Beiträge von Mushu


    Vereinsführung und Trainer des FC Zürich geben sich aggressiv – so kracht der Klub an die Wand
    Schuld sind immer die anderen: Der FC Zürich zelebriert Selbstgerechtigkeit und verweigert sich berechtigter Kritik. Der Klub muss endlich Verantwortung übernehmen.

    NZZ: 03.12.2024, 17.00 Uhr 3 min

    Der FC Zürich sucht die Fehler nach wie vor rituell bei den anderen – sei es der Präsident Ancillo Canepa (r.) oder der Sportchef Milos Malenovic.

    Schlechte Laune, Aggression, die Schuld liegt immer bei den anderen: Der FC Zürich gibt im Herbst 2024 ein schlechtes Bild ab. In diesen Tagen mit zwei Zürcher Derbys akzentuiert sich dieses Bild zur Fratze eines Fussballklubs, der Selbstgerechtigkeit zelebriert, sich in der Wagenburg verschanzt und sich berechtigter Kritik verweigert.

    Das zeigt sich im Verhalten des Besitzers und Präsidenten Ancillo Canepa und der Führungsriege des Klubs. Und es zeigt sich im Verhalten der FCZ-Klientel in der Fankurve und ausserhalb des Stadions. Die FCZ-Selbstherrlichkeit hat sich an allen Ecken und Enden der Stadt ausgebreitet.

    Das Gesamtbild latenter Aggression ergibt sich aus der Summe von Vorfällen, die sich auf dem Rasen, an Pressekonferenzen, in der Fankurve und in der Stadt in ähnlicher Weise wiederholen. Übertriebene Aggressivität zeigte sich bei zwei FCZ-Spielern, die nach Tätlichkeiten vom Platz flogen. Oder in der gehässigen Reaktion des Cheftrainers nach dem Derby am Samstag: Ricardo Moniz massregelte Journalisten grob und redete beleidigend und abschätzig über den Schiedsrichter; Letzteres hat mittlerweile zu einer Disziplinaruntersuchung durch die Liga geführt.

    Neu ist das Gebaren des FCZ-Cheftrainers nicht. Und es passt zum gegenwärtigen Bild dieses Klubs, dass die FCZ-Führung als wichtigsten Repräsentanten einen Fussballlehrer gewählt hat, der verbal um sich zu schlagen beginnt, wenn ihm etwas nicht passt. Schwarz oder Weiss, dazwischen gibt es nichts. Der Präsident Canepa und sein Sportchef Milos Malenovic machen trotzdem keine Anstalten, ihren Coach zur Räson oder zumindest zu mehr Anstand zu rufen. Die bisher ordentliche Punkteausbeute scheint ihnen Grund genug zu sein, das Verhalten des Trainers zu tolerieren. Denn wie Moniz lassen auch Canepa und Malenovic nur Schwarz oder Weiss zu in ihrem Handeln und Denken.

    Das zeigte sich beispielhaft in der Kommunikationsoffensive der vergangenen Woche. Vor den zwei Stadtderbys setzten Canepa und sein Sicherheitschef Luca Maggi in Interviews den Ton: Wenn es zu Gewaltvorfällen kommen sollte, werde der FCZ weder Verantwortung noch Schuld tragen. Schuld seien Einzeltäter, die von der Polizei nicht identifiziert würden. Schuld seien Sicherheitskräfte, die eskalierten. Schuld seien die Eltern, die bei der Erziehung versagt hätten. Und immer wieder «die Gesellschaft», die ein Gewaltproblem habe. Noch nie hat Canepa die FCZ-Fans in ihrem Verhalten zur Räson gerufen.

    Die Fans nutzen diese Passivität noch so gerne für ihre Zwecke. Das Lavieren der Klubführung entbindet von der Verantwortung, das eigene Handeln zu hinterfragen. Nur so ist zu erklären, dass die FCZ-Fans als Reaktion auf die Interviewaussagen der FCZ-Führung einen Besammlungsort für den Fanmarsch am Samstag wählten, der unweigerlich zur Eskalation führte.

    Eine klare Intervention und Deeskalation vonseiten des Präsidenten und des Sicherheitschefs wäre zwingend gewesen. Doch es passierte nichts dergleichen. Obwohl man für das Naheliegende weder Klubpräsident wie Canepa noch Jurist und Politiker bei den Grünen wie Maggi sein muss. Vernunft hätte genügt dafür.

    Aber Vernunft und Verantwortung sind keine Fantugenden. Und sie sind bereits seit längerem auch keine Tugenden mehr im FCZ. Im Klub gilt: Schwarz oder Weiss, Freund oder Feind. Das hat sich auf den FCZ-Anhang von Jung bis Alt übertragen. Und das wiederum hat zu einer unerträglichen Selbstherrlichkeit geführt, die das Zusammenleben in der Stadt beeinträchtigt und den Steuerzahler viel Geld kostet.

    Nach wie vor sucht der Klub die Fehler rituell bei den anderen, sei es der Trainer Moniz, der Präsident Canepa oder der Sportchef Malenovic. Es ist Zeit, dass die Klubführung endlich ihre Verantwortung wahrnimmt. Sonst kracht der FC Zürich an die Wand.

    Ein Zumbi in dieser Form eröffnet interessante taktische Alternativen. "Es führt kein Weg an Hrubec vorbei" kann so umgeschrieben werden ...

    Also ich finde unser Kader im Gesamten (mit) das Beste der Liga; ich finde aber auch, dass unser Trainer-Team im Moment mitnichten das Beste aus dem Kader rausholt.

    Und das macht mich zuversichtlich ... :oldie:

    Erfolg auf dem Feld hat der Mann. Solange ist das ja alles (vordergründig) wunderbar. Ob er in 2 Jahren immer noch FCZ-Trainer ist wage ich zu bezweifeln.

    Und das wäre ein persönlicher Rekord!

    Aber du solltest dich eher um den aktuellen Trainer "änet de Gleis" Gedanke mache ...

    Darauf kannst du dich gefasst machen, früher oder später kommt eine klare Niederlage und dann vielleicht noch ein paar in Serie dazu und schon haben wir wieder die "Mini Krise". Auch wenn der ZSC jetzt auf Maximal Leistung eingestellt wär, können sie die Krise nicht per Vorrat vermeiden. Vermutlich ist dann der Fall grösser.

    Es läuft, wie in der Meistersaison des FCZ. Mam kommt zu vielen Punkten; oft ohne zu wissen, warum ...


    In dem Sinne; ich würde nicht viel Geld gegen einen Titel 25 für den ZSC setzen ...

    Vor allem sein Plus-Minus Miserabel. Sind aber auch Letzter, wenn ich das richtig gesehen habe. Warten wir mal ab. In dieser Mannschaft funktioniert aktuell ja fast jeder und alles ;:)

    Würde ich nicht so umschreiben; es funktioniert vieles bei weitem noch nicht so, wie es sollte; gewinnen tut man aber trotzdem ...

    Man lese das Interview mit Herr Canepa und weiss wie der Hase läuft. Lieber nicht drüber reden, weil es unangenehm ist und lieber auf Polizei und Politik verweisen mit den immer gleichen Floskeln. Züri isch öis solange ich mich nicht drum kümmern muss...

    Wie haben sich die GC-Verantwortlichen zum Tun ihrer Fans geäussert? Z.B. Tränengas in der S-Bahn ?

    Ich finds ok, so wie es ist. Das sind alles erwachsene, sexy-bezogene Männer. Und dank Profisportler-Versicherung liegen sie im Gegensatz zum Raucher nicht der Allgemeinheit auf der Tasche, wenn es dann völlig überraschend und unerwartet zur Operation und Reha kommt.

    Glaube nicht, dass die Versicherung so funktioniert, wie du dir das vorstellst.

    auch in diesem fall ein klares nein! ein kleines - und nicht das gesamte - kollektiv hat die szene gefeiert. die wenigsten im sektor d haben wegen dem banner gejubelt. einfach darum, weil nur die wenigsten es überhaupt sehen konnten und gar nicht wussten was abgeht.

    vermutlich war die zustimmung im sektor c grösser, weil man da alles mitbekommen hat. also müsste man eher den sektor c, als d, sperren.

    aber wer bis heute immer noch glaubt, dass kollektivstrafen irgend einen positiven nutzen haben, den lasse ich gerne in diesem glauben. die fakten sprechen jedoch einen andere sprache.

    ps. und für was ich mich ausspreche, ging bis vor corona noch unter meinungsfreiheit und sei es noch so dämlich gewesen. leider werden je länger je mehr strafen und zensur für „falsche“ meinungen gefordert. eine ganz üble entwicklung, genau so falsch wie kollektivstrafen!

    Spannend; warst nicht dort und kannst das genaustens einschätzen ...


    Ich war dort! Und habe den Capo gehört und gesehen, wie die gesamte Kurve alles runter holte und ein zweistufiges Banner; zentral über die gesamte Kurve ausspannte!

    Auf diesem Auge bist du schon ordentlich betriebsblind!!

    jetzt wird zumindest etwas angekündigt, was schon seit jahren hätte passieren sollen!

    hoffe, es wird endlich umgesetzt. ausserhalb der stadien und matchtagen dreht eine gewaltspirale, welche früher oder später mit (tödlichen) messerstichen endet. einfach darum, weil wir nicht von der ehemaligen hooligankultur reden, sondern von komplett irren und durchgeknallten. und - vor allem beim fcz - hat es kulturen darunter, welche probleme nicht immer so diplomatisch und nett lösen wie der durchschnittliche schweizer!

    https://www.zueritoday.ch/zuerich/kanton…gn=Social+Media

    Und gerade im letzten Fall hat die Südkurve ein unschönes Bild gegeben; das kollektive Feiern eines mit Gewalt angeeigneten Diebesgut ist ja schon abartig. Die nächste Kurvenschliessung wäre da schon fast keine Kollektivsstrafe mehr, da sich das Kollektiv für Straftaten ausspricht (bzw. diese feiert).

    immer korrekt bleiben: beamt*innen!

    Wenn schon korrekt, dann schon korrekt!!!

    Ein Gesetzt, welches im National-/Ständerat erarbeitet und verabschiedet und vom Volk bestätigt wurde.

    Dann von Staatsbediensteten mit Entscheidungen, die gerichtlich bestätigt werden, umgesetzt wurden.

    Der Verband hat danach die Frist für eine "Besitzstandwahrung" verpasst.


    Bellen tun die, die beschlossen haben (Politik), die, die gepennt haben (Verbandsbedienstete) und ein Teil des Volkes, welches das Gesetz legitimiert hat.

    Und Schuld sind die, die umsetzen und nichts falsch gemacht haben.

    Erstaunlich ...

    Ist ja nicht entweder oder. Man kann auch sagen, dass es niemals wieder wie früher wird und werden darf und trotzdem auch darauf hinweisen, dass es etwas in die Richtung läuft, wie eine NHL Franchise oder wie ich sage, zu den Bayern des Schweizer Eishockeys zu werden.

    Es gäbe durchaus auch einen Mittelweg.

    Aber ja, es geht gut wie jetzt, solange der Erfolg da ist, aber wir sind nun zum Erfolg verdammt.

    Mittelweg? Gleich wohl Mittelmass; und das funktioniert in Zürich, beim ZSC, nicht mehr; zu hoch sind die Ohnehin-Kosten der Organisation. Sie sind zum Erfolg verdammt. Gute Leistungen sind teuer und benötigen viel Geld; somit auch viel Einnahmen. Und viel Einnahmen geht in Zürich nicht mit Mittelmass. Und die Kosten kannst du nicht in dem Umfang reduzieren, wie du Einnahmen verlieren kannst.