Wer zahlt jetzt wem was? 🤷🏻♂️
Ich zall nüt ... ![]()
Wer zahlt jetzt wem was? 🤷🏻♂️
Ich zall nüt ... ![]()
Seit ich schaue spielen nur die Deutschen
No en Grappa dezue? Upps; gits gar nöd i de Halle ... 🤷♂️😇
Eigentlich tragisch, dass jeweils ein Trainer, der sowieso in den meisten Fällen nur kurz bei einem Verein ist, solchen Einfluss nehmen und haben kann.
Nicht jetzt unbedingt auf diesen Fall bezogen, aber allgemein müsste die Vereinsführung in solchen Fällen mehr Rückgrat beweisen, wenn es um langfristen Erfolg gehen sollte.
Etwas sehr kurz gegriffen. Es war damals nicht falsch, sich von Simcity zu trennen; und er wäre nie geworden, was er nun ist, wenn er nicht gegangen wäre!
Klar machemer es Bierli wie immer
Verlürer zahlt
Bin dabei; en Hämbi würd i au no riskiere ... 😉
Alles anzeigen🤣 Du Holz, das ganz üble Kryptonit natürlich, nicht das Kindergarten Zeug!!!
Ich lueg jetzt chlie ufm Dütsche und losne schomal bim vorjuble zue
119x TschayyTschayy Peterkaaa und
G R U U U B A U E E E R ! ! !
Vorher wird Gotteron mal Meister bevor mir d Gummihäls schlönd
D Amis hettemer möge!!! Janu…
Ich ha nur zwei Hoffnige, di Dütsche nöd ganz so starch wie letscht Jahr und de Josi isch debi.Aber villicht stellt de lustig Baumumarmer dasjahr de Schmid is Goal, eifach so als Tschällansch und zum de Genoni fürs HF schone
Wetten? Ernsthaft, seriös und als Ehrenmann?
Mein absolut gewünschter Traumgegner!
Entweder, man ist "für höheres" geboren, und dann über windet man (den Angstgegner) Deutschland, oder man ist ein mentales Pussy!!!
Ich tippe für "Überwinden"! Wer will (seriös) wetten?
das geht ja noch! aber stell dir mal vor, dass alle frauen dem selben mann nachrennen und genau DU wärst dieser mann…
Frei nach Otto:
"Diese Begeisterung sollte man sexuell ausnützen; aber ich schaff sie nicht alle ..." 🤷♂️😇
Dass es auch bei dir offensichtlich wirkt: Nur lange genug immer die gleichen Müll bringen - dann schluckt man's und findet's irgendwann
gar nicht mal mehr so schlimm. Der momentane Goalsong ist und bleibt Scheisse.Gern geschehen.
Zum Glück sind Geschmäcker unterschiedlich; ansonsten würden wir alle derselben Frau nachrennen ...
Nach meiner Meinung passt der Song zum ZSC, wie die Faust auf's Auge; und seit dem Kabineneinsatz von Baltisberger mit seiner eigenen Trompete ist er schon fast legendär ...
Wenn du gegen Österreich 5 Kisten bekommst hast nicht allzuviel richtig gemacht. Konfuse Defensivleistung.
Nehme ich gerne so; viel lieber, als ein 6:1 wie die bisher hier hochgelobten Deutschen!
Das Turnier dauert noch lange und ist noch nie in den ersten Tagen entschieden worden ...
zum spiel wird hier alles gesagt, immerhin bleibt - bis jetzt zumindest - dem fcz die peinlichkeit erspart, dass der siebte der tabelle mehr punkte hat, als der sechste…
«Tore schiessen musst du – sonst wird es peinlich»
Was soll daran peinlich sein? Rein technisch/statistisch ist es hochwahrscheinlich, dass das, bei einem engen "Mittelfeld" eher die Regel sein wird, als umgekehrt. Die Ränge 4-6 haben es schwerer, in diesen 5 Spielen Punkte zu erzielen, als die Ränge 7-9 ...
wie ist das eigentlich wenn einzelne spieler pyros auf die tribünen werfen? müssten dann - zumindest nach schweizerischem kaskadenmodel - die zuschauer sich das nächste spiel ohne spieler ansehen, weil ja sämtliche spieler kollektiv gesperrt wurden?
Pyro-Eklat in Frankreich – dieses Mal werfen Spieler brennende Fackeln auf die Tribüne
Nicht wirklich durchdacht von dir. Hier funktioniert die Einzeltäterverfolgung problemlos. Die Werfer sind weder vermummt, noch werden sie vom Team vor einem Polizeizugriff geschützt.
Das Kaskadenmodell ist ein Versuch, gegen Massen vorzugehen, bei welchen ein Einzelzugriff in der Regel fast nicht möglich ist.
Das ist keine Wertung des Kaskadenmodells; nur dass du diesbezüglich nicht reagieren musst. ![]()
Angst, Kündigungen, Flucht: Beim FC Zürich geht es drunter und drüber
Der Sportchef Milos Malenovic wirbelt durch den Klub und installiert Gefolgsleute. Die Besitzerfamilie Canepa lässt den ehemaligen Spieleragenten gewähren. Kann das gut kommen?
Danke; Larry
Könnten "schwierige Zeiten" werden; es scheint da ganz viel Ego konzentrierte Macht zu erhalten und auch einzusetzen ...


Inzwischen kommt Pyrotechnik auch in England auf. Ollie Watkins von Aston Villa und eine Rauchfackel.
Foto: Mike Hewitt (Getty Images)
Beim Cupspiel Winterthur gegen Servette werfen zwei Genfer am letzten Sonntag Seenotfackeln in Richtung friedlicher Menschen. SRF überträgt die wirkmächtigen Bilder live in die Schweizer Haushalte.
Seither stellt sich die Schweiz mal wieder die Frage: Warum bekommt man bei uns die Gewalt rund um Fussballspiele nicht in den Griff? In anderen Ländern geht es doch auch. Oder?
Hoffnungsfroher Anruf bei einem, der es wissen müsste. Alain Brechbühl leitet die Forschungsstelle Gewalt bei Sportveranstaltungen der Universität Bern. Wo in Westeuropa ist das Problem der Fangewalt gelöst worden – und mit welchen Mitteln? Leider beginnt der Experte das Gespräch gleich mit einem Dämpfer: «Vielleicht gibt es irgendwo ein Zauberrezept. Aber ich bezweifle es stark.»
Aber Brechbühl sagt immerhin: «Es gibt immer wieder Teilbereiche, in denen man feststellen kann: Das hilft.» Ein Blick quer durch Europa. Mit einem Silberstreif am Ende.

Bei einem Angriff auf den Teambus verletzt: Lyons Trainer Fabio Grosso mit Stichen über dem linken Auge.
Foto: Olivier Chassignole (AFP)
Wie es nicht geht, zeigt Frankreich. Im Oktober gehen die Bilder eines blutenden Fabio Grosso um die Welt. Der Trainer von Lyon wird in Marseille bei einem Angriff auf den Teambus verletzt. Anfang Dezember stirbt ein Fan des FC Nantes bei Ausschreitungen vor einem Spiel gegen den OGC Nizza. Das sind nur die krassesten Beispiele der letzten Monate.
Frankreich ist auch das Land, über das Brechbühl den schlechtesten Überblick hat, wie er zugibt. Der Final Real Madrid gegen Liverpool der Champions League 2022 weist darauf hin, dass der Umgang der Ordnungskräfte mit Fussballfans nicht unproblematisch ist. Ein unabhängiger Bericht kam damals zum Schluss, dass die Pariser Polizei massgeblich Schuld daran trug, dass es nur mit Glück keine Toten gab.
Die Politik reagiert auf die Fankrawalle derzeit vor allem mit Repression. Mehrere Verbote für Auswärtsfans wurden zuletzt aber wegen der Einschränkung von Grundrechten von einem Gericht wieder gekippt.

Brennendes Polizeiauto in Neapel im März 2023. Obwohl die Stadt keine Auswärtsfans im Stadion zulässt, eskaliert das Auswärtsspiel von Eintracht Frankfurt.
Foto: Ciro Fusco (Keystone)
Im italienischen Profifussball sind flächendeckend personalisierte Tickets vorgeschrieben. Ob die Personalien aber auch immer kontrolliert werden, ist eine andere Frage.
Die Polizei berichtet, dass die Massnahme die Situation in den Stadien beruhigt habe. Brechbühl ist da «etwas skeptisch», wie er sagt: «Italien ist zuletzt vor allem in Bezug auf Rassismus immer wieder sehr negativ aufgefallen.»
Zuletzt macht der Fall von Mike Maignan Schlagzeilen. Der Goalie der AC Milan wurde in Udine schwer rassistisch beleidigt. Das Spiel wurde nach einem Unterbruch zu Ende gespielt.
Und die körperliche Gewalt? Hat sich laut nationaler Beobachtungsstelle vom Stadion in die Städte, aber auch auf die Reisestrecke der Auswärtsfans verschoben. Im Bericht 2023 sind unter anderem Bilder von Bussen zu sehen, die von gegnerischen Fans in Brand gesetzt wurden.
Im Januar 2023 kommt es bei Arezzo zu 15 Kilometern Stau auf der Autobahn, weil sich Napoli- und Roma-Anhänger fernab aller Stadien eine Massenschlägerei liefern. Im März 2023 gibt es in Neapel Strassenschlachten mit Frankfurtern, obwohl die Stadt keine Gästefans für das Spiel zugelassen hat.
Ein neues Problem laut Brechbühl: «Potenzielle Risiko-Fans sollen immer häufiger mit Privatautos statt mit Bussen anreisen. Sie sind so für die Polizei kaum mehr zu greifen.»

Spieler von Valladolid und Barcelona hinter einem Banner gegen Rassismus im Mai 2023.
Foto: Manu Fernandez (AP Photo)
In Spanien ging der Staat nach einem Todesfall 2014 massiv gegen rechtsnationalistische Ultra-Gruppierungen vor, die mit der organisierten Kriminalität verbandelt waren. «Inzwischen gibt es Berichte, dass diese Ultras wieder stärker in Erscheinung treten», sagt Brechbühl, «aber es fehlen Zahlen, um die Situation gesamtheitlich zu erfassen.»
Im April prügelten sich Anhänger von Bilbao und Mallorca vor dem Cupfinal in den Strassen von Sevilla. Trotzdem sagt Brechbühl: «Subjektiv wahrgenommen, ist es ruhiger als in anderen Ligen. Allerdings scheinen die Fans in Spanien auch weniger zu Auswärtsspielen zu reisen als in anderen Ländern.»
Ein grosses Problem bleibt der Rassismus, dem Spieler und Trainer ausgesetzt sind. Vinicius Junior von Real Madrid war mehrfach Opfer. Eben hat die spanische Liga Atlético Madrid für rassistische Gesänge mit einer Teilsperrung des Stadions bestraft.

Die Fanszene gleicht sich langsam Kontinentaleuropa an: Anhänger von Newcastle United lassen den Schweizer Nationalspieler Fabian Schär hochleben.
Foto: Stu Forster (Getty Images)
Das Land, das nicht nur den modernen Fussball, sondern auch den Hooliganismus erfunden hat, gilt vielen als leuchtendes Beispiel mit befriedeten Stadien. Doch Brechbühl sagt mit Verweis auf die aktuellen Zahlen der britischen Regierung: «Das muss ich schon relativieren.» 2023 wurden in England so viele Massnahmen gegen gewalttätige Fans verhängt wie nie mehr seit 2011.
Als ruhig gilt vor allem die höchste Liga. Die reduzierte Gewalt in der Premier League habe einerseits mit «gezielt eingesetzten Fernhaltemassnahmen für gewalttätige Personen» zu tun, sagt Brechbühl. Ein Mittel, das auch die Schweiz kennt.
Andererseits haben in England auch die hohen Ticketpreise ihren Einfluss. Allerdings verschwindet die Gewalt deswegen nicht einfach so: «Die Forschung stellt eine Verschiebung in tiefere Ligen fest.»
Wobei an den neusten Zahlen auffällt: Am meisten Massnahmen sind gegen Fans von Manchester United ausgesprochen worden. Danach folgen vier weitere Clubs aus den höchsten beiden Ligen.
Etwas macht den Vergleich zwischen England und Kontinentaleuropa schwierig: Auf der Insel gibt es bislang keine Ultra-Kultur. Neuerdings werden allerdings auch hier jüngere, gewalttätige Personen an Spielen beobachtet, die mit ähnlichen Verhaltensweisen auffallen. Etwa mit der Verwendung von Pyrotechnik oder einheitlichen schwarzen Kleidern.
Brechbühl sagt: «Ultras bringen ihre Kreativität ein. Aber sie bringen auch Herausforderungen mit sich.» Ihre Vorliebe für Pyrotechnik zum Beispiel. Und ihre Fähigkeit, gezielt gegen ungeliebte Massnahmen zu protestieren – oder sie zu umgehen.
Einen «vielversprechenden Ansatz» sieht Brechbühl in England: «Polizeieinsätze werden vermehrt von ‹Spottern› geführt, die die Szene gut kennen – und ein gutes Gespür für die Situation haben.» Solche «Spotter» werden auch von Polizeikorps in der Schweiz eingesetzt.

Frankfurter Fans verlassen das Stadion, nachdem die Polizei den Block gestürmt hat. Im November 2023 kommt es zu über 200 Verletzten beim Spiel gegen Stuttgart.
Foto: Arne Dedert (Keystone)
Über 200 Verletzte bei Auseinandersetzungen zwischen Fans und Polizei im Stadion beim Spiel Frankfurt gegen Stuttgart im November. Im selben Monat rund 30 Verletzte, als die Polizei auf St. Pauli im Block der Hannover-Fans eingreift. In Deutschland verhärten sich gerade die Fronten. Und es gibt Wissenschaftler, die den Fehler nicht nur bei den Fans sehen, sondern auch im repressiveren Auftreten der Staatsgewalt.
Trotzdem sieht Forscher Brechbühl in Deutschland viele gute Ansätze. Zum Beispiel die sogenannten Stadionallianzen, die nun auch in der Schweiz eingeführt werden. Das Rezept: Polizei, Clubs und Fans – meist vertreten durch einen Fanbeauftragten oder eine Fanarbeit – reden miteinander. Sie treffen klare Absprachen für die einzelnen Spiele. Passieren Fehler, werden diese als Chance genutzt, Dinge zu verbessern.
Klingt simpel. Und kann laut Brechbühl doch so wirkungsvoll sein: «In Baden-Württemberg sah man äusserst positive Folgen: weniger eingesetzte Polizeikräfte, sinkende Einsatzkosten.» Die Wirksamkeit der Massnahmen ist wissenschaftlich belegt und wird auch von der Polizei bestätigt.
Für Brechbühl steht fest: «Mit klaren Absprachen vor den Spielen könnten viele Zwischenfälle verhindert werden. Aber eine Garantie für friedliche Spiele gibt es nicht.»
Könnte es sein, dass da mit Präsi, Sportchef und Trainer etwas gar viel Ego aufeinanderprallt; oder sich vereint?
FCZ-Trainer Ricardo Moniz
Der Neue sprudelt vor Enthusiasmus- und hat riesige Ambitionen
Tages-Anzeiger
Thomas Schifferle
Publiziert: 03.05.2024, 19:16
Fussball kann manchmal so einfach sein. Warum es beim FCZ jetzt mit ihm klappt, wird Ricardo Moniz gefragt. «Weil es klappt!»
Im Juni wird er 60, der Körper ist drahtig, das Haar schwarz, der Teint dunkel. Das Alter sieht man ihm fast nicht an. «Ich bin fit», meldet er, als er sich an diesem Freitag als neuer Trainer vorstellt. Dass er Enthusiast ist, müsste er nicht einmal sagen, der Enthusiasmus sprudelt regelrecht aus ihm heraus.
Mit ihm ist der FCZ wieder auf der Spur von Bo Henriksen, nachdem es mit dem ziemlich stillen Duo Murat Ural / Umberto Romano so gar nicht geklappt hat. Er braucht wieder Leben, damit er diese Saison noch auf einem europäischen Platz beenden kann. Die letzten Wochen sind ertragsarm gewesen, mit nur sieben Punkten aus neun Spielen und dazu mit der Niederlage im Cup-Viertelfinal.
Darum trägt Moniz für die fünf Aufgaben in der Meisterrunde die Verantwortung. Platz 5 ist das Ziel, «mindestens!», betont er. «Wir müssen für alles rennen, wir sind potenzielle Giants», Riesen also. Offensichtlich hält er nichts davon, sich unnötig klein zu machen.
Das passt zu einem, der für sich in Anspruch nimmt, die Sache auf den Punkt zu bringen. Er will kein Politiker sein, «in der Politik kann man schauspielern», sagt er, «im Fussball nicht». Darum will er so sein, wie er einfach ist: direkt und klar. Und dann kann es einen «Clash» geben mit jemandem, einen Zusammenprall. Zumindest ihn stört das nicht.
«Ich brenne jeden Tag»
Im Training ist er laut. Die Spieler sollen verstehen, was er will. Englisch ist auch bei ihm die Amtssprache, obschon sein Deutsch tadellos ist. Er redet schnell und unmissverständlich. Das macht er auch, wenn es um seine Ambitionen geht. Die fünf ausstehenden Spiele will er als Bewerbung nehmen, um auch in der neuen Saison der verantwortliche Trainer zu sein. Frage: Wie gross sind seine Ambitionen? «Riesig, natürlich!», antwortet er, «ich brenne jeden Tag.»
Moniz, gebürtiger Rotterdamer, spielte in seiner Heimat für kleine Clubs wie Waalwijk, Helmond oder Haarlem. Eine seiner ersten Stationen als Trainer führte ihn 2001 für vier Jahre in die Schweiz, wo er bei GC zuerst den Nachwuchs leitete und mit der Zeit in den Stab von Marcel Koller nachrückte. Er war Techniktrainer bei Tottenham und beim Hamburger SV, bei dem er im Frühjahr 2010 für die letzten drei Spiele auch die erste Mannschaft betreute.
Für Red Bull verantwortete er den internationalen Nachwuchs, von Salzburg über Ghana bis New York, bevor er zum Cheftrainer aufstieg und mit Niko Kovac als Assistent 2012 das Double gewann. Danach trat er unter anderem zurück, weil ihm die Rückendeckung im Verein fehlte.
Bald begannen seine Wanderjahre, die ihn innerhalb von zehn Jahren zu elf Vereinen in neun Ländern gebracht haben. Der Reihe nach sind das Polen, Deutschland zweimal, England, die Niederlande zweimal, Dänemark, die Slowakei, Ungarn, Kroatien und jetzt also die Schweiz.
«Sie können nicht sagen, dass ich faul bin», sagt Moniz, «ich bin viel gereist und habe immer aus dem Koffer gelebt.» Zwölf Stück sollen es sein, erklärt er mit einem Augenzwinkern. Auch in Zürich lebt er im Hotel. Er macht keine grosse Geschichte aus seinem unsteten Leben. Die Frage danach versteht er wohl. «Aber Sie müssen nichts suchen, wo nichts ist. Ich bin kein komplizierter Mensch.»
Manchmal passe es zwischen Club und Trainer, manchmal eben nicht. Wichtig sei, dass man immer wieder aufstehe, um das Beste rauszuholen. Nur eine Andeutung noch, wieso es für ihn nicht überall gepasst hat: «Es wird nicht einfach, wenn andere Leute nicht meinen Enthusiasmus, meine Ambition und Passion haben.»
Mit Malenovics Hilfe
Seit Oktober versucht er seine Art zum Wohl des FCZ einzubringen. Er kam als Leiter Spielerentwicklung und als Coach der Coachs, bevor er im Januar die U-21 übernahm. Milos Malenovic, der Sportchef, der einst bei GC auch sein Spieler war, sieht ihn als Mischung aus Felix Magath und Pep Guardiola, weil er wie Magath hart und wie Guardiola «positiv verrückt» sein könne.
«Hat Milos das gesagt?», fragt er. Irgendwie scheint ihm das zu gefallen. «Aber nein», sagt er dann, «ich will mich nicht vergleichen. Jeder ist er selbst. Sie sind Sie. Ich bin ich.» Immerhin hat er ein Vorbild, das ist Johan Cruyff, die Überfigur des niederländischen Fussballs.
Zehn Tage hat er jetzt Zeit gehabt, die Mannschaft auf den Match vom Sonntag gegen die Young Boys vorzubereiten. Er hat gespürt, dass die Souveränität vom Herbst «ein wenig» weg ist und mit ihr das Selbstvertrauen. «Das muss ich jetzt mit meiner Erfahrung reparieren», sagt er. «Ich will der Mannschaft Energie geben.» Und er will eine Mannschaft, die aktiv ist, den Druck auf den Gegner hoch hält und defensiv nicht naiv ist. Kurz, sie muss ein Spiel dominieren.
Moniz redet immer wieder davon, wie gross die Ehre für ihn ist, den FCZ trainieren zu können, aber auch von der grossen Verantwortung der Aufgabe. Malenovic wird bei den Spielen neben ihm auf der Bank sitzen, der Malenovic, der mit seinem forschen Vorgehen nicht allen passt, von dem Moniz aber gerade wegen seiner kompromisslosen Art sehr angetan ist. «Warum soll Milos nicht auf der Bank sitzen?», sagt er. «Zusammen sind wir stark.»
Nachspiel nach der Meisterparty: ZSC, Liga und Polizei machen Jagd auf die Pyro-Störenfriede
Da können sich evtl. ein paar auf der Warteliste für Saisonkarten freuen ...
Aber was weiss ich schon 😉
Nicht viel; oder noch weniger ...
Die Stadt ehrt 1x im Jahr seine Sportler mit einem Anlass im Muraltengut. Und du wirst sehen, der Z wird geehrt werden.
Habe das Interview im Tagi nochmals nachgelesen! Ein spezielles Interview.. finde ich.
Nicht nur du ...
Tages Anzeiger online heute Abend:
Die FCZ-Chefs im Interview
«Milos, du musst dich nicht rechtfertigen»
Ancillo Canepa erklärt, wieso er von seinem Sportchef überzeugt ist und was er von ihm erwartet. Milos Malenovic erklärt, wieso er den Präsidenten in einer Vaterrolle sieht und wie er die Zukunft des FCZ sieht.
Florian RazThomas Schifferle
Publiziert heute um 20:15 Uhr
Ancillo Canepa, was ist Milos Malenovic für Sie? Ein Freund, ein Berater oder ein Angestellter?
Ancillo Canepa: Er ist von allem etwas. Vor allem ist er eine Vertrauensperson, die ich seit vielen Jahren kenne. Als er noch in der Spielerberatung tätig war, haben wir mit ihm nur die besten Erfahrungen gemacht. Heliane und ich haben relativ schnell festgestellt, dass er eine integre, loyale Persönlichkeit ist. Mit seiner Kompetenz und Erfahrung ist er beim FC Zürich sicher einer der wichtigsten Mitarbeiter.
Ist er auch ein Freund?
Canepa: Ein sehr, sehr guter Kollege. Er ist sehr wichtig für uns, für Heliane und mich, und für die Zukunft des FC Zürich.
Das muss bei Ihnen runtergehen wie Honig.
Milos Malenovic: Puuh. Das sind schöne, grosse Worte.
Canepa: Es ist genau so, wie ich es gesagt habe.
Wie sehen Sie das Verhältnis, Milos Malenovic?
Malenovic: Ähnlich, wie Cillo es gesagt hat. Unsere Beziehung hat von allem etwas. Ich sehe ihn sehr oft auch in einer Vaterrolle, wie ich sie in den letzten zehn Jahren im Bereich Business nicht gehabt habe. Ich durfte während meiner Zeit als Berater mehrmals auf das Ehepaar Canepa zugehen, um Fragen zu stellen, um mich auszutauschen, um mich weiterzuentwickeln. Das sind zwei sehr spezielle Menschen für mich, die ich extrem glücklich machen möchte. Und das ist mein Ziel: das Vertrauen zu bestätigen, das ich von ihnen erhalten habe, und mir so selbst meinen Traum zu erfüllen. Das ist jeden Tag mein Adrenalinschub, dass ich dem gerecht werde.
Welcher Traum?
Malenovic: Ein erfolgreicher Sportchef zu sein.
Das tönt jetzt ganz nach Ziehsohn. Und wenn man den FCZ als Familienunternehmen anschaut, ist damit der Generationswechsel vorbereitet. Auch wenn das ein Thema ist, auf das Sie, Ancillo Canepa, allergisch reagieren.
Canepa: Wenn Sie Generationenwechsel mit Nachfolgeplanung, also mit dem Verkauf von Aktien verbinden, war das null Komma null ein Thema. Uns ging es primär darum, einen jüngeren und sehr motivierten Sportchef mit konkreten Erfahrungen im Fussballgeschäft zu verpflichten. Ich habe an der letzten Generalversammlung öffentlich verkündet: «Wir wollen den FC Zürich neu erfinden!» Und genau das wollen wir gemeinsam mit Milos und auch den anderen Mitarbeitenden nun tun.
Trotzdem: Wieso verärgert es Sie so sehr, wenn geschrieben wird, Milos Malenovic besitze ein Vorkaufsrecht auf den FCZ?
Canepa: Weil es nicht stimmt! Punkt!
Malenovic: So wie Sie schauen, glauben Sie uns offenbar nicht (lacht). Etwas habe ich im Umgang mit Journalisten schon früh gelernt: Man darf nicht lügen.
Als Milos Malenovic im vergangenen Sommer Berater wurde, schrieben die meisten Journalisten, er werde der neue Sportchef sein. Und Sie sagten: Nein …
Canepa (unterbricht): Nein, jetzt lügen Sie … Das habe ich nie gesagt. Sie müssen nochmals nachlesen, was ich sagte: «Ab dem 1. Oktober haben wir einen neuen Sportchef. Zu Namen sage ich nichts.»
Für Sie war es allerdings von Anfang an klar, dass Milos Malenovic Ihr Sportchef war. Das haben Sie uns zumindest einmal an diesem Tisch erzählt.
Canepa: Wir hatten einen Modus Vivendi, indem wir Milos sagten, er soll sich jetzt einmal den FC Zürich anschauen. Das ist eine gute Basis gewesen, um ihn ab dem 1. Oktober fest zu verpflichten. Er musste nicht noch mal bei Adam und Eva anfangen. Wir hätten ihn gern früher verpflichtet. Das Problem war, dass er noch seine Beratungsagentur hatte und die Arbeit, also die diversen und wichtigen Transferpendenzen, sauber und professionell beenden wollte. Auch das ein Beweis für eine berufliche Topeinstellung.
Wie gross war das Risiko für Sie, zum FCZ zu wechseln?
Malenovic: Für mich war ziemlich schnell klar, dass ich diese Chance ergreifen wollte. Aufgrund gewisser Entwicklungen in meinem Leben, auch privater Natur. Und aufgrund des Wunsches, mich zu verändern. Manchmal ist es im Leben so, dass genau zu einem solchen Zeitpunkt das Telefon klingelt, und der richtige Vorschlag kommt. So war es bei mir: Ich war joggen in Wollishofen, als du (schaut zu Canepa) angerufen und mir diesen Vorschlag gemacht hast. Wäre es ein anderer Club gewesen, hätte ich es nicht machen können. Aber hier, beim FCZ, weiss ich, dass die Nachhaltigkeit da ist. Darum haben wir eine langfristige Planung. Nur so macht es Sinn für mich. Sonst hätte ich nicht etwas beenden können, das ich mir während mehr als zehn Jahren aufgebaut habe.
Canepa: Am Tag nach dem Anruf bist du schon hier am Tisch gesessen.
Malenovic: Die Gespräche waren für mich wichtig. Ich wusste: Da sind zwei Alphatiere …
Canepa: … es gibt auch Alphatiere, die zuhören, sich einvernehmlich austauschen können und Teamplayer sind. Ich denke, das hat Milos schnell erkannt.
Malenovic: Ich war es gewohnt, selbstständig zu sein und das letzte Wort zu haben. Hier ist das anders. Hier haben sie das letzte Wort. Aber wir haben uns auf meinen Kompetenzbereich geeinigt. Die Canepas haben gesagt: «Wir wollen einen starken Sportchef. Du wirst Zeit brauchen, es wird Umbrüche geben. Aber wir werden dich unterstützen.» Jedes Gespräch hat mir mehr Vertrauen gegeben, dass das …
Canepa: … eine gute Sache geben kann.
Aber Sie wissen: Vom Sportchef zum Präsidenten ist noch ein grosser Schritt.
Malenovic: Das wäre nichts für mich, ich besitze ja keine Pfeife … (lacht)
Canepa: … dann eben mit der Zigarre.
Sie wollen peu à peu vorgehen. Wenn wir auf den Nachwuchsbereich schauen, mit den vielen Wechseln gerade bei den Trainern, wirkt das aber nicht so.
Canepa: Das stimmt eben nicht! Ich werfe manchmal den Journalisten vor, dass sie viele Dinge nur von aussen betrachten. Und dass sie, nicht böse gemeint, über wenig unternehmerische Führungserfahrung verfügen. Veränderungen müssen zwar Schritt für Schritt, aber ohne Verzug und zielgerichtet vorgenommen werden.
Mit ihm als Cheftrainer ging der FC Zürich in diese Saison, seither gab es schon zwei Wechsel auf der Position: Bo Henriksen, inzwischen nach Mainz abgewandert.
Mit ihm als Cheftrainer ging der FC Zürich in diese Saison, seither gab es schon zwei Wechsel auf der Position: Bo Henriksen, inzwischen nach Mainz abgewandert.
Foto: Claudio Thoma (Freshfocus)
Die Kadenz ist trotzdem hoch.
Canepa: Wir haben unsere Baustellen schon seit geraumer Zeit identifiziert. Und wenn wir uns tatsächlich weiterentwickeln wollen, muss man auch den Mut haben, diese Anpassungen konkret vorzunehmen. Ja, es geht relativ schnell, das stimmt. Wenn wir bemerkt haben, dass es eine Veränderung braucht, dann handeln wir. Und wenn jemand nicht mitziehen kann oder möchte, kann dies auch einen personellen Wechsel nach sich ziehen. Aber es hat nie ein Chaos gegeben, wie es in den Medien auch schon geheissen hat.
Der Vorwurf fällt in erster Linie auf Sie zurück, Milos Malenovic.
Canepa: Was auch komplett falsch ist! Es stimmt einfach nicht! Wir entscheiden gemeinsam, wir setzen gemeinsam um. Manchmal geht die Initiative von ihm aus, manchmal von uns. Das alles im Rahmen eines ordnungsmässigen Planungs- und Entscheidungsprozesses, der schon vor einigen Monaten begonnen hat.
Aber die Kritik an den Veränderungen fällt auf Milos Malenovic zurück.
Canepa: Weil er halt umsetzt, was wir gemeinsam entschieden haben. «Walk the talk» heisst das auf gut Deutsch. Nicht nur lafern und lafern, sondern liefern. Das ist genau eine der Stärken von Milos, die uns unter anderem veranlasst hat, ihm die Position des Sportchefs zu offerieren.
Wir probieren es ein drittes Mal.
Canepa: Machen Sie nur.
Milos ist der Bölimann.
Canepa: Völlig zu Unrecht! Wenn es Bölimänner oder Bölifrauen gibt, sind wir drei das gemeinsam: Milos, ich und Heliane.
Und noch ein vierter Versuch …
Canepa (unterbricht): Er setzt um, was wir zu dritt beschliessen. Wir haben auch im administrativen Bereich hervorragende Leute. Roger Herzog, Thomas Bögli oder Michael Fritschi, um nur drei zu nennen. Auch sie sind businesserfahrene Personen, die wissen, wie man etwas umsetzt. Und die uns unterstützen.
Und ein fünfter Versuch, Milos Malenovic. Wie ist es für Sie, als der Böse angeschaut zu werden, der für Unfrieden sorgt?
Malenovic: Zum einen bekomme ich davon praktisch nichts mit, weil ich wirklich megaviel zu tun habe. Natürlich kann es für Bisherige schwierig sein, wenn ein neuer Chef kommt, der sagt, was wir alles ändern und weiterentwickeln wollen. Der FCZ investiert jedes Jahr Millionen in den Nachwuchsbereich. Deshalb ist es eminent wichtig, dass diese finanziellen Ressourcen effizient und erfolgsorientiert eingesetzt werden. Wenn man hier Fehler macht, wird enorm viel Geld einfach verbrannt.
Canepa: Ja, es geht bei allem auch eben um wirtschaftliche Themen und um die Sicherstellung der Fortführung. Wenn man im Profifussball ohne grosse ausländische Investoren in der Hinterhand überleben will, muss man mit den vorhandenen Ressourcen sehr sorgfältig umgehen. Ich hoffe, niemand will, dass wir auch den FCZ ins Ausland verkaufen oder verkaufen müssen.
Die erste Mannschaft hat diese Saison den dritten Trainer, die U-21 auch. Das kann nicht das sein, was Ihnen vorschwebt.
Canepa: Das Fussballgeschäft kann sehr volatil sein, da ist Flexibilität und rasche Reaktionsfähigkeit gefragt. Angefangen hat die Cheftrainerrotation mit dem überraschenden und nicht geplanten Wechsel von Bo Henriksen zu Mainz.
Wir erwarteten Ricardo Moniz als Nachfolger, weil er schon Cheftrainer war. Sie aber setzten auf Murat Ural und Umberto Romano. Da haben Sie sich vergriffen, oder?
Canepa: Sicher nicht! Wir haben Ricardo Moniz als Ausbildner für die Academy geholt. Wir haben sehr schnell realisiert, welch extrem positive Entwicklung die jungen Spieler unter ihm gemacht haben. Deshalb wollten wir diese Arbeit nicht unterbrechen. Also gaben wir Murat Ural und Umberto Romano die Möglichkeit, die erste Mannschaft zu übernehmen.
Sie, Milos Malenovic, setzten sich auf Wunsch der Canepas in den Spielen auf die Bank. Das verstärkte den Eindruck, dass Sie sowieso derjenige sind, der entscheidet.
Malenovic: Das kann ich klar dementieren. In keinem Moment war das je der Fall. Den Wunsch der Präsidenten konnte ich nachvollziehen, weil die Trainer Unterstützung brauchten. Aber die Entscheidungskompetenz lag allein bei ihnen. Das wird beim FC Zürich immer so sein, dass der Cheftrainer entscheidet, wer spielt. Dass man sich aber auch austauscht, ist normal.
Canepa: Ich habe Ihnen ja schon vor ein paar Wochen gesagt, wie das bei uns läuft. Ich schreibe die Aufstellung auf einen Fresszettel, gebe den Zettel dir, Milos, du schreibst sie schön mit Schreibmaschine ab und gibst sie dem Trainer weiter. Sie glauben es mir immer noch nicht.
Malenovic: Du weisst aber, dass ich keine Schreibmaschine habe.
Canepa: Und jetzt im Ernst: Ich kann zu hundert Prozent bestätigen, dass die beiden Co-Cheftrainer absolut unabhängig arbeiten konnten. Sei es in der Trainingsgestaltung, bei der Aufstellung, im Coaching. Wir, Heliane und ich, wollten Milos als beruhigendes Element auf der Bank haben, aber auch, dass er sie unterstützen kann, wenn das gefragt ist. Murat Ural sagte mir explizit, dass er froh sei, wenn jemand von der Vereinsführung auf der Bank sitze.
Ein Gerücht besagt, Sie hätten aus Dubai Trainingspläne nach Zürich geschickt, damit die Trainer wüssten, was sie machen müssten.
Malenovic: Sie sagen es: ein Gerücht.
Dass so etwas im Umfeld der Mannschaft erzählt wird, sagt doch viel darüber aus, wie das Konstrukt wahrgenommen wurde. Ein Gerücht kann immer auch zum Problem werden.
Canepa: Da haben Sie völlig recht. Das erkläre ich auch in meinem Referat «Wie funktioniert ein Profifussballclub». Ein normales Unternehmen kann in der Regel im Hintergrund arbeiten, ein Club im Profifussball dagegen ist permanent im Schaufenster. Alles, was man sagt oder nicht sagt, macht oder nicht macht, hat eine Wirkung und löst eine Reaktion aus. Viele wollen mitreden. Andere wiederum wollen destabilisieren. Wir wissen, dass das so ist. Darum ärgern uns solche Sachen schon lange nicht mehr. Dafür sind wir zu stabil.
Es gibt auch dieses Mail, in dem anonym von schlechter Stimmung beim FCZ berichtet wird, von einem Klima der Angst.
Canepa: Das kann es in jedem Unternehmen geben, dass der eine oder andere Mitarbeiter, mit dem man nicht mehr plant, frustriert ist und gewisse Fehlinformationen streut. Journalisten sind ja dankbar für solchen «Bullshit» oder solche Fake News. Gerüchte sind Teil des Geschäfts, wie dumm und dämlich sie auch sind. Meistens kennen wir die Quelle, die diesen Schwachsinn generiert.
Ende November war der FCZ Leader. Inzwischen besteht der Eindruck, als würde er eine ganze Meisterschaft wie wegwerfen.
Malenovic: Die Behauptung kann ich nicht teilen. Vielleicht hat unser Kader überperformt. Es lag sicherlich auch an der Euphorie, die Bo reinbrachte.
Canepa: Bevor du jetzt weiter erzählst: Wir liessen in mehreren Spielen ohne Not Punkte liegen, sicher zehn oder zwölf. Aber die Meisterschaft wegwerfen? Nein, das sicher nicht, wir hatten auch nie die Illusion, dass wir dieses Jahr Meister werden könnten. Mein Ziel war, dass wir uns souverän unter den ersten sechs platzieren. Souverän ist uns das leider nicht geglückt. Und noch eines: Wir hatten mit Bo nach der Winterpause eine Phase, als wir aus sieben Spielen gerade mal drei Punkte gewannen. Das Selbstvertrauen war weg. Unruhe kam auf.
Jetzt, mit Ricardo Moniz, wird alles wieder besser?
Canepa: Wir sind überzeugt, dass er für einen neuen Schub sorgen wird.
Malenovic: Ricardo geht vom Profil her mehr in die Richtung von Bo, weil er starke Ansprachen halten kann. Er kann ein harter Schleifer sein wie einst Felix Magath, hat aber auch das Emotionale, das Positiv-Verrückte eines Pep Guardiola. Ohne dass ich ihn jetzt konkret mit diesen beiden Trainern vergleichen will. Seine Wahl ist auch ein Zeichen an die Mannschaft, dass wir die letzten fünf Spiele nicht einfach so herschenken wollen. Es werden schwierige Spiele, aber es ist noch vieles möglich.
Ende letzten Jahres haben Sie an einem Fantalk gesagt, die Mannschaft habe sich am obersten Limit bewegt. Deshalb müsse man damit rechnen, dass die Resultate wieder mehr ihren wirklichen Möglichkeiten entsprechen. Was heisst das nun für die Zukunft?
Malenovic: Diese Meinung werde ich immer vertreten. Wir haben im Moment noch nicht das Selbstverständnis, das man haben muss, um als Meisterkandidat betrachtet zu werden. Wenn wir jetzt tatsächlich einen Europacup-Platz erreichen sollten, dann haben wir unser erstes Saisonziel erreicht. Dann regelmässig international dabei zu sein, bleibt unser mittelfristiges Ziel.
Dafür braucht es ein entsprechendes Kader.
Malenovic: Es braucht die Breite, die Qualität, die Athletik.
Von allem fehlt es. Ist es für Sie darum keine Überraschung, dass es in sechs der elf Spiele mit Ural/Romano kein Tor gab?
Canepa: Sorry, wenn ich reingrätsche. Wir hatten ja Chancen, aber wir verloren die Effizienz.
Also sind wir bei der Qualität.
Canepa: Das sehe ich nicht so. Okita oder Marchesano hatten ihre Chancen und haben auch wichtige Tore erzielt. Und jetzt erzähle ich ein Geheimnis, weil uns immer vorgeworfen wird, wir hätten keinen Strafraumspieler verpflichtet.
Wir sind gespannt.
Canepa: Vor der Winterpause sassen wir mit dem Cheftrainer (Henriksen) zusammen und machten ihm Vorschläge, um einen Neuner, einen Knipser zu holen. Wir konnten ihm drei konkrete Spieler präsentieren, die interessiert waren, im Winter zum FCZ zu wechseln. Aber es war der Cheftrainer, der sagte: «Nein, brauche ich nicht, will ich nicht. Ich spiele ein anderes System.» Gegen den Willen des Cheftrainers einen Spieler zu verpflichten, ist mehr als riskant. Deshalb verzichteten wir darauf.
Malenovic: Bo setzte auf Afriye als falschen Neuner, der prioritär Defensivarbeiten zu erledigen hatte. Das ging sehr lange gut. Natürlich sahen wir die Gefahr, dass es ohne einen treffsicheren Goalgetter schwierig werden könnte.
Sie freuen sich auf den Sommer, wenn Sie Ihren Einfluss auf die Zusammensetzung der Mannschaft geltend machen können. Mit welchem Geld gehen Sie die Transferoffensive an?
Canepa: Was ist das jetzt für eine Frage? Denken Sie, wir gehen an die Gelddruckmaschine und lassen die Noten raus?
Immerhin hat der FCZ zuletzt mit 19,2 Millionen Franken die dritthöchsten Personalkosten der Super League ausgewiesen.
Canepa: Im Normalfall sind die fixen Personalkosten um ein Drittel tiefer. Die von der Liga publizierten Zahlen beinhalten wesentliche Europacup-Prämien, die wir in der damaligen Saison ausbezahlt haben. Ausserdem sind in diesen Kosten auch die Personalkosten für die Administration, den Nachwuchs und den Frauenfussball enthalten. Bei den Personalkosten bewegen wir uns im Mittelfeld der Liga.
Wie sieht die Transferoffensive nun aus?
Canepa: Das ist unser grosser Vorteil, dass wir mit Milos einen Sportchef haben, der im Fussball nicht nur Gott und die Welt kennt, sondern jahrelang auch ein professionelles Scouting betrieben hat. Wir wissen, für welche Positionen wir welche Spieler brauchen, und er weiss, wo es die Spieler gibt. Sie müssen qualitativ für uns infrage kommen und für uns bezahlbar sein. Gespräche haben schon stattgefunden. Aber öffentlich kommentieren? Sicher nicht.
Milos Malenovic wird daran gemessen, welche Transfers er im Sommer zustande bringt.
Canepa: Nein, nicht er allein. Fokussieren Sie doch nicht immer alles auf ihn! Er ist nicht der arme Kerl, der für alles verantwortlich ist. Wir sind ein Team. Wir alle werden daran gemessen, was uns an Transfers gelingt.
Malenovic: Der Sommer kommt für uns zur richtigen Zeit. Verträge laufen aus. Andere Spieler sind auf dem Markt. Bewegung wird reinkommen. Da werde ich endlich auf dem Gebiet, das ich aus den letzten zehn, zwölf Jahren kenne, aktiv sein und Einfluss auf die Kaderplanung nehmen können.
Canepa: Die beiden Spieler, die du schon geholt hast, Conceição und Dante, sind Verstärkungen. Oder Tosin? Den hast du für gutes Geld verkauft.
Wie viele Transfers wird es geben?
Malenovic: Es geht nicht um Quantität, es geht um Qualität. Es geht auch immer um die Profile der Spieler, die wir brauchen. Topspeed, Charakter und Leadership. Das sind die Kriterien, die uns interessieren.
Canepa: Und ebenso wichtig für die Kaderplanung: Wir haben sehr viele junge, hochtalentierte Nachwuchsspieler. Sie ins Kader der ersten Mannschaft zu integrieren, wird eine grosse und wichtige Aufgabe sein. Was wir auch feststellen mussten: Die Beurteilung, ob ein junger Spieler talentiert ist, variiert von Experte zu Experte. Wir haben in letzter Zeit tatsächlich einige Toptalente entdeckt, die von anderen nicht als solche erkannt worden waren. Ricardo Moniz hat uns beispielsweise auf junge Spieler aufmerksam gemacht, die vorher nicht auf dem Radar aufgetaucht sind.
Was brennt Ihnen noch unter den Nägeln?
Canepa: Die nächsten fünf Spiele.
Ist es ein Misserfolg, wenn der FCZ nicht in den Europacup kommt?
Canepa: Mit Sicherheit wäre dies eine grosse Enttäuschung!
Malenovic: Der Verein hat Ziele. Und darum freue ich mich auf die nächsten Jahre, um hier mit Bedacht etwas aufbauen zu können. Vielleicht unterläuft uns auch einmal ein Fehler …
Canepa: … du musst dich nicht rechtfertigen.
Malenovic: Das mache ich nicht. Was ich sagen will: Man baut nicht innerhalb von sechs Monaten etwas auf.
Wobei man in diesem Moment nicht behaupten kann, dass es in der Quali um nichts geht. Du hast das mit den Heimsiegen und den Auswärtsniederlagen ja grad selber aufgezählt. Scheint kein Zufall gewesen zu sein, in diesem Finale, dass immer das Heimteam gewonnen hat.
Es war/ist auch kein Zufall; bei zwei Teams auf Augenhöhe ist das Heimrecht der Zusatzspieler; nicht in erster Linie wegen dem Publikum, aber die Linienzuteilung, die du herbeicoachen kannst, ist der Trumpfbur.
Pro Qualisieg 24/25!
Und natürlich auch Pro Saisonkarten 24/25 ... ![]()
Der aber sonst nicht mehr in der Halle anzutreffen ist?
Weiss auch nicht genau, warum und wieso; aber manchmal braucht man eine Auszeit, um den Weg zurück zu finden ... ![]()