2:3 gegen den EVZ
Nach der fünften Niederlage sagt der ZSC-Coach: «Wir sind auf dem richtigen Weg»
Trotz klarem Chancenplus verliert der Meister ZSC auch gegen den EV Zug. Im Penaltyschiessen scheitern alle fünf Schützen.
Und dann findet dieses Spiel doch noch ein Ende. Wieder entscheidet ein einziges Tor – und wieder zugunsten des EVZ. Die Zentralschweizer gewinnen zum vierten Mal in Serie gegen die ZSC Lions, deren fünf Schützen im Penaltyschiessen allesamt scheitern. Bei den Zugern trifft Mike Künzle.
Für den Meister bedeutet dies wettbewerbsübergreifend die fünfte Niederlage in Folge. Und das trotz klarem Chancenplus und einem Torschussverhältnis von 42:20. Eigentlich Wahnsinn. Die Lions wirken nicht wie ein Team, das in einer Krise steckt.
«Im Moment werden wir nicht belohnt. Das ist hart. Wir hätten den Sieg verdient», konstatiert Cheftrainer Marco Bayer und hält fest: «Solange wir uns so viele Chancen erarbeiten, machen wir einiges richtig. Die Mannschaft ist intakt, glaubt an sich und an das System und befindet sich auf dem richtigen Weg. Es ist nur eine Frage der Zeit.»
ZSC Lions wieder mit Andrighetto
Was für ein Duell gegen Zug! Kurz vor Spielhälfte ahnte man Böses: Jan Daron war es, der die Scheibe eiskalt im Tor von Simon Hrubec versenkte. Der erst 17-jährige EVZ-Stürmer, der noch ein Gitter am Helm trägt und erst sein zweites Spiel in der höchsten Liga bestreitet, markierte das 2:0 – so abgeklärt, als hätte er nie etwas anderes getan.
Der Meister hatte zwar von Beginn an mehr Spielanteile, doch Gefahr ging zunächst einzig von der Paradeformation um Rückkehrer Sven Andrighetto aus, der erstmals seit einem Monat wieder mitwirkte. Gewiss, den Lions fehlt mit Rudolfs Balcers nicht nur ihr bester Torschütze – neu fällt auch Derek Grant aus. Zudem musste sich Mikko Lehtonen krankheitsbedingt abmelden. Und dennoch: kein Vergleich zum Line-up des Gegners, dem gleich acht Spieler fehlten. So kam nicht nur Daron zum Zug, sondern Sven Senteler wurde gar zum Verteidiger umfunktioniert.
Es schien, als hätten die Worte des neuen EVZ-Coachs Michael Liniger Wirkung gezeigt. Liniger – von Natur aus ein besonnener Typ – fand nach dem 3:4 im letzten Gruppenspiel der Champions Hockey League gegen Kometa Brno, das ohne seine vier besten Skorer angetreten war, ungewohnt deutliche Worte: «Auf diese Art und Weise können wir nicht auftreten. Das ist inakzeptabel. Ehrlich gesagt: Es ist zum Kotzen», sagte der 45-Jährige gegenüber der Luzerner Zeitung und fügte hinzu: «Einige Spieler leben nicht in jener Realität, in der wir stecken.»
Und dann spielt nur noch der ZSC
Doch just in dem Moment, als man sich fragt, wie der ZSC, der im ersten Drittel nach einem Treffer von Jesse Graham in Rückstand geraten war, noch in dieses Spiel finden soll, fällt der Anschlusstreffer. Es überrascht nicht, dass die Vorlage von Andrighetto und Denis Malgin kommt – wohl aber der Torschütze: Christian Marti. Der Verteidiger, der seit 2022 nur gegen Lausanne getroffen hatte (dreimal), lässt alle Zuger stehen und umkurvt auch noch Torhüter Leonardo Genoni.
Es ist die Initialzündung. Ab jetzt spielt nur noch der Meister. Das Team von Marco Bayer geht entschlossen ans Werk, erobert Scheibe um Scheibe zurück und erarbeitet sich Chance um Chance. In Überzahl gleichen die Zürcher dank Pontus Aberg zum 2:2 aus. Und plötzlich kochen in einem Spiel, das zunächst wenig Spektakel bietet, die Emotionen hoch.
Nun gegen den HCD
Die Unparteiischen geraten in den Fokus, als sie zwei Bandenchecks ungeahndet lassen: Innerhalb weniger Sekunden fallen erst Jan Kovar gegen Patrick Geering und dann Tobias Geisser gegen Sven Andrighetto mit gefährlichen Aktionen auf. Die Strafen bleiben aus. Kurz darauf aber verhängen sie zwei Penaltys – doch sowohl Gregory Hofmann als auch Denis Malgin vergeben.
Und so muss das Penaltyschiessen die Entscheidung bringen. Insgesamt zeigen sich die Lions im Vergleich zum letzten Heimspiel gegen Ambri deutlich verbessert, am Ende steht dennoch die fünfte Niederlage in Serie. Und einfacher wird die Aufgabe am Samstag nicht: Die Lions treten auswärts bei Leader Davos an.
Andrighetto zeigt sich trotz der sportlichen Baisse unbeirrt. Er sagt: «Wir hatten auch in den letzten Jahren unsere Aufs und Abs. Die Stimmung im Team ist gut, wir bleiben positiv und können viele gute Dinge mitnehmen. Irgendwann läuft der Puck wieder für uns.»