweiz zu bringen. dem gesundheitssystem zu liebe. dieses darf nicht kollabieren. da hat der bundesrat am anfang sogar zu zaghaft reagiert.
    aber ich denke, genau dieses gesundheitssystem hätte das noch vor ein paar jahren ohne hilfe verkraftet. aber dieses gesundheitssystem wurde die letzten +/- 2 jahrzehnte sukzessiv runtergefahren. x spitäler wurden geschlossen und an allen ecken und enden wurde/wird gespart. alles im sinne der ideologie unserer neoliberalen freunde, sprich den rechtsbürgerlichen. so wenig staat und steuern wie möglich, so viel wie möglich privatisieren, sprich: gewinn den privaten, verlust dem staat! dabei geht es keineswegs ums sparen, nö! es geht – einmal mehr – um umverteilung! und zwar von unten nach oben! nach dem staat rufen diese ideologen nur wenns brennt. das geschah/geschieht ja nicht nur in der schweiz, sondern in der gesamten neoliberal und kapitalistisch orientierten welt, also fast überall…dabei muss man sich immer bewusst sein, dass staat eben nicht einfach staat bedeutet, sondern allgemeinheit, also der steuerzahler! ja, wir bezahlen die zeche…

    seit jahren (besser gesagt seit dem finanzcrash 2008) hat man die längst fällige säuberungskrise mittels unmengen an gedrucktem geld vor sich her geschoben und nun hat man dieses noch vervielfacht mit sinnlosen weiteren geldschwemmen. jetzt auch noch mit vom steuerzahler berapptem giralgeld, indem man vom staat gedeckte bankenkredite an schon lange marode zombiefirmen vergibt, die eh à fond perdu enden werden. ist nur für die banken gut! der rest wird massiv bluten in einer hyperinflation.

    zu den den versprochenen zahlen, habe am freitag im blick folgende zahlen aus dem tessin gelesen:

    - 2000 infizierte (0,5% der bevölkerung)
    - 130 tote (0,03% der bevölkerung)
    - 400 im spital (0,11% der bevölkerung)
    - 320 davon im spital in akutversorgung (0,09% der bevölkerung)

    (das tessin hat ca. 350’000 einwohner)

    in der gesamtschweiz sieht es bezüglich dieser zahlen eher besser aus. viele spitäler haben noch etliches an kapazität, bei einigen liest man sogar von kurzarbeit, weil alle nicht lebenswichtigen operationen/behandlungen aufgeschoben wurden und diese spitäler nun nicht ausgelastet sind. weltweit dürften die tessiner zahlen etwa dem durchschnitt entsprechen.

    natürlich, es gibt immer einzelschicksale welche sehr hart sind, und ja, es ist ebenso hart, wenn man persönlich betroffen ist und zb. der eigene (gross-) vater am virus stirbt. aber auch hier: jeder ü 80-er stirbt irgendwann. bei jeder normalen grippe, wenn er sich gleichzeitig noch eine lungenentzündung einfängt. ist einfach so…das durchschnittsalter der corona toten in der schweiz liegt übrigens bei 83 jahren! hunde, wollt ihr ewig rocken? :nixwiss:

    ich persönlich habe kein kleines umfeld an freunden, bekannten und (arbeits-) kollegen. aber he, ich kenne keine einzige infizierte person persönlich! keine einzige…auch keine vom hören sagen über 7 ecken! :nixwiss:

    weltweit sind stand heute etwa 55’000 personen am corona virus verstorben. das sind 0.006% der weltbevölkerung. 1'000'000 sind infiziert, das macht 0,0125%. an der hongkong grippe starben von 1968-1970 zwischen 750'000 bis 2 millionen menschen weltweit. bei damals 4 milliarden erdenbewohnern also eine sterberate von 0.01% bis 0.05%. ein vielfaches von den heutigen corona toten! trotzdem wurden damals nicht mal ansatzweise solch drastische massnahmen eingeleitet. fairerweise muss man dazu sagen, dass die welt damals noch nicht globalisiert war und hinz und kunz noch nicht für 100 franken nach london geflogen sind übers wochenende. die eindämmung der pandemie war dementsprechend sicher etwas einfacher. oder man hat die bevölkerung einfach durchgeseucht…keine ahnung .nixwiss:

    trotzdem erinnert sich heute kaum jemand an die hongkong grippe. und sie wird in den (mainstream-) medien auch nicht erwähnt. wenn man ähnliche ereignisse der vergangenheit zitiert, immer die spanische grippe der jahre 1918-1920.

    parallel zu den eingeleiteten massnahmen werden ganz schleichend die rechte der menschen beschnitten, demokratie abgeschafft und gesetze eingeführt, welche die parlamente aushebeln und die staatschefs per dekret regieren lassen. natürlich nur während der zeit der pandemie, wird versprochen…ja genau!

    gleichzeitig wurden die letzten wochen weltweit mind. 10 billionen dollar zur rettung der wirtschaft und finanzwelt gesprochen. aber natürlich, geld zur sicherung der altersvorsorge ist nicht vorhanden! wurde uns jedenfalls täglich erzählt bis zum ausbruch des virus.

    auch noch eine interessante zahl: TÄGLICH sterben 25’000 menschen an hunger. also TÄGLICH halb soviel wie in den letzten 3 monaten dem corona virus erlegen sind. das macht jährlich 9 millionen menschen. massiv mehr als am corona virus sterben werden. aber hunger ist nicht ansteckend und für die wirtschaft nicht relevant, also auch nicht interessant dagegen vorzugehen. so funktionieren wir menschen halt in unserer neoliberal gesteuerten wirtschaftswelt!

    die wirtschaft wird momentan (bewusst!) in eine depression gestürzt! einerseits um die nötigen billionen für die marode finanzwelt zu mischeln (dieses ziel wurde bereits erreicht!) und andererseits um neue, restriktive gesetze einzuführen, eben um die parlamente auszuhebeln und diktatorisch zu regieren. und nicht zuletzt auch deshalb, um millionen von arbeitslosen zu produzieren, welches so nebenbei eine gelegenheit bietet um den arbeitsmarkt (noch mehr) zu liberalisieren und die rechte der arbeitnehmer (noch mehr) zu beschneiden.

    ein fürchterliches drecksgame welches im moment abläuft!

    ich fürchte, er hat recht:

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    noch ein spruch zur lage vom legendären ur-münchner karl valentin:

    «Hoffentlich wird es nicht so schlimm wie es schon ist!»

    Zitat von Reto

    Die Proficlubs stellen sich dar, wie wenn sie das Wichtigste im ganzen Land wären.
    Man könnte meinen, sie würden Deutschland retten, wenn sie wieder spielen könnten und man täglich 36 x 23 (ode rmehr) Corona-Tests für ihre überbezahlten Mitarbeiter ver(sch)wendet.


    deutschland retten tun sie nicht, aber sie sind wichtiger als du denkst! fürs wirtschaftssystem, aber vor allem für die leute. für nicht wenige der 80 millionen piefkes ist fussball der wichtigste lebensinhalt, wenn nicht sogar der einzige! und das wichtigste wenn die liga den betrieb wieder aufnimmt, auch ohne zuschauer vor ort: der psychologische effekt aufs ganze land ist nicht zu unterschätzen! ein schritt in richtung normalität, ein schritt in richtung altes leben! die welt sehnt sich danach, mit jedem tag mehr!


    Zitat von Reto

    Natürlich geht es ums Überlegen, aber das geht es bei vielen Betrieben in dieser Zeit und in vielen diese Betriebe verdient nicht ein kleiner Teil der Firma ein Mehrfaches als alle anderen zusammen und man ist verzückt, wenn diese Mitarbeiter für einen Teil der Saison auf 20% des total überrissenen Lohnes verzichten. Die Spieler könnten alle auf ihr komplettes Gehalt für März - Juni verzichten und keiner von ihnen müsste Hunger leiden. Dafür hätten Sie in Zukunft vielleicht weiterhin die Strukturen zu Verfügung, die ihnen jetzt ein Leben in Saus und Braus ermöglichen.

    natürlich sind die löhne überrissen! aber ehrlich gesagt, nerven mich die fussballerlöhne massiv weniger, als die unserer managergilde, vor allem im finanzbereich. die dürfen institute mit mehreren 10‘000 angestellten an die wand fahren und kassieren noch einen zweistelligen millionenbonus an ablöse! und zu guter letzt übernimmt der steuerzahler die zeche...DAS sind (waren!) die probleme unseres systems, nicht überrissene fussballerlöhne.

    die sind (waren!) nur eine folge davon! und die fussballclubs lässt man übrigens verrecken, denen hilft der steuerzahler nicht, durchaus zurecht übrigens...


    Zitat von Reto

    Vielleicht wird das halt aber nicht mehr der Fall sein und ich glaube, auch ein rechter Anteil angefressener Fussballfans hätte nicht unbedingt Mitleid, wenn diese Blase platzen würde und wir in Zukunft ein anderes Fusballbusiness erleben würden.

    vor allem die angefressenen fussballfans würde (wird!) diese entwicklung freuen! diejenigen, welche den fussball leben. also diejenigen, welche hopp als hurensohn betiteln, rasenball clubs hassen, ölscheichsch und russische oligarchen als mäzene verabscheuen und fusionen wie zb. die zwischen dem fcz und niederhasli ein abslotues no go finden! also auch ich...:mrgreen:

    ausserdem kommt diese entwicklung dem schweizer fussball extrem entgegen! :nick:


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    Zitat von Kingu

    Wie heisst es so schön: „Wer rechts wählt hat kein Herz, wer links wählt hat kein Verstand“!

    Beides ist weder richtig noch falsch...DAS PROBLEM ist die Parteipolitik...Menschen mit eigenen Meinungen gibt es leider immer weniger...es wäre die wahre Freiheit der heutigen Gesellschaft.


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    schoso! ideologie statt pragmatische lösungen. ist für mich DAS problem in der politik generell.


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    Zitat von Kingu

    1. Bundesrat hat für mich perfekt reagiert und die genau die richtige Dosis an Massnahmen verfügt...


    bis jetzt sehe ich das eigentlich auch so. trotzdem finde ich es richtig, ja zwingend nötig, dass man nun alternativen ab dem 19. april diskutiert. die extrem einschneidenden und existenzgefährdenden massnahmen stehen in keinem verhältnis mehr zur gefährlichkeit/sterberate des virus. wussten wir vor +/- 2 monaten noch nicht. heute schon!

    ob in der jetzigen zeit eine einzelne partei vorpreschen muss, ist tatsächlich fragwürdig. aber es passt zur svp. am anfang vom virus, haben sie doch tatsächlich mit dem virus werbung für ihre begrenzungsinitiative gemacht. tiefer kann man kaum sinken. ich finde diese partei grundsätzlich so unnötig wie das corona virus!

    aber inhaltlich gehen sie im moment in der corona diskussion - für mich - in die richtige richtung.


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    Zitat von Eggi

    Ha ha so geil, höre immer Roger gegen Markus auf Radio 1, schon länger. Und genau wie du, ansonsten absolut nicht auf seiner Welle, aber bei diesem Thema, mein Mann in der Schweizer Medienwelt, hoffe er erreicht viele Leute!!!


    ich hab die zwei noch im dezember live im mascotte gesehen, mit mushu zusammen...:rofl:


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    Zitat von ZSColin

    Aber ich will damit aussagen, dass man jede Statistik so oder zu
    seinen Gunsten verwerten kann........


    genau DAS ist das problem, es gibt keine wissenschaftlich fundierten und verlässlichen zahlen, deshalb auch keine verlässliche statistik.

    Um das Risiko ab zu schätzen bräuchte es vollständige Zahlen. Die gibt es nicht, weil nicht systematisch getestet wird. Hier macht man schon mal den ersten wissenschaftlichen Fehler: Den Selektionsfehler (den allerersten, den ein angehender Wissenschaftler lernen muss). Zudem werden vor allem, Menschen mit erhöhtem Risiko oder bereits symptomatisch Auffällige getestet, was abermals wissenschaftlich nicht haltbar ist für daraus abgeleitete Gesamtbevölkerungszahlen.
    Am besten geeignet dafür wäre also das das Kreuzfahrtschiff "Princess Diamond" mit 4700 Passagieren. Wahrscheinlich mehrheitlich ältere Menschen. Die Menschen dort durften nicht gehen sondern mussten zusammen bleiben und lebten zum Zeitpunkt ihrer Ansteckung extrem nahe zusammen. 700 haben sich infiziert. Also knapp 15%. Mehr nicht! Von den infizierten sind 7 gestorben. Also 1%. Und das waren mehrheitlich Risikogruppenpatienten.
    Das bedeutet die Infektionsrate war nicht so hoch, wie man uns weis machen will, und die Sterblichkeit aus der Gesamtgruppe lag 0.15%, bei mehrheitlich älteren Menschen. Diese Werte findet man bei jeder besseren Grippewelle jeden Winter auch, einfach 10 mal höher al bei Corona!

    ich will jetzt nicht im nachhinein die angeordneten massnahmen kritisieren. im gegenteil, solange man die tatsächliche gefahr des virus nicht kannte, musste man so handeln. aber in den letzten wochen kamen sehr viele neue erkenntnisse dazu (wirklich aussagekräftige statistiken allerdings immer noch nicht). und diese lassen nur einen schluss zu: ab 19. april kontrolliert hochfahren und nur noch die risikogruppen - soweit das überhaupt möglich ist - schützen.


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    Zitat von larlf

    vo n-tv
    „Person der Woche: Stefan Löfven.
    Macht Schweden es klüger?“
    https://www.n-tv.de/politik/politi…le21681620.html


    heute weiss noch niemand, welcher weg der richtige ist, bin gespannt! ich denke aber, wir sollten UNBEDINGT am 19.4. mit kontrolliertem hochfahren beginnen.

    Löfven geht damit ein Risiko ein. Es könnte nämlich sein, dass Schweden nur etwas später als Deutschland oder Italien von der vollen Wucht der Infektion getroffen wird und dann womöglich mit der liberalen Strategie fahrlässig gehandelt hat. Es könnte aber auch sein, dass Löfven mit seiner Augenmaßpolitik und Herdenimmunitätstrategie den weitsichtigeren Weg eingeschlagen hat.


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    Zitat von larlf

    bisher haben aber viele trotzdem noch nachgezogen, die zuerst normal weitergemacht haben.
    schweden verbietet jetzt mal besuche in altersheimen...


    das macht auch sinn. schutz der risikogruppen...


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    Zitat von Eggi

    Wird Zeit dass sich etwas tut!


    jap!

    die meisten länder haben komplett runter gefahren.

    dagegen stehen ua. südkorea und schweden ohne lockdown und weissrussland, welches genau gar nichts macht. jedenfalls sieht lukaschenko keine viren in der luft rumfliegen, drum macht er auch nichts! hä ja, einen richtig alten kommunisten haut nichts so schnell um! :rofl:

    bin mal gespannt, ob die komplett lockdowner die krise im endeffekt tatsächlich besser bewältigen als die verharmloser! :nixwiss:


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    was zum provozieren/nachdenken:

    Je länger die Corona-Krise anhält, umso klarer wird vielen Menschen das eklatante Missverhältnis zwischen der Gefährlichkeit des Virus und den zu seiner Eindämmung getroffenen Maßnahmen. Die Beschneidung demokratischer Rechte, das bewusste Herbeiführen von Massenarbeitslosigkeit und das Öffnen der Geldschleusen durch die Zentralbanken richten ganz offensichtlich Schäden an, die schwerwiegende wirtschaftliche und gesellschaftliche Folgen haben werden.


    https://youtu.be/GWBaBHEQfGA

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    Zitat von ZSColin

    Und dann nochmals: Wer bezahlt das alles?


    na ja, das ist so ziemlich die einfachste frage in diesen schrägen zeiten bzw. die antwort ist die einfachste:

    es bezahlt IMMER der steuerzahler! egal ob die schulden der finanzwelt oder sonst was! genau das ist ja das perfide in diesem spiel! die verantwortlichen sind fein raus...

    wir haben uns bereits 2008 für 50 leben verschuldet, jetzt kommen nochmals 50 leben dazu! alles elegant abgewälzt auf den steuerzahler! einmal mehr müssen die verantwortlichen des desasters für ihre taten NICHT gerade stehen, im gegenteil: ihnen wird noch geholfen!

    ist ein furchtbar gemeines spiel was gerade abläuft, dagegen ist monopoly beinahe sozial...


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    woz vom 26.03.2020:

    Der Zwanzig-Milliarden-Schwindel

    Der Bund will den von der Coro­na­krise betrof­fenen Firmen helfen. Gut so – doch wieso sollen die Banken davon am meisten pro­fi­tieren? Von Daniel Stern

    Diesen Mitt­woch dürfte sich für den Credit-Suisse-CEO Thomas Gott­stein ein beson­deres Glücks­ge­fühl ein­ge­stellt haben. Der Bun­desrat hat neben anderen Unter­stüt­zungs­mass­nahmen im Zusam­men­hang mit der Coro­na­pan­demie auch ein Zwanzig-Milliarden-Hilfspaket für Unter­nehmen beschlossen, die in Liqui­di­täts­schwie­rig­keiten geraten. Das Geld soll über die Schweizer Banken in Form von Kre­diten ver­teilt werden. Der Bund über­nimmt dafür ent­weder die volle Haftung (bis 500 000 Franken) oder bürgt mit 85 Prozent (bis 20 Mil­lionen). Die Banken bestimmen, wer wie viel Kredit bekommt – und der Staat trägt das Risiko.

    Die Idee zu dieser Public-Private-Partnership hatte Gott­stein vor unge­fähr zwei Wochen, wie die «Handelszeitung» berich­tete. Er setzte sich dar­aufhin mit Kolleg­Innen von UBS, Raiff­eisen sowie den Zürcher und Waadt­länder Kan­to­nal­banken zusammen, um das Vor­haben zu kon­kre­ti­sieren. An Bord geholt wurde auch Jörg Gasser. Der Direktor der Ban­kier­ver­ei­ni­gung verfügt als ehe­ma­liger Staats­se­kretär im Finanz­de­par­te­ment über beste Kon­takte zu Finanz­mi­nister Ueli Maurer.

    Die Banker stiessen bei Maurer auf ein offenes Ohr. Ver­gan­genes Wochen­ende arbei­tete das Finanz­de­par­te­ment in Zusam­men­ar­beit mit der Ban­kier­ver­ei­ni­gung, der Finanz­mark­tauf­sicht und der Natio­nal­bank eine bun­des­rät­liche Ver­ord­nung dazu aus. Am Montag nickte die sechs­köp­fige Finanz­de­le­ga­tion (FinDel) des Schweizer Par­la­ments sie ab – ohne die defi­ni­tive Version zu kennen, die der Bun­desrat dann am Mitt­woch ver­ab­schie­dete.

    Inner­halb weniger Tage also wurde ein Ret­tungs­paket der Regie­rung von noch nie da gewe­sener Grösse geschnürt. Der Bun­desrat regiert per Not­recht, ohne par­la­men­ta­ri­sche Pro­ze­duren. Statt dass Poli­tiker­Innen aller Frak­tionen in Kom­mis­sionen streiten, Ände­rungen vor­nehmen und Kom­pro­misse schliessen, waren es diesmal Beamt­Innen, die zusammen mit der Ban­kier­ver­ei­ni­gung die Aus­ge­stal­tung vor­nahmen. Die FinDel konnte «Präzisierungen und Hin­weise mit auf den Weg geben», wie es ihr Prä­si­dent Peter Hegglin aus­drückt.

    Für die Banken ist es eine Win-win-Situation. Denn auch sie sind von der Coro­na­krise stark betroffen. Der Akti­en­kurs der Credit Suisse etwa ist so tief wie noch nie. Die Banken müssen befürchten, dass viele Fir­men­kre­dite nicht mehr zurück­be­zahlt werden können. Es drohen Mil­li­ar­den­ver­luste. Wie gut, dass nun als Teil des Pakets Ban­ken­re­gu­lie­rungen gelo­ckert und die Banken vom Staat abge­si­chert werden, ihren Schuldner­Innen neues Kapital zu ver­teilen. Zwar heisst es von­seiten der FinDel, mit den Geldern dürften keine alten Schulden begli­chen werden. Doch wer soll das kon­trol­lieren? Wer weiss, was im Gespräch zwi­schen einem Bank­mit­ar­beiter und einer Bank­kundin aus­ge­macht wird? Die Banken dürften aus Eigen­in­ter­esse beson­ders jene staat­lich unter­stützen, die bei ihnen hohe Schulden haben. Und sie werden sicher in irgend­einer Form darauf drängen, dass alte Bank­schulden prio­ritär begli­chen werden.

    Zudem kommen die Banken mit dem Paket fast ohne Risiko zu vielen neuen Schuldner­Innen, deren Zinsen fak­tisch die Natio­nal­bank über­nimmt. Viele kleine Firmen haben bislang schul­den­frei gewirt­schaftet, ihre Bank­be­zie­hung beschränkt sich auf Ein- und Aus­zah­lungen. Nun müssen sie sich gegen­über Bank­an­ge­stellten recht­fer­tigen, die primär daran inter­es­siert sind, dass Firmen hohe Umsätze machen – egal, womit und auf Kosten von wem.

    Um es klar zu sagen: Es ist richtig, wenn der Staat den in die Krise gera­tenen Unter­nehmen hilft. Aber es gibt keinen Grund, die Hilfe an die Banken zu dele­gieren. Klei­nere Beträge könnte der Bund in Form von Direkt­zah­lungen ver­geben. Deutsch­land etwa zahlt kleinen Unter­nehmen von bis zu zehn Beschäf­tigten Unter­stüt­zungs­bei­träge von bis zu 15 000 Euro monat­lich. Kredite und Bürg­schaften über­nimmt in unserem nörd­li­chen Nach­bar­land die staat­liche Kre­di­t­agentur KFW. In der Schweiz könnten das etwa die Gemeinden oder Kantone machen. Diese könnten die Ver­gaben dann auch mit sozialen und öko­lo­gi­schen Bedin­gungen ver­knüpfen. Mit der jet­zigen Ver­ord­nung werden bloss alte Struk­turen erhalten – und die Banken in ihrer Macht gestärkt.


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    woz vom 26.03.2020:

    Willkommener Sündenbock

    Das Coronavirus ist nicht der einzige Grund, warum Staaten derzeit die Wirtschaft mit Billionenbeträgen zu retten versuchen. Bedeutender ist der in den letzten Jahren angehäufte globale Schuldenberg. Entscheidend ist nun, dass die Rettung unter klaren Bedingungen geschieht. Von Yves Wegelin

    Wer schuld an den kra­chenden Börsen und der anlau­fenden Wirt­schafts­krise ist, die laut Pro­gnosen die schwerste seit dem letzten Welt­krieg werden könnte, ist klar: das Coro­na­virus und die staat­li­chen Mass­nahmen, um es zu stoppen. Das ist die Bot­schaft, die Wirt­schafts­ver­treter­Innen zurzeit auch hier­zu­lande ver­breiten. So können sie nach dem Staat rufen, ohne den Vorwurf um die Ohren gehauen zu bekommen, dass ein Jahr­zehnt nach der grossen Finanz­krise schon wieder Gross­kon­zerne mit Mil­li­arden gerettet und welt­weit Mil­lionen Men­schen ihren Job ver­lieren werden.

    Ja, das Virus ist einer der Gründe für die aktu­elle Situa­tion: Wegen der ver­ord­neten Mass­nahmen können viele Firmen nicht mehr pro­du­zieren. Zudem bleiben ihre Kund­Innen weg, wodurch die Ein­nahmen weg­bre­chen. Doch das Virus ist nicht der einzige Grund: Es ist gleich­zeitig der Aus­löser einer Wirt­schafts­krise, die sich über Jahre anbahnte und die die Welt ohnehin irgend­wann heim­ge­sucht hätte.

    Dies zeigt sich am Anstieg des glo­balen Schul­den­bergs, in dem sich auch die soziale Ungleich­heit spie­gelt – die Schuld des einen ist zugleich immer das Ver­mögen eines anderen. Seit die Schulden die Welt 2008 in eine Wirt­schafts­krise stürzten, sind sie gemäss der Bank für inter­na­tio­nalen Zah­lungs­aus­gleich (BIZ) weiter von 180 auf 221 Prozent des glo­balen Brut­to­in­land­s­pro­dukts (BIP) geklet­tert. Es sind Schulden von ein­fa­chen Leuten, Firmen und Staaten. Mit Schulden wurden auch Aktien gekauft und die Börsen ange­heizt. Der Kurs glo­baler Aktien, die der MSCI-Index nach­zeichnet, ist von 750 auf über 2400 Punkte geschossen. Ein Irrsinn. Der Inter­na­tio­nale Wäh­rungs­fonds (IWF) warnt seit Jahren, dass der Schul­den­berg irgend­wann ein­stürzen könnte, wobei er die ganze Welt­wirt­schaft unter sich begraben würde.

    Die Fabrikation der Krise

    Wie es dazu kam, ist schnell zusam­men­ge­fasst: Als 2008 Leute in den USA oder Spanien die Zinsen ihrer Hypo­thek nicht mehr zahlen konnten, über­nahmen die Staaten die Schulden. Denn die Schuld war gleich­zeitig das Ver­mögen von Banken, Pen­si­ons­kassen und Ver­mö­gens­ver­wal­tern. Die Staaten ver­schul­deten sich dafür wie­derum selbst bei den Banken. Als Länder wie Irland ihre Schulden selber nicht mehr stemmen konnten, nahmen sol­ven­tere Staaten Schulden an ihrer Stelle auf. Kurz: Die Regie­rungen stützten die Schulden, um die ent­spre­chenden Ver­mögen zu schützen.

    Sie ent­schieden sich damit gegen eine Abschrei­bung von Schulden – was Mil­li­arden von oben nach unten umver­teilt hätte. Statt­dessen wurden unter dem Druck von Steu­er­oasen wie der Schweiz welt­weit die Unter­neh­mens­steuern weiter gesenkt, die Sozi­al­aus­gaben gekürzt und die Arbeits­märkte dere­gu­liert. Das würde Dynamik in die Wirt­schaft bringen, so die Wette. Mit dem Ziel, dass die Leute und die Staaten ihre Zinsen wieder schul­tern und einen Teil ihrer Schulden zurück­zahlen können.

    Eine zehn­jäh­rige Irr­fahrt. Die Spar­po­litik drohte zum Ein­bruch der Wirt­schafts­nach­frage zu führen. Und so pumpen die Zen­tral­banken seit Jahren immer und immer mehr Geld in die Welt­wirt­schaft, damit sich ein­fache Leute und Staaten weiter billig ver­schulden und damit die Wirt­schaft am Brummen halten. Zum Geld gegriffen haben aber auch Firmen, die damit eigene Aktien kauften, um den Kurs in die Höhe zu jagen. Die Summe soge­nannter Lever­aged Loans ist rasant gestiegen – ris­kante Kredite an wacke­lige Unter­nehmen. 2018 stellte die BIZ fest, dass in vier­zehn unter­suchten Ländern (darunter die Schweiz) zwölf Prozent der Firmen «Zombies» sind: unren­table Unter­nehmen, die ihre Zinsen nur mit immer neuen Schulden beglei­chen können.

    Wie wärs, wenn die Kon­zerne diesmal ihre Ver­luste selber tragen würden?

    Die Spar­po­litik hat zudem den Weg für Popu­listen wie US-Präsident Donald Trump bereitet, die den sozialen Unmut in Wirt­schafts­kriegen zu ersti­cken ver­su­chen und damit die Glo­ba­li­sie­rung ins Stocken bringen. Schon Monate vor dem Aus­bruch der Coro­na­pan­demie ertönten überall War­nungen vor einer bevor­ste­henden Rezes­sion.

    Corona in Zeiten der Schuld

    Diese Schulden sind mit der Grund dafür, weshalb die Staaten so massiv ein­schreiten, um die Wirt­schaft erneut vor dem Kollaps zu retten. Ver­ant­wort­lich für diese Schulden sind jene Wirt­schafts­po­li­tiker­Innen, die mit ihrer Spar­po­litik den Schul­den­berg weiter zum Wachsen gebracht haben. Nun werden Bil­lionen locker­ge­macht, um dessen Ein­sturz zu ver­hin­dern. Das Virus dient ihnen als Sün­den­bock.

    Nachdem die Börsen welt­weit um ein Drittel ein­ge­bro­chen sind, starrt die Finan­z­welt nun nervös auf die Unter­nehmen, ob sie ihre Schulden stemmen können: Falls nicht, wird es zu einer neuen glo­balen Finanz­krise kommen. Der IWF hatte letzten Herbst gewarnt, dass in einer Wirt­schafts­krise vierzig Prozent der Unter­neh­mens­kre­dite in den wich­tigsten Volks­wirt­schaften zu Ramsch­pa­pieren ver­kommen könnten. Ent­spre­chend sind die Zinsen, die Firmen für Kredite bezahlen müssen, in den letzten Tagen welt­weit in die Höhe geschossen.

    Auch die pri­vaten Haus­halte werden Mühe
    bekommen, die Schuld­zinsen zu bezahlen. Erneut drohen welt­weit Immo­bi­li­en­blasen zu platzen. Schuld daran ist auch die Dere­gu­lie­rung der Arbeits­märkte, die Jobs auf Abruf, befris­tete Ver­träge und Schein­selbst­stän­dig­keiten geför­dert hat: Statt nun wei­terhin ihren Lohn zu erhalten, ver­lieren die Leute über Nacht ihre Exis­tenz­grund­lage und damit die Mittel, um Miete oder Hypo­thek zu bezahlen.

    Während die Credit Suisse kräftig bei den Lever­aged Loans mit­ge­mischt hat, haben andere Schweizer Banken wie die Raiff­eisen inter­na­tio­nale Rekord­summen an Hypo­theken ver­geben. Vor beidem hat die Natio­nal­bank gewarnt.

    Die Bil­lionen, die die Regie­rungen nun bereit­stellen, werden zusammen mit dem Wirt­schaft­sein­bruch auch die Staats­schulden weiter in die Höhe treiben. Bereits debat­tiert die EU, wie man sich etwa anstelle von Italien ver­schulden könnte, falls das Land seine Zinsen nicht mehr tragen kann.

    Die Gefahr ist gross, dass die Regie­rungen mit ihren Not­fall­mass­nahmen wie bereits 2008 ledig­lich die Schulden weiter stützen und die Ungleich­heit weiter befeuern. Das Geld, das die Zen­tral­banken derzeit aus allen Rohren feuern, dient dazu, die Zinsen für Men­schen, Firmen und Staaten tief zu halten. Mit den Mil­li­arden, die die Regie­rungen der USA, Deutsch­lands oder der Schweiz bereit­stellen, sollen die Schulden tat­säch­lich bezahlt werden: Falls Unter­nehmen ihre Kredite der Bank nicht mehr zurück­be­zahlen können, sollen die Steu­er­zahler­Innen den Verlust über­nehmen. Dafür werden sich die Staaten wie­derum bei den Banken ver­schulden müssen.

    Zudem über­nehmen die Staaten für die Firmen die Bezah­lung von Löhnen, damit die Leute ihre Miete an Immo­bi­li­en­be­sitzer­Innen und die Hypo­thek an die Banken bezahlen können. Kurz: Ein Jahr­zehnt nach der glo­balen Finanz­krise sind die Staaten erneut daran, Banken und andere Gläu­biger mit Mil­li­arden zu retten.

    Zeit, die Regeln festzulegen

    Bereits gibt es Stimmen, die die Locke­rung der Eigen­ka­pi­tal­vor­schriften für Banken und Steu­er­sen­kungen fordern. Und wenn die Staats­schulden weiter wachsen, wird es nicht lange gehen, bis der Ruf nach wei­teren Kür­zungen der Sozi­al­aus­gaben und einer Arbeits­markt­de­re­gu­lie­rung laut wird.

    Natür­lich, der unkon­trol­lierte Ein­sturz des Schul­den­bergs muss unbe­dingt ver­hin­dert werden. Zudem brau­chen vor allem klei­nere Betriebe, Selbst­stän­dige und jene Arbeits­kräfte, die nun unver­schuldet in die Krise schlit­tern, Hilfe. Doch wenn die Staaten nun mit Bil­lionen ein­greifen, dann sollten sie das nur unter klaren Bedin­gungen tun: Erstens müssen diesmal die Banken, Ver­mö­gens­ver­walter, Immo­bi­lie­nin­ves­to­rinnen und Gross­kon­zerne, die in den letzten Jahren Mil­li­arden an Gewinnen aus­ge­schüttet haben, ihre Ver­luste selber tragen – durch eine geord­nete Abschrei­bung der Schulden oder eine dras­ti­sche Erhö­hung der welt­weiten Steuern für Kon­zerne und Ver­mö­gende.

    Zwei­tens: Wenn CO2-Schleudern wie Ener­gie­kon­zerne, Auto­her­steller oder Air­lines wie die Swiss Geld erhalten, dann unter der Bedin­gung, dass sie sich neu erfinden oder auf mitt­lere Frist ver­schwinden. Zudem muss das Geld von Kon­junk­tur­pa­keten an Firmen fliessen, die helfen, den CO2-Ausstoss zu senken.

    In der Krise eröffne sich die Mög­lich­keit, dass sich neue Ideen durch­setzen, schrieb der rechts­li­ber­täre Ökonom Milton Friedman, dessen Ideen die Welt bis heute beherr­schen. Die Krise ist jetzt.


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