• Geisterspiele? «Das Schlimmste überhaupt»

    Bei der Abstimmung aber gab es eine kleine Allianz, welche die Meisterschaft lieber ohne Zuschauer fortgesetzt hätte. Dazu gehörten unter anderem die Grasshoppers, die weiterhin auf der Suche nach Investoren sind. Der Club könne wenige Geisterspiele verkraften, sagt Interimspräsident Andras Gurovits, auch wenn nur «ungern». Denn ein Spiel ohne Zuschauer kommt auch GC teuer zu stehen: Die Stadionmiete, die Sicherheit und das Wegfallen der Einzeleintritte bilden zusammen einen fast sechsstelligen Betrag, so Sportchef Fredy Bickel. Nicht eingerechnet sind Sponsoren- und TV-Gelder.

    Bickel sagt, Geisterspiele seien das Schlimmste überhaupt. Er sagt das nicht als Funktionär, sondern als Fussballromantiker. Er war für die Fortsetzung der Meisterschaft ohne Zuschauer. «Wir haben falsch entschieden», sagt er deshalb. Mit den Absagen gingen der Meisterschaft wertvolle Tage verloren. Wenn der Entscheid des Bundesrats über den 15. März hinausgeht, wird es ohnehin zu Geisterspielen kommen. «Und infiziert sich nur ein Spieler, muss das ganze Team in Quarantäne», erklärt Bickel. Ausweichdaten gebe es dann kaum mehr.

    Hätte eine andere Lösung bevorzugt: GC-Sportchef Fredy Bickel. (Bild: freshfocus/Claudio Thoma)

    Denn der Spielplan wird wegen der Absagen immer gedrängter, es ist gut möglich, dass die Saison 2019/20 länger dauert als geplant. Matchtag 36 und damit das Ende der Spielzeit sind auf den 21. und 22. Mai terminiert, also auf zwei Tage unter der Woche. Am Wochenende darauf findet der Cupfinal statt, noch eines später das Hinspiel der Barrage. Und die Grasshoppers haben, sollten sie es eben in diese Barrage schaffen, ein Problem: ihr Stadion.

    Je länger die Saison nun dauert, desto knapper wird es für sie. Im Sommer wird der Letzigrund nicht nur für Fussball genutzt – bereits am 6. und 7. Juni stehen grosse Events an: Rammstein spielt gleich zweimal in Zürich, vorausgesetzt, die Konzerte werden wegen des Coronavirus nicht auch noch abgesagt. «Wir wüssten nicht, wo wir das Barragespiel sonst austragen könnten», sagt Gurovits. Auch nach dem Rammstein-Wochenende gibt es kaum Spielraum für GC, sieben Tage später beginnt die Europameisterschaft. Zu sagen, welchen Einfluss das Turnier haben wird, ist jetzt noch spekulativ. Jedenfalls müssen Nationalspieler ab dem 1. Juni abgestellt werden.

    Canepa war für Geisterspiele – und enthielt sich

    Wie alle anderen Clubs ist GC nun daran, Testspiele zu organisieren – natürlich unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Am kommenden Samstag findet eines gegen Xamax statt, am Freitag darauf wohl gleich zwei gegen den FC Schaffhausen. So würden alle Spieler zum Einsatz kommen und in einer Art Wettkampfmodus bleiben. Und Gurovits sieht im ganzen Durcheinander doch noch etwas Positives: «Die Pause gibt unserem Trainer die Möglichkeit, die Mannschaft besser kennen zu lernen.» Gleiches gilt für zwei neue Spieler: Zé Turbo und Mychell Chagas stiessen erst vor kurzem nach Niederhasli.

    Neben GC gab es zwei weitere Nein-Stimmen und eine Enthaltung. Letztere kam vom FC Zürich, da äussert sich zwar niemand dazu. Es ist aber so, dass Präsident Ancillo Canepa ähnlich argumentierte wie Gurovits und sich für Geisterspiele aussprach. Der Stimme enthielt er sich offenbar unter dem Eindruck, dass er gegen die übrigen Super-League-Clubs nicht ankam. Servette stimmte für die Fortsetzung der Meisterschaft, «das Virus wird in 15 Tagen nicht verschwunden sein», sagt Constantin Georges, der Geschäftsführer der Genfer. Man verstehe aber die Argumente, die gegen Geisterspiele sprachen, «die finanzielle Situation könnte sich für einige Clubs verschärfen, wenn die Einnahmen an Spieltagen ausbleiben und gleichzeitig die Organisation von Geisterspielen einiges kostet».

    Ein Verein, der von Geisterspielen kaum Schaden davonträgt, ist Stade Lausanne-Ouchy. Der Aufsteiger spielt derzeit im Stade de Colovray von Nyon und weist bisher einen Zuschauerschnitt von ca. 450 Personen auf. Die Bilanz wird merklich angehoben vom Derby gegen Lausanne, da waren über 2000 in Nyon. Und so waren sie bei Stade Lausanne dafür, ohne Zuschauer weiterzuspielen. Sportchef Hirac Yagan sagt, würde der Verein im heimischen Stadion in Lausanne spielen, hätte der Entscheid wohl anders ausgesehen.

    snowcat: Hätt scho besser tönt wo nur GC Geischterspiel heg wellä gäll…. :rofl: :rofl: :rofl:

  • Zitat von schalamütss


    snowcat: Hätt scho besser tönt wo nur GC Geischterspiel heg wellä gäll…. :rofl: :rofl: :rofl:


    was heisst da heg welle! praktiziereds scho sit jahre, rundi für rundi! :mrgreen:

    boris sliwowitz: Als wir mit dem FC Basel in Belgrad ein Geisterspiel austragen mussten, hat mich ein Reporter gefragt, wie schlimm es sei, vor leeren Rängen zu spielen. Ich habe geantwortet: «Das bin ich mich gewohnt, ich spielte jahrelang bei GC!»

    https://www.google.ch/amp/s/amp.blic…id15268516.html

    ps. canepa wollte nur magnin (und somit sich selber) schützen, jetzt kommen nämlich die spiele, an denen magnins rauswurf lautstark gefordert wird. und das ist wesentlich einfacher ohne zuschauer... :nick: :rofl:


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    NieUsenandGah

    Einmal editiert, zuletzt von snowcat (6. März 2020 um 08:54)

  • Zitat von Larry

    Wie ich es schon immer gesagt habe.....

    Freue mich auf jeden Fall bereits wieder auf Derbys auf Augenhöhe, denn kein Spiel bringt mehr Emotionen als das Stadtrivalenderby!


    mir wären armenische oder tschadschickische investoren auch lieber gewesen fürs pack. aber kann man sich halt nicht aussuchen.

    und das derby brauch ich so wie das coronavirus...:mrgreen:


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    NieUsenandGah

  • Zitat von Larry

    Chum jetzt Roli....auf eine Büchse Bier mit Biitli und anderen GC Fans in der "entmilitarisierten Zone" zwischen Schlachthof und Kiosk :bier: . :mrgreen:


    ich kann dort auch bier trinken ohne derby! dann einfach nicht mit bitli, aber das mach ich vor der lions bar! :rofl:

    ausserdem gehe ich nie, wenn niedelhasli das heimrecht hat. bringe denen garantiert kein geld...:mrgreen:


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    NieUsenandGah

    • Offizieller Beitrag

    Liest sich gut ...


    ABO+ Donnerstag 09. April 2020 17:14
    Analyse zum GC-Verkauf

    GC ist auf dünnes Eis geraten

    Der Rekordmeister wagt ein grosses Experiment – und setzt auf Personen, die im Einflussbereich des alten Strippenziehers Erich Vogel stehen.
    Heute, 17:14 vonThomas Schifferle

    GC galt einmal als nobel. Es war der Club des alten Zürcher Geldadels, von Wirtschaftsführern, von Walter Schoeller, Luk Keller, Rainer E. Gut, Fritz Gerber. GC war erfolgreich, wurde Rekordmeister und Rekordcupsieger, es weckte Neid.

    GC leistete sich immer viel, der Erfolg war teuer, aber er wurde immer irgendwie finanziert. Immer tat sich irgendwo eine Kasse auf, solange Meisterschaften gewonnen wurden. Nach 2003 und dem Gewinn des bislang letzten Meistertitels begann der Erfolg auszubleiben, den Cupsieg von 2013 gab es wohl noch, ja, ein Trost war das nicht wirklich.

    Trotzdem träumte GC weiter gross und bewegte sich darum seit dem Rückzug von Gut und Gerber am Rand der finanziellen Überforderung, nicht einmal, zweimal, auch nicht dreimal, sondern dauernd. Egal ob die Ausgaben 25 und mehr Millionen betrugen oder 13 wie jetzt, am Ende einer Saison haben immer Millionen gefehlt. Sie sind immer schwerer zu finden gewesen, weil der Erfolg ausblieb, es gab keine Rechtfertigung mehr für die zu hohen Ausgaben.

    Im vergangenen Frühjahr stieg GC aus der Super League ab, nach 70 Jahren. Es war sportlich der Tiefpunkt.

    Und jetzt folgt die nächste so bemerkenswerte wie zweifelhafte Episode in seiner Geschichte. GC wird nach China verkauft und begibt sich auf dünnes Eis.

    Der Verkauf nach China zeigt, wie sehr das Renommee von GC in der eigenen Stadt gelitten hat. Der Club bekommt das, was er dafür verdient: einen Besitzer, der nur Fragen provoziert.

    Beklagen soll sich keiner darüber, der Geld hat und GC nahe steht. Es ist nur das Zeichen dafür, dass sich in Zürich keiner mehr genug für den Club interessiert, um ihn vor diesem Verkauf zu bewahren. Es könnte kein besseres Zeichen dafür geben, wie sehr sein Renommee gelitten hat, wie gleichgültig er gesehen wird, wie belanglos er geworden ist, wie müde er gemacht hat mit seinen diversen Eskapaden. Wie traurig das Bild ist, das er seit langem abgibt. Er bekommt das, was er dafür verdient: einen Besitzer, der nur Fragen provoziert und keine Hoffnungen weckt. Und den alten ewigen Strippenzieher Erich Vogel.

    Andras Gurovits hat den Auftrag der bisherigen Hauptaktionäre Stephan Anliker und Peter Stüber wohl nach bestem Wissen und Gewissen versehen. Der letzte verbliebene Verwaltungsrat hat einen Käufer gefunden für einen Anliker, der müde und desillusioniert geworden ist, und einen Stüber, der sich von Vogel beeinflussen liess. Gurovits, der ehrenwerte Anwalt, wird mit der Zeit selbst erkennen, wie glücklich er mit seinem Ergebnis noch sein kann.

    Mit den Chinesen kommt Vogel, denn Vogel hat seit Ende 2018 im Hintergrund alles getan, um neue Besitzer zu finden. Er wehrt sich gegen diese Darstellung, er will zwei Leuten das Verdienst für dieses Geschäft zuschreiben, die neu in die Organisation eingebunden werden: Shqiprim Berisha und Samuel Haas. Berisha? Haas? Zwei Unbekannte als Heilsbringer? Nicht einmal Vogel kann glauben, dass einer das wirklich glaubt.

    Er stiftet dauernd Unruhe
    Vogel, bei GC früher Spieler, Trainer und Sportchef, hat gesteuert und gelenkt, er hat einfach das gemacht, wovon er selbst mit 81 Jahren nicht lassen kann. Vielleicht meint er es gut mit GC, wahrscheinlicher ist, dass er überzeugt ist, nur er wisse, was gut für den Verein sei. Dem widerspricht ein Fakt: Seit Ende der 90er-Jahre ist GC nur einmal zur Ruhe gekommen, das war zur Zeit von Rainer E. Gut und Fritz Gerber, als sie Vogel mit kalter Geste vor die Türe stellten.

    Kaum waren sie weg, war Vogel in unterschiedlichen Rollen wieder da, einmal während zwei Jahren als Vizepräsident ohne durchschlagenden Erfolg. Es soll nicht verschwiegen werden, dass er aus dem Hintergrund heraus ein paar gute Transfers angeregt hat, zum Beispiel von Kim Källström. Bloss verblasst das alles bei der Unruhe, die er dauernd angestiftet hat.

    Jetzt hat er die Chinesen von Fosun beraten und ihnen täglich rapportiert, und mit ihnen ziehen seine Vertrauten in unterschiedlichen Rollen auf dem Campus ein: Berisha als Managing Director, Haas als Geschäftsführer und Adrian Fetscherin für Marketing und Kommunikation. Es ist ein Vogel-Kabinett. Oder ein Vogel-Cabaret?

    Doch die entscheidende Frage ist damit noch immer nicht beantwortet: Was will Fosun eigentlich mit GC? Auch wenn jetzt von einer Champion Union HK Holdings Limited als Besitzer die Rede ist, es ist eine Tarnkonstruktion, weil Fosun bereits bei Wolverhampton der Besitzer ist und die Uefa verbietet, dass eine Firma oder Person mehr als einen Fussballclub kontrollieren darf. Die neue Besitzer Jenny Wang ist die Frau von Fosun-Mitgründer Guo Guangchang.

    Wollen sie ein geschäftliches Standbein in Zürich haben? Das könnten sie, bei der Umsatzstärke ihres Unternehmens von 14 Milliarden Franken im Jahr 2018, auch ohne Fussball. Wollen sie einen Spielerhandel aufziehen, weil für sie das der «lukrativste Geschäftsbereich» im Fussball ist, wie einmal in Mails aus den Football Leaks nachzulesen war? Aber was gibt der Schweizer Markt in diesen Tag her, schon gerade ein Club wie GC in der Challenge League? Nichts. Verstehen sie etwas vom Schweizer Fussball? Das tun sie nicht, sie verlassen sich auf die Expertise von Vogel. Sonst wären sie nie auf die Idee gekommen, auf Leute wie Berisha und Haas zu bauen.

    Schlechte Erfahrungen mit Investoren
    In der Not haben schon einige andere Schweizer Vereine auf ausländische Investoren gesetzt. Servette tat das bei dem französischen Spielervermittler Marc Roger und später bei Majid Pishyar, Wil bei den Ukrainern um Igor Belanow und beim Türken Mehmet Nazif Günal, Sion setzte auf den kamerunischen Bierbrauer Gilbert Kadji, sie alle zogen Nieten. Niemand tat das so sehr wie Xamax mit dem Tschetschenen Bulat Tschagajew. Auch Lugano ist mit italienischem Geld nie glücklich geworden, oder Luzern hoffte vergeblich auf die vollmundigen Versprechen ausländischer Investoren.Schweizer Clubs haben nur dann erfolgreich arbeiten können, wenn sie auf einheimisches Geld zurückgreifen konnten. Basel, YB und der FCZ haben das in den letzten zwei Jahrzehnten bewiesen, als selbst in der Schweiz der Finanzbedarf zuweilen auf bis zu 70, 80 Millionen gestiegen ist.


  • ich kann dort auch bier trinken ohne derby! dann einfach nicht mit bitli, aber das mach ich vor der lions bar! :rofl:

    ausserdem gehe ich nie, wenn niedelhasli das heimrecht hat. bringe denen garantiert kein geld...:mrgreen:


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    1. spiel nach dem wiederaufstieg, oder so.... :winke:

    • Offizieller Beitrag

    Ha ha der Schifferle vom Tagi scheint einen grausamen Hass auf Vogel zu haben. :mrgreen:

    Tatsache ist aber das die Chinesen mit Wolverhampton sofort den Aufstieg geschafft haben und aktuell auf Platz 6 stehen. Auf der anderen Seite der Geleise hat Canepa wieder einmal erklärt kein Geld mehr in den FCZ zu stecken. Ich denke man muss sich eher Sorgen um den FCZ machen....

    • Offizieller Beitrag
    Zitat von Larry

    Ha ha der Schifferle vom Tagi scheint einen grausamen Hass auf Vogel zu haben. :mrgreen:

    Tatsache ist aber das die Chinesen mit Wolverhampton sofort den Aufstieg geschafft haben und aktuell auf Platz 6 stehen. Auf der anderen Seite der Geleise hat Canepa wieder einmal erklärt kein Geld mehr in den FCZ zu stecken. Ich denke man muss sich eher Sorgen um den FCZ machen....

    Jetzt, wo es nur noch einen Zürcher Verein gibt könnten sich ja die Banken oder Versicherungen auf ein Sponsoring einlassen. Oder es kommt der FC RB Zürich ...

    Mit Canepa gebe ich dir recht. Da gibt es kein Vorwärtskommen mehr. Knappes Mittelmass ist das Höchste der Gefühle; Tendenz sinkend.

    Aber mehr will man ja in Zürich gar nicht ...

    Upps; wir müssen in ein anderes Kapitel wechseln ...

  • Zitat von rouge+jaune-1939

    1. spiel nach dem wiederaufstieg, oder so.... :winke:


    das war DIE ausnahme und man musste mich doch eine zeit bearbeiten! hat sich aber gelohnt. zum ersten mal im sektor d, 2:0 züri, 20‘000 zuschauer, mind. 13‘000 davon fczler! :geil:


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    NieUsenandGah

  • Jetzt, wo es nur noch einen Zürcher Verein gibt könnten sich ja die Banken oder Versicherungen auf ein Sponsoring einlassen. Oder es kommt der FC RB Zürich ...

    Mit Canepa gebe ich dir recht. Da gibt es kein Vorwärtskommen mehr. Knappes Mittelmass ist das Höchste der Gefühle; Tendenz sinkend.

    Aber mehr will man ja in Zürich gar nicht ...

    Upps; wir müssen in ein anderes Kapitel wechseln ...


    doch, doch! aber wir sind halt bezüglich (möglichen) zuschauerzahlen realisten, keine phantasten...:nick:

    zurück zum thema: selbst wenn die chinesen ihr ding in zürich durchziehen, selbst wenn niedelhasli wieder an die nationale spitze kommt, selbst dann wird der club in der stadt zürich keine begeisterungsstürme auslösen oder gar die massen bewegen. auch nicht in einem neuen stadion. auch die chinesen werden schnell merken dass niedelhasli eine reine geldvernichtungsmaschine ist. da kommt genau nix zurück!
    und dann bin ich mal gespannt!

    NieUsenandGah

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