Flüeler mit Banner gewürdigt, diese ZSC-Grössen folgen
Der 34-Jährige ist nach Ari Sulander und Mathias Seger der Dritte, dessen Banner unter das Hallendach gezogen wurde. Lukas Flüeler war sichtlich gerührt. Bald wird der Kreis noch erweitert.

Simon Graf
Publiziert heute um 09:33 Uhr
Die Zeremonie in der Swiss-Life-Arena: Vor dem Spiel gegen Davos wird Lukas Flüelers Banner hochgezogen.
Video: Tamedia
Es gelang den ZSC Lions, die Überraschung bis zum letzten Moment vor Lukas Flüeler geheim zu halten. Er wusste nicht, dass ein Banner mit seinem Konterfei und der Nummer 30 unters Hallendach gezogen würde, bis er vor dem Samstagsspiel gegen den HC Davos (4:3 nach Penaltys) daran war, aufs Eis zu gehen für die Ehrung. «Wir standen unten beim Törchen, das aufs Eis führt, als mir Peter Zahner den Ablaufplan der Zeremonie zeigte. Und da stand: ‹Banner wird hochzogen.› Ich dachte: Wow, so cool!»
Es waren berührende Momente für den 34-Jährigen, der zehn Jahre die Nummer 1 im ZSC-Tor war und die Lions zu den Titeln 2012, 14 und 18 führte. Zusammen mit seiner Frau stand er auf dem Eis und strahlte, derweil sich sein Banner zu jenen von Ari Sulander und Mathias Seger gesellte. Die ZSC-Fans hatten eine Choreo mit seinem überlebensgrossen Kopf vorbereitet. Hinter der Maske, doch seine Augen blitzen realitätsnah durch.
Der grosse Moment: Lukas Flüelers Banner wird hochgezogen.
Foto: Claudio Thoma (Freshfocus)
Flüeler bedankt sich für die Ehrung.
Foto: Claudio Thoma (Freshfocus)
Flüeler überlebensgross: So würdigten die ZSC-Fans ihren Meistergoalie.
Foto: Ennio Leanza (Keystone)
«Ich erlebte viele schöne Choreos in all den Jahren beim ZSC», sagt Flüeler. «Ich weiss, was für ein grosser Zeitaufwand das ist und welche Kosten da dahinterstecken. Eine Choreo, die mir persönlich gewidmet ist, ist umso schöner. Ich hoffe, ich kann mich bei jenen, die da mitgewirkt haben, mit einem Bier oder etwas anderem bedanken.»
Er sei in den letzten Wochen immer wieder gefragt worden, ob sein Banner hochgezogen werde, so Flüeler. «Ich sagte jeweils: ‹Es wäre wie ein Geschenk. Wenn ich es bekäme, würde ich mich sehr freuen. Aber ich wäre auch nicht enttäuscht, wenn ich es nicht kriegen würde. Dass der Club so entschieden hat, macht mich umso stolzer.» Strahlend fügte er an: «Meine Tochter ist erst sieben Monate alt. Ich freue mich darauf, es ihr zu zeigen. Wenn sie laufen kann, nehme ich sie ins Stadion mit und deute nach oben zu meinem Banner.»
Dass Flüeler als dritter ZSC-Crack unter dem Hallendach verewigt wurde, war Chefsache: CEO Peter Zahner entschied es, wohl in Absprache mit Präsident Walter Frey, der die Laudatio auf den Goalie hielt. Fragt sich nun, ob sich nicht auch weitere ZSC-Grössen empfehlen für ein Banner. «Diese Frage wurde erst im eigenen Stadion aktuell», sagt Zahner. «Im Hallenstadion mussten wir die Banner ja nach jedem Match wieder herunternehmen. Nun sind wir die Hausherren.»
Gemäss Zahner gibt es mehrere Kriterien, die es zu erfüllen gilt, um auf diese Weise geehrt zu werden: «Man muss sportlichen Erfolg mit uns gehabt haben. Man muss zehn Jahre für den ZSC gespielt und die Karriere bei uns beendet haben.» Das träfe in der Vergangenheit auf zahlreiche Spieler zu. Gemäss Zahner will man aber nicht weiter als 15 Jahre zurückgehen in der Geschichte.
Die «Wall of Fame»: Auch Radioreporter Walter Scheibli ist in der Swiss-Life-Arena verewigt.
Foto: Christian Beutler (Keystone)
«Verdiente Spieler wie Hinterkircher, Bänninger, Lohrer, Ehrensperger, Zehnder, Zeiter, Salis oder Micheli sind bei uns im Stadion in der Wall of Fame verewigt», sagt Zahner. «Und auch Radioreporter Scheibli. Auch so würdigen wir unsere Geschichte.» Zwei Spieler, die erst kürzlich zurückgetreten sind und alle Kriterien erfüllen, werden aber dereinst wie Flüeler unters Dach der Swiss-Life-Arena kommen: Andri Stoffel (38) und Severin Blindenbacher (39). «Ich habe mit beiden schon Kontakt aufgenommen», sagt Zahner.
Blindenbacher und Stoffel folgen
Stoffel bestritt seine komplette Karriere in der ZSC-Organisation, war von 2003 bis 2015 Stammspieler in der ersten Mannschaft und feierte drei Meistertitel und 2009 die Siege in der Champions League und im Victoria-Cup. Heute arbeitet er bei der Fifa, aktuell ist er an der WM in Katar. Blindenbacher verteidigte von 2005 bis 2009 und von 2011 bis 2020 für die Zürcher, wurde viermal Meister und war ebenfalls beim Champions-League- und beim Victoria-Cup-Triumph dabei. Er ist Co-Gründer des Athletes Network, das Sportlerinnen und Sportler nach der Karriere begleitet. Beide waren über Jahre prägende Figuren in der ZSC-Defensive. Wann sie geehrt werden, ist noch offen.
Doch nochmals zurück zu Flüeler. «Er war einer der ersten Goalies in der Schweiz, die mit ihrer Grösse das ganze Tor abdeckten», sagt Sportchef Sven Leuenberger. «Und in den entscheidenden Spielen konnte er immer noch eine Schippe drauflegen. Das macht grosse Goalies aus.»