Beiträge von theshadow72

    OK. Die Täterinnen waren 12 und 13. 14 war somit falsch.

    Hab ich ja bereits "zugegeben", dass Du da soweit nicht daneben lagst. No bad feelings. Aber wärst Du der Vater der 12-jährigen... Wärst Du der Vater des Opfers... alles sehr schwierig und nicht nur schwarz weiss. Willst du eine 12-jährige 20 Jahre oder Lebenslang ins Gefängnis stecken? Ok, kann man machen... Und nur weil es nicht dazu kommen würde, denkst Du die wächst in Friede, Freude Eierkuchen auf? Und auch drei Jahre Gefängnis in dem Alter... da kommt nichts gutes bei raus. Aber wie gesagt, sehr emotional und difficile.

    Bin auch gespannt (falls wir es erfahren).

    In Deutschland können 14-Jährige ungestraft Mitschüler umbringen.

    Ich finde das Thema zu ernsthaft um hier ne Diskussion zu diesem blöden Satz loszureissen. Aber Es stimmt so nicht, der Satz ist falsch. Aber ja, einfach mal raushauen... Und wenn es vielleicht auch nur daran liegt, dass Du Dich um ein Jahr vertan hast. ;)

    Und auch dann stimmt es nicht ganz, auch wenn es tatsächlich tendenziell in die Richtung "ungestraft" geht. Wobei auch der Begriff "ungestraft" relativ ist, wenn man berücksichtig, was dann auf den unter 14-jährigen alles zukommen... Aber da es sich bei Dir eher um Polemik anhörte, lass ich es nun besser. Du bist Da (wie im Beitrag zuvor) offenbar mit grossem Halbwissen unterwegs. Was ich Dir natürich verzeihe. :) Dafür hast Du sicher mehr Ahnung von Hockey. :bier:

    Bei uns in der Schule hat auch irgend en Kinds-Kopf eine Amok-Drohung irgendwo hingekritzelt.

    Absolut dämlich, auch wenn der "Täter" kaum älter als 14 oder 15 Jahre alt sein kann. Wenn sie ihn / sie aber erwischen, bin ich sicher, dass die gröber zur Kasse kommen, als all die Idioten, die wirklich Scheiss anstellen.

    Kannst uns dann ja mitteilen wieviel Monate Freiheitsstrafe er zu Bewährung bekommen hat und wieviele Verfahrens und Gerichtskosten (etwa CHF 10'000) er aufgebrummt bekommen hat. :)

    Bei Jugendlichen gehts (noch mehr) nicht um die Bestrafung sondern um die Besserung. Insofern gaube ich kaum, dass.... aber Du wirst es uns ja mitteilen.

    Man fasst es nicht:


    Grotesker Fall im Eishockey

    Er ist angeklagt wegen sexuellem Missbrauch – und fordert 20 Millionen

    Der Kanadier Alex Formenton verklagt seinen früheren Agenten. Der Vorwurf: Sein Wechsel in die Schweiz habe seine NHL-Karriere zerstört. Dabei muss er sich selbst bald vor Gericht verantworten.

    Simon Graf

    Simon Graf

    Publiziert: 05.11.2024, 16:35


    Am Spengler-Cup 2022 führte er Ambri zum Titel: Alex Formenton, der umstrittene Kanadier.

    Am Spengler-Cup 2022 führte er Ambri zum Titel: Alex Formenton, der umstrittene Kanadier.

    Foto: Melanie Duchene (Keystone)


    Die Karriere des Kanadiers Alex Formenton war vorbei, bevor sie richtig begonnen hatte. Mit 24 hängte der Kanadier die Schlittschuhe in diesem Sommer an den Nagel – nicht ganz freiwillig. Zusammen mit vier anderen Spielern muss er sich 2025 wegen möglicher sexueller Übergriffe vor Gericht erklären. Ihm droht eine längere Gefängnisstrafe. An einem Spieler mit einer solch belasteten Geschichte will sich kein NHL-Club mehr die Finger verbrennen. Und derweil andere der Mitangeklagten weiter um ihre Karriere kämpfen, in der Slowakei oder der russisch-geprägten KHL spielen, mag Formenton nicht mehr.

    Dafür hat er nun seine Anwälte in den Kampf geschickt: Er verklagte seinen früheren Agenten Wade Arnott von der Newport-Gruppe, die Stars wie Connor Bedard oder Erik Karlsson und auch den Schweizer Kevin Fiala vertritt, auf 20,5 Millionen Dollar. Dieser habe ihn schlecht beraten und so verunmöglicht, dass er in den letzten beiden Jahren noch gutes Geld in der NHL hätte verdienen können. Pikant aus Schweizer Sicht: Weil sich Formentons Agent nicht mit den Ottawa Senators einigen konnte, stürmte Formenton in den letzten beiden Saisons während mehrerer Monate für Ambri.

    Am Spengler-Cup brillierte er

    Den Tessiner Sportchef Paolo Duca störte es scheinbar nicht, dass über Formenton dunkle Wolken schwebten. Im Januar 2024, kurz bevor dieser in Kanada angeklagt wurde, trennte sich Ambri dann von ihm. Immerhin verhalf der schnelle Stürmer den Leventinern mit grossen Auftritten zum Spengler-Cup-Sieg 2022. Bei beiden Teilnahmen Ambris am Traditionsturnier brillierte Formenton. Inzwischen blickt er offenbar mit gemischten Gefühlen auf seine Zeit in Ambri zurück. In der Klage steht, er sei von seinem Agenten nicht darüber informiert worden, dass sein Wechsel in die Schweiz seine künftige NHL-Karriere kompromittieren könnte.

    Die Argumentation erscheint angesichts der Vorwürfe, die im Raum stehen, geradezu grotesk. Formenton und die vier Mitangeklagten sollen sich im Juni 2018 im Rahmen einer Ehrung für den Titel an der U-20-WM sexuell an einer jungen Frau vergangen haben. Die fünf Spieler bestreiten die Vorwürfe, es gilt die Unschuldsvermutung. Seit der Fall publik ist, hat indes keiner von ihnen mehr in der NHL gespielt. Formenton verfolgt nun eine Karriere in der Baubranche, derweil er sich einen finanziellen Zustupf von seiner Klage erhofft.

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    Die ZSC Lions besiegen Servette

    Fünfter Sieg in Serie

    Die jungen ZSC-Stürmer trauen sich mehr zu

    Beim 3:1 in Genf waren die Zürcher überlegen, sie hätten auch höher gewinnen können, ja müssen. Was besonders erfreulich ist: Die Jungen werden immer besser.

    Marco Oppliger

    Marco Oppliger

    Publiziert: 29.10.2024, 23:00


    Derek Grant kommt immer besser in Fahrt. Der ZSC-Topskorer ist schon bei 17 Punkten und 9 Toren angelangt.

    Derek Grant kommt immer besser in Fahrt. Der ZSC-Topskorer ist schon bei 17 Punkten und 9 Toren angelangt.

    Foto: Salvatore Di Nolfi (Keystone)


    Die ZSC Lions verpflichteten zum Wochenstart im Amerikaner Chase De Leo einen erfahrenen Stürmer mit Goalgetterqualitäten als achten Ausländer. Nicht zuletzt, weil sie auch in der Champions League Ambitionen haben, wo sie als nächstes im Achtelfinal in Hin- und Rückspiel auf die Straubing Tigers treffen. Betrachtet man die Liga, war das Engagement des 29-jährigen De Leo nicht unbedingt zwingend. Die Zürcher führen die National League auch ohne den verletzten Letten Rudolfs Balcers an, und die Jungen schlagen sich immer besser.

    Das zeigten sie auch beim 3:1 in Genf, dem fünften Sieg in Serie. Daniel Olsson, der Däne mit Schweizer Lizenz, scheint seine jungen Teamkollegen mit seinen frechen Auftritten inspiriert zu haben. Hatten die ZSC-Talente zu Beginn der Saison noch gehemmt gewirkt, trauen sie sich nun mehr zu. Sie erspielten sich Chancen und erkämpften sich Pucks, und Olsson bereitete in der 26. Minute mit einem cleveren Rückpass das 3:1 Webers vor. Es war das letzte Tor in diesem Spiel, danach liessen die Zürcher noch zahlreiche Chancen und Überzählmöglichkeiten ungenutzt.

    6401 Zuschauer. – Tore: 7. Grant (Rohrer) 0:1. 13. Manninen (Vatanen/Ausschluss Lehtonen) 1:1. 15. Rohrer (Zehnder, Grant) 1:2. 26. Weber (Olsson) 1:3. – Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen Servette, 3-mal 2 Minuten gegen die ZSC Lions.

    ZSC Lions: Hrubec; Kukan, Marti; Kinnunen, Geering; Weber, Lehtonen; Trutmann; Rohrer, Grant, Zehnder; Andrighetto, Malgin, Riedi; Frödén, Lammikko, Olsson; Chris Baltisberger, Baechler, Henry; Segafredo.

    Bemerkungen: ZSC Lions ohne Sigrist, Balcers, Hollenstein (verletzt) und De Leo (überzählig). – 40. Pfostenschuss Andrighetto. Servette ab 59:29 ohne Raanta.

    Anders als am Sonntag gegen den SC Bern, als sie einen 3:0-Vorsprung verspielt hatten, rächte sich das nicht. Weil Servette weniger zwingend auftrat als die Berner, die ZSC-Abwehr etwas stabiler stand und der genesene Hrubec wie gewohnt glänzte. So kam der Meister zum fünften Sieg in Serie und dem 14. im 16. Saisonspiel. Für die ersten beiden Tore hatten Grant (7.) und Rohrer (15.) gesorgt, die immer besser harmonieren.

    Nach einem verhaltenen Saisonstart ist Grant jüngst in Form gekommen. Mit 17 Punkten und 9 Toren ist er inzwischen der beste ZSC-Skorer. Seine Ruhe am Puck und seine Übersicht sind in dieser Liga einzigartig. Es sind aufregende Tage für den Kanadier, der demnächst die Geburt seines ersten Kindes erwartet. Seine Frau ist bereits in der 39. Schwangerschaftswoche. Sollte Grant demnächst aus guten Gründen ausfallen, stünde De Leo bereit.

    Oder all die gedopten Amis, aber über die darf, will, soll keiner reden, da ists dann okey.

    Everybodys Darling halt…

    Das ist ja nun ein bisschen ein anderes Thema. Aber ich möchte festhalten, dass weder Carl Lewis noch Lance Armstrong je gedopt haben... ^^ Nur Ben Johnson und Jan Ullrich.

    Touché - genau so isses, bin da 100% bei dir. Politik vom Sport zu trennen ist etwa so wie wenn du das Würstchen vom Hotdog trennst/nimmst.
    Das gibt's ganz einfach nicht. Hat es nie und wird es nie geben.

    Genau. Gerade WEIL z.B. menschenrechtlich fragwürdige Staaten den Sport genau dazu benutzen, um sich ein scheinbar positives Image zu verschaffen. Olympische Spiele in Russland, Fussball in Katar, Saudi Arabien etc...

    Und jetzt schon vom Champions League Titel und der Titelverteidigung zu fabulieren, wenn diese dann eintrifft, finde ich äusserst Hochmütig. That's all.

    Also wenn sie eintrifft bzw. eintreffen wie Du schreibst, dann fällt ja der Fall (der der nach dem Hochmut kommen könnte) weg und der Hochmut ist ok? :/

    Bin ganz bei Dir, verstehe ich alles.

    Und glaub mir, schon von Berufes wegen bin ich mit ein grosser Verfechter des Rechtsstaates bzw. der Rechtstaatlichkeit und kämpfe ständig gegen Missbrauch und Willkür in dem Bereich an.

    Es ging mir vor allem darum: Es ist schon sonst schwer genug, gegen das Kasakadenmodell und Kurvensperren zu argumentieren bzw. damit Gehör zu bekommen. Lies nur mal die Kommentare im Tagi zum Artikel in dem Claudius seine Ansichtern darlegt. Aber wennn dann noch 4'000 (oder wie viele auch immer) in der Kurve sowas feiern... macht die Sache nicht einfacher, und müsste man sich auch bewusst sein. Oder man ist zu blöde, dann ists auch ok. :)

    nicht betriebsblind. aber die ewig gleichen forderungen nach strafen, welche nachweislich null positiven effekt haben sind einfach mühsam.

    „Die Definition von Wahnsinn ist: immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“ Albert Einstein

    die youtube und tiktokfilme bestätigen zwar meinen eindruck, aber ja, live erlebtes ist immer realitätsnaher als social media filme. darum glaube ich dir.

    also: selbst wenn der südkurvencapo über 4’000 personen zum zelebrieren und feiern des überfalls animiert hat und diese auch mitgemacht haben, waren gemäss polizeibericht trotzdem „nur“ 50-60 leute am bannerklau beteiligt. also max. 1,5% der mitfeiernden. eine weitere geforderte kollektivstrafe, in welcher man 98,5% personen mitbestraft, welche sich juristisch nichts zu schulden haben kommen lassen. ihr verschulden liegt maximum auf moralischer ebene, weil sie den 50-60 gewalttätern für ihren überfall applaudiert und diesen somit legitimiert haben. das dieses tun grenzwertig ist, sehe ich wie du. aber grenzwertig ist keine straftat nach unseren gesetzen und darf somit auch keine sanktionen zur folge haben. erst recht nicht kollektivstrafen.

    ausserdem gehört das bejubeln/legitimieren einer straftat - und mag diese noch so idiotisch oder niederträchtig sein - zur freien meinungsäusserung. forderung nach bestrafung für „falsche“ meinung sind eine sehr gefährliche tendenz. deutschland machts zur zeit vor, in welche richtung es in demokratie und rechtstaat keinesfalls gehen darf. diese entwicklung macht mir bedeutend mehr angst, als 2% idioten in fcz farben.

    Bin ja grundsätzich ja bei Dir mit der Kritik an den Kollektivstrafen. Habe ich mehrfach auch so geäussert.

    Nur wirds einfach immer (noch!) schwieriger der Masse das verständlich zu machen, wenn man solche Aktionen durchzieht. Sieht man ja auch daran, wie viel Du schreiben musst um das wieder schön zu reden. Natürlich bringt ne Kurvensperre (oder was da wieder im Raum stehen könnte) nichts. Aber wenn verd... nochmals 4'000 Leute diesen Mist zelebrieren, dann muss man sich nicht wundern, dass alle in den selben Topf geworfen werden.

    Und von wegen Straftat oder freie Meinungsäusserung. Ja ok, auch da, wobei... Wer daneben steht und applaudiert, wenn Rechte Ausländer verprügeln (nur als Beispiel) hat bei mir nun auch nicht die grossen Sympathien. Man muss sich schon bewusst sein, wofür man einsteht im und was man feiert. Und das kann eben durchaus Konsequenzen haben. Egal ob das strafbar ist oder Meinungsäusserung sein soll. Heute glaubt ja jeder, Meinungsäusserung bedeute, dass man nicht widersprechen dürfe oder diese keine Konsequenzen hat. Dem ist nun mal nicht so.

    4:2-Erfolg gegen Biel

    Ein 19-Jähriger begeistert bei Spektakel-Sieg des ZSC

    Die ZSC Lions gewinnen zum zehnten Mal in Folge gegen den EHC Biel. Ein gebürtiger Däne sorgt im Team von Marc Crawford für Aufsehen.

    Angelo Rocchinotti

    Angelo Rocchinotti

    Publiziert: 22.10.2024, 23:10


    Die Entscheidung: Jesper Frödén, Nicolas Baechler, Juho Lammikko und Yannick Weber bejubeln den Treffer zum 3:2.

    Die Entscheidung: Jesper Frödén, Nicolas Baechler, Juho Lammikko und Yannick Weber bejubeln den Treffer zum 3:2.

    Foto: Til Buergy (Keystone)


    Er macht Dampf, scheut keinen Zweikampf und agiert, als würde er schon lange gegen gestandene Profis spielen. Dabei ist der 1,87 Meter grosse und 87 Kilogramm schwere Stürmer erst 19 Jahre alt – und steht gegen Biel zum ersten Mal überhaupt im Aufgebot des ZSC. Sein Name? Daniel Olsson.

    Zuschauer: 10’227

    Tore: 7. Grant (Frödén, Lehtonen / Ausschluss Delémont) 1:0. 8. Andersson (Hofer, Rajala / Ausschluss Graf) 1:1. 10. Burren (Cunti) 1:2. 31. Andrighetto (Grant / Ausschluss Christe) 2:2. 44. Zehnder 3:2. 58. Baechler (Frödén, Weber) 4:2 (ins leere Tor).

    Strafen: 5-mal 2 Minuten gegen die ZSC Lions. 5-mal 2 Minuten gegen Biel.

    ZSC Lions: Hrubec; Kinnunen, Lehtonen; Weber, Geering; Kukan, Marti; Trutmann; Frödén, Lammikko, Olsson; Andrighetto, Grant, Sigrist; Zehnder, Rohrer, Segafredo; Graf, Baechler, Riedi.

    Bemerkungen: ZSC Lions ohne Malgin, Balcers und Hollenstein (verletzt), Henry und Baltisberger (krank). Biel ohne Zryd, Lööv, Haas, Brunner, Bärtschi und Müller (verletzt), Christen (krank).

    Der Däne mit Schweizer Lizenz, der nach Alessandro Segafredo aufgrund zahlreicher Ausfälle von ZSC-Coach Marc Crawford ins kalte Wasser geworfen wird, begeistert von der ersten Sekunde an. Schon im zweiten Einsatz nach etwas mehr als vier Minuten zwingt der Mann, der neben Jesper Frödén und Juho Lammikko eingesetzt wird, seinen Gegenspieler Noah Delémont zu einem Foul. Die Lions, statistisch das schwächste Überzahlteam der Liga, sind mit einem Mann mehr drückend überlegen – und gehen prompt in Führung.

    Olsson spielt nicht bloss mit, er setzt auch Akzente. Zur Spielhälfte erkämpft er sich im Duell mit Gaël Christe an der Bande die Scheibe, zieht Richtung Tor und legt clever auf Lammikko zurück. Der Finne scheitert zwar, doch weil sich Christe in derselben Aktion noch eine Strafe einhandelt, können sich die Lions abermals im Powerplay versuchen. Und diesmal fällt das Tor. Es ist das 2:2.

    Der ZSC ist über das gesamte Spiel hinweg die gefährlichere Mannschaft. Trotzdem gelingt es den Bielern, im ersten Drittel das Spiel innerhalb von 89 Sekunden zu drehen. Beide Tore kommen aus Zürcher Sicht äusserst unglücklich zustande. Beim 1:1 wird Verteidiger Christian Marti von Biel-Topskorer Toni Rajala angeschossen, wodurch die Scheibe bei Fabio Hofer landet. Beim 1:2 lenkt Dean Kukan den Schuss noch entscheidend ab.

    Altstetten statt La Chaux-de-Fonds

    Nach dem 2:2 aber sehen die Bieler kaum noch einen Puck und haben es ihrem Torhüter Harri Säteri zu verdanken, dass sie überhaupt noch auf Punkte hoffen dürfen. Das Schussverhältnis nach 40 Minuten lautet 34:11 für den ZSC.

    Olsson strahlt nach dem Spiel über das ganze Gesicht. Eigentlich hätte der Stürmer gleichentags für die GCK Lions in La Chaux-de-Fonds auflaufen sollen. Doch nach dem Warm-up kam beim Mittagessen der Anruf. Es hiess: Taschen packen und ab nach Altstetten. «Ich war überglücklich, spürte unglaubliche Emotionen und wollte sofort meine Eltern, Grosseltern und Freunde informieren», erzählt Olsson, der im Alter von neun Jahren mit seinen Eltern in die Schweiz zog.

    Die Nervosität habe sich nach dem Aufwärmen gelegt, erklärt er. «Nach dem ersten Einsatz spielst du einfach Eishockey. Und ehrlich gesagt: Neben Frödén und Lammikko zu spielen, ist nicht schwierig. Sie helfen dir. Du brauchst bloss den Pass zu spielen.» Was der Teenager nicht erwähnt? Er kommt auch selbst zu Abschlussmöglichkeiten.

    Für ein perfektes Olsson-Debüt sorgen im letzten Drittel Yannick Zehnder, der Säteri doch noch bezwingen kann, sowie Nicolas Baechler, der mit einem Treffer ins leere Tor den zehnten Sieg der Lions gegen Biel sichert.

    «Ein Verein kann nicht sagen, es geht ihn nicht an, weil es ausserhalb des Stadions geschieht. Man muss klare Strukturen haben, sich moralisch distanzieren, zentraler Akteur sein für runde Tische, sich mit Sozialarbeit beschäftigen.»

    Und was machen die Klubs? Auf Anfrage betont der FCZ: «Wir engagieren uns umfassend im Rahmen unserer Corporate Social Responsibility (CSR) mit Fansozialarbeit, mit Schulbesuchen und Projekttagen oder im stetigen Dialog mit unseren Fans für fanspezifische Fragen und den Anliegen des Vereins.»

    Als er mit zwölf nach Zürich kam, sprach er kein Wort Deutsch

    Alessandro Segafredo debütierte mit 20 bei den ZSC Lions, womit sich für ihn ein Traum erfüllte. Dafür musste der Stürmer schon ganz früh sein Elternhaus verlassen.

    Simon Graf

    Simon Graf

    Publiziert heute um 16:30 Uhr


    Mit Eifer dabei: Alessandro Segafredo (rechts) im Zweikampf mit Zugs Nic Balestra.

    Mit Eifer dabei: Alessandro Segafredo (rechts) im Zweikampf mit Zugs Nic Balestra.

    Foto: Roger Albrecht (Freshfocus)


    In Kürze:

    • Alessandro Segafredo debütierte in der Champions Hockey League mit einem Tor.
    • Der Italiener zog mit zwölf Jahren in die Schweiz, um seinen Hockeytraum zu verfolgen.
    • Er lebt jetzt mit Vinzenz Rohrer in einer Wohngemeinschaft in Oerlikon.
    • Am Weg seines WG-Kollegen nimmt er sich ein Vorbild.

    Es sind aufregende Tage für Alessandro Segafredo. Am Mittwoch debütierte er in der Champions Hockey League für die ZSC Lions und steuerte zum 5:1 in Klagenfurt gleich ein Tor bei. Am Freitag und Samstag bestritt er in Kloten (2:3 nach Penaltys) und im wilden Heimspiel gegen Zug (5:4) seine ersten zwei National-League-Partie in vollen Stadien. «Für mich ist es ein Traum, der wahr geworden ist», sagt er am Samstag spät vor der ZSC-Garderobe mit leuchtenden Augen. «Ich probiere einfach, es zu geniessen und so viel wie möglich zu lernen.»

    Fürs Spiel in Klagenfurt reisten seine stolzen Eltern aus Asiago an und sahen, wie er mit hartnäckigem Nachsetzen einen Abpraller verwertete. Am Wochenende konnten sie nun nicht kommen, sie führen zu Hause eine Bar. In der Kleinstadt in der Hochebene Venetiens, bekannt als Wintersportort, für seinen Bergkäse und sein Hockeyteam, wurde Segafredo gross. Doch inzwischen hat er, der kürzlich seinen 20. Geburtstag feierte, fast sein halbes Leben in der Schweiz verbracht. Über sechs Autostunden von seiner Familie entfernt.

    Segafredo war elf, als er Ambris Juniorentrainer Dimitri Tsigurow in einem Juniorencamp in Aosta in den italienischen Alpen auffiel. Der Russe lockte ihn in die Leventina, und so zog Segafredo in zartem Alter aus, um seinen Traum vom Hockeyprofi zu verfolgen. Seine Eltern und seine zwei Jahre ältere Schwester Samantha, die inzwischen Medizin studiert, blieben in Asiago und sprachen ihm aus der Ferne Mut zu, wenn er gerade schwere Zeiten durchmachte oder unter Heimweh litt. Bereut hat er den Schritt nie.

    Von Ambri zu den ZSC Lions

    In der U-13 Ambris tat er sich gleich hervor, in einem Spiel gegen die ZSC-Junioren schoss er gemäss eigenen Angaben fünf oder sechs Tore. Die Zürcher luden ihn zu ihrer Auswahl für den Ausflug ans traditionelle Pee-Wee-Turnier in Québec ein und überzeugten ihn, zu ihnen zu wechseln. «In Ambri war es auch cool, aber der ZSC ist europaweit bekannt als guter Hockeyclub», sagt er. Also kam er mit zwölf nach Zürich, ohne ein Wort Deutsch zu sprechen.

    In Zürich fand Alessandro Segafredo eine neue Heimat. Drei Jahre wohnte er bei Nachwuchschef Edgar Salis.

    In Zürich fand Alessandro Segafredo eine neue Heimat. Drei Jahre wohnte er bei Nachwuchschef Edgar Salis.

    Foto: ZSC Lions

    Segafredo erzählt seine verblüffende Geschichte in fast akzentfreiem Schweizerdeutsch. «Die ersten sechs Monate besuchte ich eine Sprachschule. Danach ging ich hier regulär in die Sekundarschule», sagt er. «In diesem Alter lernt man Sprachen schnell.» In Asiago war er schon zweisprachig aufgewachsen, weil seine Mutter in Südafrika geboren ist und mit ihm Englisch redete. Nur sein Hochdeutsch sei etwas holprig, sagt Segafredo schmunzelnd. Inzwischen ist er in seinem letzten Jahr am Sport-KV in der United School of Sports.

    Als er nach Zürich kam, wohnte Segafredo zuerst in einer Gastfamilie im Zollikerberg. Später nahm ihn ZSC-Juniorenchef Edgar Salis bei sich zu Hause in Höngg auf. «Wir hatten ein freies Zimmer. Also fragte ich meine Familie, ob es okay ist, wenn er zu uns kommt. Alle sagten Ja, und damit hatte ich auf einen Schlag drei statt zwei Söhne», sagt Salis lächelnd.

    Segafredo wohnte insgesamt drei Jahre bei der Familie Salis, mit einer Saison Unterbruch, die er im nordamerikanischen Juniorenhockey in Seattle und Winnipeg verbrachte. «Sie wurden für mich wie eine zweite Familie», schwärmt der Italiener. «Eggi und seine Frau sind extrem gute Menschen und haben mir viel geholfen. Und ihre beiden Söhne wurden für mich wie zu meinen kleinen Brüdern.» Sie spielen beide auch im ZSC-Nachwuchs und sind 15 und 13.

    Inzwischen bildet Segafredo mit dem Österreicher Vinzenz Rohrer eine Wohngemeinschaft in Oerlikon. Weil sie beide schon früh als Junioren in die Schweiz kamen, gelten sie als Eishockeyschweizer. Bei den ZSC Lions spielten sie schon in der U-13 miteinander, nun sind sie auf der höchsten Stufe angekommen. «Dass wir jetzt zusammen fürs Spiel ins Stadion fahren, ist wunderbar. Davon träumten wir früher, jetzt ist es Realität geworden.»

    Salis: «Er hat einen riesigen Torhunger»

    Sorgte Segafredo in jungen Jahren als fleissiger Goalgetter noch für mehr Aufsehen, ist ihm der sechs Tage ältere Rohrer inzwischen voraus. Der flinke Stürmer etablierte sich bereits letzte Saison in der National League und wurde zu einem wichtigen Stück im Meisterpuzzle. Salis traut aber auch Segafredo den Durchbruch zu: «Er hat einen riesigen Torhunger und einen exzellenten Schuss», sagt der ehemalige Verteidigerhüne. «Als Junior war er noch etwas puckverliebt, aber inzwischen hat er sich auch taktisch enorm verbessert.»

    Sein WG-Partner sei für ihn mit seinem Weg ein Vorbild, sagt Segafredo über Rohrer. «Ich kenne niemanden, der so gut ist im Besserwerden wie er. Er arbeitet unglaublich hart an sich. Er ist ein Beispiel für mich damit, was er täglich alles macht, um zu sich zu verbessern.» Segafredo hält kurz inne und fügt leicht verlegen an: «Das habe ich ihm noch nie gesagt. Aber jetzt wird er wohl erfahren, wie ich über ihn denke.»