Fussball allgemein

    • Offizieller Beitrag

    War es denn eine aussergewöhnliche Szene, wo man den Kopf schütteln muss, wie der Goalie reingeht oder kann er sich wenigstens sagen, dass dsa auch anderen so hätte passieren können?

    es war weit ausserhalb des strafraumes, sogar im mittelkreis, also da, wo der torhüter wie ein feldspieler behandelt wird darum und nie und nimmer so reingehen darf. jedem goalie wäre das sicher nicht passiert.

    aber deine frage ist grundsätzlich sehr schwer zu beantworten. klar, der einsatz war ohne rücksicht auf verluste. wie so oft bei torhütern. welcher alte sack hier drin erinnert sich nicht an schumachers foul im wm halbfinale 1982 gegen battiston. oder neuers einsteigen gegen einen gaucho im wm finale 2014. beide bekamen nicht mal gelb und es hätte durchaus ähnlich enden können für den gegner. zum glück enden solche einsätze meistens „nur“ mit einer hirnerschütterung und/oder einem nasen- jochbeinbruch und ein paar zähnen weniger.

    das knie vom andorra goalie hat scheinbar exakt das herz von de miguel getroffen. und das in vollem lauf und somit mit voller wucht. zehn centimeter weiter oben oder unten und es wäre bedeutend weniger passiert. trotz rüchsichtslosem und brutalem einsteigen, war es am schluss das, was es so oft im sport ist: eine verkettung unglücklicher umstände. natürlich ausgelöst durch das brutale einsteigen des andorra goalies.

    die frage, welche nun auch die gerichte beschäftigt: nimmt man mit so einem einsteigen eine schwere verletzung oder gar den tod des gegners bewusst in kauf? ich bin jedenfalls froh, muss ich nicht darüber entscheiden oder gar richten!

  • Natürlich ist es extrem tragisch, wie es da ausgegangen ist, und man darf es auch nicht schönreden…

    Aber als Goalie in einem Zweikampf auf dem offenen Feld, den er sonst praktisch nie führt geschweige denn trainiert, ist es sicher heikel da von fahrlässiger / vorsätzlicher Körperverletzung oder sogar Tötung zu sprechen. Im Hockey könnte man ja zum Beispiel bei vielen Checks von hinten in die Bande von Fahrlässigkeit sprechen, weil da die Chance auf eine schwere Halswirbelverletzung nicht auszuschliessen ist. Mit der Teilnahme am Profisport muss man sich auch bewusst sein, dass man Verletzungsrisiken eingeht.

    Die Frage ist dann auch, wer wird darüber richten. Vermutlich keine Richter mit Erfahrung im Sport, sondern solche die sonst über schwere Gewaltverbrechen urteilen.

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