Beiträge von theshadow72

    Mit 17 wohnte er bereits allein – gleich neben der Swiss-Life-Arena

    Daniel Olsson überzeugte mit seiner frechen Spielweise Coach Marc Crawford und erhielt einen Profivertrag. Die Geschichte des 19-Jährigen, der zwischen zwei Kulturen aufwuchs.

    Simon Graf

    Simon Graf

    Publiziert heute um 21:02 Uhr


    21.12.2024; Zuerich; Eishockey National League - ZSC Lions - SC Bern, Patrik Nemeth (Bern) gegen Daniel Olsson (ZSC)  (Claudio Thoma/freshfocus)

    Er sucht den Weg zum gegnerischen Tor: Daniel Olsson (rechts) im Spiel gegen den SC Bern.

    Foto: Claudio Thoma (Freshfocus)


    In Kürze:

    • Daniel Olsson und Alessandro Segafredo unterschrieben Profiverträge bei den ZSC Lions.
    • Segafredo zog mit 11 Jahren aus Italien in die Schweiz fürs Eishockey.
    • Olsson wuchs in Kopenhagen auf und lebt in Zürich, seit er 9 war.
    • Er ist Eishockey-Schweizer, spielt aber fürs dänische Junioren-Nationalteam.

    Daniel Olsson und Alessandro Segafredo waren in den ersten Monaten die Namenlosen bei den ZSC Lions. Wann immer sie eine Chance bekamen, spielten sie mit Leibchen ohne Namen und den zufällig gewählten Nummern 82 (Segafredo) und 84 (Olsson). Was so viel bedeutete wie: Sie gehören noch nicht richtig dazu.

    Am Samstag liefen sie nun in der Swiss-Life-Arena mit den von ihnen ausgesuchten Nummern – 17 für Segafredo, 89 für Olsson – und ihrem Schriftzug auf dem Rücken auf. Die Belohnung für die Profiverträge, die sie am Freitag unterschrieben. Sie haben sich einen Namen gemacht.

    Der Weg der beiden ist bemerkenswert. Segafredo zog mit 11 Jahren von Italien in die Schweiz, um seinem Hockeytraum nachzujagen. Olsson kam mit seiner Familie von Kopenhagen nach Zürich, als er 9 war. Sein Vater Dennis kam aus beruflichen Gründen mit der Familie in die Schweiz – er ist Vizepräsident bei der dänischen Pharmafirma Novo Nordisk.

    Inzwischen ist die Familie aber weitergezogen: Die Mutter arbeitet und lebt mit den 16-jährigen Zwillingstöchtern in Lausanne, der Vater pendelt zwischen dem Genfersee und Kopenhagen. Der 19-jährige Daniel ist in Zürich geblieben.

    Seinen Hockeytraum hat er immer vor Augen

    Seit zwei Jahren lebt er allein in Altstetten, nur durch die Gleise getrennt von der Swiss-Life-Arena. Seinen Traum vom Hockeyprofi hat er damit immer vor Augen. Er sei schon recht selbstständig, sagt er. Er habe gelernt, zu kochen und für sich zu sorgen.

    Inzwischen hat Olsson die KV-Ausbildung abgeschlossen und setzt ganz aufs Eishockey. Und da macht er rasante Fortschritte. Stürmte er letzte Saison noch meist für die U20-Elit, hat er nun gleich zwei Schritte auf einmal genommen und es via die GCK Lions zu den ZSC Lions geschafft.

    In einer Eishockey-Familie aufgewachsen: Daniel Olsson hat grosse Träume.

    In einer Eishockey-Familie aufgewachsen: Daniel Olsson hat grosse Träume.

    Foto: ZSC Lions

    In einer Eishockey-Familie aufgewachsen, habe es für ihn gar keine andere Option gegeben, als die Schlittschuhe anzuschnallen, sagt er lachend. Sein Vater spielte in der höchsten dänischen Liga, dessen Cousin Kim Staal wurde von den Montreal Canadiens gedraftet, spielte in Schweden und bestritt zahlreiche Weltmeisterschaften.

    Auch Daniel Olsson träumt von der NHL, zuerst will er sich aber einmal einen Stammplatz bei den Lions erkämpfen. Er gefällt mit seiner frechen Spielweise und überzeugte so Headcoach Marc Crawford. Der Kanadier mag Junge, die sich etwas trauen.

    Olsson ist zu hundert Prozent Däne und spielt fürs dänische Junioren-Nationalteam, er gilt hier aber als Eishockey-Schweizer, weil er schon als Junior in der Schweiz spielte. Er könnte den Schweizer Pass beantragen, hat es damit aber nicht so eilig. Wohl auch, weil er hier nicht unbedingt Militärdienst leisten möchte.

    Inzwischen hat er schon mehr als die Hälfte seines Lebens hier verbracht und spricht akzentfrei Schweizerdeutsch. «Ich bin als Däne aufgewachsen, aber ich fühle mich mehr und mehr als Schweizer», sagt er schmunzelnd. «Doch die beiden Länder sind sich von der Art der Menschen, der Kultur, vom Wohnstil und von der hohen Lebensqualität her recht ähnlich.»

    Für Weihnachten fliegt er nach Kopenhagen

    Trotz aller Parallelen: Olsson lebt zwischen zwei Kulturen. Das zeigt sich auch dieser Tage. Am Montag spielen die ZSC Lions noch gegen die Lakers, am Dienstag fliegt er nach Kopenhagen, um mit der Familie Weihnachten zu feiern. Am 27. geht es zurück, weil tags darauf die GCK Lions spielen.

    Wenn bei den ZSC Lions Spieler fehlen, kommt Olsson in der National League zum Zug, sonst in der Swiss League. «Für mich kein Problem», sagt er. «Bei den GCK Lions habe ich mehr Eiszeit und kann Selbstvertrauen sammeln. Das tut mir auch gut.»

    Olsson erhielt bei den ZSC Lions einen Einjahresvertrag, der 20-jährige Segafredo unterschrieb sogar bis 2027. Beim 2:3 am Samstag gegen den SC Bern bereitete er das 2:1 seines WG-Kollegen und Freundes Vinzenz Rohrer vor. «Manchmal kommt mir das alles wie ein Traum vor», sagt Segafredo strahlend. «Wir kennen uns beide schon so lange und spielen nun gemeinsam für den ZSC.»

    Nur die Suche nach der eigenen Nummer gestaltete sich für Segafredo kompliziert. Die 7, mit der früher sein Vater gespielt hatte, war schon an Joel Henry vergeben. Die 27, die er wegen seines Mentors Edgar Salis hätte nehmen wollen, ist von Derek Grant besetzt. Die 77 von Timo Bünzli. «Und die 87 und die 97 wollte ich nicht nehmen wegen der Superstars Sidney Crosby und Connor McDavid.» Nun hat er die 17 gewählt – mit der ist der Druck nicht ganz so gross.

    Die Betonung lag auf "als Spieler". Nicht als zurückgetretener Spieler. So lange ein Hockey-Spieler nicht die Z-Farben trägt = unsympathisch.
    Nach der Karriere "als Spieler" sehe ich das überhaupt nicht mehr so eng.

    Bestes Beispiel: Ich bin in jungen Jahren mal im Frühling mit meinen Kollegen 1 Woche am Strandferien machen. Und wer ist im gleichen Hotel?
    Etwa 7 oder 8 Spieler von Kloten. Die hatten echt Freude dass wir Hockey-Fans waren und wollten uns an der Bar Drinks spendieren. Und wir?
    Haben "dankend" (oder auch nicht dankend, eher etwas rüde) abgelehnt. Nicht ohne jungendfreie Sprüche - welche von den Klotenern auch gerne
    gekontert wurden. Ein Bier mit den Jungs, bzw. Spielern, trinken, welche ich die Pest an den Hals wünsche? Äh ... nein danke.

    Nach der Spieler-Karriere bin ich jedoch ganz easy. Fige sen. z.B. ist ein echt cooler Typ. Auch Furrer, mit dem ich schon das Vergnügen hatte zu
    sprechen macht echt ein sympathischer Eindruck. Etc. etc. etc. ......

    Aber hey, habt ihr euch nur alle lieb - alles gut. Wir sind ja anscheinend alle eine kleine Eishockey-Familie und haben uns alle uuuuh gern ...... :knuddel:

    Puh. Hört sich für mich sehr nach pro7 Reportage mit Fans an.

    Ziehst Du das echt so durch. Und dann von einem Tag auf den anderen trinkst du ein Bier mit ihm? Und Du wünscht unseren Gegnern Pest an den Hals?

    Liest sich aber natürich hervorragend für den Stammtisch. Aber na komm, lass etwas Lockerheit rein. :) Meine es nur Gut.

    Spannend finde ich dabei immer wieder, wie klar alle Massnahmen als verfassungs- und rechtswidrig erklärt wird. Wer bestimmt das? Snowcat; oder doch die Gerichte? Aobald ich Bundesgerichtsurteile sehe, die das bestätigen, werde ich eine Rechtswidrigkeit anerkennen, vorher nicht.

    Und ich habe mich hier somit für keien Massnahme ausgesprochen; im Fall!


    Wobei; personifizierte Tickets sind voll in Ordnung; kenne seit vielen Jahren nichts anderes ...

    Das ist natürlich immer eine Frage der Perspektive. Der eine sagt, das ist klar Rechtswidrig und ich anerkenne erst, dass dem nicht so ist, wenn ein Gericht es so entscheidet. Der andere sagt, macht was ihr wollt, rechtswidrig ist es erst, wenn ein Gericht das so entscheidet.

    Wenn Dir einer im Ausgang grundlos eine Bierflasche über den Kopf schlägt, anerkennst Du das erst als rechtswidrig, wenn das Bundesgericht das so bestätigt hat? Oder ist das dann doch etwas anders.

    Ok, jetzt sagst du, das ist ja eine klare Sache. Aber da beginnt das Spiel. Wir können die Nuancen Centimeter um Centimeter verschieben, wann sind wir in Deinem Bereich, und wann im klaren.

    Ist alles nicht ganz einfach.

    Eigentlich ist das Fazit doch das, dass der FCZ nach aussen viel bessere Anti-Fangewalt-PR machen müsste, aber nicht, weil dann die Gewalt weniger wird, das wissen wir alle, wird sie nicht, sondern weil dann die Politik massvoller daherkommt. :mrgreen:

    Wie oft wird doch hier betont wie schön es ist dass wir in Zürich in so vielen Belangen den Längsten, Schönsten und Dicksten haben... Wenn es aber ums Geld geht, dann zieht man jeweils sprichwörtlich den Schwanz ein und versucht es klein zu reden...

    Zehnder hat schon viel erreicht und ist drei Mal Schweizer Meister geworden, d.h. "nur" um Titel muss es ihm definitiv nicht mehr gehen. Natürlich wird Zehnder auch in Lausanne gutes Geld verdienen, ev. sogar mehr als hier weil die Lebenshaltungskosten v.a. auch wegen den Steuern höher sind. Es kann durchaus seinen Reiz haben, bei einem ambitionierten Verein mit einem charismatischen Trainer zu versuchen mit einem ersten Titel Vereinsgeschichte zu schreiben. Oder vielleicht will er mal noch einen anderen Kulturkreis kennen lernen in der Westschweiz?

    Nur btw, Steuern sind in Lausanne höher.

    absolut korrekt!

    nenne mir doch bitte ganz konkret…

    …in welcher form ein club für vorkommnisse wie der wiesendanger chilbi oder überfall auf eine s-bahn in urdorf, die mit hoppern besetzt ist, mitverantwortlich ist und noch wichtiger…

    …wie er seine verantwortung auch wahrnehmen kann/soll/muss, dass so etwas nicht mehr vorkommt bzw. vorkommen kann!

    Lach genau. Oder mit welcher ersthaften Begründung und auf welcher zulässigen Rechtsgrundlage ein solcher Vorfall die Miete im Letzigrund erhöhen sollte bzw. kann... Das sind doch lächerliche Ideen. Dass die sich nicht schämen so einen Blödsinn zu diskutieren.

    Hauptsache sie wissen wovon und worüber sie im Gemeinderat reden:


    Zürich soll auf Vier-Säulen-Modell im Kampf gegen Fangewalt setzen

    Am zweiten Budgettag stand zu Beginn die Fangewalt im Fokus. SVP und FDP wollten, dass sich die beiden Fussballvereine, GC und FCZ, stärker an den Sicherheitskosten beteiligen müssen. Konkret forderten sie eine halbe Million Franken mehr, aktuell bezahlen sie für Liga- und Cupspiele maximal je eine halbe Million Franken.

    Trotz grosser Probleme passiere nichts, sagte Johann Widmer von der SVP. Deshalb brauche es finanzielle Konsequenzen, das sei die einzige Sprache, welche die Vereine verstünden. Ähnlich tönte es von den Freisinnigen. FDP und SVP blieben allerdings in der Minderheit, weil die übrigen Parteien keinen Handlungsbedarf bei den Sicherheitskosten sahen. Dies aus zwei Gründen: Erstens gebe es laufende Verträge, fürs Budget 2025 könnten diese gar nicht gekündigt werden. Zweitens, führte die AL an, seien Polizeikosten nicht weiterzuverrechnen.

    Einig war sich der Rat hingegen, dass sich die Stadt aktiver gegen Fangewalt engagieren sollte. Die Ratsmitglieder überwiesen ein Postulat der FDP- und Mitte/EVP-Fraktion. Darin fordern diese, dass der Stadtrat die Einführung eines 4-Säulen-Modells prüfen soll: Prävention, Deeskalation, Sicherheit und Repression.

    «Ich bin auch Fussballfan», sagte Karin Stepinski von der Mitte. Doch die Gewalt gehöre bekämpft. Man solle sich dabei an der Drogenpolitik orientieren, die grosse Erfolge erzielen konnte, in dem man alle Parteien ins Boot geholt habe. Marita Verbali von der FDP forderte, dass die Belastung der Bevölkerung durch die Fussballmatches reduziert werden müssen. Regelverstösse sollen geahndet werden, gleichzeitig solle das Positive der Fankultur, die Kreativität, gestärkt werden. Dies strich auch Roland Hurschler von den Grünen heraus.

    Florian Utz von der SP schloss den Bogen zu den Sicherheitskosten. So könnte man beispielsweise die Miete mit einem neuen Anreizsystem ausstatten. Kommt es zu Gewalt, steigt die Miete im Letzigrund, bleibt die Gewalt aus, würden die Kosten sinken.

    Sympathisch:


    Lions: So leben Jesper Frödén und Juho Lammikko in Zürich

    Das Leben der ZSC-Ausländer

    Fachsimpeln übers Wickeln, spassige Autofahrten und ein perfekter Babysitter

    Jesper Frödén und Juho Lammikko verlängerten ihre Verträge bei den ZSC Lions langfristig. Wegen guter sportlicher Perspektiven, aber auch, weil es neben dem Eis passt.

    Simon Graf

    Simon Graf

    Publiziert heute um 16:26 Uhr


    Jesper Frödén und Juho Lammikko: In Ihren Karrieren viel gereist, sind die beiden Stürmer bei den ZSC Lions sesshaft geworden.

    Jesper Frödén und Juho Lammikko: In Ihren Karrieren viel gereist, sind die beiden Stürmer bei den ZSC Lions sesshaft geworden.

    Fotos: ZSC Lions


    In Kürze:

    • Die ZSC Lions sind dank eines 5:2 in Lugano wieder auf Kurs.
    • Jesper Frödén und Juho Lammikko verlängerten ihre Verträge langfristig.
    • Beide betonen die Bedeutung des familiären Zusammenhalts im Club.

    Die Stimmung im ZSC-Teambus ist ausgelassen am Samstag spät auf der Rückreise aus Lugano. Mit einem 5:2 erkämpften sich die Zürcher Rang eins zumindest temporar zurück, nun können sie in der Nationalteam-Pause kurz durchschnaufen. Es war eine intensive Woche. Am Dienstag flogen sie nach Berlin fürs Hinspiel im Viertelfinal der Champions League. Am Mittwoch siegten sie 4:3, am Donnerstag kehrten sie zurück, am Freitag empfingen sie Ambri und verloren 2:5, am Samstag stand noch der Trip nach Lugano an.

    Nebenbei regelten Jesper Frödén (30) und Juho Lammikko (28) noch ihre Zukunft. Der Schwede unterschrieb für zwei weitere Jahre bis 2027 bei den ZSC Lions, der Finne sogar für drei. «Es war eine einfache Entscheidung», sagt Lammikko im Telefongespräch auf der Heimreise aus Lugano. «Hier haben wir jedes Jahr die Chance, zu gewinnen. Zuvor spielte ich fast jede Saison in einem neuen Team. Nun sind wir hier sesshaft geworden. Unser Sohn Eemil wurde hier geboren, im Sommer kam in Finnland unsere Tochter Ellen zur Welt. Zürich fühlt sich an wie unser zweites Zuhause.»

    Sogar Hrubec mag finnische Musik

    Die Lammikkos leben wie die anderen ZSC-Ausländer in Winkel. Mikko Lehtonens dreiköpfige Familie wohnt einen Stock über ihnen, den Garten hat Lammikko neben dem von Simon Hrubec und dessen Familie. Oft spielen deren Kinder miteinander.

    Lammikko, Lehtonen und Hrubec fahren jeweils die 20, 25 Minuten gemeinsam zum Training, wobei sie sich am Steuer abwechseln. Lammikko ist meist für die Musik zuständig und diskutiert oft rege mit Hrubec, derweil es Lehtonen lieber etwas ruhiger haben würde. «Wir sind eine super Crew», sagt Lammikko lachend. «Hrubec mag sogar finnische Musik, und wenn wir reden, vergeht die Zeit wie im Flug.»

    Juho Lammikko vom ZSC feiert sein Tor zum 2:0 beim Eishockey Playoff Final, Spiel 7 der National League zwischen den ZSC Lions und dem Lausanne HC am Dienstag, 30. April 2024 in der Swiss Life Arena in Zurich. (KEYSTONE/Urs Flueeler)

    Die Swiss-Life-Arena in Ekstase: Juho Lammikko hat im siebten Finalspiel gegen Lausanne das 2:0 erzielt.

    Foto: Urs Flüeler (Keystone)

    Frödén wohnt in Winkel etwas höher gelegen als die anderen, wie er betont. «Dort, wo es am schönsten ist», wie er augenzwinkernd anfügt. «Es ist cool, dass so viele Jungs aus dem Team in der Nähe sind. Das macht auch die Suche nach einem Babysitter einfach. Santtu Kinnunen ist der Erste, den ich anrufe. Er hat am meisten freie Zeit.»

    Frödén wurde im August erstmals Vater, Olivia kam in Stockholm zur Welt. Er sei ein Vater, der anpacke, betont er. Weil er einen 17 Jahre jüngeren Bruder hat, lernte er schon als Teenager, Windeln zu wechseln. Seine Vertragsverlängerung in Zürich sei eine Familienentscheidung gewesen, sagt Frödén. «Hier haben wir es als Familie am besten. Die letzten fünf, sechs Jahre bin ich ziemlich viel herumgereist. Wir fühlen uns sehr wohl in Zürich und in diesem Club. Es ist schön, mehr Stabilität zu haben.»

    Der Schwede inmitten von Finnen

    Frödén ist in einem Team mit drei Finnen der einzige Schwede. Immerhin kann er sich mit Goaliecoach Magnus Wennström in seiner Muttersprache unterhalten. Und manchmal sogar mit den Finnen, weil die in der Schule ja Schwedisch lernen mussten. Die besten Schwedischkenntnisse attestiert er Lehtonen. Er selbst spricht kaum Finnisch, obschon er zu einem Viertel Finne ist, väterlicherseits. Doch sein Vater redete mit ihm nur Schwedisch.

    Der Titel habe die Mannschaft weiter zusammengeschweisst, sagt Frödén, der das Meistertor in Spiel 7 gegen Lausanne (2:0) auf Pass von Lammikko erzielte. «Für mich war es das erste Mal, dass ich Meister wurde. Wenn du das erlebt hast, gibt dir das Extra-Motivation, es nochmals zu schaffen.» Lammikko ergänzt: «Es war ein magischer Abend in der Swiss-Life-Arena. Die Stimmung mit all den Fans war unglaublich. Das will ich unbedingt nochmals erleben.»

    L'attaquant des SZC Jesper Froeden, gauche, celebre la victoire a la fin du match du championnat suisse de hockey sur glace de National League entre Lausanne HC, LHC, et ZSC Lions, ZSC, ce mardi 19 decembre 2023 a la patinoire de la Vaudoise arena a Lausanne. (KEYSTONE/Laurent Gillieron)

    Sein erster Titel: Meisterschütze Jesper Frödén feiert den 2:0-Sieg im siebten Finalspiel gegen Lausanne.

    Foto: Laurent Gilliéron (Keystone)

    Obschon die ZSC Lions punktemässig auf Kurs sind, sind sich die beiden Nordländer einig, dass das Team noch um einiges besser spielen kann. «Ich glaube, wir werden eine gute zweite Saisonhälfte zeigen», sagt Frödén. Lammikko fügt an, das gedrängte Programm mit der Champions League störe ihn überhaupt nicht, im Gegenteil: «Es macht Spass, schon im Dezember und Januar entscheidende Spiele zu haben.»

    Die Champions League zu gewinnen, ist ein erklärtes Ziel der Zürcher. Falls sie sich gegen die Eisbären Berlin durchsetzen sollten, dürfte ein Halbfinalduell mit Titelverteidiger Servette winken.

    Im Team der vielen Jungväter sind die Kinder in den Diskussionen in der Kabine immer wieder ein Thema. So wird übers Wickeln und andere Fachthemen diskutiert. «Jeder ist stolz, Vater zu sein», sagt Lammikko. «Und es ist schön, können wir uns zwischendurch auch mal mit den Kindern treffen.» Dann ist das Eishockey für ein paar Stunden ganz weit weg.

    ZSC Lions: Die Nordländer bleiben

    «Wenn du gewinnen willst, brauchst du Spieler wie sie»

    Der Meister hat die Verträge mit Jesper Frödén (bis 2027) und Juho Lammikko (bis 2028) verlängert. Sportchef Sven Leuenberger erklärt, wieso er die beiden Stürmer so schätzt.

    Simon Graf

    Simon Graf

    Publiziert heute um 17:25 Uhr


    Mikko Lehtonen (ZSC), Jesper Froeden (ZSC) und Juho Lammikko (ZSC) (v.l.n.r) bejubeln den Treffer zum 2:2 im Spiel der Eishockey National League zwischen den ZSC Lions und dem EHC Biel, am Dienstag, 22. Oktober 2024 in der Swiss Life Arena in Zuerich. (KEYSTONE/Til Buergy)

    Sie werden auch die nächsten Jahre im ZSC-Dress jubeln: Jesper Frödén (links) und Juho Lammikko (rechts).

    Foto: Til Buergy (Keystone)


    Die ZSC Lions setzen bei den Ausländern auf Kontinuität. Die Verträge von Simon Hrubec, Mikko Lehtonen und Rudolfs Balcers laufen noch eine Saison weiter, nun haben die Zürcher die Stürmer Jesper Frödén (30) und Juho Lammikko (28) länger an sich gebunden. Der Schwede unterschrieb für zwei weitere Jahre, der Finne sogar für drei. Damit ist für nächste Saison nur noch eine Ausländerposition offen. Diese will Sportchef Sven Leuenberger entweder mit Derek Grant (34) oder einem anderen ausländischen Stürmer besetzen.

    Leuenberger setzt bei den Ausländern nicht auf reine Skorer, und deshalb schätzt er auch Frödén und Lammikko so sehr. «Sie sind immer wieder für entscheidende Tore gut. Aber sie machen auch vieles, um Tore zu verhindern. Sie sind sich nicht zu schade für die Drecksarbeit und damit gute Vorbilder für die Jungen, die wir entwickeln wollen. Wenn du gewinnen willst, brauchst du Spieler wie sie, die jeden Abend ihre Ärmel nach hinten krempeln und ihr Bestes geben. Auch wenn es blitzt und donnert.»

    Sie entschieden Spiel 7 gegen Lausanne

    Dass sie wichtige Tore schiessen können, zeigten die beiden auch im siebten Finalspiel gegen Lausanne, als Frödén das 1:0 und Lammikko das 2:0 erzielte. Mit dem aktuellen ZSC-Topskorer Grant hat Leuenberger noch nicht geredet. «Ich wollte zuerst einmal abwarten, bis sein Kind auf der Welt ist. Nun möchte ich gerne hören, was seine Pläne sind. Ob er nochmals eine Saison in Europa bleiben möchte.»

    Noch keine Verhandlungen führt Leuenberger vorderhand mit Verteidiger Santtu Kinnunen (25). Er plant, mit einem ausländischen Verteidiger (Lehtonen) in die nächste Saison zu steigen.

    Das ZSC-Wunder von Berlin

    Crawford brilliert beim grandiosen Comeback als Psychologe

    Nach einem 0:3 gewinnen die Zürcher bei den Eisbären Berlin noch 4:3. Damit schaffen sie sich eine gute Ausgangslage fürs Rückspiel im Champions-League-Viertelfinal.

    Simon Graf

    Simon Graf

    Publiziert: 04.12.2024, 22:33


    04.12.2024; Berlin; Eishockey Champions Hockey League - Eisbaeren Berlin - ZSC Lions; Trainer Marc Crawforf von den ZSC Lions (City-Press/freshfocus)

    Er kann toben, aber diesmal bleibt er ruhig: ZSC-Coach Marc Crawford.

    Foto: Freshfocus


    Marc Crawford ist bekannt dafür, laut zu werden, wenn ihm etwas nicht passt. Manchmal so richtig laut. Doch als seine ZSC Lions in Berlin erstmals in dieser Saison so richtig in Nöte gerieten, tobte er nicht, sondern sprach mit ruhiger Stimme auf seine Spieler ein. Die Zürcher lagen im Mittelabschnitt 0:3 zurück und waren völlig verunsichert, als er während des Power Breaks mantramässig zu den Spielern sagte: «Beruhigt euch, beruhigt euch. Das schaffen wir schon noch.»

    Und tatsächlich fanden die Zürcher danach allmählich zurück ins Spiel. Grant (30.) schloss eine schöne Kombination zum 1:3 ab, Andrighetto (33.) traf im Powerplay mit einem kernigen Schuss zum 2:3, und so war die Partie wieder offen. Für die grosse Wende benötigten die ZSC Lions dann auch etwas Glück. Kukan (51.) glich mit einem Weitschuss aus, der wohl noch von einem Berliner Spieler abgelenkt wurde, Frödén (57.) rutschte beim 4:3-Siegtor in den Puck hinein und skorte mit dem Oberschenkel.

    5218 Zuschauer. – Tore: 14. Boychuk (Ronning, Pföderl) 1:0. 22. Fontaine (Tiffels) 2:0. 24. Bergmann (Fontaine) 3:0. 30. Grant (Andrighetto, Malgin) 3:1. 33. Andrighetto (Lehtonen, Malgin/Ausschluss Stettmer) 3:2. 51. Kukan (Lammikko) 3:3. 57. (56:00) Frödén (Lammikko) 3:4. – Strafen: 3-mal 2 Minuten gegen die Eisbären, 2-mal 2 Minuten gegen die ZSC Lions.

    ZSC Lions: Hrubec; Trutmann, Marti; Geering, Kukan; Lehtonen, Weber; Kinnunen; Baechler, Lammikko, Frödén; Grant, Malgin, Andrighetto; Zehnder, Sigrist, Rohrer; Riedi, Henry, Baltisberger; Hollenstein.

    Bemerkungen: ZSC Lions ohne Balcers (verletzt), erster Saisonauftritt von Hollenstein.

    Scheinbar hoffnungslos zurück, haben sich die Zürcher in diesem Viertelfinal damit eine gute Ausgangslage fürs Rückspiel vom 17. Dezember in der Swiss-Life-Arena verschafft. Ihnen reicht ein Unentschieden zum Weiterkommen. Sollten sie mit einem Tor Unterschied verlieren, würde es zu einer maximal zehnminütigen Overtime mit drei gegen drei Feldspielern kommen und allenfalls noch zu einem Penaltyschiessen.

    04.12.2024; Berlin; Eishockey Champions Hockey League - Eisbaeren Berlin - ZSC Lions; Jesper Froeden von den ZSC Lions feiert das Tor zum 3:3(City-Press/freshfocus)

    Und plötzlich jubelten die ZSC Lions: Kukan, Frödén und Lammikko (v. l.) feiern das 3:3.

    Foto: Freshfocus

    Allzu sehr in Sicherheit wiegen dürfen sich die ZSC Lions aber nicht. Ihr 0:3-Rückstand sollte ihnen eine Warnung sein. Sie wurden in den ersten 25 Minuten von der Intensität und der Gradlinigkeit der nordamerikanisch geprägten Eisbären Berlin überfordert.

    Die sonst so stabile Defensive bröckelte, immer wieder kamen gegnerische Stürmer alleine vor Hrubec zum Abschluss. Der ehemalige SCB-Meisterstürmer Boychuk (14.) eröffnete das Skore, Fontaine (22.) doppelte ebenso unbedrängt vor Hrubec nach. Schliesslich erwischte Bergmann (24.) den Tschechen im ZSC-Tor nach einem gewonnenen Bully.

    04.12.2024; Berlin; Eishockey Champions Hockey League - Eisbaeren Berlin - ZSC Lions; Fans der ZSC Lions (City-Press/freshfocus)

    Ihre Treue wurde belohnt: Mitgereiste ZSC-Fans in Berlin.

    Foto: City-Press (Freshfocus)

    Das ist ja das Spannende an der Champions Hockey League: Hier treffen die Schweizer Teams auf Gegner, die zuweilen einen ganz anderen Stil pflegen als jenen, den die Zürcher aus ihrem Meisterschaftsalltag gewöhnt sind. Aber es sprach für die ZSC Lions, wie sie sich nach den Worten Crawfords fingen und noch zum Sieg kämpften. Wobei Hrubec noch ein paarmal in extremis retten musste.

    Gross durchatmen können die Zürcher nicht: Bereits am Freitag empfangen sie Ambri, am Samstag steht die Reise nach Lugano an.