Beiträge von Larry

    Endlich wieder Derby-Hockey

    Und die Fans im Hallenstadion skandieren: «Sitz, du Sau!»

    Erstmals nach viereinhalb Jahren und bereits zum 212. Mal treffen Kloten und die ZSC Lions aufeinander. Da werden Erinnerungen wach.

    Angelo Rocchinotti (TA)
    Publiziert heute um 11:49 Uhr


    Am Samstag kämpfen sie wieder um jeden Zentimeter Eis: Die Lions treten in Kloten an.


    Am Samstag kämpfen sie wieder um jeden Zentimeter Eis: Die Lions treten in Kloten an. Foto: Marc Schumacher (EQ Images)

    Er hüpfte, tanzte und sang voller Inbrunst: «EHC, Nati B, schalalala!» Und: «Züri isch Meischter, Chloote isch im B!» Die Rede ist von Phil Baltisberger. Vor viereinhalb Jahren verhöhnte der ZSC-Verteidiger anlässlich der Meisterfeier den Absteiger Kloten, entschuldigte sich später via Twitter und meinte, er werde die Derbys vermissen. Nun kommt es am Samstag in Kloten zum ersten Wiedersehen nach 1736 Tagen.


    Es ist das 212. Aufeinandertreffen. Kloten holte sich 113, der «Zett» 85 Siege. 13 Duelle endeten unentschieden. Unzählige Geschichten wurden geschrieben, und noch heute geraten Kloten-Legende Roman «Limi» Wäger oder der ehemalige ZSC-Captain Bruno Vollmer ins Schwärmen, wenn sie an vergangene Zeiten denken. Damals, in den 1990er-Jahren, als schon Tage zuvor in den Zeitungen die Stimmung angeheizt wurde, der damalige Hallenstadion-Direktor Sepp Voegeli in Klotens Kabinen das Warmwasser abstellte oder die Heizung aufdrehte. «Es war dann gefühlte 70 Grad heiss», sagt Vollmer.

    Zitat
    «Wir waren Feindbilder, wurden mit Bier geduscht. Sogar Würste kamen geflogen.»
    Roman Wäger, ehemaliger Kloten-Stürmer

    Alle heben die Atmosphäre im alten Hallenstadion hervor. «Wenn Fige Hollenstein kam, tobten die Fans», erinnert sich Arno Del Curto. «Wurde er auf die Strafbank geschickt, skandierten sie: ‹Sitz, du Sau!› Er heizte das Ganze zusätzlich an und blieb einfach stehen. Das waren geile Zeiten.» Roman Wäger erinnert sich: «Wir waren Feindbilder, wurden mit Bier geduscht. Sogar Würste kamen geflogen. Weil überall geraucht wurde, roch man schon nach dem Einlaufen, als hätte man seit drei Tagen die Kleidung nicht gewechselt.»

    Doch auch in Kloten ging es hoch zu. «Man hat mich ausgepfiffen. Aber ich konnte es verstehen. Das war nicht lustig für die Fans», sagt Andreas «Zesi» Zehnder, der erste Spieler, der 1989 von Kloten zum ZSC übergelaufen war. Ein No-go war das damals. «Statt des HCD hätte ich auch Kloten übernehmen können, schlug die Offerte aber aus. Vom ZSC zu Kloten, das ging einfach nicht», sagt Del Curto.

    Viele Derby-Geschichten sind entstanden. Hier eine Auswahl:



    Die pummelige Sowjet-Legende


    1991 treffen die Rivalen erstmals im Playoff aufeinander. Nach einem 0:7 im ersten Viertelfinal bringt ZSC-Trainer Pavel Wohl den pummeligen Wladimir Krutow. «Hören Sie, der Mann war der beste Linksaussen der Welt», rechtfertigt sich der tschechische Professor. Krutow wird zum Mann des Spiels, skort beim 6:4 zwei Tore und einen Assist. Nach dem ersten Treffer des Russen erleidet Hallenstadion-Direktor Voegeli einen Herzanfall und muss auf die Intensivstation. Schlüsselfiguren im Duell: Wladimir Krutow (v.), der den ZSC zum 6:4-Sieg führt, gegen Felix Hollenstein. 


    Schlüsselfiguren im Duell: Wladimir Krutow (v.), der den ZSC zum 6:4-Sieg führt, gegen Felix Hollenstein. Foto: Keystone


    Das verrückteste Derby


    Noch heute sprechen viele vom vierten Viertelfinal-Duell 1991. Vor 12’051 Zuschauern im rauchgeschwängerten Hallenstadion geht das Bier schon nach zwei Dritteln aus. Der ZSC führt 6:5, als Zesi Zehnder sich einen Fehlpass leistet und Kent «The Magic Man» Nilsson 30 Sekunden vor Schluss ausgleichen kann. Während Anders Eldebrink seinen Versuch im Penaltyschiessen verwertet, scheitert Bob Martin an der Lattenunterkante. Der ZSC scheidet aus.



    Erster Auswärtssieg


    Der ZSC gewinnt zwar das erste Derby: 17:1 im Cup 1960. Doch erst im Januar 1993 reüssieren die Stadtzürcher erstmals in Kloten. Nach dem sporthistorischen 4:2 lassen sie eine Krawatte produzieren. Und Vollmer vergleicht: «In Lugano konnte man nach einem Derby-Sieg gar eine Woche gratis einkaufen.»


    Fan-Boykott nach Del-Curto-Rauswurf


    Auch das 3:3 im Oktober 1993 ist aus Stadtzürcher Sicht ein Coup. Denn: «Wir hatten damals gegen Kloten schlicht keine Chance. Stand es 0:7 und wir schossen ein Tor, flippten die Fans aus. Schossen wir ein zweites, war es, als hätten wir gewonnen», blickt Del Curto zurück. Doch an jenem Abend bleiben viele Fans dem Spiel fern. Sie goutieren nicht, dass die Verantwortlichen Del Curto eine Woche zuvor entlassen haben, und gehen mit dem Engadiner ans Iggy-Pop-Konzert. «Das Volkshaus war gerammelt voll. Da waren Fans in ‹Zeugen Del Curtos›-Shirts. Geil wars», so der heute 66-Jährige.


    Krutow und der tote Mann


    Spiel 3 des Playoff-Viertelfinals im März 2008: Klotens Romano Lemm prallt mit Alexei Krutow zusammen. Während sich der Russe auf dem Eis windet, wird Lemm ausgeschlossen. Der ZSC macht in Überzahl alles klar, gewinnt zum dritten Mal. Und Krutow? Er kehrt wenig später zurück. «Krutow hat eine grosse Show abgezogen. Zuerst spielt er den toten Mann, dann ist er pudelmunter. Das hat mit Eishockey nichts mehr zu tun», ärgert sich Lemm.

    Der Klotener wird gesperrt, der ZSC zieht in den Halbfinal ein und wird mit Domenico Pittis Meister. Erst im Januar hat Pittis Kloten Hals über Kopf verlassen. Er habe es mit der Schwedenfraktion nicht mehr ausgehalten, sagt er. Alles nur Show? Alexei Krutow bleibt im dritten Viertelfinal-Spiel 2008 etwas zu lange liegen. 


    Alles nur Show? Alexei Krutow bleibt im dritten Viertelfinal-Spiel 2008 etwas zu lange liegen. Foto: Gabi Müller (Keystone)


    Meistertitel in Kloten


    «Sorry, Kloten, es hat wieder nicht gereicht.» Mit dieser Aussage erzürnt Ex-Kloten-Stürmer Roman Wick im April 2014 die Kloten-Fans. Zum dritten Mal innert fünf Jahren verlieren die Zürcher Unterländer einen Final. Der ZSC feiert ausgerechnet am Schluefweg. Kloten gewinnt kein Spiel, verliert letztlich im Penaltyschiessen. Robert Nilsson, der Sohn des früheren Kloten-Stars Kent, und Torhüter Lukas Flüeler werden zu Helden. Flüeler lebt damals mit Klotens Simon Bodenmann in einer WG. «Bodi zog im Playoff aus. Wer will schon den Gegner bei sich haben?» so Flüeler.

    Wäger und Vollmer sagen unisono: «Eine WG? Das wäre zu unserer Zeit undenkbar gewesen.» Doch spinnefeind war man sich auch nicht. «Am Sechstagerennen», erinnert sich Vollmer, «sind wir mit dem Gegner an derselben Bar versumpft.» Das Tor zum Titel 2014: Robert Nilsson bezwingt Kloten-Goalie Martin Gerber im Penaltyschiessen. 


    Das Tor zum Titel 2014: Robert Nilsson bezwingt Kloten-Goalie Martin Gerber im Penaltyschiessen. Foto: Walter Bieri (Keystone)


    Simpson attackiert Hollenstein


    Im Januar 2015 bestreitet ZSC-Captain Mathias Seger in Kloten sein 1000. Spiel in der höchsten Liga. Doch für Schlagzeilen sorgt Sean Simpson. Die Stadtzürcher machen im letzten Drittel aus einem 0:2 ein 4:2, fügen dem neuen Kloten-Trainer die vierte Niederlage im fünften Spiel zu. Simpson attackiert seinen Vorgänger Felix Hollenstein: «Es ist eine Frage der Kondition. Zu viele Spieler sind in schlechter physischer Verfassung», kritisiert der ehemalige Nationalcoach: «Ich weiss nicht, was sie im letzten Sommer getan haben. Es wird ein fucking hartes Sommertraining für diese fucking Guys geben.» Später krebst Simpson zurück. Er habe Hollenstein nicht angreifen wollen und habe grössten Respekt vor ihm. Forscher Ton: Sean Simpson äussert sich nach dem verlorenen Derby Anfang 2015 kritisch. 


    Forscher Ton: Sean Simpson äussert sich nach dem verlorenen Derby Anfang 2015 kritisch. Foto: Steffen Schmidt (Keystone)

    Der Disziplinarrichter im Spielbetriebswesen der Swiss Football League eröffnet ein Verfahren gegen Bo Henriksen, um weitere Klarstellungen nach seinem Platzverweis vom vergangenen Donnerstag gegen den FC Basel 1893 wegen Verlassens seiner technischen Zone und seinem Verhalten gegenüber dem vierten Schiedsrichter zu erhalten.

    Die erste Sperre folgt automatisch, Henriksen wird am Sonntag im 280. Zürcher Derby gegen GC somit nicht auf der Trainerbank Platz nehmen können. Für ihn übernimmt Assistenztrainer Genesio Colatrella.

    Back-up-Goalie Jeffrey Meier wechselt bis zum 23. Dezember 2022 zu Fribourg-Gottéron und bildet dort zusammen mit Connor Hughes das vorübergehende Goalie-Duo. Stammtorhüter Reto Berra ist derzeit verletzt.

    Und sein direkter Konkurrent Robertson mit zwei Toren. Könnte nun bereits sehr schwierig werden für Malgin, es geht schnell in der NHL!

    Ja kein gutes Zeichen.....

    Robertson spielte übrigens gegen seinen Bruder und er war der erste der in einem Bruderduell ein Tor schoss seit......1921!


    Ich auch; und ich bleibe dabei: könnte passen!

    Es besteht definitiv mehr Zuversicht, als auch schon! Auch wenn "Scheitern" nicht ausgeschlossen ist.

    Bei mir besteht "Zuversicht"; nicht "Euphorie".

    Klar. Fragt sich was diese Saison noch drin liegt. Die Nagelprobe wird er erst nächste Saison haben.

    Adi Wichser.....gibt sicher noch mehr.....

    Vom Meister EHC Kloten 1967 zum ZSC wechselten:

    Urs Lott

    Jürg Lott

    Peter Lüthi (als Coach)

    Heinz Lüthi

    Richi Fehr

    Hat jemand ein Tagi ABO und wäre so nett diesen Bericht zu posten?

    https://www.tagesanzeiger.ch/der-stuermer-d…ll-804915485653

    Die Zukunft der Arenen

    Der Stürmer, der mit dem Computer das Stadion­erlebnis verbessern will

    Wie komme ich am schnellsten aufs WC? Wie hoch ist der Puls vor dem Tor? ZSC-Center Reto Schäppi hat sich in seiner Masterarbeit mit «Augmented Reality» befasst.

    Kristian Kapp
    Kristian Kapp(Text), Silas Zindel(Bilder)
    Publiziert: 17.10.2022, 06:00

    Der Spieler und die Arbeit: ZSC-Stürmer Reto Schäppi posiert in der neuen Swiss-Life-Arena.


    Der Spieler und die Arbeit: ZSC-Stürmer Reto Schäppi posiert in der neuen Swiss-Life-Arena. Foto: Silas Zindel

    Auf dem Eis ist Reto Schäppi keiner der ZSC-Spieler, die dem gewöhnlichen Zuschauer häufig in Erinnerung bleiben. Als Center der vierten Linie blüht der 31-Jährige vor allem bei defensiven Aspekten des Spiels auf. Aber Schäppi ist auch ein ZSCler durch und durch, er hat in seiner Profikarriere noch nie für andere Clubs gespielt. Darum überrascht es nicht, dass bei seiner Masterarbeit an der Fernfachhochschule Schweiz (FFHS) das neue Stadion der Lions eine wichtige Rolle einnimmt.

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    «Ich sagte mir: Wenn ich mich ein halbes Jahr lang reinhänge, soll jemand vom Thema profitieren», erklärt Schäppi, der sich der Frage widmete, wie sich für Zuschauer das Stadionerlebnis mit Augmented Reality verbessern liesse.


    Augmented Reality ist bereits da


    Wer bei diesem Begriff – auf Deutsch erweiterte Realität – sogleich Reissaus nehmen will, weil er viel Theorie und wenig Praxis befürchtet, dem sei gesagt: So gut wie jeder Sportinteressierte wurde vor dem Fernseher schon mit Augmented Reality konfrontiert und ist simple Varianten bereits gewohnt.

    Zum Beispiel, wenn im American Football die nur am Bildschirm sichtbare gelbe Linie aufs Spielfeld projiziert wird, um zu zeigen, wo der nächste First Down erreicht wird. Oder wenn in der Drittelspause des Hockeyspiels die Experten die Spieler mit bunten Kreisen hervorheben. Dann sehen wir Augmented Reality. Die Realität, die mit digitalen Elementen erweitert wird. Erweiterte Realität eben.

    Nicht zu verwechseln mit der virtuellen Realität, bei der der Protagonist eine VR-Brille trägt und sich zum Beispiel auf dem Mars wähnt. Wobei auch diese Technologie im Eishockey bereits eingesetzt wird, namentlich im ZSC-Nachwuchs: dann, wenn zum Beispiel die Goalies im Kraftraum in Spielmontur Reaktionstraining betreiben und durch die VR-Brille digital simulierte Pucks, abgefeuert von ebenso simulierten Stürmern, halten müssen. Fachsimpeln über Augmented Reality: ZSC-Stürmer Reto Schäppi und CTO Romano Caviezel.


    Fachsimpeln über Augmented Reality: ZSC-Stürmer Reto Schäppi und CTO Romano Caviezel. Foto: Silas Zindel

    Aber das ist eine andere Geschichte. Bei Schäppis Master-Thesis geht es ausschliesslich um den Zuschauer im Stadion. Und um Augmented Reality. Während der Arbeit spannte er mit Romano Caviezel zusammen. Der Finanzchef der ZSC Lions amtiert in der neuen Arena auch als CTO (Chief Transformation Officer), ist also zuständig für die Aspekte der Digitalisierung im Stadion.

    Dieser empfahl Schäppi, vor allem auf den riesigen Videowürfel in der Arena zu fokussieren – sowie auf die 267 Displays, die überall in der ganzen Halle angebracht wurden und die mehr als blosse TV-Geräte sind, auf denen Bilder der Spiele gezeigt werden können: «Diese Bilder kannst du mit digitalen Elementen erweitern, die für Zuschauer einen Mehrwert bieten können.»

    Zitat
    «Dank Augmented Reality findest du den Weg zur Toilette mit der aktuell kürzesten Warteschlange.»
    Romano Caviezel, CFO/CTO ZSC Lions

    Es existieren auch Augmented-Reality-Brillen, durch die man einerseits die Realität vor sich sieht, aber auch darauf projizierte, nur mit der Brille sichtbare Elemente. So weit wollte auch Schäppi aber noch nicht gehen: «Wenn du den Fans am Eingang Brillen abgibst, kommt das wohl noch ein paar Jahre zu früh.» Ihm schweben vorerst einfachere Beispiele vor: «Du schaust dir auf dem Würfel normalerweise die Wiederholung einer Szene an, wie sie auf dem Eis geschah. Wie zum Beispiel Denis Hollenstein eine Solochance hatte. Dank Augmented Reality siehst du nun aber die Szene mit Hollensteins aktueller Geschwindigkeit oder seinem Puls.»

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    Caviezel sieht auch Möglichkeiten bei der Steuerung des Besucherstroms: Der Zuschauer blickt auf sein Handy und sieht auf dem Bildschirm dank Augmented Reality den schnellsten Weg zu seinem Sitzplatz. «Oder den Weg zur Toilette mit der aktuell kürzesten Warteschlange.»


    Wie reagieren die konservativen Fans?


    Auch Pausenspiele lassen sich durch Augmented Reality und die entsprechenden Apps zu Wettbewerben für Fans aufpeppen: Halten sie zum Beispiel ihr Handy Richtung Videowürfel, sehen sie dreidimensionale Pucks auf sie zufliegen, die sie mit Tippen auf den Bildschirm fangen müssen. «Solche Dinge würden wir nicht nur zum Spass anbieten. Man kann damit auch Sponsoren akquirieren, die diese Spiele finanzieren», sagt Caviezel. «Wir sind dran, solche Konzepte zu entwickeln, auch auf Basis von Retos Arbeit.»

    Wenn am Dienstag die ZSC Lions ihr Stadion mit dem Spiel gegen Fribourg eröffnen, wird also von all dem noch nichts sichtbar sein. «Wir bieten ohnehin ja schon sehr viel Neues», sagt Caviezel: «Der grosse Würfel mit der entsprechenden Lichtshow zum Beispiel. Und wir führen bald eine Food-App ein, mit der du die Verpflegung vom Platz aus vorbestellen und dann bei der Schnellspur der Essensstände abholen kannst. All das ‹Einfache› soll zunächst funktionieren, erst dann wollen wir die nächsten Schritte wie Augmented Reality in Angriff nehmen.»

    Zitat
    «Die meisten Zuschauer begrüssen neue Technologien, solange diese einfach anwendbar sind.»
    Reto Schäppi, Stürmer ZSC Lions

    Eine Frage bleibt: Wie reagieren gerade die «Hardcore»-Fans auf solche Ankündigungen? Jene Anhänger, die die Kommerzialisierung des Matchbesuchs, die Abkehr vom gewohnten Erlebnis einer Eishockeypartie ablehnen? Schäppi ist sich sicher: «Die meisten Zuschauer begrüssen neue Technologien, solange diese einfach anwendbar sind.» Gerade im Raum Zürich mit dem Überangebot an Freizeitbeschäftigung könne es sich ein Club nicht leisten, stehen zu bleiben: «Du musst immer neue Wege finden, um die Zuschauer zu dir holen zu können.» Reto Schäppis Master-Thesis: «Erarbeitung einer Grundlage für die Optimierung der Fan-Experience, basierend auf Augmented Reality in Schweizer Eishockeystadien».


    Reto Schäppis Master-Thesis: «Erarbeitung einer Grundlage für die Optimierung der Fan-Experience, basierend auf Augmented Reality in Schweizer Eishockeystadien». Foto: Silas Zindel

    INTERVIEW

    Der neue Trainer Bo Henriksen sagt über den FCZ: «Es ist ein Familienklub, ein Arbeiterklub, hierher passe ich perfekt»

    Seit zehn Tagen ist Bo Henriksen Trainer im FC Zürich. Der Däne erzählt, was er unter Leadership versteht und warum er als Fussballprofi nicht so gut war wie heute als Coach. Der 47-Jährige sagt über sein Auftreten: «Vielleicht wollte ich immer etwas anders sein als der Durchschnitt.»

    Stephan Ramming und Fabian Ruch, Zürich20.10.2022, 05.30 Uhr (NZZ)


    «Ich nehme alle Verantwortung auf mich» – diese Eigenschaft bezeichnet Bo Henriksen als seinen grössten Pluspunkt.

    «Ich nehme alle Verantwortung auf mich» – diese Eigenschaft bezeichnet Bo Henriksen als seinen grössten Pluspunkt.

    Ennio Leanza / Keystone

    Bo Henriksen, waren Sie überrascht, als Sie von einem Schweizer Klub kontaktiert wurden?

    Fussball ist globalisiert, man muss immer das ganze Bild betrachten. Und ich bin alt genug, um zu wissen, dass früher einige dänische Fussballer in der Schweiz spielten. Es war eine Ehre, dass sich ein so bedeutender Klub wie der FC Zürich für mich interessierte. Der FCZ will gewinnen, ich will gewinnen, das passt. Und ich verfolge die Schweizer Liga, seit ich fünf Jahre alt bin, weil ich familiäre Verbindungen zur Schweiz habe.

    Erzählen Sie.

    Eine meiner Tanten war mit einem Schweizer verheiratet, in meiner Kindheit kam ich jeden Sommer in die Schweiz. Ich kenne also das Land und die Kultur ein wenig, es hat mir hier immer sehr gut gefallen.

    Wie war der erste Kontakt zum FC Zürich? Sassen Sie zu Hause, und jemand vom FCZ rief an?

    Das kann man so zusammenfassen. Das ist einige Wochen her, der Sportchef Marinko Jurendic war am Telefon und sagte mir, der FCZ habe sich über mich erkundigt und viele gute Dinge gehört. Wir hatten dann einige lange Gespräche. Der direkte Kontakt ist immer besser, als wenn es über Agenten läuft, die oft finanzielle Interessen verfolgen. Irgendwann kam ich dann runter nach Zürich.

    Zum Treffen mit dem Besitzerehepaar Heliane und Ancillo Canepa.

    Unser Sportchef war auch dabei. Es war phantastisch. Ich mag Menschen, die leidenschaftlich sind, nicht nur Präsidenten oder Besitzer sind, sondern auch Fans. Die Canepas sind wie ich passioniert. Sie erzählten mir alles über den FCZ, die Südkurve, die Erfolge, ihre eigene Geschichte. Es ist ein Familienklub, ein Arbeiterklub, hierher passe ich perfekt. Und ich sagte ihnen an diesem Treffen, was ich kann, aber ich sagte auch, was ich nicht kann.

    Das ist aussergewöhnlich.

    Es ist eine Frage der Kultur. Es braucht eine klare Linie, damit alle wissen und verstehen, was die Erwartungen sind. Jeder muss sich auf das konzentrieren, was er am besten kann, damit wir das Beste aus allen herausholen können. Ich bin ein Menschenfreund, will die Spieler fühlen, ihnen nahe sein, mich um die Taktik kümmern.

    Und was können Sie nicht?

    Es gibt viele Dinge, in denen ich mich steigern kann. Wenn es einen Trainer braucht, der stundenlang am Laptop sitzt, bin ich der falsche Mann. Es gibt auch viele Menschen, die besser als ich sind, wenn es darum geht, einen Trainingsplan sauber aufzuschreiben, ein Video zu schneiden, solche Sachen. Ich kann auch nicht so gut putzen.

    Das behaupten wir zu Hause auch immer.

    Okay, natürlich könnte ich das irgendwie, aber eben nicht perfekt. Ich will die beste Version von mir sein. Als Leader musst du authentisch sein, dann folgen dir die Spieler. Wenn sie merken, dass du eine Show abziehst, hast du verloren. Wir sehen und hören Dinge, aber wir müssen diese Dinge glauben, fühlen, wissen.

    Es gibt Leute in Dänemark, die Sie wegen Ihrer leidenschaftlichen Art mit dem Liverpool-Trainer Jürgen Klopp vergleichen.

    Ich mag es natürlich, mit ihm verglichen zu werden, aber er steht logischerweise auf einer ganz anderen Stufe. Im Fussball gibt es mittlerweile so viele Spezialisten. Beim FC Midtjylland, der sehr datenbasiert arbeitet, hatte ich allein fünf Analysten. Und drei Trainer waren im Klub als Experten für Standardsituationen angestellt. Als Cheftrainer brauchst du vor allem eines: Leadership. Dem überzeugenden Leader folgen die Menschen. Mein grösster Pluspunkt ist: Ich nehme alle Verantwortung auf mich. Ich sage den Spielern: Geht raus und spielt, geniesst es, wie ihr es mit fünf Jahren genossen habt.

    Wie waren Sie als Fünfjähriger?

    Der mit Abstand beste Spieler Dänemarks, wie alle Jungs in diesem Alter. Mit acht Jahren schoss ich in einer Saison 93 Tore. Fast alle Freunde, die ich heute habe, waren bereits damals meine Freunde, die Liebe zum Fussball verbindet uns. Darum sage ich meinen drei Söhnen immer, wie wertvoll Fussball ist. Man lernt nicht nur Freunde fürs Leben kennen, sondern lernt auch, wie man miteinander umgeht, aneinander glaubt, sich unterordnet, motiviert, wie man als Team verliert und gewinnt. Ich hatte das Glück, auf bescheidenem Niveau Profi zu werden, und da merkte ich aber auch sehr früh, dass Fussball nicht immer nur Freude und Erfüllung bedeutet.

    Wann war das?

    Mit 17 durfte ich erstmals mit der ersten Mannschaft von Odense BK ins Trainingslager nach Lanzarote. Ich war so glücklich. Die älteren Spieler im Team beklagten sich dagegen, weil sie länger von zu Hause weg mussten. Davor war Fussball Spass gewesen, jetzt wurde es Arbeit. Eine Frage beschäftigt mich seither ständig: Warum spielen wir? Es gibt Studien, nicht nur aus Dänemark, die zeigen, dass viele Fussballer mentale Probleme haben. Auch ich war als Profi nicht so, wie ein Profi sein sollte.

    Warum nicht?

    Ich war nie der talentierteste Spieler, aber immerhin schaffte ich es in die U-20-Auswahl Dänemarks. Dort spielte auch Thomas Gravesen.

    Der ziemlich verrückte, sehr harte Thomas Gravesen?

    Genau der. Er würde zwar das Gegenteil behaupten: Aber fussballerisch waren wir auf einem ähnlichen Niveau. Der Unterschied war: Thomas spielte immer nur den nächsten Ball. Ihn kümmerte es nicht, wie der letzte Ball war. Wenn er zehn Meter übers Tor schoss, war ihm das egal. Ich und die meisten Fussballer denken jedoch an diesen Schuss zurück. Wir sind dann vielleicht ängstlich. Thomas war nie ängstlich. Ich erreichte nie mein Level, Thomas aber spielte immer über seinem Level. Weil er furchtlos war, in jeder Sekunde. Er endete bei Real Madrid, ich bei Kidderminster. Am Ende des Tages geht es im Leben immer darum, an dich zu glauben. Jeder weiss das. Kaum einer schafft das.

    Man muss also seine negativen Gedanken eliminieren?

    Wenn du das tust, lernst du, wie man am besten spielt. Wenn du immer nur an den nächsten Ball denkst, spielst du instinktiv. Wie der Fünfjährige, der keinen Druck spürt.

    Wann begannen Sie eine Trainerkarriere anzustreben?

    Ich war immer Coach. Mit 11 trainierte ich die Sechsjährigen in unserem kleinen Klub in Odense. Mit 15 war ich Spielertrainer unserer Schulmannschaft am grossen Turnier aller Schulen in Dänemark. Ich wusste als Profi früh, dass ich als Trainer besser sein werde.

    Wie spürten Sie das?

    Ich war Mitglied jener Mannschaft von Herfolge, die im Jahr 2000 sensationell dänischer Meister wurde. Herfolge ist ein kleines Dorf mit 4000 Einwohnern. Der frühere Arsenal-Spieler John Jensen war damals Trainer. Ich war in der Meistersaison oft verletzt, spielte kaum, aber nach der Saison sagte John, der Klub wolle meinen Vertrag unbedingt verlängern, es sei egal, dass ich kaum zum Einsatz komme.

    Was war seine Erklärung?

    Er sagte, ich machte alle glücklich und zufrieden, die Spieler seien gerne mit mir zusammen. Ich merkte: Ich denke mehr an die anderen als an mich. Als Profi ist das nicht die ideale Mentalität, Fussball kann auch eine harte Welt sein, es braucht Egoismus als Spieler. Ich war immer nett zu allen.

    Was passierte dann?

    Sie wollten meinen Vertrag nicht als Fussballer verlängern, sondern als Mensch. Für mich war klar: Ich musste lernen, mehr über mich selber herausfinden. Deshalb zog ich in die Welt, spielte in England und in Island, sogar für ein paar Monate auf den Malediven. Am Ende war ich Spielertrainer bei einem kleinen dänischen Klub. Einmal wechselte ich mich zwanzig Minuten vor Spielende als Stabilisator im defensiven Mittelfeld ein, wir führten 2:0, verloren 2:3. Der Captain kam zu mir und sagte: «Bo, lass es sein.» Es war mein letztes Spiel auf dem Feld.

    In England bei den Kidderminster Harriers hatten Sie den Übernamen «Bomber Bo» bekommen. Warum?

    In einer sehr tiefen englischen Liga war das, vor rund zwanzig Jahren. Dort hatte man wohl nicht so viel Ahnung. Vielleicht fiel ich wegen meiner Haare auf, damals waren sie noch wirklich lang. Die Haare gehören zu meiner Art, mich auszudrücken. Vielleicht wollte ich immer etwas anders sein als der Durchschnitt. Ich schoss ein paar Tore, war aber nie ein Goalgetter.

    Lange Haare und grosse Emotionen: Bo Henriksen als Stürmer bei Kidderminster.

    Youtube

    Sie sind nun seit gut einer Woche im FCZ. Letztes Jahr wurde der Klub Meister, jetzt steckt er in einer tiefen Krise. Was haben Sie für ein Team vorgefunden?

    Die Spieler haben letzte Saison fast immer gewonnen. Nun klappt das nicht mehr. Auch das ist ein Teil des Lebens. Diese negative Spirale hört erst auf, wenn jemand die Verantwortung übernimmt und sagt: «Stopp, jetzt fangen wir eine neue Geschichte an.» Nun geht es darum, das Schwierigste zu schaffen, die Wende. So wird man erwachsen.

    Was sagten Sie der Mannschaft an Ihrer ersten Ansprache?

    Mehr oder weniger dasselbe. Das Wichtigste war für mich, dass die Spieler wieder glauben, dass sie gewinnen können, dass jeder für den anderen bereit ist, durchs Feuer zu gehen. Man kann das auf verschiedene Arten versuchen. Mit Statistik, mit Taktik. Mit Angst, mit Zuneigung. Ich setze auf Qualität und harte Arbeit. Und obendrauf: auf Liebe, auf Vertrauen, auf den Glauben. Wer das nicht zurückzahlt, dem nehme ich Liebe, Vertrauen und meinen Glauben. So ist es auch im Leben.

    Sie benutzen sehr starke Wörter und kräftige Bilder – übertreiben Sie gerne?

    Das Leben soll doch stark und kräftig sein! Ich erkläre es an einem Beispiel aus dem Kinderfussball. Ich fragte einen Sechsjährigen: «Wie willst du später sein?» Antwort: «Wie Messi, wie Ronaldo!» Die Achtjährigen sagen: «Ich will hier der Beste sein, jeder Schuss ist im Lattenkreuz!» Die Zehnjährigen sagen: «Vielleicht werde ich Profi.» Mit zwölf Jahren sagen die Kinder: «Ich will die beste Version meiner selbst sein.»

    Klingt vernünftig.

    Vernünftig? Ich bitte Sie: Man hat ihnen die Träume genommen! Die Eltern, die Trainer, das Umfeld. Aus Angst, dass Enttäuschung weh tun könnte, wenn es nicht klappt. Bei den Profis ist es das Gleiche. Ich sage, was ich meine. Ich sage, was ich fühle. Wenn ich meine Spieler liebe, dann liebe ich sie. Ich will sie unterstützen, und ich habe keine Angst, dass es misslingt. Wenn ich vor etwas Angst habe, dann passiert es. Wie im Leben auch.

    In Dänemark sagen alle, dass Bo Henriksen ein positiver, zugänglicher, emotionaler Typ ist und ein Trainer, den alle mögen. Ist es nicht schwierig, immer gut gelaunt zu sein?

    Warum sind wir, wie wir sind? Es gibt tausend Gründe dafür. Auch ich bin manchmal müde, meine Frau und die drei Söhne geben mir viel Kraft. Ich lernte schon früh, Stimmungen wahrzunehmen und mich darauf einzustellen. Das ist immer noch eine Stärke von mir, dass ich Stimmungen und Menschen schnell lesen kann. Ich muss spüren, wie es den Spielern geht. Fussballer haben den schönsten Job auf der Welt, aber sie tragen auch viel auf ihren Schultern. Kein Spieler geht raus und will schlecht sein. Er kann manchmal blockiert sein, überheblich, verzagt, er kann egoistisch rüberkommen, aber keiner macht das absichtlich. Hier fängt meine Arbeit als Trainer an.

    Im Sommer wurden Sie beim FC Midtjylland nach nur zwei Spieltagen in der neuen Saison entlassen. Es heisst, Sie seien sehr enttäuscht gewesen.

    Ja, weil ich in den ersten zwölf Monaten drei von vier Zielen erfüllt hatte: Qualifikation für den Europacup, Cup-Sieg, wieder die Qualifikation für den Europacup. Das vierte Ziel verpassten wir, weil wir in der Meisterschaft drei Punkte hinter dem FC Kopenhagen Zweiter wurden. Aber: In sechzehn Jahren als Trainer habe ich die Ziele immer erfüllt oder übertroffen.

    Warum ging es denn beim FC Midtjylland nicht weiter für Sie?

    Die Verantwortlichen wollten einen anderen Fussball, sie holten einen Coach vom FC Barcelona. Ich bin nicht von Barcelona, lasse nicht wie Barcelona spielen. Ich spiele so, dass wir gewinnen.

    Der FCZ hat nach elf Runden noch nie gewonnen und ist abgeschlagen Letzter.

    Wir führen viele Gespräche, das ist jetzt eine Puzzlearbeit. Die Basis stimmt, die Abwehr funktioniert, das sah man beim 0:0 gegen YB am Sonntag. Wir müssen etwas mutiger sein, wenn wir den Ball haben. Festigen wir das Fundament, können wir uns weiterentwickeln. Das wird uns gelingen.

    fcr. · Die Menschen in Dänemark sagen, man sei gerne mit Bo Henriksen zusammen. Auch beim Interviewtermin mit der NZZ im «Home of FCZ» im Heerenschürli strahlt der neue Trainer des FC Zürich positive Energie aus und verbreitet gute Stimmung. Draussen vertreiben sich die beiden jüngeren der drei Söhne (18, 14 und 6 Jahre) mit Fussballspielen die Zeit. Der älteste Sohn ist wegen der Ausbildung in der Heimat geblieben.

    Henriksen war ein ordentlicher, aber kein grosser Fussballer, er spielte in Dänemark, in unteren Ligen in England, in Island und ein paar Monate auf den Malediven. Als Trainer arbeitete der 47-Jährige mit Erfolg jahrelang bei den kleineren dänischen Klubs Brønshøj und Horsens, die Mannschaften spielten weit über ihren Möglichkeiten.

    Auch beim Spitzenklub FC Midtjylland stimmten letzte Saison die Resultate, ehe Henriksen nach nur zwei Runden in dieser Saison freigestellt wurde, weil die Verantwortlichen eine neue Philosophie verfolgen.

    Frühere Heimstätten der ZSC Lions

    Als der Zürcher SC noch unter verschneiten Tannen spielte

    Die Löwen waren schon fast überall in der Stadt zu Hause. Das neue Stadion wird bereits das fünfte Heimeis in der Clubgeschichte.

    Gaël Riesen (TA)
    Publiziert heute um 11:40 Uhr

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    1930: Kunsteisbahn Dolder

    Vor einer beeindruckenden Kulisse zeigt sich der ZSC die ersten Jahre im Dolder.

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    Vor einer beeindruckenden Kulisse zeigt sich der ZSC die ersten Jahre im Dolder. Foto: Ernst Baumann (Keystone)

    Unter dem Namen Zürcher SC erhält die grösste Stadt der Schweiz am 15. Oktober 1930 ihren eigenen Hockeyclub. Die Heimspiele werden auf dem Dolder ausgetragen. Das heutige Eisfeld, das vor allem um Weihnachten Romantiker zum händehaltenden Schlittschuhlaufen einlädt, bleibt während zwanzig Jahren Schauplatz der ZSC-Heimspiele. Die mittlerweile verkommene und verkleinerte Tribüne ist damals eine gigantische Freiluftarena. Nur sechs Jahre nach der Gründung bejubelt man den ersten Meistertitel des Zürcher Schlittschuhclubs – ein Name, den die Hockeygründer von den städtischen Eiskunstläufern kopiert haben.

    Die erste Saison des ZSC im Jahre 1930 dauert allerdings gerade einmal zwei Tage. Am 13. Dezember schlägt er den Lokalrivalen GC 14:1, ehe er einen Tag später im Halbfinal der Serie Ost gegen die Übermacht aus Davos 1:11 verliert. Bis zum ersten Meistertitel unterliegt Zürich jeweils nur den Bündnern. Die Saisons sind aufgrund der Wetterbedingungen in der Freiluftarena von kurzer Dauer. Von kalten Temperaturen abhängig, startet die Saison nicht vor Ende November und zieht sich meist bis Februar. Jede Mannschaft spielt jeweils weniger als zehn Spiele.


    1950: Hallenstadion


    Hier verbringt der Zett die längste Zeit der Vereinsgeschichte: 54 Jahre spielt man im alten Hallenstadion. 

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    Hier verbringt der Zett die längste Zeit der Vereinsgeschichte: 54 Jahre spielt man im alten Hallenstadion. Foto: Keystone

    Für die 50er-Jahre zieht der Zürcher SC ins Hallenstadion ein und erhält damit eine eigene Kunsteisbahn. Bereits 1939 hatte die grösste stützenfreie Halle Europas den Betrieb aufgenommen. Allerdings noch ohne Eis. Radrennen und während des Zweiten Weltkriegs auch Flüchtlingslager prägten die ersten Jahre der Mehrzweckhalle. Mit einem 5:5 in einem Freundschaftsspiel gegen den EHC Arosa wird am 18. November 1950 das neue Heimstadion des Zett eingeweiht. In der Finalrunde der ersten Meisterschaft im Hallenstadion unterliegen die Zürcher sowohl dem Lausanne HC wie auch den Bündnern, die sich zum Meister krönen.

    Im alten Hallenstadion verbringen die Zürcher den bisher längsten Teil ihrer Vereinsgeschichte. 54 Saisons werden hier absolviert. 1961 gewinnt man die Meisterschaft ein letztes Mal für lange Zeit. Danach nehmen Zürcher Fans eine Gefühlsachterbahn in Angriff. Der Zürcher SC verkommt zur Liftmannschaft und steigt innert 19 Jahren je fünfmal aus der Nationalliga A ab und wieder auf. 1997 folgt für viele Anhänger ein weiterer Schockmoment: Der Club fusioniert mit den Grasshoppers. Die Fans protestieren. Das Kürzel vom Zürcher SC soll erhalten bleiben, so entsteht der Name ZSC Lions.

    Weniger als drei Jahre später trägt das neue Projekt Früchte. Nach 39 Saisons holen sich die Zürcher den vierten Meistertitel der Vereinsgeschichte. In der Resega in Lugano gewinnen die Lions Spiel sechs der Finalserie. Noch dramatischer wird das Folgejahr. Die Affiche gegen die Tessiner wiederholt sich. In der Finalissima gewinnt der ZSC in Lugano erneut den Schweizer Meistertitel. Wegen Ausschreitungen wird die Feier ins Hallenstadion verlegt.

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    2004/05: Kunsteisbahn Oerlikon


    Die Spieler und die temporäre Zuschauergalerie bejubeln in der eigentlichen Trainingshalle Tore und Siege.

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    Die Spieler und die temporäre Zuschauergalerie bejubeln in der eigentlichen Trainingshalle Tore und Siege. Foto: Andy Müller (EQ Images)

    Während dieser Saison spielt der ZSC seine Spiele in der Kunsteisbahn Oerlikon (Kebo) wenige Meter hinter dem Hallenstadion. Die eigentliche Trainingshalle bietet allerdings lediglich 1500 Plätze. Zu wenig für Löwenansprüche. Zuerst denkt man gar über ein Provisorium auf der offenen Rennbahn in Oerlikon mit einer Hallenstadion-ähnlichen Kapazität nach. Die Kostenfrage beendet die ambitionierten Pläne aber schnell. Man entscheidet sich also, eine temporäre Galerie aus Holz in die Kebo einzubauen und so 4000 Zuschauern Hockeyspektakel zu ermöglichen. Mehrere Rekurse gegen das Baugesuch zur Vergrösserung der Trainingshalle sind zuvor abgeschmettert worden.

    2004 beginnt auch sportlich gesehen eine aufregende Saison. Der ZSC wird am Ende zwar nicht Meister – im Final unterliegt er dem HC Davos –, aber diverse NHL-Cracks bereichern wegen des Lockouts die Schweizer Liga. Die Lions holten sich keine Verstärkung. Dennoch spielen im engen Provisorium grosse Namen wie Dany Heatly, Rick Nash oder Joe Thornton, einfach gegen den Zett.


    2005: Hallenstadion


    Prominente Eröffnung: DJ Bobo und Michel Zeiter setzen am 12. Juli 2004 zum Spatenstich für das neue Hallenstadion an.

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    Prominente Eröffnung: DJ Bobo und Michel Zeiter setzen am 12. Juli 2004 zum Spatenstich für das neue Hallenstadion an. Foto: Walter Bieri (Keystone)

    Bereits vor dem Umzug in die Kebo fällt der Spatenstich für das neue Hallenstadion. DJ Bobo und ZSC-Stürmer Michel Zeiter stehen stramm mit Schaufel und Stock für ein Foto. Das Hallenstadion, wie es die Fans heute kennen, wird per Saisonbeginn 2005/06 als Heimstadion genützt. Die Rennbahn ist weg, dafür ist ein modernes, multifunktionales Stadion entstanden, das die ZSC Lions Heimat nennen dürfen.

    Neue Arena, neues Glück für den ZSC? Gar nicht! Die Premierensaison missrät total. Die Schlusstabelle sieht rot aus für Blau-Weiss, das Playoff wird klar verpasst. Immerhin: Im Playout-Final setzt man sich gegen Fribourg klar durch. Doch es kommt besser: Am Ende wird das umgebaute Hallenstadion Heimat von fünf Meistertiteln.

    Nach 17 Saisons verlässt der ZSC die renovierte Mehrzweckhalle wieder. Man will keine Konzert-bedingten Spielverschiebungen mehr, keine Mehrzweckhalle, sondern ein echtes Hockeystadion, wie es ein traditionsreicher Club wie der ZSC auch verdient hat – das hat der Zürcher Schlittschuhclub nun mit der Swiss Life Arena erhalten.

    Speziell ist ja, wieviele Bauprojekte, gerade auch in Zürich, dann auf richterlicher Ebene dochscheitern, weil die Einsprechenden Recht bekommen.

    Man sollte meinen, dass Vorhaben, die es bis zum Entscheid geschafft haben, dann rechtlich auch einwandfrei simd ...

    Das ist erst seit dem Bundesgerichsurteil letzhin so. Im Prinzip kann du an einer Strasse nun gar nicht mehr bauen. Oder nur mit einer Brandmauer zur Strasse hin die dann auch wieder nicht bewilligt wird. Seldwyla! Der Artikel aus dem Tagi den ich gepostet habe trifft es genau.

    Man ist nicht dort wo man gern wäre, aber das geht anderen Teams auch so. Zudem ist TB12 in einen Rosenkrieg verwickelt.

    Aber gegen PIT verlieren? Schwach!

    Das Pack auch schon mit drei Niederlagen, die Chiefs werden zu Hause von den Bills rasiert.

    Etwas überraschend nur noch die Eagles ungeschlagen.

    Der ZSC-Sportchef Leuenberger sagt vor dem ersten Match in der neuen Arena: «Wir haben ein Team, mit dem man das Stadion füllen kann»

    Am Dienstag weihen die ZSC Lions mit dem Heimspiel gegen Fribourg-Gottéron ihre 12 000 Zuschauer fassende Swiss-Life-Arena in Altstetten ein. Der Sportchef Sven Leuenberger spricht im Interview über alte Wunden und neue Euphorie.

    Nicola Berger17.10.2022, 05.00 Uhr (NZZ)


    Der ZSC-Sportchef Sven Leuenberger hat keine Eile in der Trainerfrage.

    Der ZSC-Sportchef Sven Leuenberger hat keine Eile in der Trainerfrage.

    Walter Bieri / Keystone

    Am Dienstag im Heimmatch gegen Freiburg spielen die ZSC Lions erstmals in der Swiss-Life-Arena. Wie gross ist die Vorfreude auf das neue Stadion?

    Sven Leuenberger: Sehr gross. Bei uns als Klub, weil so viele Menschen so lange so hart auf diesen Moment hingearbeitet haben. Und auch bei den Fans. Wir hatten zwei Spiele, die quasi als Vorpremieren dienten, eines von den Elite-Junioren und eines von den GCK Lions. Die Resonanz war enorm, zum GCK-Match kamen über 6000 Leute. Das zeigt, wie heiss die Menschen auf dieses Stadion sind. Wir haben die Hoffnung, dass es ein Hexenkessel wird. Dass wir oft den berühmten siebten Mann im Rücken haben werden.

    Im umgebauten Hallenstadion war das selten der Fall . . .

    Ja, das Hallenstadion war keine Hockey-Arena. Die Akustik war nicht gut. Die Post ging da eigentlich immer erst ab den Play-off-Halbfinals ab. Jetzt haben wir eine moderne Arena mit steiler Tribüne, das hilft enorm. Die Swiss-Life-Arena, das neue Stadion der ZSC Lions.

    Die Swiss-Life-Arena, das neue Stadion der ZSC Lions.

    Christian Beutler / Keystone

    Ist die Mannschaft gut genug, dass sie eine Euphorie entfachen kann?

    Davon bin ich überzeugt. Wir sind gut unterwegs. Wir mussten die ersten acht Spiele ja auswärts bestreiten. Das war eine Herausforderung. Trotzdem haben wir einen Punktedurchschnitt von knapp 1,9 pro Partie erreicht. Damit können wir zufrieden sein, zumal wir bei den Ausländern gewichtige Ausfälle hatten. Wir erhalten die wenigsten Tore in der Liga, das Boxplay funktioniert sehr gut. Was besser werden muss, ist das Powerplay. Da haben uns die Absenzen das Leben schwer gemacht, teilweise standen fünf Linksschützen auf dem Eis. Glücklicherweise zeichnet sich da eine Besserung ab. Ja, wir haben ein Team, mit dem man das Stadion füllen kann.

    Kann der ZSC auch Spektakel bieten?

    Wir wollen in erster Linie erfolgreiches Eishockey zeigen. Wenn man die spektakulären Tic-Tac-Toe-Tore erzwingen will, geht es meistens schief. Aber klar: Wir glauben schon, dass wir auch offensiv genug Spieler haben, die für Furore sorgen können.

    Wie wichtig ist es für den ZSC, jetzt ein Zuhause zu haben, das diesen Namen auch verdient?

    Darauf freuen wir uns extrem. Bei uns haben in den letzten Jahren Juniorentrainer gearbeitet, die mit der gepackten Tasche im Auto quer durch den Kanton gefahren sind, weil die Teams so verzettelt trainiert haben. Fast wie früher diese Scherenschleifer, die von Tür zu Tür getingelt sind. Jetzt sind alle unter einem Dach. So wächst man als Organisation zusammen.

    Für viele Klubs bedeutete der Bezug eines neuen Stadions einen finanziellen Quantensprung. Beim ZSC dürfte das anders sein – es geht in erster Linie darum, das strukturelle Defizit zu eliminieren.

    Unser Ziel ist es, dass wir nicht mehr auf Zuschüsse angewiesen sind, sondern eine schwarze Null präsentieren können. Das ist schon ein Quantensprung. Aber für die Mannschaft steht nicht mehr Geld zur Verfügung.

    Was ändert sich für die Spieler?

    Die Trainingsbedingungen sind noch besser geworden, wir sind jetzt als Hausherr deutlich flexibler. Und wir haben in ein Tracking-System investiert, das uns aufschlussreiche Daten liefert. Bis jetzt war vieles subjektiv, etwa, was die Trainingsintensität angeht. Nun können wir exakt sagen: Spieler X ist so schnell und so viel gelaufen. Gerade für die Coaches sind das wertvolle Informationen. Der Vorraum der Mannschaftskabine der ZSC Lions.

    Der Vorraum der Mannschaftskabine der ZSC Lions.

    Christian Beutler / Keystone

    Heisst das, der Wettbewerbsvorteil des EV Zug mit seinem Athletikzentrum Oym ist kleiner geworden?

    Es ist alles eine Frage der Ressourcen. Wir haben keine Wissenschafter, die für uns Ernährungspläne entwerfen. Aber wir dürfen sehr zufrieden sein mit den Möglichkeiten, die sich uns bieten. Zum Beispiel haben wir nun auch unser eigenes Reha-Center im Stadion mit Physiotherapeuten, die bei uns angestellt sind.

    Der EVZ war jüngst zwei Mal in Folge Meister. Der ZSC hat in den letzten acht Jahren nur einen Titel holen können. Ist das nicht zu wenig, gemessen an den Ansprüchen und den Ressourcen?

    Das ist eine Frage der Perspektive. 2022 hat uns ein Sieg gefehlt. 2020 waren wir Qualifikationssieger, dann wurde die Saison abgebrochen. 2021 haben wir aufgrund der Pandemie bewusst darauf verzichtet, zusätzliche Ausländer zu verpflichten. Dann kam die Schlacht gegen Lausanne im Play-off, danach hatten wir zu viele Verletzte, um eine Halbfinal-Serie gewinnen zu können. Ich würde sagen: Die Bilanz ist nicht so schlecht. Aber klar bin ich nicht zufrieden, natürlich hätte ich gerne mehr Titel. Wir waren letztmals 2018 Meister. Wenn man alle fünf Jahre einen Meistertitel holt, dann ist das gut. Denn man darf nicht vergessen, dass es in der National League sieben Klubs gibt, die aufgrund ihrer Ansprüche und finanziellen Ressourcen Ambitionen auf den Titel hegen dürfen.

    Ist es überhaupt noch möglich, eine Dynastie zu erschaffen, wie es dem Serienmeister Kloten in den 1990er Jahren gelungen war oder davor Lugano?

    Das ist schon denkbar. Aber es ist verdammt schwierig, schon nur wegen der NHL. Nehmen wir unseren Verein: Kevin Fiala, Jonas Siegenthaler, Pius Suter, Denis Malgin und Tim Berni sind ZSC-Spieler, die in Nordamerika spielen. Marco Rossi ist ebenfalls einer. Man kann sie auf dem Schweizer Markt nicht ersetzen, es gibt sie kein zweites Mal. Verstehen Sie mich nicht falsch: Wir freuen uns enorm für diese Jungs. Aber für unseren unmittelbaren sportlichen Erfolg wäre es besser, sie wären Nationalspieler von erstklassigem National-League-Niveau. Und für die NHL nicht ganz gut genug.

    Sie haben den einen fehlenden Sieg in der letzten Saison angesprochen. Wie lange hat die nach der 3:0-Führung noch verlorene Finalserie gegen den EVZ geschmerzt?

    Das ist prägend, so etwas vergisst du dein Leben lang nicht. Ich war Sportchef beim SC Bern, als Steve McCarthy 2012 den ZSC 2,5 Sekunden vor Schluss zum Titel geschossen hat. Auch das ist mir für immer geblieben. Aber wir haben ziemlich schnell unsere Schlüsse aus der Saison gezogen und nach vorne geschaut.

    Welche Schlüsse waren das?

    Wir haben uns unter anderem vorgenommen, die Defensive zu verstärken. Das ist uns mit den Zuzügen von Dean Kukan und Mikko Lehtonen gelungen, denke ich. Die Mannschaftskabine der ZSC Lions.

    Die Mannschaftskabine der ZSC Lions.

    Christian Beutler / Keystone

    Zum Saisonende laufen mehrere Verträge aus. Unter anderem auch jener des Nationalstürmers Denis Hollenstein. Was passiert mit diesen Spielern?

    In den nächsten zwei, drei Wochen werden wir mit allen Spielern Gespräche geführt haben. Denis würde gerne bei uns bleiben. Und wir möchten ihn grundsätzlich behalten.

    Auch der Vertrag des Trainers Rikard Grönborg endet im Jahr 2023.

    Da haben wir keine Eile. In den letzten Wochen und Monaten hatte ganz klar die neue Halle Priorität. Das weiss er.

    und komm nicht in ein anderes Forum nur um zu provozieren.

    Brauch immer zwei um sich zu streiten. Und schau mal in den GC Fred wer dort alles schreibt, immer wieder, und nachweislich kein GC Fan ist.....wer Wind sät.......

    Mich dünkt gewisse FCZ Fans sind sehr dünnhäutig geworden seit man auf dem letzten Platz klebt.....

    Aber ja, das Gifteln brauchen wir hier im :zsc: Forum nicht!

    Ob es stimmt, dass gewisse Spieler einen "Draht" haben zur Präsidentin Vicky Mantegazza

    Sehe ich als eines der Hauptprobleme, sie ist zu nah am Team. Domenichelli scheint auch nicht der richtige Mann als Sportchef zu sein, er hat diese "Mannschaft" zusammengestellt.

    Man stand zwar 2016 und 2018 im Final, verlor aber beide Endspiele.

    Einer wie Bob Hartley könnte wohl helfen, aber nur wenn sich die Bubis nicht bei Vicky ausweinen können.