Beiträge von snowcat

    nzz am sunntig:

    Ganz allein auf dem Thron

    Der FCZ-Präsident Ancillo Canepa macht alles für seinen Verein. Nun hat er den Trainer entlassen, der Sportchef wechselt zu YB, und im Klub rumort es. Warum? Von Stephan Ramming

    Ancillo Canepa platzt fast vor Freude. Es ist spät, die Nacht lau. Canepa steht vor der Eingangspforte zu einem Luxushotel. «Einfach unglaublich», sagt der Präsident immer wieder, saugt an seiner Pfeife und erzählt mit glänzenden Augen Geschichten und Anekdoten, die ansteckende Leutseligkeit entspringt seinem Herzen. Er ist stolz, auf seinen FCZ, auf sich. «Komm, da setzen wir uns jetzt drauf», sagt Canepa. Er sieht in der Lobby eine ausgestellte Vespa. Der kleine Mann klettert auf den schicken Roller, der Fotograf knipst. Canepa strahlt und ist der glücklichste Klubpräsident der Welt.

    Über drei Jahre ist das her. Der FCZ hat in der Champions League auswärts die AC Milan 1:0 besiegt. Es ist der Höhepunkt in der nun fast sechsjährigen Amtszeit Canepas. Wie ein Gespenst aus der Vergangenheit kehrt der Höhepunkt zurück, als der FCZ-Präsident am letzten Dienstag in sein Museum lädt, um die tags zuvor öffentlich gemachte Entlassung des Trainers Rolf Fringer vor den Medien zu begründen. San Siro? Bernabeu? Allianz-Arena? Meistertitel? Alles weit weg. Es geht um schlechte Nachrichten. Canepa kann nur verlieren. Er ist an seinem Tiefpunkt angelangt.

    Es hat sich viel aufgestaut im FCZ. Fringers Entlassung ist nur der Ausfluss einer Gemengelage aus sportlichem Krebsgang, Machtkämpfen, Abgängen und Strukturproblemen. Canepa ist angespannt, er spricht viel und sagt wenig, er weicht aus und wiegelt ab. Sein einsamer Auftritt misslingt gründlich, in den Medien ergiesst sich ein Kübel mit teilweise grober Kritik.

    Beim Missbehagen im FCZ geht es aber nicht nur um die Person Canepas, sondern zuerst einmal um Geld - um fehlendes Geld. Früher zückt Canepas Vorgänger Sven Hotz das Portemonnaie und begleicht die Fehlbeträge. Als Canepa im Dezember 2006 FCZ-Präsident wird, will er mit dem Ehrgeiz des Wirtschaftsprüfers den Klub «mit professionellen Strukturen nach betriebswirtschaftlichen Regeln» führen. Heute ist Canepa wieder dort, wo er angefangen hat. Nur zahlt vor allem er selber, Canepa.

    Nach der Champions-League-Saison muss der FCZ das Budget zurückfahren; von 26 auf die vor der laufenden Saison kommunizierten 20 Millionen Franken. Im Herbst jedoch beginnen sich ein Liquiditätsengpass und ein grösseres Loch aufzutun. Auf der Geschäftsstelle wird der Stapel unbezahlter Rechnungen immer höher. Canepa, der früher bei Ernst & Young mit dem Lesen von Geschäftsbilanzen Karriere gemacht hat, muss handeln.

    Geld und Macht
    Im Verwaltungsrat bieten Gregor Greber und Hans Ziegler finanzielle Beteiligung an, doch sie wollen bei Personalentscheiden mitbestimmen und den Klub anders ausrichten. Canepa zögert, die Fronten verhärteten sich. Vor zehn Tagen verliert der Präsident die Geduld und stopft das Loch. Greber und Ziegler verlassen den Verwaltungsrat. Wie viel er zahlt, sei «Privatsache», sagt Canepa. Insider sprechen von vier bis fünf Millionen allein in diesem Herbst und prophezeien fürs Saisonende ein noch grösseres Loch.

    Es ist ein offenes Geheimnis, dass nicht Canepa alleine zahlt, sondern vor allem seine Frau Heliane. Die frühere Managerin des Zahnersatzherstellers Nobel Biocare gehörte gemäss «Bilanz» noch vor kurzem zu den 300 reichsten Schweizern; ihr Vermögen dürfte nach wie vor weit über 100 Millionen Franken betragen. Die 64-Jährige ist seit fast vierzig Jahren mit Canepa verheiratet, besucht die meisten Spiele und ist vom FCZ-Virus ebenso angesteckt wie ihr Mann. «Ich habe mit Heliane gesprochen», lautet der Satz, der zuletzt im kleinen Kreis vom Präsidenten zu hören ist, wenn es um eine heikle Finanzierungsfrage geht. Als am Montag dem Trainer Rolf Fringer die Entlassung verkündet wird, ist Heliane in den Büros am Schanzengraben anwesend. Noch vor anderthalb Jahren wehrt sich Canepa, seine Frau sei «nicht die Gigi Oeri des FCZ. Wir haben ein gemeinsames Portemonnaie. Und ich sehe mich nicht als Mäzen. Ich habe so schon genug bezahlt.» Jetzt zahlt Canepa immer noch. Und er zahlt weiter. Und immer mehr.

    Warum tun sich die Canepas das an? Warum führen sie kein unbeschwertes Leben, ohne Ärger, auf Spaziergängen mit ihrem reizenden Hund Kookie, abseits der Öffentlichkeit?

    Ancillo Canepa ist Fussball-Fan. Als Stürmer im FC Rüti blieb der grosse Fussball ein Traum, den er sich nun nach dem Umweg über eine erfolgreiche Berufslaufbahn zu erfüllen hofft. In seinem Haus steht die Sammlung kompletter Jahrgänge von Fussball-Heftli, sein Büro ist mit Bildern und Devotionalien ausgestattet. Der Besucher in seinen Geschäftsräumen bereitet dem Gastgeber viel Freude, wenn er fehlerfrei die Daten zu den historischen Fotografien hersagen kann. Dann gerät Canepa ins Feuer, und wer es nicht glauben will, dass er einst selber ein guter Fussballer gewesen sein soll, dem zeigt er die vergilbte Einladung zu einem Probetraining für Jungtalente, die er einmal vom Grasshopper-Club bekommen hat. Unterdessen ist Canepa doch noch im grossen Fussball angekommen, nicht als Spieler, aber als FCZ-Präsident.

    Aus jeder Zeile tropft Groll
    Der Anfang gleicht einer Adrenalin-Dusche. Canepa übernimmt von Sven Hotz das Amt und erlebt zweimal hintereinander hautnah das Hochgefühl des Titelgewinns, er schnuppert an der Champions League, wird 2009 nochmals Meister und erreicht schliesslich die Gruppenspiele der Königsklasse. Emotionen, grosse Namen, und viel, viel Geld. Canepa geniesst, aber er will auch «mit klugem Bauch» die Weichen stellen für die gedeihliche Zukunft des FCZ. Ein Unternehmen im KMU-Massstab soll der Klub werden, die Zürcher Verkaufsstelle für Fussball-Gefühle, breit abgestützt, eine Heimat für Jung und Alt. Es erscheint eine dicke FCZ-Historie, der Fan-Shop und das Museum öffnen ihre Pforten, der Frauen-, Kinder- und Jugendfussball wird ausgebaut und manches mehr.

    Doch der Kern wird faulig. Nach der Begegnung mit seinem Lieblingsklub Bayern München in der Qualifikation zur Champions League im Sommer 2010 kommt Canepa zusehends der Blick auf die erste Mannschaft abhanden, weil er als Vollzeitpräsident und oberster FCZ-Fan die Nase zu dicht auf den Rasen hält und so nur noch Waden statt Spieler sieht. Daneben verzettelt er Kräfte und verpufft Energie mit dem Kontrollieren von Nebenschauplätzen. Im Klub gibt es Stimmen, die Canepa hinter vorgehaltener Hand Selbstdarstellung vorwerfen. Neben ihm scheint keiner stark werden zu dürfen. Vor allem aber schafft es Canepa nicht, Strukturen zu implementieren und Persönlichkeiten zu gewinnen, die den Klub unabhängiger von seiner Person und seinem Geldbeutel machen. Der Versuch mit Greber und Ziegler geht auch deshalb schief, weil Canepa keine Macht abgeben will. Das wird erstmals offenbar, als der Entlassung von Trainer Urs Fischer im März 2012 ein wochenlanges Hickhack vorausgeht.

    Die Art und Weise der Entlassung Fischers kommt nicht nur beim Publikum schlecht an, sie stört auch das Vertrauensverhältnis zu Fredy Bickel nachhaltig. Der Sportchef ist für Canepa die wichtigste Bezugsperson im Klub, die Beziehung zu Bickel geht weit über die Besprechung von Transfergeschäften hinaus. Vielleicht will Canepa auch deshalb am letzten Dienstag vor den Medien als einziger beharrlich nicht wahrhaben, dass Bickel faktisch zu den Young Boys gewechselt ist. Ein Beispiel dafür, wie sich Canepa die Realitäten zurechtrückt. Denn einen Tag später wird Bickel in Bern vorgestellt, ein Telefongespräch zwischen Canepa und dem YB-Investor Andy Rihs, der mit Heliane im Verwaltungsrat des Hörgerät-Herstellers Sonova sitzt, regelt die Angelegenheit auch juristisch und finanziell.

    Ob er sich die Realitäten schönredet? «Das ist doch Gugus, ein fertiger Habakuk», sagt Canepa jeweils. Doch obwohl er geschmeidig ins technokratische Manager-Deutsch wechseln kann, wenn man ihn etwa auf seine privaten Beteiligungen an den Transferrechten vieler FCZ-Spieler anspricht, kann Canepa persönlich werden, wenn ihm etwas nicht passt. Und er kann sich aufregen, furchtbar aufregen, wie ein Fan über ein Hands, das der Schiedsrichter nicht pfeift. Canepa schreibt am letzten Freitag persönlich eine Medienmitteilung, in welcher er die Kündigung des Nachwuchsleiters Ernst Graf kommentiert. Aus jeder Zeile tropft Groll. Graf hat unlängst einen Leserbrief publiziert, in dem er das Gezerre im Verwaltungsrat kritisiert.

    Entlastung im Tagesgeschäft
    Eigentlich hätte ein Präsident mit kühlerem Kopf und weniger klugem Bauch anderes zu tun, als Medienmitteilungen zu schreiben. Zum Beispiel einen neuen Trainer suchen. Oder einen Sportchef bestimmen. Oder den Leiter der Nachwuchsabteilung suchen. Oder neue Verwaltungsräte rekrutieren. Denn Canepa sitzt plötzlich einsam auf dem FCZ-Thron.

    Immerhin wird ihn künftig in der Person von Claudio Ammann ein CEO im Tagesgeschäft entlasten. Das könnte für ihn, der sowohl die Geschäftsstelle leitet wie auch dem Verwaltungsrat vorsitzt, eine Chance sein, etwas kürzer zu treten. Heliane Canepa sagt 2011 über ihren Mann: «Solange er Spass hat und etwas bewegen kann, kann ich mir kaum vorstellen, dass er je aufhört. Aber allzu lange reizen oder ärgern sollte man ihn trotzdem nicht.»

    was ich noch sagen wollte: neben weiler als trainer würde ich noch axel thoma als sportchef engagieren. er hat beim fcz die nachwuchs academy mitaufgebaut und leistet heute, mit äusserst beschränkten finanziellen mitteln, in wil hervorragende arbeit.

    aber ebe, uf mich loset ja niemer... :nixwiss:

    Zitat von Adm. Bööf

    In wie fern meinst du das mit "sportlich orientierungslos"? Sollten, aus deiner Sicht, mehr GCK-Spieler intergriert werden, also eine Nachwuchs-Strategie gefahren werden? Oder sollte man aufhören probieren, Nationalspieler mit guten Löhnen zu ködern, obwohl wir es können? Hätte von Anfang an ein Lockouter verpflichtet werden sollen? Oder hätte man Brown doch nicht verpflichten sollen?

    Du hast in deinem vorhergehenden Post geschrieben, dass der Trainer die Strategie des Sportchefs umsetzen soll. Mit Simpson und Hartley haben sich zwei Trainer gegen einen Verbleib im Club entschieden, die vermutlich fähig gewesen wären, eine langfristige Strategie umzusetzten. Aber sie hatten andere Pläne. Dies war sicherlich auch nicht förderlich für die Kontinuität, aber so ist das Business.

    So wie ich das sehen, ist das Ziel oder die Strategie mit den (zugegeben vielen) vorhandenen Mitteln jedes Jahr auf dem Papier ein Team auf die Beine zu stellen, das eigentlich fähig wäre, um den Meistertitel zu spielen. Und dies wird meiner Meinung nach erfüllt.


    welche strategie es schlussendlich ist, ist egal. hätte ich diese strategie und ein papier dazu und viel mehr eishockeysachverstand, dann wäre ich jetzt irgendwo sportchef und nicht in diesem forum. aber um zu sehen, dass es bei uns nicht wirklich funktionert, dazu reicht's allemal.

    aber man sollte gezielt vorgehen und den plan dann konsequent verfolgen. bei uns werden oft gute spieler eingekauft. ob sie aber ins konzept passen, wird beim zsc immer erst im laufe der saison erkannt. warum? weil keine wirkliches konzept vorhanden ist! hauptsache die spieler waren schon mal in der nati oder wurden in den medien lobend erwähnt. klar, auch gute sportchefs produzieren flopps. aber bei uns sind zu viele sowas von vorhersehbar. werden aber meistens mit viel geld korrigiert, irgendwann passt's dann schon!

    beispiel: irgend jemandem in der teppichetage (am besten natürlich dem sportchef) hätte auffallen müssen, dass der zsc in der verteidigung dieses jahr probleme bekommen könnte bzw. ziemlich sicher bekommen wird. man holt für sehr viel geld roman wick – nichts gegen ihn – ein topstürmer, in einen sonst schon guten sturm. als option hätte man immer noch die ausländerlizenzen. man löst sogar eine für einen verteidiger. aber für einen, bei dem sogar ich nach einem einzigen vorbereitungsspiel seine limiten klar und deutlich aufgezeigt bekam. man hat ihm den vertrag übrigens erst nach diesem spiel gegeben…und so liesse sich die reihe der missverständnisse beliebig fortsetzen. mit einer klaren sportlichen ausrichtung, lassen sich diese nicht ausmerzen, aber minimieren.

    Zitat von Adm. Bööf

    Ich finds irgendwie noch witzig. Vor genau einem Jahr hat man Hartley alles vorgerworfen, was man vorwerfen konnte: Kein System, keine Strategie, passt sich nicht den CH-Gegebenheite an, zu hart etc. etc. und einige hier wollten ihn zum Teufel schicken...

    Wie schnell man doch vergisst, dass das Team erst im Januar 2012 so richtig in fahrt kam..


    ich habe hartley vor einem jahr genau nichts vorgeworfen. aber die vorwürfe meinerseits an die chefetage waren exakt die selben...es hat sich da oben ja auch nichts geändert seither. man ist wie eh und je sportlich orientierungslos und kann dank viel geld die meisten fehler kaschieren manchmal sogar korrigieren.

    Zitat von Rangersfan


    Hartley hat uns nicht nur einen Meistertitel gebracht, er hat einen Plan hinterlassen wie man dieses Ziel erreicht.


    ich war bisher immer der meinung, dass der sportliche plan oder eben die strategie von der chefetage - in einem sportclub eigentlich vom sportchef - vorgegeben wird. der trainer ist "nur" noch der operative teil und setzt diese somit um. so der idealfall.

    wenn nun aber in der chefetage niemand eine strategie vorgibt - aus welchen gründen auch immer - und der trainer selber auch keine eigene hat, dann gibts ein gewurstel. eines das viel geld kostet und wenig nutzen bringt. manchmal mehrere jahre lang. bis zu dem zeitpunkt, wo dann eben ein trainer kommt, der den strategischen part auch noch übernimmt. was macht dann eigentlich noch der sportchef? egal...nicht mein problem. aber ganz klar dasjenige des sportchefs selber, wenn dann dieser trainer den verein wieder verlässt und sein nachfolger wieder ein ganz normaler trainer ist!

    Zitat von Mushu


    Wenn nicht der reiche Götti kommt (und von denen gibt es auf der FCZ Seite nicht sooooo viele), gibt es eigentlich nur noch zwei Wege:

    1. Man beschränkt sich definitiv auf ganz kleine Brötchen und stellte den Spitzensport im Verein in Frage;
    2. Man spricht mit den anderen betreffend Fusion. Schade hier nur, dass man das vor zwei Jahren aus einer Position der Stärke hätte machen können, und ist man nicht wirklich ein sehr starker Partner.

    Oder eben: irgendjemand schmeisst ordentlich Geld rein ...

    Traurig ....


    nö, nö, so schlimm wird's nicht kommen. die alles entscheidende frage wird sein: bleibt canepa oder nicht? bleibt er, dann muss er bezahlen oder neue geldgeber finden. geht er, kommt gregi. auch wenn er mir suspekt ist, in seinem umfeld ist schon etwas münz vorhanden.


    gut gebrüllt löwe, äh drache! :razz:

    ich denke schon, dass er in bern erfolg haben wird. neues, angenehmeres umfeld, für ch verhältnisse geld ohne ende, kein spardruck und sicher wieder top motiviert. in zürich war/ist die situation scheinbar tatsächlich zu verfahren, als dass er hier nochmals zum erfolg hätte zurückkehren können.

    zwei vr, welche doch ordentlich investiert haben, sind weg. kann canepa diesen verlust alleine auffangen? wohl kaum. konsequenterweise müsste jetzt herr canepa auch zurücktreten. die frage ist einfach, wer übernimmt das präsidium? wie schon erwähnt, gregi ist mir sehr suspekt...aber auf diese lösung würde es wohl hinauslaufen.

    Zitat von Champs-de-Mars

    Es poltert beim FCZ mehr denn je. Sollte tatsächlich ein starker Mann mit Rückendeckung das Präsi-Pult übernehmen wollen, wird Canepa wohl auch bald Geschichte sein. Aber solange keine gescheite Alternative in Sicht ist, uns das war Greber aus meiner Sicht nicht, soll Canepa das Ruder weiterhin in den Händen halten. Man tut ihm Unrecht, wenn nun alles schlecht gemacht wird. Er hat in den letzten Jahren sehr viel gelernt, besser gemacht, strukturiert, aufgebaut usw. Auch wenn gewisse Macken (die wohl ein jeder hat) durchaus Nervpotential haben und leider nicht wegzukriegen sind.

    Für einen Neuanfang muss auch der Posten des Sportchefs neu besetzt werden und sind wir alle ehrlich. Bickel's Neuverpflichtungen in den letzten Jahren waren ohne Favre nicht mal halb soviel wert wie mit Favre.


    sehe ich ähnlich wie du. was mich an gregi greber vor allem stört, ist die art und weise seines putschversuchs. wenn jemand beginnt den sportchef zu desavouieren, ein schattenkabinett bildet, einzelne spieler ins vertrauen zieht und in den medien gezielt unwahrheiten und gerüchte verbreitet, dann wirkt das in etwa so seriös, wie wenn ein tschetschenischer investor einen schweizer fussballclub kaufen will. da kann man durchaus davon ausgehen, dass er auch im selben stil den verein führen würde. so etwas macht man in einem demokratischen rechtsstaat mit stil, sprich man meldet seine ansprüche an und beruft eine ausserordentliche mitgliederversammlung ein.

    Zitat von Larry

    Sorry Roli aber schliifts?


    danke der nachfrage, geht mir herrvorragend, ausgeschlafen, nüchtern und topfit... :geil:


    Zitat von Larry

    GCZ, so der Name dieses Clubs, ist länger in der Stadt als der FCZ, zudem bekanntlich der Rekordmeister.


    hier gehts um emotionen. statistiken interessieren in diesem zusammenhang keine sau. ausser vielleicht ein paar wirklich pinkigen...

    ausserdem gibst du die antwort ja selber. beide vereine sind in der selben stadt zu hause. und genau darum kann man sich in dieser auch nicht ausbreiten wie es einem gerade passt! und das gilt für beide seiten. entweder bleibt man in seinem quartier oder lässt es bleiben. mit xxxl shirts in der ganzen stadt herumgumpende hüpfer provozieren mich als hardcore fczler nicht weniger als ein blau rot gespritzes züritram auf der 2-er linie! und das die hüpfer halt keine wirkliche heimat in dieser stadt haben, so wie der fcz den kreis 4, ist nicht unser problem. ok, das restaurant heugümper an der waaggasse habe ich vergessen. aber die shirts waren zu gross, sie hatten im sitzungssaal vom donnerstag club keinen platz.

    glaubst du ernsthaft, dass laziali im römer hauptbahnhof oder rangers in bridgeton/parkhead in glasgow ungestört irgendwelche fanaktionen durchführen könnten? diese beispiele lassen sich beliebig fortführen: manchester, london, belgrad, hamburg, rio, istanbul, athen, wien etc. etc. aber träum nu wiiter, häsch ja wenigschtens schöns und warms wetter dezue! :winke:

    Zitat von snowcat


    lustig, seit greber zurückgetreten ist, erreicht er seine ziele...fehlt nur noch canepa!


    ein weiterer vr ist übrigens auch per sofort zurückgetreten. jetzt wird's fürchterlich eng für canepa. alleine kann er sich kaum halten und neue kräfte werden nur mit der bedingung dazu kommen, dass canepa abtritt. und schon ist gregi der präsi...

    Zitat von larlf

    Logisch wird nüt gah und wäg em Liebli-Chlau allei, wür ich ehrlich gseit au niemer sueche/identifizierä. (Das dörf de Fetscherin quasi als "Lehrgäld" verbueche)
    Ich frög mich glich no, ob/wieviel Lüüt dass es git, wo wäg dem Seich jetzt Angst händ mit de Familie/Chind go s'Spiel luege und drum dihei bliebed?


    jeder kann sich selber sehr leicht ausrechnen, was am sonntag passieren wird. das xxxl shirt wird brennen, allerdings im sektor d und nicht im familycorner oder auf der ost- bzw. haupttribüne. die insektenkurve wird (verbal) toben. quer durch's stadion rennen dürfte niemand mehr im letzi. nach dem match wird's auch noch ziemlich zoff geben. aber nicht unmittelbar neben dem stadion. ich kann den ganzen - möglichen - ausschreitungen, auch mit kindern, deshalb in und ausserhalb des stadions sehr gut ausweichen. und nun liegts an jeder einzelnen familie, das risiko abzuschätzen.

    ich persönlich halte die wahrscheinlichkeit auf der fahrt zum stadion zu verunfallen für wesentlich grösser, als bei allfälligen ausschreitungen verletzt zu werden.

    Zitat von Mushu

    Sprechen wir hier vom Fussball?

    Dem beliebten Spiel, bei dem 2x 11 Männer einem Ball hinterherrennen, und dem vielerorts gerne Personen zuschauen?

    Oder sprechen wir hier von einem Gang-Krieg?


    natürlich sprechen wir von fussball. und natürlich wird dieser leibchenklau nicht als heroische und intelligente tat in die geschichtsbücher eingehen. genauso wenig allerdings wie diese präsentation der leibchen. es gibt im leben nun mal no go's. und sich als gcn in zürich derart zu präsentieren ist definitiv eines davon. dass kann der fcb in basel oder der fcsg in st. gallen machen. auch der fcz könnte eine solche aktion in zürich nur auf dem helvetiaplatz und im letzi durchführen. sonst nirgends! in gelsenkirchen kommt ja schliesslich auch niemand auf die idee, auf dem dortmunder weihnachtsmarkt einen stand mit schalke fanartikeln aufzustellen!

    Zitat von Sbornaja

    Eventuell für ins Affengehege, um die Scheisse zu putzen!


    nei, aber am sunntig wirds chalt. und das teil wärmt sicher beschtens, wämers vorher azündet. pyros seged ja verbote, hani ghört... :floet:

    Zitat von Larry

    Ist aber eine Tatsache dass der Erfolg bereits vor Canepa da war, und wie viel Anteil dass Favre an den Transfers von Bickel hatte kann niemand genau sagen, aber er dürfte hoch sein.

    Wenn die beiden so gut sind wie Du meinst sollte es ja absolut kein Problem sein, den FCZ schnell wieder zum Meister zu machen! :floet:

    Bin nicht per se für Greber aber viele seiner Vorwürfe an Canepa treffen halt IMHO genau ins Schwarze!


    na ja, favre war wirklich schon da, als canepa im dezember präsi wurde. aber er war auch schon weg, als noch einige erfolge erzielt wurden. meister, cl. ich sage ja nicht, dass canepa und bickel soooo gut sind. ich sage bloss, dass sie ihren leistungsausweis haben, im gegensatz zu greber. weiler kann übrigens trotzdem ein mann für uns sein. greber hin oder her. im vergleich zu aarau, ist der fcz immer noch ein beruflicher aufstieg und eine chance. und die lässt sich ein junger trainer nicht entgehen.

    Zitat von Larry

    Stimmt, und wer ist dafür verantwortlich?

    Mir kommen spontan zwei Namen in den Sinn! :roll:


    klar, aber die zwei namen sind auch verantwortlich dafür, dass der meister der letzen 10 jahre auch 3x aus zürich und nicht immer nur auch basel kam...p.s. und der mehrmalige vizemeister und dritter und einmaliger cl teilnehmer...

    klar, dass darf ist kein persilschein sein, ist aber eine referenz. und alle erfolge mit favre zu erklären, greift zu wenig weit.

    egal wer trainer wird, wie ich schon seit längerem erwähne: ein routinierter innenverteidiger und routinierter zentraler mittelfeldspieler muss sich canepa in der winterpause leisten. sonst aber ist genügend potential vorhanden. wenn dann noch ein junger, hungriger, intelligenter, kompetenter und sozialkompetenter trainer wie weiler kommt, dann kann's nur besser kommen.