In NRW darfst du zu Bundesligaspielen oder DEL / DEL 2 Spielen z. B. von Kamen bis VRR Ende Langenfeld über Düsseldorf fahren. Also besonders ist das jetzt aus Schweizer Sicht nicht. Ein Event, wo keine Parkplätze angeboten werden, nahe der Spielstätte, das ist einmalig bislang. Das mag ja okay sein, aus Schweizer Sicht, wenn man in Zürich oder Umgebung wohnt, aber nicht für ein Internationales Turnier der größe.
klar, weiss ich doch. auch ich schätze jeweils die freie öv fahrt in nrw sehr, wenn ich mir ein spiel auf schalke ansehe. vor allem auch darum, weil ich dann in der regel in düsseldorf im hotel schlafe. ich wollte mit meinem post auch nicht auf den „genialen“ schweizer öv, sondern auf die durchaus vorhandenen alternativen zu den fehlenden parkplätzen hinweisen.
diese, vor allem für nicht schweizer, unverständliche parkplatz situation bei schweizer event stadien hat aber zwei hauptgründe, welche nicht in fehlender weitsicht oder gar dilletantischer planung liegen.
1. wir sind schlicht zu klein. oder anders gesagt: uns fehlt einfach der platz dazu! in deutschland oder den usa baust du ein stadion ausserhalb der stadt, mitten in die pampa. mit platz ohne ende, selbstredend mit hunderten oder gar tausenden parkplätzen um das stadion. stört auch kein mensch. diese luxus situation haben wir in der schweiz so ganz einfach nicht.
2. um ein stadionprojekt der grössenordnung einer swiss life arena - innert überschaubarer frist - überhaupt realisieren zu können, muss man als bauherr bereits in der planungsphase verdammt viele kompromisse eingehen. machst du das nicht, erwartet dich eine flut von einsprachen, welche dein projekt um jahre verhindern können und in der regel auch werden. beim stadtzürcher fussballstadion befinden wir uns mittlerweile im zwanzigsten (20-sten!) verhinderungsjahr wegen der einsprachenflut! das fussballstadion war ursprünglich für die em 2008 projektiert. es steht immer noch nicht…das einsprache- und rekursrecht im schweizerischen baurecht lässt dies aber zu. ganz legal und ohne tricksereien. aber leider mit der möglichkeit, die direkte demokratie unter mithilfe dieses rekursrechtes vor- bzw. ad absurdum zu führen! man kann gegen ein projekt tatsächlich ohne wirkliche argumente rekurieren. einfach darum, um es jahrelang hinauszuzögern, mit der hoffnung es so zu verhindern!
viele schweizer sind mit diesen, aktuellen beschwerde möglichkeiten auch nicht mehr glücklich. aber noch sind sie gesetz und darum nicht verhandelbar. bürgerliche politiker arbeiten zur zeit daran, dieses gesetz anzupassen. aber auch das dauert jahre und erfordert am schluss eine volksabstimmung.
die swiss life arena wurde ab 2008 geplant und 2022 in betrieb genommen. auch wenn 14 jahre lang erscheinen, ist es in einer stadt wie zürich einfach nur ein absolutes meisterstück! ein meisterstück, welches wir hauptsächlich unserem langjährigen zsc geschäftsführer peter zahner zu verdanken haben. er hat von anfang an alles richtig gemacht und mögliche rekurenten bereits in die erste planungsphase involviert. auch hat er sich immer wieder mit unzähligen politikern der stadt zürich getroffen und sie so direkt ins projekt involviert. sie konnten somit ihre ideen bzw. ihre (politische) ideologie, jederzeit einbringen. zu rekursen ist es darum gar nicht erst gekommen. nochmals: was peter zahner hier erreicht hat, kann man gar nicht genug würdigen! ohne ihn würde die sla, ziemlich sicher, noch immer nicht stehen und wir würden darum diese diskussion gar nicht erst führen!
im ursprünglichen/ersten sla projekt, waren auch bedeutend mehr parkplätze vorgesehen. und schon meldete sich der vcs (verkehrs club der schweiz). ein links-grün orientierter verkehrsverein, welcher selbstredend immer wieder in vielen bauprojekten gegen (zu viele) parkplätze kämpft und rekuriert. auch namhafte player wie zb. ikea, können ein lied davon singen. aber auch einen vcs rekurs verhinderte peter zahner erfolgreich. natürlich mit einem kompromiss, welcher sich aber in der aktuellen parkplatzsituation zeigt. auch hier ein nochmals: ohne diesen kompromiss und zahners arbeit, würde die sla noch nicht stehen!
aus schweizer (vor allem stadtzürcher-) sicht ist es darum nicht nur ok, sondern die einzige möglichkeit ein stadion überhaupt zu realisieren! genügt die ist situation aber den ansprüchen nicht für ein internationales turnier dieser grösse, darf man so einen event nicht in die schweiz vergeben. die situation war/ist allen entscheidungsträgern bekannt.
das man die aktuelle situation aus sicht eines deutschen nicht wirklich nachvollziehen kann, kann ich aber sehr gut verstehen! einfach darum, weil ihr das anders handhabt, handhaben könnt mit den vorhandenen platzverhältnissen. gerade bezüglich stadionbauten beneiden euch nicht wenige schweizer. um die sonstige aktuelle deutsche, politische situation wohl eher nicht…