Um eines Vorweg zu nehmen, ich kann wirklich viele Argumente von beiden Seiten ziemlich gut nachvollziehen.
Und möglicherweise wäre der sogenannte "Schwedische Weg" möglich gewesen. Ich weiss einfacht nicht, ob
die Schweden diesen Weg auch durchgezogen hätten, wäre z.B. Finnland = Italien gewesen, was die relativ
starke Ausbreitung dieses Virus' in den Anfangszeiten in Europa betraf. Tendenziell: Ich glaube es nicht.
Ich will mich oder meine Branche ja nicht wichtiger machen als er ist: Aber wenn in meinem "Bereich" z.T.
1/3 der Belegschaft für 2 - 3 Wochen ausfällt, dann besteht eine realistische Möglichkeit, dass die Schweiz
als solches kollabiert. Unglaubwürdig? Kann ich verstehen. Aber wenn Zahlungen nicht mehr ausgeführt
werden - und ich spreche hier ausdrücklich nicht von der Zahnarzt- oder Garage-Rechnung - dann wird's für
das ganze Wirtschaftssytem wirklich echt eng.
Ich fange mal bei den Löhnen an und gehe dann weiter über Zahlungen welche direkt mit anderen Verbindlichkeiten
verbunden sind. Dies fängt beim Import/Export Geschäft an (z.B. verderbliche Waren), geht über Deckungen,
und Verbindlichkeiten am Schweizerischen - und Internationalen - Währungssystem in x-facher Millionenhöhe,
und führt zum kleinsten Betrag am Bancomaten, welcher die Leute in Panik beziehen wollen. 2008 lässt grüssen!
Und ich habe hier wirklich nur ganz, ganz wenige Beispiele aufgeführt. .
Und hey, ich spreche hier ausschliesslich und nur vom Zahlungsverkehr. Ein kleiner Bereich einer Gesamt-Branche,
welche wirklich in der Vergangenheit sehr viel Ungemach heraufbeschwört hat und daher zu Recht kritisiert wird.
Der Lockdown hat unsere Wirtschaft über Jahre geschädigt - korrekt. Kein Lockdown WÄRE aus meiner Sicht
das grössere Risiko gewesen viel mehr Schaden anzurichten, als dies aus einfachster, persönlicher Sicht zu
erkennen gewesen wäre.
Und zum Abschluss noch eine leicht provokante Aussage:
Wie wären die Zahlen in Schweden gewesen, wenn
a) praktisch alle um sie herum auch keinen Lockdown durchgeführt hätten?
b) zudem Schweden in Mitten von 4 1/2 Ländern in der Mitte von Europa liegen würde?
Niemand weiss es - aber ich würde darauf Wetten (und zwar wirklich viel), dass auch ihre Zahlen höher wären.
Alle wären frisch fröhlich weiter herumgereist und hätten sich bei Sport, Kunst, Kultur und Business kennengelernt
und interagiert.
AUSSER - und jetzt kommt DAS Gegenargument für mich:
Alle hätten "die Vorschläge" umgesetzt, wie man sich verhalten soll wie offiziell kommuniziert wurde. Also Hände
immer waschen/desinfizieren, 2 Meter Abstand halten, nicht mehr als 5 Menschen zusammen, Masken tragen, usw. usw.
JA GENAU....!!!!!!!
Ähm .... wie war das 2008, als die Finanz- bzw. Banken-Krise den halben Globus erschütterte? Hunderte, nein
TAUSENDE sind auf die Banken gerannt und haben ihr Geld abgehoben! Obwohl alle wussten, dass diese Aktion
und v.a. diese gesendeten Bilder, nämlich Schlangen vor den Schaltern und Bancomaten, die Krise nur noch "anfeuern"
und verschlimmern wird! Gesunder Menschenverstand? Wo?
Und als die ersten Empfehlungen zur Eindämmung von Corona offiziell genannt wurden? Da haben tausende
nein hunderttausende Leute einfach darauf gepfiffen. Selbstdisziplin - my ass!
Aber ok, vielleicht liege ich ja auch falsch. Im Gegensatz zu einigen Leuten hier, welche ja scheinbar wirklich wissen,
wie es war, ist und hätte sein können - gemäss "Fakten" und den "persönlich preferierten Experten" - ist dies einfach
eine Meinung von mir.
Nochmals, es geht bei meinem Statement nicht darum zu ergründen, wie tödlich dieses Virus ist oder sein
könnte. Mir geht es rein um die Auswirkung, was passieren könnte, wenn viele Menschen gleichzeitig krank und
arbeitsunfähig werden.
Man könnte noch viel mehr ins Details gehen, von wegen, dass dann auch Leute nicht zu Arbeit erscheinen
weil sie Angst haben sich anzustecken - aus welchen persönlichen Gründen auch immer. Oder wie's den ganzen
Gesundheitssystemen in den einzelnen Ländern ausgesehen hätte. Aber das ist echt nicht mein Punkt.