Exakt so wie bei snowcat hat es sich auch bei meinen Schwiegereltern verhalten, wir mussten ebenfalls intervenieren, zu ihrem Schutz. Die Risikogruppen müssen zwingend geschützt werden, nicht umgekehrt.
Ergänzend noch ein paar Zahlen aus der gestrigen Thurgauer Zeitung zur Situation der Spital Thurgau AG (Spitäler Frauenfeld und Münsterlingen):
- Stand 5. April gab es im Kanton 213 Infizierte, 13 davon schwer, 5 sind an Beatmungsgeräten
- Bislang sind fünf Todesopfer zu verzeichnen, drei auf der Intensivstation verstorben, zwei in Pflegeheimen
- Das Spital Frauenfeld hat vor 3 Wochen zusätzlich 200 Betten installiert, keines ist je benutzt worden
- Mittlerweile stehen weitere 140 Betten leer auf Grund abgesagter Operationen
- Für 100 Mitarbeiter ist Kurzarbeit angeordnet worden, weitere 100-300 könnten bald zusätzlich davon betroffen sein
- Die Spital Thurgau AG schreibt täglich (!) einen Verlust von 1 Mio Franken
Ich denke, dass es in der Deutschschweiz in vielen Kantonen sehr ähnlich aussieht, in der Westschweiz (inkl. BS) und im Tessin sicher nicht.
Die Frage der Verhältnismässigkeit all der Massnahmen darf nicht nur, sondern sie muss gestellt werden. Vor allem aber sollten Entscheide breiter abgestützt und alle beteiligten Gruppen berücksichtigt werden. Bei der Bewältigung der Wirtschaftskrise wird die Solidarität mit den Betroffenen wohl kaum mehr spielen und über jene Opfer und Schicksale wird dann sicher kein Live Ticker geführt.